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Dienstag, 1. Januar 2019

Katrineholm wird zur Stadt erhoben

Auch wenn das Gebiet um Katrineholm nachweislich bereits vor etwa 6000 Jahren bewohnt war, sollte es sehr lange dauern bis dort auch eine Stadt entstand, denn zu Beginn des 17. Jahrhunderts fand man hier nur das Gut Folbonäs, das um diese Zeit Jacob von der Linde gehörte. Als dieser dann eine Tochter bekam, der er den Namen Catharina gab, gab er auch seinem Gut einen neuen Namen und aus Folbonäs wurde Katrineholm.

Allerdings sollte die langsam wachsende Gemeinde erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie Västra Stambanan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirklich Bedeutung erlangen, denn nachdem 1862 dort eine Bahnhof eingeweiht wurde und Katrineholm zudem, mit dem Bau der Östra Stambanan, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt wurde, siedelten sich dort immer mehr Industrien an und 1880 konnte man im Ort bereits 400 Einwohner zählen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Katrineholm dann auch eine Bank und ein Hotel, ein deutliches Zeichen des Aufstiegs.

Zur Stadtentwicklung trug allerdings auch bei, dass der Architekt Adolf W. Edelsvärd den Ort rund um den Bahnhof plante, was dazu führte, dass sich der Aufbau der Stadt im Grunde seit 1870 nicht mehr änderte. Als Katrineholm dann am 1. Januar 1917 die Stadtrechte erhielt, war aus dem ehemaligen Gut Folbonäs eine Stadt mit 6615 Einwohnern geworden. Heute zählt die Stadt Katrineholm, die ihre Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt längst wieder verloren hat, etwas über 20.000 Einwohner und nur noch einige wenige Gebäude der Gemeinde und einige kleinere Industrieunternehmen zeugen von der einstigen Größe Katrineholms.

1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1591: Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1869: Der Meteoritenschauer von Hessle
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. März 2018

Der schwedisch-amerikanische Politiker Hans Mattson

Hans Mattson kam am 23. Dezember 1832 als Sohn eines Landwirts in Önnestad zur Welt, besuchte dort die Grundschule, anschließend das Gymnasium, ohne es jedoch abzuschließen, und meldete sich als Freiwilliger in der Artillerie. Aus nicht bekannten Gründen musste er seinen Dienst in der Artillerie bereits nach zwei Jahren wieder aufgeben. Als Folge davon wanderte Mattson 1851 nach Amerika aus und ließ sich in Minnesota nieder, wo er in den ersten Jahren verschiedene Arbeiten annahm. Zwei Jahre später wurde Mattson Kaufmann und 1856 studierte er Jura, machte ein Praktikum bei einem Rechtsanwalt und wurde als Friedensrichter eingesetzt.

Als dann 1861 der Sezessionskrieg ausbrach, setzte Hans Mattson eine aus skandinavischen Immigranten bestehende Freiwilligeneinheit zusammen und wurde deren Kapitän. Zwei Jahre später wurde er Oberst, einen Rang, der er bis zum Ende des Krieges beibehielt. Nach Ende des Sezessionskrieges gründete Mattson erst ein Anwaltsbüro, ließ sich dann jedoch 1867 vom Immigrationsamt anheuern und wurde bald darauf als Staatssekretär für Minnesota eingesetzt. Allerdings waren sowohl der wirtschaftliche, als auch der politische Erfolg Mattsons sehr beschränkt, da er in der Wirtschaft zu großen Risiken neigte und in der Politik gehörte er dem extrem rechten Flügel an.

Aber auch wenn Hans Mattson sich in Amerika niedergelassen hatte, so behielt er seine Verbindungen zu Schweden und gründete hier auch zwei Büros, die sich bemühten nach Immigranten zu suchen, da vor allem der Bau der Eisenbahn Arbeitskräfte benötigte. Mattson arbeitete daher mehrmals in Schweden, ließ Prospekte zur Emigration verbreiten, suchte mit Hilfe von Anzeigen Interessenten zu finden und nutzte seine verschiedenen Kontakte. Wie viele Schweden über Mattson nach Amerika gingen, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass weitaus weniger davon nach Minnesota gingen als dort erhofft wurden. Die Ursache ist vermutlich darin zu suchen, dass in Minnesota vor allem harte Arbeit wartete, in anderen Teilen Amerikas jedoch die Besiedlung und die Landwirtschaft vorrangig waren. Hans Mattson starb am 5. März 1893 und ist, nach John Ericsson, der vermutlich bekannteste schwedische Immigrant Amerikas.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios
5. März 2011: Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Der Hallandsåstunnel in Schonen (Skåne)

Am 8. Dezember 2015 wurde der Hallandsåstunnel offiziell eingeweiht und eine Woche später verkehrten dann auch die ersten Züge in den beiden 8,7 Kilometer langen Tunnelröhren, die gegenwärtig den längsten Eisenbahntunnel Schwedens ausmachen. Den Namen erhielt der Tunnel nach dem Höhenzug Hallandsåsen, der gewissermaßen die Trennungslinie zwischen den beiden Regionen Halland und Skåne ausmacht. Da diese Hügelkette bis zu 226 Meter hoch ist, war vor dem Bau des Tunnels der Eisenbahnverkehr entlang der Südwestküste Schwedens relativ problematisch und nur über einen Umweg möglich.

Von einem Tunnel durch den Hallandsåsen sprach man bereits 1975, auch wenn es dann zehn Jahre dauern sollte bis das Projekt erstmals auf den Schreibtischen der Regionalpolitikern lag. Bereits 1990 wusste man dass dieses Projekt mit einigen Problemen für die Umwelt verbunden war, aber man war überzeugt davon die Probleme zu meistern und als die Regierung dann ein Jahr später den Bau als notwendig betrachtete, gab es kein zurück. Ab 1992 waren die Bauarbeiter an ihrem Arbeitsplatz, im Gedanken, dass die Arbeit am Tunnel fünf Jahre dauern sollte und nicht einmal eine Milliarde Kronen kosten sollte, eine Annahme, die sich bald als Illusion herausstellen sollte.

Sehr bald reihte sich dann ein Problem an das andere, denn der eingesetzte Bohrer war für den Tunnel ungeeignet und man musste eine Spezialbohrer beschaffen und einsetzten, Zement konnte die Wasserlecks nicht dichten und die Spezialmasse aus Frankreich, die man anschließend als Dichtungsmasse verwendete, zeigte sich extrem giftig und führte zu einem gigantischen Fischsterben. Das Grundwasser der Höfe auf der Anhöhe senkte sich und brachte Probleme, die bis heute nicht vollständig beseitigt werden konnten. Auch an fünf Jahren Bauzeit war nicht zu denken, sondern sie wurde um 18 Jahre überschritten, bei Kosten die über zehnmal so hoch lagen als ursprünglich geplant.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1860: Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1912: Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Oktober 2016

Die Gründung der Stadt Kristinehamn

Kristinehamn war bereits im 14. Jahrhundert eine Küstenstadt am Vänern und ein wichtiger Marktplatz, da die Stadt an der bedeutendsten Verbindung zwischen Schweden und Norwegen lag. Allerdings sprach man damals noch nicht von Kristinehamn, sondern von Broo. Als Herzog Karl sich 1572 dafür entschied ein Eisenwerk und eine Fabrik zur Holzverarbeitung im dortigen Ort zu bauen, wollte er Kristinehamn zur Hauptstadt des Värmlands machen, aber zwölf Jahre später änderte er seine Pläne und er vergab die Stadtprivilegien nicht an Kristinehamn, sondern an Karlstad.

Unabhängig von der Entscheidung des Herzogs wuchs Kristinehamn, dank der Eisenverarbeitung,  bedeutend an und bereits am 29. Oktober 1642 entschied sich Königin Kristina der Stadt Broo die Stadtrechte zu verleihen, allerdings ihr auch einen neuen Namen zu geben, nämlich Christinehamn, das später zu Kristinehamn wurde. Noch heute erinnert das Stadtwappen an die industrielle Vergangenheit der Stadt, denn das Boot im Wappen entspricht jenen, die das aus Bergslagen ankommende Eisen auf dem Wasserweg zu den verschiedenen Eisenhütten und Schmieden am Rande des Vänern weitertransportierten.

Die Stadt Kristinehamn entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum des Eisen- und Holztransports aus Bergslagen, was sich noch verstärkte als 1842 mit dem Bau einer Eisenbahnlinie begonnen wurde und bei Kristinehamn der Kilometer Null entstand, die erste Haltestelle der Inlandsbanan, die mit ihren 1288 Kilometer Länge eine Verbindung zwischen Kristinehamn im Süden und Gällivare im Norden schuf. Heute ist allerdings nicht nur die Inlandsbanan eine touristische Attraktion, sondern auch ein nachgebautes Boot aus der Gründungszeit der Stadt, das im Sommer vor Kristinehamn seine Segel setzt.


29. Oktober 1642: Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrechte
29. Oktober 1726: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1956: Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Die Erzbahn zwischen Luleå und Narvik

Auch wenn das Eisenerz bei Kiruna bereits Mitte des 17. Jahrhundert abgebaut wurde, so waren die Mengen bescheiden, denn der Transport mit Rentieren und Pferden war aufwendig und sehr teuer. 1865 wollte man daher, nach dem Modell von Bergslagen, ein Kanalsystem bis Luleå bauen, das jedoch nach der halben Strecke eingestellt werden musste, da das Geld zu Ende war. Auch die Konzession für eine Eisenbahnlinie, die 1847 ausgestellt worden war verfiel bevor auch nur ein Gleis gelegt worden war. Ab 1884 baute dann ein englisches Unternehmen mit einer neuen Konzession eine Eisenbahnlinie von Malmberget bis zum Hafen in Luleå. Kiruna war daher weiterhin ohne Anschluss an die Häfen in Schweden und Norwegen.

Bald stellte man jedoch fest, dass die Strecke kaum den Ansprüchen für den nötigen Transport von Eisenerz gerecht war und erst als 1891 die schwedische Regierung die Eisenbahn übernahm, konnte sie ausgebaut werden und man konnte auch daran denken das Bergwerk LKABs in Kiruna, das 1890 entstanden war, an die Strecke anzuschließen. Auf diese Weise konnte am 20. Oktober 1899 der erste Erzzug in der erst wenige Monate später gegründeten Stadt Kiruna beladen werden um über Gällivare Eisenerz und Personen bis Luleå zu transportieren. Um diese Zeit hatte sich die Regierung bereits dazu entschieden die Strecke in die andere Richtung bis Narvik auszubauen. Die Gesamtstrecke zwischen Luleå und Narvik war im November 1902 fertiggestellt und konnte am 14. Juli 1903 von Oscar II. eingeweiht werden.

Auch wenn mit der Erzbahn das Transportproblem zwischen den Gruben in Kiruna und den Häfen in Narvik und Luleå geklärt werden konnte, so waren die Transportkosten für LKAB enorm, was die Konkurrenzkraft des staatlichen Unternehmens starkt schwächte. Die Lösung kam dann im Jahre 1996, als ein Subunternehmen LKABs die gesamte Eisenbahnstrecke und die Erzzüge übernahm und die Kosten innerhalb der eigenen Unternehmen blieben, denn auch die norwegische Strecke übernahm eine von LKAB gegründete Firma. Heute verkehren von Kiruna aus Erzzüge mit einer Länge von 750 Meter, die insgesamt jeweils 6500 Tonnen Erz transportieren können.


