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Samstag, 24. September 2016

Die Ehe von Gustav Vasa und Katarina von Sachsen

Als Gustav Vasa 1523 zum König gekrönt wurde, war ihm sehr schnell bewusst dass er seine Macht nur bewahren konnte wenn er auch starke Freunde in den Nachbarstaaten hatte und einen ahnenreiche Prinzessin heiratete. Dies sollte sich jedoch als gewisses Problem zeigen, denn zum einen galt Schweden als kaltes und ungemütliches Land, zum anderen gab es nicht sehr viele Prinzessinnen, die auch eine entsprechende Ahnentafel hatten, und letztendlich musste seine zukünftige Ehefrau auch noch dem protestantischen Glauben treu sein, denn die Reformation lag dem König sehr am Herzen.

Schließlich fand Gustav Vasa die entsprechende Ehefrau in der 15-jährigen Katharina von Sachsen-Lauenburg, die protestantisch erzogen, beim deutsch-römischen Kaiser hoch angesehen und deren Schwester zudem mit dem dänischen Kronprinzen Kristian verheiratet war. In kürzester Zeit führten Vermittlungen zum gewünschten Ziel, auch wenn der Ehevertrag, nach gewissen Querelen und Forderungen von beiden Seiten, erst am 19. März 1531 in Lübeck geschlossen wurde. Die Ehe selbst wurde dann auf den 24. September 1531 in Stockholm gelegt, den Geburtstag der Königin, die 17 Jahre jünger war als ihr Gemahl.

Aber selbst die erste Ehe des Monarchen sollte noch Probleme verursachen, da man hierfür einen Erzbischof benötigte, Schweden jedoch zu jener Zeit zwei Erzbischöfe hatte, die allerdings beide Schweden verlassen hatten. Gustav Vasa ernannte daher kurzerhand Laurentius Petri zum neuen Erzbischof, der damit der erste Erzbischof Schwedens protestantischen Glaubens wurde und die Bande zu Rom später endgültig abschnitt. Die aus politischen Gründen geschlossene Ehe sollte allerdings sehr schlecht laufen, da Königin Katarina kein Schwedisch sprach und Schweden absolut nichts abgewinnen konnte, dem König jedoch vor ihrem Tod im Jahre 1535 noch einen Thronfolger zur Welt brachte, den späteren Erik XIV. Nach Gerüchten, die allerdings nie bestätigt werden konnten, soll Gustav Vasa seine junge Frau ermordet haben.


24. September 1513: Katharina von Sachsen-Lauenburg, Königin von Schweden 
24. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
24. September 1838: Die Tageszeitung Östgöta Correspondenten 
24. September 1852: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
24. September 1878: Ivan Bratt und das Alkoholmonopol in Schweden
24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke
24. September 1919: Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens
24. September 1927: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
24. September 1975: David Vikgren, moderne Lyrik aus dem dem hohen Norden
24. September 2008: Bengt Anderberg, der Schriftsteller der schwedischen Erotik

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. Februar 2015

Christoph von Bayern wird König in Schweden

Christoph von Bayern (Kristofer av Bayern), auch als Christoph III. bekannt, kam am 26. Februar 1416 in Neumarkt in der Oberpfalz als Sohn des Pfalzgrafen Johan zur Welt. Da seine Mutter die Schwester Erich von Pommerns war, wurde ihm bereits 1438 die Krone in Dänemark angeboten. Dies bedeutete, dass Christoph von Bayern bei seiner Ankunft in Dänemark im Jahre 1439 erst zum Reichsvorstand erklärt wurde, 1440 zum König ernannt wurde und drei Jahre später die Krönung stattfand.

Unmittelbar nachdem Christoph von Bayern die dänische Krone angeboten worden war, begann er auch mit Schweden zu verhandeln um auch dort die Regierung übernehmen zu können. Dies zeigte sich etwas schwieriger, denn der Reichsrat zeigte sich sehr unentschlossen und erst als Kristofer av Bayern direkt mit Karl Knutsson Bonde verhandelte, wurde er beim Reichstag in Arboga im Jahre 1440 auch zum König Schwedens gewählt. Allerdings musste er dafür Karl Knutsson umfangreiche Güter anbieten und akzeptieren, dass der Reichsrat eine ausgedehnte Entscheidungsmacht in Schweden bekam, Christoph III. also relativ wenig Macht in Schweden erhielt.

Obwohl Christoph von Bayern in Schweden die Macht großteils dem Reichsrat überlassen musste und sich verpflichtet hatte die Traditionen des Landes zu erhalten, Schweden als Wahlkönigtum zu erhalten, Gesetzesvorschläge der Reichsrats zu unterzeichnen und nur gebürtige Schweden in den Reichsrat aufzunehmen, was sich auf auf andere wichtige politische Funktionen übertrug, so ging er als einer der wichtigsten „Gesetzesgründer“ in die schwedische Geschichte ein, denn unter ihm wurde die vorhergehende Gesetzessammlung, das Magnus Erikssons landslag, erneuert. Diese neuere Version erhielt 1442 den Namen Kristofers landslag.


26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden 
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 9. Juli 2014

Karl August wird unter Karl XIII. Kronprinz Schwedens

Der schwedische Kronprinz Karl August wurde am 9. Juli 1768 als Fredrik Kristian August von Augustenburg in Dänemark geboren und folgte nach seinen Studien in Leipzig einer militärische Laufbahn, wobei er sich erst bei der Kavallerie in Österreich verpflichtete und 1804, als General, einen Dienst in Norwegen annahm. Nach dem Frieden von Tilsit wurde der spätere Prinz Karl August zum Vertreter Norwegens ernannt, was sich jedoch bald zu einer bedeutenden Herausforderung entwickelte, da Dänemark auf Druck Napoleons Schweden den Krieg erklären musste in den wiederum Norwegen einzugreifen hatte.

Als Georg Adlersparre dann 1809 gegen Stockholm zog um Gustav IV. Adolf abzusetzen, versicherte Karl August diesem nicht einzugreifen, hatte dabei aber den Hintergedanken, dass erst der dänische König Fredrik IV. zum König Schwedens gewählt würde und damit ein geeintes Skandinavien geschaffen wird, das er später selbst übernehmen konnte. Adlersparre hatte jedoch andere Pläne und als es diesem Gelang eine neue Königswahl in Schweden durchzusetzen, wurde Karl XIII., der damalige Reichsvorstand, König Schwedens.

Mit dieser Wahl wurde wiederum die Zukunft von Fredrik Kristian August von Augustenburg gesichert, denn Karl XIII. adoptierte ihn und machte ihn damit 1810 zum Kronprinzen, der nach seinem Tod Schweden regieren sollte. Seine Pläne ein mächtiges Skandinavien zu schaffen gingen für den Kronprinzen, der bei der Adoption den Namen Karl August angenommen hatte, allerdings nicht in Erfüllung, da er bereits am 28. Mai 1810 auf dem Rücken eines Pferdes einen Schlaganfall erlitt an dem er noch am gleichen Tag starb. Auch wenn die Ärzte bei einer Obduktion den Schlaganfall bestätigten, so zirkulierte im Reich über Jahre hinweg das Gerücht, dass der Kronprinz vergiftet worden sei.


9. Juli 1702: Die Schlacht bei Klissow und der schwedische Sieg
9. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1836: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden
9. Juli 1865: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Februar 2014

Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens

Karl Knutsson, fälschlicherweise auch oft als Karl VIII. bezeichnet, hatte in seiner Jugend zahlreiche Reisen in andere Länder unternommen um dort sowohl die Sprachen als auch die Kriegskunst dieser Länder zu studieren. Zur Politik kam er denn jedoch in jener Zeit, als Engelbrekt Engelbrektsson das Volk anführte und nahezu die Macht über Schweden übernommen hatte, wobei jedoch Karl Knutsson bereits verstanden hatte, dass man die Macht weniger mit Waffengewalt, sondern über Diplomatie, Verbindungen und Intrigen gewinnen kann.

Was sich jedoch als idealer Weg zur Macht zeigte und dazu führte, dass Karl Knutsson, der vermutlich am 1. Oktober 1408 geboren wurde, sowohl 1448, 1464 und 1467 zum König Schwedens gewählt wurde, hatte auch den gegenteiligen Effekt, denn dieser Weg zur Macht führte auch zu vielen Feinden, die Knutsson die Krone auf die gleiche Weise nehmen wollen. Karl Knutsson musste daher seine Macht jeweils nach relativ kurzer Regierungszeit wieder abgeben und die Krone Norwegens konnte er sogar nur ein Jahr lang behalten.

Das erste Mal stolperte Karl Knutsson über den Erzbischof Jöns Bengtsson, da der König die Macht der Kirche unterschätzt hatte. Nach Meinung des Erzbischofs machte sich der König zu sehr unabhängig von der Kirche und zum anderen hatte er zahlreiche Güter der Kirche beschlagnahmt, was der Erzbischof sehr deutlich bei der Bevölkerung ze verbreiteten verstand. Als dann Knutsson auch noch den Krieg gegen Dänemark zu verlieren riskierte und das Volk verarmte, kam es daher zum Aufstand, den Jöns Bengtsson anführte, der bereits einen neuen und kirchenfreundlichen König im Auge hatte. Am 24. Februar 1457 setzte der Erzbischof dann Karl Knutsson ab und der ehemalige König musste nach Danzig fliehen, einem Exil, das er erst 1464 wieder verließ um erneut zum König Schwedens gewählt zu werden.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock 
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung 
24. Februar 1972: Sven Markelius und die schwedische Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 13. Januar 2014

König Gustav III. will die Macht nicht teilen

Gustav III. wurde nach dem Julianischen Kalender am 13. Januar 1746 im Wrangelska Palast in Stockholm geboren (entspricht heute dem 24. Januar) und gehört zu den meist diskutierten Königen Schwedens, nicht zuletzt deswegen, weil er 1772 durch einen Staatsstreich die gesamte Macht über das Land übernahm und dabei nicht nur die Regierung absetzte und dem Adel die Macht nahm, sondern dabei auch die erste schwedische Partei zwangsweise auflöste und später einen unbeliebten Krieg gegen Russland begann.

König Gustav III., der auch als der Theaterkönig bekannt wurde, gilt als einer der gebildetsten und kulturinteressiertesten Könige Schwedens, der lediglich das Problem hatte sich als unfehlbar zu betrachten, was sich auch dadurch ausdrückte, dass er sich als König von Gottes Gnaden betrachtete. Der dem französischen Königshaus nahestehende Gustav III. begann sehr früh aktiv die Politik Schwedens zu beeinflussen und nahm mit Sicherheit bereits mit 20 Jahren an allen bedeutenden Verhandlungen teil und war daher beim Tod des Vaters Adolf Fredrik am 12. Februar 1771 sehr gut auf seine neue Rolle vorbereitet.

Obwohl sich Gustav III. bereits mit seinem Staatsstreich unzählige mächtige Feinde gemacht hatte, brach der Kampf des Adelstandes gegen den König erst mit dem Russischen Krieg zwischen 1788 und 1790 richtig aus, ein Widerstand, der im Winter 1791/1792 zu den Mordplänen am König führte und mit seinem Mord während des Maskenballs am 16. März 1792 endete. Der König starb am 29. März 1792 an seinen Verletzungen. Da Gustav III., unter anderem, die Svenska Akademien gründete und zahlreiche andere kulturelle Einrichtungen auf ihn zurückführen, gehört er zur Gruppe der schwedischen Könige, die indirekt bis heute in Schweden ihren Einfluss ausüben.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröfentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. August 2013

Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden

Als am 30. Juli 1810 der Reichstag in Örebro eröffnet wurde, so stand im Grunde nur ein einziger Punkt auf dem Programm, nämlich die Wahl eines neuen Königs, denn der offizielle Thronfolger, Kronprinz Karl August, war mit 41 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben und ein anderer Nachfolger für Karl XIII. war im Grunde nicht vorgesehen, auch wenn sich Fredrik Kristian, Prinz Gustaf und der dänische König Fredrik VI., aus sehr verschiedenen Gründen, um den schwedischen Thron bemühten.

Als Favorit für den den schwedischen Thron galt im Grunde der dänische König, der damit auch ein vereintes Skandinavien schaffen wollte. Womit jedoch weder der König noch die damalige Regierung rechnete, war die Tatsache, dass sich Leutnant Carl Otto Mörner ohne offiziellen Auftrag nach Frankreich begeben hatte, nicht nur um Fürsten Pontecorvo, nämlich Jean Baptiste Bernadotte, zu bitten sich um die Krone Schwedens zu bewerben, sondern auch um mit Napoleon zu verhandeln und dessen Unterstützung zu erhalten.

Am 11. August 1810 wurde dann in Örebro Jean Baptiste Bernadotte als möglicher Thronfolger präsentiert, allerdings wurde gleichzeitig sehr deutlich auf die ökonomischen und politischen Vorteile aufmerksam gemacht, die diese Wahl für Schweden mit sich bringen würde. Als daher am 18. August 1810 ein geheimer Ausschuss zur Wahl schritt, war es nicht verwunderlich, dass sich zehn der zwölf Mitglieder für Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger aussprachen, der dann bereits am 21. August des gleichen Jahres zum Kronprinz ernannt wurde. Seit Jean Baptiste Bernadotte als Karl XIV. Johan an die Macht kam, regiert in Schweden die Linie Bernadotte.


18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Juni 2013

König Karl XIII. von Schweden

Auch wenn Karl XIII. nicht der direkte Thronfolger des Königs Adolf Fredrik war, so wurde er nach der Ermordung seines Bruders und nach der Landesverweisung dessen Sohnes am 29. Juni 1809 dennoch in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und war vorher bereits 85 Tage lang der Reichsvorstand des Landes gewesen. Im Jahre 1814 wurde Karl XIII., unter dem Namen Karl II., auch zusätzlich König von Norwegen. Der König behielt beide Kronen bis zu seinem Tod am 5. Februar 1818.

Karl XIII. war im Grunde jedoch nur ein vorübergehender Notkönig, der zudem gezwungen wurde den dänischen Prinzen Kristian August zu adoptieren und damit zum Nachfolger zu machen. Als Kristian August 1810 an einem Schlaganfall starb, sprach man sofort von Giftmord, was unter anderem zum Mord an Axel von Fersen führte und Karl XIII. dazu zwang, unter Empfehlung von Kaiser Napoleon I., einen anderen Nachfolger zu bestimmen. Karl XIII. musste daher den Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte (später Karl XIV. Johan) adoptieren, den ersten Bernadotte der heutigen Königslinie.

Während Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, bereits vor der Adoption von Jean Baptiste Bernadotte nur sehr wenig Macht hatte, so übernahm sein Adoptivsohn bereits ab 1812 sämtliche Amtsgeschäfte und der König war in seinem Land nur noch eine Marionette. Da Karl Johan im Jahre 1814 Norwegen zu einer Union mit Schweden gezwungen hatte, was Karl XIII. offiziell auf den norwegischen Thron brachte, hatte der zukünftige König von Beginn an eine sehr starke Position in Schweden und ihm wurde sogar verziehen, dass er Finnland nicht wieder aus den russischen Fängen befreit hatte.


29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Mai 2013

Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström

Jacob Johan Anckarström wurde am 11. Mai 1762 geboren und wurde am 27. April 1792 im Alter von 30 Jahren auf dem Galgenberg auf Södermalm in Stockholm hingerichtet, da er den Mord an Gustav III. begangen hatte. Auf Grund der geradezu spektakulären Hinrichtung spricht man noch heute vor allem vom Mord am König und denkt dabei nur wenig daran welche Umstände Anckarström zu diesem Mord brachten und wie seine Familie die große Schande erlebte.

Nachdem Jacob Johan Anckarström im Jahre 1783 seine militärische Laufbahn aufgegeben hatte, betätigte er sich als Großgutsbesitzer und Geldverleiher. Als er 1791 auf Gotland nach interessanten Gütern suchte und deshalb die ganze Insel bereiste, wurde er als russischer Spion festgenommen. Es wurde zwar sehr bald festgestellt, dass diese Anklage nicht haltbar war, aber Anckarström kam dennoch nicht unbescholten davon, denn nun hatte er eine Anklage wegen der Beleidigung des Königs am Hals, da er sich etwas nachlässig über das Rechtssystem ausgesprochen hatte. Sein Hass auf den König ging daher auf diese Erfahrung auf Gotland zurück.

Mit dem Todesurteil hatte Jacob Johan Anckarström allerdings auch die Ehre der gesamten Linie Anckarström zerstört und es war daher nicht mehr möglich unter diesem Namen in der Öffentlichkeit aufzutreten. Die Familie entschloss sich daher den Namen Löwenström anzunehmen und selbst auf dem Wappenschild der Vallentuna Kirche den Namen Anckarström abzukratzen. Als eine Art Wiedergutmachung verkaufte die Familie auch einen grossen Teil des Gutes Lindö und ließ vom Gewinn das Löwenströmska Krankenhaus bauen, was die neue Linie Löwenström als Wohltäter des Landes erscheinen ließ.


11. Mai 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens 
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. April 2013

Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone

Als Prinz Johan am 18. April 1589 als zweiter Sohn des Königs Johan III. im Schloss in Uppsala geboren wurde, war er im Grunde nicht dazu bestimmt der nächste König Schwedens zu werden, auch wenn es das Schicksal anders wollte. Im Alter von einem Jahr wurde der Prinz zum Herzog von Finnland und zum Grafen von Åland und Bråborg ernannt. Als jedoch sein Vater zwei Jahre später starb, übernahm sein Halbbruder Sigismund die Macht, der jedoch kaum sieben Jahre später aus politischen Gründen abgesetzt wurde. In diesem Moment wurde Prinz Johan zum direkten Thronfolger.

Prinz Johan wurde jedoch in dieser Zeit, gemeinsam mit dem späteren König Gustav II. Adolf, von Herzog Karl erzogen. Als Sigismund im Jahre 1599 sein Amt verlor, sollte nun nach der Thronfolgeordnung der zehnjährige Johan die Macht übernehmen. Dieser verzichtete jedoch offiziell, aus welchen Gründen auch immer, auf die Krone, so dass sein Onkel Karl IX. an seiner Stelle gekrönt wurde. Im Gegenzug erhielt Prinz Johan mehrere bedeutende Herzogtümer, wobei er jedoch auch zeitweise an den Regierungsgeschäften teilnahm.

Als Karl IX. im Jahre 1611 starb, hatte Prinz Johan wieder eine wichtige Rolle in der Regierung, was ihm jedoch erneut nicht zur ihm zustehenden Krone verhalf, denn beim Reichstag in Nyköping wurde Gustav II. Adolf zum König ernannt und Prinz Johan musste zum wiederholten Male offiziell auf die Krone verzichten. Ein Jahr später heiratete Prinz Johan seine Cousine Maria Elisabet, aber da die Ehe sowohl kinderlos blieb als auch als sehr unglücklich galt, beschäftigte sich Prinz Johan mit der Entwicklung seiner Herzogtümer. In diesem Rahmen spielte er eine wichtige Rolle für Norrköping, Motala und Skövde, was er als König sicher nicht gemacht hätte.


18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund 
18. April 1965: Der Priester, der sich für Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Dienstag, 11. September 2012

Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht

Nach geschichtlichen Dokumenten starb Håkan Magnusson am 11. September 1380, ein König, der in Schweden gerade einmal eine Regierungszeit von zwei Jahren nachweisen kann. Allerdings ist nicht sicher, ob er nicht in Wirklichkeit die Macht in Schweden mit seinem Vater teilen musste, da Magnus Eriksson in dieser Zeit noch sehr aktiv in Schweden war, unabhängig davon, dass sein Sohn offiziell zum König gewählt worden war.

Die Macht des Königs Håkan Magnusson stand allerdings auf sehr wackeligen Beinen, so dass man seine Wahl eigentlich als Notlösung gesehen werden muss. Da Håkan Magnusson gleichzeitig König von Norwegen war, waren ihm die Belange Schwedens weitgehend unbekannt oder sie interessierten ihn nicht, denn dass er sich 1359 mit Margareta, der Tochter Valdemar Atterdags verlobt hatte, der Skåne im Jahre 1360 erobert hatte, war bereits ein grundlegendes Problem, zumal er die Verlobung im Laufe der Konflikte aufgelöst hatte und damit zeigte, dass er kein diplomatisches Gefühl hatte.

Aber Håkan Magnusson gelang es seine Probleme in Schweden noch zu vergrößern, denn er verlobte sich nahezu unmittelbar mit Elisabet von Holstein, die von Atterdag auf der Reise nach Schweden gefangen genommen wurde. Nach Friedensverhandlungen mit Dänemark musste er nun die neue Verlobung brechen und doch Margareta heiraten, eine Voraussetzung um Skåne zurück zu gewinnen. Diese Handlung brachte ihm die Feindschaft von Albrecht von Mecklenburg, der nun die Chance sah den schwedischen Thron zu erobern. Unterstützt wurde dieser von der Heiligen Birgitta, die ohnehin unzufrieden mit Håkan Magnusson und Magnus Eriksson war und einen absolut gläubigen Katholiken auf dem Thron sehen wollte. Das Ergebnis war, dass Håkan bereits 1364 zu Gunsten von Albrecht als König abgesetzt wurde.


11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert 
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Juli 2012

Vom Vorname Gustav zu Gustav Vasa

Der schwedische Namenstagskalender macht keinen Unterschied zwischen den Schreibungen Gustav und Gustaf, denn beide haben ihren Namenstag seit 1774 am 6. Juli, nachdem Gustav bis 1708 sowohl am 6. Juli als auch am 9. Dezember gefeiert worden war. Zwischen 1708 und 1774 wurde bei einer Reform dann vorübergehend der 27. März als Namenstag festgelegt, ohne dass dies jedoch nachweislich einer bestimmten Person zugeordnet wurde. Dass man 1774 dann zurück auf den 6. Juni kam, lag daran, dass Gustav Vasa am 6. Juni 1523 zum König gewählt worden war.

Das erste Mal, dass der Vorname Gustav in Schweden nachgewiesen werden kann, war 1225 unter der Schreibweise „Gostauus“, wobei der Name vermutlich aus den Worten „göt“ (giessen) und „stav“ (Führer) zusammengesetzt wurde. Umgangssprachlich wurde aus Gustav dann schließlich Gösta, was heute bereits als eigenständiger schwedischer Vorname betrachtet wird. Seine Glanzzeit hatte der Vorname Gustav Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als er über viele Jahre hinweg unter den fünf häufigsten Vornamen des Landes zu finden war.

Der Bezug zur Königswahl von Gustav Vasa ist besser zu verstehen, wenn man sich in das 16. Jahrhundert zurückversetzt, denn zu dieser Zeit gab es keinen „Gustav Vasa“, da der Familienname des Königs Eriksson lautete, der jedoch vom Monarchen nie verwendet wurde, so dass er ausschließlich mit seinem Vornamen bekannt war und ausschließlich mit diesem angesprochen wurde. Selbst Gustav I., wie er heute teilweise genannt wird, ist geschichtlich in keiner Weise überliefert, da Gustav Vasa seine Erben nicht unbedingt als Gustav sah. Zum Namen Vasa kam der König erst im 17. Jahrhundert, als die Nachwelt ihm den Namen auf Grund seines Wappens verlieh.


6. Juli 1859: Verner von Heidenstam, ein Erneuerer der schwedischen Literatur 
6. Juli 1917: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Juli 2012

Oscar I., König von Schweden und Norwegen

Am 4. Juli 1799 wurde Joseph François Oscar Bernadotte als Sohn des zukünftigen schwedischen Königs Karl XIV. Johan und seiner Ehefrau Desideria in bürgerlichen Verhältnissen geboren, denn nichts deutete bei seiner Geburt darauf hin, dass er einst seinem Vater auf den Thron Schwedens folgen sollte, denn sein Vater hatte zu dieser Zeit noch nicht sehr viel mit Schweden zu tun, sondern war Kriegsminister in Frankreich und auch seine Mutter kam lediglich aus einem reichen Handelshaus in Marseille.

Allerdings spielte Joseph François Oscar Bernadotte eine gewisse Rolle dabei, dass sein Vater im Jahre 1819 während des Reichstags in Örebro zum König gewählt wurde, denn er war der Garant dafür, dass Karl XIV. Johan einen Nachfolger hatte und sich daher das Problem der Successionsfolge nicht wiederholte. Beim Umzug nach Schweden zeigte sich zudem ein weiterer Vorteil, denn der junge Oscar lernte sehr schnell die schwedische Sprache und konnte daher sehr häufig als Dolmetscher für seinen Vater dienen.

Als Oscar I., der in der offiziellen Liste der schwedischen Regenten als Oskar I. verzeichnet ist, am 8. März 1844 zum König Schwedens und Norwegens wurde, änderte sich vieles in der Regierungsform, denn Oscar I. wollte jede Entscheidung selbst treffen und verließ sich nur selten auf seine Ratsherren, sondern befragte in Zweifelsfällen Gelehrte des entsprechenden Gebietes und nicht die offiziellen Ratgeber. Auf Grund seiner häufigen Krankheiten konnte Oscar I. allerdings weitaus weniger Reformen durchführen als er geplant hatte und wegen einem Gehirntumor musste er dann bereits 1857 die Regierung ganz an seinen ältesten Sohn abgeben.


4. Juli 1374: Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Juli 2012

Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark

Am 3. Juli 1746 wurde Sofia Magdalena von Dänemark im Christiansborg Schloss in Kopenhagen geboren. Bereits 1751, im Alter von gerade einmal fünf Jahren, wurde Sofia Magdalena mit dem zukünftigen schwedischen König Gustav III. verlobt und als sie 20 war, wurde dann die Ehe geschlossen, wobei es jedoch weitere acht Jahre dauerte bevor die Ehe dann auch tatsächlich vollzogen wurde, was auch zur damaligen Zeit eine absolute Ausnahme war.

Sofia Magdalena war extrem gläubig erzogen worden und konnte sich nie an das oberflächliche höfische Leben in Schweden gewöhnen. Sie nahm daher ausschließlich an offiziellen Zeremonien teil, schloss jedoch keinerlei Freundschaften oder Bande, außer mit ihrer dänischen Kammerjungfrau und dem dänischen Botschafterpaar, was ihr in ganz Schweden übel genommen wurde, da Dänemark und die Dänen als der natürliche Feind Schwedens betrachtet wurde. Dass nach der Ehe nicht bald ein Thronerbe geboren wurde, erschwerte diese Situation natürlich zusätzlich.

Die Ehe zwischen Gustav III. und Sofia Magdalena wurde immer als kühl beschrieben, was sich besonders deutlich nach der Ermordung des Königs zeigte, da die Königin die Nachricht eher wie eine Erleichterung aufnahm und selbst die Trauerkleidung nur bei offiziellen Besuchen anlegte. Die Geburt des Kronprinzen lässt bis heute viele Fragen offen, denn da sowohl der König als auch Sofia Magdalena wegen anatomischen Problemen wenig Interesse an Sex zeigten, musste ihnen der Hofstallmeister in der einen entscheidenden Nacht mit Rat und Tat zu Hilfe kommen, was dazu führte, dass der Verdacht aufkam, dass Adolf Fredrik Munck der Vater des Sohnes war und nicht der König.


3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Juni 2012

Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse

Erich von Pommern oder Erik XIII. wurde 1382 in Rügenwalde geboren und hieß, bevor er nach Skandinavien kam, Bogislav von Pommern. Als er dann bereits als Sechsjähriger, zum einziger Erben des norwegischen Thrones wurde, musste er seinen Vornamen in Erik ändern um in Skandinavien auch als König anerkannt zu werden. Im Jahre 1389 war er König von Norwegen und 1396 kamen dann auch noch die Kronen von Schweden und Dänemark hinzu, was ihn zum Herrscher des gesamten nördlichen Raumes machte. Aber auch wenn Erik von Pommern bereits im Jahre 1400 volljährig wurde, so konnte er erst nach dem Tode von Königin Margareta seine Macht voll ausüben.

Durch die Kalmarer Union, die unter seiner Regierungszeit entstand, hatte Erik av Pommern zwei Ziele im Auge. Zum einen wollte er die militärische Hegemonie in der Ostsee ausüben und zum anderen die Macht der Hanse im nordischen Raum brechen und damit die drei Länder seines Reiches zu einer dominanten wirtschaftlichen Macht führen. In diesem Zusammenhang gründete Erich von Pommern die Stadt Landskrona und führte den Öresundzoll ein, was bedeutete, dass die Hanse grundsätzlich Steuern bezahlen musste, wenn sie die Ostsee erreichen oder diese verlassen wollte.

Auch wenn die Idee des Königs im Ansatz gut war, so machte er dabei jedoch gleichzeitig den Fehler, dass er in Schweden und Norwegen die lokalen Vogte absetzte und durch dänische und deutsche Vertraute ersetzen ließ. Als daher die Hanse die Kalmarer Union vom Handel ausschloss, begannen Schweden und Norweger gegen den König aufzustehen. Vor allem in Bergslagen lag der gesamte Export an Eisen brach, was letztendlich zum Aufstand gegen den Erich von Pommern führte. Unter der Führung von Engelbrekt Engelbrektsson wurde der König dann schließlich vom Thron gestoßen.


17. Juni 1707: Die Ramlösa Heilquelle bei Helsingborg
17. Juni 1887: Der schwedische Künstler Hugo Birger

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Mai 2012

Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens

Am 11. Mai 1818 wurde Jean Bernadotte in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und damit zu Karl XIV. Johan. Aber nicht nur Jean Bernadotte war vom bürgerlichen Kreis in die höchste Aristokratie aufgestiegen, sondern auch seine Ehefrau Désirée Clary, die Tochter eines Kaufmanns aus Marseille, wurde damit zur Königin Schwedens. Allerdings wurde auch sie nicht unter ihrem bürgerlichen Namen bekannt, sondern als Königin Desideria, was sie allerdings verabscheute.

Als Jean Bernadotte am 26. Januar 1763 im französischen Pau geboren wurde, deutete nichts darauf hin, dass er später König von Schweden werden konnte, denn sein Vater war Rechtsanwalt und nahm es für gegeben, dass auch der Sohn in diesem Beruf seine Zukunft sah. Jean, was im Schwedischen zu Johan wurde, hatte jedoch kein Interesse an diesem Beruf. Als sein Vater dann starb, musste er sich jedoch entscheiden und wählte am 3. September 1780 den Beruf eines Soldaten, wobei er dabei bei einem Regiment in Korsika landete. Dort erhielt er dann den Beinamen „Belle-Jambe“, weil er einen außerordentlichen Erfolg bei Frauen hatte.

Aber auch als Soldat stieg Jean Bernadotte sehr schnell im Rang und bereits 1804 ernannte ihn Napoleon I. zum ersten Reichsmarschall Frankreichs und wenig später auch zum Gouverneur. Nach einer französischen Legende hatte der zukünftige König Schwedens sich den Satz „Tot allen Königen“ tätowieren lassen, was auch Anlass zu einem französischen Theaterstück wurde (Le Camarade de lit), in dem sich der König „Lebe die Republik“ tätowieren lässt. Auch wenn diese Geschichte nicht belegt ist, so sagte Jean Bernadotte im Jahre 1797 auf jeden Fall, dass er bis zu seinem Tode alle Royalisten bekämpfen werde, was ihn jedoch nicht davon abhielt dann selbst König zu werden.


11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2012

Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden

Karl IX. wäre nie auf den schwedischen Thron gekommen, wenn sich nicht Sigismund, sein Bruder, in Schweden unmöglich gemacht hätte und 1599 abgesetzt worden wäre. Aber auch wenn Karl IX. dann unmittelbar die Regierungsgeschäfte übernahm, so wurde er erst 1604 tatsächlich zum König des Landes ernannt. Als der neue König dann am 30. Oktober 1611 in Nyköping starb, wurde seine Leiche noch fast sechs Monate lang aufbewahrt, bevor der Leichnam letztendlich am 21. April 1612 in der Domkirche in Strängnäs beerdigt wurde.

John Börjesons Karl IX. am Kungsportsplatsen in Göteborg

Als Sigismund 1599 als König abgesetzt wurde und das gesamte Geschlecht von Johan III. von der Erbfolge ausgeschlossen wurde, übernahm Karl IX. die Regierung unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen, denn er musste die Getreuen Sigismundes aus den Regierungsgeschäften ausschließen oder gefangen nehmen und Krieg gegen den eigenen Bruder führen, der weiterhin die Krone Schwedens für sich beanspruchte. Seine Regierung begann daher mit eiserner Härte und viel Blut. Bis zu seinem Tod konnte Karl IX. sich nicht sicher fühlen, da er zwar als König toleriert war, nicht aber gemocht wurde und sich zahlreiche Feinde am Hof befanden, die ihn beseitigen wollten.

Dennoch gelang es Karl IX., der am 4. Oktober 1550 in Stockholm geboren worden war, noch einige bedeutende Reformen in Schweden durchzuführen, denn er führte in Schweden allgemein gültige Längenmasse und Gewichtsbezeichnungen ein, legte eine übergreifende Rechtssammlung vor, die in großer Linie die vorherigen Regionalgesetze vereinte, legte in Bergslagen das erste staatliche Erzbergwerk an und gründete mit Hilfe der Holländer eine Stadt Göteborg, die allerdings nur wenige Jahre später von den Dänen vollkommen zerstört wurde. Karl IX. starb am 30 Oktober 1611 im Alter von 61 Jahren in Nyköping.

21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder 

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Donnerstag, 19. April 2012

Sigismund, ein König nicht wie die anderen

Am 19. April 1632 starb König Sigismund im polnischen Warschau, vermutlich der einzige König Schwedens, der noch während seiner Amtszeit an einen kriegerischen Überfall an das eigene Land dachte und nach zahlreichen Intrigen 1599 schließlich von den Ständen Schwedens abgesetzt wurde. Sigismund wollte zwar ein bedeutender Herrscher sein und sah Schweden als einen Schlüssel zur Macht, aber er fühlte sich nicht eine Sekunde der schwedischen Nation zugehörig, obwohl er 1566 auf Gripsholm geboren wurde.

Bereits sein Start in Schweden war alles andere als geglückt, denn er wollte zur Blütezeit der Reformation erreichen, dass der katholische Glaube, dem er selbst nachging, in Schweden wieder toleriert wird. Erst als er begriff, dass er unter dieser Voraussetzung nicht zum König gekrönt wird, änderte er seine Meinung. Sigismund versicherte daher sich an den Beschluss des Treffens von Uppsala zu halten, ohne sein Versprechen jedoch wirklich ernst zu meinen, denn unmittelbar nach der Krönung am 19. Februar 1594 in der Domkirche in Uppsala, versuchte er durch Intrigen den Katholizismus wieder nach Schweden zu bringen, allerdings ohne größeren Erfolg.

Als Sigismund noch im gleichen Jahr wieder nach Polen abreiste, wo er ebenfalls König war, hatte er es bereits geschafft alle politischen Kräfte Schwedens zu entzweien, aber auch seine eigentliche Macht verloren. Nur zwei Jahre später wollte er sich dann durch einen Überfall auf Schweden zum Alleinherrscher des Landes machen und 1598 zog er sogar mit einem Heer gegen Schweden. Allerdings konnte er weder Polen dabei um Unterstützung zwingen, noch wollte sich das Haus Hohenzollern, mit dem Sigismund eng verbunden war, in den Streit einmischen, sondern setzte auf eine diplomatische Lösung. 1599 verlor dann Sigismund alle Rechte auf den schwedischen Thron.

19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnitz
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters 

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Montag, 27. Februar 2012

Der König Schwedens wird politisch entmachtet

Am 27 Februar 1974 entschloss sich das schwedische Parlament Schweden eine neue Regierungsform zu bieten und damit dem König jede politische Macht zu nehmen. Die neue Regierungsform wurde zum 1. Januar 1975 gültig und baut darauf auf, dass die gesamte Macht vom Volk ausgeht, das durch das Parlament vertreten wird. Der schwedische König war von diesem Tag an zwar zum Staatschef degradiert geworden, aber die Monarchie als solches wurde beibehalten.

Bis zur Änderung der Regierungsform galt in Schweden noch jene von 1809, obwohl sie nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Punkten kaum noch eine wichtige Rolle spielte. Es konnte jedoch kein Ministerpräsident ohne die Unterschrift des Königs eingesetzt werden und jede Verordnung und jedes Gesetz musste erst vom König gebilligt werden. Theoretisch war es daher jederzeit möglich, dass der König auch wieder die tatsächliche Macht ergriff und bei einer Entscheidung des Parlaments seine Unterschrift verweigerte oder eigene Gesetze durchsetzte.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war bereits laut geworden, der Macht des Königs ein Ende zu bereiten, wobei die Sozialdemokraten in ihren Statuten selbst die Gründung einer Republik fordern. Da das Königshaus jedoch ungemein beliebt beim Volke war, war es unmöglich den König abzusetzen, oder selbst auf eine schnelle Änderung der Regierungsform zu beharren. Rund 20 Jahre lang schob man daher die Entscheidung vor sich her, bis das Volk dieser Reform mehrheitlich positiv gegenüber stand. Auch wenn der König seit 1975 niemanden mehr in den Adelsstand erheben kann und aus der Gesetzgebung ausgeschlossen wurde, so ist es nach wie vor der König, der Personen, die sich besonders für Schweden verdient machten, den Ritterorden und Staatsmedaillen verleiht.

27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

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Montag, 6. Februar 2012

Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige

Am 6. Februar 1914 versammelten sich 32.000 schwedische Konservative in Stockholm um den König in seiner Forderung nach einer stärkeren Verteidigung des Landes zu stützen. Im königlichen Hof versicherte der Organisator der Demonstration, Uno Nyberg, Gustav V. seine Unterstützung und warnte vor den negativen politischen Kräften der Regierung, die Schweden mit dem Wunsch einer Abrüstung in große Gefahr brächten. Zahlreiche Demonstranten kamen in ihren Nationaltrachten um ihre Einstellung zu Schweden zum Ausdruck zu bringen, was heute noch beim Königshaus und den Sverigedemokraterna bei bedeutenden Anlässen der Fall ist.

Nominell hatte der König Schwedens bis 1975 das Recht sich in alle Angelegenheiten der Regierung einzumischen und selbst Änderungen zu verlangen. Allerdings kam es am 6. Februar 1914 letztmals zu dieser Auseinandersetzung, die nicht nur König und Regierung in eine zweifelhafte Situation gebracht hatten, sondern auch Bauern und Arbeiter, da die Bauern den König unterstützten und die Arbeiter die bestehende Regierung unter Karl Staaff.

Obwohl am 8. Februar 1914 dann die Arbeiter Schwedens eine Gegendemonstration in Stockholm veranstalteten und mit 50.000 Teilnehmern der Regierung die Unterstützung versicherten, konnte diese sich nicht gegen die Macht des Königshauses durchsetzen und musste am 17. Februar, nur wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, aufgelöst werden. Da diese Situation ganz Schweden in eine schwere Regierungskrise (Borggårdskrisen) versetzte, versicherte Gustav V. anschliessend sich nicht mehr aktiv in die Regierungsgeschäfte einzumischen.

6. Februar 1993: Der Nationaltag der Samen in Schweden

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Samstag, 21. Januar 2012

Oscar II. will die Macht des Königs retten

Am 21. Januar 1829 wurde Oscar II. geboren, der zwischen 1871 und 1907 als König das schwedischen Reich führte. Oscar II. war vermutlich der König, der die meisten Veränderungen Schwedens erlebte, auch wenn unter ihm die Macht des schwedischen Königs gebrochen und die norwegisch-schwedische Union aufgelöst wurde. Oscar II. war zu sehr von sich selbst überzeugt als dass er Warnzeichen der Politik bemerkt hätte. Dieser Egoismus machte ihn zum letzten regierenden König des Landes.

Mit seinen konservativen Ideen kämpfte Oscar II. auf jeder Front dafür dem König die alleinige Macht über Schweden zurückzubringen und die parlamentarische Demokratie zu verhindern, die während seiner Regierungszeit in ganz Europa auf dem Vormarsch war. Ein bedeutendes Problem war dabei seine Einstellung zum Recht der Frauen, die bereits vor seiner Machtübernahme das Wahlrecht forderten und bei den Sozialdemokraten Schwedens Gehör fanden. Nach Oscar II. hatte ein Frau nicht das nötige Verständnis über politische Fragen entscheiden zu können.

Viele seiner Ideen übernahm Oscar II. vom eisernen deutschen Kanzler Otto von Bismarck, dessen unnachgiebige Härte er bewunderte. Der Monarch träume selbst davon mit Deutschland und Italien einen Verband zu gründen, der gemeinsam gegen die Gefahr aus dem Osten kämpfen sollte, wobei er hierbei vor allem auf die deutsche Stärke bei Streitigkeiten hoffte, auch wenn er die schwedische Armee bedeutend verstärkt hatte. Oscar II. unterstützte Forschung und Industrie, vergaß jedoch dabei die Situation der Arbeiter, was ihm letztendlich die fast uneingeschränkte Macht kostete.

21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

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