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Dienstag, 2. April 2019

Der Politiker Jacob Magnus Sprengtporten

Jacob Magnus Sprentporten kam am 11. Dezember 1727 im heute finnischen Nyland als Sohn eines Majors zur Welt und schloss sich im Alter von zwölf Jahren der militärischen Abteilung zum Bau von Festungsanlagen an. Sprengtporten arbeitete sich bis zum Fähnrich der Leibgarde hoch bis er 1744 bei Bau der Verteidigungsanlagen und der militärischen Verteidigung Finnlands eingesetzt wurde. Im Jahr 1755 wurde Sprengtporten nicht nur zum Kapitän ernannt, sondern er wurde auch in das königliche Amt zur Planung von Festungen versetzt, wo er unter Augustin Ehrensvärd auch an der Festung Sveaborg arbeitete.

Während des preußisch-schwedischen Krieges in Pommern, der 1757 ausbrach, erhielt Jacob Magnus Sprengtporten eine eigene Einheit, die man als den ersten Jägerverband Schwedens bezeichnen kann, und brachte der schwedischen Krone einige Siege, was ihm den Ruf eines hervorragenden Strategen brachte. Nach dem Sieg wurde Sprentporten königlicher Berater in Verteidigungsfragen und 1766 wurde der Feldherr nicht nur zum Freiherren ernannt, sondern er wurde auch Teil der Festungskommission, die die Verteidigungsmöglichkeiten Finnlands ausarbeitete und letztendlich den Vorschlag Sprengtportens übernahm.

Im Jahr 1772 arbeitete Jacob Magnus Sprengtporten, der am 2. April 1786 in Stockholm starb, gemeinsam mit Gustav III. und Johan Christopher Toll einen Revolutionsplan aus um dem König mehr Macht zu garantieren. Sprengtporten begab sich in diesem Zusammenhang nach Finnland um von dort aus das Militär zur Revolution zu bewegen. Der Plan zeigte sich erfolgreich, auch wenn Sprengtporten mit seinen Soldaten Stockholm nicht mehr zum vorgesehenen Zeitpunkt erreichte und Gustav III. daher die Stadt bereits selbst in seine Hände gebracht hatte. Sprengtporten hatte mit diesem Schritt jedoch die volle Gunst des Königs gewonnen und konnte das Militär weitgehend seinen Ideen anpassen, bis der Widerstand der Offiziere so groß wurde, dass selbst Gustav III. reagieren musste und Sprengtporten sich schließlich in die Pension zurückziehen müsste.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1857: Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström 
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. April 2018

General Carl Nathanael af Klercker

Carl Nathanael af Klercker, vor der Erhebung in den Adelsstand nur Klerck, kam am 1. November 1734 in Kågeröd in Skåne (Schonen) als Sohn eines Priesters zur Welt. Im Jahr 1748 schrieb sich Klerck an der Universität Lund ein um dort Theologie zu studieren, ohne das Studium jedoch je abzuschließen, denn bereits 1751 meldete er sich freiwillig beim Militär um dort Karriere zu machen. Bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1757 hatte Klerck den Rang eines Kondukteurs erreicht und nur zwei Jahre später war er Adjutant des Oberbefehlshabers Augustin Ehrensvärd.

In den Folgejahren machte Carl Nathanael af Klercker eine schnelle Karriere in der Marine und erhielt 1776 einen der bedeutendsten Aufträge seiner Zeit. Af Klercker sollte die gesamte Geographie Finnlands untersuchen und einen Verteidigungsplan ausarbeiten. Nachdem er diese Arbeit ab 1780 allein durchführen musste, konnte der Oberleutnant erst 1805 seine Arbeiten abschließen und dabei auch ein bedeutendes Kartenmaterial präsentieren. In diesen Jahren gelang es af Klercker zudem die gesamte Flotte zu erneuert, so dass die Verteidigung vom Meer aus bereits ab 1790 so stark war wie nie zuvor.

Als im Jahr 1808 der Finnische Krieg ausbrach war Carl Nathanael af Klercker zwar bereits 73 Jahre alt, aber da Feldmarschall Mauritz Klingspor gerade vom Dienst freigestellt war, musste Generalleutnant af Klercker die gesamte Verteidigung Finnlands vorbereiten. Als  Klingspor dann im März an die Front zurückkehrte, verwarf er die Pläne af Klerckers, was letztendlich zum schwedischen Verlust führte. Als es jedoch ein Jahr später zum Friedensvertrag kam, musst diesen Carl Nathanael af Klercker, der am 18. Aril 1817 in Stockholm starb, unterzeichnen.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1873: Die Künstlerin Gisela Trapp
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. März 2018

Der Justizminister Axel Adlercreutz

Axel Adlercreutz kam am 2. März 1821 als Sohn eines Generalleutnants in Skara zur Welt und schrieb sich 1838 in der juristischen Fakultät der Universität Uppsala ein, um sich dort auf eine administrative Karriere vorzubereiten, die ihn im Laufe der Jahre vom Kanzleiangestellten im Kammerkollegium bis zum Präsidenten des Göta Landesgerichts führen sollte. Im Jahr 1868 ernannte Karl XV. Adlercreutz zum Zivilminister, da er unter der Regierung von Louis de Geer dringend einen treuen Königsdiener benötigte, der nicht sehr an Reformen des Systems interessiert war.

Als De Geer auf Grund seiner Politik von seinem Amt zurücktreten musste, ernannte der König Axel Adlercreutz zum Justitizminister, was dem heutigen Ministerpräsidenten entspricht. Dies ermöglichte dem König seine persönlichen politischen Ideen durchzusetzen, auch gegen den Willen des Staatsrates. Als Karl XV. 1871 während eines Reichstags die Verteidigungsfragen nach seinem Willen regeln wollte, hatte er, außer Adlercreutz, niemanden, der seine Ideen unterstützte, so das es zu keiner endgültigen Entscheidung kam. Als der König dann nur ein Jahr später starb, war es Adlercreutz, der während des Thronwechsels Schweden führte.

Erst 1873 kam es dann, unter Oscar II. zu einem Kompromiss in der Verteidigungsfrage, wobei es jedoch im Folgejahr erneut zu einer Spaltung in der Frage der Organisation der Verteidigung kam. Axel Adlercreutz war überzeugt die Richtung des Königs durchsetzen zu können und stellte daher im Kabinett die Vertrauensfrage. Dies zeigte sich jedoch als Fehler, denn die Folge davon war, dass Adlercreutz zurücktreten musste und De Geer erneut einen starken politischen Einfluss ausüben konnte. Der König ernannte Axel Adlercreutz, der am 20. Mai 1880 in Stockholm starb, nach seiner Niederlage im Kabinett, zum Ministerpräsidenten Skånes (Schonen).


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Das schwedische Sperrfeuer im Dezember 1944

Auch wenn der schwedischen Bevölkerung Ende Dezember 1944 bereits klar war dass der Krieg dem Ende entgegenging, so stürzte in der Nacht des 22. Dezember 1944 die Bevölkerung des südlichen Teil des Landes auf die Straßen oder in die Keller, mit der festen Überzeugung dass sich der Zweite Weltkrieg nun auch über Schweden erstreckte, denn in kürzester Zeit donnerten rund tausend Flugzeugen in sehr geringer Höhe über die Häuser und ließen dabei die Nacht noch dunkler erscheinen. Vor allem in Karlskrona wuchs die Angst noch dadurch da über der Ostsee auch Bomben abgeworfen wurden.

In der Tat handelte es sich bei den Flugzeugen jedoch im Maschinen der Alliierten, die Schweden als Leitlinie sahen um den Norden Deutschlands anzugreifen. In Halmstad betrachtete die Bevölkerung den Überflug mehr als Sensation, da man von dort aus sehen konnte wo das Ziel der Militärmaschinen lag. Erstaunlich fand man lediglich dass man am nächsten Morgen in der Zeitung lesen konnte dass eine große Menge an fremden Flugzeugen die Stadt in hoher Höhe überflogen habe. Auf Grund des starken Nebels waren die Bomber dort nämlich gezwungen auf etwa 100 Meter Höhe zu fliegen und bei vielen Maschinen deutlich zu sehen war um welche Luftwaffe es sich handelte, aber die Verteidigung, die Quelle der Zeitungen, schien davon nichts bemerkt zu haben.

In allen betroffenen Orten wurde auf Grund der unerwarteten „Invasion“ die Luftabwehr aktiv und feuerte ein Sperrfeuer unter die Maschinen der Alliierten um jedes Landen zu verhindern. Wirklich aktiv war die Luftabwehr vor allem in Göteborg, Halmstad, Malmö und Karlskrona, wobei das Artilleriefeuer immer wieder ausgesetzt werden musste, da die Flugzeuge so niedrig flogen dass das Risiko bestand sie abzuschießen, was verheerende Folgen mit sich bringen konnte. Als sich in den folgenden Monaten das Phänomen noch einige Male wiederholte, wurde zwar erneut die Luftabwehr aktiv, aber für die Bevölkerung war dies dann ein Zeichen dafür dass der Krieg dem Ende zuging.


22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum Verleger
22. Dezember 1854: Der schwedische Künstler Bengt Erland Fogelberg
22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1952: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
22. Dezember 1957: Der schwedisch Schwergewichtsboxer Anders Eklund
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Dezember 2016

Das Mehrzweckkampfflugzeug Saab 39 Gripen

Als in den 70er Jahren die Entwicklung des schwedischen Kampfflugzeugs Saab 37 Viggen abgeschlossen war, jedoch andere Länder keinerlei Interesse an diesem Flugzeug hatten, geriet der schwedische militärische Flugzeugbau in eine Krise, denn ein neues Fiasko konnte sich das Land kaum leisten. Um jedoch die Entlassung von 6000 Spezialisten zu verhindern, tauchte die Idee auf ein dennoch ein moderneres Kampfflugzeug zu entwickeln, das weitaus besser eingesetzt werden könne als die Viggen, jedoch auch viel billiger sein sollte, eine Maschine der Spitzenklasse mit der modernsten Technik. Das Ergebnis dieser Überlegung war, dass die schwedische Regierung sich 1983 dazu entschied erneut ein Kampfflugzeug zu finanzieren und schon ein Jahr später begann man am Prototyp Saab 91-1 Gripen zu bauen.

Ursprünglich war geplant dass der Prototyp JAS 39-1 bereits 1986 erstmals starten sollte, was sich jedoch auf Grund mehrerer technischen Probleme verzögerte, denn JAS sollte bedeuten dass die Maschine sowohl für die Jagd, den Angriff und die Aufklärung (Jakt, Attack, Spaning) eingesetzt werden sollte und über ein modernes Computersystem für die Steuerung verfügen sollte. Auf Grund der Verzögerung konnte der Testpilot Stig Holmström daher erst am 9. Dezember 1988 erstmals zu einem Probeflug starten. Obwohl Holmström den Flug 1000 Stunden lang am Simulator trainiert hatte, war seine Kritik nach dem Testflug deutlich: Der Computer reagiere viel zu sensibel um die Maschine sicher fliegen zu können.

Am 2. Februar 1989 zeigte sich dieses Problem erneut als der Prototyp der Saab 39 Gripen beim sechsten Probeflug in Schrott verwandelt wurde, der Pilot jedoch, wie durch ein Wunder, mit einem Armbruch davon kam. Beim Landeanflug kam es zu einem Kampf zwischen Piloten und Computersystem, den der Pilot verlieren musste, da der Computer jeden Befehl des Piloten innerhalb von Bruchteilen von Sekunden korrigieren wollte, wodurch der Pilot die Kontrolle über die Maschine verlor, was letztendlich mit einem Crash endete. Nach mehreren Anpassungen und der Entwicklung einer zweisitzigen Version für Nato-Einsätze entwickelte sich die Saab 39 Gripen dennoch zu einem Erfolgsmodell, das nun durch eine noch modernere Version ersetzt werden soll.


9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1910: Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1937: Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 11. Juli 2016

Das Verteidigungsmuseum auf Gotland

Am 11. Juli 2009 wurde in Tingstäde, das etwa 20 Kilometer von Visby entfernt liegt, das Verteidigungsmuseum Gotlands eingeweiht, ein Museum, das zum Netzwerk der staatlichen verteidigungshistorischen Museen gehört und die gesamt Geschichte der schwedischen Verteidigung von der Frühzeit bis heute erklärt und dabei geschichtliche Ausstellung und die Präsentation von kriegstechnischen Geräten und Fahrzeugen mischt um eine möglichst breite Gruppe an Personen anzuziehen. Heute empfängt das Gotlands Försvarsmuseum in Tingstäde rund 10.000 Besucher pro Jahr, etwa die Hälfte der Besucher, die die Festungsanlagen in Boden besuchen.

Das Verteidigungsmuseum auf Gotland wurde in der Festung Tingstäde eingerichtet, die noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt wurde und die wichtigste Verteidigungsanlage im Ostseeraum war. Noch heute kann man bei einem Besuch der Anlage sehen wie die Soldaten jener Zeit untergebracht waren und auf welche Weise sie Schweden verteidigen wollten. Das daneben liegende Kriegskrankenhaus Lärbo wurde gebaut als der Zweite Weltkrieg ausbrach und war um diese Zeit das modernste Kriegskrankenhaus Schwedens. Ein Jahr bevor das Krankenhaus im Jahre 1946 eingestellt wurde, zeigten sich hier auch die Gräueltaten Hitlers, denn hier kamen 500 Personen an, die die deutschen Konzentrationslager überlebt hatten, wobei jedoch 45 unter ihnen nicht überlebten und im dortigen Friedhof begraben liegen.

Das Verteidigungsmuseum Gotlands besteht im Grunde aus drei verschiedenen Museen, nämlich dem Kriegskrankenhaus, der Festung als solches und dem Museumsteil, in dem man, unter anderem, auch die Geschichte der russischen Okkupation Gotlands im Jahre 1809 und die Geschichte Gotlands während des Ersten Weltkriegs genauer entdecken kann. Da Gotland in der Verteidigung Schwedens schon immer eine besondere Position einnahm, verbindet sich im Museum auch die Verteidigungsgeschichte des Heeres, der Marine und der Luftwaffe, was, auf Grund der russischen Bedrohung, auch heute wieder zu einem aktuellen Thema Schwedens wird.


11. Juli 1709: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
11. Juli 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juli 1927: Dénis Lindbohm und die Science Fiction Bewegung in Schweden
11. Juli 1942: Der Untergang der M/S Luleå
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist, ein Kämpfer für die Freiheit
11. Juli 1979: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 10. September 2015

Die Lottabewegung in Schweden

Am 10. September 1924 gründete Tyra Wadner nach finnischem Vorbild den schwedischen Lottaverband (Svenska Lottakåren) im Rahmen der damaligen Landwehrbewegung. Die Idee dabei war Frauen für die Verteidigungsfragen und Sicherheitsfragen Schwedens zu mobilisieren. Wadner, die Frau eines Offiziers, hatte festgestellt, dass die Landwehr Schwedens aus Geldmangel ihre Übungen oft nicht durchführen konnten und begann daher in ganz Schweden Frauen davon zu überzeugen Geld für die Landwehr zu sammeln. Der Zustrom an Frauen war enorm und schon bald konnten der Lottaverband der Landwehr mehr Geld zur Verfügung stellen als die damalige Regierung.

Der zweite Schritt der Lottabewegung war natürlich, dass Frauen auch aktiv in der Landwehr wurden, wenn ursprünglich auch festgelegt worden war, dass der Lottenverband nur in Friedenszeiten eingesetzt werde. Was sich jedoch mit der Kriegsgefahr ab 1936 änderte , denn in diesem Jahr wurde festgelegt, dass der Frauenverband sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten eingesetzt werden solle. Als dann der Zweite Weltkrieg ausbrach, zeigte sich schnell, dass sich viele Frauen aktiv für die Verteidigung Schwedens einsetzen wollten, denn noch während der Kriegsjahre stieg die Anzahl der Mitglieder des Lottakåren auf über 110.000 Frauen an, die um diese zeit nicht mehr von der Landwehr wegzudenken waren.

Die Aufgaben des Lottaverbands änderten sich erneut mit dem Kalten Krieg, der die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei Blöcke spaltete, denn die Ausbildungen der Lotten glich nun mehr und mehr jenen der Verteidigung, was auch dazu führte, dass der Lottakåren ab dieser Zeit ein fester Teil der schwedischen Verteidigung wurde. Mit Ende der östlichen Bedrohung und der internationalen Arbeit der Verteidigung sank das Interesse der schwedischen Frauen am Lottakåren bedeutend und die aktivste Gruppe ging fest zum Militärdienst über. Heute besteht der Lottaverband nur noch aus etwa 5000 Frauen jeden Alters, die über ganz Schweden verteilt sind.


10. September 1380: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
10. September 1797: Der schwedische Chemiker Carl Gustaf Mosander
10. September 1821: August Jahnke, der Gründer der Allmänna Sångföreningen
10. September 1866: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
10. September 1892: Anders Anderson, ein Arzt als schwedischer Skalde
10. September 1942: Otto von Friesen und die Runenlehre Schwedens
10. September 1970: Die schwedische Sängerin Anna Book
10. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 7. November 2014

Christian Lundeberg wird Ministerpräsident Schwedens

Als Christian Lundeberg am 10. November 1911 im Alter von 69 Jahren starb, gehörte er zur Reihe der Personen, die einst die höchste politische Position des Landes erreicht hatten, auch wenn er nur knappe vier Monate lang der Ministerpräsident des Landes war, bevor er am 7. November 1905 zurücktrat und das Amt an Karl Staaff weitergeben musste. Lundeberg gehörte zu jenen Führern des Landes, die gewohnt waren zu regieren und er war, als einer der bedeutendsten Industriellen im Raume Gävles, vor allem gewohnt zu entscheiden und seinen Willen durchzusetzen.

Christian Lundeberg gehörte bereits bevor er Ministerpräsident wurde zu den bedeutendsten politischen Personen des Landes, die die schwedische Verteidigung ab Ende des 19. Jahrhunderts als grundlegend betrachteten. Unter seinem Einfluss wurde die Festung in Boden gebaut, die Seeverteidigung ausgedehnt und er entwickelte ein schlagkräftiges Heer, das durch lange Waffenübungen immer auf den Ernstfall vorbereitet war. Nahezu logisch ist daher auch, dass Lundeberg Norwegen jede Selbständigkeit absprach und, wie jeder konservative Politiker des Landes, die Union zwischen Schweden und Norwegen als natürlich betrachtete.

Die Ernennung von Christian Lundeberg zum Ministerpräsidenten beruhte mit Sicherheit auf seiner extrem konservativen Einstellung. Der Politiker sah das Volk als unfähig zu einer politischen Mitbestimmung an und er wollte selbst eine Vetorecht der Ersten Kammer bei neuen Gesetzen durchführen, da nur die Elite des Landes entscheiden kann was gut für das Land und das Volk sei. In diesem Rahmen muss man auch sehen, dass Lundeberg vermutlich der einzige Ministerpräsident Schwedens jener Zeit war bei dessen Entscheidungen der König nicht mitwirkte. Erstmals unter seiner Regierung wurde auch ein Vertreter des Bauernstandes zum Staatsrat ernannt, ein liberaler Gutsbesitzer, der es ermöglichte eventuelle Widersacher der Regierung Lundeberg zu besänftigen und eine Öffnung der Politik zur ländlichen Schicht zu zeigen.


7. November 1852: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident
7. November 1893: Das Karlstads Theater, genannt Wermland Opera
7. November 1929: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
7. November 1935: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
7. November 1938: Der Tag des Kladdkaka in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Mai 2014

Das Küstenpanzerschiff HMS Sverige

Als die HMS Sverige am 3. Mai 1915 von den Götaverken in Göteborg zu Wasser gelassen wurde, hatte die Werft das bis dahin größte und schwerste Kriegsschiff Schwedens gebaut und das einzige Kriegsschiff, das aus privaten Spenden finanziert worden war, da die Regierung um diese Zeit keine Kriegsgefahr sah und in ihren Augen der Bau eines Küstenpanzerschiffes nicht dringend war. Auch für die Werft in Göteborg war der Bau der HMS Sverige eine Herausforderung, da man dort noch nie ein so großes Schiff hergestellt hatte, das zudem eine neue Bautechnik erforderte.

Natürlich war die HMS Sverige nach dem Stapellauf noch nicht einsatzfähig, sondern sie wurde an einem eigens dafür angelegten Pier erst mit den Panzerplatten versehen, und das Panzerschiff erhielt dort die Turbinen, das Waffensystem. Auch alle anderen schweren Teile konnten nicht in der Halle montiert werden, sonder mussten am Kai hinzugefügt werden. Die Kanonenrohre waren sogar so schwer, dass ein einzelner Kran sie nicht heben konnte und diese also mit Hilfe von zwei Kränen montiert werden mussten.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs musste die HMS Sverige für eventuelle Kriegseinsätze auf der Werft in Karlskrona aufgerüstet werden. Das Küstenpanzerschiff ging von Kohle auf Öl über, erhielt mehr Waffen, konnte jedoch nicht vollständig umgebaut werden, da das Schiff ab dem 9. April 1940 mit den anderen Kriegsfahrzeugen die schwedische Küste bewachen musste. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die HMS Sverige jedoch bald ausgedient, denn am 11. August 1947 wurde auf ihr die Flagge der schwedischen Marine zum letzten Mal gehisst, am 30. Januar 1953 wurde sie endgültig ausrangiert und 1958 an die Werft in Landskrona zur Verschrottung verkauft.


3. Mai 1737: Berndt Johan Hastfer, ein schwedischer Verräter
3. Mai 1826: Karl XV., König von Schweden
3. Mai 1839: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
3. Mai 1867: Birger Mörner, vom Diplomat zum Reiseschriftsteller
3. Mai 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention
3. Mai 1982: Lisa Johansson, Künstlerin und Schriftstellerin
3. Mai 2001: Die schwedische Wikipedia entsteht

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. August 2012

Der letzte Reichstag in Örebro

Auch wenn man heute grundsätzlich davon ausgeht, dass alle politischen Entscheidungen Schwedens in Stockholm gefällt werden, so war Stockholm in der Geschichte bei weitem nicht immer das politische Machtzentrum des Landes. Allerdings muss man bis zum 18. August 1812 zurückgehen, wenn man den letzten Reichstag außerhalb der Hauptstadt sucht, denn der Reichstag, der an diesem Tag in Örebro endete, war der letzte außerhalb Stockholms.

Dabei war der Reichstag in Örebro zwischen dem 13. April und dem 18. August 1812 von größter Bedeutung, nachdem Schweden erst drei Jahren vorher Finnland an Russland abgeben musste und sich nun ein neuer Krieg zwischen Frankreich und Russland anbahnte in den Schweden verstrickt werden konnte. Eine der wichtigsten Fragen war daher die Wehrbereitschaft zu erhöhen, die Einberufung aller junger Männer vorzubereiten und die Steuern zu erhöhen, damit die Kosten für die Verteidigung bezahlt werden konnte. So nebenbei wurde bei diesem Reichstag auch noch die Pressefreiheit eingeschränkt.

Der Reichstag in Örebro wurde in der dortigen Nikolaikirche abgehalten, wobei sich zu dieser Gelegenheit auch der Kronprinz Karl Johan erstmals mit einer Rede an den Reichsrat wendete. Geleitet wurde der Reichstag von Karl XIII., der zu dieser Gelegenheit im Schloss in Örebro wohnte. An diesem Reichstag nahmen, außer dem König, die Vertreter von drei Ständen teil, nämlich jener des Adels, die kirchlichen Würdenträger und die Vertreter der Bauernschicht. Im Rahmen dieses Reichstags in Örebro kam es auch zum Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien, sowie jenem zwischen Großbritannien und Russland.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. Juli 2012

Die erste Frau bei der schwedischen Luftwaffe

Am 21. Juli 1980 trat die erste Frau Schwedens ihren Dienst bei der schwedischen Luftwaffe in der Upplands Flygflottilj F16 an, was die Folge der vorjährigen Parlamentsentscheidung war, die die Gleichberechtigung der Frauen ausdehnen sollte. Diese Entscheidungsfindung dauerte fünf Jahre ohne dass jedoch 1980 die Frauen tatsächlich zum Wehrdienst zugelassen wurden, denn zum einen war ihnen nur die Luftwaffe offen und zum anderen nur ein Dienst, der jede Kampfhandlung ausschloss, auch wenn jede Bewerberin bereits bei der Musterung beweisen musste, dass sie in jedem Punkt die gleiche Leistung bringen kann wie ein Mann.

Nach weiteren neun Jahren wurde das Gesetz dann erweitert und Frauen durften sich auch zu anderen Einheiten bewerben. Allerdings war jede Bewerbung an ein wichtiges Detail geknüpft, denn zwischen 1989 und 1994 mussten die Bewerberinnen unterschreiben, dass sie sich zum Offizier ausbilden wollten, was damit gleichgesetzt wurde, dass sie von kriegerischen Handlungen ausgeschlossen waren und für den Bürodienst und die Planung vorgesehen waren. Die Ausreden der Verteidigung, die ohnehin gegen jedes Einstellen von Frauen war und nur politisch zur Öffnung des Militärdienstes gezwungen war, waren auf dem niedrigsten Niveau zu finden.

Da die Bestimmungen von 1989 bald als überholt betrachtet wurde, wurden diese 1994 erneut geändert und ein Jahr später durften sich schwedische Frauen zu jeder Art von Militärdienst bewerben, auch ohne die Offizierslaufbahn ergreifen zu wollen und mit der Entscheidung des Parlaments im Jahre 2004 wurden sie den Männern letztendlich vollkommen gleichgestellt, wobei man in diesem Jahr auch von der Invasionsverteidigung auf eine Einsatzverteidigung überging und eine militärische Zusammenarbeit mit den Nachbarländern entschlossen wurde. 2011 wurde dann die Militärpflicht abgeschafft und eine berufliche Verteidigung geschaffen zu der Frauen gleichberechtigt zugelassen sind.


21. Juli 1878: Das Segelschiff Vega und die Entdeckung der Nordostpassage
21. Juli 1959: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. April 2012

Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt

Auch wenn man bei Straßenbahnen immer an die Stromleitungen denkt, oder, wenn man einen Ausflug in die Geschichte macht, an die Straßenbahnwaggons, die von Pferden gezogen wurden, so gab es in Stockholm auch eine Straßenbahn besonderer Art. Am 14. April 1924 wurde nämlich zwischen Karlaplan und Frihamnen eine Straßenbahn in Betrieb genommen, die Benzin benötigte. Ursache war, dass die schwedische Verteidigung im Stadtteil Gärdet keine Hochspannungsleitungen zuließ, da man das Gelände für eventuelle Militärflüge benutzen wollte.

Bereits am 1. März 1929 wurde dann die Linie 19 eingestellt und der Wagen aus dem Verkehr gezogen. Nur ein Jahr später wurde die Nummer 19 dann für die Örbybanan, eine elektrifizierte Linie benutzt, die von Slussen nach Örby verkehrte, verwendet, wobei jedoch auch diese Linie nur kurzlebig war und am 1. Oktober 1950 zu Gunsten der U-Bahn (Tunnelbanan) eingestellt wurde.

Heute verfügt Stockholm nur noch über vier Straßenbahnlinien und eine touristische Museumslinie, die im Sommer von historischen Straßenbahnen benutzt wird. Nachdem man seit 1950 in Stockholm das Straßenbahnsystem möglichst abschaffen wollte, begann man ab 2008, unter dem Namen „Spårväg City“ wieder über den Ausbau des Netzes zu sprechen, wobei allerdings der geplante Baubeginn einer Linie nach Fruängen und Älvsjö vorerst auf unbegrenzte Zeit aufgeschoben wurde.

14. April 1927: Der erste Volvo läuft vom Band
14. April 1984: Marianne Aminoff, der unbekannte Filmstar

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Februar 2012

Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige

Am 6. Februar 1914 versammelten sich 32.000 schwedische Konservative in Stockholm um den König in seiner Forderung nach einer stärkeren Verteidigung des Landes zu stützen. Im königlichen Hof versicherte der Organisator der Demonstration, Uno Nyberg, Gustav V. seine Unterstützung und warnte vor den negativen politischen Kräften der Regierung, die Schweden mit dem Wunsch einer Abrüstung in große Gefahr brächten. Zahlreiche Demonstranten kamen in ihren Nationaltrachten um ihre Einstellung zu Schweden zum Ausdruck zu bringen, was heute noch beim Königshaus und den Sverigedemokraterna bei bedeutenden Anlässen der Fall ist.

Nominell hatte der König Schwedens bis 1975 das Recht sich in alle Angelegenheiten der Regierung einzumischen und selbst Änderungen zu verlangen. Allerdings kam es am 6. Februar 1914 letztmals zu dieser Auseinandersetzung, die nicht nur König und Regierung in eine zweifelhafte Situation gebracht hatten, sondern auch Bauern und Arbeiter, da die Bauern den König unterstützten und die Arbeiter die bestehende Regierung unter Karl Staaff.

Obwohl am 8. Februar 1914 dann die Arbeiter Schwedens eine Gegendemonstration in Stockholm veranstalteten und mit 50.000 Teilnehmern der Regierung die Unterstützung versicherten, konnte diese sich nicht gegen die Macht des Königshauses durchsetzen und musste am 17. Februar, nur wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, aufgelöst werden. Da diese Situation ganz Schweden in eine schwere Regierungskrise (Borggårdskrisen) versetzte, versicherte Gustav V. anschliessend sich nicht mehr aktiv in die Regierungsgeschäfte einzumischen.

6. Februar 1993: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. November 2011

Die Skansen Kronan in Göteborg

Am 23. November 1904 wurde die Skansen Kronan, ein Teil der frühen Befestigungsanlage Göteborgs, ein militärhistorisches Museum mit Waffen und Uniformen, das die militärische Geschichte der Stadt dokumentieren sollte. Aus finanziellen Gründen wurde das Museum jedoch im Jahre 2004 geschlossen und die gesamte Sammlung wurde im Göteborger Stadtmuseum eingelagert, wo sie heute noch, versteckt von den Besuchern, vor sich hinschlummert. Anschließend wurde der Turm Skansen Kronan als Ganzes für die Öffentlichkeit geschlossen und in eine Konferenzanlage mit Restaurant umgewandelt, der nur in seiner Gesamtheit gemietet werden kann.


Der Verteidigungsturm Skansen Kronan wurde zwischen 1687 und 1689 auf einer Anhöhe gebaut von der aus man einen weiten Blick über die Ebene hatte und ersetzte damit einen Wall auf der Anhöhe, der seit 1641 als ausgelagerte Befestigung der Stadt galt. Noch bevor die Skansen Kronan erbaut wurde, wurden hinter dem Erdwallen bereits Kanonen installiert, die den Feind, der aus Dänemark erwartet wurde, zumindest vorübergehend aufhalten sollte. Seit 1935 steht der gesamte Turm mit seinem Nebengebäude unter Denkmalschutz.

Die Skansen Kronan besteht aus einem achteckigen Turm dessen Mauern sieben Meter dick sind, wobei der erste Stock mit Kanonen bestückt war und der vierte Stock für Soldaten mit Feuerwaffen vorgesehen war. Die restlichen Etagen waren als Lager und Wohnräume vorgesehen. Auf der Spitze des Daches wurde 1697 eine mit Gold verkleidete Holzkrone errichtet, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erneuert werden musste und in der heute 14 Personen Platz finden können. Von der Skansen Kronan aus ging ein unterirdischer Gang bis zur Kaserne im Zentrum Göteborgs, der heute teilweise noch intakt ist und zu wenigen Gelegenheiten auch besucht werden kann.

23. November 1833: Hausangestellte auf dem Lande in Schweden
23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson 

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Sonntag, 29. Mai 2011

Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden

Am 29. Mai 1940 entschied das schwedische Parlament über die Einführung der Hemvärnet (Heimwehr), die nicht an den Grenzen des Landes aktiv werden, sondern für den Schutz des Hinterlandes und der Zivilbefölkerung zuständig sein sollte. Der Aufbau dieser Heimwehr wurde dem schwedischen Oberst Gustaf Petri erteilt, der dann bis 1947 auch der Chef der Hemvärnet blieb.

Der Grund für die Einrichtung einer Hemvärnet, die im Aufbau der staatlichen militärischen Organisation entspricht, war die Angst vor einem deutschen Überfall und die Tatsache, dass es nicht genügend Soldaten in Schweden gab, die Grenzen und Hinterland gleichzeitig schützen konnten. Der Hemvärnet konnten sich dagegen sowohl Personen über 47 anschließen, die nicht mehr für den Militärdienst geeignet waren und Jugendliche, die noch zu jung für eine Einberufung waren. Innerhalb kürzester Zeit schlossen sich in Schweden 90.000 Personen dieser paramilitärischen Organisation an um das Land gegen deutsche Angriffe zu verteidigen.

Während des Kalten Krieges erreichte die schwedische Hemvärnet mit 120.000 Freiwilligen ihren Höhepunkt, wobei sie jedoch noch bis Mitte der 90er Jahre ihre Waffen ausschließlich vom schwedischen Militär vererbt bekamen. Gegenwärtig versucht man die Hemvärnet, die mittlerweile über eigene Waffen und selbst eine eigene Marineeinheit verfügt und über 22.000 Freiwillige in 40 Bataillons verfügt, vor allem noch aufrecht zu halten. Die Ausbildung der Hemvärnet entspricht in großen Zügen der militärischen Grundausbildung der Armee.

29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck 

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