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Dienstag, 16. Januar 2018

Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden in Schweden zahlreiche liberale Gruppen, die sich vor allem gegen die Macht der Könige und die sehr starke Staatskirche Svenska Kyrkan stellten. Entsprechend kamen die Mitglieder dieser Gruppen auch aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen. Die Reformen, die insbesondere der Liberale Adolf Hedin vorschlug, hießen Demokratie, Volksbildung und das Gleichheitsprinzip vor dem Recht, was sich auch in einem allgemeinen Wahlrecht ausdrücken sollte. Um jedoch diese Forderungen politisch durchsetzen zu können, war Hedin auch bewusst dass hierfür eine einheitliche, liberale Partei nötig war.

Aus diesem Grund wurde am 16. Januar 1900 auch durch den Zusammenschluss der damaligen Volkspartei, der Bondeska (Partei der Grundbesitzer) und der Friesenska Gruppen (Beamte), der sich später auch die Lantmannapartiet (konservative Grundbesitzer) anschloss, die Liberala Samlingspartiet (Liberale Sammlungspartei) gegründet. Da die neue Partei sich für die Zulassung der Freikirchen, den Antialkoholismus und soziale Reformen einsetzte, die später zu einem Wohlfahrtssystem ausgebaut wurden, hatten die liberale Partei sehr bald eine bedeutende Machtstellung erreicht. Der Aufstieg der Partei endete jedoch rapid ab Mai 1923, als ein Teil der Partei ein Alkoholverbot durchsetzen wollte, die andere Hälfte jedoch den freien Verkauf von Alkohol propagierten. Bei den folgenden Wahlen des Jahres 1924 traten daher zwei liberale Parteien an, die Freisinnige Volkspartei und die Liberale Reichstagspartei.

Die Bedeutung der Liberalen, die sich 1934, erneut nach einem Zusammenschluss von zwei Parteien, in Folkspartiet (Volkspartei ) umbenannte, konnte in den kommenden Jahrzehnten nie wieder die gleiche Größe erreichen als zu Beginn des 20. Jahrhunderts und 2015 konnte die Volkspartei nur noch mit knapp fünf Prozent an Wählern rechnen. Das Ergebnis davon war, dass Jan Björklund, der Vorsitzende der Partei in jenen Jahren, der Partei einen neuen Namen geben wollte. Nicht verwunderlich war daher, dass die Diskussion darin endete die Folkpartiet entweder in Liberalerna (die Liberalen) oder aber in Liberale Samlingspartiet umzubenennen, in der Hoffnung damit an die Erfolge des liberalen Politikers Karl Staaff anzuknüpfen.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute 
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Mai 2014

Die Europapolitikerin Cecilia Malmström

Cecilia Malmström wurde am 15. Mai 1968 in Stockholm geboren, wuchs jedoch überwiegend in Göteborg und in Frankreich auf, arbeitete jedoch auch in Deutschland und in Spanien. Diese Einflüsse und das „nomadische“ Dasein der späteren Europapolitikerin führten auch dazu, dass Malmström vier Sprachen flüssig und zwei weitere gut verständlich spricht, was ihr während ihrer Tätigkeit als Forscherin in Staatswissenschaft an der Universität Göteborg auch zum Vorteil gereichte.

Noch in ihrer Jugend schloss sich Cecilia Malmström der Folkpartiet, der schwedischen Volkspartei, an in der sie ab 1997 geradezu eine Rekordkarriere verbuchen konnte, denn bereits 2007 nahm sie die Position direkt unter dem Parteiführer Jan Björklund ein, eine Position, die sie dann jedoch 2009 zugunsten der Europapolitik ablegte, da sie mehr Zeit für ihre Arbeit als Kommissionärin in Europa benötigte zu der sie die wenige Jahre zuvor gewählte bürgerliche Regierungsallianz gewählt hatte.

Auch wenn sich Cecilia Malmström  bereits wissenschaftlich stark mit Europa beschäftigt hatte, so kam das politische Europaengagement erst mit ihrer Ernennung zur Europaministerin im Jahre 2006. In diesem Rahmen erreichte Malmström internationales Aufsehen als sie eine Million Unterschriften sammelte um den ständigen Umzug der Europapolitiker zwischen Brüssel und Straßburg zu beenden, auch wenn dieses Unterfangen von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Am 22. Januar 2010 trat Cecilia Malmsträm dann jedoch als Europaministerin zurück und wurde Schwedens Europakommissionärin, die sich vor allem um Asylfragen, Migrationsfragen und organisierte, grenzüberschreitende Verbrechensbekämpfung kümmerte. Während Malmström in Schweden wegen ihrem Einsatz in Europa nahezu zu einer Ikone erhoben wird, werden viele ihrer Meinungen im Ausland als zu schwedenbetont und als nationalistisch betrachtet und entsprechend kritisiert. Malmström wurde bei den Europawahlen im Mai 2014 in Schweden als Schlüsselfigur betrachtet.


Am 10. September 2014 wurde Cecilia Malmström von Jean-Claude Juncker zu Europas Handelskommissionärin nominiert und wird sich daher um sämtliche Handelsabkommen kümmern, unter anderem die viel diskutierte Freihandelszone Europas mit den USA.

15. Mai 1470: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens 
15. Mai 1807: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens 
15. Mai 1897: Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung 
15. Mai 1914: Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö 
15. Mai 1971: Die erste Pride-Parade in Örebro
15. Mai 2005: Das Aeroseum in Göteborg, ein flughistorisches Museum 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 16. Januar 2014

Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute

Auch wenn die Folkpartiet, genauer genommen die Folkpartiet liberalerna (FP), die man mit Volkspartei übersetzen kann, ihren Namen erst am 5. August 1934 erhielt, so geht die Idee eine entsprechende Partei zu gründen bis ins 18. Jahrhundert zurück und ihre tatsächliche Geschichte beginnt am 16. Januar 1900 mit der Gründung der sogenannten Liberala Samlingspartiet, ein Zusammenschluss mehrerer liberaler Parteien. Als sich dann 1902 die Frisinnade landsföreningen gründete und dem Verband anschloss, so wurde diese als Reichsorgan der Volkspartei betrachtet. Eigentlich wurde daher die Folkpartiet sogar zweimal gegründet, im Abstand von zwei Jahren.

Die Entstehung der Folkpartiet war im Grunde eine liberale Volksbewegung mit klaren Zielen. Da diese Bewegung jedoch stark von der Erweckungsbewegung beeinflusst war, war zu Beginn das Hauptziel der Kampf gegen den Alkohol, aber es ging auch um das allgemeine Wahlrecht, die ausgedehnte Pressefreiheit, die Organisation von Gewerkschaften und eine sozialere Gerechtigkeit. Allerdings sollte die Gruppe der Hardliner, die ein absolutes Alkoholverbot forderten, die Partei bereits 1923 wieder spalten, denn die Gruppe, die das Alkoholverbot für eine zu starke Maßnahme hielt, wurde einfach aus dem Reichsverband ausgeschlossen und gründete daher die Sveriges liberala parti.

Am 5. August 1934 vereinten sich die beiden liberalen Parteien erneut und es kamen einige Splitterparteien hinzu, was letztendlich zum Namen der heutigen Folkpartiet liberalerna (FP) führte. Der Aufschwung der Partei war bedeutend und 1956 verfügte die Volkspartei über knapp 24 Prozent der Wählerstimmen. Aber auf Grund ihrer Einstellung zu Pensionsfragen war dies nur ein kurzer Erfolg. Die Partei gewann dann erst 2006 wieder einen bedeutenden Einfluss, als die rechte Gruppierung der Moderaterna die Macht nur durch eine Koalition mit den Parteien der Mitte und den Christdemokraten ergreifen konnte. Seit dieser Zeit ist Jan Björklund der Vorsitzende der Partei, der jedoch auf Grund seiner permanenten Reformen des Schulsystems die Wähler nicht wirklich vom Ideal der Folkpartiet überzeugen kann.


Am 3. Oktober 2014 übergab Jan Björklund sein Amt als Kultusminister, das er seit dem 7. September 2007 innehatte, an den Grünen Gustav Fridolin. Björklund ist jedoch weiterhin der Vorsitzende der schwedischen Folkpartiet, die am 25. November 2015 ihren Namen in Liberalerna änderte um die liberale Politik der Partei in den Vordergrund zu setzen.

16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den schwedischen Autoren 
16. Januar 1992: Bingolotto wird durch eine Sonergenehmigung eine nationale Lotterie

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. April 2012

Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund

Am 18. April 1962 wurde Jan Björklund in Skene, Västergötland, geboren. Jan Björklund ist seit dem 7. September 2007 der Vorsitzende der schwedischen Folkpartiet (Volkspartei), seit 2010 zweiter Mann nach Fredrik Reinfeldt und war von 2007 bis 2014 Kultusminister des Landes. Bereits ab der ersten Regierungsbildung von Fredrik Reinfeldt wurde Jan Björklund an die Spitze des schwedischen Ausbildungswesen gesetzt, auf der Basis seiner sozialwissenschaftlichen Spezialisierung im Gymnasium und der schulpolitische Erfahrung als Lokalpolitiker.

Die wahre Karriere von Jan Björklund begann mit seiner Wehrpflicht im Jahre 1981, denn nach Abdienen des Pflichtdienstes wurde er Zeitsoldat im gleichen Regiment in Borås. 1985 schloss er dann die Offiziershochschule der Infanterie ab. Anschließend besuchte er die Kriegshochschule in Karlsberg, wo er zum Leutnant ernannt wurde. Seine weiteren Studien beim Militär führten ihn dann im Laufe von elf Jahren bis zum Major. Nachdem er alle Prüfungen der militärischen Laufbahn mit Auszeichnung bestanden hatte, ließ er sich 1994 dann freistellen um eine politische Laufbahn zu beginnen. 2005 wurde Björklund Reserveoffizier und 2008 beendete er seine militärische Laufbahn vollständig zu Gunsten der Politik.

Jan Björklund trat 1976 dem Jugendverband der Folkpartiet bei und wurde bereits 1985, noch während seiner militärischen Karriere, Vice-Vorsitzender der Partei. Ab 1991 wurde Björklund dann, auf lokaler Ebene und parallel zu seiner militärischen Tätigkeit, im Schulwesen aktiv, was der direkte Weg zu seinem Ministerposten wurde. Björklunds Politik ist stark von seiner rein militärischen Karriere beeinflusst, was sich auch daran zeigt, dass er einen Beitritt Schwedens in die NATO fordert, sich für den schwedischen Einsatz im Irak und anderen Krisengebieten aussprach, das Budget der Verteidigung grundsätzlich erhöhen will und für eine deutliche schwedische Europapolitik ist. Sein Amt als Kutusminister musste Björklund am 3. Oktober 2014 an Gustav Fridolin der Grünen abgeben.

18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin