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Freitag, 13. April 2018

Der Reichsadmiral Klas Fleming

Klas Fleming kam gegen 1530 als Sohn eines adeligen Militärs in Pargas (Paraisten), im heutigen Finnland, zur Welt und begann daher ebenfalls eine militärische Laufbahn, die allerdings während der ersten Jahre sehr träge vor sich ging, da Fleming keinerlei höhere Bildung hatte. Erst als König Gustav Vasa während des russischen Krieges zu Ohren kam dass Fleming ein ausgezeichneter Skiläufer war, gab er diesem den Befehl über eine kleinere Einheit von Bauern aus Savolax (Savo). Dieser Auftrag führte letztendlich auch dazu, dass Fleming bei der Krönung des Königs Johan III. zum Freiherrn ernannt wurde und ein Jahr später Admiral wurde.

Eine wichtige politische Rolle bekam Klas Fleming im Jahr 1592, nach dem Tod von Johan III., denn nun schloss er sich König Sigismund an, der ihn zwei Jahre später als treuer Diener zum Reichsmarschall ernannte. Auf Grund dieses Schrittes entwickelte sich Klas Fleming, der am 13. April 1597 starb, zum bedeutendsten Gegner Herzog Karls, was sich auch dadurch ausdrückte, dass Fleming auch nach Ende des russischen Krieges im Jahr 1593 den Befehl über die in Finnland stationierten Truppen und Flotte behielt und nur den Befehlen Sigismunds folgte, was Herzog Karl bedeutende Probleme verursachte, da er damit einen bedeutenden Teil des Militärs gegen sich gerichtet sah.

Auch wenn Karl Fleming bei seinen Soldaten beliebt war, so keimte ab 1594 der Widerstand gegen den Kriegsherren, denn er zeigte sich gegenüber der Landbevölkerung Finnlands als Tyrann und zwang die Bauern seinen Soldaten Unterkunft und Nahrung zu bieten ohne ihnen auch nur die kleinsten Entschädigungen zu bieten. Fleming gelang es zwar die zwei kriegerischen Aufstände der Landbevölkerung Österbottens niederzuschlagen, aber er sah sich 1597 dennoch gezwungen  die Rückführung seiner Armee nach Schweden einzuleiten, mit dem Vorsatz dort gegen Herzog Karl zu ziehen. Allerdings sollte es zu diesem Schritt nicht mehr kommen, da Fleming 1597 dann plötzlich starb.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1888: Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. März 2018

Der Reichsrat Nils Gyllenstierna

Nils Gyllenstierna kam im Laufe des Jahres 1526 zur Welt und starb im Oktober 1601 auf Fågelvik bei Kalmar. Auch wenn der Name Gyllenstierna vor allem mit der Svenska Kyrkan verbunden wird, die er beim Uppsala Kyrkomöte am 1. März 1593 als Staatskirche festigte, so ist Nils Gyllenstierna auch der Stammvater des Adelsgeschlechtes Gyllenstierena und er war unter mehreren Königen der Stadthalter Smålands. Obwohl sich Gyllenstierna auch nicht aktiv in die Politik einmischen wollte, war er auch über sehr lange Zeit hinweg der bedeutendste Diplomat verschiedener Könige, der zahlreiche Krisen beilegen musste und dafür in die unterschiedlichsten Länder geschickt wurde.

Eine sehr bedeutende Rolle spielte Nils Gyllenstierna unter König Johann III., denn 1569 nahm er an den Friedensverhandlungen mit Dänemark teil, er spielte eine Rolle beim Frieden von Stettin und der König vertraute ihm 1570 den Oberbefehl über das gesamte Småland an. Im Jahr 1587 gelang es Gyllenstierna sogar, dank seiner diplomatischen Erfahrung, auch König Johann III. und seinen Bruder, Herzog Karl (Karl IX.), zu einem Vergleich zu bringen, der einen jahrelangen Streit beendete. Führten die Verhandlungen zu größeren Problemen, so griff Gyllenstierna zu einer sehr eigenen Diplomatie, denn er wurde krank bis sich das größte Problem von selbst gelöst hatte und er nur noch kleinere Probleme lösen musste.

Probleme traten für Nils Gyllenstierna im Grunde erst nach dem Tode des Königs Johan III. auf, da er dann ins Kreuzfeuer zwischen Herzog Karl und dem katholischen König Sigismund geriet, ein Problem, das ihm, zumindest vorübergehend, auch finanzielle Probleme brachte. Auch hier war es seine diplomatische Fähigkeit, und erneut eine längere Krankheit, die ihm die Gunst von Herzog Karl zurückbrachte, der Gyllenstierna, auch als König Karl IX., bis zu dessen Lebensende immer wieder um Rat fragte, auch wenn Gyllenstierna im Alter immer häufiger eine Krankheit vorschieben konnte um keine negative Antwort geben zu müssen.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1918: Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Dezember 2016

Der Bauherr und Industrielle Willem de Besche

Willem de Besche kam am 3. Dezember 1573 als Sohn eines Architekten und Kaufmanns im belgischen Liège (Lüttich) zur Welt und ging im Alter von 22 Jahren nach  Schweden und ließ sich in Nyköping nieder. Der Grund für den Umzug war ein Auftrag als Baumeister für das Schloss Nyköping, das de Besche ab 1604 erbaute. Im Jahre 1610 wurde aus dem Baumeister dann der Inspektor einer Eisenhütte bei Nyköping, da Karl IX. die Eisengewinnung im Södermanland um diese Zeit massiv ausbauen wollte und dabei gleichzeitig Techniken aus anderen Ländern einführen wollte, zum anderen auch neue Städte entstehen sollten.

Ab 1604 hatte Willem de Besche dann zwei Aufgaben gleichzeitig, denn er folgte seinem Schwiegervater Peter Dionysius als Schlossbaumeister und er hatte die Aufgabe die Eisenwerke des Königs auszubauen und zu modernisieren. Sechs Jahre später hatte de Besche bereits acht Eisenhütten zu überwachen, wobei er dabei feststellte dass es es für die notwendigen Verbesserung der Leistung von Hochöfen in Schweden keine Arbeiter gab. Karl IX. erlaubte ihm daher die Fachkräfte aus Deutschland, Frankreich und Belgien zu holen, denen, unter anderem, auch unmittelbar die schwedische Staatsangehörigkeit verliehen wurde ohne dass sie die ursprüngliche Staatsbürgerschaft ablegen mussten. Auf diese Weise gelang es de Besche in Schweden sehr moderne Eisenhütten aufzuauen.

Bereits sehr früh hatte Willem de Besche auch begonnen, mit Zustimmung des Königs, ein eigenes Eisenwerk aufzubauen, auch wenn diese eigene Aktivität erst wirklich in Gang kam als er seinen Landsmann Louis de Geer kennenlernte, denn mit Hilfe von de Geers Geld erhielt de Besche von Gustav II. Adolf die Privilegien das Eisenwerk in Finspan zu betreiben. Während de Besche hierbei vor allem die Techniken erneuerte, agierte de Geer, der um diese Zeit noch kein schwedischer Staatsbürger war, als Kaufmann, denn dieser erkannte den immensen Waffenbedarf des Königs und gemeinsam errichteten die beiden daher die bedeutendste Waffenfabrik Schwedens, wobei die Waffen natürlich auch teilweise in den vom König genehmigten Export gingen. Als Willem de Besche am 10. Februar 1629 in Finspån starb, hatte er nahezu das gesamte Hüttenwesen Schwedens revolutioniert und Schweden zu einem Exportland von Eisen gemacht.


3. Dezember 1864: Die schwedische Künstlerin Anna Boberg
3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. November 2016

Der schwedische Erzbischof Johannes Canuti Lenaeus

Johannes Canuti Lenaeus wurde am 29. November 1573 in Lena im Uppland als Sohn eines Hofpredigers geboren und studierte nach dem Besuch der Kathedralschule in Uppsala ab 1597 Theologie und Philosophie an der Universität Uppsala. Nach zwei Jahren in Uppsala wechselte Lenaeus für einige Jahre an die Universität in Wittenberg, da dort die neusten philosophischen Strömungen unterrichtet wurden. Gleichzeitig mit Johannes Rudbeckius wurde Lenaeus jedoch zwei Jahre später nach Schweden zurückgerufen um zu erklären welche tatsächlichen Beziehungen er zu den mutmaßlichen Feinden von Herzog Karl, dem späteren Karl IX. hatte.

Johannes Canuti Lenaeus und Johannes Rudbeckius, die beide gleichzeitig Professoren an der Universität Uppsala waren, gehörten zur Gruppe der Neoaristotelisten und widersetzten sich daher der Gruppe der konservativen Gruppe an der Universität, was sich insbesondere auch dadurch ausdrückte, dass Lenaeus die staatliche und die kirchliche Macht trennen wollte und auch davon ausging, dass die reine Logik auch innerhalb der Theologie ihre Gültigkeit habe. Diese damals moderne Warte innerhalb der Theologie machte Lenaeus weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und sein Werk De Veritate et Excellentia Christianae Religionis, Brevis informatio im Jahre 1638 wurde daher in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Obwohl Johannes Canuti Lenaeus sich gegen den Versuch des Königs und des Adels wehrte, die mehr Einfluss auf die Kirche ausüben wollten, und obwohl der Theologe kein echter Neuerer der Lehre war, gilt er als eine wichtige Figur während des Beginns der Großmachtszeit Schwedens, da er zu jenen Personen gehörte, die mit der früheren konservativen Strömung der Theologie abgeschlossen hatten. Trotz bedeutenden Widerstands wurde Lenaeus 1647 zum Erzbischof Schwedens ernannt und stand damit auch dem Königshaus nahe. In der Eigenschaft als Erzbischof krönte der Theologe auch Königin Kristina und Karl X. Gustav. Nach seinem bedeutendsten Werk De jure Regio, zeigte ihm zwar Königin Kristina vorübergehend die kalte Schulter, da sich Lenaeus in diesem Werk für die konstitutionelle Theokratie ausgesprochen hatte, aber da das Werk von sämtlichen Priestern des Landes, die nicht in den Adelsstand aufgenommen worden waren, als Meisterwerk betrachtet wurde, war der Erzbischof ab dieser Zeit gewissermaßen unantastbar und ein wichtiges Bindeglied zwischen Adel und Volk.


29. November 1772: Der schwedische Philosoph Carl Mesterton
29. November 1927: Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York
29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1940: Die Gründung des Studienverbands Medborgarskolan
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup
29. November 2011: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 20. März 2016

Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet

Bei einer der Personen, die am 20. März 1600 während des Blutbades von Linköping hingerichtet wurden, war Reichsrat und Hofmarschall Gustav Axelsson Banér. Kurz bevor Banér vom Scharfrichter geköpft wurde, gebot er noch der wartenden Menge ein kurzes Schweigen und erklärte sich unschuldig, denn sein einziges Vergehen war dem vorherigen offiziellen König Sigismund die Treue gehalten zu haben. Banér schloss seine Rede damit, dass er dem Volk zurief, dass die Hinrichtung von vier Unschuldigen dazu führen würde dass nun 22 Kinder ohne Väter und vier Witwen täglich Gott anrufen würden.

Gustav Banér kam am 19. Mai 1547 auf Schloss Djursholm zur Welt und stand während des Aufstands gegen Erik XIV. der Gruppe um Herzog Karl, dem späteren Karl IX. nahe, was dazu führte, dass er bereits im Alter von 23 Jahren von Johan III. zum Reichsrat ernannt wurde und 1571 des finnische Heer anführte, eine Aufgabe bei der er allerdings versagte. Verhängnisvoll wurde für Banér jedoch dass er sich König Sigismund anschloss als dieser König Schwedens wurde da dies Herzog Karl ihm nie verzeihen sollte, da dieser sich selbst als einziger würdiger König Schwedens empfand und sich übergangen fühlte.

Ein weiteres Problem für Gustav Banér war, dass er im Auftrag von Johan III. und Herzog Karl zwischen dem schwedischen Königshaus und Sigismund vermitteln musste, dies jedoch so neutral wie möglich machte, obwohl er wusste dass seine indirekte Aufgabe war Sigismund von Schweden fernzuhalten um den katholischen Einfluss aus dem Reich zu verbannen, eine Aufgabe, die unmöglich zu erfüllen war. Gerade diese neutrale Einstellung schätzte wiederum Sigismund und machte Banér in den Augen von Herzog Karl zum Verräter. Als Banér daher nach der Schlacht bei Stångebro an Herzog Karl ausgeliefert wurde, konnte er auf Grund seiner Loyalität der Todesstrafe nicht entgehen.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. November 2015

Die Götaälvbron in Göteborg als Bindeglied

Schon Karl IX. plante zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Brücke, die das Festland, und damit Göteborg, mit der Insel Hisingen verbinden sollte, da der König auf der Insel den Bau Götheborgs plante. Da diese Stadt bereits nach wenigen Jahren von dänischen Kriegern dem Erdboden gleichgemacht wurde, wurde der Plan der Brücke nie umgesetzt und es sollte bis 1874 dauern bis dann die erste Brückenverbindung, eine Drehbrücke, dieses Mal mehr flussaufwärts, entstand, eine Brücke die bis 1968 existierte und mit der Inbetriebnahme des Tingstadstunnels abgerissen wurde.


Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Stadtverwaltung jedoch klar, dass diese Brücke unzureichend war und man diskutierte über eine neue Brücke oder, alternativ, einen Tunnel, der Göteborg mit der Insel Hisingen verbinden sollte. Aber erst 1933 konnte man sich dann für den Bau einer Brücke, die heutige Götaälvbron, entscheiden und zwei Jahre später entstand die bis dahin größte Baustelle Göteborgs, da man nicht nur eine Brücke bauen musste, sondern auch die Zufahrtsstraßen, was bedeutete, dass auch einige Häuser am Flussufer abgerissen werden mussten, andere mussten umgebaut werden oder an einer nahen Stelle neu aufgebaut werden.

Als die Götaälvbron am 26. November 1939 eingeweiht wurde, eine Klappbrücke, die auf Grund der regen Schifffahrt auf dem Göta älv die sinnvollste Lösung schien, hatte diese eine Gesamtlänge von 910 Metern, deren Strecke sich durch Zufahrten geradezu verdoppelte. Seit dem Ausbau der Brücke, der 1958 abgeschlossen war, verfügt die Götaälvbron über sechs Fahrspuren, zwei davon ausschließlich für Busse und Straßenbahnen. Zu jener Zeit war diese Brücke die wichtigste Straßenverbindung nach Norwegen und das Bohuslän und der wachsende Verkehr zwang die Stadt bald dazu eine zweite Brücke und einen Tunnel unter dem Fluss zu bauen, so dass die Götaälvbron nur noch dem Lokalverkehr dienen konnte. Mittlerweile ist die Brücke so alt geworden, dass sie entweder vollständig renoviert werden muss, oder, eine neue Brücke zu bauen ist. Die Stadtverwaltung hat sich für die letztere Lösung entschieden.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1803: Die schwedische Schriftstellerin Wilhelmina Ståhlberg
26. November 1867: Hans Jakob Lundborg und die Erweckungsbewegungen
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1952: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm
26. November 1970: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. August 2015

Der schwedische Reichsmarschall Jakob De la Gardie

Als Jakob De la Gardie am 12. August 1652 im Alter von 69 Jahren in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten Kriegsherren Schwedens in die Geschichte ein, obwohl seine Erfolge auf dem Feld zu zählen waren. Bedeutend für seinen Ruf war vor allem, dass er seit seinem Eintritt ins Militär höchstes Vertrauen genoss und Gustav II. Adolf ihn 1630 zu seinem Stellvertreter in allen Verteidigungsfragen gemacht hatte. Auch nach dem Tode des Königs hatte De la Gardie die Leitung des Kriegskollegiums und war damit eine der Personen, die die Vormundschaftsregierung für Königin Kristina hatten.

Jakob De la Gardie war am 20. Juni 1583 von einem aus Frankreich stammenden Vater in Reval, dem heutigen Tallin, zur Welt gekommen und war, nachdem sein Vater 1585 ertrunken war, von seiner Großmutter mütterlicherseits im heutigen Finnland erzogen worden. Schon als Kind war es für De la Gardie klar, dass er eine militärische Laufbahn ergreifen würde, vermutlich, weil er keinerlei anstrengender Arbeit nachgehen wollte, was sein finnischer Beinahme „der Faule“ aussagt. Das Soldatenleben schien für den Jugendlichen jedoch passend, denn bereits im Alter von 18 Jahren hatte er den Grad eines Oberst erreicht. Allerdings wurde er während seines ersten Kriegseinsatzes, der Verteidigung von Wolmar, dem Valmiera des heutigen Lettland, von den Polen gefangen genommen und erst 1606 wieder aus der Gefangenschaft entlassen.

Als Kriegsherr geriet Jakob de la Gardie anschließend in das Problem, dass Schweden und Polen gleichzeitig ihren Einfluss in Russland ausbauen wollten und Karl IX. De la Gardie mit seinen Truppen nach Russland schickte um zum einen die polnischen Angreifer in Schach zu halten, zum anderen darauf hinzuwirken, dass ein Schwede zum Zar ernannt wurde. De la Gardie gelang es zwar Moskau und Nowgorod einzunehmen, aber da er auf sehr viele Legosoldaten angewiesen war, die ihn in Russland bald im Stich ließen, musste er sich zurückziehen und 1610, bei der Schlacht bei Kluschino, musste der Befehlshaber De la Gardie letztendlich kapitulieren. In den Folgeahren war der Krieger dann mehr mit Planungsaufgaben betraut als auf dem Feld zu finden.


12. August 1323: Der Frieden in Nöteborg in der schwedischen Geschichte
12. August 1763: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 29. Juli 2015

Anna Maria von der Pfalz wird Kronprinzessin in Schweden

Als Anna Maria von der Pfalz am 29. Juli 1589 in Eskilstuna als Herzogin des Södermanland starb, war sie zwar durch ihre Ehe mit Herzog Karl, dem späteren Karl IX. zwar Kronprinzessin Schwedens gewesen, aber da ihr Ehemann erst zehn Jahre nach ihrem Tod zum König gekrönt wurde, wurde an ihrer Stelle Kristina von Holstein-Gottorp die Königin Schwedens. Da von ihren sechs Kindern, die sie als Kronprinzessin zur Welt brachte, nur ein Mädchen nicht bereits in jungen Jahren starb, konnte Anna Maria von der Pfalz Schweden auch keinen Thronfolger bieten.

Anna Maria von der Pfalz war am 24. Juli 1561 im deutschen Heidelberg als älteste Tochter des Kurfürsten Ludwig VI. von der Pfalz zur Welt gekommen und traf ihren Ehemann erstmals 1578, als der spätere Karl IX. ihren Vater besuchte. Auch wenn man annimmt, dass das Treffen und die Ehe von der Schwester Herzog Karls, also von Anna Maria Vasa, die in Deutschland verheiratet war, arrangiert wurde, verliebte sich das Paar und Anna Maria von der Pfalz heiratete im Alter von 18 Jahren den um zehn Jahre älteren Herzog am 11. Mai 1579 in Heidelberg, um nach der Ehe unmittelbar zu ihrem Ehemann nach Schweden zu ziehen.

Auch wenn die Ehe zwischen Anna Maria von der Pfalz und Herzog Karl als sehr glücklich galt und die Kronprinzessin in Schweden beliebt war, so wurde sie von adeliger Seite mit Misstrauen betrachtet, da das Gerücht aufkam, dass die streng gläubige Maria af Pfalz ihren Ehemann von der kürzlich in Schweden eingeführten Staatsreligion abbringen würde, zumal Anna Maria von der Pfalz, gemeinsam mit ihrem Gefolge, das Recht erhalten hatte ihren kalvinistischen Glauben beibehalten zu können. Der frühe Tod der Kronprinzessin war indes kein Wunder, denn Maria af Pfalz galt bereits als Kind als kränklich und schwach. Heute erinnern noch der Kungsgården Marieholm und die Stadt Mariestad an die Kronprinzessin. Mariestad wurde 1583 von Herzog Karl angelegt und nach seiner Ehefrau benannt.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. März 2015

Das Blutbad von Linköping

Gründonnerstag der 20. März 1600 sollte als das Blutbad von Linköping in die schwedische Geschichte eingehen, da an diesem Tag fünf Reichsräte hingerichtet wurden, die sich beim Krieg zwischen Herzog Karl, dem späteren Karl IX., gegen Sigismund letzteren unterstützten. Diese Hinrichtung wird heute als einer der bedeutendsten Rechtsskandale Schwedens betrachtet, da sich die fünf Hingerichteten im Grunde nichts zu Schulden kommen lassen hatten, sondern lediglich zum offiziellen König des Landes gehalten hatten und die Revolution von Herzog Karl als unrechtmäßig betrachteten.

Das Problem entstand als Sigismund sich nicht an die ursprünglichen Abmachungen hielt, die es ihm ermöglicht hatten König Schwedens zu werden, denn er hatte mehrere katholische Adelige zu Stadthaltern in Schweden und Finnland gemacht und versuchte den Katholizismus erneut in Schweden einzuführen. Herzog Karl hielt sich daher nicht mehr an die Weisungen des Königs gebunden und baute ein Heer auf, das Sigismund verjagen sollte. Als Herzog Karl beim folgenden Bürgerkrieg im September 1598 die Schlacht bei Stångebro gewann, gab er sich nicht damit zufrieden, dass Sigismund nun Schweden die Treue schwor, sondern wollte selbst den schwedischen Thron besteigen. Um ein deutliches Zeichen zu geben, dass er keinen Widerstand als selbst ernannter Reichsvorstand erlaubte, ließ er zahlreiche Adelige gefangen nehmen, die bis dahin Sigismund treu gewesen waren.

Am 3. März 1600 richtete Herzog Karl dann in Linköping einen Gerichtshof ein bei dem er selbst als Ankläger gegen zahlreiche Adelige auftrat, die er 25 verschiedener Verbrechen beschuldigte, darunter auch des Staatsverrats, da dieser mit dem Tode bestraft wurde. Die Adeligen gaben mehrere der harmloseren Anklagepunkte zu, versicherten jedoch alle, dass sie keine Verräter waren, was für Herzog Karl jedoch keine Rolle spielte. Diejenigen, die sich ihm zu Füssen warfen und um Gnade baten, durften dann jedoch am Leben bleiben und nur fünf unter den Angeklagten wurden am 20. März des gleichen Jahres hingerichtet, verloren dabei auch jede Ehre und ihre Güter wurden von Herzog Karl eingezogen, was die Familien der Hingerichteten in die größte Armut warf.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten 
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström 
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. März 2015

Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein

Als im Jahre 1598 der russische Zar Fjodor kinderlos starb und damit der russischen Thron leer stand, gab es mehrere Kandidaten, die alle der Überzeugung waren geeignete Nachfolger zu sein, ohne jedoch das Volk wirklich mehrheitlich auf seiner Seite zu haben. Während dieser internen Unruhen entschloss sich der schwedische König Karl IX. Wassili Schuiski  zu stützen, da dieser Schweden gegenüber freundlich gesinnt war, was jedoch Probleme mit den Polen verursachte, da diese Wladislaw Wasa bevorzugten, der von Schweden auf keinen Fall für gut geheißen wurde, nicht zuletzt wegen den Erfahrungen mit Sigismund, denn Wladislaw war dessen Sohn.

In der Zeit der Wirren, wie diese Epoche oft genannt wird, zeigte sich sehr schnell, dass die Entscheidung nur über Kämpfe erreicht werden konnte und in Russland brach ein Bürgerkrieg aus. Als Schuiski erkannte, dass er die Auseinandersetzungen nicht ohne fremde Hilfe gewinnen konnte, verhandelte er mit Karl IX., der ihm 1609 eine Armee von 5000 Soldaten zusagte, allerdings auf Kosten Russlands. Am 12. März 1610 gelang es dann Jakob De la Gardie in Moskau einzuziehen, der Stadt, die seit zwei Jahren von den Polen belagert worden war und bis dahin als uneinnehmbar galt.

Aber auch wenn dieser Sieg bedeutend schien und Schweden anschließend noch einige Kämpfe gewann, so kam es im Juni zur bekannten Schlacht bei Kluschino, bei der Jakob De la Gardie keine andere Wahl mehr hatte als zu kapitulieren oder seine Soldaten in den Tod zu scchicken. Auf diese Weise konnte der Heerführer De la Gardie Schweden auch die größten Probleme vermeiden, denn die Landesgrenzen wurden beibehalten und das schwedische Heer konnte geschlossen Russland verlassen, wenn auch nur unter der Zusage Schuiski bei seinen Forderungen des Thrones nicht mehr zu unterstützen.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen 
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens 
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA 
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag 
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle 
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen 
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. März 2015

Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm

Carl Carlsson Gyllenhielm kam am 4. März 1574 als unehelicher Sohn von Herzog Karl, dem späteren König Karl IX. und seiner Geliebter, Karin Nilsdotter, zur Welt und erhielt daher seine Erziehung und seine Bildung auf Gut Julita, gemeinsam mit anderen adeligen Söhnen, jedoch weit entfernt vom Königshof. Um seine Bildung abzuschließen, wurde Gyllenhielm, der im Alter von 18 Jahren vom einem Vater in den Adelsstand erhoben wurde und seinen Namen erhielt, noch an den französischen Hof geschickt um die dortigen Sitten zu lernen und um auf internationalem Niveau auftreten zu können.

Als Carl Carlsson Gyllenhielm 1597 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Kammerjunker ernannt und wurde einer der Vertrauten des Herzogs, der mit sehr bedeutenden Aufgaben betraut war. Sein Glück sollte jedoch nur wenige Jahre dauern, denn durch die Rückkehr von Sigismund kam es zu kriegerischen Handlungen mit Polen bei denen Gyllenhielm, gemeinsam mit Jakob De la Gardie, 1601 von den Polen gefangen genommen wurde und dort zwölf Jahre lang unter teilweise sehr schwierigen Verhältnis im Gefängnis auf einen Gefangenenaustausch warten musste. Nach  der Rückkehr aus der Gefangenschaft ernannte ihn sein Halbbruder Gustav II. Adolf dann zum Freiherren, anschließend zum Feldmarschall und 1617 auch zum Stadthalter.

Aber auch wenn Carl Carlson Gyllenhielm lebenslang mit politischen Aufgaben betraut war und selbst in der Vormundschaftsregierung von Königin Kristina zu finden war, so lag seine Fähigkeit mehr in der Industrie, denn als er 1915 Huseby als Leihgabe erhielt, baute er dort das Zentrum der südschwedischen Eisenindustrie auf, die 300 Jahre lang ihre Bedeutung behielt, und im Småland war Gyllenhielm der erste, der dort eine Glashütte anlegte und damit die Grundlage für einen ganzen Industriezweig der Region legte, dessen Spurten heute noch sehr deutlich zu finden sind.


4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin 
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Januar 2015

Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip

Da Prinz Karl Filip, auch Carl Philip geschrieben, bereits am 25. Januar 1622 im Alter von 21 Jahren in estländischen Narva starb, hatte er in der schwedischen Geschichte selbst nur eine geringe Bedeutung, aber trotz des jungen Alters trat er unter den verschiedensten historischen Umständen auf und ist der einzige schwedische Prinz, der als Kandidat zum Zar von Russland eine ernsthafte Chance hatte gewählt zu werden. Bereits 1611 war beim König Schwedens ein russischer Bote mit diesem Angebot angekommen, denn Novgorod, das damals unter schwedischer Herrschaft stand, hatte den jungen Prinzen als zukünftigen Zaren vorgeschlagen.

Karl Filip kam am 22. April 1601 im Schloss Reval im Estland als Sohn von Karl IX. und Kristina von Holstein-Gottorp zur Welt und war damit der jüngere Bruder des späteren Königs Gustav II. Adolf. Da Karl Filip nicht als Thronfolger vorgesehen war, erhielt er vom Vater die Herzogtümer Södermanland, Närke und Värmland, die ihm die Zukunft sichern sollten. Da Karl Filip jedoch nicht mündig war, wurde seine Mutter zum Vormund ernannt, die wenig Interesse an ihm zeigte, jedoch alles für den Thronerben Gustav II. Adolf tat, da dieser in ihren Augen einer der bedeutendsten Könige Schwedens werden sollte.

Letztendlich war es auch Kristina von Holstein-Gottorp die ihrem Sohn Karl Filip nicht als Zaren sehen wollte, denn dies hätte ihn auf die gleiche Stufe gesetzt wie den Erstgeborenen. Sie verhinderte daher auch einen Teil er Verhandlungen und machte ihrem jüngsten Sohn selbst die Herzogtümer streitig und wollte diese für Gustav II. Adolf zurückholen, denn immerhin handelte es sich dabei um bedeutende Industriegebiete, die die Staatskasse füllen konnten und für die kommenden Kriege von Interesse waren. Im September 1621 konnte sich Karl Filip noch über den schwedischen Sieg in Riga freuen, da dies seinen Ruf aufwertete, aber bereits wenig später erkrankte er, wurde zur Pflege nach Narva geschickt, und starb dort im folgenden Januar.


25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur 
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
25. Januar 1922: Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden 
25. Januar 1931: Der schwedische Musiker Stikkan Anderson kommt zur Welt 
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus
25. Januar 1956: Der berühmte Alkoholhändler Ivan Bratt stirbt in Bettna
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher
25. Januar 1957: Die ersten Massenimpfungen gegen Polio in Schweden
25. Januar 1967: Das U-Boot HMS Sjöormen wird zu Wasser gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. November 2014

Reichsrat Mauritz Stensson Leijonhufvud

Auch wenn Mauritz Stensson Leijonhufvud bereits am 23. November 1607 im Alter von 48 Jahren auf Käggleholm in Närke starb, so spielte er unter Herzog Karl, dem späteren König Karl IX. eine bedeutende Rolle in der schwedischen Geschichte, die damit begann dass Leijonhufvud noch als Page im Jahre 1578 dem Herzog auf seiner Verlobungsreise nach Heidelberg folgte. Nahezu zwei Jahre lang blieb Leijonhufvud dann am Hofe von Ludwig VI. von der Pfalz um anschließend, vor seiner Rückkehr nach Schweden, noch Frankreich, Italien und Deutschland zu bereisen.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr im Jahre 1584 wurde Mauritz Stensson Leijonhufvud dann von Herzog Karl im Kreise seiner Berater und im Reichsrat aufgenommen und erhielt mehrere bedeutende politische Aufgaben. Nur ein Jahr später schickte ihn Herzog Karl sogar als seinen persönlichen Vertreter zur Hochzeit des Königs Johan III., einer Aufgabe, der in den Folgejahren mehrere diplomatische Aufgaben als Abgesandter des Herzogs, unter anderem in Polen und in Holstein, folgen sollten.

Bald war Mauritz Stensson Leijonhufvud, der am 10. September 1559 auf Kärra zur Welt gekommen war, der engste Vertraute des Herzogs, in dessen Namen er 1592 auch dessen zweite Ehefrau, Christina von Holstein, an der Grenze zu Schweden empfing. Zwei Jahre bevor Herzog Karl zum König Schwedens wurde, war Leijonhufvud zum Reichsdrot aufgestiegen, dem höchsten Amt des Landes, was auch dazu führte, dass der Politiker während er Abwesenheit von Karl IX. im Jahre 1605 die gesamten Geschäfte des Königs in Schweden führte. Nach seinem plötzlichen Tode bezeichnete ihn der König als den klügsten und vornehmsten Vertreter des Reichsrates.


23. November 1833: Hausangestellte auf dem Lande in Schweden
23. November 1858: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
23. November 1860: Hjalmar Branting verändert Schweden
23. November 1879: Die schwedische Künstlerin Sigrid Fridman
23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson
23. November 1904: Die Skansen Kronan in Göteborg
23. November 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden

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Mittwoch, 17. September 2014

Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen

Die Schlacht bei Kirkholm am 17. September 1605 (Julianischer Kalender) wurde während des zweiten Polnischen Krieges ausgetragen und ging vor allem deswegen in die Geschichte ein, weil dabei das schwedische Heer mit 11.000 Soldaten innerhalb von vier Stunden von nur 3700 Husaren besiegt wurde, Kämpfern, die sich aus polnischen und litauischen Reitern zusammensetzen, also einer der größten Verluste Schwedens bezeichnet wird. Bei Kirkholmen wurden insgesamt rund 9000 schwedische Soldaten getötet, prozentual weitaus mehr als bei der legendären Schlacht bei Poltave knapp 100 Jahre später.

Die Schlacht bei Kirkholmen ist vor allem deswegen von geschichtlichem Interesse, weil der schwedische Verlust, unter anderem, darauf zurückzuführen war, dass sie in einer festen Formation gegen die sogenannten „beflügelten“ Husaren zu kämpfen hatten, ein Reiterheer, das nahezu überall gleichzeitig sein konnte. Diese Erfahrung führte dazu, dass Karl IX. nach einer moderneren Kriegsführung suchte, die in großen Zügen jener der Feinde nahe kam. Ab diesem Verlust setzen die Schweden auf eine mobile Kriegsführung, die es ihnen erlaubte schnell an Gefahrenpunkten zu sein, was sich bei späteren Kriegen, vor allem aber unter dem Dreißigjährigen Krieg, als enormer Vorteil erwies und letztendlich die Kriegsführung in ganz Europa änderte.

Im Grunde hätte dieser Krieg mit Polen für Schweden zu schwerwiegenden Folgen führen können, aber Karl IX. hatte das Glück, dass nur kurze Zeit nach dieser Schlacht bedeutende Unruhen in Polen ausbrachen und Sigismund sich daher erst um das eigene Land kümmern musste, was den Schweden Zeit gab sich auf neue Kämpfe vorzubereiten. Der König selbst entkam der Schlacht nur dank seines Rittmeisters Henrik Wrede, der Karl IX. sein Pferd gab damit dieser die Flucht ergreifen konnte. Wrede starb dadurch jedoch noch auf dem Schlachtfeld.


17. September 936: Der Hamburger Bischof Unni in Schweden
17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum
17. September 1702: Der Naturforscher und Mediziner Olof Rudbeck der Ältere
17. September 1811: August Blanche und das Stockholmer Milieu des 19. Jahrhunderts
17. September 1868: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

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Sonntag, 29. Juni 2014

Seved Ribbing, Reichsschatzmeister und Reichsrat

Auch wenn man heute große Teile der Rolle Seved Ribbings innerhalb der schwedischen Geschichte kaum kennt, so geht aus einigen wenigen Dokumenten hervor, dass Ribbing bis zu seinem Tod am 29. Juni 1613 eine Sonderstellung am Hof einnahm und nahezu täglich von Gustav II. Adolf um Rat gefragt wurde. Beim Tod von Karl IX. trug Ribbing auch den Reichsapfel, ein Privileg, das nur den engsten Vertrauten des Königs anvertraut werden konnte. Leider sind die Dokumente über Ribbing so selten, dass seine tatsächliche Macht als Reichsrat und Reichsschatzmeister nicht zu bewerten ist.

Seved Ribbing, der am 6. März 1552 geboren worden war, erscheint 1571 erstmals in der Geschichte Schwedens, als er, wie auch seine Brüder, unter Johan III. am schwedischen Hof aufgenommen wurde. Bereits drei Jahre später wird Ribbing als Beisitzer eines Rechtsprozesses genannt und 1588 hatte er das gesamte Rechtswesen Västergötlands in Händen. Auf Grund seiner neutralen Haltung und seinen überlegten Entscheidungen gehörte Ribbing anschließend zu jenen Personen, denen auch Sigismund das Vertrauen aussprach, auch wenn sich später zeigte, dass sich der Reichsrat mit der Zeit immer mehr Herzog Karl näherte.

In den Folgejahren taucht Seved Ribbings Name auf den unterschiedlichsten juristischen Schriftsätzen des Landes auf und im Jahre 1600 wurde er vom König sogar als der Richter eingesetzt, der in Linköping (Blutbad von Linköping) über den Reichsrat zu urteilen hatte. Seine besondere Stellung im Reich zeigt sich dann auch darin, das Ribbing bereits ein Jahr bevor er Reichsrat wurde, die Vollmachten eines Schatzmeisters des Landes erhielt, was in der Geschichte Schwedens extrem ungewöhnlich ist. Erst 1607 wurde ihm dieser Titel dann offiziell von Karl IX. verliehen.


29. Juni 1561: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1831: Die schwedische Schriftstellerin Rosa Arbman
19. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

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Sonntag, 15. Juni 2014

Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna

Gabriel Gustafsson Oxenstierna af Eka och Lindö kam am 15. Juni 1587 in Reval, dem heutigen Tallinn, in Estland zur Welt, da sein Vater um diese Zeit dort als Statthalter tätig war. Oxenstierna gilt als sehr frühreif, da er von Beginn an die gleiche Ausbildung erhielt wie sein Bruder, der jedoch vier Jahre älter war. Im Alter von nur zwölf Jahren machte er, gemeinsam mit zwei seiner Brüder eine vierjährige Auslandsreise, wobei er in diesen Jahren nachweislich in drei deutschen Universitäten eingeschrieben war. Nach seiner Rückkehr im Jahre 1603 trat der 18-Jährige dann dem Militär unter Karl IX. bei. Auf Grund seiner Leistungen stieg Oxenstierna dann die Erfolgsleiter nach oben und vermutlich 1618 wurde er Statthalter Stockholms und des Uppsala läns.

Im Jahre 1624 trat Gabriel Gustafsson Oxenstierna als Stadthalter zurück und beschäftigte sich, nun unter Gustav II. Adolf, vor allem mit einer Reform der Handwerksgilden um jedoch später am Svea Hovrätt (Svea Landesgericht) aktiv zu werden. Oxenstierna hatte in dieser Zeit eine Neigung zu einer friedvollen Politik gefunden und arbeitete daraufhin zu, dass sich Schweden vom Krieg in Deutschland zurückziehen solle, denn er zählte mehr auf diplomatische als auf kriegerische Lösungen, was sich auch bei seinem Verhältnis zu Dänemark zeigte. Allerdings führte dies auch zu großen Spannungen in der internen Politik Schwedens, da Oxenstierna mit diesen Ideen im Abseits stand.

Wenn man heute von Gabriel Gustafsson Oxenstierna spricht, so verblasst allerdings sein politisches Wirken, denn der ehemalige Reichsrat wird eng mit dem Schloss Tyresö und der Schlosskirche Tyresö verbunden, die beide in seinem Auftrag errichtet wurden. Für den Bau des Schlosses benötigten die Arbeiter dreizehn Jahre, so dass es erst 1633 fertiggestellt war. Die Schlosskirche, die von 1638 bis 1641 erbaut wurde, weihte Oxenstierne gewissermaßen mit seiner eigenen Beerdigung ein, da er am 27. November des Jahres auf seinem Schloss starb und am 9. März 1641 in der Schlosskirche begraben wurde, beim ersten Gottesdienst, der dort abgehalten wurde.


15. Juni 1587: Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss 
15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
15. Juni 1866: Die Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866
15. Juni 1926: Gun Kessle und die Dritte Welt 
15. Juni 1981: Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen
15. Juni 1998: Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied

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Donnerstag, 18. April 2013

Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone

Als Prinz Johan am 18. April 1589 als zweiter Sohn des Königs Johan III. im Schloss in Uppsala geboren wurde, war er im Grunde nicht dazu bestimmt der nächste König Schwedens zu werden, auch wenn es das Schicksal anders wollte. Im Alter von einem Jahr wurde der Prinz zum Herzog von Finnland und zum Grafen von Åland und Bråborg ernannt. Als jedoch sein Vater zwei Jahre später starb, übernahm sein Halbbruder Sigismund die Macht, der jedoch kaum sieben Jahre später aus politischen Gründen abgesetzt wurde. In diesem Moment wurde Prinz Johan zum direkten Thronfolger.

Prinz Johan wurde jedoch in dieser Zeit, gemeinsam mit dem späteren König Gustav II. Adolf, von Herzog Karl erzogen. Als Sigismund im Jahre 1599 sein Amt verlor, sollte nun nach der Thronfolgeordnung der zehnjährige Johan die Macht übernehmen. Dieser verzichtete jedoch offiziell, aus welchen Gründen auch immer, auf die Krone, so dass sein Onkel Karl IX. an seiner Stelle gekrönt wurde. Im Gegenzug erhielt Prinz Johan mehrere bedeutende Herzogtümer, wobei er jedoch auch zeitweise an den Regierungsgeschäften teilnahm.

Als Karl IX. im Jahre 1611 starb, hatte Prinz Johan wieder eine wichtige Rolle in der Regierung, was ihm jedoch erneut nicht zur ihm zustehenden Krone verhalf, denn beim Reichstag in Nyköping wurde Gustav II. Adolf zum König ernannt und Prinz Johan musste zum wiederholten Male offiziell auf die Krone verzichten. Ein Jahr später heiratete Prinz Johan seine Cousine Maria Elisabet, aber da die Ehe sowohl kinderlos blieb als auch als sehr unglücklich galt, beschäftigte sich Prinz Johan mit der Entwicklung seiner Herzogtümer. In diesem Rahmen spielte er eine wichtige Rolle für Norrköping, Motala und Skövde, was er als König sicher nicht gemacht hätte.


18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund 
18. April 1965: Der Priester, der sich für Homosexualität einsetzt

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Messetermine in Göteborg

Freitag, 9. November 2012

Karl IX. gründet einen Vorläufer von Göteborg

Karl IX. wollte das schwedische Reich an allen Fronten befestigen und gleichzeitig Städte schaffen, die ihm einen weitläufigen Handel erlaubten. Der König dachte dabei an das ganze Land und begann dabei das heutige Lappland an sein Reich zu knüpfen, da er dort beträchtliche Steuereinnahmen erwartete. Im südlichen Teil Schwedens setzte er dagegen auf Export und Import und die damit zusammenhängenden Zolleinnahmen. Allerdings kam dafür nur die Mündung des Göta Älv in Frage, da der größte Teil der südlichen und westlichen Küste Dänemark und Norwegen gehörte.

Sicher gab es am Göta Älv bereits Nya Lödöse und Gamla Lödöse, die beide die Stadtprivilegien besaßen, aber für einen ausgedehnten Handel lagen diese beiden Städte zu weit im Binnenland. Hinzu kam, dass es sehr schwierig schien in die beide Orte ausländische Handelsleute zu ziehen, was jedoch nötig war, wenn man mit den damaligen europäischen Handelsmetropolen größer angelegten Handel betreiben wollte. Aus diesem Grund suchte Karl IX. nach einer Stelle, die strategisch am günstigen lag und am besten direkt von ausländischen Händlern gebaut werden sollte.

Die Wahl des Königs fiel auf auf eine Stelle, die heute Färjenäs heißt und direkt gegenüber dem früheren Schloss Älvsborg lag. Karl IX. warb dann holländische Kaufleute, die gegen bedeutende Privilegien dort eine Stadt aufbauen sollten, der er den Namen Götheborg gab. Grundstock für die Stadt war ein Vertrag, den Karl IX. am 9. November 1603 mit dem Holländer Cornelius Corneliusson abschloss, der seinerseits dann mit Kaufleuten Hollands verhandelte. Allerdings überlebte dieses Götheborg nur wenige Jahre, denn bereits 1611 wurde es von den Dänen dem Erdboden gleich gemacht. Heute sind nur noch wenige Reste der alten Stadt vorhanden, die mittlerweile ganz zu Göteborg gehört.


9. November 1876: Farbenblinder Lokführer veranlasst neues Gesetz
9. November 1934: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident
9. November 2004: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod 

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Samstag, 21. April 2012

Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden

Karl IX. wäre nie auf den schwedischen Thron gekommen, wenn sich nicht Sigismund, sein Bruder, in Schweden unmöglich gemacht hätte und 1599 abgesetzt worden wäre. Aber auch wenn Karl IX. dann unmittelbar die Regierungsgeschäfte übernahm, so wurde er erst 1604 tatsächlich zum König des Landes ernannt. Als der neue König dann am 30. Oktober 1611 in Nyköping starb, wurde seine Leiche noch fast sechs Monate lang aufbewahrt, bevor der Leichnam letztendlich am 21. April 1612 in der Domkirche in Strängnäs beerdigt wurde.

John Börjesons Karl IX. am Kungsportsplatsen in Göteborg

Als Sigismund 1599 als König abgesetzt wurde und das gesamte Geschlecht von Johan III. von der Erbfolge ausgeschlossen wurde, übernahm Karl IX. die Regierung unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen, denn er musste die Getreuen Sigismundes aus den Regierungsgeschäften ausschließen oder gefangen nehmen und Krieg gegen den eigenen Bruder führen, der weiterhin die Krone Schwedens für sich beanspruchte. Seine Regierung begann daher mit eiserner Härte und viel Blut. Bis zu seinem Tod konnte Karl IX. sich nicht sicher fühlen, da er zwar als König toleriert war, nicht aber gemocht wurde und sich zahlreiche Feinde am Hof befanden, die ihn beseitigen wollten.

Dennoch gelang es Karl IX., der am 4. Oktober 1550 in Stockholm geboren worden war, noch einige bedeutende Reformen in Schweden durchzuführen, denn er führte in Schweden allgemein gültige Längenmasse und Gewichtsbezeichnungen ein, legte eine übergreifende Rechtssammlung vor, die in großer Linie die vorherigen Regionalgesetze vereinte, legte in Bergslagen das erste staatliche Erzbergwerk an und gründete mit Hilfe der Holländer eine Stadt Göteborg, die allerdings nur wenige Jahre später von den Dänen vollkommen zerstört wurde. Karl IX. starb am 30 Oktober 1611 im Alter von 61 Jahren in Nyköping.

21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder 

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