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Samstag, 13. Januar 2018

Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich

Der vierte Reichstag, den König Gustav Vasa 1544 in Västerås einberief gilt als einer der bedeutendsten Reichstage Schwedens, der das schwedische Königssystem völlig ändern sollte und auch im militärischen Bereich ein Schritt in die Zukunft war, da die Verteidigung modernisiert wurde und sich auch gegen innere Unruhen vrbereitete. Zudem wurde beim Reichstag 1544 die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) endgültig zur dauerhaften Staatskirche Schwedens, eine Entscheidung, die bis zum Jahr 2000 gültig blieb.

Für die Königsmacht war indes nur die Entscheidung am 13. Januar 1544 von Bedeutung, denn beim Übereinkommen, das als Västerås arvförening in die Geschichte einging, sicherte den Nachkommen Vasas das königliche Erbrecht. Bis zu diesem Tag galt ein altes Gesetz, nach dem ein König Schwedens gewählt werden musste und ausdrücklich nicht über eine Successionsfolge innerhalb einer Familie an die Macht kommen durfte. Gustav Vasa legte damit den Grundstein der bis heute, wenn auch leicht veränderten, Erbfolge der schwedischen Könige, was nur mangels Erben unterbrochen werden kann.

Allerdings tauchte bereits einige Jahre später das erste Problem mit diesem Gesetz auf und man ergänzte die Bestimmungen. Erik XIV. hatte nämlich die Frechheit das Hoffräulein Karin Månsdotter zu heiraten und zur Königin zu machen. Dies führte dazu, dass der König letztendlich dem Thron enthoben, die Königin gefangen genommen wurde und der Sohn des Paares von der Thronfolge ausgenommen wurde und Johan III. als Thronerbe eingesetzt wurde. Ab dieser Zeit durfte ein künftiger König keine bürgerliche Frau mehr heiraten ohne die Thronrechte zu verlieren, zumindest bis die Linie Bernadotte Schweden zu regieren begann.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Mittwoch, 28. Januar 2015

Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa

Gustav Eriksson Vasa kam am 28. Januar 1568 als ältester Sohn des Königs Erik XIV. und dessen Frau Karin Månsdotter in Stockholm zur Welt, hatte jedoch das Pech, dass sein Vater noch im gleichen Jahr als König abgesetzt wurde und Johan III. die Macht in Schweden übernahm. Da Gustav Eriksson Vasa im Grunde der tatsächliche Thronerbe war, befürchtete Johan III. dass dieser eines Tages seine Rechte geltend machen wolle und überlegte daher wie er seinen Konkurrenten für alle Zeiten entmachten konnte.

Bereits 1575, als Gustav Eriksson Vasa gerade einmal sieben Jahre alt war, wurde er daher ins Exil nach Polen geschickt, wo er von Jesuiten erzogen wurde und später auch zum katholischen Glauben übertrat. Auch wenn der Jugendliche sich kaum für Politik interessierte und nicht am schwedischen Thron interessiert war, so wurde er dennoch ein Spielball der mächtigen Führer Europas und insbesondere die Herrscher, die mit Johan III. unzufrieden waren, versuchten immer wieder Gustav Eriksson Vasa auf den schwedischen Thron zu bringen. In Schweden überlegte man daher sogar wie man Gustav am besten ermorden konnte, da damit das Problem beseitigt gewesen wäre.

Gustav Erik Vasa verbrachte sein Leben in mehreren Ländern, großteils unter dem Schutz des deutschen Kaisers Rudolf II., versuchte jedoch nie nach Schweden zurückzukehren. Selbst seine Mutter, Karin Månsdotter, konnte der ehemalige Kronprinz erst im Jahre 1596 in Reval wiederzusehen, was jedoch für beide eine Enttäuschung wurde, da der Sohn kaum noch Schwedisch sprach und sich mit seiner Mutter daher kaum noch verständigen konnte. Am 22. Februar 1607 starb Gustav Erik Vasa im Alter von 39 Jahren im russischen Kashin.


28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund 
28. Januar 1859: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft 
28. Januar 1929: Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts 
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens 
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja 
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Juli 2011

Die erste bürgerliche Königin Schwedens: Karin Månsdotter

Im Laufe der schwedischen Geschichte wurden nur drei bürgerliche Frauen durch eine Heirat mit einem König zur Königin. Die erste Frau, die auf diesem Wege zur schwedischen Königin wurde, war Karin Månsdotter, die am 5. Juli 1568 als Ehefrau des Königs Erik XIV. zur Königin gekrönt wurde. Erst einen Tag vorher war ihre Hochzeit mit dem König offiziell anerkannt worden, obwohl sie mit ihm bereits seit dem 13. Juli des Vorjahres heimlich verheiratet war.

Karin Månsdotter war die Tochter eines Knechts aus dem Uppland und wurde, als sie noch Kammerjungfrau von Elisabet Vasa war, eine der Geliebten des Königs. Ihre Anpassungsfähigkeit am Hof und ihre Art liessen jedoch ein enges Verhältnis zu Erik XIV entstehen. Auch wenn der König offiziell eine Bürgerliche heiraten konnte, so war der Stand Karin Månsdotters jedoch so tief in der gesellschaftlichen Struktur, dass sich der Adel widersetzte und der König bereits ein Jahr nach der offiziellen Hochzeit zurücktreten musste und gefangen genommen wurde.

Auch wenn aus der Ehe mit dem König vier Kinder hervorgegangen waren, so wurden sie von der offiziellen Thronfolge ausgeschlossen und der Sohn Gustav Eriksson Vasa musste ein sehr bescheidenes Leben im Exil führen. 1573 erzwang der neue König Johan III. dann die Scheidung von Karin Månsdotter und Erik XIV. Dies führte gleichzeitig dazu, dass die bürgerliche Königin im Schloss in Åbo gefangen gehalten wurde. Nach dem Tod des ehemaligen Königs wurde sie und ihre Tochter dann befreit und sie erhielt von Johan III. Güter im heutigen Kangasala auf Lebenszeit verliehen, wo sie bis zu ihrem Tod am 13. September 1612 lebte. Ihr Sohn war bereits beim Tod des Ehemanns für immer von ihr getrennt worden.

5. Juli 1793: Der schwedische Maler Alexander Roslin
5. Juli 1987: Eine Fokker F-28 landet auf dem Flughafen Emmaboda

Copyright: Herbert Kårlin