Dienstag, 19. Mai 2015

Die Entwicklung der schwedischen Reederei Nordstjernan

Wenn man heute in Schweden von der Nordstjernan AB spricht, so denken viele unmittelbar an eine der reichsten Familien des Landes, den Baukonzern NCC und das gigantische Investmentunternehmen, dessen Umfang man kaum fassen kann. Aber kaum jemand denkt daran wie dieses Mammutunternehmen ursprünglich entstand, auch wenn man immer wieder über die Bezeichnung stößt „gegründet im Jahre 1890“, also zu einer Zeit, in der man kaum an Baukonzerne und Investmentfirmen dachte, und noch weniger daran, dass später einmal zwei Frauen die Weichen des Unternehmens stellen könnten.

Den Grundstock für die Nordstjernan AB legte Axel Johnson, der sehr früh mit Aktien zu spekulieren begann und dabei an ein ansehnliches Vermögen kam. Mit diesem Kapital fuhr Johnson 1885 nach Hamburg und ersteigerte dort das Lastfahrzeug S/S Annie Therese um bereits am 19. Mai 1890, mit einem einzigen Schiff, eine Reederei zu gründen. Seine Idee zeigte sich als Goldgrube, denn er importierte für die Eisenhütten Schwedens Steinkohle und Koks und exportierte gleichzeitig Eisenerz. Da Johnson gleichzeitig die Aktienmehrheit bei mehreren Eisenhütten hatte, konnte er durch seine Unabhängigkeit von anderen Transporteuren in kurzer Zeit enorme Gewinne erwirtschaften und noch im gleichen Jahrzehnt weitere Schiffe für seine Reederei erwerben.

Wahrend dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts andere schwedische Reedereien, auf Grund der Auswanderungswelle, auf Passagierfahrzeuge setzten, setzte die Nordstjernan AB auf Export und Import aus Südamerika und es entstand die Johnson Line. Der Handel blühte und schon 1912 begann sein Sohn die Hochseedampfer gegen motorgetriebene Lastschiffe auszutauschen, die er ab 1919 auch in schwedischen Werften bauen ließ. Noch Anfang der 60er Jahre expandierte die Reederei Nordstjernan in immer größeren Masse und Familie Johnson verfügte über ein internationales Firmengeflecht, das jedoch mit der einbrechenden Krise der 70er Jahre vollkommen neu gestaltet werden musste. Die Familie Johnson verkaufte einen Großteil der Unternehmen und schuf in den 80er Jahren eine Aktiengesellschaft und wechselte auch den Geschäftszweig. Noch vor der Jahrtausendwende war es dem Unternehmen dann gelungen zum marktführenden Bauunternehmen Schwedens zu werden.


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Copyright: Herbert Kårlin

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