Posts mit dem Label Johannes Rudbeckius werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Johannes Rudbeckius werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 29. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johannes Canuti Lenaeus

Johannes Canuti Lenaeus wurde am 29. November 1573 in Lena im Uppland als Sohn eines Hofpredigers geboren und studierte nach dem Besuch der Kathedralschule in Uppsala ab 1597 Theologie und Philosophie an der Universität Uppsala. Nach zwei Jahren in Uppsala wechselte Lenaeus für einige Jahre an die Universität in Wittenberg, da dort die neusten philosophischen Strömungen unterrichtet wurden. Gleichzeitig mit Johannes Rudbeckius wurde Lenaeus jedoch zwei Jahre später nach Schweden zurückgerufen um zu erklären welche tatsächlichen Beziehungen er zu den mutmaßlichen Feinden von Herzog Karl, dem späteren Karl IX. hatte.

Johannes Canuti Lenaeus und Johannes Rudbeckius, die beide gleichzeitig Professoren an der Universität Uppsala waren, gehörten zur Gruppe der Neoaristotelisten und widersetzten sich daher der Gruppe der konservativen Gruppe an der Universität, was sich insbesondere auch dadurch ausdrückte, dass Lenaeus die staatliche und die kirchliche Macht trennen wollte und auch davon ausging, dass die reine Logik auch innerhalb der Theologie ihre Gültigkeit habe. Diese damals moderne Warte innerhalb der Theologie machte Lenaeus weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und sein Werk De Veritate et Excellentia Christianae Religionis, Brevis informatio im Jahre 1638 wurde daher in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Obwohl Johannes Canuti Lenaeus sich gegen den Versuch des Königs und des Adels wehrte, die mehr Einfluss auf die Kirche ausüben wollten, und obwohl der Theologe kein echter Neuerer der Lehre war, gilt er als eine wichtige Figur während des Beginns der Großmachtszeit Schwedens, da er zu jenen Personen gehörte, die mit der früheren konservativen Strömung der Theologie abgeschlossen hatten. Trotz bedeutenden Widerstands wurde Lenaeus 1647 zum Erzbischof Schwedens ernannt und stand damit auch dem Königshaus nahe. In der Eigenschaft als Erzbischof krönte der Theologe auch Königin Kristina und Karl X. Gustav. Nach seinem bedeutendsten Werk De jure Regio, zeigte ihm zwar Königin Kristina vorübergehend die kalte Schulter, da sich Lenaeus in diesem Werk für die konstitutionelle Theokratie ausgesprochen hatte, aber da das Werk von sämtlichen Priestern des Landes, die nicht in den Adelsstand aufgenommen worden waren, als Meisterwerk betrachtet wurde, war der Erzbischof ab dieser Zeit gewissermaßen unantastbar und ein wichtiges Bindeglied zwischen Adel und Volk.


29. November 1772: Der schwedische Philosoph Carl Mesterton
29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 10. November 2016

Der Theologe und Erzbischof Laurentius Paulinus Gothus

Laurentius Paulinus Gothus kam am 10. November 1565 als Sohn eines Goldschmieds und Bürgermeisters in Söderköping zur Welt, wo er auch studierte bis er zur Hochschule des Graubrüderklosters auf Riddarholmen in Stockholm wechselte um dort Theologie zu studieren.1588 vervollständigte Gothus dann seine Studien in Rostock und fügte der Theologie auch Astronomie hinzu, ein Fach, das man um diese Zeit in Schweden nicht studieren konnte. In Rostock schloss sich der Theologe auch dem in Schweden wenig geachteten Ramismus an, was Gothus bei seinem Aufstieg als Theologe erheblich bremste.

Im Jahre 1593 wurde Laurentius Paulinus Gothus zum Professor in Theologie und Astronomie an der Universität Uppsala ernannt und errang dadurch sehr hohes Ansehen, wobei Gothus auch als der erste Professor in Astronomie an der Universität gilt. Fünf Jahre später ließ sich Gothus zum Priester weihen und 1606 erhielt er, neben seiner Aufgabe als Professor, auch ein Pastorat in Näs. Ab dieser Zeit wurde Gothus mehrmals als Bischof vorgeschlagen, aber bis 1608 stolperte er jedes Mal über politische Hürden. Schließlich wurde  Laurentius Paulinus Gothus jedoch zum Bischof im Stift Skara ernannt und 1617 gehörte er zu den ersten vier Personen, die an der Universität Uppsala zum Doktor in Theologie promovierten.

In seiner Rolle als Professor in Theologie, und zeitweise auch als Rektor, der Universität Uppsala hatte Laurentius Paulinus Gothus eine bedeutende Macht und prägte damit sehr deutlich die noch sehr junge Glaubensrichtung. Dies ging letztendlich so weit dass der Theologe sämtliche als von ihm als heidnisch eingestufte klassische Literatur verbannte und nur noch Vergil und Cicero Gnade fanden. Um das literarische Manko auszugleichen schrieb Gothus dann ein 3700 Seiten dickes Werk zur christlichen Ethik. Auch seine zahlreichen anderen Werke zeugen von der Idee eines bereinigten Protestantismus in dem Volksglauben nichts zu suchen hat. Für Ketzer wollte der Theologe sogar die Todesstrafe einführen. Gothus war es auch der die Macht der Bischöfe beschnitt um seinen eigenen Einfluss zu steigern. Laurentius Paulinus Gothus, der am 29. November 1648 in Uppsala starb und wenige Jahre vorher noch zum Erzbischof ewrnannt wurde, gilt als des ideologische Gegenstück zu Johannes Rudbeckius, der in jener Epoche versuchte die klassische theologische Lehre aufrecht zu halten.


10. November: Die Feier des Martinstags (Mårtensafton) in Schweden
10. November 1495: Dorothea von Brandenburg wird Königin in Schweden
10. November 1594: Katarina Vasa, der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
10. November 1835: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
10. November 1910: Biotopia, das Biologische Museum in Uppsala
10. November 1911: Christian Lundeberg wird Ministerpräsident Schwedens
10. November 1928: Beppe Wolgers, der Schriftsteller und Künstler mit dem Vollbart
10. November 1981: Der schwedische Musiker und Sänger Brolle
10. November 1991: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. April 2012

Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens

Am 3. April 1581 wurde Johannes Rudbeckius in Ormesta bei Örebro geboren, ein Mann, der im 17. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Kirchenmännern Schwedens wurde. Bis zu seinem 28. Lebensjahr widmete sich Johannes nahezu ausschließlich seinen sehr vielseitigen Studien, die er nach seiner Schulzeit in Örebro und Strängnäs an der Universität in Uppsala und schließlich im deutschen Wittenberg fortsetzte.

Obwohl Johannes Rudbeckius nach seiner Promotion in Wittenberg wegen seiner extrem guten Leistungen eine Professur in Wittenberg und Würzburg angeboten wurde, lehnte er ab und kehrte als Mathematikprofessor nach Uppsala zurück. Bereits drei Jahre später brach er dann jedoch erneut nach Deutschland auf um dort theologische Wissenschaften zu studieren. Drei Jahre später kehrte er dann erneut nach Schweden zurück, wo er sich nun ganz der theologischen Forschung in Uppsala widmete und, nach einigen Umwegen, Bischof in Västerås wurde.

Seinen Einfluss verdankte Johannes Rudbeckius allerdings dem Umstand, dass er nach akademischen Streitigkeiten als Rektor der Universität Uppsala von Gustav II. Adolf als Hofprediger und Beichtvater an den königlichen Hof berufen wurde. Dort gewann er das Vertrauen des Königs, der ihm für seine Leistungen den Doktorgrad verlieh, was in jener Zeit eine besondere Ehre in Schweden und mit hohem Ansehen verbunden war. Mit Västerås ist Johannes Rudbeckius jedoch in besonderer Weise verbunden, da er in der Stadt 1623 das erste Gymnasium Schwedens gründete (Rudbeckianska Gymnasiet) und 1632 auch die erste Mädchenschule Schwedens.


3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen 

Copyright: Herbert Kårlin