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Sonntag, 6. Januar 2019

Die Geschichte von Annika Östberg

Annika Östberg kam am 6. Januar 1954 in Stockholm zur Welt, zog jedoch mit ihrer Mutter bereits im Alter von elf Jahren nach Kalifornien, wo sie jedoch bald dem amerikanischen Stiefvater im Weg war. Mit zwölf Jahren begann das Mädchen dann bereits am Rande der Gesellschaft zu leben. Als Östberg 13 Jahre alt war, brannte sie von zu Hause durch und ging nach San Francisco, wo sie unmittelbar als Stripperin und Prostituierte zu arbeiten begann um sich versorgen zu können. Nur drei Jahre später, und nach der Geburt eines Sohnes, ernährte sich Östberg von Kuppelei und Drogenhandel und war selbst von Drogen abhängig.

Auch in den folgenden Jahren war das Leben von Annika Östberg ständig mit kriminellen Taten verbunden, wobei sie wegen Diebstahls, Drogenhandel und Alkoholverkauf an Minderjährige auch nachweislich vor dem Richter stand. 1974 erkannte Östberg zudem, dass sie zwei Jahre vorher einen Mann in ihrer Wohnung getötet habe, was sie jedoch später widerrief, mit der Aussage, sie wollte damit ihren damaligen Freund vor juristischen Folgen retten. Die Richter verurteilten sie letztendlich zu fünf Jahren Haft mit Bewährung wegen Totschlags und ließen sie ein Leben im harten Drogenkonsum fortsetzen.

Am 30. April 1981 ging dann ein Raubversuch, den Annika Östberg mit ihrem Freund Bob Cox plante, schief, bei dem das Opfer, ein Restaurantbesitzer, getötet wurde. Während der Flucht wurde dann auch noch ein Polizist, der den Führerschein von Östberg kontrollieren wollte, erschossen. Nachdem Cox noch vor der Gerichtsverhandlung im Gefängnis Selbstmord beging, landete nur Östberg vor Gericht und wurde wegen Doppelmordes zu einer Haftstrafe zwischen 25 Jahren und lebenslänglich verurteilt. Nach 28 Jahren in amerikanischer Haft gelang es dem damaligen schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt den Gouverneur Kaliforniens davon zu überzeugen Östberg nach Schweden zu überführen, wo sie weitere zwei Jahre im Gefängnis erbrachte bevor sie zur Rehabilitation frei gelassen wurde. Welche Rolle Annika Östberg bei den beiden Morden spielte, ist bis heute unbekannt, da man nur ihre Version kennt.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1861: Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman 
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 21. März 2017

Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen

Helene Henschen kam am 21. März 1940 in Solna zur Welt und verbrachte ihre Kindeheit und ihre Jugend in Stockholm. Obwohl Henschen Designerin war, Bücher illustrierte und als Buchautorin arbeitete, ist über sie nur sehr wenig bekannt. Henschen hatte am Konstfack Textilkunst studiert und trat 1965 erstmals groß an die Öffentlichkeit. Bei einem Modehappening hatte sie Veronica Nygren und Kristina Torsson aus ihrer Studienzeit wiedergetroffen und die drei Frauen stellten fest dass sie sie alle drei nahezu eine identische Mode schufen. Sie entschieden sich daher ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das den Namen Mah-Jong tragen sollte.

Die nächsten Jahre verknüpfte sich das Leben Helena Henschens vollkommen mit jenem ihrer Freundinnen, denn Mah-Jong sollte weiche, farbenprächtige Mode verbreiten, verbunden mit der Ideologie dass die Kleidung auch auf den Menschen und sein Verhalten einwirke. Der Name Mah-Jong sollte ausdrücken dass die drei Frauen politisch der Ideologie des damaligen China folgten. Trotz der relativ einfach gehaltenen Kleider, die die drei Frauen schufen, wurden sie Ende der 60er Jahre die bedeutendste Modeerscheinung Schwedens, was vermutlich auch dazu führte dass Mah-Jong 1977 aufgelöst wurde und Helene Henschen danach wieder eigene Wege ging.

In den Folgejahren folgte Helena Henschen zwar ihrer politisch linken Linie, ging jedoch von der Mode über zum Schreiben und der Illustration von Kinderbüchern. Henschen schrieb mehrere Jahre lang vor allem für Zeitschriften wie das Marxistiskt Forum, Moderna Tider und SKP, hatte jedoch auch einige Buchprojekte im Kopf. Im Jahre 2004 erschien dann der erste Roman Henschens unter dem Titel I skuggan av en brott, einen Roman über den Mord von Sydows, der sich in der Familie ihrer Mutter ausgetragen hatte. Vier Jahre später kam der Roman Hon älskade, der wiederum die Geschichte ihrer Großmutter väterlicherseits war, die Tochter des Kunstmäzens Ernest Thiel. Helena Henschen starb am 27. Januar 2011 an einer Gehirnblutung.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 30. Januar 2017

Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme

Olof Palme kam am 30. Januar 1927 als Sohn eines Versicherungsdirektors in der Stockholmer Nobelgegend Östermalm zur Welt uind erhielt daher auch von den jüngsten Jahren an eine ausgezeichnete Ausbildung. Man sagt, dass bereits der vierjährige Palme mit seinem Kindermädchen Französisch sprach, mit seiner Mutter Deutsch und seinen Geschwistern Schwedisch. Mit sieben Jahren begann Palme seine Schulbildung mit der zweiten Klasse des Beskowska Schule und als er zehn Jahre alt war, begann er mit dem Gymnasium. Nach der Hochschulreife im Jahre 1944 begann Palme für das Svenska Dagbladet zu schreiben und machte einen vierjährigen Militärdienst bevor er in den USA seine Studien begann. Als Olof Palme 1951 nach Schweden zurückkehrte, schrieb er sich an der Universität Stockholm ein um dort Jura zu studieren, parallele hierzu setzte er jedoch auch seine militärische Karriere fort und 1956 wurde er Leutnant der Kavallerie.

Obwohl Olof Palme in der bürgerlichen Schicht Schwedens aufgewachsen war, wurde er ab den 50er Jahren bei den Sozialdemokraten politisch aktiv. Nach eigenen Aussagen hatten ihn drei Ereignisse von der Politik der bürgerlichen Parteien entfernt. Zum einen die Steuerdebatten im Jahre 1947, zum anderen sein Aufenthalt in den USA, als der Politiker mit den Klassenunterschieden konfrontiert wurde, und zum dritten eine Asienreise im Jahre 1953, als Palme die Folgen des Kolonialismus mit eigenen Augen gesehen hatte. Olof Palme vertrat daher die Sozialdemokraten an 1958 im Parlament und hatte unter Ministerpräsident Tage Erlander auch mehrere bedeutende politischen Aufgaben. Dieser politische Wandel und die elitäre Herkunft Palmes ist nahezu einmalig in der schwedischen Politik und verhalf dem Politiker sicher auch teilweise zu seinem besonderen Ruf, nicht zuletzt deshalb, weil er als Nicht-Arbeiter der Politik Schwedens teilweise auch eine andere Richtung geben konnte.

Am 1. Oktober 1969 wurde Olof Palme zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokraten gewählt und am nur zwei Wochen später wurde er zum Ministerpräsidenten ernannt. Bereits während seiner ersten Phase als Ministerpräsident zeigte sich Palme mit einer deutlichen sozialistischen Linie, denn er kritisierte die USA auf Grund des Vietnamkrieges, er erreichte ein Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und er schwächte den Einfluss der Monarchie, da er dem König jeden Einfluss bei Regierungsbildungen nahm. Aber auch während seiner zweiten Phase als Ministerpräsident konnte Palme die schwedische Politik sehr deutlich prägen, auch wenn er sich nun mehr in der Verteidigung seiner Ideologie sehen musste, denn die bürgerlichen Parteien zeigten seine Verhandlungsbereitschaft mit der Sowjetunion als Schwäche und seine Kritik an Israel auf Grund des Palästina-Konflikts  wurden nicht als Friedensgedanke betrachtet, sondern als Angriff auf Israel. Die Israelkritik Palmes wird heute von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström weitergeführt, wenn auch weitaus aggressiver als durch Palme. Olof Palme wurde am 28. Februar 1986 in Stockholm ermordet.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 12. Januar 2017

Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Am  4. September 1978 wurde der 18-jährige Anders Hansson als Bereitschaftspfleger im Östra Sjukhus (Östliches Krankenhaus) in Malmö eingestellt, in einer Abteilung in der überwiegende demente Personen für eine längere Pflege lagen, obwohl man in früheren Arbeitspapieren lesen konnte dass er für eine entsprechende Arbeit ungeeignet war und Kontaktprobleme mit Kollegen hatte. Wenige Tage nach seinem Arbeitsantritt alarmierte er das Personal als ein Mann eine Flüssigkeit in der Luftröhre hatte. Der schnelle Einsatz rettete dem Patienten das Leben und Hansson wurde für seinen Einsatz gelobt.

Zum Erstaunen der Ärzte häuften sich in den darauf folgenden Wochen diese Fälle, kamen jedoch nur dann vor wenn Anders Hansson Bereitschaft hatte. Nach nur drei Wochen am Arbeitsplatz beging Hansson dann seinen ersten Mord indem er einem 66-jährigen Blinden Reinigungsmittel einflößte. Da der Mann beim ersten Mal nicht starb, beging der Täter die Prozedur ein weiteres Mal, dieses Mal mit Erfolg. Obwohl während der kommenden Monate ungewöhnliche viele ältere Menschen der Abteilung starben, gingen die Ärzte immer von einem natürlichen Tod aus, zumindest bis zum verhängnisvollen 12. Januar 1979.

Der 12. Januar 1979 wurde Anders Hansson zum Verhängnis, denn als er einer 94-jährigen Frau eine Mischung aus Saft und Reinigungsmittel einflössen wollte, konnte diese die Flüssigkeit ausspucken und nach dem anderen Personal rufen, das im Mund der Frau das Reinigungsmittel roch. Nach vorerstigem Abstreiten etwas getan zu haben, gab Hansson dann jedoch vor der Polizei zu 27 Morde und 15 Mordversuche begangen zu haben. Als Motiv gab der Täter an Mitleid mit den alten Personen gehabt zu haben und ihnen daher beim Lebensabschluss lediglich erleichtert zu haben. Die anschließende rechtsmedizinische Untersuchung zeigte dass Hansson geisteskrank war und die Reichweite seiner Tat nicht verstanden hatte. Das Ergebnis war daher dass Anders Hansson in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie eingewiesen wurde. Bis heute ist indes nicht eindeutig klar wie viele Morde der Täter tatsächlich begangen hat, denn der Staatsanwaltschaft gelang es lediglich 11 Morde und 16 Mordversuche zu beweisen.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt 
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. August 2016

Der schwedische Erzbischof Jöns Gerekesson

Der schwedische Erzbischof Jöns Gerekesson starb am 18. August 1433 auf eine für einen Erzbischof sehr unehrenhafte Weise, denn eine Gruppe an isländischen Bauern war so verärgert über ihren Bischof, der drei Jahre vorher seines Amtes in Uppsala enthoben worden war, dass sie während einer Messe die Kirchentür aufbrachen, alle Diener Gerekssons töteten und den Bischof seiner Kleider beraubten, ihn, mit einem Stein um den Hals, in einen Sack einnähten und ertränkten.

Jöns Gerekesson kam vermutlich 1380 in Dänemark zur Welt, da sein Onkel Bischof von Roskilde und der Berater der Königin Margarete Valdemarsdotter war und sein Vater ebenfalls Beziehungen zum dänischen Hof hatte. Gerekesson studierte in Köln, Paris und Prag Theologie bevor er im dänischen Aarhus zum Priester geweiht wurde. Seinen Aufstieg verdankte Gerekesson dem schwedischen König Erich von Pommern, da ihn dieser, gegen den Protest der schwedischen Bevölkerung, 1383 zum Erzbischof Schwedens auswählte, obwohl er keinerlei Beziehungen zu Uppsala hatte und den Ruf eines Frauenhelden besaß.

In der Tat war das Leben von Jöns Gerekesson von Exzessen geprägt. Nach geschichtlichen Aufzeichnungen hatte er keinerlei moralische Schranken und umgab sich mit Verbrechern um an Geld und Macht zu kommen. Auch wenn das Gerücht, dass er auf seinem Kirchengut einen Harem unterhielt, nicht bewiesen werden kann, so hatte er auf jeden Fall mehrere Affären und Frauen zu Scheinehen mit seinen Angestellten gezwungen, die diese Frauen natürlich nicht berühren durften. Selbst als der König einen Erzbischof nicht mehr halten konnte und Gerekesson gezwungen war Schweden zu verlassen, gelang es ihm 1430 auf Island zum Bischof gewählt zu werden und dort sein Unwesen weiterzutreiben.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
18. August 1859: Ernest Thiel, Bankier und Kunstsammler
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden
18. August 1956: Die Gründung des Samenrats in Karasjok 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. März 2016

Ein Doppelmord in Arboga

Auch wenn in Schweden jährlich rund 80 Personen ermordet werden, so geriet der Doppelmord in Arboga am 17. März 2008 in die internationalen Schlagzeilen und erregte weitaus mehr Aufsehen als alle anderen Morde der letzten zehn Jahre. Beim sogenannten Arbogamorden waren zwei Kinder getötet und deren Mutter schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Drei Tage nach dem Mord war die deutsche Christine Schürrer ins Visier der Ermittler geraten, da zahlreiche Umstände sie zur Hauptverdächtigen machten und sie sich, unter anderem, zur Zeit der Tat in Arboga aufgehalten hatte ohne dafür der Polizei eine überzeugende Erklärung geben zu können.

Die Polizei konnte die Tat als solches sehr deutlich rekonstruieren und suchte intensiv nach dem Täter oder der Täterin. Christine Schürrer geriet in Verdacht, weil sie früher ein Verhältnis mit dem Mann der schwer verletzten Frau hatte und diesen weiterhin mit ihrer Liebe verfolgte, was die Tat zu einer Eifersuchtstat machte. Als man dann feststellte dass Schürrer im Internet nach der Adresse der Frau gesucht hatte, zur Tatzeit in Arboga war und keine andere Person als Täter in Frage zu kommen schien, wurde sie festgenommen und in Schweden wegen Doppelmordes und versuchten Mordes vor Gericht gestellt. In dieser Zeit war die Aufmerksamkeit der Medien bereits immens und sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft und Richter standen unter dem Druck ein Ergebnis zu liefern.

Christine Schürrer, die die Tat bis heute bestreitet, wurde letztendlich in einem Indizienprozess in zwei Instanzen zu lebenslänglicher Haft und anschließender Ausweisung aus Schweden verurteilt, auch wenn keine handfesten Beweise vorlagen, denn die Tatwaffe, ein Hammer, wurde nie gefunden, die Schuhspuren im Flur konnten zu Schuhen gehören, die Schürrer zeitweise trug, aber auch die Schuhe waren verschwunden, und die Zeugenaussagen der Ehefrau konnten kaum als sicher gewertet werden, da ihr Mann sie im Krankenhaus ständig über den Verlauf der Untersuchung informiert hatte. Sehr viele Fragen mussten während der Verhandlungen offen bleiben, so dass der Hauptgrund für die Verurteilung vermutlich der unerklärte Aufenthalt Schürrers in Arboga und der Mangel eines möglichen anderen Täters war, denn der Ehemann, der kurzfristig in Verdacht stand, hatte ein sicheres Alibi. Unklar blieb bis heute auch warum keine DNA-Spuren im Haus auf Schürrer wiesen und zu wem die weiterhin unbekannten Fingerabdrücke, die im Haus nach der Tat gefunden wurden, gehören.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 28. Februar 2016

Der Mord des Ministerpräsidenten Olof Palme

Am Nachmittag des 28. Februar 1986 diskutierte Lisbet Palme, die Ehefrau des früheren Ministerpräsidenten Olof Plame, mit Kollegen einen eventuellen Kinobesuch am gleichen Abend. Ihr Ehemann erfuhr von diesem Plan erst als er um 18 Uhr 30 nach Hause kam und er seine Leibwächter bereits nach Hause geschickt hatte. Erst gegen 20 Uhr bestimmte sich das Ehepaar Palme für das Kino Grand in Stockholm um dort den Film Bröderna Mozart zu sehen. Es gab daher niemanden, der wissen konnte wie und wo Olof Palme den Abend verbringen werde, zumindest nicht bis das Ehepaar die Eintrittskarten an der Kinokasse gekauft hatte.

Als der Film zu Ende war spazierten Olof Palme und seine Ehefrau Lisbet im zentralen Stockholm Richtung Wohnung. Um 23 Uhr 21 näherte sich plötzlich eine unbekannte Person dem Ehepaar und schoss erst Olof Palme in den Rücken und anschließend auf Lisbet Palme. Der Ministerpräsident starb nahezu unmittelbar an der Verletzung, die Ehefrau überlebte und konnte noch einen kurzen Blick auf den Täter werfen, der allerdings den Tatort unmittelbar nach Abgabe der Schüsse verließ, so dass Lisbet Palme die einzige Zeugin der Tat war. Neben der Augenzeugin hatte die schwedische Polizei lediglich zwei Patronenhülsen, die jedoch in einem so schlechten Zustand waren dass es nicht sicher war die Hülsen eindeutig einer bestimmten Waffe zuzuordnen.

Da es sich um den Mord eines schwedischen Ministerpräsidenten handelte, wurde natürlich alles unternommen um den Täter und die mögliche Tatwaffe zu finden. Die sogenannte Palmeutredningen, die noch heute aktiv nach dem Täter sucht, verfolgte mehrere Spuren, die jedoch alle in einer Sackgasse endeten. Als man dann 1988 Christer Pettersson als mutmaßlichen Täter festnahm, schien der Fall aufgeklärt, aber während das Amtsgericht Pettersson noch schuldig sprach, wurde er in höheren Instanzen mangels Beweisen frei gesprochen. Mittlerweile haben rund 130 Personen sich selbst als Täter angegeben, aber auch hier verliefen alle Spuren im Sande, zumal die Tatwaffe bisher nicht gefunden werden konnte. Noch heute gibt es Personen, die sich des Mordes an Olof Palme schuldig bekennen und noch nach 30 Jahren sucht man einen Mörder, der vermutlich nicht gefunden werden kann, oder bereits verstorben ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. November 2015

Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.

Jakob von Engeström kam am 1. November 1735 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt und wurde, auf Grund der Verdienste seines Vaters, im Jahre 1751 in den Adelstand aufgenommen. Im Alter von 18 Jahren schloss von Engström sein Jurastudium an der Universität Lund ab und nur ein Jahr später legte er auch das Kanzleiexamen an der gleichen Universität ab, das ihm den Zugang zum Kanzleikollegium machte und eine Arbeit im diplomatischen Dienst ermöglichte, sowie ihm eine sichere berufliche Zukunft garantierte.

Da Jakob von Engeström mehr Wissenschaftler und Sammler historischer Dokumente war, wurde er bei Beförderungen jedoch mehrmals übergangen und seine politische Rolle war kaum für die Entwicklung Schwedens von Bedeutung. Sicher ist jedoch, dass von Engström der Regierung von Gustav III. sehr kritisch gegenüberstand und dessen Krieg im Jahre 1788 als unrechtmäßigkeit bezeichnete, aber auch die hohe Staatsverschuldung als Problem Schwedens sah. Zumindest indirekt setzte sich von Engeström daher für den Parlamentarismus ein und wollte die Macht des Königs beschränken.

Nach der Ermodung von Gustav III. im Jahre 1792 kam Jakob von Engeström unmittelbar in den Verdacht am Attentat beteiligt gewesen zu sein, da seine Meinungen zur königlichen Macht um diese Zeit allgemein bekannt waren. Bei Verhören musste von Engeström auch zugeben, dass er vom geplanten Attentat wusste, aber gleichzeitig versicherte er, dass er der Hoffnung gewesen war dass der Mord verhindert werden konnte. Da vermutet wurde, dass von Engeström auch eine neue Verfassung ausgearbeitet habe, wurde seine Wohnung durchsucht, allerdings ohne dass dieses Dokument gefunden wurde. Erst sehr viel später fanden Geschichtswissenschaftler dann dieses Dokument unter seinen Papieren. Ohne dieses Papier konnte man Engeström, der am 14. November 1802 in Uppsala starb, nicht sehr viel nachweisen und er wurde daher nur zu einer relativ milden Strafe verurteilt. Der zehnjährigen Gefängnisstrafe entging er jedoch dadurch, dass er unmittelbar nach Uppsala zog, da dort die Durchführung der Strafe nicht möglich war.


1. November 1318: Die Hinrichtung des Ritters Johan von Brunkow
1. November 1772: Allerheiligen in Schweden
1. November 1778: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
1. November 1876: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden
1. November 1944: Die Arbeitszeiten von Hausangestellten werden in Schweden geregelt
1. November 1961: Louise Boije af Gennäs und die schwimmende Grenze

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 17. Juni 2015

Malcolm Sinclair und der schwedische Krieg mit Russland

Malcolm Sinclair wurde am 17. Juni 1739 auf seiner Rückreise vom Osmanischen Reich von zwei russischen Offizieren in Österreich ermordet, was sich bedeutend auf die schwedische Geschichte der kommenden Jahre auswirken sollte. Der Mord war in Österreich geplant gewesen um den Verdacht von Russland fernzuhalten und er sollte einem Raubmord ähneln. Problematisch war jedoch, dass Sinclair von einem französischen Kaufmann begleitet wurde, der nach der Rückkehr aus der kurzen russischen Gefangenschaft, das Geschehen in Schweden bekannt machte. Russland bezeichnete dies zwar als Lüge, aber zu vieles passte mit den Aussagen des Kaufmanns überein.

Über die frühen Jahre von Malcolm Sinclair ist nichts bekannt, außer das er schottischen Geschlechts war und ab dem 30-jährigen Krieg in schwedischem Dienst stand. Seine militärische Karriere schien indes kurz zu werden, denn bereits 1708 wurde er während des Nordischen Krieges von der russischen Armee gefangen genommen und erst 1722 wieder in die Heimat entlassen, unter der Voraussetzung, dass er in Schweden vor Gericht gestellt wird. Ob dies geschah, ist unbekannt, in jedem Fall wurde Sinclair nicht bestraft. Da Sinclair, der 1690 geboren wurde, sich als Krieger nicht sonderlich hervortat, wurde er zweimal als Sendbote nach Konstantinopel geschickt um dort Verbündete gegen Russland zu suchen, was ihm jedoch letztendlich zum Verhängnis wurde.

Seine zweite Reise ins Osmanische Reich war an Russland verraten worden und noch bevor seiner Abfahrt kursierte bereits sein Portrait bei den Feinden, die ihn zwar ständig unter Aufsicht hatten, jedoch mit dem Auftrag bei der Beseitigung des Feindes jede diplomatische Schwierigkeiten zu vermeiden. In Schweden schürte der Mord den bereits existierenden Hass gegen Russland und als Anders Odel dann noch eine Ode mit 95 Strophen zu Ehren von Malcolm Sinclair schrieb, erreichte die Kriegsstimmung ihren Höhepunkt, was dazu führte, dass 1741 der schwedische Feldzug gegen Russland begann. Allerdings sollte der Krieg die Großmacht Schwedens noch mehr schwächen, da das Land beim Frieden in Åbo ein weiteres Stück Finnlands an Russland abtreten musste.


17. Juni 1397: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse
17. Juni 1682: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
17. Juni 1707: Die Ramlösa Heilquelle bei Helsingborg
17. Juni 1707: Der deutsch-schwedische Arzt Johan Jacob Döbelius
17. Juni 1815: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
17. Juni 1836: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
17. Juni 1887: Der schwedische Künstler Hugo Birger
17. Juni 1895: Ruben Rausing, der Erfinde der Tetra Pak
17. Juni 1896: Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens
17. Juni 2004: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Mai 2015

Die Malexandermorde ändern das schwedische Rechtssystem

Am 28. Mai 1999 überfielen Tony Olsson, Andreas Axelsson und Jackie Arklöf die Östgöta Enskilda Bank in Kisa und erbeuteten dabei über 2,6 Millionen Kronen. Der Banküberfall ging mit Hilfe von Pistolen und Handgranaten nahezu reibungslos über die Bühne, aber durch die Verzögerungen auf Grund des Zeitschlosses des Tresors und der Tatsache, dass die Täter eine der Kameras übersahen, nahm die Polizei sehr schnell die Verfolgung auf, eine Verfolgungsjagd, die für zwei der Polizisten tödlich enden sollte, denn sie wurden von den Bankräubern eiskalt hingerichtet damit diese, zumindest vorübergehend, entkommen konnten.

Die drei Täter waren der Polizei bereits mehrmals sehr negativ aufgefallen, wobei zwei unter ihnen auch die neonazistische Organisation NRA gegründet hatten, die wegen ihrer extremen Gewalt bekannt war. Nach nur einer Woche war auch der letzte der Bankräuber, Tony Olsson, gefasst, dem es gelungen war nach Costa Rica zu fliegen. Während des Prozesses gaben Olsson und Axelsson zwar zu am Bankraub beteiligt gewesen zu sein, aber sie wollten nichts mit dem Mord an den Polizisten zu tun haben. Jackie Arklöf behauptete sogar weder am Bankraub beteiligt gewesen zu sein, noch aber etwas vom Mord an den Polizisten zu wissen.

Da das Amtsgericht in Linköping nicht beurteilen konnte wer nur wegen bewaffnetem Bankraum und wer auch wegen Mord verurteilt werden sollte, entschied man erstmals in der schwedischen Rechtsprechung alle drei wegen Mordes zu lebenslanger Haft zu verurteilen. Da das Urteil in dieser Art auch von den höheren Instanzen bestätigt wurde, kann seit diesem Zeitpunkt auch ein Mittäter verurteilt werden wie ein Haupttäter, was bis heute sehr umstritten ist. Im Jahre 2001 gab Arklöf dann zu, dass er die beiden Polizisten getötet hatte, was jedoch nichts mehr an den Urteilen änderte. Alle drei Täter sitzen noch heute im Gefängnis.


28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens
28. Mai 1858: Der schwedische Erfinder Carl Richard Nyberg
28. Mai 1914: Selma Lagerlöf, Mitglied der Svenska Akademien
28. Mai 1961: Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Januar 2015

Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.

Adolph Ribbing, nach einem Namenswechsel Adolph de Leuven, wurde am 10. Januar 1765 in Stockholm geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit mit seinen Eltern am Hof von Lovisa Ulrika, wobei seine Mutter sowohl am Hofe als auch in Stockholm einen etwas zweifelhaften Ruf hatte. Im Alter von 12 Jahren schloss sich Ribbing als Fähnrich der Infanterie an, wurde auf Grund der Beziehungen seiner Mutter zur militärischen Ausbildung nach Berlin und nach Paris geschickt, um dann bereits 1785 zum Leutnant ernannt zu werden.

Die Einstellung von Adolph Ribbing zu Gustav III. war von der Kindheit sehr angespannt und beeinflusst von Lovisa Ulrika und seiner Mutter, die kurze Zeit ein engeres Verhältnis mit dem König gehabt hatte. Als der König, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, dann auch noch seine Geliebte Charlotta Eleonora de Geer mit Hans Henrik von Essen verheiratete, wurde die Abneigung zum Hass. Als Ribbing dann letztendlich auch den Verlobten zum Duell herausforderte und diesen dabei leicht verletzte, war der Bruch zwischen Gustav III. und Ribbing auf dem Höhepunkt angekommen, denn diese Herausforderung wurde um diese Zeit einer Majestätsbeleidigung gleichgesetzt.

Dieses Duell führte allerdings nur dazu, dass der König Adolph Ribbing als Kommandanten der Vaxholms fästning einsetzte, was Ribbing jedoch als Beleidigung betrachte und ihn dazu veranlasste den Militärdienst zu verlassen. Als Ribbing 1792 Claes Fredrik Horn und Jacob Johan Anckarström traf, wurde er einer der maßgeblichen Hintergrundmänner beim Komplott gegen Gustav III., auch wenn über die Rolle der einzelnen Attentäter bis heute wenig bekannt ist. Während des Maskenballs an dem die Schüsse auf den König abgegeben wurden, war Ribbing anwesend, jedoch weit vom Geschehen entfernt. Als er jedoch denunziert wurde, gab er seine Teilnahme am Komplott zu, wurde zum Tode verurteilt und er verlor seinen Adelstitel. Adolph Ribbing hatte jedoch erneut Glück, denn die Todesstrafe wurde in eine Landesverweisung verwandelt, was dazu führte dass Ribbing den Rest seines Lebens überwiegend in Frankreich verbrachte, wo er auch am 1. April 1843 im Alter von 78 Jahren starb.


10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. November 2014

Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.

Als Jakob von Engeström am 14. November 1802 in Uppsala starb, hatte er nahezu alle Ehren verloren, war seiner Arbeit als Amtsmann enthoben und galt als einer der Verschwörer, die den Mord an Gustav III. geplant hatten, auch wenn seine Mittäterschaft bis heute stark in Zweifel gezogen wird. Sicher ist jedoch, dass von Engeström Kenntnisse vom geplanten Attentat hatte, und sehr wahrscheinlich ist auch, dass er dieses auf irgend eine Weise verhindern wollte, auch wenn er mit den Kriegsplänen des Königs nicht einverstanden war.

Jakob von Engeström war am 1. November 1735 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt gekommen und erhielt daher nicht nur eine gute Bildung, sondern hatte nach seinem Studium an der Universität Lund auch die Chance für eine politische Karriere. Aber auch wenn von Engeström langsam die Stufen des administrativen Dienstes erklomm, so wurden sowohl seine Anträge auf einen ausländischen Dienst abgelehnt als auch seine Hoffnungen auf einen führenden Posten in der Regionalregierung zerstört, denn ihm fehlten Profil, Durchsetzungskraft und die notwendigen Beziehungen. Von Engeström vergrub sich zu sehr in seinen Papieren um bemerkt zu werden.

Selbst wenn Jakob von Engeström politisch keine große Rolle in Schweden spielte und nur selten an die Öffentlichkeit trat, war bekannt, dass er für eine neue Verfassung war, die den König zum Teil entmachten und dem Volk mehr Einfluss bieten sollte. Allein dies reichte  dafür aus, dass man, nach dem Mord an Gustav III. am 16. März 1792, von Engeström im engeren Kreis der Täter suchte und diesen zu lebenslänglichem Gefängnis und dem Verlust aller Ehrenrechte verurteilte. Auch wenn das Urteil sehr bald stark gemildert wurde und von Engeström wieder in sein Gut in Kiplingeberg zurückkehren konnte, war mit dem Urteil seine Zukunft besiegelt.


14. November 1898: Die schwedische Schauspielerin Magda Holm
14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden
14. November 1908: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan
14. November 1948: Kristina Lugn, Poesie und Drama einer Außenseiterin
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 22. Juli 2014

Polizeichef Nils Henrik Liljensparre

Nils Henrik Liljensparre kam am 22. Juli 1738 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Priesters in Norrköping zur Welt und wurde die ersten Jahre zu Hause unterrichtet um Liljensparre, der um diese Zeit noch Nils Henrik Sivers hieß, die bestmögliche Zukunft zu bieten. Es war daher auch selbstverständlich, dass der junge Sivers bereits im Alter von 16 Jahren an der Universität Uppsala ein Jurastudium, verbunden mit humanistischen Studien, begann, dieses mit Studien in Greifswald, Rostock und Leipzig ergänzte, und 1776 bereits zum Polizeichef in Stockholm aufgestiegen war.

Nils Henrik Liljensparre, der seinen Familiennamen im Jahre 1786 erhielt, als er in den Adelstand aufgenommen wurde, gilt als der königstreueste und aktivste Polizeichef, den Schweden je hatte, denn nicht nur, dass während seiner Zeit etwa 2500 Fälle geklärt wurden, sondern es gab auch keine Sekunde in der er nicht dem Auftrag von Gustav III. folgte und dabei zu jedem zulässigen und unzulässigen Mittel griff. Um die Feinde des Königs ausfindig zu machen, errichtete er auch ein hervorragendes Spionagenetzt in ganz Schweden, über das ihm nahezu jede Kritik am König mitgeteilt wurde. Dass Kritik am König um diese Zeit mit schweren Strafen belegt war, gilt als selbstverständlich.

Der Eifer von Nils Henrik Liljensparre brachte ihm natürlich nicht nur Freunde und als er den Mord an Gustav III. behandelte und Johan Bielke als Schlüsselfigur ausfindig machte, bekam seine Karriere die ersten Kratzer, denn Herzog Karl war wenig an der Aufdeckung aller Hintergründe der Tat interessiert und nur durch Intrigen gelang es Liljensparre sein Amt und seinen Einfluss noch eine gewisse Zeit zu halten. Obwohl der ehrgeizige Polizeimeister Liljensparre seine politische Linie änderte und nach dem Tode von Gustav III.  die Seite des Nachfolgers Gustav IV. Adolf einnahm, wurde er 1793 seines Amts in Stockholm enthoben und nach Pommern versetzt um dort das Polizeiwesen aufzubauen.


22. Juli 1535: Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa
22. Juli 1818: Die Schriftstellerin und Pädagogin Elisabet Ehrenborg
22. Juli 1919: Gustaf Retzius und die schwedische Rassenbiologie
22. Juli 1984: Die schwedische Sängerin Elin Lanto

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Mai 2014

Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt

Magnus Bengtsson, oft auch Måns Bengtsson genannt, lebte vermutlich zwischen 1427 und 1477 und wäre vermutlich nie in die Geschichte Schwedens eingegangen, wenn er nicht am 4. Mai 1436 den schwedischen Nationalhelden Engelbrekt Engelbrektsson ermordet hätte. Denn auch wenn Bengtsson später zum Ritter geschlagen wurde und wie sein Vater Bengt Stensson Reichsrat und Rechtsgelehrter in Örebro wurde, so trat er kaum mit bedeutenden Vorschlägen oder Ereignissen in den Vordergrund.

Da Magnus Bengtsson gerade einmal neun Jahre alt war, als er Engelbrekt Engelbrektsson auf dem Gut seines Vaters mit einer Axt erschlug, ist kaum anzunehmen, dass diese Idee von ihm selbst kam, sondern er entweder von seinem Vater dazu angestiftet wurde oder aber Bengtsson darin die Möglichkeit sah bei seinem Vater als Mann anerkannt zu werden. Stensson lag mit Engelbrektsson seit einiger Zeit in Fehde, da dieser wenige Monate zuvor sein Schloss angegriffen und angezündet hatte, nachdem Stensson allerdings vorher, ohne Zustimmung des Reichsrates, ein Schiff der Hanse gekapert hatte.

Magnus Bengtsson wurde wegen des Mordes an Engelbrektsson nie angeklagt oder bestraft, aber da er mit dieser Tat den Toten zu einem Helden und Märtyrer gemacht hatte, musste er mit seinem Vater fliehen und er musste vermutlich bis 1443 ein unstetes Leben führen, da er in dieser Zeit in kaum einem Dokument des Landes genannt wird, wenn man davon absieht, dass er zwischen 1436 und 1443 mehrmals als Freibeuter vor der Ostküste Schwedens gesehen wurde. Ab 1450 tritt Magnus Bengtsson dann als Lagman (Rechtsgelehrten) in Närke auf und 1457 spielt er beim Aufruhr gegen König Karl Knutsson eine Nebenrolle.


4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1928: Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. März 2014

Johan Bielke und der Mord an Gustav III.

Johan Bielke nahm sich am 22. März 1792 das Leben und nahm dabei eines der größten Geheimnisse der schwedischen Geschichte mit ins Grab, denn er war vermutlich der am besten unterrichtete Mann zum Mord an Gustav III. während eines Maskenballs und durch seinen Selbstmord durch Gift konnte er die Tortur vermeiden und zahlreiche Hintermänner retten. Auch dass der Priester, dem er seine Beteiligung am Mord gestand, unmittelbar einen Arzt rief, konnte Bielke nicht mehr retten. In weiser Voraussicht hatte Bielke zwar seine Beteiligung zugegeben, nicht jedoch Hintergründe erklärt oder Namen genannt.

Nachdem bereits der Vater von Johan Bielke im Reichstag saß und ein angesehener Politiker war, war seine Laufbahn zum Politiker geradezu vorauszusehen. Allerdings nahm Bielke nur an wenigen Reichstagen teil und galt bei seinen wenigen Auftritten nahezu als Revolutionär, denn er setzte sich für die Freiheit des Volkes ein und vertrat öffentlich die Meinung, dass man keinen Krieg planen soll so lange die Staatskassen leer sind. Bielke war daher weder beim König, noch beim Adel sehr beliebt, hatte dagegen jedoch die gesamte Opposition und alle Freidenker des Landes auf seiner Seite.

Da der Priester Magnus Lehnberg trotz Schweigeplicht den Vorgesetzten Bielkes und der Polizei jedes Wort berichtete, das der sterbende Johan Bielke ihm anvertraut hatte, entschied das Landesgericht, dass Bielke aus dem adeligen Kreis ausgeschlossen werde und in Zukunft Ture Stensson heißen solle, eine Entscheidung, die auch für alle Nachkommen Bielkes galt. Sein Leichnam wurde vom Scharfrichter am Gelgenberg eingegraben, was auch auf zukünftige Verräter des Landes abschreckend wirken sollte.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige 
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen 
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein 

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 5. Februar 2014

Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti

Kerstin Koorti kam am 5. Februar 1950 in Helsingfors (Helsinki) zur Welt, studierte jedoch an der Stockholmer Universität Jura, das sie 1975 abschloss. Fünf Jahre später öffnete Koorti dann ihr eigenes Anwaltsbüro in Stockholm und beschäftigte sich insbesondere mit dem Strafrecht, genauer genommen mit Mordfällen und Sexualstraftaten zwischen Inzest und Sexualmord. Koorti machte sich damit nicht nur in juristischen Kreisen bekannt, sondern wurde auch vom Aftonbladet beschäftigt um aufsehenerregende Fälle zu kommentieren.

Kerstin Koorti, die sowohl in Schweden als auch in Finnland arbeitet, gehört zu jenen Anwälten, die nicht nur theoretische Jura studierten, denn sie arbeitete auch als Krankenpflegerin, machte Kurse in der Rechtsmedizin und nahm an mehreren Obduktionen teil um die praktische Seite eines Polizisten und eines Staatsanwalts kennenzulernen.  Dieses umfassende Wissen führte letztendlich auch dazu, dass Koorti einige der bedeutendsten schwedischen Kriminalfälle anvertraut wurden und sie, unter anderem, auch Wolfgang Zaugg, den Lasermann, vertrat.

Die Rechtsanwältin Kerstin Koorti selbst geriet zweimal mit großen Schlagzeilen in die Presse. Das erste Mal, als sie während der Verhandlung von Wolfgang Zaugg, alias John Ausonius, misshandelt wurde, und ein zweites Mal, als sie selbst wegen Betrugs angeklagt wurde, da sie bei einer Zwangsverteidigung extrem hohe Rechnungen präsentierte. Diese Anklage führte jedoch zu keinen Folgen, da das Gericht es nicht als erwiesen sah, dass Koorti das Gericht mit Vorsatz betrügen wollte.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden 
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens 
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg

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Montag, 13. Januar 2014

König Gustav III. will die Macht nicht teilen

Gustav III. wurde nach dem Julianischen Kalender am 13. Januar 1746 im Wrangelska Palast in Stockholm geboren (entspricht heute dem 24. Januar) und gehört zu den meist diskutierten Königen Schwedens, nicht zuletzt deswegen, weil er 1772 durch einen Staatsstreich die gesamte Macht über das Land übernahm und dabei nicht nur die Regierung absetzte und dem Adel die Macht nahm, sondern dabei auch die erste schwedische Partei zwangsweise auflöste und später einen unbeliebten Krieg gegen Russland begann.

König Gustav III., der auch als der Theaterkönig bekannt wurde, gilt als einer der gebildetsten und kulturinteressiertesten Könige Schwedens, der lediglich das Problem hatte sich als unfehlbar zu betrachten, was sich auch dadurch ausdrückte, dass er sich als König von Gottes Gnaden betrachtete. Der dem französischen Königshaus nahestehende Gustav III. begann sehr früh aktiv die Politik Schwedens zu beeinflussen und nahm mit Sicherheit bereits mit 20 Jahren an allen bedeutenden Verhandlungen teil und war daher beim Tod des Vaters Adolf Fredrik am 12. Februar 1771 sehr gut auf seine neue Rolle vorbereitet.

Obwohl sich Gustav III. bereits mit seinem Staatsstreich unzählige mächtige Feinde gemacht hatte, brach der Kampf des Adelstandes gegen den König erst mit dem Russischen Krieg zwischen 1788 und 1790 richtig aus, ein Widerstand, der im Winter 1791/1792 zu den Mordplänen am König führte und mit seinem Mord während des Maskenballs am 16. März 1792 endete. Der König starb am 29. März 1792 an seinen Verletzungen. Da Gustav III., unter anderem, die Svenska Akademien gründete und zahlreiche andere kulturelle Einrichtungen auf ihn zurückführen, gehört er zur Gruppe der schwedischen Könige, die indirekt bis heute in Schweden ihren Einfluss ausüben.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröfentlicht

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Mittwoch, 25. Dezember 2013

Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit

Christiffer Bodislaus Zibet wurde am 25. Dezember 1740 bei Kristianstad geboren und studierte an der Universität Lund um die damalige Beamtenlaufbahn zu beschreiten. Bereits am 1761 und nach seinem Kanzleiexamen, begann er im Zentralarchiv zu arbeiten und nur ein Jahr später wurde er der persönliche Sekretär des Kronprinzen Gustav mit den Vollmachten eines Hofsekretärs. Wiederum vier Jahre später hatte Zibet den Rang eines königlichen Sekretärs erlangt.

Sehr bald wurde Christoffer Bogislaus Zibet auch Direktor des Königlichen Theaters, er wurde geadelt und 1777 wurde er zum Regierungsrat in Pommern ernannt. Zibet stand in dieser Zeit bereits so hoch in der Gunst des Königshauses, dass er es sich sogar erlauben konnte nie nach Pommern zu reisen, sondern weiterhin in Stockholm zu bleiben. Das erste Problem tauchte für Zibet jedoch nach dem Mord von Gustav III. auf, denn man wollte ihn nicht des Amts entheben, aber er konnte danach auch nicht in Stockholm bleiben. Als sich Zibet jedoch weiterhin weigerte sein Amt in Pommern anzutreten, wurde er für zwei Jahre nach Skåne verbannt und durfte Stockholm nicht mehr betreten.

Im Jahre 1799 kehrte Christoffer Bogislaus Zibet zurück nach Stockholm und schon 1801 wurde er zum Hofkanzler ernannt und sollte im Auftrag von Gustav IV. Adolf die Pressefreiheit im Auge behalten und so weit wie möglich auch unterdrücken. Da er diese Aufgabe mehr als nur befriedigend löste, wurde Zibet 1805 sogar in die Regierung des Königs berufen. Auf seinem Höhepunkt tauchte dann sein zweites Problem auf, denn nach der Revolution im Jahre 1809 war der Politiker erneut untragbar in Stockholm. Dieses Mal wurde er unter der Beibehaltung seines Gehalts lediglich entlassen und damit vollständig entmachtet. Nur wenig später starb Zibet, der bereits seit 1790 auch Mitglied der Svenska Akademien geworden war.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden 
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Dezember 2013

Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Tony Olsson, der mit wirklichem Namen Tony Åke Byström heißt, wurde am 8. Dezember 1972 in Flemingsberg geboren und wechselte als Kind sehr häufig Ort und Schule, da seine Mutter nach der Scheidung ein unstetes Leben führte bis sie sich mit einem festen Partner bei Örebro niederließ um dort Hunde und Pferde zu züchten. Der junge Olsson hatte sich daher nirgends eingegliedert und fand auch die Schule langweilig. Bereits mit 13 fiel er dann erstmals der Polizei auf, da er sich mit jeder denkbaren kriminellen Aktivität beschäftigte, angefangen vom Autodiebstahl bis zum Waffenhandel und der Verteilung von Falschgeld.

Nach der neunten Klasse verließ Tony Olsson die Schule und sein Leben nahm zwei parallele Wege ein, denn zum einen begann er eine Ausbildung zum Lackierer und besuchte Kurse in der Volkshochschule, zum anderen setzte er jedoch auch seine kriminelle Aktivität fort. Als Olsson 1991 erstmals ins Gefängnis kam, kam er dort mit der neonazistischen Szene in Berührung, die ihn zu faszinieren begann und die folgenden neun Jahre, neben der Kriminalität, sein Leben dominierte. Erneut vom Gefängnis aus nahm Olsson 1998 Kontakt mit Lars Norén auf, was zu einem rechtsextremen Theaterstück führte, das in der Presse stark diskutiert wurde, da die Schauspieler, unter anderem Olsson mit einer Sondergenehmigung, ihre eigenen Ansichten auf der Bühne präsentierten.

Nur einen Tag nach der letzten Vorstellung, am 28. Mai 1999, fand dann eine Raubüberfall auf die Östgöta Enskilda Bank in Kisa statt bei dem Jackie Arklöv zwei Polizisten mit einem Genickschuss tötete. Tony Olsson gelang es als einzigem der drei Täter, mit einer Million Kronen in der Tasche, nach Costa Rica zu entkommen. Obwohl Schweden mit dem Land kein Auslieferungsabkommen hatte und Olsson daher dort in Sicherheit war, erklärte er sich freiwillig dazu bereit nach Schweden zurückzukehren, wo er anschließend zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde. Nach Ausbrüchen und unsozialem Verhalten lehnte das Gericht bisher jede Zeitbegrenzung der Strafe ab, weswegen Olsson weiterhin im Gefängnis sitzt ohne jedoch jemanden getötet zu haben, da Arklöv die Tat später zugab. Seit 2000 gehört Tony Olsson keiner nazistischen Organisation mehr an.


8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens 
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens

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Sonntag, 1. September 2013

Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö

Keith Cederholm wurde am 1. September 1958 in Eskilstuna geboren und war bis zum Alter von 13 Jahren ständig unterwegs da sein Vater ein Tivoli betrieb das von Ort zu Ort zog. Als sich die Eltern 1971 scheiden ließen, kam Cederholm mit seiner Mutter nach Helsingborg und wurde, nach eigenen Aussagen, von seinem Stiefvater, der bald nach dem Umzug in seinem Leben auftauchte, regelmäßig misshandelt, ein Problem, das ihn in kleinkriminelle Kreise führte und ihn bald bei der lokalen Polizei in die Akten brachte, zumal die Kleinkriminalität Cederholms bis 1979 fortsetzte.

Ernsthafte Probleme bekam Keith Cederholm dann jedoch nach einem am 23. November 1979 angelegten Brand eines Hofes, der von einer Gruppe an Raggare (Aufreißer) benutzt wurde, denn einen Tag später wurde Bo Göransson als vermisst gemeldet und zwei Monate später fand man seine Leiche im Hafen Malmös. Für die Polizei und den Staatsanwalt war bald sicher, dass es sich bei dem Haupttäter um Cederholm handele und sich ein Problem zwischen den Raggarbanden in Malmö und Helsingborg hinter der Geschichte verbarg. Nach der Polizei war Göransson eine Zeuge der Brandstiftung und musste daher aus dem Weg geräumt werden. Als noch eine 17-jährige Zeugin alles gesehen haben wollte, ohne jedoch Cederholm in irgendeiner Weise zu nennen, wurde dieser vom Gericht wegen Brandstiftung, Menschenraub und Misshandlung zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt.

In seinem Unglück hatte Keith Cederholm jedoch dennoch noch Glück, denn Jan Guillou nahm diesen Fall in seiner Sendung Rekord-Magazinet auf und nannte das Urteil einen Justizirrtum. Guillou hatte den gesamten Fall neu überprüft und konnte dabei feststellen, dass Cederholm in der Nacht des Brandes unmöglich am Tatort sein konnte. Dank Guillou wurde der Fall von den Gerichten neu aufgerollt und Cederholm wurde freigesprochen. Da Cederholm um diese Zeit bereits drei Jahre im Gefängnis verbracht hatte, wurde ihm insgesamt ein Schadenersatz von 515.000 Kronen zugesprochen, der ihm jedoch, was einmalig in der Geschichte der schwedischen Justiz ist, nur ratenweise ausbezahlt wurde. Keith Cederholm wurde nach seiner Freilassung Landwirt und starb am 28. August 2010 im Alter von 51 Jahren an Krebs.


1. September 1625: Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung
1. September 1736: Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze

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