Sonntag, 6. Oktober 2013

Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius

Anders Jahan Retzius gilt als einer der letzten konservativen Naturwissenschaftler seiner Zeit, der zwar als einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts galt und zu den gebildetsten Menschen der Epoche gehörte, durch sein konservatives Denken jedoch jede moderne Strömung ablehnte und damit auch den Aufbruch der Naturwissenschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts verpasste. Diese konservative Denkweise wird oft damit in Verbindung gebracht, dass man unter seinen Vorfahren zahlreiche geadelte Priester findet, auch wenn sein Vater bereits als Provinzarzt arbeitete.

Auch wenn Anders Jahan Retzius schon als Kind auf eine wissenschaftliche Karriere vorbereitet wurde, so musste er mit dem Tod seines Vaters im Jahre 1757 erst einige Hürden überwinden. Statt unmittelbar mit seinem Studium in Lund beginnen zu können, musste Retzius erst bei einem Verwandten in der dortigen Apotheke arbeiten bevor er sich 1758 an der Universität einschreiben konnte. Auch wenn der Wissenschaftler dort Chemie und Philosophie studierte, wurde er dann 1767 Dozent für Naturwissenschaften, wenn auch unbezahlt, wie zu jener Zeit üblich.

Da Anders Jahan Retzius jedoch über sehr wenig Kapital verfügte, sah er er sich gezwungen bereits ein Jahr später nach Stockholm zu gehen, wo er beim Bergskollegium zu arbeiten begann und seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer und Buchautor verdiente. Sein bedeutendstes Auftragswerk wurde 1769 sein pharmazeutisches Kompendium. Zwei Jahre später kehrte Retzius zurück nach Lund um eine Stelle als Adjunkt in Naturwissenschaften anzunehmen und die Physiographische Gesellschaft zu gründen. Retzius widmete sich dann bis 1812 der wissenschaftlichen Arbeit und schenkte 1805 seine gesamte persönliche naturwissenschaftliche Sammlung mit rund 1700 Teilen der Universität Lund. Als Anders Jahan Retzius dann am 6. Oktober 1821 im Alter von 79 Jahren starb, galt er er das größte Wohltäter der Universität. Heute findet man in Erinnerung an den Wissenschaftler seine Bronzebüste auf dem Universitätsplatz in Lund.


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Copyright: Herbert Kårlin

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