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Montag, 6. März 2017

Die schwedische Künstlerin Ebba Hedqvist

Ebba Hedqvist wurde am 6. März 1909 als Tochter eines Arbeiters und Landwirts auf einem Bauernhof in Öjebyn in Nordschweden geboren. Nach der Grundschule verließ Hedqvist ihren Heimatort um ihr Geld als Boutiqueangestellte in Stockholm zu verdienen. Der Wunsch der jungen Frau war jedoch Künstlerin zu werden. Da es in Schweden für sie nahezu aussichtslos war eine über Grundstudien hinausführende Ausbildung zu finden, ging Hedqvist, als sie rund 30 Jahre alt war, nach Rom und Paris um dort Malerei und Skulptur zu studieren.

Zurück in Schweden hatte Ebba Hedquist, die mit ihrer Skulptur Flickhuvud auch den Zugang zum Nationalmuseum in Stockholm fand, zahlreiche Ausstellungen, wurde dennoch weniger als Malerin bekannt, sondern vor allem über ihre öffentlichen Skulpturen, die man in nahezu ganz Schweden finden kann. Hedqvist arbeitete mit dem unterschiedlichsten Material, angefangen von Holz und Stein bis zur Bronze. Neben der Malerei und den Skulpturen im öffentlichen Raum, zeichnet die Künstlerin auch für die Ausschmückung von Theatern und bedeutenden industriellen Gebäuden, wobei die Künstlerin bis wenige Jahre vor ihrem Tod am 10. Dezember 2001 aktiv war.

Ebba Hedqvist ist jedoch noch aus einem anderen Grund in Schweden unvergesslich, denn ab den 30er Jahren hatte die Künstlerin daran gearbeitet eine Künstlerkolonie zu schaffen, die Stiftung Konstnärshem. Das Ziel war, dass Gleichgesinnte einen Raum für den Gedankenaustausch hatten, sich unterstützten und auch die Chance hatten dort bis zu ihrem Lebensende an ihrer Kunst zu arbeiten. Erst 1974 sollte ihre Mühe Erfolg zeigen und die ersten Künstler konnten in den Häusern des Konstnärhem einziehen. Unterstützt wurde Hedqvist von zahlreichen Künstlern ihrer Zeit, unter anderem von Birgit Nilsson, Siri Derkert und Sven Erixson. Das erste zahlende Mitglied war indes Barbro Alving, die jedoch nie dort einzog.


6. März 1808: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung
6. März 1823: Gustaf Ljunggren und die klassische Literatur Schwedens
6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1888: Der Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Cederlund
6. März 1943: Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste
6. März 1988: Die schwedische Sängerin Agnes Carlsson 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. Juni 2016

Der schwedische Künstler Olle Nordberg

Olle Nordberg kam am 9. Juni 1905 als Sohn eines Direktors und unter dem Namen Olof Nordberg in Stockholm zur Welt und kam sehr früh mit der Kunst in  Berührung, da sein Großvater mütterlicherseits nicht nur ein sehr großes Kunstinteresse zeigte, sondern in seinem Haus auch sechs Künstlerateliers einrichtete, die er an verschiedene Künstler vermietete. Nordberg kam dadurch sehr intensiv mit der Welt der Kunst in Berührung und erlernte durch den Umgang mit den unterschiedlichsten Künstlern auch verschiedene Techniken und begann selbst zu malen.

Auf Grund dieser unkonventionellen Vorbereitung auf die Kunstschule, an der Künstler wie Jenny Nyström, Siri Derkert und Axel Wallenberg teil hatten, die zeitweise in den Ateliers des
Großvater arbeiteten, gelang es Olle Nordberg bereits im Alter von 15 Jahren an der Kunstakademie aufgenommen zu werden. Nach fünf Jahren an der Akademie setzte Nordberg seine künstlerischen Studien noch an Hand von Studienreisen nach Italien, Spanien, Frankreich und Norwegen fort um sich schließlich in Monsö bei Ekerö niederzulassen und sich bald darauf der Künstlergruppe DE UNGA anzuschließen. Nordbergs Atelier in Monsö wurde mittlerweile in eine Museum verwandelt.

Olle Norberg malte insbesondere Motive und Menschen der Stockholmer Schären, aber auch Landschaften aus dem nördlichsten Schweden. Seine bedeutendsten Bilder zeigen das Alltagsleben der Menschen, und er schafft in seinen Bildern eine Gemütlichkeit, die mit Humor gemischt ist. Wenn man seine Gemälde aus Monsö betrachtet, so findent man das menschliche Leben von der ersten Liebe bis zu einem ruhigen und gemütlichen Alter. Kritiker verglichen seine Malerei oft mit der Poesie. Olle Norberg starb am 28. März 1986 in Monsö und hinterließ in zahlreichen Gemälden die Erinnerung an seine Frau, denn immer wieder findet man ihre Züge in seinen Gemälden, da fast jede gemalte schöne Frau in einigen Punkten an die Ehefrau des Künstlers erinnert.


9. Juni 1744: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
9. Juni 1886: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
9. Juni 1948: Die schwedische Politikerin Gudrun Schyman
9. Juni 1960: Eva Dahlgren, mehr als ein musikalisches Symbol Schwedens
9. Juni 1962: Die Rennstrecke Knutstorp in Skåne
9. Juni 2007: Die Götheborg legt wieder in Göteborg an

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 29. August 2014

Die schwedische Künstlerin Maj Bring

Die Künstlerin Maj Bring wurde am 29. August 1880 unter dem Namen Ebba Maria Bring als Tochter eines Politikers und Juristen in Uppsala geboren. Sehr früh interessierte sich Bring für eine Karriere als Künstlerin, aber erst im Alter von 20 Jahren durfte sie im Vorgänger der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg eine Ausbildung beginnen, die die Studentin zwischen 1902 und 1905 an der Kunstakademie in Stockholm vervollständigte. Bereits 1905 kehrte Maj Bring jedoch zurück zu Carl Wilhelmson in Göteborg, der die junge Künstlerin weitere drei Jahre lang unterrichtete. 1908 ging Bring nach Paris, was für alle Künstler jener Zeit geradezu eine Notwendigkeit war. Im Jahre 1910  besuchte die Künstlerin dann, gemeinsam mit Sigrid Hjertén, noch die Malereischule von Matisse, die ihr den letzten Schliff gab.

Bevor Maj Bring jedoch ihre erste Ausstellung hatte, brachte der Verlag Norstedt ihre zwei gezeichneten Bilderbücher auf den Markt, unter anderem ihr bekanntes ABC-Buch. 1913, zwei Jahre später, wurden ihre Landschaften dann erstmals in einer Ausstellung in Stockholm gezeigt, aber der Durchbruch ließ auf sich warten. Erst 1921, als Bring eine der drei weiblichen Künstlerinnen war, die eine Sammelausstellung bei Liljevalchs hatten, wurde ihr Name in Kunstkreisen bekannt. Nach einigen weiteren Ausstellungen in der schwedischen Hauptstadt, gründete Bring dann im Jahre 1930 eine Schule für Malerei in Stockholm, die insgesamt neun Jahre lang aktiv war und mehreren späteren Künstlern auf den Weg half.

Maj Bring hatte sich bereits während ihres ersten Aufenthalts in Paris vor allem auf modernistische Landschaftsmalerei spezialisiert, Werke, die man heute im Nationalmuseum in Stockholm finden kann. Als die Künstlerin in den 50er Jahren bemerkte, dass sie immer schlechter sah, erklärte ihr Siri Derkert, dass ein Maler nicht unbedingt sehen muss um Meisterwerke zu schaffen. Bring teilte diese Meinung nicht uneingeschränkt, aber begann in dieser Zeit mit Collagen zu arbeiten und benutzte neben Papier auch Perlen, Federn und Paljetten um den Werken einen Ausdruck und Tiefe zu geben und ging damit den Weg, den auch Matisse zeitweise beschritten hatte. Die letzte Ausstellung hatte Bring noch im Alter von 89 Jahren, nur zwei Jahre bevor sie am 5. Dezember 1971 in Stockholm starb.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1902: Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 28. April 2012

Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

Am 28. April 1973 starb die schwedische Künstlerin Siri Derkert auf Lidingö, eine der bedeutendsten weiblichen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die immer auf der Suche danach war etwas zu schaffen, was es vorher nicht in der Kunst gab. Da Kritiker jedoch mehr nach Bekanntem in der Kunst suchen, wurde Siri Derkert erst sehr spät als Künstlerin anerkannt, nicht zuletzt aber auch deshalb, weil sich Siri nicht auf einen Bereich der Kunst festlegte, sondern immer wieder neue Wege einschlug.

Siri Derkert begann sich mit 16 Jahren ernsthaft für Kunst zu interessieren und begann 1904 eine Ausbildung in der Althins Malerschule in Stockholm, führte dann aber ihre Studien in der Kunstakademie Stockholm und in mehreren französischen Kunstakademien fort. Die bedeutendste Veränderung in den Arbeiten Siris findet man dann jedoch in Werken, die sie nach ihrem Aufenthalt in der Fogelstadsgruppen zu Beginn der 40er Jahre malte und die nicht nur die persönliche Stärke der Künstlerin in hohem Masse ausdrückten, sondern auch die Frauenbewegung der Epoche.

Die Werke von Siri Derkert können leider nur selten in größerem Umfang betrachtet werden, da sich nahezu alle Gemälde in Privatbesitz befinden, ausgenommen der Sammlung an Zeichnungen, die das Göteborger Kunstmuseum erworben hat. Ab den 50er Jahren begann Siri Derkert dann mit neuen Materialien zu experimentieren und wandte sich der öffentlichen Kunst zu. Unter diesen Werken beeindruckt vor allem ihre Arbeit in der Haltestelle Östermalm der Stockholmer Tunnelbanan zum Thema Frieden und Gleichstellung.


28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen

Copyright: Herbert Kårlin