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Montag, 12. Februar 2018

Der Designer und Künstler Ivar Johnsson

Ivar Johnsson kam am 12. Februar 1885 als Sohn eines Reitstallverwalters in Vittskövle zur Welt und wuchs auf dem Gut auf, wobei er in dem kleinen Ort auch die Volksschule besuchte. Nach dieser minimalen Schulbildung arbeitete Johnsson drei Jahre lang mit seinem Vater im Reitstall, begann sich jedoch in dieser Zeit deutlich mehr für das Zeichnen und die Skulptur zu interessieren als für Pferde. 1902 hatte der zukünftige Künstler dann genügend Geld gespart um in Lund die kunstindustrielle Schule zu besuchen und sich dort eine Ausbildung zum Möbelarchitekt zu finanzieren.

In dieser Zeit lernte Ivar Johnsson den Bildhauer Henry Nilsson kennen, der in ihm die Liebe zur Skulptur und dem Modellieren erneut erweckte. Nach Ende seiner Ausbildung im Jahr 1906 ging Johnsson daher nach Stockholm und schrieb sich an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack ein. Zwei Jahre später besuchte der angehende Künstler dann drei Jahre lang die Kunstakademie und 1911 erhielt er ein Stipendium, das ihm eine einjährige Studienreise nach Paris erlaubte. In Paris fand Johnsson von der rein technischen Skulptur unter dem Einfluss von Rodin zur modernen Skulptur, die auf Details verzichtet und den Werken eine völlig neue Aussagekraft verleiht. Diese Entdeckung ist um so erstaunlicher, weil Carl Milles damals bereits seit zehn Jahren auf diese Weise arbeitete, Johnsson daher kein Erneuerer der schwedischen Skulptur mehr werden konnte.

Nach einer Reise nach Italien und einem Aufenthalt in Kopenhagen kehrte Ivar Johnsson zurück nach Schweden und machte sich vor allem mit seinen Monumentalskulpturen einen Namen, die man heute überall in Schweden finden kann. Johnsson hat sich bei diesen Skulpturen zwar von Aristide Maillol und Carl Milles beeinflussen lassen, war aber, im Gegensatz zu diesen beiden Künstlern, nicht bereit mit der Skulptur zu experimentieren und schränkte sich selbst in der Freiheit des skulpturellen Ausdrucks ein. Die Werke Johnsson wirken daher weitaus mehr bodenständig als jene anderer Künstler dieser Epoche, was jedoch gerade für öffentliche Werke von enormem Vorteil war. Ivar Johnsson starb am 16. August 1970 im Alter von 85 Jahren in Stockholm.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1940: Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 22. Januar 2018

Die schwedische Künstlerin Linnéa Jörpeland

Linnéa Jörpeland kam am 22. Januar 1971 als Tochter einer Künstlerin in Sollentuna zur Welt und begann ihre künstlerische Ausbildung an der Kunstschule Idun in Stockholm, um sich dort auf den Besuch an der Kunsthochschule vorzubereiten, die Jörpeland dann von 1994 bis 1999 besuchte. Innerhalb von nur sechs Jahren war es der Künstlerin dann gelungen einen völlig eigenen Stil zu entwickeln und sich damit auch durchzusetzen, zum einen durch Ausstellungen, zum anderen durch erste öffentliche Aufträge.

Ihren großen Durchbruch hatte Linnéa Jörpeland, die nach wie vor in Sollentuna ihr Atelier hat, mit einem dreiteiligen öffentlichen Kunstwerk, das man am inneren Hafen von Sundsvall finden kann. Alle drei Bronzeskulpturen wurden direkt auf dem Boden angebracht, da die Künstlerin der Meinung war, dass ein Sockel einen künstlichen Abstand zwischen Fußgänger und Kunstwerk schaffe, was auch eine Logik ist, da man, zum Beispiel, den Katzenmann nun auf gleichem Niveau findet und er Teil der Umgebung wird, statt zu einem Objekt, das man nur betrachtet.

Warum eine relativ junge Künstlerin wie Linnéa Jörpeland so erfolgreich ist, hängt vor allem mit ihrem eigenen Stil zusammen, da die Künstlerin in der Lage ist die klassische, pure Skulptur mit Humor zu verbinden, eine Verknüpfung, die in der Kunst relativ selten ist. So trifft, zum Beispiel, in einem ihrer Werke ein Dalmatiner eine Birke, ein Alltagserlebnis, das dennoch eine gewisse Komik beinhaltet. Linnéa Jörpeland erklärt allerdings ihre Werke nicht, sondern lässt dem Betrachter seine eigene Denkweise, was dazu führt, dass manche ihre Werke nur lustig finden, andere jedoch eine enorme Tiefe in ihrem Schaffen entdecken.


22. Januar 1806: Der schwedische Politiker Ludvig Manderström
22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Bang 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Januar 2018

Der schwedische Künstler Oscar Berg

Oscar Berg kam am 10. Januar 1839 als Sohn eines Händlers in Stockholm zur Welt und begann sich sehr früh für die Ornamentschnitzerei zu interessieren, was letztendlich dazu führte, dass sich Berg 1858 an der Kunstakademie in Stockholm einschrieb um dort Skulptur zu studieren und dabei das Glück hatte Carl Gustaf Qvarnström als Lehrer zu bekommen. Noch bevor er sein Studium im Jahre 1869 abschloss und für seine Leistungen die königliche Medaille erhielt, hatte der Künstler einige öffentliche Werke fertiggestellt, wobei seine Themen um diese Zeit vor allem mit der nordischen Mythologie in Verbindung standen.

Zwischen 1873 und 1878 hielt sich Oscar Berg dann in Rom auf um sich intensiv mit der klassischen Skulptur zu beschäftigen. Diese Jahre waren für den Künstler von größter Bedeutung, denn er übernahm ab dieser Zeit die italienische Formsprache der Skulptur, die ihm später durch eine vereinfachte Komposition und realistische Darstellungen zu seinem persönlichen Stil verhalf. Als Berg 1878 nach Stockholm zurückkehrte, erhielt er den monumentalen Auftrag der dekorativen Ausschmückung der Universität Uppsala, die ihm allerdings auch eine Gesichtsneuralgie brachte.

Nach Abschluss der Arbeiten ging Oscar Berg für einige Jahre nach London um dort als Skulpteur zu arbeiten. Allerdings kehrte der Künstler 1888 zurück nach Stockholm um an den Relieffriesen der Kunstakademie zu arbeiten und eine größere Ausstellung vorzubereiten.  Um diese Zeit war jedoch die bedeutendste Schaffensphase des Künstlers bereits zu Ende, seine Neuralgie machte ihm immer mehr zu schaffen, und als seine Frau 1906 starb, war die Schaffensphase Bergs zu Ende. Oscar Berg starb am 18. Dezember 1914 im Alter von 75 Jahren in Råsunda.


10. Januar 1765: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition
10. Januar 1916: Der schwedische Biochemiker Sune Bergström
10. Januar 1925: Der schwedische Schriftsteller Julius Regis 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Januar 2018

Die Malerin und Textilkünstlerin Gerd Göran

Gerd Göran kam am 5. Januar 1919 als Gerd Akre in Karmansbo im Västmanland zur Welt, verbrachte jedoch ihre Jugend überwiegend in Karlstad. Mit 17 Jahren begann Göran erst eine Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack in Stockholm, um ihre Ausbildung dann jedoch an der Kunstindustriellen Schule mit dem Schwerpunkt Textilkunst zu beenden. Nur zwei Jahre nachdem Gerd Göran ihre Ausbildung im Jahre 1941 abgeschlossen hatte, heiratete sie den Skulpteur Niklas Göran.

Noch im Jahr als Gerd Göran ihre Ausbildung abschloss, wurde sie Teilhaberin in einer Weberei bei Arvika, was der Künstlerin eine große Freiheit beim Schaffen ihrer Textilkunst gewährte. In den 40er Jahren reihte sich daher auch nahezu eine Ausstellung ihrer Werke an die andere, unter anderem auch in der Kunsthalle in Arvika und bei Liljevalchs in Stockholm. Nach einer längeren Studienreise nach Italien und Frankreich im Jahre 1951 begann Göran sich auch der Malerei zu widmen und ihre Textilkunst nahm neue Formen an.

In den 50er Jahren begann Gerd Göran mehr und mehr an Textilkollagen zu arbeiten und Textilmuster zu entwerfen, was auch zu einem der bekanntesten Tapetenmuster jener Zeit führte. In den darauf folgenden Jahrzehnten erhielt Göran auch mehrere öffentliche Aufträge, unter anderem von der Universität und dem Zentralkrankenhaus in Karlstad. Mittlerweile sieht die 100-jährige Künstlerin kaum noch und kann schon lange keine neuen Muster mehr schaffen, auch wenn sie weiterhin künstlerisch aktiv ist und sich nun vor allem durch Farben ausdrückt. Die Künstlerin selbst nennt die Werke der letzten Jahre „Spiele“, die man noch immer in neuen Ausstellungen bewundern kann.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm
5. Januar 1964: Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Januar 2016

Der schwedische Künstler Hans Norman

Hans Norman kam am 3. Januar 1928 in Hackås im Jämtland zur Welt und studierte von 1950 bis 1954 am Konstfack in Stockholm. Dieser Grundausbildung als Künstler folgte noch eine Ausbildung als Graphiker an der Kunstakademie und, dank eines Reisestipendiums, eine zweijährige Studienreise nach Holland und Frankreich. Auch wenn Norman um diese Zeit bereits auf mehrere kleinere Ausstellungen zurückblicken konnte, war er dennoch gezwungen zeitweise als Zeichenlehrer am Volksschulseminar in Skara zu arbeiten.

Hans Norman wagte, trotz seiner Ausstellungen, nicht den Sprung in das Leben eines freischaffenden Künstlers und betrachtete die freie Kunst noch rund 30 Jahre lang mehr als Hobby als als Berufung, denn als ihm eine Stelle in der Bildinstitution des Hochschule in Karlstad angeboten wurde, akzeptierte er und nahm bis 1985 nur noch an Sammelausstellungen teil. In einer Heimatregion Värmland fand die erste separate Ausstellung des Künstler erst 1985 in der Galerie Konstkällaren statt, im gleichen Jahr, als Norman auch seine erste öffentliche Arbeit akzeptierte und die Landvermessung in Karlstad dekorierte.

Ab diesem Jahr mehrten sich  die Ausstellungen von Hans Norman wieder und 1992 war der Künstler dann für die künstlerische Gestaltung des Krankenhauses in Kristinehamn verantwortlich. Norman, der vor allem in der Acrylmalerei seine Stärke zeigte, gehörte zu jenen Künstlern für die Kunst eine intellektuelle Tätigkeit war, die nichts mit Eingebung zu tun hatte, obwohl man einige seiner späteren Werke im Expressionismus und Symbolismus ansiedeln muss. Einige der bedeutendsten Werke Normans, der im Mai 1994 starb, findet man heute im Nationalmuseum in Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. November 2015

Fritz Herman Eriksson und die öffentliche Kunst

Fritz Herman Eriksson wurde am 19. November 1889 in Stockholm geboren und gehörte, nach seiner Hochschulreife, zu den ersten Studenten der neu gegründeten Handelshögskolan (Handelshochschule) in Stockholm an der er sein Studium im Jahre 1911 erfolgreich abschloss. Vier Jahre später wurde Eriksson vom Baumaterialhersteller Olsson & Rosenlund angestellt um im Raum Stockholm Grundstücke zu erschließen und Gebäude zu verkaufen, was gleichzeitig bedeutete, dass Eriksson Mitte des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle bei der Stadtplanung Stockholms leistete.

Die Bedeutung von Fritz Herman Eriksson liegt jedoch nicht bei seiner beruflichen Haupttätigkeit, sondern bei seiner Begeisterung für die Kunst im öffentlichen Raum, die um diese Zeit in Schweden nicht vorhanden war, wenn man von den Statuen wichtiger Könige oder anderer bedeutender Personen absieht. Eriksson gelang es nämlich bei zahlreichen seiner Bauprojekte auch durchzudrücken, dass die Bauherren auch öffentliche Kunst finanzierten. Dies gehörte auch mit zum Gedanken, den Eriksson seit den 30er Jahren innerhalb des Vereins Färg och Form vertrat, deren Direktor er über mehrere Jahre hinweg war.

Verewigt hat sich Fritz Herman Eriksson indes in den Stockholmer Stadtteilen Hägerstensåsen und Västertorp, wo der Ökonom auch offiziell an der Stadtplanung beteiligt war, denn in Hägerstensåsen gelang es ihm die Stadt und die Bauaunternehmen davon zu überzeugen ein Mitbürgerhaus nach dem Modell Großbritanniens zu schaffen und in Västertorp gelang es Eriksson, der am 8. Februar 1970 in Stockholm starb, 16 öffentliche Kunstwerke unterzubringen, wenn auch auf eine sehr persönliche Weise, denn der Ökonom hatte die Skulpturen im Namen des Hägerstens Kulturvereins, den er selbst gegründet hatte, gekauft und anschließend der Stadt Stockholm zum Geschenk gemacht.


19. November 1779: Der Aufstieg des Kaufmanns Jacob Graver
19. November 1915: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas
19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
19. November 1973: Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 28. April 2012

Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst

Am 28. April 1973 starb die schwedische Künstlerin Siri Derkert auf Lidingö, eine der bedeutendsten weiblichen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, die immer auf der Suche danach war etwas zu schaffen, was es vorher nicht in der Kunst gab. Da Kritiker jedoch mehr nach Bekanntem in der Kunst suchen, wurde Siri Derkert erst sehr spät als Künstlerin anerkannt, nicht zuletzt aber auch deshalb, weil sich Siri nicht auf einen Bereich der Kunst festlegte, sondern immer wieder neue Wege einschlug.

Siri Derkert begann sich mit 16 Jahren ernsthaft für Kunst zu interessieren und begann 1904 eine Ausbildung in der Althins Malerschule in Stockholm, führte dann aber ihre Studien in der Kunstakademie Stockholm und in mehreren französischen Kunstakademien fort. Die bedeutendste Veränderung in den Arbeiten Siris findet man dann jedoch in Werken, die sie nach ihrem Aufenthalt in der Fogelstadsgruppen zu Beginn der 40er Jahre malte und die nicht nur die persönliche Stärke der Künstlerin in hohem Masse ausdrückten, sondern auch die Frauenbewegung der Epoche.

Die Werke von Siri Derkert können leider nur selten in größerem Umfang betrachtet werden, da sich nahezu alle Gemälde in Privatbesitz befinden, ausgenommen der Sammlung an Zeichnungen, die das Göteborger Kunstmuseum erworben hat. Ab den 50er Jahren begann Siri Derkert dann mit neuen Materialien zu experimentieren und wandte sich der öffentlichen Kunst zu. Unter diesen Werken beeindruckt vor allem ihre Arbeit in der Haltestelle Östermalm der Stockholmer Tunnelbanan zum Thema Frieden und Gleichstellung.


28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen

Copyright: Herbert Kårlin