Posts mit dem Label Auswanderer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Auswanderer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 5. März 2018

Der schwedisch-amerikanische Politiker Hans Mattson

Hans Mattson kam am 23. Dezember 1832 als Sohn eines Landwirts in Önnestad zur Welt, besuchte dort die Grundschule, anschließend das Gymnasium, ohne es jedoch abzuschließen, und meldete sich als Freiwilliger in der Artillerie. Aus nicht bekannten Gründen musste er seinen Dienst in der Artillerie bereits nach zwei Jahren wieder aufgeben. Als Folge davon wanderte Mattson 1851 nach Amerika aus und ließ sich in Minnesota nieder, wo er in den ersten Jahren verschiedene Arbeiten annahm. Zwei Jahre später wurde Mattson Kaufmann und 1856 studierte er Jura, machte ein Praktikum bei einem Rechtsanwalt und wurde als Friedensrichter eingesetzt.

Als dann 1861 der Sezessionskrieg ausbrach, setzte Hans Mattson eine aus skandinavischen Immigranten bestehende Freiwilligeneinheit zusammen und wurde deren Kapitän. Zwei Jahre später wurde er Oberst, einen Rang, der er bis zum Ende des Krieges beibehielt. Nach Ende des Sezessionskrieges gründete Mattson erst ein Anwaltsbüro, ließ sich dann jedoch 1867 vom Immigrationsamt anheuern und wurde bald darauf als Staatssekretär für Minnesota eingesetzt. Allerdings waren sowohl der wirtschaftliche, als auch der politische Erfolg Mattsons sehr beschränkt, da er in der Wirtschaft zu großen Risiken neigte und in der Politik gehörte er dem extrem rechten Flügel an.

Aber auch wenn Hans Mattson sich in Amerika niedergelassen hatte, so behielt er seine Verbindungen zu Schweden und gründete hier auch zwei Büros, die sich bemühten nach Immigranten zu suchen, da vor allem der Bau der Eisenbahn Arbeitskräfte benötigte. Mattson arbeitete daher mehrmals in Schweden, ließ Prospekte zur Emigration verbreiten, suchte mit Hilfe von Anzeigen Interessenten zu finden und nutzte seine verschiedenen Kontakte. Wie viele Schweden über Mattson nach Amerika gingen, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass weitaus weniger davon nach Minnesota gingen als dort erhofft wurden. Die Ursache ist vermutlich darin zu suchen, dass in Minnesota vor allem harte Arbeit wartete, in anderen Teilen Amerikas jedoch die Besiedlung und die Landwirtschaft vorrangig waren. Hans Mattson starb am 5. März 1893 und ist, nach John Ericsson, der vermutlich bekannteste schwedische Immigrant Amerikas.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios
5. März 2011: Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. November 2011

Der Vatertag in Schweden

Der Vatertag wird in Schweden jedes Jahr am zweiten Sonntag im November gefeiert, der dieses Jahr auf den 13. November fällt. Auch der schwedische Vatertag hat seinen Ursprung in den USA, genauer genommen bei Mrs. John B. Dodd in Spokane, die ihren Vater ehren wollte, weil er, nach dem Tod der Mutter, sechs Kinder allein aufzog und ihnen eine Zukunft bot. Diese Idee, die am 19. Juni 1910 aufkam, verbreite sich sehr schnell in den USA und als der Präsident Calvin Coolidge die Idee eines Vatertags im Jahre 1924 unterstützte, war der Tag offiziell in Amerika geboren.

Nach Schweden kam der Vatertag dann bereits sieben Jahre später über die schwedischen Auswanderer, die sich in den USA niedergelassen hatten und diesen Brauch mit den schönsten Worten schilderten. Allerdings war der Vatertag, der damals auch in Schweden im Juni gefeiert wurde, zu jener Zeit nur ein Feiertag an dem man den Vater ehrte, ohne dass dem Vater jedoch Geschenke überreicht wurden. Erst 1949, als das nordische Komitee der Geschäftsleute den Tag breiter bekannt machen wollten, kam man auf die Idee den Vatertag im November zu feiern, damit er nicht zu Nahe am Muttertag liegen sollte. Der Erfolg des Vatertags war jedoch begrenzt, da ihn die ältere Bevölkerung als unsinnig, unschwedisch und kommerziell betrachtete.

Die großenteils kommerziellen Befürworter des schwedischen Vatertags gaben jedoch nicht auf und als dann die Schulen ab den 60er Jahren über den Vatertag sprachen und Kinder Zeichnungen und Bastelarbeiten für die Väter anfertigten, war der Durchbruch gelungen. Ende der 80er Jahre begannen dann auch die Geschäftsleute Schwedens den Vorteil des Vatertags zu wittern und innerhalb von zehn Jahren entstanden im ganzen Land Schaufenster mit Vatertags-Geschenken. Der Vatertag wird ausschließlich von Schweden, Norwegen, Finnland und Estland am zweiten Sonntag im November gefeiert.

13. November 1872: Die größte Sturmflut der Geschichte Skånes
13. November 1994: Die Entscheidung für den Europabeitritt in Schwede

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. August 2011

Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

Auch wenn der 8. August vor allem als der Namenstag der aktuellen Königin Silvia von Schweden und als Flaggentag bekannt ist, so ist der 8. August 1973 der Tag, an dem sich der schwedische Schriftsteller, Journalist und Dramatiker Vilhelm Moberg das Leben nahm, ein Schriftsteller, der vor allem für die Bewohner Smålands eine größere Bedeutung hat als die Königin, da er in gewisser Weise als Nationalschriftsteller dieser schwedischen Landschaft betrachtet werden kann dessen Hauptfiguren zudem überwiegend aus dem Småland kamen.

Vilhelm Moberg vor dem Utvandrarnas Hus in Växjö

Am bekanntesten wurde Vilhelm Moberg, der am 20. August 1898 geboren worden war, mit seiner Buchserie über die schwedischen Auswanderer, die auch als „Emigranten“ und „Das neue Land“ verfilmt wurden. Moberg berichtet hier am Beispiel einer Gruppe von Personen aus dem Småland den Weg, den im 19. Jahrhundert über eine Million Schweden nahmen um ihr Glück in den USA zu suchen. Moberg fand das Material zu diesen Romanen in einem Tagebuch des Auswanderers Andrew Petersons und schrieb die ersten beiden Teile des Werkes noch in Kalifornien, wo der Autor sich vorübergehend niedergelassen hatte.

Für die schwedische höhere Gesellschaft war Vilhelm Moberg eine weniger geliebte Person, da er mit seinem Buch Rid i natt! die schwedische Kollaboration mit Hitler als sehr deutliche Parabel anprangerte, auch wenn der Schriftsteller die Handlung als solches in die Vergangenheit gesetzt hatte. 1950 entwendete und veröffentlichte Moberg einige Dokumente, die bewiesen, dass die schwedische Polizei mit der Gestapo zusammenarbeitete und in den 60er Jahren kritisierte er Olof Palme, der sich Republikaner nannte, aber dann Gustav IV. Adolf ehrte und das Königslied sang. Er bezeichnete Olof Palme in diesem Zusammenhang als Heuchler.

Vilhelm Moberg wandte sich gegen jede Dominanz über ein Volk, egal ob sie von rechts oder links kam und wollte am Ende seines Lebens eine schwedische Geschichte schreiben, die den Lauf der geschichtlichen Entwicklung aus der Warte von Soldaten, Arbeitern und Frauen zeigt, ein Werk, das der Autor leider nicht mehr vollenden konnte.

8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. März 2011

Die erste schwedische Kolonie in Amerika

Am 1. März 1638 legten die ersten beide Schiffe mit schwedischen Auswanderern in Nordamerika an. Die Auswanderer, die mit der Kalmar nyckel und der Fågel Grip über den Atlantik segelten, legten dort am Delta des Delawareflusses, etwas südlich des heutigen Philadelphia, die Kolonie ”Neuschweden” (Nya Sverige) an. Die Verhandlungen mit dem Indianerstamm Lenape, dem damals das Land gehörte, dauerten nur knapp einen Monat, bevor die schwedischen Auswanderer dann am 29. März 1638 eine größere Fläche an Land von den Indianern kaufen konnten.

Die Bildung von Nya Sverige verursachte mehrere Probleme, denn zum einen war es Schweden unmöglich einen regelmässigen Schiffverkehr aufrecht zu halten, zum anderen hatte sich Schweden die Holländer zu Feinden gemacht, die in der Nachbarschaft eine bedeutende Kolonie aufrecht hielten, und zum Dritten war Schweden um diese Zeit sehr dünn besiedelt und suchte eher Immigranten als Emigranten.

Letzteres Problem wurde dadurch gelöst, dass man nur sehr wenigen interessierten Schweden die Genehmigung zu einer Ansiedlung in der neuen Kolonie erlaubte, zum anderen schickte man vor allem Strafgefangene, nicht erwünschte Ausländer und andere Gruppen an Personen nach Nya Sverige, die sich zudem verpflichten mussten sich dort mindestens für fünf Jahre niederzulassen.

Aus verschiedenen, unter anderem auch ökonomischen Problemen, bestand diese Kolonie Schwedens nur von 1638 bis 1655, zumal Schweden nicht in der Lage war regelmäßige Expeditionen nach Nya Sverige zu schicken. Diesen Umstand nutzte die holländische Westindien-Kompanie, die sich etwas nördlich von Neuschweden befand, und verleibte die schwedische Kolonie 1655 in die holländische Kolonie ein. Über das Schicksal der schwedischen Auswanderer, die sich dort in dieser Zeit eine Existenz aufgebaut hatten, ist kaum etwas bekannt.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1918: Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin