Posts mit dem Label Adolf Fredrik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Adolf Fredrik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 15. März 2018

Der königliche Leibarzt Abraham Bäck

Abraham Bäck kam Mitte Oktober 1713 als Sohn eines Kaufmanns in Söderhamn zur Welt. Da sein Vater jedoch bereits 1720 starb, wurde er von der Großmutter mütterlicherseits erzogen, bis seine Mutter einige Jahre später einen wohlhabenden Mann heiratete. Dies erlaubte Bäck ab 1740 an der Universität Uppsala Medizin zu studieren. Nachdem Bäck dann zehn Jahre später Doktor in Medizin geworden war, unternahm er eine fünfjährige Studienreise, die ihn, unter anderem, auch an die Universität Leiden, nach Paris und nach Leipzig führte. Bereits in diesen Jahren wurde Bäck auch in die Akademie der Wissenschaften gewählt.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden versuchte Abraham Bäck Professor an der Universität Lund zu werden, wurde jedoch abgelehnt. Der Mediziner öffnete daher eine eigene Praxis in Stockholm und wurde 1749 zum königlichen Leibarzt ernannt. Diese Funktion hatte der Mediziner unter den Königen Fredrik I., Adolf Fredrik und Gustav III., sowie dessen Gemahlin Sofia Magdalena. Dass Bäck so lange im königlichen Dienst war, dürfte damit zusammenhängen, dass er zum einen sehr treffende Diagnosen stellte, zum anderen auch eine Behandlung eher zu früh als zu spät begann. Diese Informationen, inklusive der Krankheitsgeschichten kann man den Aufzeichnungen Bäcks entnehmen, der bestrebt war jede Kleinigkeit einer Beobachtung festzuhalten.

Die größte medizinische Leistung von Abraham Bäck, der am 15. März 1795 in Stockholm starb, war indes mit seinem Amt an der Wissenschaftsakademie verbunden, denn hier hatte er die Möglichkeit die gesamte medizinische Entwicklung zu beeinflussen und seine Erfahrungen im Ausland anzuwenden. Bäck setzte sich vor allem dafür ein ein Krankenhaus zu schaffen mit dem er mehrere Ziele auf einmal vereinen konnte. Zum einen konnten dort Chirurgen und Ärzte zusammenarbeiten, was bis dahin undenkbar war, zum anderen vereinfachte ein Krankenhaus auch die Ausbildung von Ärzten auf Grund der Erfahrungen, die die Studenten dort sammeln konnten. Mit Hilfe seines Freundes Carl von Linné legte Bäck zusätzlich einen Garten mit Medizinalpflanzen an, so dass sich Medikamente in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses befanden.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1794: Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Juni 2016

Das U-Bootmuseum in Karlskrona

Während das Marinmuseum in Karlskrona gewissermaßen bis zum Jahre 1752 zurückreicht, als König Adolf Fredrik entschied in Schweden gebaute Schiffe als Modell in einem Gebäude in Karlskrona unterzubringen, so wurde das U-Boot-Museum, das über eine eigene Halle im Anschluss an das Marinmuseum verfügt, erst am 4. Juni 2014 eingeweiht und zwei Tage später für die Allgemeinheit geöffnet, mit einer Attraktion, die der Vasa in Stockholm sehr nahe kommt, auch wenn sich weitaus weniger Personen für ein U-Boot interessieren wie für ein legendäres Kriegsschiff, das 1628 auf der Jungfernfahrt unterging.

Die Basis des U-Boot-Museums sind die bei beiden U-Boote HMS Neptun und die HMS Hajen, wobei es sich bei der Hajen um das erste U-Boot handelt, das je in Schweden gebaut wurde, und das seit 1922 nicht mehr benutzt wird. Im Gegensatz zur HMS Hajen, die in Stockholm gebaut wurde, so wurde der vordere und der hintere Teil der HMS Neptun in der Werft in Karlskrona gebaut und lediglich der Mittelteil kommt aus der Werft in Malmö. Die Neptun, die auch als Spionageboot eingesetzt wurde, war 18 Jahre lang im Dienst und wurde 1998 ausrangiert, glücklicherweise jedoch nicht verschrottet.

Der zweite Teil des U-Boot-Museums besteht aus einer Ausstellung, die eine über 100 Jahre lange Geschichte schwedischer U-Boote erzählt und in ein Milieu führt, das früher nur sehr wenigen Personen zugänglich war, da alles, was mit den U-Booten der schwedischen Marine zu tun hatte, streng geheim gehalten wurde und erst seit wenigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein Erlebnis ist natürlich auch der Besuch des Inneren eines U-Boots in dem die Technik und die Motoren mehr Platz zur Verfügung haben als die Besatzung.


4. Juni 1845: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit
4. Juni 1971: Der schwedische Sänger Peter Jöback
4. Juni 2015: Der schwedische Fahrradweg Kattegattleden 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. November 2015

Die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks Kyrka) in Stockholm

Dort wo man heute in Stockholm die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks kyrka) findet, befand sich ursprünglich ein alter Friedhof auf dem 1674 eine Holzkapelle errichtet wurde, die dem Heiligen Olav gewidmet war. Nicht einmal 100 Jahre später erhielt dann der Architekt Carl Fredrik Adelcrantz den Auftrag an dieser Stelle eine neue Kirche zu bauen. Den ersten Stein für dieses Gebäude setzte der Auftraggeber, König Adolf Fredrik (Adolf Friedrich) im Jahre 1768 persönlich. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren konnte dann die Adolf Fredriks kyrka am 28. November 1773 von Bischof Daniel Herweghr offiziell eingeweiht werden, wobei sie nach dem in der Zwischenzeit verstorbenen König benannt wurde.


Um den Gläubigen auch während der Bauzeit der Adolf-Friedrich-Kirche den Gottesdienst zu ermöglichen, wurde die Holzkapelle so lange wie möglich im Inneren des Neubaus erhalten, was auch in jener Zeit sehr ungewöhnlich war. Von außen hat die Kirche seit der Einweihung kaum eine Veränderung erlebt, was man jedoch vom Inneren nicht behaupten kann, denn heute findet man nur noch den Altar und die Kanzel aus der Gründungszeit, auch wenn der Innenraum mit seinen zahlreichen Kunstwerken immer noch eine Glanzstellung innerhalb der Kirchen Stockholms einnimmt.

Auch wenn für viele Besucher der Adolf Fredriks kyrka der Friedhof der wichtigste Anziehungspunkt scheint, da hier Olof Palme, Hjalmar Branting, Johan Tobias Sergel und zahlreiche andere bedeutende Persönlichkeiten Schwedens begraben liegen, so findet man auch im Innenren der Kirche einzigartige Werke, denn das Altarbild wurde von Johan Tobias Sergel skulptiert und das Taufbecken ist geradezu ein einzigartiges Kristallkunstwerk, das der Glasdesigner Liss Eriksson der Glashütte Orrefors geschaffen hat und durch seine aufstrebende Struktur überzeugt.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1927: Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark 
28. November 1935: Der schwedische Künstler Georg Pauli
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 18. September 2015

Georg Haupt, der Designer der gustavianischen Möbel

Bei seinem Tod am 18. September 1784 gehörte Georg Haupt zu den bekanntesten Möbelherstellern Schwedens, dessen Werke in den bedeutendsten Häusern Stockholms und auch dem königlichen Schloss zu finden waren. Auf Grund dieses Ruhm gehörte er allerdings auch zu den Möbeldesignern dessen Werke am meisten kopiert wurden, auch wen die Kopierer nie so weit gingen auch seine Signatur anzubringen. Als 1989 ein Schreibtisch des Möbeldesigners bei Bukowski verkauft wurde, so belief sich die Endsumme dafür auf über 12 Millionen Kronen und gehört bis heute zu einer der teuersten Antiquitäten Schwedens.

Georg Haupt war am 10. August 1741 in Stockholm als Sohn eines Tischlers zur Welt gekommen, wobei der Vater jedoch bereits starb als der Junge drei Jahre alt war. Mit 13 begann Haupt eine Lehre als Schreiner bei Johan Conrad Eckstein bei dem er bis zu seiner Gesellenwanderung nach London und Paris im Jahre 1759 arbeitete. In Frankreich kam Haupt, der ursprünglich im Rokokostil ausgebildet war, mit der klassischen Strömung in Berührung, was dazu führte, dass der Möbelschreiner mehr und mehr auf den Klassizismus überging. Im Jahre 1770 wurde ihm dann auch das Recht erteilt ein eigenes Unternehmen in Stockholm zu gründen und der Tischler gründete eine kleine Werkstatt. Innerhalb nur 14 Jahren gelang es dann Haupt seinen persönlichen Stil zu schaffen und dabei den gustavianischen Stil in Schweden einzuführen und durchzusetzen.

Obwohl Georg Haupt vor allem für seine Schreibtische berühmt wurde, so stellte er jede Art von Möbeln her, wobei sich der Kunstschreiner insbesondere durch seine hohe Qualität auszeichnete und sehr aufwendige Intarsienarbeiten verwirklichte. Seine bedeutendsten Auftraggeber waren indes König Adolf Fredrik und Gustav III., wobei seine Wiege für den späteren König Gustav IV. Adolf heute in der Livrustkammaren in Stockholm zu sehen ist. Andere bedeutende Werke Georg Haupts stehen im Nationalmuseum in Stockholm und Helsinki, aber noch mehr seiner Kunstwerke sind Teil der königlichen Sammlung und befinden sich zum Teil im Königlichen Schloss in Stockholm, können also nicht besichtigt werden.


18. September 1197: Petrus, der dritte Erzbischof Schwedens
18. September 1786: Leonard Fredrik Rääf im Kampf gegen Neuerungen
18. September 1872: Karl XV., König von Schweden
18. September 1905: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
18. September 1910: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
18. September 1924: HSB und der schwedische Wohnungsmarkt
18. September 1928: Sigrid Kahle und die Welt des Islam
18. September 1961: Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende
18. September 2008: Bekämpfung der Dyskalkulie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 29. April 2015

Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere

Als Lorens Pasch der Jünger am 29. April 1805 im Alter von 71 Jahren starb, hatte er in seiner Aufgabe als Professor und Direktor der Kunstakademie die Kunstentwicklung Schwedens, insbesondere der schwedischen Porträtmalerei, über Jahrzehnte hinweg deutlich geprägt, vielleicht weniger durch seine eigene Werke, jedoch durch seine Tätigkeit als anerkannter Lehrer und die Tatsache, dass ihn das Königshaus regelmäßig mit Portraits beauftragte. Pasch hinterließ bei seinem Tod über 250 Gemälde, die teilweise jedoch auch von seiner Schwester Ulrika Pasch bearbeitet oder fertiggestellt waren.

Lorens Pasch der Jüngere war am 6. Juni 1733 zur Welt gekommen und wurde ab den jüngsten Jahren von seinem Vater, der ebenfalls Künstler war, in der Malerei unterrichtet. Dennoch entschloss sich der Jugendliche dann erst die Laufbahn eines Priesters einzuschlagen. Pasch änderte seine Entscheidung jedoch sehr bald und ab 1752 studierte er bei Carl Gustaf Pilos in Kopenhagen Malerei. Sechs Jahre lang blieb der Künstler bei Pilos, der ihn nicht nur kostenlos unterrichtete, sondern ihm, ohne jede Bezahlung, auch Unterkunft und Nahrung bot. Nach diesen sechs Jahren bezahlte ihm sein Vater eine Studienreise nach Paris, wo Pasch weitere sieben Jahre an der Kunstakademie verbrachte. Nach einem Umweg über Deutschland und Holland kehrte der Künstler schließlich 1766 zurück nach Stockholm.

Zurück in der Heimat wurde Lorens Pasch dann von Jean Erik Rehn König Adolf Fredrik vorgestellt, der den Künstler unmittelbar mit seinem Portrait beauftragte, was Pasch jedoch nicht nur Rehn verdankte, sondern auch der Tatsache, dass sein ausgezeichneter Ruf als Porträtmaler weitaus früher in Stockholm angekommen war als der Künstler selbst. Die Ausführung dieses Gemäldes führte dazu, dass sich immer mehr Adelige an Pasch wandten und vom ihm porträtiert zu werden, zudem erlaubte ihm dies auch seinen Zugang zur Akademie.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. September 2014

Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker

Carl Gustaf Tessin wurde am 5. September 1695 als Sohn des Schlossarchitekten Nicodemus Tessin in Stockholm geboren und konnte mit Unterstützung von Karl XII. und Königin Eleonora von Holstein-Gottorp eine ausgedehnte Studienreise durch Frankreich, Italien und Deutschland machen bevor er 1718 als Hofintendant nach Stockholm gerufen wurde. Ab 1723 begann dann die politische Karriere Tessins, die von Auseinandersetzungen mit Arvid Horn, politischen Intrigen und der Arbeit auf beiden Seiten der damaligen politischen Macht geprägt war. Nur auf Grund seiner diplomatischen Geschicklichkeit gelang es Tessin dennoch seinen Einfluss am Königshaus zu behalten.

Aber auch wenn sich Carl Gustaf Tessin als ausgezeichneter Diplomat zeigte, so fehlte ihm oft das politische Gefühl, was sich insbesondere während seines Aufenthalts in Paris zwischen 1739 und 1742 zeigte, als er sich in Künstlerkreisen und Salons am wohlsten fühlte, denn nur der Ausbruch des Thronfolgerkrieges in Österreich führte dazu, dass Frankreich den schwedischen Krieg gegen Russland unterstützte und Tessin damit vor dem Untergang rettete. Als es dem Diplomaten Tessin dann ein Jahr später, nach der Wahl von Adolf Fredrik zum König Schwedens, gelang einen Krieg mit Dänemark zu vermeiden, und er nur wenige Monate im Auftrag des Königs dessen zukünftige Ehefrau Lovisa Ulrika von Preußen aus Berlin geholt hatte, hatte er als Günstling des königlichen Paares als oberster Marschall und Kanzleipräsident die Spitze seiner Karriere erreicht.

Bereits ein Jahr später zeigten sich dann die ersten Probleme zwischen dem Königspaar und Carl Gustaf Tessin und 1752 hatte er nahezu alle Ämter verloren, wurde jedoch mit einer lebenslangen Pension und dem Nutzungsrecht des Läckö kungsgård (Gut Läckö) betraut. Der Abstieg Tessins ab dem Jahre 1746 zeigte sich auch an permanenten finanziellen Schwierigkeiten des Politikers, die sich für die Nachwelt vermutlich sehr positiv auswirkten, denn Tesssin, der ab seinem Aufenthalt in Frankreich eine enorme Kunstsammlung erworben hatte, musste die verschiedenen Einzelsammlungen Stück für Stück verkaufen, was dann den Grundstock für das Nationalmuseum in Stockholm ausmachte. Kurz vor seinem Tod am 7. Januar 1770 konnte sich Tessin mit dem Königshof versöhnen, aber er starb noch bevor er einige seiner früheren Privilegien zurückerhalten hatte.


5. September 1816: Axel Gabriel Silverstolpe, ein literarischer Revolutionär
5. September 1860: Die Stadtbibliothek in Helsingborg wird gegründet
5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
5. September 1987: Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere
5. September 1995: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän
5. September 2001: Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. August 2014

Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens

Als Lars von Engeström am 19. August 1826 auf seinem Gut im polnischen Jankowice starb, hatte er eine der turbulentesten Karrieren am schwedischen Hof hinter sich und hatte eine für seine Zeit erstaunlich hohe Pension. Engeström war am 24. Dezember 1751 als Sohn eines Bischofs in Lund geboren worden und begann nach seinem Studium an der Universität Lund unter König Adolf Fredrik im Reichsarchiv zu arbeiten, was ihn jedoch nach zwölf Jahren zu langweilen schien, denn 1782 ging er zum diplomatischen Dienst über der mit zahlreichen Reisen verbunden war.

Noch 1782 wurde Lars von Engeström als Diplomat nach Wien geschickt von wo aus er fünf Jahre später nach Polen gesandt wurde um dort dafür zu sorgen, dass Polen während des Russischen Krieges auf schwedischer Seite blieb. Engeström war deshalb für diese Aufgabe gewählt worden, weil er als Freimaurer bedeutende Verbündete in Polen hatte. Die Grenze seiner Möglichkeiten zeigte sich lediglich als er 1790 erreichen wollte, dass Gustav III. zum König Polens gewählt wird. Im selben Jahr als Gustav III. in der Oper ermordet wurde, kehrte Engeström zurück nach Schweden um dort unter der Vormundschaftsregierung von Gustav IV. Adolf Hofkanzler zu werden, was ihm jedoch die Feindschaft von Gustav Adolf Reuterholm brachte, der es auch erreichte, dass der Diplomat 1793 nach London geschickt wurde um dort die Interessen Schwedens zu vertreten.

Bereits 1795 wurde Lars von Engeström dann jedoch wieder als Minister nach Österreich geschickt, durfte das Land jedoch nicht betreten, da er sich vorher kurz in Paris aufgehalten hatte, der Stadt der Revolution. Bis 1809 wurde es dann sehr ruhig um Engeström, der sich in dieser Zeit vor allem auf seinem polnischen Gut aufhielt. 1809 holte ihn jedoch Karl XIII. zurück an den schwedischen Hof, ernannte ihn zum Kanzleipräsident und verlieh ihm den neu geschaffenen Titel utrikesstatsminister, also den Titel eines Außenministers. Als Gegner von Karl XIV. Johan und nach einigen Intrigen wurde Engeström jedoch 1824 zum Rücktritt gezwungen, nur zwei Jahre vor seinem Tod.


19. August 1252: Die zweifelhafte Gründung von Stockholm
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen 
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren 
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. Juni 2014

Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses

Als Nils Adam Bielke am 20. Juni 1792 starb, hatte er seinen gesamten Einfluss am königlichen Hofe verloren, war von Feinden umgeben und galt dennoch immer noch als einer der treuesten Diener von König Gustav III., auch wenn man dies auf einen blinden Autoritätsglauben und die Leibe Bielkes zum höfischen Leben zurückführt, da der ehemalige Reichsrat fast nie eine eigene Meinung vertrat und die wenigen Male als er sich gegen die Kriegsführung aussprach, kein Gehör fand.

Dabei brachte Nils Adam Bielke, der am 30. Januar 1724 zur Welt gekommen war, alle Voraussetzungen mit um einer der bedeutendsten Politiker des 18. Jahrhunderts zu werden, denn da seine Mutter starb als er gerade einmal drei Jahre alt war, wurde er von der sehr reichen Großmutter Kristina Piper erzogen und erhielt eine selbst für jene Zeit extrem gute Ausbildung, denn Bielke besuchte sieben Jahre lang die Universität Lund, ein Jahr lang die Universität Uppsala und anschließend noch zwei Jahre lang die Universität Greifwalds, was ihm letztendlich auch zu einer Anstellung am Hof verhalf.

Nach einigen politischen Intrigen zu Ungunsten von Nils Adam Bielke wurde dieser im Jahre 1748 endgültig beim Hofe beschäftigt und, auf Grund seines hervorragenden höfischen Benehmens und seiner Bildung zum ständigen Begleiter des Prinzen Gustav ernannt. Dass Bielke diese Aufgabe anvertraut bekam, lag jedoch auch darin, dass er in jeder Linie die Politik des Königshauses verfolgte und daher ein idealer Fürsprecher der Hutpartei war. Auch wenn Bielke ein enger Vertrauter Adolf Fredriks und Gustav III. war und daher immer sehr früh in deren Pläne eingeweiht war und deren Politik nach Außen vertrat, ging der Reichsrat mit keinen eigenen Leistungen in die Geschichte ein.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1818: Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 5. April 2014

Axel von Fersen der Ältere in der Opposition

Axel von Fersen der Ältere kam am 5. Spril 1719 in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn, allerdings nicht in Schweden, sondern in Frankreich, einem Land, in dem er sehr schnell Karriere machte. Als von Fersen im Alter von 29 Jahren als französischer Generalmajor nach Schweden zurückkehrte, fehlte es ihm nicht an Bescheidenheit und er forderte von Kronprinz Adolf Fredrik den gleichen Rang im schwedischen Heer, ein Unterfangen, das der Kronprinz ablehnte da dies sehr grosse Spannungen mit anderen militärischen Führern verursacht hätte.

Womit Kronprinz Adolf Fredrik allerdings nicht gerechnet hatte, war die Tatsache, dass die Ratsherren Axel von Fersen in seinem Vorhaben unterstützten, da dort zum einen der Vater von Fersens einen bedeutenden Einfluss hatte und zum anderen wollte der Rat der Hutpartei, also der Opposition, eine grössere Rolle bieten, der Partei, der auch Axel von Fersen der Ältere angehörte. Durch eine Intrige erhielt von Fersen daher seinen Rang, was jedoch der Beginn eines internen Kampfes zwischen dem Militär und dem Kronprinzen wurde, obwohl von Fersen bei den Auseinandersetzungen zwischen den Parteien Mützen und Hüten eher als Vermittler diente und damit auch den König und den Kronprinzen stützte.

Axel von Fersen der Ältere wurde ab 1755 der Führer der Hüte und entschied damit zum Teil über die Entwicklung der schwedischen Politik jener Epoche, wobei er durch Verbindungen und Intrigen auch den Fortschritt der Hofpartei Mützen teilweise bremsen konnte. Als dann Gustav III. König Schwedens wurde, kam es zum Bruch zwischen Monarchie und Axel von Fersen, da letzterer gegen das uneingeschränkte Machtstreben des Königs war. Nach dem Staatsstreich Gustav III. im Jahre 1772 wollte der König indes seinen politischen Gegner indirekt ausschalten und ernannte von Fersen zum Reichsrat. Bereits nach wenigen Monaten erkannte von Fersen jedoch die Falle und trat zurück um verstärkt gegen das Machtstreben des Königs vorzugehen. Im Jahre 1789 war dem König klar geworden, dass er seine Macht nur ausdehenen konnte wenn er die Spitze der Opposition, darunter von Fersen, festnehmen liess. Auch wenn die Politiker bald wieder entlassen wurden, so war die Karriere von Fersens damit jedoch beendet. Am 24. April 1794, nur wenige Jahre später, starb der Oppositionsführer in Stockholm.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache 
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand 
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens 
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Januar 2014

König Gustav III. will die Macht nicht teilen

Gustav III. wurde nach dem Julianischen Kalender am 13. Januar 1746 im Wrangelska Palast in Stockholm geboren (entspricht heute dem 24. Januar) und gehört zu den meist diskutierten Königen Schwedens, nicht zuletzt deswegen, weil er 1772 durch einen Staatsstreich die gesamte Macht über das Land übernahm und dabei nicht nur die Regierung absetzte und dem Adel die Macht nahm, sondern dabei auch die erste schwedische Partei zwangsweise auflöste und später einen unbeliebten Krieg gegen Russland begann.

König Gustav III., der auch als der Theaterkönig bekannt wurde, gilt als einer der gebildetsten und kulturinteressiertesten Könige Schwedens, der lediglich das Problem hatte sich als unfehlbar zu betrachten, was sich auch dadurch ausdrückte, dass er sich als König von Gottes Gnaden betrachtete. Der dem französischen Königshaus nahestehende Gustav III. begann sehr früh aktiv die Politik Schwedens zu beeinflussen und nahm mit Sicherheit bereits mit 20 Jahren an allen bedeutenden Verhandlungen teil und war daher beim Tod des Vaters Adolf Fredrik am 12. Februar 1771 sehr gut auf seine neue Rolle vorbereitet.

Obwohl sich Gustav III. bereits mit seinem Staatsstreich unzählige mächtige Feinde gemacht hatte, brach der Kampf des Adelstandes gegen den König erst mit dem Russischen Krieg zwischen 1788 und 1790 richtig aus, ein Widerstand, der im Winter 1791/1792 zu den Mordplänen am König führte und mit seinem Mord während des Maskenballs am 16. März 1792 endete. Der König starb am 29. März 1792 an seinen Verletzungen. Da Gustav III., unter anderem, die Svenska Akademien gründete und zahlreiche andere kulturelle Einrichtungen auf ihn zurückführen, gehört er zur Gruppe der schwedischen Könige, die indirekt bis heute in Schweden ihren Einfluss ausüben.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröfentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Juni 2013

König Karl XIII. von Schweden

Auch wenn Karl XIII. nicht der direkte Thronfolger des Königs Adolf Fredrik war, so wurde er nach der Ermordung seines Bruders und nach der Landesverweisung dessen Sohnes am 29. Juni 1809 dennoch in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und war vorher bereits 85 Tage lang der Reichsvorstand des Landes gewesen. Im Jahre 1814 wurde Karl XIII., unter dem Namen Karl II., auch zusätzlich König von Norwegen. Der König behielt beide Kronen bis zu seinem Tod am 5. Februar 1818.

Karl XIII. war im Grunde jedoch nur ein vorübergehender Notkönig, der zudem gezwungen wurde den dänischen Prinzen Kristian August zu adoptieren und damit zum Nachfolger zu machen. Als Kristian August 1810 an einem Schlaganfall starb, sprach man sofort von Giftmord, was unter anderem zum Mord an Axel von Fersen führte und Karl XIII. dazu zwang, unter Empfehlung von Kaiser Napoleon I., einen anderen Nachfolger zu bestimmen. Karl XIII. musste daher den Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte (später Karl XIV. Johan) adoptieren, den ersten Bernadotte der heutigen Königslinie.

Während Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, bereits vor der Adoption von Jean Baptiste Bernadotte nur sehr wenig Macht hatte, so übernahm sein Adoptivsohn bereits ab 1812 sämtliche Amtsgeschäfte und der König war in seinem Land nur noch eine Marionette. Da Karl Johan im Jahre 1814 Norwegen zu einer Union mit Schweden gezwungen hatte, was Karl XIII. offiziell auf den norwegischen Thron brachte, hatte der zukünftige König von Beginn an eine sehr starke Position in Schweden und ihm wurde sogar verziehen, dass er Finnland nicht wieder aus den russischen Fängen befreit hatte.


29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. Januar 2013

Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz

Am 30. Januar 1716 wurde Carl Fredrik Adelcrantz in Stockholm geboren. Bereits mit 24 Jahren erhielt er, nach einer vierjährigen Studienreise, den ersten Auftrag in der Bauaufsicht der Stockholmer Schlösser und zwei Jahre später war er stellvertretender Schlossarchitekt unter Carl Hårleman und begann seine ersten Zeichnungen anzufertigen. Parallel dazu war Adelcrantz noch Hofjunker bei Adolf Fredrik und Lovisa Ulrika, was im Prinzip bereits eine hervorragende Karriere garantierte.

Als daher Hårleman im Jahre 1753 verstarb, wurde der junge Carl Fredrik Adelcrantz zum offiziellen Hofarchitekten ernannt. Seine erste bedeutende Arbeit war im Jahre 1763 der Bau des chinesischen Schlosses (Kina slott) auf Drottningholm, das heute mit in das Kulturerbe der Unesco eingeht. Ab dieser Epoche wurde Adelcrantz von Gustav III. mit dem Bau aller bedeutenden Gebäude beauftragt, so dass man bei allen königlichen Bauten, die zwischen 1763 und 1783 entstanden den sehr deutlichen Stil „Gustav III.“ von Adelcrantz erkennen kann.

Der Architekt Carl Fredrik Adelcrantz zeichnete die Adolf Fredriks Kyrka, das Drottningsholmsteatern und das Gustavianska operahuset in Stockholm, die Tyska Kyrka in Göteborg, aber auch sein eigenes Wohnhaus, den Adelcrantzka palatset, der heute das Finansdepartementet der Regierung beherbergt. Trotz seiner Bedeutung als Architekt, starb Adelcrantz arm und wurde das Opfer von politischen Machenschaften, deren Technik er nicht beherrschte und nicht verstand.


30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. August 2012

Lovisa, ein adeliger Vorname Schwedens

Seit dem 25. August 1750 findet man am 25. August den Namenstag Lovisa in den schwedischen Kalendern, die verschwedischte Form des französischen weiblichen Vornamens Louise, der wiederum eine Ableitung von Ludvig ist. Erstmals bekannt geworden wurde der Vorname Lovisa in Schweden im 17. Jahrhundert, wenige Jahre nachdem Adolf Fredrik von Schweden Lovisa Ulrika von Preußen geheiratet hatte. Die Koseform von Lovisa, einem Namen, der in Schweden immer noch sehr geläufig ist, ist oft Lova.

Dass Lovisa im Jahre 1750 als Namenstag in den Kalendern des Landes auftauchte, hat natürlich mit der vorgenannten Ehe zu tun, denn der Kronprinz Adolf Fredrik heiratete Lovisa Ulrika von Preußen im August des Jahres 1744 in Berlin. Hier beginnt dann jedoch ein kleines Problem, denn die Ehe fand nach dem Julianischen Kalender, der damals noch in Schweden galt, am 18. August statt, nach dem Gregorianischen Kalender, der 1753 eingeführt wurde, jedoch am 29. August. Wie man daher beim Namenstag Lovisa auf den 25. August kam, ist unbekannt, denn es gibt kein wichtiges Ereignis, das man an diesem Tag mit Lovisa Ulrika in Verbindung bringen kann.

Lovisa Ulrika von Preußen war von 1751 bis 1771 durch die Ehe mit Adolf Fredrik die Königin Schwedens. Als es darum ging, ob Lovisa Ulrika oder ihre Schwester Amalie den schwedischen König heiraten sollte, sah der gemeinsame Bruder Amalie für besser geeignet, da er Lovisa Ulrika als eine hochmütige, aufbrausende Intrigantin bezeichnete. Aber auch wenn Lovisa Ulrika das oberflächliche Vergnügungsleben am schwedischen Hof suchte und auch an so mancher Intrige beteiligt war, so war die Meinung des Bruder mehr darin zu suchen, dass er Amalie als bessere Diplomatin im Sinne des preußischen Hauses sah.


25. August 1955: Die Bibliothekstantieme (Biblioteksersättning) in Schweden
25. August 1956: Anders Franzén findet das Kriegsschiff Vasa 

Copyright: Herbert Kårlin 

Samstag, 17. März 2012

Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer

Nachdem Axel Wrede Sparre gegen 1731 in Paris bei den Freimaurern aufgenommen worden war und dort auch die drei ersten Grade des Ordens verliehen bekommen hatte, gründete er am 17. März 1735 eine Freimaurerloge in Schweden, die die ersten Jahre nach ihm benannt war und seine Zusammenkünfte im Stenbockska Palast in Stockholm hatte. Bei der ersten Sitzung wurde allerdings nur Carl Gustav Tessin, der Schwager Sparres in die Loge aufgenommen und erhielt dabei auch die ersten beiden Grade.

Der Svenska Frimurare Orden (SFMO) ist der älteste Orden Schwedens, der noch heute aktiv ist und gegenwärtig über mehr als 15.000 Mitglieder verfügt. Auch wenn der schwedische Orden die gleichen Ziele hat wie alle Orden, so wird sie nach einem eigenen schwedischen System gesteuert. Seit sich 1753 der schwedische König Adolf Fredrik als höchster Führer aller schwedischer Freimaurerlogen erklärte, nimmt der jeweilige König des Landes immer eine besondere Rolle innerhalb der SFMO ein. Auch der gegenwärtige König Carl XVI. Gustav ist der höchste Beschützer aller schwedischer Logen. Als Frau wird Victoria diese Rolle nicht als Mitglied einnehmen können.

Mitglied der schwedischen Freimaurern kann auch heute noch nur ein Mann werden, der den christlichen Glauben pflegt und nicht vorbestraft ist. Während man bei den Mitgliedern stark auf die ersten beiden Punkte wacht, werden bei Vorstrafen mittlerweile immer häufiger Ausnahmen zugelassen, was den Freimaurern immer wieder eine starke Kritik einbringt. Über die internen Riten der Freimaurer herrscht absolutes Schweigen, wobei während der Treffen jedoch nicht über Politik und Wirtschaft geredet werden darf. Der Orden der Freimaurer ist heute in rund 100 Orten Schwedens aktiv. Das Mitgliederregister ist, im Gegensatz zu den Riten, öffentlich.

17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 12. Februar 2012

Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung

Am 12. Februar 1771 starb der schwedische König Adolf Fredrik an einem Schlaganfall im Stockholmer Schloss, der nach Aufzeichnungen von Johan Gabriel Oxenstierna auf eine Lebensmittelvergiftung oder zu viel und zu fettes Essen zurückzuführen sein soll. Der König hatte kurz vor seinem Tode Hummer, Kaviar, Bückling, Fleisch, Kohl und anderes mehr gegessen, bevor er die Mahlzeit noch mit „hetvägg“, also Semlor, abschloss. Nur kurz nach diesem ausschweifenden Essen starb Adolf Fredrik einen, nach Oxenstierna, nicht sehr rühmlichen Tod.

Adolf Fredriks Nachfolger, Gustav III., verweilte zum Zeitpunkt des Todes in Paris, wo er vom Leben am Hofe, der Oper und dem Theater profitierte. Erst einen Monat nach dem Verscheiden von Adolf Fredrik erhielt er während eines Opernbesuches die Todesnachricht, woraufhin er unmittelbar nach Schweden zurückkehrte und ein Jahr später durch einen Staatsstreich der Freiheitszeit Schwedens ein Ende setzte und die absolute Macht über das Land übernahm.

Auch wenn Adolf Fredrik selbst nur durch Intrigen an die Macht kam, so spielte er als König nur eine sehr geringe Rolle für die Geschichte Schwedens, da er sich nicht nur von seiner Frau, Lovisa Ulrika von Preussen, massiv beeinflussen ließ, sondern auch ein Spielball der verschiedenen Parteien war und es nie verstanden hatte ein so großes Reich wie Schweden zu regieren. Während seiner Regierungszeit wurde Schweden eher von den Wünschen der Nachbarländer beeinflusst als dem Willen des Königs.

12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. November 2011

König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht

Am 26. November 1751 wurde Adolf Fredrik in der Storkyrkan in Stockholm zum schwedischen König gekrönt, ein Herrscher dessen Geburtstag Anfang Mai 1710 liegt, aber mit drei verschiedenen Tagen angegeben wird. Adolf Fredrik kam ausschließlich auf Druck der russischen Zarin Elisabeth an die Macht, da Russland hoffte mit Adolf Fredrik seinen Einfluss in Schweden stärken zu können und mit dem neuen König einen zuverlässigen Partner zu finden, was sich später jedoch als Irrtum herausstellte.

Im Jahre 1744 verheiratete sich Adolf Fredrik, ebenfalls mit russischen Einfluss mit Lovisa Ulrika von Preußen, der Schwester Friedrich des Großen. Auch wenn Adolf Fredrik offiziell der Herrscher Schwedens war, so entschied nicht er, sondern Lovisa Ulrika über die zu führende Politik, nicht zuletzt auch, weil sie weitaus intelligenter und welterfahrener war als ihr Mann. Ihr Ziel war aus Schweden eine totalitäre Monarchie zu schaffen, weshalb sie auch, durch Bestechungen im Reichstag, die Bande zu Russland kappte und den König dazu brachte ein Bündnis mit Frankreich und Preußen einzugehen.

Die Intrigen und das Machtstreben der Königin führten, nach anfänglichen Erfolgen, jedoch dazu dass der König Adolf Fredrik vom Adel nahezu entmachtet wurde und von einem Konflikt in den nächsten geriet. Vor allem Ulrika Lovisas Drang nach absolutem Einfluss des Königshauses brachte zahlreiche einflussreiche Gruppen Schwedens gegen das Königspaar auf und legte zeitweise die gesamte Regierung des Landes lahm. Nach dem Reichstag 1755/56 musste der König seinem Rat einen Stempel mit seiner Unterschrift aushändigen, was einer Entmachtung gleichkam. Gleichzeitig wurde die Königin angeklagt die Kronjuwelen verpfändet zu haben um eine Revolution in Schweden zu organisieren. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Paar dann auch untersagt die Kronprinzen zu erziehen.

26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm 

Copyright: Herbert Kårlin