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Freitag, 12. April 2019

Der Psychiater und Künstler Bror Gadelius

Bror Gadelius kam am 29. März 1862 als Sohn eines Kapitänleutnants in Göteborg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife ab 1883 Medizin an der Universität Uppsala. Nach seiner Kandidatur in Medizin ging Gadelius 1889 an die Universität Lund um dort sein Studium 1893 mit einem Lizenziat zu beenden und als beitretender Arzt an das Krankenhaus in Lund zu gehen. Nach dem Erwerb seines Doktors in Medizin wurde Gadelius als Dozent in Psychiatrie an die Universität Lund berufen, ohne jedoch seine Tätigkeit als Arzt aufzugeben. Im Jahr 1902 wurde Bror Gadelius, der am 12. April 1938 in Stockholm starb, Oberarzt am Hospital Konradsberg in der schwedischen Hauptstadt.

Als Bror Gadelius in Stockhom als Psychiater zu arbeiten begann, wurden die Patienten noch isoliert  und in Zellen untergebracht, was Gadelius in nur wenigen Jahren änderte, denn er war der Meinung, dass die Patienten Menschlichkeit und Kontakt mit anderen benötigen um geheilt zu werden. Diese Änderungen führten dazu, dass Gadelius nicht nur bei seinen Behandlungen Erfolg zeigte, sondern auch das Vertrauen seiner Patienten gewann und dadurch in der Lage war diese Krankheiten zu erforschen. Neben dieser medizinisch-wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete Gadelius auch an der Anerkennung der Rechtspsychiatrie, und er schuf damit das heute noch existierende Rechtssystem hinsichtlich geistig kranker Personen.

Neben seiner Tätigkeit als Psychiater zeigte sich Bror Gadelius auch als ausgezeichneter wissenschaftlicher Autor und als Kunstkenner. In diesem Zusammenhang schrieb Gadelius, neben Abhandlungen zur Psychiatrie, auch mehrere Abhandlungen über die Kunst und arbeitete in seiner Freizeit als Skulpteur und Maler. Auch wenn seine eigenen Werke bis heute kaum Beachtung fanden, so findet man im schwedischen Nationalmuseum eine Sammlung an Zeichnungen und Malereien seiner Patienten, denn Gadelius benutzt auch den künstlerischen Ausdruck um Zugang zum Denken seiner Patienten zu finden, eine der Eigenschaften, die ihn zum ersten modernen Psychiater Schwedens machte und die Basis für die heutige Psychiatrie legte.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1537: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie
12. April 1838: Der Künstler und Kupferstecher Gustaf Broling
12. April 1912: Der Architekt und Karikaturist Erik Molander
12. April 1959: Die Markthalle Hötorget in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. März 2019

Der Historienmaler Carl Stefan Bennet

Carl Stefan Bennet kam am 26. Mai 1800 als Sohn eines Hofmarschalls in Lyngby zur Welt und entschied sich im Alter von 17 Jahren für eine militärische Karriere. Nach einem Jahr an der Kriegsakademie wurde Bennet Fähnrich in der Svea Leibgarde und 1825 erreichte er dort den Rang eines Leutnants. Sein Interesse für Kunst kam für Bennet mit einem längeren Aufenthalt in Rom und Neapel von 1829 bis 1932,  wo er in den Kreisen um die Skulpteure Bertel Thorvaldsen und Bengt Erland Fogelberg umging und mit den Landschaftsmalerein von Joseph Vernet Bekanntschaft machte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden begann sich Carl Stefan Bennet mehr und mehr für die Malerei zu interessieren, auch wenn man bei seinen Gemälden aus dieser Zeit deutlich sieht, dass er in Italien nur eine minimale Ausbildung erworben und den Amateurstatus nicht überwunden hatte. Immerhin entstanden während der jährlich einige Wochen dauernden Militärübungen mehrere Zeichnungen zum militärischen Lagerleben, die Bennet als Lithographie veröffentlichte und damit ein Zeitdokument bilden. Bereits 1838 verließ Bennet dann als Kapitän die Armee um sich ganz der Kunst widmen zu können.

Nach seinem Abschied vom Militärdienst unternahm Carl Stefan Bennet, der am 27. März 1878 in Stockholm starb, Privatstudien in Malerei und begann vor allem italienische Landschaften und Stockholm zu malen, versuchte sich aber auch an Porträts, Tiermalereien und architektonischen Zeichnungen. Im Jahr 1844 wurde Bennet dann zum Hofmaler ernannt, obwohl seine Gemälde wenig Persönlichkeit ausdrückten und oft von Details überfüllt waren. Auch wenn die größte Sammlung der Werke Bennets in der Universitätsbibliothek in Uppsala zu finden sind, so ist der Künstler auch in der Nationalgalerie in Stockholm präsent.


27. März 1794: Die schwedisch-dänische Konvention von 1794
27. März 1805: Johan Murberg und der Erfolg der schwedischen Sprache
27. März 1868: Der Schriftsteller und Künstler Axel Emil Ebbe
27. März 1873: Der schwedisch-amerikanische Künstler David Edström
27. März 1904: Der erste Golfklub in Stockholm
27. März 1906: Der Energiekonzern E.ON in Schweden
27. März 1922: Die Öresundsvarvet in Landskrona geht in Konkurs
27. März 1940: Der schwedische Freiwilligen-Verband
27. März 1942: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren
27. März 1966: Ragnar Josephson wird in Lund verewigt
27. März 1966: Ragnar Josephson, von der Poesie bis ins Dramaten
27. März 1989: Nordic Channel, der heutige Kanal 5 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. März 2017

Der schwedische Künstler Axel Kulle

Axel Kulle kam am 22. März 1846 als Sohn eines Bierbrauers und Gastwirts in Lund zur Welt und begann, bevor er sich für die Kunst entschied, eine Lehre als Maler, was ihn jedoch wenig befriedigte. Daher bereitete er sich in seiner Freizeit auf ein Kunststudium vor und schrieb sich 1865 an der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach Ende seines Studiums im Jahre 1873 kehrte Kulle zurück nach Lund und begann sich langsam als Maler von Alltagsmotiven durchzusetzen, wobei sämtliche Gemälde jener Jahre vom Kunstverein in Lund gekauft wurden.

1875 entschied sich Axel Kulle seine Kunststudien in Düsseldorf fortzusetzen, wo er bis 1880 blieb und vor allem Ferdiand Fagerlin als Lehrer hatte. Von Düsseldorf aus schickte Kulle zahlreiche bedeutende Gemälde nach Schweden, unter anderem auch das Gemälde  Kyrkoråd i Skåne, das man heute in der Nationalgalerie in Stockholm finden kann. Stipendien im Jahre 1880 ermöglichten es Kulle seine Kunststudien weitere drei Jahre lang in Paris fortzusetzen, wo sich der Künstler vor allem mit der Freiluftmalerei auseinandersetzte und begann mit helleren und kräftigeren Farben zu arbeiten.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1883 malte Axel Kulle weiterhin Alltagsmotive, aber auch Porträts und Stillleben. 1887 wurde der Künstler in die Kunstakademie aufgenommen und begann dort auch als Lehrer zu arbeiten, wobei er sich allerdings wenig um die Erneuerung der Kunst kümmerte, auch wenn Kulle diese Forderung der Opponenterna mit unterschrieb. In diesen Jahren betrieb Axel Kulle, der am 27. Februar 1908 in Stockholm starb, auch eine eigene Kunstschule im Stil der Düsseldorfer Schule, der auch der Künstler selbst zugeordnet wird. Da Kulle als zurückgezogener Eigenbrötler galt, gelang es ihm nie wirklich bekannt zu werden, auch wenn man seine Gemälde in den bedeutendsten Museen Schwedens finden kann.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 28. November 2016

Die deutsch-schwedische Künstlerin Lotte Laserstein

Lotte Laserstein kam am 28. November 1898 als Tochter eines Apothekers in Preußisch Holland, dem heutigen Polen, zur Welt, wuchs jedoch mit ihrer Mutter in Dresden und Berlin auf, da der Vater bereits 1902 starb. Als Laserstein 1927 ihr Kunststudium in Berlin abgeschlossen hatte, machte sich die Künstlerin einen Namen als Porträtmalerin und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Vertreterinnen der Malerei der Weimarer Republik. Ihrem Aufstieg sollte jedoch ihre jüdische Herkunft der Nationalsozialismus in Deutschland ein Ende setzen, denn ab 1933 wurde es für Laserstein nicht nur immer schwieriger Aufträge zu erhalten, sondern an Ausstellungen war nun nicht einmal mehr zu denken.

Eine Ausstellung in der Galerie Moderne in Stockholm im Jahre 1937 sollte dann das Leben von Lotte Laserstein von Grund auf verändern, denn durch eine Scheinehe gelang es ihr die schwedische Staatsbürgerschaft zu erhalten und konnte sich als Künstlerin in Stockholm niederlassen. Da sie jedoch keine Genehmigung erhielt ihre Mutter nachzuholen, starb diese 1943 im Konzentrationslager Ravensbrück, einer der Gründe warum Laserstein auch nach dem Krieg nicht mehr Deutschland zurückkehren wollte. Auch in Schweden arbeitete Laserstein vor allem an Porträts, die, unter vielen anderen, auch Torgny Segerstedt und Natanael Beskow darstellen.

Allerdings gelang es Lotte Laserstein bis zu ihrem Lebensende am 21. Januar 1993 in Kalmar nicht mehr an den Erfolg der beginnenden 30er Jahre anzuknüpfen, denn auch wenn eine Ausstellung im Jahre 1987 in London Aufmerksamkeit erweckte, so sollte Laserstein erst 2005 wieder in aller Munde sein, als das Judiska Museet in Stockholm ihre Gemälde ausstellte und parallel dazu die deutsch-schwedische Nobelpreisträgerin Nelly Sachs würdigte und dabei auf das Problem von Künstlern während der Diktatur Hitlers aufmerksam machte. Als dann 2010 eines der Meisterwerke Lasersteins bei Sotheby's in London angeboten wurde, ging das Gemälde „Abend über Potsdam“ für knapp fünf Millionen Kronen an die Neue Nationalgalerie in Berlin, wo das Meisterwerk noch heute zu finden ist.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1773: Die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks Kyrka) in Stockholm
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1927: Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark 
28. November 1935: Der schwedische Künstler Georg Pauli
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin