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Sonntag, 17. Februar 2019

Der Erzbischof Nils Ragvaldsson

Als Nils Ragvaldsson am 17. Februar 1448 im Alter von vermutlich 64 oder 65 Jahren auf seiner Burg Almarestäket am Mälaren starb, hatte er nicht nur den Rang des Erzbischofs erreicht, sondern auch die Königsmacht in Schweden gestärkt und alle geltenden Statuten der Bistums Uppsala in einem Kompendium gesammelt. Ragnarsson gehörte auch mit zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Götizismus, einer Gruppe an Personen, die in Schweden und den mythologischen Helden den Ursprung der Menschheit suchten und die schwedische Rasse über jene anderer Völker stellten.

Nils Ragvaldsson war zwischen 1382 und 1385 als Sohn eines Waffenträgers im Södermanland zur Welt gekommen und hatte daher vermutlich nur eine minimale Bildung. Dennoch wurde er 1409 als Kanoniker des Stiftes Strängnäs genannt, wurde dort 1420 zum Dekan ernannt, war 1426 Bischof des Stiftes Växjö und wurde 1438 von Erich von Pommern durch Postulation zum Erzbischof des Stiftes Uppsala. Die Postulation deutet darauf hin, dass Ragvaldsson nicht die nötigen Voraussetzungen für das Amt hatte, jedoch aus heute unbekannten Gründen dennoch für das Amt vorgesehen wurde.

Nils Ragvaldsson nahm während der folgenden Jahre eine besondere politische Situation ein, denn er wurde der Vermittler zwischen dem Reichsvorstand Karl Knutsson und dessen Gegenspieler, also dem Hochadel und er schlug, nach dem Tode des Königs Erich von Pommern Christoph III. (Christoph von Bayern) zum König vor. Ragvaldsson gilt als einer der treuesten Diener dieses Königs und verteidigte auch jede seiner Entscheidungen von kirchlicher Seite her. Den Fanatismus und die geringe Bildung bewies Ragvaldsson vor allem bei einer Rede während des Konzils in Basel, als er, in relativ konfuser Weise, beklagte dass der schwedische König zu wenig Beachtung fänden, obwohl nur Erich von Pommern bis zur den Goten zurückverfolgt werden könne und daher einer besonderen Achtung würdig sei, was jemand mit Universitätsbildung nie gesagt hätte.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1410: Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1938: Der Troubadour Bengt Sändh
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 14. Januar 2018

Der Politiker und Bischof Gottfrid Billing

Gottfrid Billing kam am 19. April 1841 als Sohn eines Regionalpolitikers in einem alten Geschlecht Skånes in Önnestad zur Welt und studierte an der Universität Lund Theologie, wobei der Theologe von Beginn an sowohl in der Politik als auch der Religion eine sehr konservative Haltung einnahm, was, auf Grund seines Einflusses, auch die Entwicklung Schwedens zum Teil über Jahre hinweg bremste. Mit 40 Jahren wurde Billing Professor der Theologie an der Universität Lund, 1884 Bischof des Stiftes Västerås und nur ein Jahr später auch oberster Hofprediger der Königshauses.

Seine engen Beziehungen zum Königshaus und den konservativen kirchlichen  Kreisen führten dazu, dass Gottfrid Billing gefragt wurde, ob er Anton Niklas Sundberg als Erzbischof folgen wollte. Billing lehnte das Angebot ab, ließ sich dafür jedoch in die Svenska Akademien wählen, da dies mit mehr Prestige verbunden war. Billig vertrat die Svenska Kyrkan auch als konservativer Politiker beim Reichstag von Västerås. Hier gelang es dem Politiker jede Anfrage nach einem allgemeinen Wahlrecht zu blockieren, wobei er insbesondere Frauen von der gesellschaftlichen Entwicklung ausschließen wollte.

Auch in theologischen Fragen zeigte sich Gottfrid Billing als extrem konservativ, was sich insbesondere darin ausdrückte, dass er noch 1910 die Existenz des Teufels vertrat, denn schließlich habe Jesus selbst diese Aussage verbreitet. In diesen Jahren gab es mehrere fortschrittliche Theologen, die die Kirche erneuern wollten und daher die Existenz des Teufels bereits als Dummheit bezeichneten. Billing konnte die Verbreitung dieser modernen Meinung weitgehend bremsen. Nach dem ersten Weltkrieg zog sich Gottfrid Billing, der am 14. Januar 1925 in Lund starb, aus dem öffentlichen Leben zurück, behielt jedoch bis zu seinem Tod das Amt als Bischof und erster Hofprediger und war weiterhin aktives Mitglied der Svenska Akademien.


14. Januar 1794: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
14. Januar 1814: Der Kieler Frieden einigt Schweden und Norwegen
14. Januar 1818: Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius
14. Januar 1843: Der schwedische Historiker Hans Forssell
14. Januar 1864: Waldemar Bülow, Verleger und Politiker
14. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
14. Januar 1928: Lars Forssell und die Nachkriegsliteratur Schwedens
14. Januar 1963: Ingmar Bergman wird Chef des Dramaten in Stockholm
14. Januar 1996: Der schwedische Künstler Axel Wallenberg
14. Januar 2006: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz
14. Januar 2011: Sun Axelsson, die Welt der Diktaturen und der Bekenntnisroman

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. April 2017

Mikael Agricola, der Gründer der finnischen Schriftsprache

Als der Bischof und Reformator Mikael Agricola am 9. April 1557 im Alter von 50 Jahren auf der Heimreise von den Friedensverhandlungen mit Ivan IV. verstarb, ging er nicht nur in die schwedische Geschichte ein, sondern auch in die finnische, da er als der Gründer der finnischen Schriftsprache gesehen wird. Agricola hatte sich, im damaligen schwedischen Reich, nämlich für die finnische Sprache eingesetzt, obwohl er selbst ursprünglich schwedisch sprach. Bis heute konnte man nicht erfahren auf welche Weise er damals die Sprache des dortigen Volkes lernte, sicher ist jedoch, dass er die Grundregeln für das Finnische festlegte.

Mikael Agricola war der Sohn eines Landwirts, der, katholisch erzogen wurde, sehr bald jedoch zum protestantischen Glauben fand und 1529 Sekretär des Bischofs Martin Skytte in Åbo (Turku) wurde. Nach einigen Jahren begann Agricola dann ein Theologiestudium, unter anderem unter Martin Luther, in Wittenberg. Nach Erhalt des Magisters kehrte der Theologe nach Åbo zurück und wurde dort zum Rektor der Kathedralschule ernannt. 1548 wurde Agricola dann der Assistent des Bischofs Martin Skytte und, als dieser zwei Jahre später starb, wurde er zum ersten protestantischen Bischof auf finnischem Raum ernannt.

Vermutlich um die ländliche Bevölkerung der schwedischen Provinz Finnland zu erreichen, lernte Agricola spätestens um diese Zeit die finnische Sprache und veröffentlichte bald darauf die ersten gedruckten Bücher in finnischer Sprache. Da sein erstes Buch ein Lesebuch für Grundschüler war, das in ganz Finnland benutzt wurde, gefolgt von christlichen Werken und Gebeten, entstand damit eine Norm der finnischen Sprache. Bereits 1544 veröffentlichte Mikael Agricola ein umfassendes Gebetsbuch, 1548 übersetzte er das Neue Testament, und 1551 veröffentlichte er ein Psalmbuch. Auch wenn Agricola bei den grammatischen Strukturen auf die schwedische Sprache baute, so gelang es ihm dadurch dennoch in nur wenigen Jahren, neben Latein, Schwedisch und Deutsch die Grundlagen für die Sprache des dortigen Volkes zu schaffen und damit eine breite Schicht der Bevölkerung zu erreichen.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1844: Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. April 2017

Kort Rogge, Bischof in Strängnäs

Kort Rogge, der unter verschiedenen Namen bekannt ist, kam vermutlich 1425 als Sohn eines deutschstämmigen Ziegelmeisters und einer aus dem höheren Bürgerstand stammenden schwedischen Mutter in Stockholm zur Welt und erhielt eine der in jener Zeit besten schulischen Ausbildungen. Dank des Reichtums der Eltern konnte sich Rogge 1446 an der Universität Leipzig einschreiben und anschließend noch an der italienischen Universität Perugia studieren, wo er auch einen Doktorgrad in Kirchenrecht erwarb. Als Rogge nach einem sechsjährigen Aufenthalt in Italien nach Schweden zurückkehrte, galt er als einer der gelehrtesten Männer des Landes.

Kurt Rogge gewann in Schweden sehr schnell hohe Ämter und als der Erzbischof Jöns Bengtsson 1463 vom dänischen König Kristian I. gefangen genommen wurde, übernahm Rogge bis zur Freilassung des Erzbischofs seine Arbeit. Als der schwedisch-dänische Krieg 1469 zu Ende ging, wurde Rogge zu Friedensverhandlungen als Vertreter Schwedens nach Lübeck geschickt und zehn Jahre später ernannte in Sten Sture der Ältere zum Bischof in Strängnäs. In der Stadt am Mälaren baute Kort Rogge, teilweise mit eigenen Spenden, nicht nur die von einem Brand stark beschädigte Kathedrale wieder auf, sondern finanzierte auch ein Krankenhaus für Priester.

Da der Erzbischof Schwedens in dieser Zeit noch relativ jung war, richtete sich Kurt Rogge ganz auf seine Tätigkeit als Bischof in Strängnäs ein, was auch eine Tätigkeit als Reichskanzler mit beinhaltete, Rogge also auch eine bestimmte politische Macht verlieh, die er jedoch nie zu persönlichen Zwecken ausnutzte. Allerdings machte sich Kort Rogge, der am 5. April 1501 als letzter bedeutender katholischer Bischof in Strängnäs starb, auch Feinde, da er alles daran setzte das Stift in Strängnäs zu stärken und dafür auch die Eisensteuer in Närkes Bergslagen wieder einforderte und den Vogt von Tynnelsö vor Gericht stellte, weil dieser bedeutende Summen veruntreut hatte.


5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 29. September 2015

Der Reformator-Bischof Paulus Genberg

Paulus Genberg, oft auch nur Paul Genberg geschrieben, starb am 29. September 1875 in Kalmar, nach einer Karriere, die auch in jener Zeit ungewöhnlich war und vor allem auf seinen Reformationswillen zurückzuführen war. Sein Einfluss war bedeutend, denn als Bischof war er maßgeblich an der Politik des damaligen Schweden beteiligt, als Professor der Universität Lund entschied er über die geistige Entwicklung des Landes und als Mitglied der Svenska Akademien gehörte Genberg auch zur geistigen Elite des Landes.

Paulus Genberg kam am 13. April 1811 in Bronflo im Jämtland in einer bürgerlichen Familie zur Welt und besuchte die Frösö Internatschule. Auch wenn Genberg als sehr begabt galt, konnte er die Schule nicht abschließen, da er dort vorher, gemeinsam mit einem Mitschüler, wegen vermutlich sexueller Übergriffe, ausgeschlossen wurde. Einige Zeit später konnte Genberg jedoch als externer Prüfling dennoch die Abschlussprüfung an seiner Schule machen und erhielt sehr gute Noten. Bevor sich Paulus Genberg dann 1827 an der Universität Lund einschrieb, arbeitete er noch einige Jahre als Privatlehrer in seiner Heimat.

Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland kehrte Paulus Genberg 1844 aus Deutschland zurück um sich drei Jahre später um eine Professur in Lund zu bewerben. Da er nachweisen konnte, dass sein Konkurrent, Fredrik Georg Afzelius, seine Theorien überwiegend aus deutschen Werken abgeschrieben hatte, erhielt Genberg im gleichen Jahr den angestrebten Lehrstuhl in Philosophie. Dies und sein Anschluss an die Reformgesellschaft brachten Genberg nur ein Jahr später zu politischen Aufgaben. 1852 wurde der Philosoph dann zum Bischof von Kalmar ernannt, obwohl er um diese Zeit nicht einmal zum Priester geweiht worden war, was jedoch kaum eine Rolle spielte, denn man man benötigte die Meinung Genbergs im Reichstag, an dem er als Bischof automatisch teilnahm. In dieser Rolle gelang es Genberg auch Teile des Kirchenrechts zu ändern und zu modernisieren.


29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken 
29. September 1560: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
29. September 1866: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut 
29. September 1879: Eirik Hornborg, ein Verteidiger der altschwedischen Sprache 
29. September 1931: Anita Ekberg, ungeliebt in der Heimat
29. September 1985: Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden 
29. September 2004: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Dezember 2014

Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft

Wie in sehr vielen anderen Ländern, so verlangte die schwedische Kirche auch in Schweden, nach einer Tradition, die auf das Alte Testament zurückgeht, von den Landwirten und Handwerkern den sogenannten Zehnten als Kirchensteuer. Im Gegensatz zu heute war dieser Zehnte allerdings nicht als Geld, sondern als Ware zu liefern, also in Form von Lebensmitteln, landwirtschaftlichen Tieren oder anderen Produkten eines Hofes.

Nach Schweden kam der Zehnte erst im 13. Jahrhundert, also über 200 Jahre nachdem diese Steuer bereits auf Island eingeführt worden war. Üblicherweise ging ein Drittel der Steuer an den zuständigen Priester und der Rest wurde für die Unterhaltung der Kirche eingesetzt, ging an den Bischof und wurde an die Armen verteilt. In der Regel hing jedoch sehr viel vom Bischof ab und der Einstufung des Priesters über die Armut in seiner Kirchengemeinde. Dieser Zehnte wurde in Schweden erst am 9. Dezember 1910 endgültig abgeschafft.

Erst mit dem Vertrag von Västerås (Västerås recess) im Jahr 1527 änderten sich die Regeln, denn ab dieser Zeit konnte zwar der Priester sein Drittel behalten, aber die anderen beiden Drittel wurden nun vom König als Steuer verlangt. Nach der Gesetzessammlung Upplandslagen des Jahres 1350 konnte der Zehnte auf drei verschiedene Weisen bezahlt werden, nämlich in Form von Getreide (sädestionde), in Form von Tieren (kvicktionde) oder, falls es sich um Handwerker handelte, auch in Münzform. Bei einigen Freikirchen wird noch heute der Tionde, der Zehnte praktiziert, auch wenn es hierfür keine gesetzliche Grundlage mehr gibt.


9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1937: Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. August 2014

Der unvergessene Bischof Jesper Swedberg

Jesper Swedberg kam am 28. August 1653 auf Gut Sveden bei Falun zur Welt und wurde 1666, im Alter von 13 Jahren, von seinem Vater an die Universität Uppsala geschickt. Aus unbekannten Gründen wechselte Swedberg jedoch bereits drei Jahre später zur neu gegründeten Universität Lund, die zum einen in Glaubensfragen weitaus offener war als jene in Uppsala, zum anderen fand er dort jedoch auch einen entfernten Verwandten, der Professor für östliche Sprachen war. Fünf Jahre später kehrte der Student dann jedoch nach Uppsala zurück wo er 1682 die Prüfung zum Magister in Philosophie ablegte. Ein Jahr später ließ sich Swedberg zum Priester weihen und weitere zwei Jahre später wurde der Theologe zum Kavalleriepriester ernannt. Dieses Amt trat er jedoch erst nach einer ausgedehnten Studienreise durch mehrere europäische Länder an.

Anschließend ging die Karriere von Jesper Swedberg rapide nach oben, denn 1692 wurde der Priester als Professor an die Universität Uppsala berufen und weitere zwei Jahre später war Swedberg der führende Theologieprofessor der Universität und Dompropst. So nebenbei wurde der Theologe dann auch verantwortlich für sämtliche Priester der amerikanischen Versammlung und 1702 war Swedberg außerdem noch Bischof des Bistums Skara und damit einer der bedeutendsten Theologen Schwedens, auch wenn ihm dies die Feindschaft und den Neid sehr vieler anderer Bischöfe des Landes brachte.

Diese Feindschaft verhinderte letztendlich auch dass die bedeutendsten Ideen von Jesper Swedberg, trotz der Unterstützung durch König Karl XI., auf der Strecke blieben, da die vom ihm neu übersetzte Bibel zu seiner Zeit mehrheitlich abgelehnt wurde und das Psalmenbuch, das er erneuert veröffentlichte, wurde auf Druck zahlreicher anderer Bischöfe beschlagnahmt. Immerhin wurden später einige seiner Psalmen in einem nicht von ihm verlegten Psalmbuch aufgenommen und noch in der heutigen Ausgabe ist er mit einigen Psalmen vertreten. Mehr Erfolg hatte der Kirchenmann jedoch mit der Vereinheitlichung der schwedischen Sprache, denn er veröffentlichte ein gesamtes Wörterbuch und eine Grammatik, die weit verbreitet wurden. Jesper Swedberg, der Vater des legendären Emanuel Swedenborg, versuchte auch die zahlreichen Aposteltage der schwedischen Kirche abschaffen, da er der Meinung war, dass diese Feiertage für die Bevölkerung ohnehin nur Sündentage seien. Aber auch hier konnte sich der Theologe nicht durchsetzen.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 1740: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
28. August 1875: Der finnlandschwedische Dichter Jacob Tegengren
28. August 1882: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 19. April 2014

Der schwedische Bischof Johan Wingård

Johan Wingård wurde am 19. April 1738 in Kville im Bohuslän geboren und studierte nach seiner Hochschulreife in Göteborg an der Universität Uppsala Philosophie. Sein Aufstieg begann im Jahre 1767, als er Hofpredikant beim schwedischen Kronprinzen Gustaf, dem späteren Gustav III., wurde und sechs Jahre später auch Beichtvater und Oberhofprediger bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika, denn in dieser Zeit konnte der Priester und Philosoph im Königshaus sehr wichtige Kontakte knüpfen, die über seine gesamte Zukunft entscheiden sollten.

Johan Wingåd blieb bis 1780 in Stockholm, wo er ein Jahr früher auch seinen Doktor in Theologie abgelegt hatte, um jedoch anschließend als Bischof nach Göteborg zu kommen. Dort ernannte Wingård nicht weniger als 14 Proste, was eine erstaunliche Menge war, ihm jedoch jede Menge an Freizeit ließ. Als man dann in Göteborg einen Domprosten suchte, ließ Wingård seine Beziehungen am Hof spielen und suchte diese Stelle direkt über den König. Ohne dass dann gewählt wurde, erhielt der Bischof daher auch diese Stelle verliehen. Durch diese Manipulation, die man in Göteborg kaum schätzte, konnte sich Wingård seine finanzielle Zukunft sichern und wurde zu einem der am besten bezahlten Kirchenfürsten Schwedens.

