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Montag, 18. Februar 2019

Der Künstler Adolf Ulrik Wertmüller

Adolf Ulrik Wertmüller kam am 18. Februar 1751 als Sohn des königlichen Leibarztes als Ulric Adolph Wertmüller in Stockholm zur Welt. Als Mitglied der gehobenen bürgerlichen Klasse erhielt Wertmüller nicht nur eine gute Grundbildung, sondern auch die Genehmigung Kunst zu studieren. Unter Pierre Hubert L'Archevêque wurde der junge Mann insbesondere als Bildhauer ausgebildet, wobei er jedoch nach sechs Jahren als Lehrling und Helfer von L'Archevêques zur Malerei überging, die in jener Zeit weitaus mehr Einkommen versprach als die Bildhauerei.

Nachdem er eine kürzere Zeit im Atelier von Lorens Pasch dem Jüngeren studiert hatte, ging Adolf Ulrik Wertmüller 1772 nach Paris, wo er von Alexander Roslin unter die Fittiche genommen wurde und unter Joseph-Marie Vien Historienmalerei studierte. Als Vien dann als Kunstlehrer nach Rom ging, folgte ihm Wertmüller, was zu seiner produktivsten Zeit als Künstler führte. Aus finanziellen Gründen musste der Künstler jedoch 1779 nach Frankreich zurückkehren um sich dort als Porträtmaler zu verdingen. Als Wertmüller dann 1783 einige seiner Werke im Salon de Paris ausstellte, zeigte sich, dass seine Portraits kaum überzeugten, im Gegensatz zu seinem Gemälde „Ariadne auf Naxos“, ein Gemälde, das er im Auftrag des schwedischen Ministers Gustaf Philip Creutz gemalt hatte.

Dieses Gemälde machte Adolf Ulrik Wertmüller bekannt und führte dazu, dass der Künstler auch in die französische Kunstakademie aufgenommen wurde. Creutz bestellte bei Wertmüller dann ein Portrait Ariadnes, das er dem schwedischen König Gustav III. schenkte und den König begeisterte. Der König ernannte Wertmüller zum Hofmaler, er wurde Mitglied der schwedischen Kunstakademie und er erhielt den Auftrag Marie-Antoinettes Portrait zu malen. Beim Salon de Paris 1758 wurde das Portrait von der Kunstwelt schlecht bewertet und auch Marie-Antoinette zeigte sich damit unzufrieden. Wertmüller blieb noch einige Jahre in Frankreich, kehrte jedoch, nach einem Aufenthalt in Spanien und in Amerika, 1796 zurück nach Schweden, wo er jedoch den Anschluss an die neuen künstlerischen Strömungen verpasst hatte und, auf Grund von Intrigen, weder eine erhoffte Professur, noch aber Aufträge erhielt. Adolf Ulrik Wertmüller ging erneut nach Amerika, konnte jedoch auch dort keinen Fuß mehr fassen und starb am 5. Oktober 1811 in Wilmington, Delaware. Die bedeutendsten Gemälde des Künstlers sind in den größten Museen Schwedens zu finden.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1635: Der Reichsrat Johan Göransson Gyllenstierna
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1862: Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Januar 2019

Alexander Samuelson, der Erfinder der Coca-Cola-Flasche

Alexander Samuelson wurde am 4. Januar 1862 als Sohn eines Schmiedes in Kareby bei Kungälv geboren und begann sehr früh in der Glashütte im nahen Surte zu arbeiten, einer Firma, die bereits seit Jahrzehnten geschlossen hat und an die heute nur noch ein kleines Museum erinnert. Auch wenn sich Samuelson als geschickter Glasbläser zeigte, so wollte er dennoch der Armut des damaligen Arbeiters entkommen und entschied sich bereits im Alter von 21 Jahren, gemeinsam mit seinem drei Jahre älteren Bruder, nach Amerika auszuwandern.

Angekommen in seiner neuen Heimat, zeigte sich, dass Alexander Samuelson kein Abenteurer war, sondern seine Arbeit liebte, denn er begann auch dort als Glasbläser zu arbeiten. Dank seiner Geschicklichkeit erhielt er bald eine Anstellung bei der Everett Glass Company in Ohio und 1904 war er dann Produktionsdirektor bei der Root Glass Company in der Nähe von Newark, dem Unternehmen, das damals die Coca-Cola-Flaschen herstellte, allerdings noch in einer Form, die sich nicht von den Flaschen anderer Firmen unterschied. Dass Samuelson sich damals um die Entwicklung neuer Maschinen für die Flaschenherstellung kümmerte, sollte den ehemaligen Glasbläser jedoch in die Geschichtsbücher bringen.

Das Getränk Coca-Cola hatte der Apotheker J. S. Penderton zwar bereits 1886 als Mittel gegen nervöse Leiden und nach zu starkem Alkoholgenuss entwickelt, aber mit dem Erfolg kamen die Konkurrenten, die ähnliche Getränke auf den Markt brachten. Coca-Cola entschied sich daher einen Wettbewerb auszuschreiben um eine einzigartige Flasche zu finden, die grundsätzlich mit dem Getränk in Verbindung gebracht werden kann. Bis heute weiß man nicht ob Earl R. Dean oder Alexander Samuelson letztendlich die Flasche schuf, eine Flasche, die einer Kakaobohne ähnelt und selbst bei voller Dunkelheit als Coca-Cola-Flasche erkannt werden kann, aber das Patent ist auf Samuelson eingetragen, was bedeutet, dass Samuelson offiziell die weltweit bekannteste Verpackung für ein Getränk geschaffen hat.


4. Januar 1793: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel
4. Januar 1878: Die Schauspielerin und Opernsängerin Rosa Grünberg
4. Januar 1890: Der Schauspieler und Regisseur Weyler Hildebrand
4. Januar 1911: Die ersten Postautos kommen nach Schweden 
4. Januar 1918: Schweden erkennt Finnland als unabhängigen Staat an 
4. Januar 1919: Der nordschwedische Norrländska Socialdemokraten
4. Januar 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention 
4. Januar 2008: Stig Claesson, der unbekannte Schriftsteller Schwedens
4. Januar 2013: Die feministische Literaturwissenschaftlerin Birgitta Svanberg
4. Januar 2014: Die Gründung der Christlichen Wertepartei KV 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. März 2018

Der schwedisch-amerikanische Politiker Hans Mattson

Hans Mattson kam am 23. Dezember 1832 als Sohn eines Landwirts in Önnestad zur Welt, besuchte dort die Grundschule, anschließend das Gymnasium, ohne es jedoch abzuschließen, und meldete sich als Freiwilliger in der Artillerie. Aus nicht bekannten Gründen musste er seinen Dienst in der Artillerie bereits nach zwei Jahren wieder aufgeben. Als Folge davon wanderte Mattson 1851 nach Amerika aus und ließ sich in Minnesota nieder, wo er in den ersten Jahren verschiedene Arbeiten annahm. Zwei Jahre später wurde Mattson Kaufmann und 1856 studierte er Jura, machte ein Praktikum bei einem Rechtsanwalt und wurde als Friedensrichter eingesetzt.

Als dann 1861 der Sezessionskrieg ausbrach, setzte Hans Mattson eine aus skandinavischen Immigranten bestehende Freiwilligeneinheit zusammen und wurde deren Kapitän. Zwei Jahre später wurde er Oberst, einen Rang, der er bis zum Ende des Krieges beibehielt. Nach Ende des Sezessionskrieges gründete Mattson erst ein Anwaltsbüro, ließ sich dann jedoch 1867 vom Immigrationsamt anheuern und wurde bald darauf als Staatssekretär für Minnesota eingesetzt. Allerdings waren sowohl der wirtschaftliche, als auch der politische Erfolg Mattsons sehr beschränkt, da er in der Wirtschaft zu großen Risiken neigte und in der Politik gehörte er dem extrem rechten Flügel an.

Aber auch wenn Hans Mattson sich in Amerika niedergelassen hatte, so behielt er seine Verbindungen zu Schweden und gründete hier auch zwei Büros, die sich bemühten nach Immigranten zu suchen, da vor allem der Bau der Eisenbahn Arbeitskräfte benötigte. Mattson arbeitete daher mehrmals in Schweden, ließ Prospekte zur Emigration verbreiten, suchte mit Hilfe von Anzeigen Interessenten zu finden und nutzte seine verschiedenen Kontakte. Wie viele Schweden über Mattson nach Amerika gingen, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass weitaus weniger davon nach Minnesota gingen als dort erhofft wurden. Die Ursache ist vermutlich darin zu suchen, dass in Minnesota vor allem harte Arbeit wartete, in anderen Teilen Amerikas jedoch die Besiedlung und die Landwirtschaft vorrangig waren. Hans Mattson starb am 5. März 1893 und ist, nach John Ericsson, der vermutlich bekannteste schwedische Immigrant Amerikas.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios
5. März 2011: Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Hjalmar Edgren

Hjalmar Edgren wurde am 18. Oktober 1840 als Sohn eines Fabrikverwalters in Östanås im Värmland geboren und besuchte nach einigen Jahren Privatunterricht zu Hause das Gymnasium in Karlstad, um dann 1858 die Hochschulreife an der Universität Uppsala abzulegen. Statt einem Studium wählte Edgren anschließend jedoch eine militärische Karriere. Nach drei Jahren im Regiment Värmland entschied sich Edgren am amerikanischen Sezessionskrieg teilzunehmen. Als der Militär 1865 nach Schweden zurückkehrte, diente er weitere fünf Jahre als Leutnant, kehrte jedoch bereits 1970 dem Militär ganz den Rücken.

Hjalmar Edgren unternahm anschließend in Deutschland und in Frankreich Sprachstudien um dann erneut nach Amerika zu gehen, wo er nach einer Kandidatur in Philosophie unter anderem in Yale mehrere Sprachen unterrichtete. Nach seinem Doktorexamen in Yale im Jahre 1874 wurde Edgren dort Dozent für Französisch und Professor in Sanskrit. Bis 1901 war der Sprachwissenschaftler dann wechselweise an amerikanischen und schwedischen Universitäten aktiv, verbrachte jedoch die letzten beiden Jahre seines Lebens, als Mitglied der Svenska Akademien, in Stockholm, wo er am 9. Dezember 1903 starb.

Hjalmar Edgren war als Autor sehr produktiv, widmete sich jedoch überwiegend sprachwissenschaftlichen Werken und Übersetzungen. Als Übersetzer waren vor allem seine Übertragungen von altindischen Gedichten von großer Bedeutung. Neben einer Reiseschilderung Mexikos schrieb Edgren vor allem Gedichte mit einem deutlichen idealistischen Stempel. Sein erster Gedichtband Dikter erschien bereits 1884 und Brusta återljud kam erst nach seinem Tod auf den Markt. Gesamt gesehen spielen die Übersetzungen Edgrens innerhalb des literarischen Geschehens in Schweden eine weitaus bedeutendere Rolle als seine eigenen Werke, da er Strömungen aus den USA und England nach Schweden brachte.


18. Oktober 1807: Carl Fredrik Ridderstad und der schwedische Feuilletonroman
18. Oktober 1854: Der schwedische Polarforscher Salomon August Andrée
18. Oktober 1860: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse
18. Oktober 1868: Ernst Didring und die schwedische Gesellschaft gegen 1900
18. Oktober 1891: Der vergessene schwedische Histologe Gösta Häggqvist
18. Oktober 1905: Der schwedische Komponist Dag Wirén
18. Oktober 1924: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
18. Oktober 2009: Lars Schmidt bringt das Musical nach Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. Dezember 2012

Ein Holländer soll eine neue schwedische Handelskompanie gründen

Der Holländer Willem Usselincx war in seiner Jugend mit Handelsschiffen in zahlreichen Länder und hatte im Jahre 1591 die Idee eine Firma zu gründen, die sich vor allem mit dem Handel in Amerika beschäftigte. Er verhandelte mit Geldgebern, veröffentlichte Abhandlungen zu diesem Thema, hatte jedoch das Pech, dass Holland die Westindische Kompanie ohne ihn gründete. 1623 verließ Usselincx daher sein Land und versuchte seine Idee mit Hilfe eines anderen Landes ausführen zu können.

Als Willem Usselincx im Herbst 1624 auf dem Weg nach Danzig war um dort Geldgeber zu finden, machte er Halt in Göteborg und erhielt eine Audienz bei Gustav II. Adolf, dem König, der Schweden in ein Land mit bedeutender wirtschaftlicher Macht verwandeln wollte. Die Idee des Holländers fand daher fruchtbaren Boden und schon am 21. Dezember 1624 erhielt Willem Usselincx den Auftrag von ihm eine Handelsgesellschaft zu gründen, die sich mit dem Import von Waren aus Asien, Afrika, Amerika und der Terra Magellanica (Südamerika) beschäftigen sollte.

Der Krieg in Preußen machte den Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung und Willem Usselincx kehrte 1629 nach Holland zurück, wo er begann als Schriftsteller zu arbeiten. Da seine Schriften jedoch wenig beliebt waren, musste er das Land bald wieder verlassen und er knüpfte die alten Verbindungen mit Gustav II. Adolf wieder an. Bevor der Plan nun jedoch in die Tat umgesetzt werden konnte, wurde der schwedische König getötet. Erst 1635 konnte Usselincx dann, mit Hilfe von Axel Oxenstierna, seinen Plan zum Teil realisieren und die Kolonie Nya Sverige gründen.


21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. November 2012

Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio

Am 3. November 1896 wurde Gustaf Tenggren im kleinen Ort Magra bei Alingsås im Västergötland geboren. Da sein Vater 1898 nach Amerika auswanderte ohne den Sohn mitzunehmen, wurde Gustaf von seinem Großvater Johan Teng erzogen. Der spätere Illustrator lernte seinen Beruf in der Kunsthochschule Valand in Göteborg und ersetzte im Jahre 1916 den Illustrator John Bauer bei der Serie Bland tomtar och troll, für die er bis 1925 Gestalten der schwedischen Sagenwelt zeichnete.

Bereits 1920 wanderte Gustaf Tenggren ebenfalls nach Amerika aus, wo er die ersten Jahre vor allem Zeitungen illustrierte und Plakate malte, da er sich erst dem amerikanischen Stil anpassen musste, der wenig mit jenem in Schweden gemein hatte. Bald begann Gustaf Tenggren dann jedoch auch Märchenbücher zu malen, die zwar im amerikanischen Stil entstanden, wo man jedoch immer wieder die bekannten Morauhren im Hintergrund entdeckt, die auch die typische Malereien aufweisen und eine verborgene schwedische Signatur des Illustrators darstellt.

Im Jahre 1936 wurde Gustaf Tenggren bei den Disney Studios angestellt wo er während der Entstehung der Filme „Schneewittchen und die Sieben Zerge“, „Bambi“ und „Pinocchio“ Atelierchef war, was sich, unter anderem, bei der Gestalt Geppetto sehr deutlich zeigt, da dieser in sehr vielen Zügen seinem Großvater Johan Teng ähnelt. Gustaf Tenggren, der bis 1940 bei Disney arbeitete und anschließend fast ausschließlich Bücher illustrierte, kehrte nie nach Schweden zurück, sammelte jedoch Antiquitäten aus Scheden, die er testamentarisch dem Dalarna Museum in Falun vermachte, wo sie in einer eigenen Abteilung zu sehen sind.


3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. September 2012

Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Am 17. September 1948 wurde Folke Bernadotte in Israel von Anhängern der zionistischen Bewegung Stern-Liga ermordet, weil seine Vorschläge zu einer Zweistaatenlösung dem Großmachtdenken der Gruppe entgegenlief. Auch wenn es nach dem Mord zu einer Untersuchung und Entwaffnung der Stern-Liga kam, so wurde niemand für die Tat bestraft, obwohl sie Täter namentlich bekannt waren. Das Mitglied der terroristischen Vereinigung Yitzhak Shamir wurde später sogar Premierminister Israels, andere Mitglieder erhielten führende Positionen im wachsenden Israel.

Folke Bernadott war am 17. September 1948 im Auftrag der UN in Jerusalem und sollte am Nachmittag den israelischen Militärgouvernör Dov Joseph zu Gesprächen treffen. Auf dem Weg zum Treffen wurden die Begleitfahrzeuge Folke Bernadottes von einem Militärjeep blockiert und dann die Reifen des Autos in dem der UN-Vermittler saß, zerschossen. Als das Fahrzeug zum Stehen kam, tötete Yehoshua Cohen Folke Bernadotte und den französischen Oberst André Sérot durch gezielte Schüsse. Cohen wurde anschließend als Volksheld betrachtet und inoffiziell Bodyguard von David Ben Gurion.

Als Ursache des Mordes gelten die beiden Vorschläge, die Folke Bernadotte bei der UN eingereicht hatte, denn auch wenn sein erster Vorschlag zwei Staaten zu gründen, einen israelischen und einen palästinensischen, von Amerika blockiert wurde, so sollte auch der zweite Vorschlag einen permanenten Frieden garantieren, die Grenzen zwischen den beiden Ländern eindeutig festlegen und die Macht der beiden Länder begrenzen, eine Forderung, die von Israel kategorisch abgelehnt wurde.


17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum
17. September 1811: August Blanche und das Stockholmer Milieu des 19. Jahrhunderts
17. September 1868: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. November 2011

Das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York

Bereits im Jahre 1880, nur vier Jahre nachdem Alexander Graham Bell die Erfindung des Telefons patentieren ließ, wurde in Stockholm die Stockholm Bell Telefonaktiebolag mit 100 Abonnenten innerhalb der zentralen Stadt gegründet. Und schon drei Jahre später, nachdem diese Gesellschaft in Allmänna Telefon AB umbenannt worden war, entstanden in ganz Schweden kleinere Telefongesellschaften, die, meist relativ lokal, ihre Dienste anboten. 1925 gab es dann in Stockholm mehr Telefone als in den europäischen Großstädten wie Berlin, London oder Paris, wo die neue Technik mit weitaus weniger Enthusiasmus aufgenommen worden war.

Im Jahre 1887 wurde in Stockholm dann eine Telefonstation geschaffen, wo auf einem 18 Meter hohen Turm 4000 Telefonleitungen Platz hatten, die sich dann vom Dach des Gebäudes aus über die ganze Stadt erstreckten. Diese weltgrößte Anlage bestand bis zum Jahre 1953. Da man sehr schnell feststellte, dass im Boden verlegte Leitungen eine größere Sicherheit boten, begann man in Schweden sehr schnell alle Leitungen unterirdisch zu verlegen, was 1923 auch zum ersten unterirdischen Langstreckenkabel von Stockholm nach Göteborg führte, der wirtschaftlich zweitwichtigsten Stadt Schwedens.

Allerdings dauerte es dann weitere vier Jahre bis dann am 29. November 1927 das erste Telefongespräch von Stockholm nach New York geführt werden konnte, was der Radiostation Grimeton bei Varberg mit seiner Funkverbindung sehr bald Konkurrenz machen sollte, da sich die Kabelverbindungen schnell über ganz Europa erstreckten. Dieses erste Gespräch per Telefon benötigte jedoch nach wie vor eine Übertragung per Funk, die wiederum über eine Vermittlung lief, denn erst das Atlantikkabel, das 1956 verlegt wurde, erlaubte auch die Direktwahl eines Partners in Amerika.

29. November 1937: Tom Trana, mit Volvo und einer neuen Kurventechnik zum Erfolg
29. November 1958: Der schwedische Sänger und Musiker Orup 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. November 2011

Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas

Am 19. November 1915 wurde Joel Emmanuel Hägglund, der allgemein nur als Joe Hill bekannt ist, in Salt Lake City hingerichtet, da eine Jury ihn des Mordes schuldig fand. Es gab keine Beweismittel, keine glaubhaften Zeugen und die Anwälte, die ihn kostenlos verteidigten, arbeiteten gleichzeitig für den Staatsanwalt. Selbst die weltweiten Proteste gegen ein manipuliertes Urteil konnten Joe Hill nicht retten und falls man ihn, wegen seiner gewerkschaftlichen Aktivitäten, zum Schweigen bringen wollte, so erreichte man das Gegenteil, denn von diesem Tag an wurde Joe Hill unsterblich.

Joe Hill verließ Schweden während der großen Auswanderungswelle und war einer der 1,2 Millionen Schweden, die um diese Zeit ihr Glück in den USA machen wollten. Wie so viele, so gelang es auch Joe Hill nicht der Arbeiterklasse zu entkommen und er zog in den USA, auf der Suche nach Arbeit, von Ort zu Ort. Sehr bald geriet er dabei an die amerikanische Gewerkschaftsbewegung in der er sich bedeutend engagierte. Er organisierte Streiks und vertrat die IWW vor allem mit seinen Protestliedern, die dazu führten, dass er bereits zu Lebzeiten eine Legende wurde, die nach zahlreichen Berichten an mehreren Orten gleichzeitig sein konnte.

Durch die Hinrichtung wurde Joe Hill die Galionsfigur der amerikanischen Arbeiterbewegung und ein Märtyrern der gerechten Sache. An seiner symbolischen Beerdigung nahmen 30.000 Personen teil, mehr als ein Staatsoberhaupt je erreichen konnte. Im Jahre 1960 wurde ein Brief mit einem Teil seiner Asche auch nach Schweden gebracht, die dann 1967 in Landskrona eingemauert wurde. 1969 kaufte die Sveriges Arbetares Centralorganisation das Haus in Gävle in dem der Poet, Musiker und Gewerkschaftler aufgewachsen war und verwandelte es in den Joe Hill-Gården, ein Museum, das für immer an Joe Hill erinnern soll. Die Protestsongs von Joe Hill haben Musiker wie John Lennon, Bob Dylan, Joan Baez und Woody Guthrie beeinflusst und der Song „I Dreamed I Saw Joe Hill Last Night“, den unzählige Musiker interpretierten, erinnern noch heute an den Kämpfer der Unterdrückten.

19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
19. November 1973: Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. November 2011

Der Vatertag in Schweden

Der Vatertag wird in Schweden jedes Jahr am zweiten Sonntag im November gefeiert, der dieses Jahr auf den 13. November fällt. Auch der schwedische Vatertag hat seinen Ursprung in den USA, genauer genommen bei Mrs. John B. Dodd in Spokane, die ihren Vater ehren wollte, weil er, nach dem Tod der Mutter, sechs Kinder allein aufzog und ihnen eine Zukunft bot. Diese Idee, die am 19. Juni 1910 aufkam, verbreite sich sehr schnell in den USA und als der Präsident Calvin Coolidge die Idee eines Vatertags im Jahre 1924 unterstützte, war der Tag offiziell in Amerika geboren.

Nach Schweden kam der Vatertag dann bereits sieben Jahre später über die schwedischen Auswanderer, die sich in den USA niedergelassen hatten und diesen Brauch mit den schönsten Worten schilderten. Allerdings war der Vatertag, der damals auch in Schweden im Juni gefeiert wurde, zu jener Zeit nur ein Feiertag an dem man den Vater ehrte, ohne dass dem Vater jedoch Geschenke überreicht wurden. Erst 1949, als das nordische Komitee der Geschäftsleute den Tag breiter bekannt machen wollten, kam man auf die Idee den Vatertag im November zu feiern, damit er nicht zu Nahe am Muttertag liegen sollte. Der Erfolg des Vatertags war jedoch begrenzt, da ihn die ältere Bevölkerung als unsinnig, unschwedisch und kommerziell betrachtete.

Die großenteils kommerziellen Befürworter des schwedischen Vatertags gaben jedoch nicht auf und als dann die Schulen ab den 60er Jahren über den Vatertag sprachen und Kinder Zeichnungen und Bastelarbeiten für die Väter anfertigten, war der Durchbruch gelungen. Ende der 80er Jahre begannen dann auch die Geschäftsleute Schwedens den Vorteil des Vatertags zu wittern und innerhalb von zehn Jahren entstanden im ganzen Land Schaufenster mit Vatertags-Geschenken. Der Vatertag wird ausschließlich von Schweden, Norwegen, Finnland und Estland am zweiten Sonntag im November gefeiert.

13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schwede

Copyright: Herbert Kårlin