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Freitag, 16. Februar 2018

Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson

Hans Larsson starb am 16. Februar 1944 in Lund und ging als einer der modernen Philosophen in die Geschichte Schwedens ein, da er er These folgte, dass das Bewusstsein eines Menschen vor allem intuitiv sei und nicht auf eine pure Logik aufbaue. Larsson nahm damit einen Streit mit dem populären französischen Philosophen Henri Bergson auf, der Verstand und Intuition im philosophischen Denken voneinander trennte. Larsson befand sich daher in der akademischen Welt relativ isoliert, da er die Denkweise Kants weiterentwickelte und damit gegen herrschende Strömungen anging.

Hans Larsson kam am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirtes zur Welt, besuchte dennoch die Kathedralschule in Lund und schrieb sich nach seiner Hochschulreife 1881 an der Universität Lund ein, legte 1888 mehrere Examen ab und wurde noch im gleichen Jahr Dozent für theoretische Philosophie an der gleichen Universität. Nach einigen Jahren als Dozent an der Universität Uppsala kam Larsson 1901 als ordentlicher Professor zurück nach Lund und blieb der Universität bis zu seiner Pensionierung treu, wobei Larsson 1925 auch in die Svenska Akademien gewählt wurde.

Hans Larsson, der auch mehrere erfolgreiche Romane schrieb, leitete dennoch den Umbruch des philosophischen Denkens in Schweden ein und beeinflusste deutlich andere Philosophen wie Alf Ahlberg oder Gunnar Aspelin. Larsson beschränkte sich jedoch nicht nur auf theoretische Philosophie, sondern begann sich ab 1910 auch in die politische Debatte einzumischen indem er in der Presse deutlich Stellung gegen den wachsenden Nationalismus einnahm und sich vom autoritären Denken der neuen Aristokratie abwandte. Insbesondere die Philosophie Nietzsches sah er als falschen Weg an, da diese die persönliche Entfaltung in Frage stellte. Für Larsson war nicht die Macht eines Landes oder einer Person anzustreben, sondern ein übergreifendes Denken.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. April 2017

Die Saluhallen (Markthalle) in Lund

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Lund keine Markthalle, so dass man Fleisch, Fisch, Gemüse und anderes mehr auf dem Stortorget kaufen musste, wo die Händler ihre Waren an verschiedenen Marktständen anboten. Da man von anderen Städten, die mittlerweile Markthallen hatten, erfahren hatte, dass die Hygiene sich dort verbessert hatte, entschied man sich auch in Lund eine Saluhall (Markthalle) zu bauen, die dann am 21. April 1909 eingeweiht wurde, allerdings noch weitaus anders aussah als die heutige Markthalle.

Wie die meisten Markthallen Schwedens, so bekam auch in Lund die Mechanische Werkstatt den Auftrag die Saluhallen zu bauen, die daher auf einer Eisenstruktur erbaut wurde, eine Methode, die Schweden eins aus Frankreich übernommen hatte. Diese erste Halle bestand aus einer zentralen Haupthalle und zwei kleineren Hallen in denen man Fisch, beziehungsweise Käse kaufen konnte. Die erste Revolution fand dann im Jahr 1922 statt, als die Markthalle in Lund ihren ersten Kühlraum erhielt, die Ware daher länger frisch blieb und, zum Beisiel Fisch, nicht mehr der Wärme ausgesetzt war. Diese Markthalle existierte nahezu unverändert bis zu den 50er Jahren, als deutlich wurde, dass eine Renovierung unumgänglich war. Das Lebensmittelamt zeigte sich mit den Renovierungen, die 1956 abgeschlossen waren, wenig zufrieden und verlangte daher zehn Jahre später eine Modernisierung.

Diese Entscheidung führte allerdings dazu, dass die Zukunft der Markthalle in Frage gestellt wurden, da nun die verschiedensten Ideen auftauchten, die nahezu alle dazu geführt hätten, dass statt der Markthalle ein Einkaufszentrum gebaut wird. Im Jahr 1974 kam man jedoch überein die Markthalle zu erhalten und lediglich völlig zu renovieren. Die erste Renovierung war ein Jahr später abgeschlossen, 1984 baute man die Halle dann aus um mehr Essen servieren zu können und 2009 bekam die Saluhallen in Lund dann ihr heutiges Aussehen und erhielt einen Restaurantteil mit einer Glasfront, was auch den Fortbestand der Markthalle garantiert.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. März 2017

Der schwedische Künstler Axel Kulle

Axel Kulle kam am 22. März 1846 als Sohn eines Bierbrauers und Gastwirts in Lund zur Welt und begann, bevor er sich für die Kunst entschied, eine Lehre als Maler, was ihn jedoch wenig befriedigte. Daher bereitete er sich in seiner Freizeit auf ein Kunststudium vor und schrieb sich 1865 an der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach Ende seines Studiums im Jahre 1873 kehrte Kulle zurück nach Lund und begann sich langsam als Maler von Alltagsmotiven durchzusetzen, wobei sämtliche Gemälde jener Jahre vom Kunstverein in Lund gekauft wurden.

1875 entschied sich Axel Kulle seine Kunststudien in Düsseldorf fortzusetzen, wo er bis 1880 blieb und vor allem Ferdiand Fagerlin als Lehrer hatte. Von Düsseldorf aus schickte Kulle zahlreiche bedeutende Gemälde nach Schweden, unter anderem auch das Gemälde  Kyrkoråd i Skåne, das man heute in der Nationalgalerie in Stockholm finden kann. Stipendien im Jahre 1880 ermöglichten es Kulle seine Kunststudien weitere drei Jahre lang in Paris fortzusetzen, wo sich der Künstler vor allem mit der Freiluftmalerei auseinandersetzte und begann mit helleren und kräftigeren Farben zu arbeiten.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1883 malte Axel Kulle weiterhin Alltagsmotive, aber auch Porträts und Stillleben. 1887 wurde der Künstler in die Kunstakademie aufgenommen und begann dort auch als Lehrer zu arbeiten, wobei er sich allerdings wenig um die Erneuerung der Kunst kümmerte, auch wenn Kulle diese Forderung der Opponenterna mit unterschrieb. In diesen Jahren betrieb Axel Kulle, der am 27. Februar 1908 in Stockholm starb, auch eine eigene Kunstschule im Stil der Düsseldorfer Schule, der auch der Künstler selbst zugeordnet wird. Da Kulle als zurückgezogener Eigenbrötler galt, gelang es ihm nie wirklich bekannt zu werden, auch wenn man seine Gemälde in den bedeutendsten Museen Schwedens finden kann.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. März 2017

Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson

Olof Björnsson, mit lateinischen Namen Olaus Beronis genannt, starb am 13. März 1332 in unbekanntem Alter als katholischer Erzbischof in Uppsala. Die größte bekannte Leistung Björnssons einige Jahre vor seinem Tod war die Änderung des Gesetzes des Hälsingelagen (alte Gesetzessammlung des Hälsinglands), denn nach dieser Gesetzessammlung wurde in der Region immer noch das bereits seit Jahren königlich verbotene sogenannte göttliche Gesetz der järnbörd praktiziert, eine Strafe, die als göttlich betrachtet wurde. Um die Unschuld zu beweisen, mussten mutmaßliche Täter mehrere Schritte mit glühendem Eisen in den Händen gehen oder mit nackten Füssen über glühendes Eisen gehen ohne hinterher einen Brandschaden zu zeigen. Björnsson gelang es ein endgültiges Verbot dieser Beweisführung durchzusetzen.

Olof Björnsson wurde von Erzbischof Esger 1314 in Lund zum Erzbischof geweiht, was bedeutende Proteste von Seiten Uppsalas auslöste, da man dies als Unterwerfung unter den Stift Lund betrachtete. Um dieses Problem zu beseitigen, war Olaus Beronis auch der letzte schwedische, katholische Erzbischof, der in Lund geweiht wurde. Da der Papst bereits 1312 eine sogenannte Kreuzzugsteuer von all seinen Kirchengemeinden forderte, war Olaus Björning auch derjenige, der diese Steuer in Schweden einführte, was ihn allerdings auch kaum im schwedischen Reich beliebt machte.

Während Olof Björnsson während des Nyköpings Gästabud (Gastmahl von Nyköping) nur eine geringe Rolle spielte, so war er der erste Erzbischof Schwedens, der sich sehr eifrig dabei zeigte die Samen zum „richtigen“ Glauben zu führen, in ihrem Land eine Siedlungspolitik zu betreiben und dort vor allem auch Steuern für die Kirche zu kassieren. Sein Eigeninteresse zeigte sich dabei deutlich durch die Tatsache, dass er sich in Umeå und am Lule älv Güter und Land aneignete und in mehreren Gegenden Nordschwedens das Fischrecht beanspruchte. Man kann daher auch davon ausgehen dass mit Björnsson die offizielle Kolonisation Lapplands einsetzte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 18. November 2016

Der schwedische Holzgraveur Sven Bengtsson

Sven Bengtsson wurde am 18. November 1843 als Sohn eines Zimmermanns in Lund geboren und erlernte ebenfalls den Beruf des Vaters, begann sich dann jedoch sehr bald für die Holzbildhauerei zu interessieren und nahm ab den 60er Jahren an Kursen im Zeichnen und Malen an er Universität Lund teil, wo er den Maler Axel Hjalmar Lindqvist als Lehrer hatte. In diesen Jahren muss Bengtsson bereits seine Fähigkeiten als Holzschnitzer bewiesen haben, denn 1880 erhielt er vom Kammerkollegium ein Reisestipendium um in Deutschland Ornamentalbildhauerei zu studieren. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Schweden richtete sich Bengtsson dann eine entsprechende Werkstatt in Lund ein.

Sven Bengtsson hatte sich, neben seiner Arbeit als Zimmermann, vor allem als Hersteller und Skulpteur von Möbeln beschäftigt, allerdings noch mehr als Handwerker als als Künstler, denn erst nach seinem Studienaufenthalt in Deutschland hatte er sich mit der dortigen Renaissance und Barockschnitzerei vertraut gemacht, verbunden mit Techniken, die Bengtsson dann in Schweden bekannt machte. Die künstlerische Leistung Bengtssons als Holzschnitzer ist leider nur durch sehr wenige Möbelstücke dokumentiert, da der Künstler sehr bald einen weiteren Schritt ging, der ihn in ganz Schweden bekannt machte.

Ende der 80er Jahre hatte Sven Bengtsson eine zusätzliche Ausbildung als Metallziseleur   erworben und sich dabei vor allem auf Kupferarbeiten spezialisiert. Die Menge der Aufträge in diesem Bereich führte dazu dass Bengtsson in den 90er Jahren einen Gesellen für die handwerklichen Arbeiten anstellen musste um sich selbst der künstlerischen Ausformung widmen zu können. Sehr viele der Kupferarbeiten Bengtssons sind heute in den verschiedensten Museen Schwedens zu entdecken, insbesondere Kandelaber und Portraitreliefs. Um zwei seiner bedeutendsten Arbeiten zu finden, muss man jedoch kein Museum besuchen, denn es handelt sich dabei um den Adler, der das Grabmonument John Ericssons in Filipstad krönt, und den Altaraufsatz in Kupfer in der Vasakirche in Göteborg.


18. November 1832: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
18. November 1844: Die inoffizielle schwedische Nationalhymne
18. November 1876: Der schwedische Künstler Olof Ahlberg
18. November 1888: Der schwedische Filmregisseur Gustaf Molander
18. November 1928: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
18. November 1944: Die revolutionäre Bischöfin Caroline Krook
18. November 2003: Ein Super Puma stürzt vor Göteborg ins Meer

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Oktober 2016

Entstehung und Entwicklung der Universität Göteborg

Der Gedanke zur Gründung einer Universität in Göteborg entstand bereits wenige Jahre nach der Gründung der Stadt durch Gustav II. Adolf, aber nach dem Frieden von Roskilde gewann Lund das Rennen und die Universität Lund wurde zur Universität des Reiches der Goten ernannt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die Diskussion zur Gründung einer Universität Göteborg geboren, und dank zahlreicher Stiftungen konnte dann am 15. September 1891 eine philosophische Hochschule in Göteborg geschaffen werden in der man fünf verschiedene Fächer studieren konnte. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde diese Hochschule ausschließlich über Stiftungen finanziert und erst ab Ende des Krieges wurden dann auch staatliche Mittel eingesetzt um die Hochschule wachsen zu lassen.

Der Weg von der Hochschule Göteborg zur Universität Göteborg sollte jedoch sehr lang werden, denn um sich Universität nennen zu dürfen, muss eine Hochschule in Schweden über mindestens zwei Fakultäten verfügen. Die Chance kam für Göteborg daher mit der Gründung einer Medizinischen Hochschule im Jahre 1945, der heutigen Sahlgrenska Akademien. Als sich nämlich die beiden Hochschulen 1954 zusammenschlossen, konnte am 2. Oktober 1954 die staatliche Universität Göteborg eingeweiht werden. Im Lauf der Jahre bildeten sich durch weitere Zusammenschlüsse zusätzliche Fakultäten, wodurch Göteborg seinen Ruf als Universitätsstadt international ausbauen konnte.

Heute gehört die Universität Göteborg zu den 200 weltweit besten Universitäten weltweit und zählt mit seinen mittlerweile acht Fakultäten insgesamt 37.000 Studenten und rund 6000 Angestellten. Bereits während der Grundausbildung arbeiten viele der Studenten eng mit der Forschung zusammen, da man dadurch hofft diese im Anschluss an ihr Studium für die Forschung zu gewinnen. Bedeutend für die Universität Göteborg war auch, dass im Jahr 2000 ihrem Professor Arvid Carlsson der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, die höchste Anerkennung, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 13. Juni 2016

Der schwedische Sänger Måns Zelmerlöw

Måns Zelmerlöw kam am 13. Juni 1986 als Sohn eines Chirurgen in Lund zur Welt und besuchte dort ein Gymnasium mit dem Schwerpunkt Musik. In der Schule spezialisierte sich Zelmerlöw auf Chorgesang und Musical, was nahezu automatisch dazu führte, dass er in Lund auch dem Studentenchor beitrat und 2002, im Alter von sechs Jahren in einem Musical mitwirkte. Auch wenn Zelmerlöw ab dieser Zeit im Sommer immer wieder Auftritte hatte und damit Erfahrung sammelte, so reichte es bei der Nachwuchssendung Idol 2005 nur zu einem fünften Platz.

Måns Zelmerlöw gab nicht auf, nahm im Folgejahr an Let's Dance teil und erhielt im gleichen Jahr die Hauptrolle im Musical Grease, das in Malmö auf die Bühne kam. 2007 nahm der Sänger dann an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teil und landete mit Cara Mia auf dem dritten Platz. Auch wenn Zelmerlöw dadurch Schweden nicht vertreten durfte, so war er ab diesem Zeitpunkt in ganz Schweden bekannt. Allerdings setzte er nicht voll auf Musik, sondern arbeitete abwechselnd als Sänger, Moderator und Schauspieler. 2009 kam Zelmerlöw erneut ins Finale des Melodifestivalen, und erreichte mit Hope & Glory nur den vierten Platz, da er die Zuschauer, im Gegensatz zur Jury, nicht überzeugen konnte.

Im Jahre 2011 übernahm Måns Zelmerlöw die Rolle Romeos im Musical Romeo & Julia, das im Göta Lejon in Stockholm aufgeführt wurde, und gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass er im Sommer der neue Moderator für Allsång på Skansen werde, eine Aufgabe, die er auch die folgenden zwei Jahre übernahm. 2015 kehrte Zelmerlöw mit Heroes zurück zur Vorausscheidung des Eurovision Song Contests und gewann die Ausscheidung nicht nur mit einem sehr großen Vorsprung vor den anderen Teilnehmern, sonder es gelang ihm auch der Sieg beim ESC, wodurch er die Endauscheidung des Eurovision Song Contests 2016 zurück nach Schweden holte.


13. Juni 1817: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten
13. Juni 1854: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle
13. Juni 1878: Der schwedische Entomologe Carl Stål
13. Juni 1901: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus
13. Juni 1925: Der schwedische Sprachforscher Adolf Noreen
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung
13. Juni 1952: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre
13. Juni 2004: Junilistan, die europakritische Partei Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. April 2016

Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström

Lennart Kvarnström wurde am 1. April 1915 in Linköping als Sohn eines Bahnhofsinspektors geboren und machte im Jahre 1936 seine Hochschulreife am Technischen Gymnasium in Norrköping. Kvarnström machte danach indes kein Studium, sondern er begann unmittelbar nach seiner Hochschulreife in Architekturbüros in Göteborg zu arbeiten und ergänzte sein praktisches Wissen der Architektur mit mehreren Studienreisen in unterschiedliche Länder Westeuropas. Im Jahre 1951 öffnete Kvarnström dann ein eigenes Architekturbüro, wobei er jedoch nur ein Jahr später bei Göteborgs Förorter Chefarchitekt wurde, was ihm einige Jahre später dazu verhalf studierten Architekten gleichgesetzt zu werden und er die Aufgaben eines Stadtarchitekten wahrnehmen durfte.

Neben seiner Planungstätigkeit als Architekt für mehrere Vororte Göteborgs war Lennart Kvarnström auch Bauberater für den damaligen Ort Råda, Dozent für Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, Lehrer an der Sozialhochschule der gleichen Stadt und aktiv in der Planungsaktivität von Großgöteborg, wobei er hier auch einen Schwerpunkt auf das Sozialleben der Bewohner legte. In diesem Rahmen arbeitete Kvarnström intensiv mit Bertil Hultén zusammen, der um jene Zeit der Planungschef für die Entwicklung von Großgöteborg war. Diese Zusammenarbeit führte letztendlich auch zurück zur unabhängigen Tätigkeit als Architekt und dem Auftrag, gemeinsam mit Hultén, einen Villenvorort in Örebro zu planen und zu bauen.

Ohne Hochschulstudium in Architektur gelang es Lennart Kvarnström nicht Aufträge für monumentale Bauten zu erhalten, aber dennoch gelang es ihm nicht nur 1965 in Lund eine Professur in  Architektur zu erhalten, sondern ganzen Wohngebieten bei Göteborg, in Lund, Malmö, Borås und auch in Örebro seinen Stempel zu geben, da er gesamte Stadtteile mit Villen, Reihenhäuser, Mietshäusern und Schulen plante. Das bekannteste Werk des Architekten Kvarnström wurde jedoch das Hochhaus in Råda, das 1954 allerdings nur acht Stockwerke und doppelt so viele Mietwohnungen hatte und seit 2006 mit bedeutenden Umbauten und zwei weiteren Stockwerken weiterhin das Symbol des Råda torg im heutigen Mölnlycke darstellt.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. März 2016

Der Architekt und Möbeldesigner Carl-Axel Acking

Carl-Axel Acking kam am 8. März 1910 in Helsingborg zur Welt und entschied sich bereits in frühester Jugend Architekt zu werden, denn mit 15 suchte er eine Stelle als Praktikant in einem Architekturbüro der Stadt und unmittelbar nach seiner Hochschulreife schrieb er sich im Konstfack in Stockholm ein um nur wenige Jahre später eine Studium an der KTH (Königlich Technischen Hochschule) in Architektur anzuhängen um die künstlerische Gestaltung mit den technischen Kenntnissen des Berufes zu ergänzen. Während seines Studiums arbeitete Acking auch beim Architekten Olof Thunström und gewann dabei die praktischen Kenntnisse eines Architekten.

Gunnar Asplund, der um diese Zeit Professor an der KTH war, bemerkte die Begabung von Carl-Axel Acking und als er 1937 den Auftrag erhielt das Rathaus in Göteborg mit einem Anbau zu erweitern, beschäftigte er den Studenten Acking um ihm beim Innenausbau behilflich zu sein. Heute ist leider nicht mehr zu sagen welche Details aus Asplunds Feder stammen und für welche der zukünftige Architekt Acking zuständig war. Nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1939 schloss sich Acking dem Architekten Sven Hesselgren an und beide gemeinsam betrieben bis 1955 ein Architekturbüro in Stockholm.

Im Jahre 1955 machte sich Carl-Axel Acking selbständig und arbeitete vor allem in Stockhom und Lund, wo er von 1970 bis 1977 selbst zum Domarchitekten ernannt wurde. 1955 war Acking einer der drei zuständigen Architekten der Hälsingborgsausstellung H55, wodurch er auch international bekannt wurde. Die größten Leistungen Ackings sind indes nicht bei Bauwerken zu suchen, denn der Architekt und Designer gehört in Schweden zu den bedeutendsten Möbeldesignern der 40er und 50er Jahre. Auch hier zeigte Acking eine enorme Breite, denn neben Möbeln für NK und KF, gab er auch Tapeten, Textilien und selbst Telefonhäuschen ihre Form. Ein Teil dieser Arbeiten kann man heute im Nationalmuseum und im Nordiska Museet in Stockholm finden.


8. März 1817: Anna Maria Lenngren und die Frauenbewegung im 18. Jahrhundert
8. März 1844: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
8. März 1889: John Ericsson, der bekannteste Schwede Amerikas
8. März 1891: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten
8. März 1906: Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera
8. März 1912: Der Internationale Frauentag in Schweden
8. März 1934: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
8. März 1970: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
8. März 1990: Karin Carlson-Kavli, Schauspielerin und Theaterdirektorin

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. November 2015

Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.

Jakob von Engeström kam am 1. November 1735 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt und wurde, auf Grund der Verdienste seines Vaters, im Jahre 1751 in den Adelstand aufgenommen. Im Alter von 18 Jahren schloss von Engström sein Jurastudium an der Universität Lund ab und nur ein Jahr später legte er auch das Kanzleiexamen an der gleichen Universität ab, das ihm den Zugang zum Kanzleikollegium machte und eine Arbeit im diplomatischen Dienst ermöglichte, sowie ihm eine sichere berufliche Zukunft garantierte.

Da Jakob von Engeström mehr Wissenschaftler und Sammler historischer Dokumente war, wurde er bei Beförderungen jedoch mehrmals übergangen und seine politische Rolle war kaum für die Entwicklung Schwedens von Bedeutung. Sicher ist jedoch, dass von Engström der Regierung von Gustav III. sehr kritisch gegenüberstand und dessen Krieg im Jahre 1788 als unrechtmäßigkeit bezeichnete, aber auch die hohe Staatsverschuldung als Problem Schwedens sah. Zumindest indirekt setzte sich von Engeström daher für den Parlamentarismus ein und wollte die Macht des Königs beschränken.

Nach der Ermodung von Gustav III. im Jahre 1792 kam Jakob von Engeström unmittelbar in den Verdacht am Attentat beteiligt gewesen zu sein, da seine Meinungen zur königlichen Macht um diese Zeit allgemein bekannt waren. Bei Verhören musste von Engeström auch zugeben, dass er vom geplanten Attentat wusste, aber gleichzeitig versicherte er, dass er der Hoffnung gewesen war dass der Mord verhindert werden konnte. Da vermutet wurde, dass von Engeström auch eine neue Verfassung ausgearbeitet habe, wurde seine Wohnung durchsucht, allerdings ohne dass dieses Dokument gefunden wurde. Erst sehr viel später fanden Geschichtswissenschaftler dann dieses Dokument unter seinen Papieren. Ohne dieses Papier konnte man Engeström, der am 14. November 1802 in Uppsala starb, nicht sehr viel nachweisen und er wurde daher nur zu einer relativ milden Strafe verurteilt. Der zehnjährigen Gefängnisstrafe entging er jedoch dadurch, dass er unmittelbar nach Uppsala zog, da dort die Durchführung der Strafe nicht möglich war.


1. November 1318: Die Hinrichtung des Ritters Johan von Brunkow
1. November 1772: Allerheiligen in Schweden
1. November 1778: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
1. November 1876: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden
1. November 1944: Die Arbeitszeiten von Hausangestellten werden in Schweden geregelt
1. November 1961: Louise Boije af Gennäs und die schwimmende Grenze

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 28. Juli 2015

Die Svalövs kyrka des Bistums Lund in Skåne

An der Stelle der heutigen Svalövs kyrka in Skåne wurde bereits 1175 von Mårten Stenmästare eine Kirche gebaut, einem der Bauherren der Domkirche in Lund. Allerdings gehörte diese mittelalterliche Kirche, deren Grundmauern bis heute erhalten blieben, damals zum Herrevadskloster, das nahezu das gesamte Gebiet des heutigen Ortes Svalöv besaß. Aus dem Mittelalter stammt noch das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, das man in der Svalöv-Kirche finden kann. Vom Kloster jener Zeit sind heute nur noch Fragmente zu finden, unter anderem eine Kapelle.

Als im 19. Jahrhundert die Bevölkerung in Svalöv stark zunahm und die Versammlung 1100 Einwohner zählte, war die alte Kirche mit 180 Sitzplätzen zu klein geworden und der Bau einer neuen Kirche musste diskutiert werden. Allerdings wollten die Besitzer der Axelvolds säteri, die Verantwortlichen für die Kirchengemeinde, den Neubau nicht finanzieren und erst nach dem Ausfechten zahlreicher Streitigkeiten konnte der Bau der neuen Svalövs kyrka beginnen. Erst am 28. Juli 1878 konnte die neue Kirche, die von den Gemeindemitglieder gebaut wurde, eingeweiht werden. Allerdings wurden für den Bau auch die Steine der alten Kirche verwendet, so dass hiervon nur das Fundament erhalten blieb.

Im Zuge der Zeit wollte man, vom Taufbecken abgesehen, das Inventar der alten Kirche jedoch nicht übernehmen, was dazu führt, dass die Kirche im Inneren sehr vielen Kirchen des 19. Jahrhunderts ähnelt. Die Kunstgegenstände der mittelalterlichen Kirche, unter anderem ein Madonnenbild (Svalövsmadonnan) und das Triumphkreuz sind heute in Lund zu betrachten. Da das Kirchensilber der Svalövs kyrka im Jahre 1980 gestohlen wurde, findet man heute in der Kirche nur noch die nach Fotos erstellten Repliken. Die letzte bedeutende Restauration der Kirche fand 1969 statt, als auch die heutigen Kirchbänke eingebaut wurden.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 2. März 2015

Der schwedische Sprachforscher Axel Kock

Axel Kock wurde am 2. März 1851 in einer reichen Kaufmannsfamilie geboren und bekam daher eine für die Zeit ausgezeichnete Bildung, wobei er den größten Teil seiner Jugend im Schulheim der Tegnérs untergebracht war, wo er auch dem acht Jahre älteren Esaias Tegnér näher kam mit dem er sein Leben lang eine enge Verbindung hielt. Unmittelbar nach seiner Hochschulreife im Jahre 1870 schrieb sich Kock an der Universität Lund ein, an der er sich von Beginn an auf nordeuropäische Sprachen und neueuropäische Linguistik spezialisierte.

Von größter Bedeutung waren für Axel Kock seine Studienreisen nach Deutschland, die er bereits während seines Studiums begann, denn dort lernte er die neuen und modernen Sprachtheorien kennen, die man bis dahin in Schweden nicht kannte. Auf diese Weise kam Kock zur Überzeugung, dass die Sprachentwicklung klaren Regeln folgt und daher analytische Methoden zulässt die der reinen Logik folgen. Seine Forschungen führten Kock geradlinig zu einer akademischen Laufbahn an verschiedenen Hochschulen und Universitäten Schwedens, was Kock jedoch teilweise als Bremse der Forschung empfand.

Axel Kock, der geradezu pedantisch an der nordischen Lautlehre arbeitete und jeder Veränderung von Dialekten bis ins Detail nachging um keine Fragen offen zu lassen, verließ 1893 jede akademische Tätigkeit und widmete sich dann bis zu seinem Tod am 18. März 1935 in Lund privat der Sprachforschung, auch wenn er ab 1907 Rektor der Universität Lund wurde. Der Wissenschaftler, der sein Leben lang finanziell abgesichert war, veröffentlichte alle seine Forschungsergebnisse in einer pädagogisch aufgearbeiteten Weise, die die Materie einem großen Kreis an Studenten öffnete. Noch heute gelten seine Werke als grundlegend in der nordischen Sprachforschung.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater 
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. März 2015

Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson

Johan Albin Johansson kam am 1. März 1879 als Sohn eines Bäckers in Lund auf die Welt, war jedoch bereits in frühen Jahr mehr von der Kunst als vom Backen angezogen. Nach der Grundschule machte Johansson daher eine Ausbildung als Dekorationsmaler und legte seine Gesellenprüfung mit so großem Erfolg ab, dass er dafür ein dreijähriges Reisestipendium verliehen begann, das letztendlich über die gesamte Zukunft des Malers entscheiden sollte, denn auf diese Weise konnte er Kunst in Berlin, München, Straßburg, Paris und anderen Städten studieren und sich vom Dekorationsmaler in einen freien Künstler verwandeln.

Während sich Johan Albin Johansson in den ersten Jahren an Details in seinen Malereien festhielt, entwickelte sich seine Kunst im Laufe seiner Reisen, einer Kunst, der man in seinen Gemälden nahezu folgen kann. Bei seinen Aufenthalten in Deutschland näherte Johansson sich dem deutschen Impressionismus um später in Frankreich über Paul Cézanne und Edvard Munch zu einem sehr persönlichen Expressionismus zu finden. Nach einem Aufenthalt in Italien wich Johansson dann von den kräftigen Farben ab und fand mit einer reichen, jedoch weichen, Farbskala seine wahre Stärke als Künstler, die er während seines späteren Schaffens beibehält.

Ab den 20er Jahren und mit der Gruppe „de 12“, entwickelte sich Johan Albin Johansson zu einem der bedeutendsten modernen Maler Skånes, auch wenn seine Werke, neben Paris, Venedig oder Brüssel, vor allem in Deutschland ausgestellt wurden, wo seine Landschaftsbilder aus Skåne sehr gefragt waren, da es dem Künstler auch im Expressionismus noch gelang die Landschaft hervortreten zu lassen und dem Betrachter eine Stimmung näher bringen konnte. Die Gemälde Johanssons, der am 6. Mai 1951 in seiner Heimatstadt Lund starb, findet man heute in allen größeren Kunstmuseen des Landes, unter anderem im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Göteborg, auch wenn die letzte komplettere Ausstellung seiner Werke mittlerweile in die 80er Jahre zurückreicht.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung von Uppsala 
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika 
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall 
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg 
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. November 2014

Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.

Als Jakob von Engeström am 14. November 1802 in Uppsala starb, hatte er nahezu alle Ehren verloren, war seiner Arbeit als Amtsmann enthoben und galt als einer der Verschwörer, die den Mord an Gustav III. geplant hatten, auch wenn seine Mittäterschaft bis heute stark in Zweifel gezogen wird. Sicher ist jedoch, dass von Engeström Kenntnisse vom geplanten Attentat hatte, und sehr wahrscheinlich ist auch, dass er dieses auf irgend eine Weise verhindern wollte, auch wenn er mit den Kriegsplänen des Königs nicht einverstanden war.

Jakob von Engeström war am 1. November 1735 als Sohn eines Bischofs in Lund zur Welt gekommen und erhielt daher nicht nur eine gute Bildung, sondern hatte nach seinem Studium an der Universität Lund auch die Chance für eine politische Karriere. Aber auch wenn von Engeström langsam die Stufen des administrativen Dienstes erklomm, so wurden sowohl seine Anträge auf einen ausländischen Dienst abgelehnt als auch seine Hoffnungen auf einen führenden Posten in der Regionalregierung zerstört, denn ihm fehlten Profil, Durchsetzungskraft und die notwendigen Beziehungen. Von Engeström vergrub sich zu sehr in seinen Papieren um bemerkt zu werden.

Selbst wenn Jakob von Engeström politisch keine große Rolle in Schweden spielte und nur selten an die Öffentlichkeit trat, war bekannt, dass er für eine neue Verfassung war, die den König zum Teil entmachten und dem Volk mehr Einfluss bieten sollte. Allein dies reichte  dafür aus, dass man, nach dem Mord an Gustav III. am 16. März 1792, von Engeström im engeren Kreis der Täter suchte und diesen zu lebenslänglichem Gefängnis und dem Verlust aller Ehrenrechte verurteilte. Auch wenn das Urteil sehr bald stark gemildert wurde und von Engeström wieder in sein Gut in Kiplingeberg zurückkehren konnte, war mit dem Urteil seine Zukunft besiegelt.


14. November 1898: Die schwedische Schauspielerin Magda Holm
14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden
14. November 1908: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan
14. November 1948: Kristina Lugn, Poesie und Drama einer Außenseiterin
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 11. September 2014

Der schwedische Erzbischof Henrik Reuterdahl

Henrik Reuterdahl wurde am 11. September 1795 als Sohn eines Perückenmachers in Malmö geboren, verlor jedoch seinen Vater bereits im Alter von neun Jahren und die Mutter als er 13 Jahre alt war. Reuterdahls Glück war jedoch, dass sein Vater finanzstarke Kunden gehabt hatte, die es dem Jungen durch Spenden dennoch ermöglichten eine gute Schulbildung zu erhalten. Als sich Reuterdahl dann 1811 an der Universität Lund einschrieb um dort Geschichte und Philosophie zu studieren, musste er seinen Unterhalt allerdings als Nachhilfelehrer verdienen.

Trotz dieser Schwierigkeiten und dem Zeitmangel gelang es Henrik Reuterdahl 1817 sein Hauptstudium mit den besten Noten des Jahrgangs abzulegen. Noch im gleichen Jahr promovierte Reuterdahl mit einer Arbeit über Esaias Tegnér zum Magister in Philosophie und nach einer weiteren Disputation gelang es ihm als Dozent an das theologische Seminar in Lund zu kommen. Diese Tätigkeit und vor allem die enge Zusammenarbeit mit seinem Vorgesetzten Martin Erik Ahlman sollten für die Zukunft Reuterdahls extrem bedeutend werden, denn in nur wenigen Jahren entwickelte er sich zu einem der aufstrebendsten Theologen des Landes.

Ab dieser Zeit verfasste Henrik Reuterdahl unzählige Arbeiten über Religion und die Kirchengeschichte Schwedens, die jedoch alle von einer sehr konservativen Haltung des Autors zeugen, der später in die Svenska Akademien aufgenommen und ab 1856 Erzbischof des Stiftes Lund wurde. In seiner Stellung vertrat Reuterdahl auch die Priesterschaft innerhalb des Ståndsriksdagen, einem Parlament in dem vier Stände vertreten waren, darunter die Priesterschaft. Unter seiner Zeit als Erzbischof wurde diese Regierungsform allerdings abgeschafft und die Kirche erhielt mit dem Kyrkomötet (Konzil) ein eigenes „Parlament“ in dem alle kirchenpolitischen Fragen geklärt wurden und den Einfluss Reuterdahls etwas stärkte.


11. September 1380: Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht 
11. September 1656: Königin Ulrika Eleonora von Schweden 
11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben 
11. September 1978: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

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Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 8. September 2014

Der Bau der ersten Autobahn Schwedens

Nach einer zweijährigen Bautätigkeit weihte Prinz Bertil am 8. September 1953 die erste Autobahn Schwedens ein, die insgesamt allerdings nur 17 Kilometer lang war und die Stadt Malmö mit Lund verband. Das schwedische Bauunternehmen Skånska hatte die Autobahn nach deutschem Vorbild in Beton gebaut, dem Material, das man um diese Zeit für das am besten geeignete Material für Schnellstraßen hielt und sich dort während des Zweiten Weltkrieges bereits bewährt hatte.

Als man in Schweden nach einem Namen für diese Schnellstraße suchte, so griff man allerdings nicht zum deutschen Wort „Autobahn“, sondern entschied sich für das italienische Wort autostrada, das später dann zum schwedischen motorväg wurde, in Skåne (Schonen) allerdings von einem Teil der Bevölkerung noch heute als autostrada bezeichnet wird.. Immer noch unterscheidet sich diese Teilstrecke der E22 in mehreren Punkten von den modernen Autobahnen des Landes, auch wenn sich die meisten der Autofahrer kaum Gedanken darüber machen.

Zum einen handelt es sich bei dieser ältesten Autobahn Schwedens um ein Teilstück, das vollkommen gerade verläuft, ohne die geringste Kurve und ohne jede Steigung, und zum anderen kann man an der Architektur der Brücken erkennen, dass diese Autobahn für den Linksverkehr konstruiert wurden, der damals in Schweden üblich war. Weiterhin fällt auf, dass die Spuren in beide Richtungen lediglich durch eine relativ dünne Betonbarriere getrennt ist, die allerdings erst später hinzukam und ohne Sicherheitsbereich erbaut wurde. Historisch gesehen ist zudem interessant, dass rund 100 Jahre vor der Eröffnung der Autobahn zwischen Malmö und Lund die beiden Städte auch durch die erste Chaussee des Landes verbunden wurden. Erst vier Jahre nachdem Prinz Bertil diese Autobahn eingeweiht hatte, wurde nordöstlich von Stockholm dann auch die zweite Autobahn des Landes für den Verkehr geöffnet.


8. September 801: Sankt Ansgar im schwedischen Birka
8. September 1771: Die Königlich Schwedische Musikakademie
8. September 1790: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
8. September 1841: Carl Snoilsky und die kulturelle Revolution Schwedens
8. September 1930: Mads Edvin Rydman, Poet und Filmschauspieler
8. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn
8. September 1966: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom
8. September 1994: Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

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Montag, 1. September 2014

Die Kathedrale in Lund wird eingeweiht

Niemand kann heute sagen wann die ersten Steine für die Kathedrale in Lund tatsächlich gesetzt wurden. Sicher ist jedoch, dass man bereits im 12. Jahrhundert mit dem Bau begann, da um diese Zeit Lund der Sitz des katholischen nordischen Erzbistums wurde. Aber bereits Knut der Heilige sprach in einem Gabenbrief vom 21. Mai 1085 vom Bau einer Domkirche (Domkyrka = Kathedrale), leider wird in diesem Schreiben jedoch der Ort der Kirche nicht genauer benannt, weswegen man davon ausgeht, dass der Vorläufer der heutigen Kathedrale erst im 12. Jahrhundert begonnen wurde.


Welche Rolle die im romanischen Stil gebaute erste Kirche hatte, ist ebenfalls unbekannt, denn auch wenn der Altar in der Krypta bereits 1123 eingeweiht wurde, so kann man alten Dokumenten entnehmen, dass der Hochaltar und die Kathedrale als solches erst am 1. September 1145 eingeweiht wurde und ab diesem Zeitpunkt als Bischofsitz diente. Da jedoch schon 1234 ein großer Teil der Domkirche durch einen Großbrand zerstört wurde, gehen heute nur noch wenige Teile des Baus ins 12. Jahrhundert zurück. Das heutige Aussehen der Kathedrale in Lund, sowohl innen als auch außen, geht lediglich bis ins 19. Jahrhundert zurück, da um diese Zeit bedeutende Arbeiten stattfanden, die die Domkirche sowohl erhalten sollten als auch der Modernisierung dienten.

Auch wenn die gesamte Kathedrale in Lund ein architektonisches Wunder ist, so werden die meisten Besucher vor allem von der Horologium Mirabile Lundense, der astronomischen Uhr angezogen, die zwischen 1422 und 1425 gebaut wurde und damit auf die Zeit zurückgeht als Königin Filippa Schweden, Norwegen und Dänemark führte. Der älteste Teil der Domkirche ist die Krypta, da man hier noch eine Reise bis ins Jahr 1123 vornehmen kann und die vermutlich noch von Donatus gebaut wurde, dem ersten Architekten, der mit dem Bau des Bischofsitzes beauftragt wurde. Auch wenn der größte Teil der Kathedrale in Lund besichtigt werden kann, so sind weder der Hochaltar noch die Taufkapelle mit dem gotländischen Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert für Touristen geöffnet.


1. September 1524: Der Malmö recess, das Ende des Befreiungskrieges
1. September 1526: Katarina Jagellonica, Königin von Schweden 
1. September 1625: Ein Großbrand in Stockholm ändert die Stadtplanung 
1. September 1736: Schweden und Sveriges rikes lag, Grundlagen der Gesetze 
1. September 1882: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm 
1. September 1913: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen 
1. September 1958: Keith Cederholm und der Aufreißermord in Malmö

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Visit Göteborg!

Samstag, 23. August 2014

Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte

Nils Ahnlund wurde am 23. August 1889 als ältester Sohn eines Propst in Uppsala geboren, der damals eine Professur in Moralphilosophie an der Universität Uppsala hatte, wenige Jahre später jedoch zum Propst in Umeå ernannt wurde. Erst nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Umeå kehrte Ahnlund daher nach Uppsala zurück um dort bei Harald Hjärne Geschichtswissenschaft zu studieren. Bereits um diese Zeit beschäftigte sich der Wissenschaftler vor allem mit der schwedischen Großmachtzeit wobei er eine Disputationsarbeit über Gustav II. Adolf vorlegte.

Nach Abschluss seines Studiums legte Nils Ahnlund jedoch seine wissenschaftliche Karriere erst einmal auf Eis und begann als politischer Journalist beim Svenska Dagbladet zu arbeiten. Erst 1923 nahm Ahnlund dann seine akademische Laufbahn wieder auf und begann als Dozent an der Stockholmer Hochschule zu arbeiten, was ihm dann fünf Jahre die erste Professur in Geschichte an der gleichen Hochschule einbrachte. Der Geschichtswissenschaftler gab jedoch die publizistische Tätigkeit nicht ganz auf und, vor allem während des Zweiten Weltkriegs, griff er häufig in die Debatte ein und zeigte sich dabei deutlich als Nationalist, der Schweden eine besondere Rolle innerhalb der europäischen Geschichte gab und dabei an die Idee der schwedischen Großmacht anknüpfte.

Nils Ahnlund gehörte auf der einen Seite zur Gruppe der Wissenschaftler, die auf eine wissenschaftliche Anerkennung großen Wert legten und daher in den verschiedensten Vereinigungen aktiv war und dem es wichtig war Mitglied in der Vitterhetsakademien, der Vetenskapsakademien und der Svenska Akademien zu werden, was ihm nicht zuletzt auch dadurch gelang, dass er die Rolle des Norden innerhalb der Geschichte immer wieder in den Vordergrund stellte. Auf der anderen Seite wollte Ahnlund seine Meinung auch unter dem Volk so weit wie möglich verbreiten. Der Wissenschaftler popularisierte daher seine Themen und verbreitete seine geschichtliche Warte in zahlreichen Zeitschriften und im Rundfunk, was in gewisser Weise auch das nationalistische Denken im Schweden der 40er und 50er Jahre stärkte.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Der schwedische Künstler Elis Aidanpää

Copyright: Herbert Kårlin