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Mittwoch, 29. März 2017

Die Künstlerin und Designerin Sylvia Leuchovius

Sylvia Leuchovius kam am 29. März 1915 in Linneryd im Småland zur Welt. Über die Kindheit, Jugend und Ausbildung von Leuchovius ist kaum etwas bekannt, außer dass sie eine Ausbildung zur Näherin machte bevor sie sich als 30-Jährige an der Slöjdföreningens Skola, der heutigen Hochschule für Design und Kunsthandwerk, in Göteborg einschrieb um  dort dekorative Kunst und Graphik zu studieren. Nach Ende der Ausbildung wurde die Künstlerin vom Direktor der Schule dem Unternehmen Rörstrand empfohlen, wo Leuchovius dann bis 1971 angestellt sein sollte.

Die ersten Jahre bei Rörstrand hatte Sylvia Leuchovius vor allem den Auftrag Keramikdekor zu zeichnen, insbesondere für Keramikplatten und Serviertabletts, die die Künstlerin oft mit Landschaftsmotiven schmückte. Nach wenigen Jahren war Leuchovius auch verantwortlich für öffentliche Kunstwerke und das Design von Steingut. 1955 präsentierte die Künstlerin dann auch ein gesamtes Kaffeeservice, das den Namen Select trägt. Leuchovius gehörte daher auch bald zu den Künstlern deren Werke bei Kunstbiennalen und Ausstellungen weltweit präsentiert wurden und ihr die Anerkennung als eine der bedeutendsten schwedischen Keramikkünstler brachten.

Die erste eigene Ausstellung hatte Sylvia Leuchovius im Jahr 1962 in Stockholm, der zahlreiche internationale und nationale Ausstellungen folgen sollten und ihre stärksten künstlerische Seiten hervorhoben, die Produktion von Steingut mit schimmernder Glasur und Reliefs. Kritiker beschrieben ihre Arbeiten, die oft mit Vögeln, Pflanzen und Kindern dekoriert waren, als Poesie in Ton und Farbe. 1971 wurde Leuchovius, wie alle anderen Künstler des Unternehmens, von Rörstrand entlassen, konnte jedoch nur ein Jahr später als freie Mitarbeiterin bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1976 wieder dort weiterarbeiten. Nach ihrer Pensionierung zog Sylvia Leuchovius, die am 31. März 2003 starb, nach Alingsås um sich dort vor allem dem Malen zu widmen, einer Kunst mit der sie jedoch weitaus weniger Erfolg hatte als mit ihren Keramikarbeiten, die man sowohl im Nationalmuseum in Stockholm, als auch im Röhsska Museum in Göteborg finden kann.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1874: Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 28. November 2016

Die deutsch-schwedische Künstlerin Lotte Laserstein

Lotte Laserstein kam am 28. November 1898 als Tochter eines Apothekers in Preußisch Holland, dem heutigen Polen, zur Welt, wuchs jedoch mit ihrer Mutter in Dresden und Berlin auf, da der Vater bereits 1902 starb. Als Laserstein 1927 ihr Kunststudium in Berlin abgeschlossen hatte, machte sich die Künstlerin einen Namen als Porträtmalerin und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Vertreterinnen der Malerei der Weimarer Republik. Ihrem Aufstieg sollte jedoch ihre jüdische Herkunft der Nationalsozialismus in Deutschland ein Ende setzen, denn ab 1933 wurde es für Laserstein nicht nur immer schwieriger Aufträge zu erhalten, sondern an Ausstellungen war nun nicht einmal mehr zu denken.

Eine Ausstellung in der Galerie Moderne in Stockholm im Jahre 1937 sollte dann das Leben von Lotte Laserstein von Grund auf verändern, denn durch eine Scheinehe gelang es ihr die schwedische Staatsbürgerschaft zu erhalten und konnte sich als Künstlerin in Stockholm niederlassen. Da sie jedoch keine Genehmigung erhielt ihre Mutter nachzuholen, starb diese 1943 im Konzentrationslager Ravensbrück, einer der Gründe warum Laserstein auch nach dem Krieg nicht mehr Deutschland zurückkehren wollte. Auch in Schweden arbeitete Laserstein vor allem an Porträts, die, unter vielen anderen, auch Torgny Segerstedt und Natanael Beskow darstellen.

Allerdings gelang es Lotte Laserstein bis zu ihrem Lebensende am 21. Januar 1993 in Kalmar nicht mehr an den Erfolg der beginnenden 30er Jahre anzuknüpfen, denn auch wenn eine Ausstellung im Jahre 1987 in London Aufmerksamkeit erweckte, so sollte Laserstein erst 2005 wieder in aller Munde sein, als das Judiska Museet in Stockholm ihre Gemälde ausstellte und parallel dazu die deutsch-schwedische Nobelpreisträgerin Nelly Sachs würdigte und dabei auf das Problem von Künstlern während der Diktatur Hitlers aufmerksam machte. Als dann 2010 eines der Meisterwerke Lasersteins bei Sotheby's in London angeboten wurde, ging das Gemälde „Abend über Potsdam“ für knapp fünf Millionen Kronen an die Neue Nationalgalerie in Berlin, wo das Meisterwerk noch heute zu finden ist.


28. November 1718: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
28. November 1773: Die Adolf-Friedrich-Kirche (Adolf Fredriks Kyrka) in Stockholm
28. November 1793: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
28. November 1811: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär
28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1906: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens
28. November 1927: Die Komponistin und Musikerin Gullan Bornemark 
28. November 1935: Der schwedische Künstler Georg Pauli
28. November 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. November 2016

Fotografins Rum, Fotokunst der Gegenwart, in Malmö

Fünf Jahre bevor das Fotografiska in Stockholm eingeweiht wurde und 16 Jahre nach der Entstehung des Hasselblad Centers in Göteborg entstand in Malmö mit dem Fotografiska Rum ein Zentrum der Gegenwartsfotografie in dem der Besucher nicht nur regelmäßig aktuelle Ausstellungen zu sehen bekommen sollte, sondern hier waren auch Seminare und Workshops zum Thema Fotografie gedacht. Als der Fotografins Rum am 19. November 2005 eingeweiht wurde, vorerst als dreijähriges Projekt, wies alles auf einen Erfolg, denn das Interesse für Fotografie wuchs in dieser Zeit in immer schnellerem Tempo.

Für den Fotografiska Rum wählte die Stadtverwaltung in Malmö ein kulturhistorisches Gebäude, nämlich das Kommendanthuset direkt am Malmöer Schloss, einen Bau, der im Auftrag von Gustav III. entstanden war und seine Bestimmung im Laufe der Zeit immer wieder änderte. Dem Raum der Fotografie war der gesamte erste Stock gewidmet. Für die Eröffnungsausstellung wählte man den italienischen Fotografen Paolo Pellegrin und den Finnen Jari Silomäki, zwei Fotografen, die die Gegenwart sehr deutlich in ihren Bildern ausdrücken und mit zu den besten Fotografen weltweit zählen.

Neun Jahre später kam dann jedoch die kalte Dusche für die zahlreichen Besucher des Fotografiska Rummet, denn die Stadtverwaltung musste sparen um den anderen Museen der Stadt die Entwicklung zu ermöglichen und entschied sich daher dazu den Fotografiska Rum so schnell wie möglich zu schließen. Die letzte Ausstellung sollte symbolträchtig sein, denn der schwedische Fotojournalist Anders Hansson hatte zehn Jahre lang Menschen auf der Flucht fotografiert und bekam die Chance bis zum 6. Januar 2015 eine Auswahl seiner Bilder im Fotografiska Rum zu zeigen, eine Ausstellung, die den Titel Flykt (Flucht) erhielt. Sicher sollte die Fotografie als Kunst in Malmö damit nicht begraben werden, aber ein entsprechendes Projekt wird wohl kaum neu entstehen.


19. November 1779: Der Aufstieg des Kaufmanns Jacob Graver
19. November 1889: Fritz Herman Eriksson und die öffentliche Kunst 
19. November 1915: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas
19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen
19. November 1973: Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Svensk Form um schwedisches Design bekannt zu machen

Bereits im Jahre 1845 hatte der schwedische Volksforscher und Künstler Nils Månsson Mandelgren eine Sonntagsschule gegründet in der Kunsthandwerker das Zeichnen als Grundlage für Design lernen konnten. Dieser Schule fügte Mandelgren am 6. Oktober 1845 den Verein Svenska Slöjdföreningen an, einen Verein, der heute unter dem Namen Svensk Form bekannt ist und im Auftrag der Regierung die Formgebung und das Design schwedischer Künstler und Kunsthandwerker national und international bekannt machen soll, insbesondere durch die Herausgabe der Zeitschrift Form, durch die Vergabe von Preisen und das Organisieren von Ausstellungen.

Nils Månsson Mandelgren hatte die Svensk Slöjdförening, die 1976 den Namen Svensk Form annahm, gegründet um das schwedische Kunsthandwerk gegen die steigende Industrialisierung zu verteidigen, die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte und begann Massenproduktionen auf dem Markt zu verbreiten. Gleichzeitig wollte er einen Gegenpol zur wachsenden Anzahl an Handwerkern schaffen, die keiner Gilde angeschlossen waren und teilweise schlechte und billige Imitate anboten. Mit diesem Gedanken stand Mandelgren natürlich nicht allein da, denn auch die Tekniska Skolan, das heutige Konstfack in Stockholm, wurde in jenen Jahren aus dem gleichen Grund gegründet.

Aber auch wenn die Formgebung von Beginn an bedeutend für den heutigen Svensk Form war, so richtete sich dies bis Ende des 19. Jahrhunderts mehr auf Kunstgegenstände und erst ab 1896 wurde das Alltagsdesign, unter anderem Möbel, bedeutend, in einer Zeit, als auch Frauen der Zugang zu künstlerischen Ausbildungen möglich geworden war, die bis 1857 auch von jeder Ausbildung des Vereins ausgeschlossen waren. Der Verein Svensk Form, der sich heute vor allem durch Ausstellungen einen Namen macht, spielte während der ersten 100 Jahre seines Bestehens eine bedeutende Rolle in der Geschichte von schwedischem Design und Kunsthandwerk, denn der Vorläufer von Svensk Form war eine der treibenden Kräfte für sie Stockholmausstellung 1851, die Stockholmausstellung 1897, die 15 Jahre später organisiert wurde, sowie für die Stockholmausstellung 1930 und die Helsingborgausstellung 1955.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1872: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. Oktober 1888: Der schwedische Künstler Einar Nerman 
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1946: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Mai 2016

Der Gärtner und Pomologe Rudolf Abelin

Rudolf Abelin kam am 30. Mai 1864 als Sohn eines Militärs in Malmö zur Welt, verbrachte die Kindheit jedoch überwiegend im Östergötland. Im Grunde hatte der Vater entschieden dass sein Sohn Jura studieren sollte, obwohl der Junge keinerlei Interesse daran zeigte. Abelin stand das Glück zur Seite, denn es wurde bei ihm eine Augenkrankheit festgestellt die das Studieren unmöglich machte. Abelin durfte sich daher im Rosenborgs Schlossgarten in Dänemark zum Gärtner und Pomologen ausbilden. Wie durch ein Wunder verschwand um diese Zeit dann auch die Augenkrankheit.

Nach seinem Examen als Diplomgärtner kehre Rudolf Abelin zurück nach Björnsnäs und begann dort seine ersten Gartenanlage anzulegen und ein Haus zu bauen. Abelin nannte diese Anlage Norrviken, eine Gartenanlage die sich mit der Zeit in einen wahren Park verwandelte und heute jedes Jahr zehntausende von Besuchern anzieht und eine ideale Kulisse für Hochzeitspaare bildet, denn selbst die Apfelbäume an der Einfahrt bilden bis heute eine Art Kunstwerk, wobei auch das Haus Abelins heute Café und Ausstellungsraum ist. In diesem Garten gründete Abelin 1889 auch eine Schule für weibliche Gärtner, was in diesen Jahren völlig ungewöhnlich war.

Rudolf Abelin, der auch mehrere Fachbücher für Hobby- und Berufsgärtner schrieb, 1942 jedoch Norrviken verkaufen musste, und am 2. Januar 1961 starb, muss nicht mehr miterleben wie sein Lebenswerk vermutlich dem Ende zugeht, denn seit 1965 wollten verschiedene Unternehmen im Garten Häuser, Hotels, eine Golfbahn und anderes mehr bauen, da die Aussicht auf das Meer hier große Gewinne verspricht. In den letzten Jahren zeigt sich die schwedische Tennisstadt Bostad, die an wohlhabendem Tourismus interessiert ist, jedoch offen Norrwikens Gartenanlagen eine neue Bestimmung zu geben und für die bis zu 50.000 Gartenliebhabern, die bisher jedes Jahr die Pflanzungen bewunderten, kann jedes Jahr das letzte sein in dem sie die Pracht der Anlage noch bewundern können.


30. Mai 1815: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
30. Mai 1898: Hjalmar Gullberg und das klassische Hörspiel in Schweden
30. Mai 1900: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
30. Mai 1907: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
30. Mai 1908: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner
30. Mai 1934: Die Arbeitslosenversicherung in Schweden
30. Mai 1940: Der schwedische Flugpionier Kurt Björkvall
30. Mai 1940: Jan Lööf schafft eine Welt für Kinder
30. Mai 1958: Marie Fredriksson, die Sängerin von Roxette
30. Mai 1995: Der merkwürdige Tod von Osmo Vallo 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. November 2015

Das Kulturhaus Väven in Umeå

Als Umeå im Jahr 2014 die Rolle der Kulturhauptstadt Europas einnahm, stand selbstverständlich auch die Kultur im Zentrum der Stadt, nicht nur in Form von zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, die das ganze Jahr über angeboten wurden, denn am 21. November 2014 wurde auch das Kulturhaus Väven, direkt am Umeälven gelegen, eingeweiht, ein Kulturhaus, das der internationalen Kultur gewidmet sein sollte, jedoch seinen Schwerpunkt in der nordschwedischen kulturellen Entwicklung sieht. Auch die Bibliothek Umeås zog in diesem Gebäude ein.

Das sehr moderne Gebäude mit seinen vier Ebenen und einer Gesamtfläche von 24.000 Quadratmetern ist bis heute umstritten, nicht nur weil es über eine Milliarde Kronen kostete, sondern weil es sich um einen architektonischen Stilbruch innerhalb des Stadtbildes handelt und bis heute von so manchem Architekten als Plagiat eines Gebäudes in Dänemark betrachtet wird. Umeå plante das Gebäude direkt am Fluss um damit einen Stadtteil zwischen den beiden zentralen Brücken Umeås zu schaffen, umgeben von Parkanlagen und öffentlicher Kunst.

Im Väven, das eine Ableitung des Wortes väva (weben) ist, sollen sich Kulturen im Stil von vielen miteinander verwobenen Fäden treffen, was natürlich bedeutet, dass bestimmte Bereiche von Beginn an festgelegt waren, denn neben Ausstellungsräumen musste auch ein Hotel, Restaurant und Konferenzräume einen Platz finden und ein Raum für verschiedene kulturelle Veranstaltungen geschaffen werden, so das nur ein einziges Projekt wirklich herausragt, nämlich das Kvinnohistoriskt museum (Geschichtliches Frauenmuseum), das die Rolle der Frau innerhalb der Geschichte darstellt und diskutiert, ein Museum,Umeälven,Bibliothek das auch zahlreiche Aktivitäten anbieten und vor keinem Thema in Frauenfragen zurückschreckt.


21. November 1875: Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson
21. November 1921: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
21. November 1928: Esaias Tegnér der Jüngere und die Rechtschreibreform
21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 20. Mai 2015

Das Fotomuseum Fotografiska in Stockholm

Bereits im Jahre 1940 träumte der Hoffotograf Gunnar Sundgren von einem schwedischen Museum der Fotografie. Sundgren begeisterte die Presse und die Fotografen, aber es gelang ihm bis zu seinem Lebensende nicht die Politiker oder andere Museen davon zu überzeugen, dass ein solches Museum in Schweden fehlt, denn auch das relative kurzlebige Engagement des Modernen Museums in Stockholm ein Fotomuseum anzugliedern, wurde 1998 nach 27 Jahren Aktivität wieder eingestellt, da man der Meinung war, dass moderne Fotografie besser in den üblichen Aktivitäten des Museums integriert werden soll.

Der Traum von einem Fotomuseum wurde jedoch auch mit dem Tod Gunnar Sundgrens im Jahre 1970 nicht begraben und andere Fotografen träumten weiter von einem entsprechenden Museum. Letztendlich verwirklichten die Fotografen Jan und Per Broman diesen Traum, denn am 20. Mai 2010 öffneten sie in Stockholm das private Fotomuseum Fotografiska mit der Ausstellung  A Photographer’s Life 1990–2005 der amerikanischen Fotografin Annie Leibovitz und bewiesen damit, dass Fotografie der Weltklasse auch in Schweden zahlreiche Besucher anzieht.

Mittlerweile bietet das Fotomuseum Fotografiska jedes Jahr vier bedeutende Großausstellungen und 20 weitere kleinere Ausstellungen, und dies auf einer Gesamtfläche von knapp 5000 Quadratmetern, die auch für Kurse und Treffen benutzt werden. Das Fotografiska ist heute weltweit bekannt und lockt als rein privates Unternehmen, das keinerlei städtische oder staatliche Unterstützung beantragt, über 500.000 Besucher pro Jahr zu den verschiedenen Ausstellungen und Aktivitäten. Das Fotografiska in Stockholm entwickelte sich in fünf Jahren zum vermutlich größten Zentrum der Fotografie weltweit.


20. Mai 1938: Einar Bergh und die Säffle-Oper 
20. Mai 1940: Verner von Heidenstam und der Umbruch in eine neue Zeit
20. Mai 1948: Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa 
20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens 
20. Mai 1964: Die schwedische Polizei wird verstaatlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 15. Mai 2015

Das Aeroseum in Göteborg, ein flughistorisches Museum

Die Idee für das Aeroseum in Göteborg geht bis auf das Jahr 1999 zurück, als die Stiftung Aeroseum begann daran zu arbeiten aus einem früher geheim gehaltenen unterirdischen Flugplatz ein öffentliches Museum zu machen, ein Unterfangen, das sich nicht als ganz einfach zeigte, da es sich beim entsprechenden Gebiet immer noch um eine militärische Anlage handelte, auch wenn diese kaum noch benutzt wurde und die geheimen Anlagen längst der Öffentlichkeit bekannt waren. Erst am 15. Mai 2005 sollte dann das Aeroseum eingeweiht werden und Göteborg eine zusätzliche Attraktion erhalten.


Bereits die Lage und die Bauweise des Aeroseum können als außerordentlich bezeichnet werden, denn das Flugmuseum liegt im ersten der fünf heimlich gebauten unterirdischen, militärischen Flugzeughangar, die zwischen 1950 und 1955, während des Kalten Krieges, in Schweden gebaut wurden und als atombombensicher galten. Die Gesamtanlage am Göteborg City Airport erstreckt sich auf zwei unterirdische Hallen mit einer Größe von 22.000 Quadratmetern und 8000 Quadratmetern, wobei das Museum lediglich Zugang zum größeren der Hangar hat, der sich 30 Meter unter der Erdoberfläche befindet und von der Luft aus unsichtbar ist.

Heute kann man im Aeroseum sowohl der zivilen, als auch der militärischen Fluggeschichte Schwedens folgen, wobei man neben den verschiedensten Flugzeugen auch mehrere Ausstellung findet, beobachten kann wie der historische Flugklub seine Maschinen repariert und man kann Pilot in einem der Flugsimulatoren werden. Die größte Attraktion des Aeroseums war jeweils die Göteborg Aero Show, die  größte Flugshow Schwedens, die nicht nur aus finanziellen Gründen eine unsichere Zukunft hat, sondern auch von der Zukunft des Göteborg City Airport abhängt, der seit Ende 2014, aus Sicherheitsgründen, für den regulären Flugverkehr gesperrt ist.


15. Mai 1470: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
15. Mai 1807: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
15. Mai 1897: Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung
15. Mai 1914: Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö
15. Mai 1968: Die Europapolitikerin Cecilia Malmström
15. Mai 1971: Die erste schwedische Pride-Parade in Örebro

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Mai 2013

Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin

Elisabeth Ohlson Wallin, geborene Ohlson, wurde am 28. Mai 1961 in Skara geboren und begann ihre Karriere als Fotografin im Jahre 1980, allerdings nicht als Künstlerin, sondern sie arbeitete für Tageszeitungen und die Kunst blieb für einige Jahre ein engagiertes Hobby. Der Erfolg kam dann jedoch nahezu über Nacht, als Ohlson Wallin im Jahre 1998 ihre Ausstellung Ecco Homo präsentierte, eine Ausstellung, die die Fotografin weltberühmt machte.

Die Ausstellung Ecco Homo von Elisabeth Ohlson Wallin ist bis heute die umstrittenste Fotoausstellung Schwedens, obwohl die Folgethemen der Fotografin in der Regel ebenfalls zum Skandal neigten und die Besucher die Ausstellungen nur unter bedeutenden Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel der Passage von Metalldetektoren, besuchen konnten. Bei der Ausstellung Ecce Homo zeigte die Fotografin 12 Bilder, bei denen sie Bibelzitate als Basis nahm um, unter anderem, Jesus als Homosexuellen darzustellen. Nahezu jede der Ausstellungen verursachte einen Aufruhr und mehrmals wurden Bilder oder auch die gesamte Ausstellung zerstört, da Ohlson Wallin grundsätzlich eine sehr eigene Interpretation der Bibel zeigt. Aber egal welche Motive die Fotografin hatte um Ecce Homo zu schaffen, ihr Name war nun in aller Munde.

Viele Fotografen hätten nach diesem Aufstand und Bombendrohungen nun das Thema Bibel gewechselt, nicht so Elisabeth Ohlson Wallin, die sich mit ihren Fotos zu religiösen Themen für die Rechte Homosexueller einsetzt und mit jedem Bild provoziert, und auch eine Gruppe Menschen verletzt. Aber gerade dadurch gelingt es ihr auch ein sehr breites Publikum anzusprechen und sich selbst, als Künstlerin, in den Vordergrund zu setzen. Immerhin hat sie sich ein einziges Mal halbherzig für ein Foto entschuldigt, das satirische Foto Kungamiddagen auf dem Königin Silvia ein Hakenkreuz zu beseitigen versucht.


28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens 
28. Mai 1914: Selma Lagerlöf wird Mitglied der Svenska Akademien

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 16. Mai 2013

Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes

Die Stockholmausstellung (Stockholmsutställning), die am 16. Mai 1930 eröffnet wurde, war offiziell eine Ausstellung für Architektur, Design und Kunsthandwerk, auch wenn der Hintergrund für diese Ausstellung mit einem gewissen Hintergedanken veranstaltet wurde, der insbesondere die Architektur des Landes betraf. Nachdem im Vorjahr das Kaufhaus NK (Nordiska Kompaniet) in Stockholm bereits bei Möbeln den Funktionalismus erfolgreich eingeführt hatte, wollten die Veranstalter nun diesen Stil auf das gesamte Bauwesen ausdehnen und allgemein bekannt machen.

Bereits die Wahl des Architekten für die Ausstellung sollte ein Zeichen setzen und zeigen, dass auch Schweden bei Architektur und Design der Zukunft entgegenkommt, denn es war kein geringerer als Le Courbusier, der ursprünglich für die Ausstellung verantwortlich sein sollte. Nur als dieser ablehnte, ohne einen konkreten Grund zu nennen, ging der Auftrag an Gunnar Asplund, einen Pionier des schwedischen Funktionalismus, der bereits ab 1928 an einer Erneuerung der schwedischen Architektur arbeitete.

Obwohl Gunnar Asplund den Funktionalismus in Schweden durch eine etwas weichere Form als auf dem Kontinent einführte, war die Kritik in Schweden ziemlich massiv, denn die Mehrheit der Schweden sah diesen nüchternen und praktischen Stil als „arm“ an, dem, im Gegensatz zum Jugendstil und der Nationalromantik, jede Persönlichkeit fehlt. Nach der Ausstellung war jedoch der Funktionalismus auch in Schweden nicht mehr aufzuhalten, was natürlich auch damit zusammenhing, dass die Ausstellung von über vier Millionen Schweden besucht worden war, die den Funktionalismus mit dem Aufbruch in eine moderne Zeit verglichen, der zudem die Kosten beim Hausbau bedeutend reduzierte.


16. Mai 1900: Massenmord auf dem Mälaren 
16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Juni 2011

Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie

Am 18. Juni 1947 wurde die dritte - unter bisher sechs - Örebro-Ausstellungen von Prinz Bertil eröffnet. Anlass zu dieser Ausstellung war der 100. Geburtstag der Örebro Fabriks- och handverksförening, was auch erklärt, warum das Handwerk im Zentrum der Ausstellung stand. Auf 160.000 Quadratmetern fand man die Stände von 1280 Handwerkern und 15 kleineren Werkstätten. Die Ausstellung fand im Sveaparken, dem Idrottshuset und dem Eyravallen statt.

Von besonderer Bedeutung war eine historische Ausstellung über die Entwicklung des Handwerks und der Kleinindustrie in Örebro von seinem Beginn bis zum Ende des Skråväsen im Jahre 1846, einem Gildesystem, das in Schweden von Deutschland übernommen wurde und eine erbliche, handwerkliche Tätigkeit nur dem Bürgertum erlaubte. Auch wenn das Gildewesen die handwerkliche Aktivität sehr einschränkte, so führte es auch dazu, dass Handelszentren entstanden und organisierter internationaler Handel möglich wurde.

Die Örebro-Ausstellung 1947 war jedoch nicht nur eine Ausstellung, sondern bot seinen Besuchern mit einer Tanzbühne auch etwas Vergnügen. Während der zweimonatigen Ausstellung war es auch möglich im Restaurant Silverfågel, das sich im Ausstellungsgelände befand, ohne Probleme Alkohol zu trinken, was dazu führte, dass das Restaurant den Beinamen „Fyllekajan“ erhielt, ein Begriff, der auf den übermäßigen Alkoholgenuss hinwies.

18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
18. Juni 2003: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 15. Mai 2011

Stockholmausstellung, fast eine Weltausstellung

Am 15. Mai 1897 öffnete die Stockholmausstellung im Stockholmer Stadtteil Djurgården seine Pforten. Bei dieser Industrieausstellung wurde die Ankunft des damaligen Königs Oscar II. gefilmt und dann in einer der Hallen der Öffentlichkeit gezeigt. Auch die Rede des Königs wurde von einem Schauspieler, der eine ähnliche Stimme wie der König hatte, auf eine Schallplatte aufgenommen.

Der Kinosaal war in der Miniaturstadt (Masstab 1:2) des alten Stockholm untergebracht. Diesen Saal kann man als das erste Kino Stockholms betrachten, auch wenn es nur vier Monate Bestand hatte. Da man hier auch aktuelle Ereignisse Stockholms in Form von kurzen Filmen geboten bekam, betrachtet man diese Sequenzen als die erste bildliche Nachrichtenreportage Schwedens.

Von den zahlreichen Gebäuden, die für die Stockholmausstellung gebaut wurden, sind heute nur noch wenige in Djurgården zu finden, da die meisten an reiche Stockholmer verkauft wurden, die sie dann als Stugor und Lusthäuser benutzten. In Djurgården selbst wurden die Skånska gruvan (restauriert), das Biologiska Museet, das Café Ekorren, die Jägarhyddan und die Villa Lusthusporten erhalten, sowie das Nordiska Museet, das 1897 jedoch noch nicht völlig fertig gestellt war.

15. Mai 1914: Die baltische Industrie- und Handwerksausstellung in Malmö
15. Mai 1971: Die erste Pride-Parade in Örebro

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Sonntag, 20. März 2011

Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum

Als Erich von Pommern (1382 - 1459) König von Dänemark, Schweden und Norwegen war, suchte er nach einer Handelsstadt an der Küste, die nicht von der Hanse abhängig war. Da Landskrona mit seinem natürlichen Hafen und der idealen Lage am Öresund allen seinen Erwartungen entsprach, verlieh er Landskrona am 20. März 1413 die Stadtprivilegien. Ein Hintergedanke dabei war natürlich auch den Öresund zu kontrollieren und ein Zollrecht einzuführen.

Landskrona entwickelte sich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bedeutend, obwohl die junge Stadt mehrmals von Bränden heimgesucht wurde und die Hanse sie 1428 ebenfalls durch Brandstiftung ausradieren wollte, da ihr die Pläne Erich von Pommerns wenig zusagten und sie den Konkurrenten nach Möglichkeit ausschalten wollten. Nach jedem Brand wurde die Stadt jedoch neu aufgebaut und sogar erweitert und imme besser befestigt.

Zum Jahrestag am 20. März 2010 öffnete das Museum in Karlskrona eine Multimedia-Ausstellung, die die Geschichte des 15. Jahrhunderts wiedergibt und zeigt wie die Menschen jener Epoche lebten. Die permanente Ausstellung mischt die Darstellung archäologischer Funde mit Kartenmaterial, Musik, Bühnenkunst und einem animierten Film, der einer Zehnjährigen durch das Jahrhundert folgt.

20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
Urlaub in Schweden: Landskrona, die schwedische Stadt der Schwäne

Copyright: Herbert Kårlin