Freitag, 20. November 2015

Der Pilz (Svampen) am Stureplan in Stockholm

In Schweden gibt es zwei Bauwerke, die als Svampen (der Pilz) bezeichnet werden und nahezu als Kulturgut betrachtet werden, zum einen der Wasserturm in Örebro, zum anderen der Svampen am Stureplan in Stockholm, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der schwedischen Hauptstadt. Die Geschichte dieses Pilzes, der sich zu einem der bekanntesten Treffpunkte Stockholms entwickelte, geht bis zum Jahr 1937 zurück, auch wenn der Betonpilz, der am 20. November 1937 eingeweiht wurde, 1988 dem steigenden Verkehr vorübergehend zum Opfer fiel.


Der ursprüngliche Svampen am Stureplan wurde vom Architekten Holger Blom, der auch an der Planung des Verkehrsknotenpunkts Slussen beteiligt war, gezeichnet und sollte vor allem als Regenschutz für die Passagiere der Busse und Straßenbahnen dienen, die dort ihre Haltestelle hatten. So nebenbei wurde im 3,29 Meter hohen Betongebilde auch ein Kiosk eingerichtet, das heute so wenig existiert wie die zahlreichen Telefonzellen am späteren Svampen. Als Schweden 1967 auf den Rechtsverkehr überging und gleichzeitig die Straßenbahnen eingestellt wurden, verlor der Pilz seine Anziehungskraft für einige Jahre und 1988 entschied sich Stockholm das Gebilde ganz abzureißen um den Autoverkehr zu verbessern.

Obwohl der Svampen bei seiner Einweihung im Jahre 1937 sehr viele Kritiker hatte und vom Architekten Ragnar Östberg sogar als Betonklumpen bezeichnet wurde, entstand beim Abriss im Jahre 1988 eine Bürgeraufstand, denn die Stockholmer wollten nun ihren Pilz behalten. Die Stadtverwaltung gab schließlich nach und baute, allerdings um einige Meter verschoben, den Pilz wieder nach den ursprünglichen Plänen auf, was sicher auch dazu beitrug, dass der Svampen heute der bekannteste Bau Holger Blums ist. Weltberühmt wurde der Svampen schließlich kurz vor Weihnachten 2011, als Stockholm nicht nur seine neue Weihnachtsbeleuchtung einweihte, sondern auf dem Pilz eine Reklame für den amerikanischen Film Alvin and the Chipmunks enthüllt wurde.


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Copyright: Herbert Kårlin

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