20. Oktober 1650: Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt
20. Oktober 1848: Der schwedische Künstler Ingel Fallstedt
20. Oktober 1852: Der schwedische Künstler Axel Otto Mörner
20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1940: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. Mai 2016

Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland

Auch wenn der Ort Heby bei Sala bereits im Jahre 1370 erstmals genannt wurde, so sollte der Ort erst 1873 mit dem Bau der Eisenbahnlinie Dalabanan, der damaligen Norra stambanan, bedeutend werden und sich in einen Industrieort verwandeln. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man hier ein Sägewerk, eine Eisengießerei, eine Brauerei, eine mechanische Werkstatt und jede Einrichtung über die ein bedeutenderer Ort jener Zeit verfügte. Um diese Zeit wurde Heby auch das schwedische Zentrum für die Ziegelherstellung, die mittlerweile ebenfalls zu Grabe getragen wurde. Seit 1975 nimmt nun auch die Bevölkerung des Ortes immer mehr ab, da die Arbeitsmöglichkeiten immer geringer werden.

Die Ziegelfabriken in Heby begannen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu entwickeln, wobei es sich hierbei nie um größere Firmen handelte, sondern um Unternehmen mit nur drei bis fünf Angestellten, allerdings um bis zu zwölf Minifabriken gleichzeitig.  Ab den 50er Jahren war es jedoch diesen kleinen Unternehmen nicht mehr möglich den Großunternehmen Konkurrenz zu machen und der Rückgang war unausweichlich. 1980 wurde dann mit Olsson & Rosenlund die letzte Fabrik im Ort Heby aufgelöst und nur noch im Nachbarort konnte ein kleineres Unternehmen bis heute überleben, das letzte schwedische Unternehmen, das noch Dachziegel herstellt.

Um die industrielle Vergangenheit Hebys nicht in der Vergessenheit versinken zu lassen, entstand dort im Jahre 1989, unter Initiative des Schriftstellers Hans Möller, ein Verein, der das Ziel hatte ein Museum zur Ziegelherstellung in Heby zu gründen. Nach sechs Jahren Vorbereitung konnte das Ziegelmuseum in Heby am 1. Mai 1995 schließlich im alten Bahnhof das Licht sehen. Seit 2007 ist das Ziegelmuseum nun in der früheren Brauerei des Ortes untergebracht, die vollkommen aus in Heby geschlagenem Ziegel erbaut wurde. Im aktuellen Museum kann der Besucher den Weg der Ziegel in seiner gesamten Entwicklung verfolgen, entdeckt aber nicht nur wie der klassische Ziegel Hebys entstand, sondern lernt auch viel über die Geschichte der Arbeiter jener Zeit und, in Form einer Fotoausstellung, ihres täglichen Lebens kennen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 9. April 2016

Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell

Adolf Ahlsell kam am 9. April 1844 als Sohn eines Zollverwalters in Stockholm zur Welt und besuchte von 1859 bis 1862 das Teknologiska Institutet in Stockholm, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule. In den folgenden drei Jahren arbeitete er bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft um die praktischen Aspekten des Eisenbahnbaus zu beschäftigen. Dieser praktischen Tätigkeit folgte eine Ausbildung zum Ingenieur, die er 1872 an der Kriegshochschule in Marieberg mit Erfolg abschloss. Nach seinem Examen arbeitete Ahlsell noch fünf Jahre im Eisenbahnbau in Russland unf Österreich, bevor er dann als Stationsingenieur an den Bergslagernas Järnvägar zu arbeiten begann.

Die Arbeit in Bergslagen sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1873 wurde Adolf Ahlsell der Gasbeleuchtungsgesellschaft in Stockholm, wo er 1878 zum Oberingenieur aufstieg und 1884 schließlich für das gesamte Klaragasverket verantwortlich wurde. In diesen Jahren beschäftigte sich Ahlsell mit der Beleuchtung der schwedischen Hauptstadt und sammelte so viel Erfahrung und Kenntnisse, dass er auch in anderen Städten in Schweden und Finnland als Berater gefragt war, und in gewisser Weise auch die Gaswerke in Göteborg, Gävle und Helsingborg plante. Während seiner Zeit als Direktor des Gaswerkes stieg der Gasverbrauch in Stockholm von vier auf 35 Millionen Kubikmeter per Jahr an, was eine enorme Entwicklungsarbeit von Ahlsell forderte.

Aber auch wenn Adolf Ahlsell gegen Ende des 19. Jahrhunderts als die Fachkraft in Gas galt, so hatte er ein weiteres Interesse in dem er ebenfalls eine Pionierarbeit leistete. Ahlsell konstruierte zwischen 1890 und 1892 auch das erste Elektrizitätswerk Stockholms, das er bis zu seiner Rente im Jahre 1908 mit enormer Geschwindigkeit ausbaute. Der Erfolg des Ingenieurs Ahlsell lag vor allem daran, dass er nicht nur ein außerordentliches technisches Vermögen hatte, sonder bereits die Zukunft sehen konnte und zudem vor keinem administrativen Schritt zurückschreckte. Andererseits waren die finanziellen Ergebnisse, die er Stockholm brachte, so enorm, dass sich seinen Ideen auch kaum jemand widersetzen wollte.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Dezember 2015

Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische Eisenbahn

Bereits 1991 begann man sich in Malmö ernsthaft Gedanken darüber zu machen wie man den Lokalverkehr innerhalb Malmös, aber auch den Fernverkehr nach Kopenhagen, verbessern konnte. Als vier Jahre später die Svedab AB verschiedene Alternativen ausarbeiten sollte, kam die Firma zur Entscheidung dass ein Eisenbahntunnel unter Malmö, verbunden mit dem Bau zusätzlicher unterirdischer Bahnhöfe, die ideale Lösung sei, weniger was den Zeitgewinn im Fernverkehr betrifft, aber die preisgünstigste Lösung mit den geringsten Schäden innerhalb Malmös.


Als der Citytunnel dann am 4. Dezember 2010 eingeweiht wurde, fand man unter der Stadt Malmö einen Eisenbahntunnel mit einer Länge von sechs Kilometer und aus dem Sackbahnhof der Stadt war ein Durchgangsbahnhof geworden. Aber auch wenn dieser Eisenbahntunnel bereits am 4. Dezember endgültig fertiggestellt war, so folgte am 11. Dezember noch eine öffentliche Einweihung und einen Tag später rollte ein Teil der Züge durch den Tunnel, was bedeutete, dass eine Reise von Malmö nach Kopenhagen um zwei Minuten schneller ging als vorher, die Bewohner Malmös jedoch bei einer Fahrt vom Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Triangeln, wo sich die meisten Arbeitsstellen der Stadt befinden, bis zu 20 Minuten gewinnen konnten.

Natürlich brachte der Citytunnel in Malmö nicht nur Vorteile, wobei man auch davon ausgeht, dass diese unterirdische Teilstrecke nie rentable wird, sondern Verluste einfahren kann. Die wesentlichen Probleme liegen jedoch auf einem anderen Niveau, denn Gefahrengut darf in einer Tunnelverbindung nicht transportiert werden, was bedeutet, dass im Prinzip keinerlei Güterzüge hier fahren können, und auch keine Dieselfahrzeuge. Die alte Eisenbahnstrecke muss daher aufrecht gehalten werden und verursacht, gemessen am Verkehr, nun höhere Kosten. Auch die Überschwemmungsgefahr konnte bisher nicht klar behoben werden, denn auch wenn es bisher nur ein einziges Mal ein Risikomoment gab, so führt die Klimaerwärmung dazu, dass der Wasserspiegel steigt und die Absicherung des Tunnels weitere hohe Kosten verursachen wird.

4. Dezember 1676: Die Schlacht bei Lund, ein Tag in der Geschichte Schwedens
4. Dezember 1734: Der Schriftsteller und Pädagoge Johan Murberg
4. Dezember 1843: Schwedische Verleger beschließen eine gemeinsame Politik
4. Dezember 1895: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
4. Dezember 1896: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
4. Dezember 1926: SKF, Kugellager aus Schweden
4. Dezember 1994: Der Storeplansmord in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. September 2015

Nässjö wird 100 Jahre alt, vom Kirchdorf zur Stadt

Am 4. September 2014 erschien in Nässjö das Buch Nässjö stad 100 år, ein Buch, das die 100-jährige Geschichte der Gemeinde aufzeigt, denn vor genau 100 Jahren hatte Nässjö mit seinen damals rund 2000 Einwohnern die Stadtrechte erhalten, auch wenn diese Entscheidung mehr symbolischen Gehalts war als eine Stadtgründung, denn erst 1971 sollten mehrere Orte eingemeindet werden um die heutige Stadt mit seinen rund 17.000 Einwohner zu schaffen. Entscheidend für die Stadtprivilegien war vor allem, dass Nässjö ab 1874 zu einem Eisenbahn-Verkehrsknotenpunkt geworden war und sich ab diesem Jahr die Bevölkerung stark vermehrte und sowohl Handel als auch Industrie zu blühen begannen.

Die tatsächliche Geschichte von Nässjö geht allerdings rund 4000 Jahre zurück, denn zahlreiche Funde beweisen, dass der Ort bereits zur Steinzeit bewohnt war und auch während der Bronzezeit und der Eisenzeit Menschen hier lebten. Im Laufe der Christianisierung entstanden dann die ersten Kirchen und Nässjö entwickelte sich zu einem kyrkby, einem Kirchdorf. Die Entwicklung des Ortes ging jedoch sehr langsam vor sich, denn als im Jahre 1864 die Entscheidung fiel, dass durch den Ort die Södra stambanan führen sollte, zählte man gerade einmal rund 50 Einwohner, die sich auf mehrere Bauernhöfe verteilten.

Als dann ab 1872 der Bau der ersten Eisenbahnlinie, von insgesamt vier Linien, in Nässjö einsetzte, entwickelte sich der Ort mit enormer Geschwindigkeit, denn da die Arbeiten mehrere Jahre dauern sollten, zogen immer mehr Arbeiter nach Nässjö, denen bald auch Handwerker und Kaufleute folgten. Drei Jahre nach Beginn der ersten Eisenbahnlinie zwischen Nässjö und Oskarshamn war die Bevölkerung in Nässjö auf über 1300 Einwohner angewachsen, was letztendlich auch dazu führte dass der Ort 1890 die Marktrechte erhielt, also zu einem köping wurde, wobei um diese Zeit allerdings auch die ersten Fabriken den Weg nach Nässjö gefunden hatten, da die Eisenbahn bedeutete, dass die Waren auf schnellstem Weg in ganz Schweden verkauft werden konnten.


4. September 1563: Das Schloss Älvsborg wird von Dänemark erobert
4. September 1564: Das Blutbad von Ronneby
4. September 1755: Axel von Fersen der Jüngere in der schwedischen Geschichte
4. September 1776: Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden
4. September 1826: Martin Wiberg, ein vergessener Erfinder Schwedens
4. September 1922: Per Olof Sundman und die Sehnsucht nach dem Norden
4. September 1994: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 27. Februar 2015

Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus

Am 27. Februar 1869 wurde von Erik Bernhard Thorsell, dem Besitzer eines Flussfrachters, die Ångfartygsaktiebolaget Motala Ström gegründet. Thorsell war um diese Zeit der einzige, der noch an die Rentabilität des Flussverkehrs in Schweden glaubte, denn die Reeder und  die Banken Schwedens setzten um diese Zeit auf die Eisenbahn, zumal 1862 die Västra Stambanan in Betrieb genommen worden war. Das Frachtschiff, das Thorsell daher günstig gekauft hatte, sollte daher ein neuer Anfang für den Verkehr auf dem Göta Kanal werden.


Im Winter 1868/69 baute Thorsell seinen Frachter um. Der Kapitän setzte einen stärkeren Motor ein und ließ 48 Kabinen bauen, denn seine Idee war den Transport von Waren mit dem Passagierverkehr zu verbinden. Die Idee zeigte sich erfolgreich, denn schon 1871 ließ Thorsell ein weiteres Schiff bauen, das er nach dem Kanalbauer Baltzar von Platen taufte und nur ein Jahr später benötigte sein Unternehmen weitere zwei Schiffe, darunter die Juno mit der man noch heute den Göta Kanal bereisen kann, auch wenn das Schiff mehrmals etwas modernisiert wurde.

Durch sehr viel Werbung gelang es Thorsell die Reise auf dem Göta Kanal zu einer internationalen touristischen Attraktion zu machen, was jedoch mit den beiden Weltkriegen zu einem immensen Rückschlag führte, denn in diesen Jahren lag sowohl der Transportverkehr als auch der Tourismus brach. 1957 musste die Reederei, nach einer kurzen Erholung, dann den Konkurs beantragen und nur dank der Initiative des Reeders Helge Källsson, der die Schiffe aufkaufte und die Rederiaktiebolaget Göta Kanal gründete, konnte der touristische Verkehr wieder aufwärts gehen. Aber ab Ende der 80er Jahre kam erneut eine Krise und Källson suchte einen Käufer, was jedoch mit größeren Problemen verbunden war, da er ausländische Investoren ablehnte. Im Herbst 2000 kaufte dann jedoch die Strömma Turism och Sjöfart AB sämtliche Schiffe und organisiert seit dieser Zeit im Sommer touristische Erlebnisreisen auf dem Göta Kanal.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting 
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens 
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet 
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 31. Januar 2015

Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn

Nils Ericson kam am 31. Januar 1802 als Sohn eines Bergwerkvogts in Långbanshyttan im Värmland zur Welt, allerdings noch mit dem Familiennamen Ericsson, den er leicht veränderte als er in den Adelsstand erhoben wurde. Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Erfinder John Ericsson, begann er unter Baltzar von Platen, den Göta Kanal zu bauen und lernte dabei als Ingenieur alles was man in jener Zeit über den Bau von Kanälen erfahren konnte. Als einer der bedeutendsten Kanalbauer des 19. Jahrhunderts war er daher auch für zahlreiche andere Kanäle des Landes verantwortlich, unter anderem den Säffle-Kanal und den Dalslands Kanal.

Ab 1830 übernahm Nils Ericson dann die Verantwortung für das größte Kanalwerk Westschwedens, den Kanal in Trollhättan, dessen Umbau ihn 14 Jahre lang an Trollhättan fessel sollte. Allerdings sollte der Ingenieur nach Beendigung der Arbeiten in Trollhättan nicht mehr ausschließlich an Kanälen und der Stockholmer Slussen arbeiten, sondern auch auf seine Kenntnisse als ehemaliger Befestigungsoffizier zurückgreifen und für den gesamten Stadtplan Gävles nach dem Großbrand des Jahres 1869 verantwortlich sein., eine Aufgabe, die den Ingenieur ebenfalls mehrere Jahre beschäftigte.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Eisenbahnbau in Schweden in Fahrt kam, sollte Nils Ericson eine neue Aufgabe finden, denn der Ingenieur wurde damit beauftragt die Pläne für sämtliche Eisenbahnlinien im südlichen und zentralen Schweden auszuarbeiten. Zwischen 1854 und 1862 hat Ericson vier Eisenbahnstrecken geplant, darunter die Strecke von Göteborg nach Stockholm. Jede Brücke, die man heute auf den vier Strecken findet, wurde von Ericson geplant, da er nicht nur für den Verlauf der Strecke verantwortlich war, sondern auch mit der Planung und Ausarbeitung der Eisenbahnbrücken beauftragt war.


31. Januar 1208: Die Schlacht bei Lena (Slaget vid Lena)
31. Januar 1838: Der schwedische Dekormaler Fritz Ahlgrensson
31. Januar 1902: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
31. Januar 1972: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
31. Januar 1976: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 

31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn

Adolf Eugène von Rosen kam am 31. Dezember 1797 in Malmö zur Welt und studierte ab 1812 an der Universität Uppsala. Statt eine wissenschaftliche Karriere anzustreben, entschied sich von Rosen jedoch nach seinem Studium für eine militärische Laufbahn. Sehr bald nach seiner Teilnahme am Feldzug gegen Norwegen wurde man jedoch auch bei der schwedischen Marine auf die Fähigkeiten des Militärs aufmerksam und schon 1816 wurde er zum Adjutant bei der Kriegswerft in Karlskrona ernannt.

Allerdings hielt es Adolf Eugène von Rosen nicht lange in Karlskrona, denn 1820 unterschrieb er einen Vertrag mit der britischen Marine und in den Folgejahren arbeitete er für mehrere Nationen bis er schließlich am Göta-Kanal mitbaute und Disponent bei der Mechanischen Werkstatt in Motala wurde. Als von Rosen in London war, arbeitete er, gemeinsam mit John Ericsson an der Perfektion von Propellern als Antriebsmittel, was wiederum dazu führte, dass von Rosen dann in Frankreich die ersten Schiffsturbinen für Fregatten baute bei denen die gesamte Maschinenanlage unterhalb der Wasserlinie lag.

Als Adolf Eugène von Rosen 1845 dann endgültig nach Schweden zurückkehrte, arbeitete er intensiv daran die Eisenbahn im Lande einzuführen und zu bauen. Acht Jahre lang arbeitete von Rosén daran die Allgemeinheit und die Behörden von den Vorteilen einer Eisenbahnlinie zu überzeugen, die in Schweden als unsinnig betrachtet wurde. Als von Rosen dann jedoch die Genehmigung erhielt in ganz Schweden die Eisenbahn aufzubauen, waren die Gelder selbst  für die erste staatliche Linie verbraucht. Die Ehre die erste Eisenbahnlinie Schwedens, die Västra Stambanan, zu bauen fiel daher erst auf Nils Ericson und der wahre Pionier wurde dadurch nahezu vergessen.


31. Dezember 1732: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
31. Dezember 1858: Die Tageszeitung Göteborgs-Posten, kurz GP genannt
31. Dezember 1865: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
31. Dezember 1928: Gunnar Kieri, der historische Autor des Tornedalen
31. Dezember 1936: Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist
31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder
31. Dezember 1987: TV3, der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 16. Dezember 2014

Die Västra Stambanan zwischen Göteborg und Stockholm

Als die schwedische Regierung im Jahre 1853 entschied auch in Schweden die wichtigsten Orte per Eisenbahn zu verbinden, war es nur logisch auch an eine Linie zwischen Göteborg und Stockholm zu denken, eine Linie, die unter dem Namen Västra Stambanan bekannt ist. Bereits 1955 erhielt dann Nils Ericson den Auftrag für den Bau der gesamten schwedischen Eisenbahnlinien zu sorgen. Noch im gleichen Jahr richtete der Ingenieur dann ein Planungsbüro in Göteborg ein und beauftragte den Architekten Adolf W. Edelsvärd mit dem Bau der Bahnhöfe.

Die erste Teilstrecke von Göteborg bis Jonsered, das damals noch eine Bedeutung als Industrieort hatte und rund 15 Kilometer von Göteborg entfernt ist, verursachte kaum Probleme und konnte bereits am 1. Dezember 1856 eingeweiht werden. Die Probleme kamen dann jedoch zwischen Jonsered und Vårgårda, dem Ziel des ersten Teils der Strecke, denn Ericson wollte die Eisenbahn im Tal des Flusses Säveån und entlang mehrerer Seen laufen lassen, was sich als enorm aufwendig herausstellte, da der Untergrund dort überwiegend aus Lehm bestand. Ein Teil der Linie musste sogar noch im letzten Moment umgelegt werden.

Während an der Strecke zwischen Göteborg und Jonsered jeweils zwischen 700 und 2650 Streckenbauer arbeiteten, stieg die Menge der Arbeiter anschließend auf bis zu 7000 an. Auf Grund des hohen Aufwands und der Menge an Arbeitskräften konnte die Strecke von Göteborg nach Vårgarda dann jedoch im Dezember 1857 fertiggestellt werden und am 16. Dezember 1857 nahm man den regelmäßigen Eisenbahnverkehr zwischen den beiden Städten auf. Da man gleichzeitig auch von Stockholm aus die Strecke baute und für den Tunnelbau Strafgefangene einsetze, sollte die Gesamtstrecke zwischen Göteborg und Stockholm bereits 1860 fertig sein. Allerdings kann man die Eisenbahnfahrt jener Zeit nicht mit einer heutigen Reise vergleichen, denn es dauerte für die Dampfloks 14 Stunden um die Strecke zurückzulegen.


16. Dezember 1520: Hemming Gadh wird auf Schloss Raseborg hingerichtet
16. Dezember 1946: Benny Andersson, weitaus mehr als nur ein ABBA-Mitglied
16. Dezember 1997: Die schwedische Sängerin Zara Larsson
16. Dezember 2008: Erdbeben in der schwedischen Region Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland

Am 4. Februar 1972 entschied sich gewissermaßen das Schicksal von Gotlands Järnväg, die zwischen 1878 und 1960 das Bild Gotlands geprägt hatte, denn an diesem Tag wurde der Verein Föreningen Gotlandståget gegründet, der das Ziel hatte den Schienenverkehr auf der Insel wieder aufzunehmen, wenn auch in kleinerem Umfang und nur zu touristischen Zwecken, ein Unternehmen, das sehr viel Zeit, Arbeitskraft und hohe Investitionen benötigte, denn die Schienen mussten neu gelegt werden und die Restauration und der Unterhalt einer Dampflock einer Schmalspurbahn ist ebenfalls sehr aufwendig.

Die ersten Schritte des Vereins waren den früheren Bahnhof Hesselby auf dem zentralen Gotland zu übernehmen, eine Dampflock und einige Wagen zu restaurieren und Gleise für den ersten Kilometer zu legen. Der Enthusiasmus des Vereins machte es dann möglich, dass die erste Eisenbahn bereits zum 100. Jubiläum des Gotlands Järnvägs wieder rollen konnte. Am 8. Oktober 1978 wurden dann der Gotlands Hesselby Jernväg offiziell eingeweiht und ab dem folgenden Jahr konnte man während der Sommermonate kurze historische Reisen anbieten, die die Fahrgäste von der Vergangenheit der Insel träumen ließen.

In den Folgejahren konnte der Verein die Strecke ausbauen, weitere Bahnhöfe restaurieren und dank einer Subvention Europas in Höhe von 4,3 Millionen Kronen kann die Strecke zwischen Hesselby und Roma mit seiner Klosterruine bereits im Sommer 2015 geöffnet werden, eine Strecke von rund sechs Kilometern. Neben dem sommerlichen Eisenbahnverkehr, und zeitweise einem Weihnachtszug, bietet der Verein den Besuchern auch ein  Museum mit zahlreichen Dampf- und Diesellocks sowie zahlreichen historischen Waggons. Die älteste Dampflock des Vereins wurde bereits im Jahre 1878 gebaut, im Jahr, als die erste Eisenbahn auf Gotland in Betrieb genommen wurde.


8. Oktober 1878: Der schwedische Künstler Ivar Arosenius
8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones

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Donnerstag, 18. September 2014

Leonard Fredrik Rääf im Kampf gegen Neuerungen

Leonard Fredrik Rääf kam am 18. September 1786 auf Gut Tomestorp bei Kisa zur Welt und ist heute vor allem als Schriftsteller, Sammler von Volksweisen und Forscher der nordischen Vorzeit bekannt, obwohl Rääf als Mitglied des Reichstags und als Staatsrevisor auch politisch einen bedeutenden Einfluss hatte. Die vermutlich bekannteste Aussage Rääfs, die noch heute zitiert wird, erweckte bereits zu seiner Zeit ein gewisses Unwohlsein, da er behauptete, dass das ruhmreiche Schweden dabei sei im Sumpf der Demokratie zu versinken.

Da Leonard Fredrik Rääf der Regierungsbeauftrage und der oberste Richter im Småland war, bremste der Politiker zahlreiche Ideen und Vorschläge der Region. Mit seinem konservativen Denken setze er sich vehement gegen die allgemeine Schulpflicht ein, kämpfte gegen die Idee, dass Frauen das gleiche Erbrecht bekämen wie Männer und jede Art von Straferleichterungen war für Rääf ausgeschlossen, da Schweden nur durch Härte gesteuert werden konnte. Jede Reform war für den Politiker ein Schritt in den Untergang Schwedens. Auch die Eisenbahn, die  während seiner Zeit nach Schweden kam, war für den Politiker leldiglich ein unwürdiges Verkehrsmittel für die schwedische Bevölkerung.

Selbst das Begräbnis von Leonard Fredrik Rääf war noch von den Gedanken eines dominanten Schweden geprägt, denn erst wollte der Schriftsteller und Politiker in einem Berg begraben werden. Als man bei ersten Sprenungen jedoch entdeckte, dass dabei Wasser austrat, änderte Rääf seinen Wunsch und entschied sich für eine mehr historische Bestattung. Nach seinem Tod am 9. Juni 1872 wurde er daher am Lägern, einem See bestattet. Testamentarisch hatte er zudem bestimmt, dass über seinem Körper ein Grabhügel errichtet werden solle und in seinem Eisensarkophag auch wertvolle Gegenstände aus seinen Sammlungen liegen sollen.


18. September 1197: Petrus, der dritte Erzbischof Schwedens
18. September 1784: Georg Haupt, der Designer der gustavianischen Möbel
18. September 1872: Karl XV, König von Schweden
18. September 1905: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
18. September 1924: HSB und der schwedische Wohnungsmarkt
18. September 1928: Sigrid Kahle und die Welt des Islam
18. September 1961: Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende
18. September 2008: Bekämpfung der Dyskalkulie in Schweden

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Sonntag, 12. Januar 2014

Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman

Als Gustaf Nerman, ein Ingenieur für Straßen- und Wasserstraßenbau, am 12. Januar 1913 in Uppsala starb, ging er erstaunlicherweise mehr in die Literaturgeschichte Schwedens ein als in die Liste der herausragenden Ingenieure des Landes, obwohl Nerman kein Literat im herkömmlichen Stil war und seine Bücher kaum vom literarisch interessierten Schweden gelesen wurden.

Gustaf Nerman hatte sein Ausbildung an der Militärhochschule in Marieborg erworben und wurde auf diese Weise 1852 erst Leutnant und 1875 dann Major für den schwedischen Straßen- und Wasserstraßenbau, wobei er parallel dazu eine politische Karriere in Stockholm begann, die ihm zu bedeutenden Verbindungen verhalf. Als Ingenieur und Politiker verbrachte Nerman jedoch nur eine bedeutende Leistung, denn er kämpfte für die  Einführung der Normalspur für die schwedische Eisenbahn, da er bereits damals in der Schmalspur bedeutende Nachteile für den Güter- und Personentransport sah.

Dass Gustaf Nerman in die schwedische Geschichte einging, verdankt er jedoch seinen zahlreichen Schriften und Abhandlungen zu jeder Art von Verkehrsfragen, zu Baumethoden und hydrographischen Fragen. Nerman veröffentlichte zwischen 1895 und 1897 die dreibändige Geschichte des Göta Kanal, schrieb über die Zukunft der Gasbeleuchtung in Städten und zeichnet mit seinem Buch Stockholm 1950 eine Zukunftsvision der schwedischen Hauptstadt in der er die Entwicklung des Flugzeugbaus, der Elektrizität und der Kanalverbindungen voraussah, das einzige seiner Werke, das eine Mischung aus Science-Fiction und Ingenieurwissenschaft ist.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen in Schweden
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten 
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens 
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger 
12. Januar 1959: Die drei Karrieren des schwedischen Musikers Per Gessle 
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates 

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Montag, 21. Oktober 2013

Der schwedische Architekt Folke Zettervall

Als Folke Zettervall am 21. Oktober 1862 geboren wurde, so wurde ihm seine berufliche Zukunft nahezu in die Wiege gelegt, denn sein Vater war ein bekannter Architekt für den Bau von Kathedralen und wie selbstverständlich ging Zettervall nach dem Gymnasium erst auf die Tekniske Selskabs Skole in Kopenhagen, setzte sein Studium dort an der Kunstakademiets Arktiektskole fort und beendete seine Ausbildung mit einem Besuch der Kunstakademie in Stockholm, ebenfalls im Fachbereich Architektur. Ebenso selbstverständlich war für den Architekten dann bei seinem Vater zu arbeiten.

Als Folke Zettervall im Jahre 1890 vom Architekten Adolf Wilhelm Edelsvärd für das Architekturbüro der schwedischen Eisenbahn geworben wurde, baute Zettervall nur noch wenige Kirchen, sondern er folgte den Spuren Edelsvärds im Bau von Bahnhöfen. Insgesamt sollte der Architekt etwa 260 Bahnhöfe bauen, aber auch Wohnungen für das Personal, Stellwerke, Lager und andere Gebäude, die in Zusammenhang mit der Eisenbahn standen. Seine Fähigkeiten verhalfen ihm letztendlich auch dazu, dass ihn Edelsvärd zu seinem Nachfolger wählte und Zettervall ab 1898 der Chefarchitekt der Eisenbahngesellschaft wurde.

Die besondere Leistung von Folke Zettervall bestand vor allem darin, dass er sich bei seinen Gebäuden von Bauwerken in Deutschland, Frankreich und Italien beeinflussen ließ, diese jedoch der schwedischen Tradition anpasste. Eine weitere Besonderheit war, dass Zetterval vorausdachte und sämtliche Bahnhöfe bereits so baute, dass die Entwicklung der Orte in den kommenden 50 Jahren mit berücksichtigt wurde, sowohl vom Standort her als auch von ihrer Größe. Eine besondere Herausforderung jener Zeit war, dass jeder größere Bahnhof nach künstlerischen Aspekten geplant werden musste und keinem anderen existierenden Bahnhof ähneln sollte, wobei nicht zu vergessen ist, dass damals ein Bahnhof nicht nur drei verschiedene Wartehallen für die unterschiedlichen Reiseklassen haben musste, sondern auch eine Poststelle, Verkaufsstellen und vieles mehr, was man heute durch zahlreiche Umbauten leider meistens nicht mehr sehen kann. Folke Zettervall starb am 12. März 1955 im Alter von 92 Jahren.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden

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Mittwoch, 28. August 2013

Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

Als man 1996 die Botniabanan plante, so hatte man damit mehrere Ziele im Sinne, denn zum einen war wegen des stark ansteigenden Bedarfs eine neue Eisenbahnlinie in Nordschweden nötig, zum anderen wollte man entlang der Küste eine moderne Eisenbahn bauen und zum dritten wollte man damit den Einzugsbereich von Umeå vergrößern, denn in der Tat konnte man mit der Botniabanan die Reisezeit zwischen Örnsköldsvik und Umeå auf die Hälfte verkürzen, was heute ein Pendeln zwischen den beiden Städten ermöglicht.


Die erste Eisenbahnstrecke nach Nordschweden, die sogenannte Stambanan, wurde bereits zwischen 1863 und 1894 gebaut. Da die Planung jedoch nach militärisch strategischen Gesichtspunkten erfolgte, wurde die Linie nicht an der Küste verlegt. Da man diesen Nachteil sehr schnell erkannte, entstand 1927 dann nur eine Linie an der Küste, die zwischen Gävle und Härnösand verkehrte, aber die geplante Verlängerung nach Umeå blieb bis zu den 90er Jahren in einer ewigen Planungsphase, da die Finanzierung nicht gesichert war und auch die Notwendigkeit dieser Strecke nicht von allen politischen Gruppen eingesehen wurde.

Als die Botniabanan dann am 28. August 2010 eingeweiht wurde, hatte sie insgesamt, ohne die Zinsen zu rechnen, 15 Milliarden Kronen verschlungen, was nicht verwunderlich ist, da man für die 190 Kilometer lange einspurige Eisenbahnstrecke insgesamt 140 Brücken, 25 Kilometer Tunnel und 22 Ausweichstellen für die dort verkehrenden Eisenbahnen benötigte. Hinzu kommt, dass die Strecke bereits ausgebaut wurde, dass hier auch Züge mit 250 Kilometer die Stunde verkehren können und damit Stockholm und Umeå verkehrsmäßig sehr eng zusammenrückten.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm

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Mittwoch, 27. Februar 2013

Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

Als das staatliche Eissenwerk SSAB (Svenskt Stål aktiebolag) am 27. Februar 1981 in seinem Werk in Borlänge gleichzeitig vier Hochöfen schloss, war dies nahezu eine Katastrophe für die junge Stadt, denn die Zahl der Angestellten ging damit von über 6000 Angestellten auf unter 3000 zurück, was bei einer Stadt mit rund 40.000 Einwohnern, beziehungsweise etwa 10.000 Familien bedeutende Konsequenzen hatte und bald zu einem Rückgang der Einwohnerzahl führte.

Die gesamte Stadt Borlänge war im Grunde um die Eisenhütte entstanden, die Gustav Adolf Lundhqvist  dort im Jahre 1872 unter dem Namen Domnarvsforsen angelegt hatte, denn ab dieser Zeit entwickelte sich dort eine vielschichtige Industrie, zumal auch die Eisenbahnlinie von Falun nach Göteborg bald an der Hütte vorbeiführte und Borlänge daher zu einem zentralen Ort für die Verarbeitung von Eisenerz wurde. Der Aufschwung setzte bis zu den 70er Jahren und der großen Stahlkrise in Europa fort, denn 1978 musste die gesamte Anlage an SSAB verkauft werden.

Als SSAB die Domnarvsforsen aufkaufte, so war das erste Ziel wieder rentabel zu werden und alle Teile des Unternehmens stillzulegen, die auch in den kommenden Jahren nur Verluste einfahren würden. In Borlänge betraf es die vier Hochöfen, die nach dem Kaldo-Verfahren arbeiteten und daher enorme Energieschlucker waren. Im Laufe der Jahre legte SSAB dann jedoch die gesamte Stahlherstellung in Borlänge still und verlegte sich ganz auf die Herstellung von dünnen Blechen. Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen noch rund 2200 Personen in seinem Werk in Borlänge.


27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet

Copyright: Herbert Kårlin