Aber auch der Schutz des Königs konnte allerdings nicht verhindern, dass sehr bald bissige Karikaturen mit Johan Wingård als Hauptfigur in ganz Schweden auftauchten und er nicht gerade als gutes Beispiel für einen Bischofs galt. Auf Grund seines guten Verhältnisses zum König wurde Wingård bei der Gründung der Svenska Akademien auch direkt als Mitglied eingesetzt. Während der Reichstage zwischen 1778 und 1800 war Wingård zudem ein Abgeordneter des Priesterstandes und konnte bei zwei heimlichen Ausschüssen auch die Politik des Landes teilweise beeinflussen. Wingård starb am 12. Januar 1818 im Alter von 79 Jahren in Göteborg.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen 
19. April 1958: Mit der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz 
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Januar 2014

Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft

Carl Adolph Agardh wurde am 23. Januar 1785 in Båstad geboren und ging vor allem als Botaniker in die Geschichte ein, obwohl dies eigentlich mehr sein persönliches Interesse war, auch wenn er mehr über die Botanik veröffentlichte als über Wirtschaft, Mathematik oder Theologie, denn immerhin war Agardh 1816 zum Priester geweiht worden und war ab 1829 auch Bischof in Kalmar. Nebenbei war Agardh in zahlreichen anderen Vereinigungen und Komitees aktiv.

Als Anhänger der Lehre von Carl von Linné wollte Carl Adolph Agardh allerdings nicht einer der zahlreichen Botaniker werden, die nur die Theorien Linnés bekräftigten, sondern er suchte ein Thema, das bis dahin noch nicht erforscht war. Da sich um diese Zeit Wissenschaftler jedoch bereits mit Moosen, Flechten, Pilzen und Farnen beschäftigt hatten, machte sich Agardh an die einzige Gruppe über die bis dahin kaum etwas bekannt war, nämlich die Algen. Leider veröffentlichte der Wissenschaftler hier nur zwei Bände seiner Abhandlungen und beschäftigte sich dann mit zahlreichen anderen Themen. Sein Hauptwerk blieb unvollendet.

Auch wenn man Carl Adolph Agardh noch heute als Genie bezeichnen kann, so hatte er den Fehler sich mit zu vielen unterschiedlichen Themen gleichzeitig zu beschäftigen, denn er wollte die Schulen reformieren, arbeitete an einer neuen Ökonomie für Schweden und arbeitete an philosophischen Abhandlungen. Sehr aktuell ist jedoch eine seiner Abhandlungen, die bis heute kaum beachtet wurde, denn Agardh forderte bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dass die Forstwirtschaft als Gesamtheit geregelt werden muss, und er wies auf den engen Zusammenhang zwischen der Ausbeutung des Waldes, den Neupflanzungen und der Veredlung von Gewächsen hin.


23. Januar: Frej und Freja, die nordischen Götter der Fruchtbarkeit
23. Januar 1688: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin von Schweden 
23. Januar 1801: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets
23. Januar 1934: Da Vermächtnis von Jeanette Bonnier
23. Januar 1941: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
23. Januar 1985: Das Ende der Werft Uddevallavarvet und der Umbruch

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. August 2013

Bischof Kettil Karlsson ändert den Lauf der Geschichte

Kettil Karlsson wurde am 11. August 1465 geboren und war bereits als Kind und Jugendlicher auf das geistliche Amt vorbereitet worden. Nach Abschluss seines Studiums in Rostock wurde er von seinem Cousin, dem Erzbischof Jöns Bengtsson unter die Fittiche genommen, der Karlsson wiederum mit König Kristian I. bekannt machte. Karlsson gewann sehr schnell die Gunst des Königs und wurde von diesem als Nachfolger des bereits älteren Bischofs in Linköping ausgewählt. Der Bischof starb bereits bald danach und Kettil Karlsson wurde als Nachfolger gewählt, konnte wegen seinem jungen Alter jedoch erst 1459, mit Hilfe einer Sondergenehmigung, auch vom Papst als Bischof anerkannt werden.

Obwohl Kettil Karlsson seine Karriere nahezu ausschließlich dem König Kristian I. zu verdanken hatte, entwickelte er sich sehr schnell zu dessen Feind als der König Jöns Bengtsson gefangen nehmen ließ. Karlsson verbündete sich mit dem Geschlecht Bengtssons und belagerte anschließend mit einem Bauernheer das königliche Schloss in Östergötland. Es gelang ihm zudem die Bauern des Uppland und aus Dalarna gegen Kristian I. aufzubringen und mit dessen Hilfe Stockholm zu belagern.

Wenig später war es Kettil Karlsson gelungen eine ähnliche Macht zu erringen wie vor ihm Engelbrekt Engelbrektsson und hatte ein massives Bauernheer an seiner Seite, das jedoch den Seeweg nach Stockholm nicht schließen konnte. Karlsson wandte sich daher  an Karl Knutsson, der ihm mit seiner Flotte zu Hilfe eilte und Stockholm damit isolierte. Nach dem Sieg gelang es dann Kettil Karlsson auch seinen Verbündeten zu bekriegen und er ließ sich selbst zum Reichsvorstand ernennen. Nur sechs Monate später endete jedoch der Aufstieg Kettil Karlsson abrupt, denn er starb in Stockholm an der dort herrschenden Pest.


11. August 1908: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 
11. August 2000: Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 25. Juli 2013

Jacob Serenius und die Konfirmation in Schweden

Jacob Serenius, geborener Sirenius, kam am 25. Juli 1700 in einer Priesterfamilie zur Welt, was in jener Epoche fast immer bedeutete, dass ihm seine Laufbahn ebenfalls in die Wiege gelegt wurde. Es war daher logisch, dass Serenius in Uppsala Philosophie und Theologie studierte. Auf Grund seiner außerordentlichen Leistungen fiel er Bischof Svedberg auf, der dann dafür sorgte, dass der junge Theologe Pastor der lutheranischen Kirche in London wurde. In London sorgte der Priester dann für den Neubau einer Kirche und organisierte die Unterstützung der Armen.

Als Jacob Serenius dann 1735 nach Schweden zurückkam, wurde er unmittelbar Priester in Nyköping und ein Jahr später auch Propst. In England hatte sich Serenius ausgiebig mit der dortigen protestantischen Bewegung vertraut gemacht, was ihn auf die Idee brachte, die beiden Glaubensrichtungen besser zu verbinden. In diesem Rahmen veröffentlichte er ein englisch-schwedisch-lateinisches Wörterbuch mit einer Abhandlung zur historischen Einstellung der Götar und der Svear zu den Briten, ein Dokument, das noch heute von geschichtlichem Interesse ist.

Jacob Serenius wurde 1763 in einem für die damalige Zeit fortgeschrittenen Alter Bischof in Strängnäs, wo der Theologe dann nicht nur die allgemeinen kirchlichen Aufgaben wahrnahm, sondern auch Änderungen im Schulsystem durchsetzte und den Grundstein dafür legte, dass die Konfirmation in ganz Schweden eingeführt wurde, wobei er hierbei einen Wert darauf legte, dass die religiöse Erziehung der Kinder nur von Priestern vorgenommen wurde und die Kinder jeden Sonntag vor der Messe öffentlich zu ihren Kenntnissen ausgefragt wurden. Diese durchgreifenden Änderungen waren vor allem deswegen möglich, weil sich Serenius auch sehr aktiv in der Landespolitik betätigte.


25. Juli 1526: Gustav Vasa und der Svea Kanal vom Mälaren zum Vänern 
25. Juli 1823: Albert Lindhagen und die Planung Stockholms

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. Februar 2013

Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens

Als am 15. Februar 1819 Jacob Axelsson Lindblom, der damalige Erzbischof des Stiftes Uppsala, starb, so hatte er nicht nur eine ungewöhnliche Karriere gemacht, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Svenska Kyrkan geleistet. Lindblom hatte als erster Bischof Schwedens keinerlei theologische Bildung und übernahm bereits als Priester die Aufklärungstheorien Deutschlands als Basis seiner Lehre, was allerdings nur durch die Unterstützung des Königs Gustav III. möglich war, der Lindblom sehr früh eine Spitzenposition in der Kirche geben wollte.

Aber auch ohne theologisches Studium zeigte sich Jacob Axelsson Lindblom äußerst aktiv, denn bereits 1797, also zehn Jahre nach seiner Priesterweihe, erschien unter Lindblom Schwedens erste theologische Zeitschrift Journal för prester in der er seine Thesen, die überwiegend auf die Philosophie von Emanuel Kant aufbauten, weit verbreiten konnte und selbst einen Einfluss im Reichstag errang. Hinzu kommt, dass er eifrig an Psalmen arbeitete und sowohl im Psalmbuch von 1819 als auch jenem von 1937 vertreten ist.

Jacob Axelsson Lindblom hatte sehr früh verstanden, dass der Glaube nicht nur mündlich überliefert werden kann, sondern die Gläubigen und Priester schriftliche Werke benötigten, die ihnen die Leitlinien der Religion aufzeigen. Unter seiner Leitung als Erzbischof entstand daher eine Handbuch der protestantischen Kirche, ein neuer Katechismus und ein neues Psalmbuch. In seiner Eigenschaft als Erzbischof vertrat Lindblom in der Regierung auch den Priesterstand und unterschrieb die Regierungsreform aus dem Jahre 1809.


15. Februar 1950: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. Oktober 2012

Der deutsche Bischof Egino stirbt in Lund

Über den Werdegang von Bischof Egino, der am 19. Oktober 1072, nach seiner Rückkehr aus Rom, in Lund starb kennt man nur die Aussagen des Geschichtsschreibers Adam von Bremen. Egino war, wie Adam von Bremen, dem Bistum Hamburg-Bremen unterstellt, wobei anzunehmen ist, dass sich beide auch persönlich kannten und die meisten Aussagen über Egino auch den Tatsachen entsprechen.

Bischof Egino, Holzskulptur in der Dalby Kyrka bei Lund

Bischof Egino kam gegen das Jahr 1060 auf Einladung des dänischen Königs Sven Estridsson, der die deutsche und die dänische Kirche enger aneinander binden wollte, nach Skåne. Als Egino in Dalby, einem Sitz Estridssons, ankam, hatte er kein Bistum, sondern sollte vor allem Südschweden zwischen Blekinge und Bornholm bis zum Västergötland missionieren und die Ungläubigen vom wahren Glauben überzeugen, eine Aufgabe, die zu jener Zeit mehrere Missionare hatten.

Die Ankunft Eginos brachte gewisse Probleme mit sich, da in Lund bereits der aus England stammende Missionar Henrik Bischof war und dieser damit eigentlich auch der Vorgesetzte Eginos war, was weder der dänische König, noch das Bistum in Hamburg-Bremen wollte. Dies war auch der Grund, warum Egino sich im Kungsgård in Dalby aufhielt, bis Bischof Henrik dann im Jahre 1066 starb. Nun wurde Egino unmittelbar als Bischof nach Lund geschickt um das Bistum zu übernehmen.


19. Oktober 1979: Homosexualität keine Krankheit mehr in Schweden
19 Oktober 2011: Alf Åberg, ein Leben für die Geschichte Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. August 2012

Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität

Am 1. August 1593 wurde die Universität Uppsala als allgemeine Hochschule gegründet und damit zur ersten Universität Schwedens, da Lund damals noch Teil des dänischen Reiches war, die Stadt, in der man bereits 1425 eine wissenschaftliche Hochschule geschaffen hatte, 52 Jahre bevor in Uppsala die rein katholische Hochschule geschaffen wurde, die oft als der Vorläufer der Universität mit „studium generale“ bezeichnet wird.

Als 1477 die damals nördlichste Universität Europas gegründet wurde, hatte sie nichts mit den mehr südlich gelegenen Universitäten zu tun, denn Uppsala war von der katholischen Kirche getragen und der Leiter der Ausbildungseinrichtung war der Erzbischof des Bistums Uppsala. Bis zur Reformation unter Gustav Vasa wurden dort ausschließlich höhere Priester und zukünftige Bischöfe ausgebildet, die sich mit Latein, der katholischen Theologie und der Philosophie von Aristoteles auseinandersetzen mussten. Allgemeine Wissenschaft war an dieser ersten Hochschule daher kein Thema.

Mit Gustav Vasa verlor die Universität Uppsala dann vorübergehend jede Bedeutung und erst nach dem Kyrkomötet von 1593 in Uppsala wurde der Universitätsbetrieb wieder aufgenommen und neu geordnet. Einige Monate nach dem Treffen wurde aus der kirchlichen Einrichtung eine wissenschaftliche Universität im heutigen Sinne. Der Aufschwung für die Universität Uppsala kam dann jedoch erst mit dem Großmachtdenken Schwedens unter Gustav II. Adolf, denn auch wenn die nun protestantische Theologie weiterhin eine Rolle spielte, so setzte der König auf Staatswissenschaft und Geschichte, wobei er als Vorbilder der Uppsala Universität Erfurt, Greifswald oder auch Paris sah. Erst aus dieser Idee entwickelte sich dann die heutige Universität mit neun Fakultäten und rund 23.000 Studenten.


1. August 1557: Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte
1. August 1929: Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Copyright: Herbert Kårlin
 

Dienstag, 3. April 2012

Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens

Am 3. April 1581 wurde Johannes Rudbeckius in Ormesta bei Örebro geboren, ein Mann, der im 17. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Kirchenmännern Schwedens wurde. Bis zu seinem 28. Lebensjahr widmete sich Johannes nahezu ausschließlich seinen sehr vielseitigen Studien, die er nach seiner Schulzeit in Örebro und Strängnäs an der Universität in Uppsala und schließlich im deutschen Wittenberg fortsetzte.

Obwohl Johannes Rudbeckius nach seiner Promotion in Wittenberg wegen seiner extrem guten Leistungen eine Professur in Wittenberg und Würzburg angeboten wurde, lehnte er ab und kehrte als Mathematikprofessor nach Uppsala zurück. Bereits drei Jahre später brach er dann jedoch erneut nach Deutschland auf um dort theologische Wissenschaften zu studieren. Drei Jahre später kehrte er dann erneut nach Schweden zurück, wo er sich nun ganz der theologischen Forschung in Uppsala widmete und, nach einigen Umwegen, Bischof in Västerås wurde.

Seinen Einfluss verdankte Johannes Rudbeckius allerdings dem Umstand, dass er nach akademischen Streitigkeiten als Rektor der Universität Uppsala von Gustav II. Adolf als Hofprediger und Beichtvater an den königlichen Hof berufen wurde. Dort gewann er das Vertrauen des Königs, der ihm für seine Leistungen den Doktorgrad verlieh, was in jener Zeit eine besondere Ehre in Schweden und mit hohem Ansehen verbunden war. Mit Västerås ist Johannes Rudbeckius jedoch in besonderer Weise verbunden, da er in der Stadt 1623 das erste Gymnasium Schwedens gründete (Rudbeckianska Gymnasiet) und 1632 auch die erste Mädchenschule Schwedens.


3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Februar 2012

Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof

Am 9. Februar 1772 wurde Frans Michael Franzén in Uleåborg, im heutigen Finnland, geboren. Während des Finnischen Krieges kam er nach Schweden, wo er einer der bedeutendsten finnland-schwedischen Dichter wurde, der heute weniger für seine Poesie bekannt ist, als für seine Psalme, die noch heute in der offiziellen Psalmsammlung der Svenska Kyrkan zu finden sind.

Obwohl Frans Michael Franzén bereits 1797 den großen Preis der Svenska Akademien erhielt, begann seine poetische Karriere erst 1810 mit seiner Sammlung „Skaldestycken“, wovon allerdings zu jener Zeit nur ein einziger Band veröffentlicht wurde, bis er 1824 seine Gedichte über Fanny schrieb, die dann, gemeinsam mit seinen Jugendgedichten, als der Gedichtzyklus Selma och Fanny bekannt wurden und im gleichen Jahr als siebenbändiges Werk „Skaldestycken“ erschien, einem Werk, das bereits wenige Jahre später vergriffen war und, unter dem Titel "Samlade Dikter" erneut aufgelegt wurde.

Nach Willen des Vaters sollte Frans Michael Franzén Kaufmann werden, wie alle Vorfahren der Familie. Franzén zog es jedoch bereits mit 13 an die Königliche Akademie in Åbo, wo er Philosophie studierte und sich vor allem der deutschen und der englischen Richtung anschloss. Ab 1793 begann er dann Gedichte in der Stockholm-Posten zu veröffentlichen. Drei Jahre später begann er in Åbo als Bibliothekar zu arbeiten, was ihn letztendlich zu einer Professur in Philosophie führte. Bereits 1803 entdeckte Frans Michael Franzén jedoch, dass er zur Philosophie griff, weil dies seiner religiösen Einstellung entsprach. Er ließ sich daher zum Priester weihen und begann eine kirchliche Laufbahn. Bereits 1834 wurde er dann Bischof des Härnösand Stifts.

9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens

Der 5. Oktober 1997 war einer der bedeutendsten Tage in der Geschichte der Svenska Kyrkan, da an diesem Tag Christina Odenberg zum Bischof der Stiftung Lund geweiht wurde und damit die erste Frau Schwedens wurde, die dieses hohe Amt einnahm. Zehn Jahre lang übte Christina Odenberg ihr Amt aus, bevor sie dann in Pension ging und Schweden mit Antje Jackelén die dritte Bischöfin erhielt, die dann ebenfalls in Lund die Arbeit der Bischöfin Christina Odenbergs fortsetzte.

Die kirchliche Karriere von Christina Odenberg begann am 17. Dezember 1967, als sie mit 27 Jahren in der Storkyrkan in Stockholm zur Priesterin geweiht wurde. Von der konservativen Gruppe in der Svenska Kyrkan war die Bischöfin von Beginn an angefeindet, nicht nur, weil sie eine Frau war, sondern auch, weil sie am 27. Dezember 2001 die lesbische, eingetragene Partnerschaft zwischen Anna Karin Hammars und Ninna Edgardt Beckmans segnete und damit erstmals in der Svenska Kyrkan auch als kirchliches Oberhaupt die Homosexualität offiziell anerkannte.

Für die konservativen Priester in Skåne war dies eine der größten Sünden gegen Gott, weshalb sie in Skåne rund 500 Unterschriften von Geistlichen sammelten, die den Rücktritt der Bischöfin forderten. Chirstina Odenberg parierte den Schlag meisterhaft, indem sie bei einer Predigt darauf hinwies, dass die Mehrheit der Priester, die unterschrieben hatten, bereits pensioniert seien und dass diese der schwedischen Kirche Schaden zufügen, indem sie von der Kirche Verfolgten noch weiteren Schaden zufügen wollen und sie fragte diese konservativen Priester auch, ob es nicht sinnvoller sei ihre Kraft für die Verbreitung des Evangeliums zu verwenden statt Unterschriften zu sammeln.

5. Oktober 1785: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
5. Oktober 1938: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin