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Sonntag, 26. Juni 2016

Der schwedische Architekt Alfred Grenander

Alfred Grenander kam am 26. Juni 1863 als Sohn eines Politikers in Skövde zur Welt und arbeite als Maurer bevor er Fortbildungskurse an der KTH (Königlich Technische Hochschule) in Stockholm besuchte. 1885 begann Grenander dann jedoch ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Berlin, das er 1888 abschloss. In den Folgejahren arbeitete Grenander in verschiedenen Architekturbüros, bis er 1896, gemeinsam mit Otto Spalding, ein unabhängiges Architekturbüro gründete, das allerdings nur bis 1903 existierte.

In Berlin engagierte sich Alfred Grenander ab 1902 am Bau der U-Bahn, was bereits 1905 dazu führte, dass Grenander zum Chefarchitekt des U-Bahn-Baus ernannt wurde. Bis 1931 war der Architekt dann mit dem Bau von rund 70 U-Bahnhöfen beschäftigt, die er teilweise im Jugendstil, teilweise in der modernen klassischen Bauweise entwarf. Noch heute sind große Teile dieser Bahnhöfe erhalten, was bedeutet, dass man die Hauptwerke Grenanders in Berlin findet, nicht in Schweden. Auch der Friedhof der schwedischen Gemeinde in Berlin, inklusive dem schmiedeeisernen Tor, entstammen der Feder des Architekten.

Auch wenn Alfred Grenander überwiegend in Berlin lebte und dort arbeitete, so hatte er bereits 1906 auch in Falsterbo ein Haus für sich gebaut in dem die Familie ihre Sommer verbrachte. In Falsterbo entstand die für die damalige Zeit vollkommen aus dem Rahmen fallende Villa Tångvalle, denn Grenander baute nicht nur ein rosa Gebäude im Jugendstil, sondern er schuf dabei auch ein Sommerhaus im modernsten deutschen Stil, denn das Gebäude glich in keiner Weise eine Stadtvilla, wie sie in Schweden zu jener Zeit üblich waren, und er passte das Gebäude zudem der Natur an, fügte eine große Veranda hinzu um im Freien essen zu können und baute einen Gesellschaftsraum in dem an auch  zahlreiche Freunde treffen konnte. Tångvalla unterscheidet sich noch heute von der schwedischen Architektur und selbst die anderen Häuser in Falsterbo, die Grenander entwarf, sind mehr dem schwedischen Geschmack angepasst.


26. Juni 1690: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs
26. Juni 1939: Der Göteborg-Kolorist Ivan Ivarson
26. Juni 1942: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens
26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
26. Juni 1987: Göteborger Humor in Film und Theater

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. Juni 2014

Die schwedische Künstlerin Vera Nilsson

Vera Nilsson hatte das Glück am 1. Juni 1888 in Jönköping in einer für ihre Zeit sehr offenen Familie zur Welt zu kommen, die nicht nur der Meinung war, dass auch alle Töchter eine Ausbildung benötigen, sondern auch deren Neigungen förderten. Auf Grund ihrer Neigung zum Zeichnen und Malen konnte sich Nilsson daher an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, zur Zeichenlehrerin ausbilden und ihre Studien anschließend  an der Kunsthochschule Valand in Göteborg  und an der Académie de la Palette des Kubisten Le Fauconnier durch eine Kunstausbildung erweitern.

Nachdem sich Vera Nilsson mit den verschiedensten Richtungen der Malerei beschäftigt hatte, ging die Künstlerin vollständig zu einer expressionistischen Formsprache über, die die bedeutendsten Kunstkritiker Schwedens mit den Worten ausdrückten, dass Nilsson die einzige schwedische konsequente Expressionistin sei. Wenn man ihre Landschaften Ölands betrachtet, so sucht man vergeblich einen blauen Himmel oder die Wasseroberflächen, die Touristen auf die Insel lockt, sondern man findet die Stufe Ölands während der Apokaslypse. Vera Nilsson drückte in ihren Gemälden das aus, was man hinter der Kulisse findet und einem Erdbeben folgt.

Vera Nilsson wurde jedoch auch bahnbreitend für die Kunst im öffentlichen Raum, da sie sich in den 50er Jahren dafür einsetzte den Hauptbahnhof der U-Bahn Stockholms durch eine künstlerische Ausschmückung in eine farbenprächtige Kathedrale zu verwandeln. Nilsson nahm Kontakt mit zahlreichen Politikern der schwedischen Hauptstadt auf und überzeugte den Verantwortlichen der U-Bahn von ihrer Idee. Der Erfolg dieses Einsatzes war 1957 ihr Werk Det Klara som trots allt inte försvinner und die Tatsache, dass mit diesem Schritt die Kunst ihren Einzug bei Haltestellen der U-Bahn und der Eisenbahn hielt. Die Werke Vera Nilssons findet man heute in allen großen Kunstmuseen Schwedens.


1. Juni 1675: Massenhinrichtung von schwedischen Hexen
1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland 
1. Juni 1713: Johan Runius, der erste Mundartdichter Schwedens 
1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. Juli 2011

Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens

Am 18. Juli 1871 wurde die Stockholms Centralstationen, der Hauptbahnhof Stockholms, eingeweiht, der in Schweden im allgemeinen nur Centralen genannt wird. Die Centralstationen in Stockholm ist heute, nach mehreren Umbauten, der größte Bahnhof Schwedens, der täglich von rund 200.000 Reisenden benutzt wird. Rechnet man alle hinzu, die auch über den Hauptbahnhof zur Stockholmer U-Bahn, der Tunnelbanan, gelangen, so erreicht man sogar 450.000 Reisende täglich.

Die Eisenbahn erreichte Schweden rund 50 Jahre nach dem Kontinent und erst 1860 wurde die erste Strecke zwischen Stockholm und Södertälje in Betrieb genommen. Zu Beginn wurden mehrere kleinere Bahnhöfe in der Hauptstadt Schwedens errichtet, die jeweils mit einer einzigen Richtung in Verbindung gebracht wurden. Schon sehr bald wollte man jedoch diese verschiedenen Strecken zentral verbinden, was dazu führte, dass zwischen 1867 und 1871 in Stockholm ein Zentralbahnhof, der Centralen, erbaut wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Anzahl der Bahnreisenden immer weiter zurück, bis dann in den 80er Jahren erst der InterCity für Geschäftsreisende in Betrieb genommen wurde und dann 1989 der erste X2000 geliefert wurde, der zu Beginn nur eine Erste Klasse hatte, später dann jedoch auch gewöhnlichen Reisenden mit einer Zweiten Klasse zur Verfügung gestellt wurde. Eine Besonderheit des Stockholmer Hauptbahnhofes ist die Tatsache, dass es dort kein Gleis Nummer Neun gibt, sondern auf acht unmittelbar zehn folgt.


18. Juli: Der Tag des Bieres in Schweden
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III. 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. Mai 2011

Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Am 11. Mai 1971 kam es in Stockholm, auf Initiative der Umweltgruppe Alternativ Stad, zum bisher bedeutendsten Widerstand gegen die Zerstörung von Grünflächen in der schwedischen Hauptstadt. Dieses Ereignis, das heute seinen 40. Geburtstag hat, wird heute Abend mit einem großen Fest im Stockholmer Kungsträdgården gefeiert und zeigt, dass das Volk eine Stimme hat.

Der Kungsträdgården in Stockholm

In einer Nacht-Aktion, und unter Polizeischutz, wollte die Stadt am 11. Mai 1971 sämtliche Ulmen im Kungsträdgården fällen. Als Argument galt der Bau der U-Bahn, der angeblich von den Bäumen verhindert wurde. 70 Prozent der Stockholmer wollten jedoch die über 100 Jahre alten Bäume, ihren Park und ihr Teehaus erhalten und keine Bürohäuser an Stelle des Parks sehen, was Stockholm ebenfalls geplant hatte.

In einer einmaligen Aktion sammelten sich, noch bevor die Arbeiten begonnen hatten, rund 250.000 Stockholmer im und am Kungsträdgården und hinderten Polizei und Holzfäller an ihrer Arbeit, die noch in dieser Nacht unterbrochen wurde. Der Widerstand setzte sich eine Woche lang fort und die internationale Presse begann über das Ereignis zu schreiben. Letztendlich musste die Stadt nachgeben und die Ulmen durften stehen bleiben.

Als dann vor zehn Jahren die meisten Ulmen wegen Krankheiten gefällt werden mussten, wurden an ihrer Stelle neue Bäume gepflanzt. Seit 1971 spricht niemand mehr davon den Kungsträdgården, der im 15. Jahrhundert als königlicher Obst-, Gemüse- und Kräutergarten errichtet wurde, in eine Bürolandschaft zu verwandeln.

11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
11. Mai 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin