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Freitag, 3. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius

Als Petrus Kenicius am 3. Februar 1636 in Uppsala starb, ging er als einer der konservativsten Erzbischöfe in die Geschichte Schwedens ein, der sich dafür eingesetzt hatte die Macht des Königs zu stärken, religiöse Bildung des Volkes ins Zentrum jeder Bildung zu stellen und der sich weigerte Kindern unter acht Jahren das Abendmahl zu erlauben wenn diese nicht nachweisen konnten dass sie den gesamten Katechismus kannten und seinen Sinn verstanden hatten. Kenicius gehörte auch zu jenen Kirchenfürsten, die der Meinung waren dass alle Entscheidungen in Kirchenfragen nur von der Priesterschaft kommen konnten.

Petrus Kenicius war 1555 als Sohn eines Händlers, der die Rechte hatte mit den Samen Handel zu treiben, in Baggböla bei Umeå geboren worden und schrieb sich nach der Hochschulreife in Gävle an der Universität Uppsala ein um dort Theologie und Philosophie zu studieren. 1582 wurde Kenicius zum Priester geweiht, mit dem Gedanken dass er anschließend die Priesterlaufbahn in Umeå beginnen solle. Kenicius fand dies wenig lockend und begab sich statt dessen erst an die Universität in Rostock, anschließend jene in Wittenberg, wo der Theologe 1587 den Magister ablegte, um in Deutschland die damals protestantisch dominierende Theologie zu studieren.

Die historische Bedeutung von Petrus Kenicius ist indes nicht beim Erzbischof zu suchen, sondern in seiner Eigenschaft als Prokanzler der Universität Uppsala, denn erst unter Kenicius erlangte die Universität ihren heutigen Ruf. Gemeinsam mit Laurentius Paulinus Gothus und Johannes Svenonis Raumannus verfasste Kenicius die Statuten der Universität, er war der Initiator für die Doktorpromotion in Uppsala und er verbot private Kollegien. Hinzu kommt sein Streben um religiöse Bildung, denn Petrus Kenicius veröffentlichte ein ABC-Buch, einen Katechismus, führte einen allgemeinen Gebetstag für Bildung ein und schuf  einen Erinnerungstag zur Reformation. Petrus Kenicius gehörte auch zur sehr einflussreichen Gruppe der Theologen, die sich sehr deutlich gegen die neue Liturgie von Johan III. aussprachen.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. Oktober 2016

Der schwedische Erzbischof Jacob Israelsson

Auch wenn über den schwedische Erzbischof Jacob Israelsson wenig überliefert wurde und die älteste Schrift in der erwähnt wird aus dem Jahre 1280 stammt, hinterließ er bei seinem Tod am 25. Oktober 1281 in Uppsala innerhalb der schwedischen Geschichte seine Spuren, da er die katholische Kirche von der königlichen Rechtsprechung abteilen konnte und zudem ein bedeutender Verfechter des Zölibats war und einen harten Kampf gegen die Häresie führte. Aber auch seine Vereinbarungen mit König Magnus Ladulås spielten eine gewisse Rolle für die Kirchengeschichte Schwedens.

Vermutlich wurde Jacob Israelsson im Jahre 1202 geboren, wobei er einem Geschlecht der Kreuzfahrer angehörte, da sowohl sein Vater als auch sein Großvater in Jerusalem waren und den katholischen Glauben als den einzig richtigen Glauben betrachteten. Da der Neffe Israelssons in Paris studierte, ist anzunehmen, dass auch der spätere Erzbischof seine Ausbildung dort erhielt, was auch erklären könnte, warum er sich später intensiv für die dortigen schwedischen Studenten einsetzte. 1278 wurde Israelsson dann, nach einigen Jahren als Priester in Laggahärad, zum Erzbischof gewählt.

Die politischen Wirren jener Epoche sollten Jacob Israelsson zu Gute kommen, denn nur durch seine Unterstützung konnte Magnus Ladulås seine Macht festigen, auch wenn der König dadurch in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zur katholischen Kirche geriet. Israelsson gelang es dadurch zum einen eine Steuerfreiheit für die Kirche auszuhandeln, zum anderen erreichte er dass Priester und Bischöfe nicht mehr den weltlichen Gerichten unterstanden, sondern nur noch von kirchlichen Gerichten verurteilt werden konnten, was die Macht der Kirche enorm stärkte. Magnus Ladulås zeigte dem Erzbischof seine Dankbarkeit aber noch dadurch, dass er das Erzbistum in Uppsala auch finanziell mehrmals unterstützte.


25. Oktober 1916: Die letzte Schleuse in Trollhättan wird eingeweiht
25. Oktober 1954: Marika Stiernstedt und die Abwendung von der Aristokratie
25. Oktober 1980: Die Grünen Schwedens werden gegründet
25. Oktober 2003: Der schwedische Jazzmusiker Bengan Wittström
25. Oktober 2003: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens
25. Oktober 2012: Das Einkaufszentrum Emporia in Malmö 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 19. Dezember 2015

Die Caroli kyrka, die Deutsche Kirche in Malmö

Die am 19. Dezember 1880 eingeweihte Caroli kyrka in Malmö, in der seit 2010 keinerlei Gottesdienste mehr abgehalten werden, da sie ein Jahr vorher privatisiert worden war und 2010 auch entweiht wurde, spielt eine besondere Rolle in der Kirchengeschichte Schwedens, was eventuell auch dazu beigetragen hat dass sie auch im Inneren noch den Aspekt einer Kirche beibehalten hat, auch wenn die ursprüngliche Altartafel durch eine modernere ersetzt wurde und keine sakralen Werte mehr im Bau zu finden sind.


Die Geschichte der Caroli Kirche geht im Grunde bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück, als in Malmö sehr viele Deutsche wohnten, die mangels einer eigenen Kirche regelmäßig jene in Kopenhagen besuchten. Mit dem Frieden in Roskilde im Jahre 1658 änderten sich jedoch die Verhältnisse, denn das vorher dänische Schonen gehörte plötzlich zu Schweden und Kopenhagen war damit keine Alternative mehr. Da sich die deutsche Gemeinschaft jedoch auch nicht der im Grunde obligatorischen Svenska Kyrkan anschließen wollte, baten sie den König Schwedens um eine Ausnahmegenehmigung, die ihnen Karl XI.  auch gewährte. Bereits am 1. Oktober 1693 konnte dann die deutsche Kirche eingeweiht werden, wobei sie zu Ehren des Königs auch den Namen Caroli kyrka erhielt.

Bis 1778 wurde der Gottesdienst in der Malmöer Caroli kyrka ausschließlich in Deutsch abgehalten und nach einer Übergangszeit musste die Kirchengemeinde dann 1831 ganz auf schwedisch übergehen. Die deutsche Gemeinde wuchs, die kleine Kirche veraltete und 1879 entschied sich Malmö dafür die Kirche abzureißen und die Kirchengemeinde ganz in die schwedische Versammlung einzugliedern und dafür eine neue Kirche zu bauen, die Sankt Pauli kyrka. Letztendlich wurden dann jedoch zwei Kirchen gebaut und die deutsche Gemeinde erhielt eine neue Caroli kyrka. Die Kirchenversammlung als solches wurde jedoch 1949 aufgelöst und man diskutierte viel über die Zukunft der Kirche, die letztendlich ein Verein verwalten durfte, bis sie im Jahr 2000 an die Musikhochschule Malmö vermietet und 2009 verkauft wurde.


19. Dezember 1666: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
19. Dezember 1893: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
19. Dezember 1917: Die Knut und Alice Wallenberg Stiftung 
19. Dezember 1954: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und die Antidemokratie

19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden
19. Dezember 2011: Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. November 2015

Carl Gustaf Malmström und die Freiheitszeit Schwedens

Carl Gustaf Malmström kam am 2. November 1822 auf Gut Holmstorp in Tysslinge in bürgerlichen Verhältnissen zur Welt. Als sein Vater im Jahre 1836 starb, musste das Gut jedoch verkauft werden und die Familie geriet in schwierige finanzielle Verhältnisse. Bereits seine Hochschulreife konnte Malmström 1840 nur dadurch ablegen indem er regelmäßig Nachhilfeunterricht bot um bei der Versorgung der Familie helfen zu können. Aus Geldmangel war es Malmström dann auch nicht möglich unmittelbar ein Studium an der Universität Uppsala zu beginnen, sondern er arbeitete weiterhin als Privatlehrer, erwägte unterschiedliche Berufswege und entschloss sich letztendlich doch für ein Studium, das ihm 1849 auch eine Dozentur in Geschichte einbrachte.

Bereits während seines Studiums hatte sich der sehr gläubige Carl Gustaf Malmström mit der Kirchengeschichte Schwedens beschäftigt, was sich die kommenden Jahre darin ausdrückte, dass der Geschichtswissenschaftler zahlreiche kleinere Werke zu diesem Thema veröffentlichte. Ab 1852 übernahm Malmström dann auch die Tidskrift för litteratur, die jedoch sehr kurzlebig war, da es nahezu unmöglich war hierfür Autoren zu finden. Im gleichen Jahr begann der Historiker seine über ein Stipendium finanzierte Studienreise nach Frankreich, Dänemark und England um dort Material über die schwedische Freiheitszeit zu sammeln, eine Aufgabe, die Malmström geradezu hervorragend ausführte.

Ab 1855 veröffentlichte Carl Gustaf Malmström sein monumentales Werk Sveriges politiska historia från Karl XII:s död till stats hvälfningen 1772, die bis heute einmalige politische Geschichte zur Freiheitszeit Schwedens, die unter Geschichtswissenschaftlern nach wie vor als Standartwerk betrachtet wird. Als 1877 der letzte der sechs Bände erschien, zeigte sich, dass es Malmström, der am 12. September 1912 in Danderyd starb, gelungen war eine gesamte Epoche der schwedischen Geschichte logisch und klar zu behandeln, was bis dahin noch nie einem Wissenschaftler gelungen war. Dieser Arbeit verdankte es Malmström auch, dass er 1877 zum Professor in Geschichte an der Universität Uppsala ernannt wurde und ein Jahr später in die Svenska Akademien gewählt wurde.


2. November 1846: Esaias Tegnér, Aufstieg und Fall einer schwedischen Legende
2. November 1866: Rutger Sernander, Botaniker, Archäologe und Geologe
2. November 1887: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

2. November 1890: Moa Martinson eine feministische Arbeiterschriftstellerin
2. November 1961: August Strindberg und Harriet Bosse
2. November 1963: Jonas Gardell, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
2. November 2005: Rolf Bergh und die moderne Kirche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. September 2014

Der schwedische Erzbischof Henrik Reuterdahl

Henrik Reuterdahl wurde am 11. September 1795 als Sohn eines Perückenmachers in Malmö geboren, verlor jedoch seinen Vater bereits im Alter von neun Jahren und die Mutter als er 13 Jahre alt war. Reuterdahls Glück war jedoch, dass sein Vater finanzstarke Kunden gehabt hatte, die es dem Jungen durch Spenden dennoch ermöglichten eine gute Schulbildung zu erhalten. Als sich Reuterdahl dann 1811 an der Universität Lund einschrieb um dort Geschichte und Philosophie zu studieren, musste er seinen Unterhalt allerdings als Nachhilfelehrer verdienen.

Trotz dieser Schwierigkeiten und dem Zeitmangel gelang es Henrik Reuterdahl 1817 sein Hauptstudium mit den besten Noten des Jahrgangs abzulegen. Noch im gleichen Jahr promovierte Reuterdahl mit einer Arbeit über Esaias Tegnér zum Magister in Philosophie und nach einer weiteren Disputation gelang es ihm als Dozent an das theologische Seminar in Lund zu kommen. Diese Tätigkeit und vor allem die enge Zusammenarbeit mit seinem Vorgesetzten Martin Erik Ahlman sollten für die Zukunft Reuterdahls extrem bedeutend werden, denn in nur wenigen Jahren entwickelte er sich zu einem der aufstrebendsten Theologen des Landes.

Ab dieser Zeit verfasste Henrik Reuterdahl unzählige Arbeiten über Religion und die Kirchengeschichte Schwedens, die jedoch alle von einer sehr konservativen Haltung des Autors zeugen, der später in die Svenska Akademien aufgenommen und ab 1856 Erzbischof des Stiftes Lund wurde. In seiner Stellung vertrat Reuterdahl auch die Priesterschaft innerhalb des Ståndsriksdagen, einem Parlament in dem vier Stände vertreten waren, darunter die Priesterschaft. Unter seiner Zeit als Erzbischof wurde diese Regierungsform allerdings abgeschafft und die Kirche erhielt mit dem Kyrkomötet (Konzil) ein eigenes „Parlament“ in dem alle kirchenpolitischen Fragen geklärt wurden und den Einfluss Reuterdahls etwas stärkte.


11. September 1380: Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht 
11. September 1656: Königin Ulrika Eleonora von Schweden 
11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben 
11. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg