Posts mit dem Label Kriminalität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kriminalität werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 6. Januar 2019

Die Geschichte von Annika Östberg

Annika Östberg kam am 6. Januar 1954 in Stockholm zur Welt, zog jedoch mit ihrer Mutter bereits im Alter von elf Jahren nach Kalifornien, wo sie jedoch bald dem amerikanischen Stiefvater im Weg war. Mit zwölf Jahren begann das Mädchen dann bereits am Rande der Gesellschaft zu leben. Als Östberg 13 Jahre alt war, brannte sie von zu Hause durch und ging nach San Francisco, wo sie unmittelbar als Stripperin und Prostituierte zu arbeiten begann um sich versorgen zu können. Nur drei Jahre später, und nach der Geburt eines Sohnes, ernährte sich Östberg von Kuppelei und Drogenhandel und war selbst von Drogen abhängig.

Auch in den folgenden Jahren war das Leben von Annika Östberg ständig mit kriminellen Taten verbunden, wobei sie wegen Diebstahls, Drogenhandel und Alkoholverkauf an Minderjährige auch nachweislich vor dem Richter stand. 1974 erkannte Östberg zudem, dass sie zwei Jahre vorher einen Mann in ihrer Wohnung getötet habe, was sie jedoch später widerrief, mit der Aussage, sie wollte damit ihren damaligen Freund vor juristischen Folgen retten. Die Richter verurteilten sie letztendlich zu fünf Jahren Haft mit Bewährung wegen Totschlags und ließen sie ein Leben im harten Drogenkonsum fortsetzen.

Am 30. April 1981 ging dann ein Raubversuch, den Annika Östberg mit ihrem Freund Bob Cox plante, schief, bei dem das Opfer, ein Restaurantbesitzer, getötet wurde. Während der Flucht wurde dann auch noch ein Polizist, der den Führerschein von Östberg kontrollieren wollte, erschossen. Nachdem Cox noch vor der Gerichtsverhandlung im Gefängnis Selbstmord beging, landete nur Östberg vor Gericht und wurde wegen Doppelmordes zu einer Haftstrafe zwischen 25 Jahren und lebenslänglich verurteilt. Nach 28 Jahren in amerikanischer Haft gelang es dem damaligen schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt den Gouverneur Kaliforniens davon zu überzeugen Östberg nach Schweden zu überführen, wo sie weitere zwei Jahre im Gefängnis erbrachte bevor sie zur Rehabilitation frei gelassen wurde. Welche Rolle Annika Östberg bei den beiden Morden spielte, ist bis heute unbekannt, da man nur ihre Version kennt.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1861: Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman 
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Februar 2014

Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna

Die nationalistische schwedische Partei Sverigedemokraterna (Schwedendemokraten) wurde am 6. Februar 1988 durch einen Zusammenschluss mehrerer extrem rechter, nazistischer, rassistischer und nationalistischer Gruppierungen gegründet und sollte vor allem gegen die Einwanderung, den Einfluss multikultureller Ideen und die Zerstörung der historischen und klassischen Werte Schwedens kämpfen, insbesondere durch den politischen Einfluss in Stadträten und im Parlament.

Allerdings gewannen die Sverigedemokraterna mit dieser extremen Linie zu wenige Mitglieder um tatsächlich ihren Ideen Gehör zu verschaffen. Erst als Jimmie Åkesson im Jahre 2005 der Vorsitzende der Partei wurde und Abstriche bei den extremsten Forderungen machte, gewann die Partei ein gewisse Ansehen, auch wenn sie bei den Parlamentswahlen 2006 die Vier-Prozent-Schwelle noch nicht überschreiten konnte. Bereits bei den Wahlen des Jahres 2010 gelang es den Sverigedemokraterna jedoch 5,7 Prozent der Wähler mit ihrem Programm zu überzeugen und konnten damit 20 Mandate zählen, was bedeutete, dass sie bei Streitigkeiten zwischen rechtem und linkem Block zur entscheidenden Mehrheit verhalfen, da die Allianzregierung bei Abstimmungen nicht über die absolute Mehrheit verfügte.

Der steigende Erfolg der Partei hängt vor allem mit seinem populistischen Auftreten zusammen und der Angst vieler Schweden vor einer „Invasion“ durch Einwanderer, die die schwedischen traditionellen Werte zerstören. Nachdem die Sverigedemokraterna dabei, ohne dies ausdrücklich zu nennen, einerseits die aktuelle Flüchtlingspolitik als Gefahr darstellen und andererseits auch von einer intensiveren Bekämpfung der Kriminalität sprechen, ziehen viele ihrer Wähler hier ein Parallele und sehen Flüchtlinge und Migranten oft als kriminelle und arbeitsscheue Personen, die sich nicht integrieren wollen und ihre eigene Kultur und Religion den Schweden aufdrängen wollen.


6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1993: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Dezember 2013

Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Tony Olsson, der mit wirklichem Namen Tony Åke Byström heißt, wurde am 8. Dezember 1972 in Flemingsberg geboren und wechselte als Kind sehr häufig Ort und Schule, da seine Mutter nach der Scheidung ein unstetes Leben führte bis sie sich mit einem festen Partner bei Örebro niederließ um dort Hunde und Pferde zu züchten. Der junge Olsson hatte sich daher nirgends eingegliedert und fand auch die Schule langweilig. Bereits mit 13 fiel er dann erstmals der Polizei auf, da er sich mit jeder denkbaren kriminellen Aktivität beschäftigte, angefangen vom Autodiebstahl bis zum Waffenhandel und der Verteilung von Falschgeld.

Nach der neunten Klasse verließ Tony Olsson die Schule und sein Leben nahm zwei parallele Wege ein, denn zum einen begann er eine Ausbildung zum Lackierer und besuchte Kurse in der Volkshochschule, zum anderen setzte er jedoch auch seine kriminelle Aktivität fort. Als Olsson 1991 erstmals ins Gefängnis kam, kam er dort mit der neonazistischen Szene in Berührung, die ihn zu faszinieren begann und die folgenden neun Jahre, neben der Kriminalität, sein Leben dominierte. Erneut vom Gefängnis aus nahm Olsson 1998 Kontakt mit Lars Norén auf, was zu einem rechtsextremen Theaterstück führte, das in der Presse stark diskutiert wurde, da die Schauspieler, unter anderem Olsson mit einer Sondergenehmigung, ihre eigenen Ansichten auf der Bühne präsentierten.

Nur einen Tag nach der letzten Vorstellung, am 28. Mai 1999, fand dann eine Raubüberfall auf die Östgöta Enskilda Bank in Kisa statt bei dem Jackie Arklöv zwei Polizisten mit einem Genickschuss tötete. Tony Olsson gelang es als einzigem der drei Täter, mit einer Million Kronen in der Tasche, nach Costa Rica zu entkommen. Obwohl Schweden mit dem Land kein Auslieferungsabkommen hatte und Olsson daher dort in Sicherheit war, erklärte er sich freiwillig dazu bereit nach Schweden zurückzukehren, wo er anschließend zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde. Nach Ausbrüchen und unsozialem Verhalten lehnte das Gericht bisher jede Zeitbegrenzung der Strafe ab, weswegen Olsson weiterhin im Gefängnis sitzt ohne jedoch jemanden getötet zu haben, da Arklöv die Tat später zugab. Seit 2000 gehört Tony Olsson keiner nazistischen Organisation mehr an.


8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens 
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. August 2013

Der Mord an John Hron bewegt Schweden

Der Mord an John Hron am 17. August 1995 gehört zu jenen Morden Schwedens, die noch heute die Gemüter des ganzen Landes bewegen, wobei es nicht nur die brutale Gewalt ist, die an den Tod des damals 14-jährigen Hron erinnert, sondern vor allem die Tatsache, dass satanistische Gruppen den Tod weiterhin verherrlichen und das Grab des Jungen in Ytterby in regelmäßigen Abständen, vermutlich von schwedischen Neonazis, geschändet wird.

John Hron wollte die Nacht vom 16. zum 17. August 1995 mit einem Freund am Ingetorpssjön im Zelt verbringen und am See grillen um damit den Sommerferien einen angenehmen Abschluss geben. Was der Junge nicht wusste war, dass an einer anderen Stelle des Sees vier Neonazis sich die Zeit mit Alkohol vertrieben und durch das Lagerfeuer auf die beiden aufmerksam geworden waren. Noch weniger konnte er ahnen, dass sich unter den Neonazis auch ein Mitschüler befand mit dem John während des Jahres bereits mehrmals Probleme hatte, da er sich, als Sohn eines Einwanderers aus Tschechien, sehr negativ zu jeder extrem rechten Bewegung geäußert hatte.

John Hron war daher ein ideales Ziel für die vier Jugendlichen, die damals zwischen 15 und 18 Jahre alt waren. Als besonders brutal zeigten sich Mikael Fjällholm und Daniel Hansson, die John so stark misshandelten, dass er bewusstlos liegen blieb, woraufhin die Gruppe ihn in den See warf. John Hron gewann dadurch das Bewusstsein wieder und schwamm zur Mitte des Sees. Als dann jedoch sein Freund um Hilfe rief, kehre er zum Strand zurück, eine Entscheidung, die ihm das Leben kosten sollte. Zurück am Ufer setzte nämlich die Misshandlung fort und die Täter ließen erst von ihrem Opfer ab, als er sich kaum noch rührte. Zum Abschluss warfen sie John Hron nochmals in den See, wo er nahezu wie ein Stein unterging und endgültig starb.


17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs 
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. Juli 2013

Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl

In der Nacht zum 3. Juli 1988 fand in Schweden einer der aufsehenerregendsten Morde der schwedischen Kriminalgeschichte statt, der im Grunde auf einen relativ harmlosen Diebstahl aufbaute. Der Kleinkriminelle Juha Valjakkala und seine Freundin Marita Routalammi hatten vor wenigen Tagen ein Gewehr gestohlen und in dieser Nacht ein Fahrrad. Allerdings bemerkte der Besitzer des Fahrrads den Diebstahl unmittelbar und wollte dieses zurückholen.

Vater und Sohn stiegen deshalb unmittelbar in ihr Auto und verfolgten die beiden Diebe. Als sie das Paar am Friedhof des Ortes eingeholt hatten, forderten sie ihr Eigentum zurück, was jedoch das Todesurteil für die Beiden war, denn Valjakkala zwang beide auf die Knie und erschoss dann erst den Vater und anschließend den Sohn. Die Ehefrau hatte sich wegen dem langen Ausbleiben des Mannes und des Sohns beunruhigt und entdeckte die Toten, noch im Beisein der Täter, am Friedhof. Die versuchte Flucht war aussichtslos, denn der Mörder tötete nach einem kurzen Wortwechsel auch die Frau indem er ihre die Kehle durchschnitt.

Da den Tätern die Flucht mit Hilfe eines gestohlenen Fahrzeugs gelungen war, wurden sie mit einem Großeinsatz der Polizei in Schweden, Finnland und Dänemark gesucht. Erst am 10. Juli konnte das Paar im dänischen Odense festgenommen wurden um dann in Umeå vor Gericht gestellt zu werden. Juha Valjakkala wurde wegen mehrfachen Mordes zu lebenslänglicher Haft verurteilt und seine Freundin wegen Beihilfe zu zwei Jahren Haft. Marita Routalammi wurde bereits ein Jahr später wieder entlassen und Valjakkala im Jahre 2009. Dieser Mord wurde 1991 von Jan Troell in seinem Film Il Capitano als Basis genommen und David Lagercrantz veröffentlichte 1998 das Buch Änglarna i Åmsele. Valjakkala wurde auch nach seiner Freilassung wieder kriminell.


3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark 
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. März 2013

Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Am 29. März 2006 wurde Niklas Lindgren, der in Schweden allgemein als Hagamannen bekannt ist, vor seinem Arbeitsplatz festgenommen, nachdem er seit 1998 die nordschwedische Stadt Umeå in Angst und Schrecken versetzt hatte, da er mehrere Frauen vergewaltigt hatte und eine unter ihnen nur knapp mit dem Leben davongekommen war. Insgesamt waren bei der Polizei in diesen acht Jahren acht Anzeigen eingegangen, die deutlich auf den gleichen Täter schließen ließen, den Hagamannen.

Im Grunde hätte die Polizei Niklas Lindgren bereits im Jahr 2000 auf die Spur kommen können, da ihn damals eine Frau auf einem Fahndungsfoto erkannt hatte und dies auch der Polizei meldete, aber da die Frau des Hagamannen gerade ein Kind bekam, hielt man die Ähnlichkeit für einen Zufall, da ein unbescholtener Familienvater dessen Frau gerade ein Kind bekam nicht in ihr Profil passte. Zudem galt Lindgren auch bei seinen Nachbarn als freundlich und zuvorkommend, was allerdings für nahezu alle Vergewaltiger gilt.

Für seine erste Vergewaltigung hatte sich der Hagamannen im Jahre 1998 eine 14-jährige ausgesucht, die jedoch das Glück hatte, dass noch kurz vor der Vergewaltigung als solche ein Fußgänger kam, was den Täter zur Flucht trieb. Für seine letzte Tat im Jahre 2005 wählte er eine 51-jährige, die versuchte sich zu wehren und deswegen nicht nur vergewaltigt wurde, sondern extrem schwer verletzt wurde und nur knapp mit dem Leben davonkam. Für seine Taten erhielt Niklas Lindgren eine Gefängnisstrafe von 14 Jahren, was bedeutet, dass er bereits 2015 wieder in Freiheit sein wird. Wie so oft bei besonders auffälligen Kriminaltaten, so wurde auch über den Hagamannen eine Dokumentation gedreht.


29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens 
29. März 1968: Ein Tunnel unter dem Göta Älv

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg Jährlicher Gothia Cup in Göteborg

Sonntag, 17. Februar 2013

Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Am 17. Februar 1992 wurde der Polizeiassistent Leif Widengren während eines Raubüberfalls auf einen Wertetransport von Securitas ermordet. Obwohl sich die Polizei sehr große Mühe machte den Fall aufzuklären und zwei Millionen Kronen Belohnung für sinnvolle Hinweise ausgesetzt wurden, konnte dieser Mord bis heute nicht geklärt werden. Auch dass zwei Fernsehanstalten den Mord im Jahre 2005 in Cold Case Sverige und 2012 in Veckans brott aufnahmen und auf Tipps hofften, gab keinerlei Resultate.

Der Auftrag am 17. Februar 1992 schien eine reine Routine zu sein, denn drei Polizisten, einer unter ihnen Leif Widengren, sollten lediglich einen Wertetransport zum Postamt im Einkaufszentrum Högdalen in Stockholm begleiten. Aber dieser Auftrag war nicht wie die anderen, denn vier Räuber überfielen den Transport, nahmen die Fahrer von Securitas als Geiseln und verschwanden mit etwa 20 Millionen Kronen, die ebenfalls bis heute verschwunden blieben.

Leif Widengren saß zur Zeit des Überfalls auf dem Rücksitz eines Polizeifahrzeuges und die Beamten überlegten gerade wie sie das Fahrzeug der Täter zum Stoppen bringen konnten. Alles geschah in nur wenigen Sekunden, denn als die Täter das Polizeifahrzeug sahen, warfen die Geiseln noch aus dem Auto, feuerten auf das Polizeifahrzeug und verschwanden. Widengren war der Einzige, der bei diesem Überfall getötet wurde. Wie sich später herausstellte, fand man die Kugeln von drei verschiedenen Waffen im Polizeifahrzeug. Getötet wurde der Polizist jedoch mit einer schwedischen AK 4, einem Sturmgewehr, das um diese Zeit vor allem von Reservisten benutzt wurde.


17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. Februar 2013

Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis

Als Clark Oderth Olofsson am 1. Februar 1947 in Trollhättan geboren wurde, hatte er wenig Glück, denn seine Eltern hatte bedeutende Probleme mit Alkohol, was eine normale Erziehung nahezu unmöglich machte. Als der Junge acht Jahre alt war, war die Mutter mit ihm und zwei jüngeren Schwestern ohne Partner, aber nach wie vor so stark vom Alkohol abhängig, dass die drei Kinder für einige Zeit bei einer Pflegefamilie untergebracht werden mussten. Erst als die Mutter eine Arbeitsstelle fand, konnten die Kinder in nach wie vor etwas schwierige Verhältnisse zurückkehren.

Im Grunde war es daher nicht erstaunlich, dass Clark Oderth Olofsson bereits als Jugendlicher in schlechte Gesellschaft geraten war, Kleinkriminalität begangen hatte und bereits 1963 im Alter von 16 Jahren im Erziehungsheim landete. Schon drei Jahre später handelte es sich jedoch nicht mehr um Einbruch und Diebstahl, sondern Clark wurde, gemeinsam mit seinem Freund Gunnar Norgren, wegen Mordes an einem Polizisten gesucht und zu acht Jahren Haft verurteilt.

Im Jahre 1973 tauchte der Name Clark Oderth Olofsson in Zusammenhang mit dem Geiseldrama in der Kreditbanken auf und zwei Jahre später erleichterte er die Handelsbanken in Göteborg um eine Million Kronen, die bis dahin größte Beute bei einem Raubüberfall in Schweden. Das Geld blieb bis heute teilweise verschwunden. Seit 1991 taucht Olofsson immer wieder in Zusammenhang mit Narkotikaschmuggel auf, wofür er noch bis mindestens 2015 im Gefängnis sitzt. Im Jahre 1991 nahm Clark Oderth Olofsson den Namen Daniel Demuynck an. Olofsson ist mittlerweile belgischer Mitbürger und mit Marijke verheiratet.



Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Januar 2013

Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Am 10. Januar 2010 nahm sich Ulf Olsson in seinem Zimmer der rechtspsychiatrischen Klinik in Sundsvall das Leben und hinterließ auf seinem Blog einen öffentlichen Abschiedsbrief in dem er ein letztes Mal beteuerte, dass er unschuldig sei und nichts mit dem sadistischen Sexualmord an der 10-jährigen Helén Nilsson aus Hörby zu tun habe, einem Mord, der bereits im März 1989 stattgefunden hatte.

Helén Nilsson verschwand am 20. März 1989 spurlos als sie gegen Abend eine Freundin treffen wollte. Der grausam zugerichtete Körper des Mädchens wurde sechs Tage später in einen Plastiksack verpackt in einem Hain gefunden. Obwohl die Polizei DNA-Spuren sichern konnte und immer wieder wieder auf einen Verdächtigen stieß und sich auch das Fernsehen um eine Aufklärung des Falls bemühte, konnte man bis 2004 keinen der Verdächtigen an den grausamen Sexualmord binden.

Im Juni 2004 fand die Polizei dann einen Verdächtiges, dessen DNA am Körper des Opfer festgestellt worden war und das Amtsgericht sah die technische Beweisführung als überzeugend an, auch wenn bei diesem Fall noch einige Fragezeichen offen waren und die Polizei ursprünglich zwei Täter suchte. Ulf Olsson wurde daher im April 2005 zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Die Richter bei der Berufungsverhandlung kamen zwar zum gleichen Ergebnis, waren jedoch der Meinung, dass Olsson unzurechnungsfähig sei, da er bedeutende psychische Störungen aufwies. Statt im Gefängnis zu bleiben, wurde Ulf Olsson daher nun in der Psychiatrie untergebracht, wo er sich dann 2010 das Leben nahm.


10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, ein religiöser Skalde aus Nordschweden

10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Oktober 2012

Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern

Am 5. Oktober 1785 wurde Lars Molin in Djupdalen im Västmanland geboren, ein Mann, der heute fast nur noch als Lasse-Maja bekannt ist. Lasse ist ist ein in Schweden üblicher Kosename für Lars und Maja kommt von einem Mädchen bei der er sich als Sechzehnjähriger versteckte und erstmals Frauenkleider probierte, was ihn auf die Idee brachte sich bei seinen Diebesrunden, sehr erfolgreich, als Frau zu verkleiden.

Seine kriminelle Karriere begann Lasse-Maja im Jahr 1804 als er erstmals nach Stockholm kam, wobei er er seine Diebesrunden allerdings auf ganz Schweden ausdehnte und als Frau verkleidet einen beträchtlichen Erfolg hatte. Mehrmals wurde er bei seinen Taten ertappt und sollte seine Strafe jeweils im Schloss in Örebro verbüßen, aber auf irgendeine Weise gelang es ihm immer auszubrechen, zu entkommen und erneut seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.

Sein Glück endete jedoch am 28. Juli 1813, denn dieses Mal bestimmte das Gericht, dass er lebenslänglich zur Strafarbeit in der gefürchteten Carlsten Fästning auf Marstrand verurteilt wird, eine Festung aus der noch nie jemand entkommen war. Allerdings schaffte es Lasse-Maja auch dort eine privilegierte Stellung einzunehmen und selbst Touristen zur Insel zu locken, die die Gefangen betrachten konnten. Noch auf der Festung schrieb Lasse-Maja dann seine Biografie, die ein absoluter Bestseller wurde und 1838 wurde er von Karl XIV. Johan begnadigt. Wieder in Freiheit gab der Dieb seine Aktivität auf und verwandelte sich bei Arboga in einen Landwirt.


5. Oktober 1938: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
5. Oktober 1953: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping
5. Oktober 1997: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. August 2012

Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm

Am 28. August 2010 starb Keith Cederholm im Gefängnis an Krebs, ein Mann, der sein Leben lang einer kriminellen Karriere folgte und bei seinem bekanntesten Fall, der in Schweden als der Raggarmordet bekannt wurde, unerwartet Hilfe von Jan Guillou erhielt, der den Fall im Fernsehprogramm Rekord-Magazinet aufnahm und die Unschuld Cederholms beweisen konnte. Auf Grund der Ausführungen Guillous wurde Keith Cederholm dann vom Obersten Gerichtshof Schwedens von der Anklage freigesprochen, da man Keith nicht einmal die Planung der Tat beweisen konnte.

Keith Cederholm war am 1. September 1958 in Eskilstuna geboren worden und war bis zu seinem 13. Lebensjahr mit dem Jahrmarktsbetrieb seines Vaters quer durch Schweden unterwegs. Nach der Scheidung seiner Eltern im Jahre 1971 zog er mit der Mutter nach Helsingborg, die sich dort erneut verheiratete. Dort wurde Keith, nach eigenen Aussagen, ständig vom Stiefvater misshandelt. Da er wegen den familiären Spannungen wenig zu Hause sein wollte, schloss er sich einem Kreis an, der sich der Kleinkriminalität in Helsingborg widmete und deren Führer er bald wurde.

Der berühmte Raggarmordet hatte seinen Ursprung in einem Gangkrieg zwischen den Raggare Malmös und jenen Helsingborgs unter Keith Cederholm. Am 22. November wurde Bo Göranason, ein Kleinkrimineller Malmös als verschwunden gemeldet und ein Tag später wurde in Granbacken der Hof der Malmöer Raggar-Gruppe abgebrannt. Bo Göranson wurde später tot aus dem Hafen in Helsingborg gefischt. Zeugen wollten Keith Cederholm am Tatort gesehen haben und beschrieben ihn auch als den Mörder von Bo. Cederholm wurde daher wegen Mord und Brandstiftung verurteilt. Jan Gouillou beschäftigte der Fall und er überprüfte alle Aussagen, wobei er feststellte, dass die Polizei oberflächlich gearbeitet hatte, da Keith während der Mordes und der Brandstiftung gar nicht in Malmö sein konnte, da ihn absolut zuverlässige Zeugen an einem anderen Ort getroffen hatten. Der Fall wurde daher neu geprüft und Keith Cederholm freigesprochen. Allerdings setzte er seine kriminelle Karriere fort und landete dennoch bald wieder im Gefängnis.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 2010: Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. Oktober 2011

Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Am 17. Oktober 1904 bildete sich der Allmänna valmansförbundet, der sich dann umbenannte in Högers riksorganisation, dann Högerpartiet und schließlich, mit Fredrik Reinfeldt an der Spitze, zu den Nya Moderaterna wurde, eine Entwicklung, die weniger das Parteiprogramm beeinflusste als vielmehr vom Ruf einer extrem rechten Partei zum Ruf einer Partei der Mitte führen sollte, da der Begriff ”höger” (rechts) von den Wählern im Laufe der Jahrzehnte immer negativer aufgefasst wurde und heute nicht einmal mehr von den Sverigedemokraterna aufgenommen werden will.

Von Beginn an war die Politik der heutigen Moderaterna für die Aufrechterhaltung der Monarchie, für ein straffes Rechtswesen und eine starke Verteidigung, Werte, die die Partei noch heute sehr hoch hält. Im Jahre 1918 widersetzte sich die Partei auch energisch gegen die Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Schweden und befürwortete diese linke Forderung letztendlich nur, da sie die Russische Revolution vor Augen hatte, die auf Schweden überspringen konnte. Die Erhaltung ihrer Macht war in diesem Punkt wichtiger als das Grundprinzip der Partei.

Als Fredrik Reinfeldt 2003 an die Spitze der Moderaterna kam, waren seine wichtigsten Forderungen eine Nulltoleranz bei Kriminalität, eine Verbesserung des Gesundheitswesens und der Ausbildung, sowie die Forderung, dass es sich wieder lohnen sollte zu arbeiten. Seit dieser Zeit stieg jedoch die Anzahl der Morde von 189 Fällen im Jahre 2003 auf 329 im letzten Jahr und die Misshandlung von Kindern hat sich nahezu verdreifacht. Schulbildung und Gesundheitswesen sollten von privaten Unternehmern geleitet werden, was dazu führte, dass sich private Schulen und Altersheime vermehrten und die einträchtigen Gewinne ins steuerfreie Ausland fliessen. Die Arbeitslosigkeit stieg in diesem Zeitraum ebenfalls von 6,5 Prozent auf 7,3 Prozent an.

17. Oktober 1842: Gustaf Retzius, der bedeutendste Rassenbiologe Schwedens
17. Oktober 1969: Die Eisenhütte in Nykroppa wird stillgelegt

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 26. März 2011

Jugendrevolte in Schweden

Am 26. März 1948 begannen in Stockholm die sogenannten påskkravallerna, die Osterkravalle. Rund um die Götgatan, im Süden der Stadt, sammelten sich an diesem Tag Tausende von Jugendlichen zu einer ungenehmigten Demonstration und bewarfen die anrückende Polizei mit Pflastersteinen, die dann mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Säbel auf die Jugendlichen losgingen.

Die von den Medien stark bewachten Kravalle setzten bis zum ersten April fort, als es der Polizei schließlich gelang, die ganze Gegend einzukesseln. Ursache für die Krawalle war der Mangel an Aktivitäten, die Jugendlichen im Süden Stockholms geboten wurde und die hohe Jugendarbeitslosigkeit.

Die Krawalle erstreckten sich jedoch bald über mehrere Städte Schwedens, bis die Polizei jeden Unruhe-Keim direkt erstickte. Ähnlich wie heute in Stadteil Rosengård in Malmö, war die Zeit von einer extrem hohen Jugendkriminalität und Gewalt geprägt, die ein typisches Zeichen einer Zwei-Klassen-Gesellschaft ist.

Einzelne Unruhen setzten sich dann auch in den folgenden Jahren fort, vor allem in Stockholm, so 1951 und 1954 im Berzelii Park, 1956 und 1957 in der Kungsgatan und 1965 am Hötorget, bis die Bewegung dann 1968 in die Studentenrevolte überging und eine neue Richtung nahm.

26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård 

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer