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Montag, 21. November 2016

Der Politiker und Generalmajor Thure Gustaf Rudbeck

Thure Gustaf Rudbeck kam am 21. November 1714 als Sohn eines Militärs in Västerberga im Uppland zur Welt, wurde jedoch, da sein Vater bereits zwei Jahre nach der Geburt des Jungen starb, von seinem Großvater, dem Sprach- und Naturwissenschaftler Olof Rudbeck, erzogen. Nach einigen Jahren an der Universität Uppsala gab Rudbeck jedoch sein Studium ohne jeden Abschluss auf um 1731 eine militärische Laufbahn zu beginnen. Acht Jahre später machte Rudbeck seine Offiziersprüfung und schon 1742 zeigte er seine militärischen Fähigkeiten bei der Verteidigung Ålands während des Finnischen Krieges und wurde daher wenig später zum Leutnant ernannt.

Nach seinem Erfolg in Åland ging Thure Gustaf Rudbeck nach Stockholm, genau zu jener Zeit als die Dalkalarna die schwedische Hauptstadt besetzten. Hier gelang es ihm während der drei Tage dauernden Besetzung die Brücke nach Riddarholm, wo sich die Königsfamilie befand, gegen die Eindringlinge zu verteidigen. Zum Dank dafür erhielt er von König Fredrik I. (Friedrich I.) nicht nur eine größere Geldsumme, sondern wurde auch bald darauf zum Major im Regiment Uppland ernannt, und Rudbeck wurde ein Günstling des Königshofes, was ihm einen gewissen Einfluss brachte.

Noch bedeutender für Thure Gustaf Rudbeck waren allerdings die finanziellen Vorteile seines Einflusses und seines Ranges, denn 1757 gelang es ihm dadurch das Schloss Edsberg zu erwerben, das anschließend rund 200 Jahre lang Familienbesitz bleiben sollte. Rudbeck ließ nach dem Kauf die vorhandenen Holzgebäude abreißen um diese durch einen soliden Steinbau zu ersetzen. Auch wenn das Schloss, das heute Sollentuna gehört, bereits 1955 verkauft werden musste, konnten die Erben Rudbecks noch bis 1979 im westlichen Flügel des Schlosses wohnen. Ab den 90er Jahren wurde Schloss Edsberg renoviert und seit 2006 sind einige Teile auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Heute sind die Nachfahren des Militärs Thure Gustaf Rudbeck, der am 8. Januar 1786 auf Schloss Edberg starb, finanziell wieder in einer ähnlichen Situation wie der Feldherr vor seinem Aufstieg.


21. November 1875: Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson
21. November 1921: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
21. November 1928: Esaias Tegnér der Jüngere und die Rechtschreibreform
21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden
21. November 2014: Das Kulturhaus Väven in Umeå 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 10. November 2015

Biotopia, das Biologische Museum in Uppsala

Der schwedische Großhändler Carl Fredrik Liljevalch, einer der bedeutendsten Donatoren Schwedens, wollte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein biologisches Museum in Uppsala finanzieren und wandte sich dafür an die renommierte Universität Uppsala, die das Angebot jedoch ablehnte. Glücklicherweise akzeptierte anschließend die Stadt das Geld und die zwei jungen Architekten Justus Hellsten und Hjalmar Cederström erhielten den Auftrag das Gebäude zu errichten, der Konservator der zoologischen Abteilung der Universität Uppsala, Gustaf Kolthoff, erhielt den Auftrag das Museum zu gestalten.

Als das Biologiska Museet (Biologische Museum) am 10. November 1910 eingeweiht wurde, galt es mit seinen Diaporama und seiner Aufteilung als einmalig, denn die Besucher konnten dort die verschiedenen Naturmilieus Schwedens entdecken, wobei damals der Vasaparken in Uppsala als natürliche Verlängerung galt, da er um diese Zeit nach natürlichen biologischen Aspekten angeordnet war und in drei Zonen eingeteilt war, die vom Götaland über das Svealand zum Norrland führten. Leider ist heute von dieser Einteilung nichts mehr zu finden.

Auch das Biologische Museum erlebte zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Verwandlung, da die Ausstellungen und Diaporama modernisiert wurden und ein Anbau entstand, der architektonisch allerdings nicht unbedingt glückte. Als das Museum im Oktober 2007 dann erneut geöffnet wurde, erhielt es den heutigen, weitaus moderneren Namen Biotopia. Die Räume sind heute vor allem der biologischen Entwicklung des Upplands gewidmet. In den Kellerräumen kann man in einer permanenten Ausstellung der Entwicklung dieses Landstrichs zwei Milliarden Jahre zurückverfolgen und man wird Schweden auf eine vollkommen neue Weise entdecken. Das Biotopia gehört zu den Museen Schwedens, die man kostenlos besuchen kann.


10. November: Die Feier des Martinstags (Mårtensafton) in Schweden
10. November 1495: Dorothea von Brandenburg wird Königin in Schweden
10. November 1594: Katarina Vasa, der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
10. November 1835: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
10. November 1911: Christian Lundeberg wird Ministerpräsident Schwedens
10. November 1928: Beppe Wolgers, der Schriftsteller und Künstler mit dem Vollbart
10. November 1981: Der schwedische Musiker und Sänger Brolle
10. November 1991: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Mai 2015

Der schwedische Spielmann Anders Ljungqvist

Anders Ljungqvist  kam am 10. Mai 1815 in einfachen Verhältnissen in Jumkil im Uppland zur Welt und war daher bereits als Kind dazu gezwungen in den Großgütern der Umgebung Gänse zu hüten, was dazu führte, dass er den Spitznamen Gås-Anders (Gänse-Anders) erhielt. Da Gänse hüten zwar die Anwesenheit fordert, aber relativ wenig Aufmerksamkeit, begann Ljungqvist in dieser Zeit auch Violine zu spielen, aller Wahrscheinlichkeit war er Autodidakt mit einem hervorragenden Gehör und unzähligen Stunden Zeit das Geigenspiel zur Perfektion zur erlernen.

Als Jugendlicher begann sich Anders Ljungqvist dann als Knecht zu verdingen, einer Tätigkeit, der er auch nach seiner Ehe mit Catharina Helena Molin und dem Umzug in das Häuschen ihres Vaters weiterging. Nach der mündlichen Überlieferung war Ljungqvist allerdings ein sehr schlechter Knecht, der seine Arbeit vernachlässigte um sich während der Arbeitszeit möglichst viel mit seiner Geige beschäftigen zu können. Bisweilen soll er seine Arbeit sogar ganz im Stich gelassen haben um als Spielmann aufzutreten und zum Tanz aufzuspielen.

So schlecht der Ruf Anders Ljungqvists als Knecht war, so gut war sein Ruf als Spielmann, denn es gab im Uppland ab Mitte des 19. Jahrhunderts kaum ein größeres Fest an dem man nicht Ljungqvist bat für die Musik zu sorgen. Sein Geigenspiel war so außerordentlich, dass im ganzen Uppland bald der Ruf umging, dass der Spielmann seine Kunst nur vom Näcken erworben haben konnte. Aus diesem Grund ging man auch davon aus, dass Ljungqvist zaubern konnte, dies allerdings nur im Positiven anwandte. Die Musikstücke des Spielmanns, der selbst leider nur etwa 100 seiner Musikstücke aufzeichnete, wurden im Laufe der Zeit von allen Spielmännern der Region übernommen und noch Mitte des 20. Jahrhunderts ging nahezu die gesamte Tanzmusik des Upplands auf Ljungqvist zurück, dessen Statue man in Björklinge finden kann. Anders Ljungqvist starb am 24. Dezember 1896 in Björklunge.


10. Mai 1657: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
10. Mai 1742: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
10. Mai 1809: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
10. Mai 1879: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
10. Mai 1952: Die schwedische Sängerin Kikki Danielsson
10. Mai 1963: Rechtsverkehr in Schweden
10. Mai 1983: Gustav Fridolin und die Grünen Schwedens
10. Mai 2006: Nils Strinning, ein Architekt wird als Designer bekannt

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 5. Juli 2011

Die erste bürgerliche Königin Schwedens: Karin Månsdotter

Im Laufe der schwedischen Geschichte wurden nur drei bürgerliche Frauen durch eine Heirat mit einem König zur Königin. Die erste Frau, die auf diesem Wege zur schwedischen Königin wurde, war Karin Månsdotter, die am 5. Juli 1568 als Ehefrau des Königs Erik XIV. zur Königin gekrönt wurde. Erst einen Tag vorher war ihre Hochzeit mit dem König offiziell anerkannt worden, obwohl sie mit ihm bereits seit dem 13. Juli des Vorjahres heimlich verheiratet war.

Karin Månsdotter war die Tochter eines Knechts aus dem Uppland und wurde, als sie noch Kammerjungfrau von Elisabet Vasa war, eine der Geliebten des Königs. Ihre Anpassungsfähigkeit am Hof und ihre Art liessen jedoch ein enges Verhältnis zu Erik XIV entstehen. Auch wenn der König offiziell eine Bürgerliche heiraten konnte, so war der Stand Karin Månsdotters jedoch so tief in der gesellschaftlichen Struktur, dass sich der Adel widersetzte und der König bereits ein Jahr nach der offiziellen Hochzeit zurücktreten musste und gefangen genommen wurde.

Auch wenn aus der Ehe mit dem König vier Kinder hervorgegangen waren, so wurden sie von der offiziellen Thronfolge ausgeschlossen und der Sohn Gustav Eriksson Vasa musste ein sehr bescheidenes Leben im Exil führen. 1573 erzwang der neue König Johan III. dann die Scheidung von Karin Månsdotter und Erik XIV. Dies führte gleichzeitig dazu, dass die bürgerliche Königin im Schloss in Åbo gefangen gehalten wurde. Nach dem Tod des ehemaligen Königs wurde sie und ihre Tochter dann befreit und sie erhielt von Johan III. Güter im heutigen Kangasala auf Lebenszeit verliehen, wo sie bis zu ihrem Tod am 13. September 1612 lebte. Ihr Sohn war bereits beim Tod des Ehemanns für immer von ihr getrennt worden.

5. Juli 1793: Der schwedische Maler Alexander Roslin
5. Juli 1987: Eine Fokker F-28 landet auf dem Flughafen Emmaboda

Copyright: Herbert Kårlin