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Dienstag, 15. Januar 2019

Per Ahlmark, schwedischer Politiker und Schriftsteller

Per Ahlmark kam am 15. Januar 1939 als Sohn eines Ärztepaares in Stockholm zur Welt und zeigte im Jahre 1956 erstmals sein politisches Engagement. Gemeinsam mit dem Mitschüler Hans Hederberg forderte er die Freistellung vom damals obligatorischen Morgengebet vor Schulbeginn und wandte sich damit an die damalige schwedische Regierung. Auch wenn sein Antrag abgelehnt wurde, so konnte er damit eine öffentliche Debatte zu diesem Thema in der Presse erreichen, was nur wenige Jahre später dazu führte, dass es Schülern grundsätzlich freigestellt wurde am Morgengebet teilzunehmen oder nicht.

Die politische Karriere Per Ahlmarks begann jedoch erst mit seiner Mitgliedschaft im Jugendverband der Volkspartei (Folkpartiet), die zur Mitgliedschaft in der Volkspartei, 1975 zum Vorsitz der Partei und zu späteren Ministerposten führte. Während Ahlmark sich in den 60er Jahren stark für die Abschaffung des Zweikammersystems interessierte, kämpfte er in der ersten bürgerlichen Nachkriegsregierung als Minister vor allem darum die Arbeitslosigkeit zu senken, wobei er beweisen konnte, dass auch bürgerliche Parteien dabei Erfolg haben können, was die Sozialdemokraten immer bestritten hatten. Nach dem Selbstmord seiner damaligen Partnerin, Maude Adelson, im Jahre 1977 geriet der Politiker jedoch in eine schwere Depression und brach seine politischen Ambitionen vollständig ab.

Nach seinem Rückzug aus der Politik engagierte sich Per Ahlmark beim Svenska Filminstitutet SF und später auch an der Elie Wiesel Foundation, setzte seine Energie jedoch vor allem in die Schriftstellerei, die nicht nur aus politischen Werken bestand, die sehr deutlich die schwedische Linke als Feind der Demokratie darstellten, sondern er schrieb auch aus drei Gedichtbände und einem Roman, und schrieb zahlreichen Artikeln in verschiedenen liberalen und rechts orientierten Zeitungen. Seine Nähe zu Israel drückte der Politiker und Schriftsteller auch dadurch aus, dass er, gemeinsam mit seiner Ehefrau, die Werke des israelischen Poeten Yehuda Amichai übersetzte.


15. Januar 1860: Der schwedische Künstler Oscar Björk
15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1869: Der schwedische Künstler Alfred Bergström
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

15. Januar 1909: Die schwedische Künstlerin Eva Bonnier 
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

15. Januar 2006: Die schwedische Piratenpartei (Piratpartiet)

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Januar 2018

Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden in Schweden zahlreiche liberale Gruppen, die sich vor allem gegen die Macht der Könige und die sehr starke Staatskirche Svenska Kyrkan stellten. Entsprechend kamen die Mitglieder dieser Gruppen auch aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen. Die Reformen, die insbesondere der Liberale Adolf Hedin vorschlug, hießen Demokratie, Volksbildung und das Gleichheitsprinzip vor dem Recht, was sich auch in einem allgemeinen Wahlrecht ausdrücken sollte. Um jedoch diese Forderungen politisch durchsetzen zu können, war Hedin auch bewusst dass hierfür eine einheitliche, liberale Partei nötig war.

Aus diesem Grund wurde am 16. Januar 1900 auch durch den Zusammenschluss der damaligen Volkspartei, der Bondeska (Partei der Grundbesitzer) und der Friesenska Gruppen (Beamte), der sich später auch die Lantmannapartiet (konservative Grundbesitzer) anschloss, die Liberala Samlingspartiet (Liberale Sammlungspartei) gegründet. Da die neue Partei sich für die Zulassung der Freikirchen, den Antialkoholismus und soziale Reformen einsetzte, die später zu einem Wohlfahrtssystem ausgebaut wurden, hatten die liberale Partei sehr bald eine bedeutende Machtstellung erreicht. Der Aufstieg der Partei endete jedoch rapid ab Mai 1923, als ein Teil der Partei ein Alkoholverbot durchsetzen wollte, die andere Hälfte jedoch den freien Verkauf von Alkohol propagierten. Bei den folgenden Wahlen des Jahres 1924 traten daher zwei liberale Parteien an, die Freisinnige Volkspartei und die Liberale Reichstagspartei.

Die Bedeutung der Liberalen, die sich 1934, erneut nach einem Zusammenschluss von zwei Parteien, in Folkspartiet (Volkspartei ) umbenannte, konnte in den kommenden Jahrzehnten nie wieder die gleiche Größe erreichen als zu Beginn des 20. Jahrhunderts und 2015 konnte die Volkspartei nur noch mit knapp fünf Prozent an Wählern rechnen. Das Ergebnis davon war, dass Jan Björklund, der Vorsitzende der Partei in jenen Jahren, der Partei einen neuen Namen geben wollte. Nicht verwunderlich war daher, dass die Diskussion darin endete die Folkpartiet entweder in Liberalerna (die Liberalen) oder aber in Liberale Samlingspartiet umzubenennen, in der Hoffnung damit an die Erfolge des liberalen Politikers Karl Staaff anzuknüpfen.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute 
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. Mai 2016

Die Tageszeitung Västerbottens-Kuriren

Am 17. Mai 1900 erschien die erste Nummer der Tageszeitung Västerbottens-Kuriren, einer seit Beginn an liberalen Zeitung Schwedens, die vom ersten Tag an in Umeå herausgegeben wurde. Der Gründer und erste Besitzer des VK,  wie der Västerbottens-Kuriren kurz genannt wird, war Gusav Rosén, der nicht nur die Chefredaktion der Tageszeitung übernahm, sondern parallel hierzu auch für die Folkpartiet, die heutigen Liberalerna, im Parlament saß und eine wichtige politische und gesellschaftliche Rolle in Umeå spielte. Es war daher auch wenig erstaunlich, dass der Västerbottens-Kuriren bereits 1903 die größte Tageszeitung in Västerbotten war.

Als Gustav Rosén 1926 unter der Regierung von Carl Gustaf Ekman Verteidigungsminister wurde, setzte Rosén erst Ernst Grafvelin als Chefredakteur ein, und nach dessen Tod nur sechs Monate später seinen Sohn Stellan Rosén. 1929 verkaufte Rosén den Västerbottens-Kuriren an den Baumeister und Politiker Johan Magnus Bäckström, ebenfalls einen Vertreter der Volkspartei, der den VK zum einen im Sinne von Rosén weiterführte, zum anderen 1930 auch ein eigenes Gebäude für die Zeitung baute. Unter ihm wurde 1949 auch der erste feste Pressefotograf Nordschwedens eingestellt, der bis 1985 für den Västerbottens-Kuriren arbeiten sollte.

Erst 15 Jahre nach dem Tode von Johan Magnus Bäckström tauchten Probleme in der Führung der Tageszeitung auf und sie wurde erst an die Druckerei Folk och Samhälle verkauft um letztendlich ab 1978 als Stiftung VK-Press weitergeführt zu werden, die einzige Möglichkeit der Erben Bäckströms die liberale Linie der Zeitung zu behalten. 1984 richtete der Västerbottens-Kuriren auch eine eigene Druckerei ein, die auch für die Dagens Nyheter arbeitete, und 1988 entstand ein neues Verlagshaus. Noch heute ist der VK, mit einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren, die größte Tageszeitung Västerbottens, auch wenn ihm seit Jahren der Konkurrent Norrländska Socialdemokraten aus Luleå ihr sehr dicht auf den Fersen liegt. Der Einfluss des Västerbottens-Kuriren liegt indes über jenem des NSD (Norrländska Socialdemokraten), da die Stiftung VK auch die Aktienmehrheit des Västerbottens Folkblad besitzt und die kostenlose Zeitung City herausgibt.


17. Mai 1788: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
17. Mai 1900: Der erste Lastwagen Schwedens liefert Bier
17. Mai 1918: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson
17. Mai 1936: Lars Gustafsson und die gesellschaftskritische Literatur der Gegenwart
17. Mai 1979: Jimmie Åkesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna
17. Mai 1987: Gunnar Myrdal und der politische Wandel Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 19. Oktober 2015

Ministerpräsident Nils Edén und der Parlamentarismus

Nils Edén kam am 25. August 1871 als Sohn eines Rektors in Piteå zur Welt und erhielt eine standesmäßige Bildung, die ihn nach der Hochschulreife in Luleå als Student an die Universität Uppsala brachte, wo er 1897 seinen Doktor in Philosophie machte und gleichzeitig Dozent für Geschichte wurde. Der Aufstieg Edéns war außerordentlich schnell und schon 1909 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Uppsala berufen. Bereits vor seiner Professur hatte sich Edén auch der Politik zugewandt, war 1908 in den Reichstag gewählt worden und nahm ab 1912 eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Liberala samlingspartiet ein. Edén war der letzte Vorsitzende der Partei bis sich diese spalte und später, unter anderem, die heutige Folkpartiet (Volkspartei) daraus hervorging.

Als die rechten und königstreuen Parteien Schwedens im Jahre 1917 bei den Wahlen schwere Verluste erlebten und die Mehrheit der Stimmen bei den Liberalen, also Nils Edén, und den Sozialdemokraten unter Hjalmar Branting lag, versuchte Ministerpräsident Carl Swartz mit allen Mitteln und Intrigen die Regierungsübernahme von Edén zu stoppen, aber letztendlich blieb Gustav V. keine andere Wahl als Nils Edén mit der Regierungsbildung zu beauftragen und ihn am 19. Oktober 1917 zum Ministerpräsidenten zu ernennen, obwohl die Sozialdemokraten bei der Wahl mehr Stimmen erhalten hatten als die Liberala samlingspartiet. Dies lag natürlich auch daran, dass die Sozialdemokraten um diese Zeit die Monarchie abschaffen wollten, nicht jedoch Nils Edén.

Nils Edén war,als liberaler Politiker, in diesen kritischen Jahren eine Ideallösung des Königs, der zwar damit das allgemeine Wahlrecht einführen musste und damit gerechtere Wahlen ermöglichte, jedoch die entscheidende Macht behielt. Aber auch wenn Edén den Sozialdemokraten Branting zum Finanzminister gemacht hatte, so konnte diese Verbindung nicht auf die Dauer halten und schon 1920 zerbrach die Regierung. Edén, ein Gegner des Alkoholverbotes, konnte nach der Volksbefragung zum Alkoholverbot auch seine Partei nicht mehr einigen und entschied sich daher 1924 die nationale Politik ganz zu verlassen. Die Leistungen des Politikers, der am 16. Juni 1945 in Stockholm starb, lagen zum einen die Einführung des Parlamentarismus in Schweden, zum anderen darin, dass er, nach seinem Rückzug aus der Politik, die Geschichte des schwedischen Reichstags verfasste und herausgab.


19. Oktober 1072: Der deutsche Bischof Egino stirbt in Lund
19. Oktober 1758: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman 
19. Oktober 1821: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin 
19. Oktober 1928: Das Chinateatern (Chinatheater) in Stockholm
19. Oktober 1975: Der schwedische Sänger und Musiker Lars Winnerbäck
19. Oktober 1979: Homosexualität keine Krankheit mehr in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. November 2014

Der schwedische Ministerpräsident Felix Hamrin

Als Felix Hamrin am 27. November 1937 im Alter von 62 Jahren in Jönköping starb, ging der Politiker mit einem negativen Rekord in die Geschichte Schwedens ein, denn er war, und blieb bis heute, der Ministerpräsident, der mit 50 Tagen am kürzesten im Amt war, was sich jedoch zum einen durch Neuwahlen erklärt, andererseits aber auch dadurch, dass er noch kurz vor den Wahlen seinen Vorgänger Carl Gustaf Ekman ersetzte, der wegen der Kreugeraffäre zurückgetreten war.

Felix Hamrin war am 14 Januar 1875 in Mönsterås zur Welt gekommen und widmete sich, wie sei Vater, der dort als Lederhändler tätig war, nach seinem Studium an der Handelshochschule in Göteborg erst mit dem Handel und gründete das Großhandelsunternehmen Felix Hamrin & Co. Durch seine Bedeutung in Jönköping war es dann jedoch auch logisch, dass sich Hamrin politisch betätigte und schon 1912 wurde er als liberaler Vertreter seiner Region in den Reichstag gewählt, ein Amt, das der Politiker insgesamt 21 Jahre lang wahrnahm.

Als Ministerpräsident sollte Felix Hamrin vor allem die ökonomische Krise bekämpfen und die Folgen des Kreugerkrachs so weit wie möglich abmindern, was jedoch in der kurzen Zeit nicht möglich war und ein Problem wurde das der liberalen Gemeinschaftspartei bei den Wahlen im Jahre 1932 auch enorme Verluste einbrachte. Nach den Wahlen wurde Hamrin zum Vorsitzenden der Partei gewählt, konnte diese jedoch nur noch abwickeln und im Januar 1935 auflösen. Bereits 1934 war Hamrin jedoch unter jenen, die durch ein Fusion mehrerer liberaler Parteien die Volkspartei (Folkpartiet) schufen, deren Vorsitzender er unmittelbar wurde. Hamrin gilt daher als der erste Vorsitzende der heute noch existierenden Volkspartei.


27. November 1640: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
27. November 1701: Anders Celsius und die Celsius-Skala

27. November 1854: Louis De Geer, ein entscheidungsunwilliger Ministerpräsident
27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens
27. November 1949: Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Mai 2014

Die Europapolitikerin Cecilia Malmström

Cecilia Malmström wurde am 15. Mai 1968 in Stockholm geboren, wuchs jedoch überwiegend in Göteborg und in Frankreich auf, arbeitete jedoch auch in Deutschland und in Spanien. Diese Einflüsse und das „nomadische“ Dasein der späteren Europapolitikerin führten auch dazu, dass Malmström vier Sprachen flüssig und zwei weitere gut verständlich spricht, was ihr während ihrer Tätigkeit als Forscherin in Staatswissenschaft an der Universität Göteborg auch zum Vorteil gereichte.

Noch in ihrer Jugend schloss sich Cecilia Malmström der Folkpartiet, der schwedischen Volkspartei, an in der sie ab 1997 geradezu eine Rekordkarriere verbuchen konnte, denn bereits 2007 nahm sie die Position direkt unter dem Parteiführer Jan Björklund ein, eine Position, die sie dann jedoch 2009 zugunsten der Europapolitik ablegte, da sie mehr Zeit für ihre Arbeit als Kommissionärin in Europa benötigte zu der sie die wenige Jahre zuvor gewählte bürgerliche Regierungsallianz gewählt hatte.

Auch wenn sich Cecilia Malmström  bereits wissenschaftlich stark mit Europa beschäftigt hatte, so kam das politische Europaengagement erst mit ihrer Ernennung zur Europaministerin im Jahre 2006. In diesem Rahmen erreichte Malmström internationales Aufsehen als sie eine Million Unterschriften sammelte um den ständigen Umzug der Europapolitiker zwischen Brüssel und Straßburg zu beenden, auch wenn dieses Unterfangen von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Am 22. Januar 2010 trat Cecilia Malmsträm dann jedoch als Europaministerin zurück und wurde Schwedens Europakommissionärin, die sich vor allem um Asylfragen, Migrationsfragen und organisierte, grenzüberschreitende Verbrechensbekämpfung kümmerte. Während Malmström in Schweden wegen ihrem Einsatz in Europa nahezu zu einer Ikone erhoben wird, werden viele ihrer Meinungen im Ausland als zu schwedenbetont und als nationalistisch betrachtet und entsprechend kritisiert. Malmström wurde bei den Europawahlen im Mai 2014 in Schweden als Schlüsselfigur betrachtet.


Am 10. September 2014 wurde Cecilia Malmström von Jean-Claude Juncker zu Europas Handelskommissionärin nominiert und wird sich daher um sämtliche Handelsabkommen kümmern, unter anderem die viel diskutierte Freihandelszone Europas mit den USA.

15. Mai 1470: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens 
15. Mai 1807: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens 
15. Mai 1897: Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung 
15. Mai 1914: Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö 
15. Mai 1971: Die erste Pride-Parade in Örebro
15. Mai 2005: Das Aeroseum in Göteborg, ein flughistorisches Museum 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 4. Februar 2014

Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei

Am 4. Februar 1995 wurde Maria Leissner als erste Frau zur Vorsitzenden der schwedischen Folkpartiet (Volkspartei) gewählt und übernahm damit in der undankbarsten Situation die Führung der Partei, denn nach dem Wahlverlust der bürgerlichen Parteien im Vorjahr war ihr Vorgänger, Bengt Westerberg, zurückgetreten und die Partei befand sich in einer Talfahrt, die nur eine sehr starke Person ändern konnte. Leissner, die sich vor allem für die Außenpolitik interessierte, hatte diese Stärke nicht und machte zudem den Fehler, das sie der Volkspartei eine neue Linie geben wollte.

Während Bengt Westerberg sich nach dem Wahlverlust den Sozialdemokraten nähern wollte, einer Linie, die von sehr vielen Parteimitgliedern getragen wurde, kritisierte Maria Leisner die Vorsitzenden der Sozialdemokraten, erst Ingvar Carlsson und dann vor allem Göran Persson, und setzte die Partei vollständig auf den rechten Flügel, was natürlich dazu führte, dass die Volkspartei geschwächt statt gestärkt wurde. Die Position Leissners als Vorsitzende wurde daher auch sehr bald aus den eigenen Reihen kritisiert, nicht zuletzt auch deswegen, weil sie wenig Gewicht auf die interne Situation Schwedens legte, sondern immer wieder die Außenpolitik in den Vordergrund schob.

Bereits 1997, also noch vor den nächsten Parlamentswahlen, trat die am 21. Januar 1956 geborene Maria Leisner dann noch von ihrem Amt zurück ohne je ihre Führungsqualitäten bewiesen zu haben. Nach ihrem Rücktritt als Vorsitzende der Folkpartiet (FP) wurde Leissner erst Botschafterin in Guatemala, anschließend leitete sie ein Demokratisierungsprojekt im Irak, 2006 wurde sie unter der schwedischen Integrationsministerin Nyambo Sabuni die Vorsitzende der Delegation zur Integration der Roma und seit 2007 ist sie die Vorsitzende der Hochschule in Borås. Außerordentliche Ergebnisse konnte Leissner jedoch auch bei diesen Aufgaben kaum vorweisen.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 16. Januar 2014

Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute

Auch wenn die Folkpartiet, genauer genommen die Folkpartiet liberalerna (FP), die man mit Volkspartei übersetzen kann, ihren Namen erst am 5. August 1934 erhielt, so geht die Idee eine entsprechende Partei zu gründen bis ins 18. Jahrhundert zurück und ihre tatsächliche Geschichte beginnt am 16. Januar 1900 mit der Gründung der sogenannten Liberala Samlingspartiet, ein Zusammenschluss mehrerer liberaler Parteien. Als sich dann 1902 die Frisinnade landsföreningen gründete und dem Verband anschloss, so wurde diese als Reichsorgan der Volkspartei betrachtet. Eigentlich wurde daher die Folkpartiet sogar zweimal gegründet, im Abstand von zwei Jahren.

Die Entstehung der Folkpartiet war im Grunde eine liberale Volksbewegung mit klaren Zielen. Da diese Bewegung jedoch stark von der Erweckungsbewegung beeinflusst war, war zu Beginn das Hauptziel der Kampf gegen den Alkohol, aber es ging auch um das allgemeine Wahlrecht, die ausgedehnte Pressefreiheit, die Organisation von Gewerkschaften und eine sozialere Gerechtigkeit. Allerdings sollte die Gruppe der Hardliner, die ein absolutes Alkoholverbot forderten, die Partei bereits 1923 wieder spalten, denn die Gruppe, die das Alkoholverbot für eine zu starke Maßnahme hielt, wurde einfach aus dem Reichsverband ausgeschlossen und gründete daher die Sveriges liberala parti.

Am 5. August 1934 vereinten sich die beiden liberalen Parteien erneut und es kamen einige Splitterparteien hinzu, was letztendlich zum Namen der heutigen Folkpartiet liberalerna (FP) führte. Der Aufschwung der Partei war bedeutend und 1956 verfügte die Volkspartei über knapp 24 Prozent der Wählerstimmen. Aber auf Grund ihrer Einstellung zu Pensionsfragen war dies nur ein kurzer Erfolg. Die Partei gewann dann erst 2006 wieder einen bedeutenden Einfluss, als die rechte Gruppierung der Moderaterna die Macht nur durch eine Koalition mit den Parteien der Mitte und den Christdemokraten ergreifen konnte. Seit dieser Zeit ist Jan Björklund der Vorsitzende der Partei, der jedoch auf Grund seiner permanenten Reformen des Schulsystems die Wähler nicht wirklich vom Ideal der Folkpartiet überzeugen kann.


Am 3. Oktober 2014 übergab Jan Björklund sein Amt als Kultusminister, das er seit dem 7. September 2007 innehatte, an den Grünen Gustav Fridolin. Björklund ist jedoch weiterhin der Vorsitzende der schwedischen Folkpartiet, die am 25. November 2015 ihren Namen in Liberalerna änderte um die liberale Politik der Partei in den Vordergrund zu setzen.

16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den schwedischen Autoren 
16. Januar 1992: Bingolotto wird durch eine Sonergenehmigung eine nationale Lotterie

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. März 2011

Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens

Am 19. März 1914 wurde in Schweden der Verein freidenkender Frauen gegründet, eine selbständige und unabhängige Organisation die jedoch eng mit der landesweiten Vereinigung der Freidenker zusammenarbeitete. Am 28 März 1921 wurde aus dem Verein freidenkender Frauen ein Reichsverband.

Bereits 1923 konnten sich die Mitglieder des regionalen Verbands freidenkender Frauen nicht in Fragen zur Alkoholpolitik des Landes einigen und die Frage nach einem Verbot von Alkohol führte dazu, dass sich der Verband in zwei unabhängige Verbände trennte, die dann für oder gegen ein Alkoholverbot in Schweden waren. Die Gruppe, die gegen eine Einführung des Alkoholverbots war, bildete dann Schwedens liberale Partei.

1931 wurde aus dem landesweiten Verband freidenkender Frauen Schwedens der Linksbund schwedischer Frauen und öffnete sich auch gegenüber anderen Parteien, vor allem den Sozialdemokraten. Allerdings bestand diese Öffnung ebenfalls nur knapp 15 Jahre, denn Ende der 40er Jahre nahm der Verband eine pro-sowjetische Richtung ein und alle Mitglieder, die den Sozialdemokraten und der Folkpartiet (Volkspartei) nahe standen, verließen den Reichsverband freidenkenden Frauen. Die letzte liberale Frau, Kerstin Hesselgren, verließ die Gruppe im Jahre 1946.

Ein paralleles Ereignis war, dass sich 1934 die zerstrittenen Regionalgruppen wieder zusammenschlossen und die Folkpartiet (Volkspartei) gründeten. Bereits am 25. März 1935 gründete die Partei dann den FPK (Folkpartiets kvinnoförbund), der als Fortsetzung des ursprünglichen Vereins gedacht war. 2002 erhielt diese freidenkende Frauengruppe erneut einen neuen Namen und wurde zu den Liberale Kvinnor (Liberale Frauen), die noch heute bestehen.

19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ

Copyright: Herbert Kårlin