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Sonntag, 28. April 2019

Der Architekt und Filmroduzent Vilhelm Bryde

Vilhelm Bryde kam am 28. April 1888 als Sohn eines Händlers in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1905 an den Abendkursen der Technischen Schule ein, begann dann jedoch noch Ende des gleichen Jahres eine Ausbildung an der Schule für Baumeister. Im April 1909 legte Bryde sein Examen ab und begann als Bauzeichner und Architekt zu arbeiten, obwohl er wenig Interesse an diesem Beruf zeigte. Ein Jahr später begann Bryde daher an der Schauspielschule des Dramaten eine Ausbildung zum Schauspieler und wurde 1911 am gleichen Theater als Schauspieler übernommen.

Nach seinem Engagement am Dramaten, wechselte Vilhelm Bryde 1913 zum Svenska Teatern, an dem er sechs Jahre lang auf der Bühne stand. Im Jahr 1919 wechselte Bryde dann zur Svensk Filminduistri, jedoch nicht als Schauspieler, sondern als Bühnendekorateur. In diesem Rahmen war er auch für die Kulissen der Filme Karin Ingmarsdotter und Gösta Berlings Saga verantwortlich. Vier Jahre später war Bryde Direktor und Produktionschef der Studios in Råsunda, ab 1930 war er Direktor der Svensk Filmindustri und ab 1933, bis zu seiner Pensionierung, wurde er Direktor sämtlicher Stockholmer Kinos der SF (Svensk Filmindustri).

Auch wenn Vilhelm Bryde in über 100 Rollen auf der Bühne stand, 15 Rollen in Filmen spielte und mit Gösta Ekman die Regie für den Film En erfekt gentleman hatte, so wurde Bryde nie für seine Leistungen als Schauspieler bekannt, sondern für seine Fähigkeit Kulissen jeder denkbaren Situation anzupassen, wobei Bryda auch für den Übergang vom Stummfilm auf den Tonfilm verantwortlich war, eine Leistung, die die gesamte Geschichte des schwedischen Films veränderte. Vilhelm Bryde starb am 26. April 1974 im Alter von 85 Jahren in Stockholm.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1883: Der Schriftsteller und Zeichner Johan Herman Hofberg
28. April 1932: Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. April 2019

Der Architekt Johan Fredrik Åbom

Johan Fredrik Åbom wurde am 30. Juli 1817 in Stockholm geboren und begann nach einer Maurerlehre und dem Besuch des Technologischen Instituts ein Studium an der Kunstakademie um dort Architektur zu studieren. Nach Abschluss des Studiums gründete Åbom einerseits ein eigenes Architekturbüro, arbeitete jedoch gleichzeitig an Staatsaufträgen, von 1843 bis 1853, unter anderem, für die Gefängnisverwaltung, war also für den Bau sämtlicher Gefängnisse jener Zeit verantwortlich, wobei der Architekt 1852 auch ein staatliches Stipendium für eine Studienreise nach Deutschland erhielt.

Da Johan Fredrik Åbom in ganz Schweden arbeitete und bereit war jede Art von Bau zu verwirklichen, entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Architekten des 19. Jahrhunderts, wobei der Architekt nicht nur Wohnhäuser, Kirchen, Theater, Krankenhäuser und Fabriken baute, sondern auch einige Grabdenkmäler und er der erste Architekt Schwedens war, der für Rörstrand Kachelöfen zeichnete. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass Åbom auch zu den Gründern der Stockholmer Bauvereinigung gehörte und den Architekturstil Ende des 19. Jahrhunderts stark prägte und zum königlichen Architekten ernannt wurde.

Einen besonderen Einfluss hatte für Johan Fredrik Åbom seine Arbeit für die Mechanische Werkstatt Bolinder in Stockholm, für die er zwischen 1850 und 1860 arbeitete. Da eine mechanische Werkstatt zu jener Zeit nicht nur für die Industrie arbeitete, sondern auch tägliche Haushaltsgegenstände in Gusseisen schuf, entstanden zahlreiche dieser Gerätschaften auf dem Reißbrett des Architekten. Diese Arbeit wiederum brachte Johan Fredrik Åbom, der am 20. A
pril 1900 starb, auf die Idee auch an gusseisernen Grabmonumenten zu arbeiten. Das Stadtmuseum in Stockholm hat in seinen Archiven sieben dieser Skizzen, die Åbom sogar als Aquarellzeichnungen vorlegte.

20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
20. April 1806: Sara Elisabeth Moraea und Carl von Linné
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1940: Das Bio Roy, einst Bio Royal, in Göteborg
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
20. April 1993: Der Künstler Ragnar Person

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 23. März 2019

Der schwedische Architekt Sven Ivar Lind

Sven Ivar Lind wurde am 23. März 1902 als Sohn eines Betriebsleiter in Tidaholm zur Welt und begann nach seiner Hochschulreife im Jahr 1920 beim Architekturbüro Ernst Torulf zu arbeiten. Nur ein Jahr später begann Lind an der Technischen Hochschule in Stockholm Architektur zu studieren, ein Studium, das er 1926 abschloss. Noch im gleichen Jahr wurde Lind bei Gunnar Asplund angestellt, mit dem er auch später immer wieder zusammenarbeitete und dessen begonnene Werke er nach dem Tod Asplunds im Jahr 1940 beendete. Ab 1931 unterhielt Lind allerdings sein eigenes Architekturbüro in Stockholm.

Da Sven Ivar Lind zu den wenigen Architekten Schwedens gehörte, die auch Französisch sprachen und sehr gut mit der französischen Kultur vertraut waren, erhielt er bereits 1928 zwei größere Aufträge in Paris und in Amsterdam, auch wenn seine Pläne beim Bau des Bankhauses am Place Vendôme nicht in vollem Umfang berücksichtigt wurden, sondern die Fassade von einem französischen Architekten neu gezeichnet wurde. Dies hielt Lind jedoch nicht davon ab noch 1930 ein Architekturbüro in Paris zu gründen, was ihm letztendlich auch den Auftrag brachte den schwedischen Pavillon für die Weltausstellung in Paris im Jahr 1937 zu zeichnen, der ihn international als Architekten bekannt machte.

Vom Ruf des Architekten Sven Ivar Lind, der am 3. April 1980 in Danderyd starb, zeugt auch seine Ernennung zum Schlossarchitekten, so dass er ab 1959 für das Schloss in Stockholm und an 1962 auch für das  Schloss Drottningholm verantwortlich wurde. Der Besucher Stockholms kann im Stockholmer Schloss die Veränderungen Linds im Burggarten sehen, und natürlich auch in den Kellergewölben, also der Schatzkammer und der Livrustkammaren, die deutlich seine klaren Linien zeigen und gerade dadurch Details und Ornamente besonders hervorheben. Dem Schloss Drottningholm gab Lind seinen wohnlichen Charakter, was man leider nur im Inneren des Schlosses feststellen kann.


23. März 1703: Cajsa Warg, die bekannteste Köchin Schwedens
23. März 1759: Anders Ljungstedt, ein Leben in der Fremde
23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1810: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Qvarnström
23. März 1845: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
23: März 1854: Örebro wird bei einem Brand nahezu vollständig zerstört
23. März 1862: Tor Hedberg und der psychologische Roman
23. März 1904: Der pazifistische Baptist Helge Åkeson
23. März 1929: Die finnlandschwedische Künstlerin Eva Acke
23. März 1962: Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. April 2018

Der Architekt und Karikaturist Erik Molander

Erik Molander kam am 12. April 1912 als Sohn des Violinisten Gustaf Molander in Göteborg zur Welt und und studierte ab 1931 an der KTH (Königlich Technischen Hochschule) in Stockholm Architektur, ein Studium, das er 1936 abschloss. Bereits während seiner Jugend hatte Molander jedoch ein weiteres Interesse, nämlich die Karikatur. Als Karikaturzeichner arbeitete Molander ab 1932 in der humoristischen Zeitschrift Blandaren mit und ab 1935 konnte man seine satirischen Zeichnungen regelmäßig im Aftonbladet findet, einer Zeitung, an der er bis 1956 aktiv als Karikaturist mitarbeitete.

Nach Abschluss seines Architekturstudiums wurde Erik Molander beim Architekturbüro angestellt, das Nils Ahrbom und Helge Zimdal leiteten um am Bau von Schulen und Privatwohnungen zu arbeiten. Bereits 1940 ging dann die praktische Arbeit als Architekt immer mehr in die administrative Arbeit über, denn ab dieser Zeit sollte Molander vor allem Krankenhäuser planen, mit dem Ziel die Baukosten zu reduzieren ohne sich von den gesetzlichen Vorgaben abzuwenden. Nur drei Jahre später war Molander dann Direktor des Amtes, das den Bau sämtlicher Krankenhäuser und ähnlicher Anlagen in Schweden kontrollierte und den Architekten der Gebäude mit allen damit zusammenhängenden Fragen mit Rat zur Seite stand. Sämtliche schwedischen Krankeneinrichtungen der Nachkriegszeit sind daher auf die Arbeiten Molanders zurückzuführen.

Im Jahr 1959 wurde Erik Molander dann Direktor des KFAI, der größten Architektenkooperative Schwedens, die insbesondere den Funktionalismus förderte. Das KFAI plante und baute insbesondere Warenhäuser, größere Geschäfte, Lagerhallen und Fabriken, wobei Molander hierbei insbesondere die Aufgabe hatte moderne Einkaufszentren so zu konzeptionieren, dass sie den alten, existierenden Stadtkernen angepasst wurden. Molander schuf daher nicht nur die Krankenhäuser der modernen Zeit, sondern schuf auch die Basis für die Einkaufszentren, die sich ab den 60er Jahren über ganz Schweden verteilten. Der Arbeitsaufwand wurde für Erik Molander, der am 13. Januar 1969 starb, in diesen Jahren jedoch so hoch, dass er während der letzten Jahre seines Lebens das Zeichnen von Karikaturen aufgeben musste.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1537: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie
12. April 1838: Der Künstler und Kupferstecher Gustaf Broling
12. April 1959: Die Markthalle Hötorget in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. März 2018

Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes

Der Künstler und Architekt Johan Eric Rehn kam am 18. Mai 1717 als Sohn eines Vogts in Stockholm zur Welt und schrieb sich sehr früh in den der Ingenieurseinheit der schwedischen Verteidigung ein, wo er, neben dem Rang eines Leutnants, auch eine Ausbildung als Baumeister zum Bau von Befestigungen erhielt. Im Jahr 1940 erhielt Rehn ein Stipendium, das ihm ermöglichte die Gravur in Paris zu studieren. Bereits 1945 wurde er jedoch vom Architekten Carl Hårleman zurück nach Schweden gerufen um Muster für die Seiden- Leinen- und Wollfabriken zu schaffen. Rehn ließ sich dabei von den neusten französischen Mustern beeinflussen, die er allerdings dem schwedischen Bedarf und den Geräten der schwedischen Manufaktur anpasste.

Nach seiner Rückkehr aus Paris beschäftigte sich Johan Eric Rehn allerdings nicht nur mit der Musterzeichnung, sondern er entwarf auch kunstindustrielle Gegenstände für Juweliere, Kunsthandwerker und die Porzellanfabrik Rörstrand. So nebenbei entwarf er noch Tapenvorlagen, verwirklichte Gravuren und unterrichtete den Kronprinz Gustav III. und seine Brüder im Zeichnen. In der von Hårleman gegründeten Kunstakademie richtete er zudem eine Ausbildung für Graveure ein. 1755 reiste Rehn dann, gemeinsam mit Johan Pasch nach Italien, um dort, auf Kosten und im Auftrag von Königin Lovisa Ulrika 16 Monate lang die dortige Kunst zu studieren.

Auch wenn Johan Eric Rehn auch als Architekt tätig war und einige bedeutenden Gebäude der Zeit schuf, so wurde er vor allem als Innenarchitekt bekannt, da er von Königin Lovis Ulrika den Auftrag erhielt den Anbau des Schlosses Drottningholm zu dekorieren, Gustav III. ihn mit der Dekoration und Einrichtung von Teilen des Schlosses Gripsholm beauftragte und er schließlich auch noch zwei Räume des Stockholmer Schlosses ausstattete. Seine bedeutendste Leistung hierbei war, dass Rehn immer mehr vom Rokoko abging und, beeinflusst vom Louis-quatorze-Stil den gustavianischen Stil schuf, der mit der Regierungszeit von Gustav III. verbunden wird. Bedeutend war in diesem Zusammenhang auch, dass Johan Eric Rehn, der am 19. März 1793 starb, auch Professor an der Kunstakademie war, dieser Stil also eine ganze Linie an Architekten und Raumgestalter beeinflusste.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. März 2018

Der schwedische Architekt Emil Melander

Emil Melander kam am 28. Februar 1845 als Sohn eines Bäckers in Stockholm zur Welt und zeigte bereits als Kind seine Neigung zum Zeichnen. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler besuchte er Abendkurse an der kunsthandwerkliche Slöjdskolan in Stockholm. In dieser Zeit arbeitete er als Maurer um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Als er anschließend für einige Zeit zurück nach Östersund zurückkehrte, wo er aufgewachsen war, malte er die Stadt in den unterschiedlichsten Perspektiven und schuf damit ein kunsthistorisch und architektonisch noch heute sehr bedeutendes Werk, das heute im Stadtmuseum zu finden ist.

1865 ging Emil Melander dann nach Schottland und wurde dort beim Architekten James Souttar angestellt um diesen beim Bau einer Kirche zu unterstützen. Anschließend verwirklichte er mit Souttar Bankgebäude, Wohnungen und aristokratische Villen. Im Jahr 1871 ging Melander dann nach New York um dort zu arbeiten, zog jedoch bereits ein Jahr später nach Boston um, wo er für seinen Plan für die Kongressbibliothek in Washington den zweiten Preis erhielt. Mit dieser Erfahrung kehrte Melander 1871 zurück nach Stockholm, wo er von den Architekten Axel Kumlien und Hjalmar Kumlien angestellt wurde.

Im Jahr 1880 machte sich Emil Melander in Stockholm selbständig und arbeitete die ersten Jahre vor allem im Wohnungsbau, wobei er auf Östermalm auch für die künstlerische Gestaltung mehrerer Villen verantwortlich war. Die Stärke Melanders war, dass er vor allem von der englischen Bauweise beeinflusst war und daher neue Ideen nach Schweden brachte und daher für den Bau von Bahnhöfen, Kirchen, privaten Palästen und anderen Bauten verantwortlich war. Dennoch gelang es Melander, der am 13. März 1933 in Stockholm starb, nie in die Architekturkreise Schwedens aufgenommen zu werden, da ihm die akademische Bildung fehlte, die man um diese Zeit in Schweden als Basis für den Beruf sah.


13. März 1332: Der schwedische Erzbischof Olof Björnsson
13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1868: Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Februar 2018

Hjalmar Molin, Architekt und Künstler

Hjalmar Molin kam am 23. Februar 1868 als Sohn des Skulpteurs Johan Peter Molin zur Welt und besuchte von 1888 bis 1892 die Technische Hochschule in Stockholm um anschließend weitere drei Jahre Architektur an der Kunstakademie zu studieren, begleitet von einer Ausbildung als Kupferstecher bei Axel Talberg. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1895 begab sich Molin auf mehrere, insgesamt fünf Jahre dauernde, Studienreisen nach Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland und die Türkei um dort so viel wie möglich über die klassische Bauweise dieser Länder zu lernen und seine Eindrücke auch durch Aquarellmalereien festzuhalten.

Nach seiner Rückkehr begann Hjalmar Molin erst für die Architekten Agi Lindegren und Fredrik Lilljekvist mit Restaurationen von älteren Gebäuden zu arbeiten, um dann zu Ragnar Östberg zu wechseln. Molin war daher Mitten in die Diskussion zur Restauration von historischen Bauten geraten und gehörte zu jeder Gruppe, die möglichst viel der alten Baustile und Bausubstanzen erhalten wollte, was man auch sehr deutlich seinen zahlreichen Stichen und architektonischen Gemälden entnehmen kann, die uns heute nicht nur sehr viel über die Entwicklung der Architektur jener Epoche sagen, sondern auch damals eine wichtige Rolle spielten, denn Molin gelang es dadurch Kraft in seine Forderungen zur historischen Restauration zu bringen.

Auch wenn Hjalmar Molin in erster Linie ein Architekt war, so liegt seine tatsächliche Leistung in der Kunst, denn während sich andere Architekten vor allem um das Zeichnen und Bauen von Gebäuden kümmerten, hielt er Gebäude, sowohl historische des Mittelmeerraums, als auch geplante und aktuelle Projekte in Form von Stichen, Zeichnungen und Aquarellen fest, die er auch in zahlreichen Kunstausstellungen präsentierte und die man heute in den größten Museen Schwedens findet. Als Architekt konnte Molin sehen auf welche Details es bei der Darstellung von Gebäuden ankam, auch wenn Molin bis etwa 1930 vor allem ein Anhänger der Nationalromantik war und daher bei schwedischen Gebäuden die Neigung hatte immer einen nationalen Eindruck hinzuzufügen, ein Zug, der auch bei seinen Restaurationen von Bedeutung war.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1917: Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. Januar 2018

Der schwedische Architekt Björn Hedvall

Als der Architekt Björn Hedvall am 30. Januar 1982 im Alter von 92 Jahren in Stockholm starb, so ging er mit seinem selbst ernannten Prädikat „Kinospezialist“ in die Geschichte ein, wobei der Architekt in der Tat in den 30er und 40er Jahren etwa 20 Kinos in Stockholm gebaut hat und damit das Aussehen der früheren Kinos in Stockholm vollkommen prägte. Auch wenn Hedvall sicher ein „Kinospezialist“ war, so hat er weitaus mehr andere Gebäude gebaut, denn allein in Stockholm entstanden knapp 300 Häuser, für die der Architekt die Verantwortung trug.

Björn Hedvall war am 10. August 1889 als Sohn eines Zeitungsherausgebers in Gävle zur Welt gekommen und besuchte von 1913 bis 1916 die Kungliga Tekniska högskolan (KTH) in Stockholm, und ergänzte sein Architekturstudium zwischen 1918 und 1920 mit einem Besuch an der Kunstakademie. Bereits während seines Studiums begann Hedvall, der sich erst 1921 als Architekt selbständig machte, im Architekturbüro Gustav Lindén zu arbeiten, um jedoch nach dem Studium in ein anderes Architekturbüro zu wechseln. Als Hedvall seine eigene Firma gründete, hatte er vor allem im städtischen Villen- und Hausbau Erfahrungen gesammelt, dem Gebiet, in dem er auch später sehr aktiv war.

Von Beginn an strebte Björn Hedvall nach einem vereinfachten Stil bei dem sich der Dekor vor allem auf Fassaden, das Portal und die Eingangshalle beschränkte. Beim Innenausbau sollte die Wohnung möglichst stilfrei sein, so dass die Bewohner sich auch das bis dahin nahezu obligatorische Hausmädchen sparen konnten. Es ist daher auch logisch dass Hedvall gegen Ende der 20er Jahre zum Funktionalismus fand. Während der Architekt am Mälarstrand dann für die gehobene Schicht einen Baustil zwischen modernem Klassizismus und Funktionalismus wählte, wurden seine Gebäude im Zentrum Stockholms, unter anderem ein Ärztehaus, rein praktisch, was auch dazu führte, dass der Baustil Hedvalls nahezu die gesamt Innenstadt Stockholms eroberte.


30. Januar 1658: Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde
30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1813: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg
30. Januar 1927: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme 
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Mai 2017

Der Architekt und Künstler Egon Møller-Nielsen

Egon Møller-Nielsen kam am 9. Mai 1915 als Sohn eines Ingenieurs in Kopenhagen zur Welt, legte dort im Jahr 1934 sein Abitur ab und studierte anschließend drei Jahre lang Skulptur und Architektur an der dänischen Kunstakademie. In den Jahren 1938 und 1939 arbeitete Møller-Nielsen dann in einem Architekturbüro in Helsingfors (Helsinki), um jedoch bei Kriegsausbruch nach Stockholm zu ziehen und dort in einem Architekturbüro zu arbeiten, ohne jedoch seine künstlerische Ausbildung als Skulpteur ganz zur Seite zu lassen.

Auch wenn Egon Møller-Nielsen sowohl in Helsinki als auch in Stockholm auch als Architekt aktiv war, so waren seine Leistungen in diesem Bereich beschränkt, da sich Møller-Nielsen weitaus mehr für die Landschaftsarchitektur, insbesondere jedoch die Integration von Kunst im öffentlichen Milieu interessierte. Im Jahr 1949 schuf der Künstler daher im Humlegården in Stockholm die erste an Kinder gerichtete Skulptur, die den Namen Tufsen erhielt. In dieser rundlichen Skulptur, in der Kinder spielen konnten, brachte Møller-Nielsen gleichzeitig die Geschichte der Menschheit durch die Integration von Muscheln, Steinen und anderen Gegenständen unter, die vor allem die Fantasie der Kinder anregte.

Auch als Skulteur ging Egon Møller-Nielsen, der am 27. September 1959 in Stockholm starb, einen sehr eigenen Weg, der auch mit seiner Tätigkeit als Widerstandskämpfer während des Zweiten Weltkriegs zu tun hatte und ihn lange Zeit von seinen Künstlerfreunden in Dänemark abgeschnitten hatte. In zahlreichen seiner Werke sind daher Eindrücke dieser Zeit verarbeitet, die er, als Gegenpol, mit idyllischen, prosaischen Elementen verknüpft. Møller-Nielsen, der auch nach Kriegsende weiterhin in Schweden blieb und auch an der künstlerischen Zeitschrift Prisma mitarbeitete, war während der letzten beiden Jahre seines Lebens auch als Hautlehrer für Skulptur am Konstfack in Stockholm beschäftigt.


9. Mai 1767: Der Uhrmacher Jean Fredman bleibt der Nachwelt erhalten
9. Mai 1845: Der schwedische Erfinder Gustaf de Laval
9. Mai 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. Mai 1945: Beda Hallberg und der Kampf gegen die Tuberkulose
9. Mai 1947: Penicillin in Schweden
9. Mai 1958: Das Moderne Museum (Moderna Museet) in Stockholm
9. Mai 2006: TV6, der Fernsehkanal für Männer bis 45

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Mai 2017

Der schwedische Architekt Ragnar Hjorth

Ragnar Hjorth kam am 2. Mai 1887 als Sohn eines Pädagogen und Schulreformators in Stockholm zur Welt und studierte erst an der Tekniska Högskolen bevor er sich 1912 an der Kunstakademie einschrieb um zwei Jahre später sein Examen als Architekt abzulegen. Zwischen 1917 und 1921 war Hjorth mehrmals Lehrer für Geschichte der Architektur an der Kunsthochschule, parallel zu seiner Anstellung im schwedischen Bauamt. In diesem Zusammenhang wurde Hjorth auch ein Reisestipendium verliehen, das ihm 1921 eine einjährige Studienreise nach Frankreich, England und Italien ermöglichte.

Auch wenn Ragnar Hjorth während seiner Studienzeit zu einem Spezialisten in Jugendstil und der Nationalromantik ausgebildet wurde, sollte der Architekt weder in seiner staatlichen Aufgabe, noch als Privatarchitekt, je ein Gebäude in diesen beiden Stilen bauen, sondern sich während der erste Jahre dem Klassizismus widmete um dann in den 30er Jahren zu offenen Flächen und dem Funktionalismus zu finden, also ein Vorreiter der modernen Architektur Schwedens zu werden. Den neoklassischen Stil Hjorths findet man insbesondere im Gebäude der Nobelstiftung in Stockholm und den Übergang zum Funktionalismus dann beim Technischen Museum.

Mit der Zeit erhielt Ragnar Hjorth, der bis zu seiner Pensionierung im Bauamt arbeitete und seit 1927 auch als Schlossarchitekt tätig war, immer mehr Restaurationsaufträge, da er mehrere Baustile beherrschte und daher die Originalstrukturen der Bauten weitgehend erhalten konnte. In diesem Rahmen arbeitete Hjorth, unter anderem, am Schloss Haga, der Domkirche in Göteborg und der Klosterkirche Nydala. Bereits ab dem Ende der 30er Jahre strebte Ragnar Hjorth, der am 2. Mai 1971 in Stockholm starb, sowohl bei Neubauten als auch bei Restaurationen zu einer allgemeingültigen Architektur, im Gegensatz zur Romantik und der Einzigartigkeit eines Gebäudes, was ihn von vielen Architekten der Epoche unterschied.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1844: Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. April 2017

Der Architekt Erik Julius Lallerstedt

Erik Lallerstedt kam am 19. April 1864 als Sohn eines Gutsbesitzers in Skå  zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife von 1882 bis 1886 Architektur an der Königlich Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm, und ergänzte diese Ausbildung mit einem Studium an der Kunsthochschule, das er 1889 abschloss. Bereits im folgenden Jahr öffnete Lallerstedt dann sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er bis 1944 betrieb, nahm jedoch auch Aufgaben im staatlichen Bauwesen an, wobei der Architekt auch ein dreijähriges Reisestipendium erhielt um sich mit der Bauweise in anderen europäischen Ländern vertraut zu machen.

Eine der ersten Arbeiten des Architekten Erik Lallerstadt war der Bau der Peterskirche in Stockholm, die eine Mischung aus Neugotik und Jugendstil präsentiert, also einen gewissen Kontrast zu seinen anderen Bauten jener Epoche ausmacht, da Lallerstedt die ersten 20 Jahre zeitgemäß vor allem im Jugenstil und der nordischen Nationalromantik baute, was man sehr deutlich am Trygghuset und der KTH in Stockholm feststellen kann, die beide in Ziegelsteinen gebaut wurden und beide Stilrichtungen der Zeit, wenn auch auf unterschiedliche Weise, sehr deutlich zeigen. Ab 1911 ging Lallerstedt dann, ebenfalls der Zeitströmung folgend, mehr und mehr zum Neoklassizismus über.

Da Erik Lallerstedt über 50 Jahre lang als Architekt arbeitete, sowohl an privaten als auch öffentlichen Aufträgen, und zudem versuchte die Zeitströmungen zu erfühlen, findet man unter seinen Werken alle architektonischen Linien vom Stilpluralismus Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Funktionalismus. Eine gewisse zwiespältige Einstellung hatte Lallerstedt, der am 2. Februar 1955 in Stockholm starb, zum Funktionalismus, der in die letzte Phase seines Wirkens fiel, denn einerseits schätze er die rationalistische Einstellung zur Raumschaffung, zum anderen versuchte er grundsätzlich frühere Silrichtungen hinzuzufügen um die nüchterne Bauweise etwas aufzulockern.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. April 2017

Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser

Axel Kumlien kam am 10. April 1833 in Härlunda bei Göteborg zur Welt und besuchte, gemeinsam mit seinem Bruder Hjalmar Kumlien, die Chalmers slöjdskola, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule Chalmers und schloss seine Studien dann 1856 in der Architekturschule in Braunschweig fort, wo er auch an der Restauration des Kölner Doms mitarbeitete. Als Kumlien 1860 nach Schweden zurückkehrte, ließ es sich in Stockholm nieder und begann für Adolf W. Edelsvärd zu arbeiten. Insgesamt arbeitete der Architekt zwölf Jahre lang für Edelsvärd und war während dieser Zeit am Bau von mindestens 60 Bahnhofsgebäuden beteiligt.

Unter Edelsvärd lernte Axel Kumlien Wert auf großflächige Innenräume, Ausschmückungen in altnordischer Ornamenten und die Aufteilung der Flächen zu legen und die Räume verschiedenen Zielen anzupassen, was ihm bei seinen späteren Bauten sehr dienlich war. Der äußere Aspekt der Bahnhöfe unterschied sich nur selten, aber der Innenausbau musste sich jedem Ort und der Bedeutung eines Bahnhofs anpassen. Als die herausragendsten Arbeiten Kumliens dieser Zeit gelten die beiden Flügel des Hauptbahnhofs in Stockholm und die ehemalige Bergslagernas Eisenbahnstation in Göteborg, die heute als das „Weiße Haus“ bekannt ist und unter Denkmalschutz steht. Bei nahezu all diesen Bauten haben die Brüder Kumlien einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mit der industriellen Entwicklung in Stockholm gegen Ende des Jahrhundert ging Axel Kumlien dann vom Bau der Bahnhofe zum Bau von Bürohäusern über, die sich vor allem durch Skulpturen und Ornamente auszeichneten, wobei der Architekt allerdings zu jener Zeit auch zahlreiche Miethäuser zeichnete. Ab 1874 kamen dann die Aufträge, die Axel Kumlien, aber auch seinen Bruder, den echten Durchbruch als Architekten brachte, denn sie wurden die offiziellen Baumeister für Krankenhäuser, denen sie einen eigenen Stempel gaben. Kumlien ging bei den Krankenhäusern dazu über, ähnlich der Bahnhöfe, Gebäude hinsichtlich ihrer Anwendung zu gestalten und vor allem mit Pavillons zu arbeiten, wobei er Abteilungen trennte und eine eigene Abteilung als Operationssaal schuf. Zu seinen bedeutendsten Krankenhausbauten gehören das Lazarett in Karlskrona, das Krankenhaus in Malmö und das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 17. März 2017

Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming

Wilhelm Klemming wurde am 17. März 1862 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm geboren und begann nach seiner Hochschulreife im Jahre 1879 ein Architekturstudium an der Königlich Technischen Hochschule. Da Klemming dieses Studium jedoch als zu theoretisch und langweilig empfand, wechselte er 1880 zur Technischen Schule in Stockholm über. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete Klemming zwei Jahre lang bei einem renommierten Architekturbüro der schwedischen Hauptstadt und gewann dabei die praktische Erfahrung, die ihm 1884 den Weg zu einem eigenen Architekturbüro ebnete.

Bereits wenige Jahre nachdem Wilhelm Klemming sein eigenes Architekturbüro gegründet hatte, erhielt er den Auftrag das Klara-Bad in Stockholm umzubauen, was seine Karriere in eine völlig neue Bahn bringen sollte, denn der Auftraggeber ging pleite, Klemming übernahm das Bad, baute es aus und um, und schuf damit eine der besten Badeeinrichtungen Stockholms. Als er sein Bad einige Jahre später an die staatliche Eisenbahn verkaufen musste, da diese das Grundstück benötigte, errichtete Klemming 1904 das Centralbad auf Norrmalm, ein vorbildlicher Bau im Jugendstil. Ab dieser Zeit erhielt Klemming dann zahlreiche Aufträge für Badeeinrichtungen und wurde eine schwedische Referenz für Hallenbäder.

Gegen 1915 gab Wilhelm Klemming sein Architekturbüro auf um mehr als architektonischer Meinungsbildner in Stockholm zu arbeiten. Durch Vorträge und die Arbeit mit zahlreichen Vereinen propagierte er das angelsächsische Vorstadtbild und die Einrichtung von amerikanischen Parkanlagen. Mit Hilfe von zahlreiche Artikel wollte er auch Grünflächen in der Stadtplanung einflechten um die Betonstadt Stockholm grüner und menschlicher zu gestalten. Auf diese Weise prägte Klemming das Stadtbild Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das heute noch an vielen Stellen der Stadt deutlich zu finden ist, und dies, ohne selbst noch intensiv als Architekt zu arbeiten.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. November 2016

Der schwedische Architekt Torsten Hansson

Torsten Hansson kam am 23. November 1928 in Göteborg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Nach Abschluss seines Studiums fand der Architekt eine Anstellung bei HSB, der grössten Baukooperative Schwedens und wurde dadurch Teil der Bewegung zum schwedischen Folkhemmet. Die Aufgabe Hanssons war daher für möglichst viele Personen eine Wohnfläche zu schaffen, die einerseits modern und praktisch für die Zeit waren, zum anderen jedoch auch billig sein mussten. Eines seiner größeren Projekte war das Schaffen des Stadtteils Biskopsgården in Göteborg.

Die Architektur Torsten Hanssons zeichnete sich vor allem durch seine Funktionalität aus, unter anderem beim Bau von Schulen, denn die Philosophie des Architekten war, dass einfache Bauten ohne jede Ausschmückung billiger waren und dadurch mit gleichem Geld mehr Fläche geschaffen werden konnte, was von seiner Warte aus eine sinnvolle Idee war, jedoch in der Gegenwart, insbesondere bei Mietwohnungen, dazu führt, dass diese sehr einfachen Bauten für sehr viel Geld den aktuellen Bedingungen angepasst werden müssen, die Eigentümer der Bauten dafür jedoch kein Geld zurücklegten.

Dass Torsten Hansson, der auch als Politiker und Schriftsteller in Göteborg tätig war, trotz seiner relativ einfachen Bauten in die Geschichte der Architektur einging, liegt vor allem an seinen Theorien und Bauten, die ab den 60er Jahren entstanden, als Hansson über ein eigenes Architekturbüro verfügte und im Stadtrat in Göteborg auch einen gewissen Einfluss errungen hatte. In diesen Jahren schuf Torsten Hansson einige Kirchen für ärmere Kirchengemeinden Göteborgs und griff dabei zur Modulbauweise, was zu sehr simplen Kirchen führte in denen Gottesdienst und Versammlung im Zentrum standen, nicht der Bau als solches. In diesen Jahren kamen Hansson auch Zweifel am sogenannten Millionenprogramm des Wohnungsbaus und er kritisierte insbesondere die Stadtplanung und die Bauweise im Stadtteil Angered, die dann auch auf Hammarkullen und andere Randgebiete Göteborgs übergriffen.


23. November 1607: Reichsrat Mauritz Stensson Leijonhufvud
23. November 1833: Hausangestellte auf dem Lande in Schweden
23. November 1858: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
23. November 1860: Hjalmar Branting verändert Schweden
23. November 1879: Die schwedische Künstlerin Sigrid Fridman
23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson
23. November 1904: Die Skansen Kronan in Göteborg
23. November 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Juli 2016

Der schwedische Architekt Nils Einar Eriksson

Nils Einar Eriksson kam am 19. Juli 1899 als Sohn eines Glasermeisters in Stockholm zur Welt und begann im Alter von 15 Jahren ein Bauingenieurstudium an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack. Nach seinen eigenen Aussagen war dies die lehrreichste Zeit seiner Ausbildung, da nahezu alle seine Mitstudenten doppelt so alt wie er waren und bereits als Schreiner oder Maurer gearbeitet hatten, ihm also sehr viele praktische Informationen boten. Nach vier Jahren am Konstfack legte Eriksson seine Prüfung als Bauingenieur ab, entschied sich jedoch in dieser Zeit Architekt zu werden.

Nach dem Studium als Bauingenieur begann Nils Einar Eriksson Architektur daher 1918 Architektur an der KTH (Königlich Technische Hochschule) zu studieren und nach seinem Examen 1922 setzte er das Studium noch zwei Jahre in der Architekturabteilung der Kunsthochschule in Stockholm fort. Auf Grund seiner guten Ergebnisse erhielt Eriksson ein Stipendium, das ihm eine zweijährige Studienreise nach Italien, Frankreich, Griechenland und Tunesien erlaubte. Während seiner Studienjahre hatte Eriksson bereits bei Architekten wie Carl Åkerblad, Cyrillus Johansson und Hakon Ahlberg gearbeitet und Erfahrungen im Bauwesen gesammelt.

Nachdem Nils Einar Eriksson 1927 den ersten Preis in der Ausschreibung für das Nationernas Förbunds Hus in Genf gewonnen hatte, nahm Gunnar Asplund Kontakt mit ihm auf und Eriksson wurde Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Stockholmausstellung des Jahres 1930. Nach Abschluss dieser Arbeiten gründete Eriksson sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er jedoch bereits zwei Jahre später nach Göteborg verlegte. In Göteborg konnte Eriksson als ersten wichtigen Bau das Konzerthaus bauen, das am 4. Okober 1935 eingeweiht wurde und international gelobt wurde, da der Architekt hier zum einen zum spartanischen Funktionalismus griff, der sein Markenzeichen wurde, sondern auch, weil es ihm gelang die Akustik des Konzertsaals auf das höchste Niveau zu bringen. Anschließend sollte Eriksson noch mehrere bedeutende Bauten in Göteborg verwirklichen, unter anderem die Svenska Mässan, die Götaälvbron und das Folkets Hus.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Juni 2016

Der schwedische Architekt Alfred Grenander

Alfred Grenander kam am 26. Juni 1863 als Sohn eines Politikers in Skövde zur Welt und arbeite als Maurer bevor er Fortbildungskurse an der KTH (Königlich Technische Hochschule) in Stockholm besuchte. 1885 begann Grenander dann jedoch ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Berlin, das er 1888 abschloss. In den Folgejahren arbeitete Grenander in verschiedenen Architekturbüros, bis er 1896, gemeinsam mit Otto Spalding, ein unabhängiges Architekturbüro gründete, das allerdings nur bis 1903 existierte.

In Berlin engagierte sich Alfred Grenander ab 1902 am Bau der U-Bahn, was bereits 1905 dazu führte, dass Grenander zum Chefarchitekt des U-Bahn-Baus ernannt wurde. Bis 1931 war der Architekt dann mit dem Bau von rund 70 U-Bahnhöfen beschäftigt, die er teilweise im Jugendstil, teilweise in der modernen klassischen Bauweise entwarf. Noch heute sind große Teile dieser Bahnhöfe erhalten, was bedeutet, dass man die Hauptwerke Grenanders in Berlin findet, nicht in Schweden. Auch der Friedhof der schwedischen Gemeinde in Berlin, inklusive dem schmiedeeisernen Tor, entstammen der Feder des Architekten.

Auch wenn Alfred Grenander überwiegend in Berlin lebte und dort arbeitete, so hatte er bereits 1906 auch in Falsterbo ein Haus für sich gebaut in dem die Familie ihre Sommer verbrachte. In Falsterbo entstand die für die damalige Zeit vollkommen aus dem Rahmen fallende Villa Tångvalle, denn Grenander baute nicht nur ein rosa Gebäude im Jugendstil, sondern er schuf dabei auch ein Sommerhaus im modernsten deutschen Stil, denn das Gebäude glich in keiner Weise eine Stadtvilla, wie sie in Schweden zu jener Zeit üblich waren, und er passte das Gebäude zudem der Natur an, fügte eine große Veranda hinzu um im Freien essen zu können und baute einen Gesellschaftsraum in dem an auch  zahlreiche Freunde treffen konnte. Tångvalla unterscheidet sich noch heute von der schwedischen Architektur und selbst die anderen Häuser in Falsterbo, die Grenander entwarf, sind mehr dem schwedischen Geschmack angepasst.


26. Juni 1690: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs
26. Juni 1939: Der Göteborg-Kolorist Ivan Ivarson
26. Juni 1942: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens
26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
26. Juni 1987: Göteborger Humor in Film und Theater

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 1. April 2016

Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström

Lennart Kvarnström wurde am 1. April 1915 in Linköping als Sohn eines Bahnhofsinspektors geboren und machte im Jahre 1936 seine Hochschulreife am Technischen Gymnasium in Norrköping. Kvarnström machte danach indes kein Studium, sondern er begann unmittelbar nach seiner Hochschulreife in Architekturbüros in Göteborg zu arbeiten und ergänzte sein praktisches Wissen der Architektur mit mehreren Studienreisen in unterschiedliche Länder Westeuropas. Im Jahre 1951 öffnete Kvarnström dann ein eigenes Architekturbüro, wobei er jedoch nur ein Jahr später bei Göteborgs Förorter Chefarchitekt wurde, was ihm einige Jahre später dazu verhalf studierten Architekten gleichgesetzt zu werden und er die Aufgaben eines Stadtarchitekten wahrnehmen durfte.

Neben seiner Planungstätigkeit als Architekt für mehrere Vororte Göteborgs war Lennart Kvarnström auch Bauberater für den damaligen Ort Råda, Dozent für Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, Lehrer an der Sozialhochschule der gleichen Stadt und aktiv in der Planungsaktivität von Großgöteborg, wobei er hier auch einen Schwerpunkt auf das Sozialleben der Bewohner legte. In diesem Rahmen arbeitete Kvarnström intensiv mit Bertil Hultén zusammen, der um jene Zeit der Planungschef für die Entwicklung von Großgöteborg war. Diese Zusammenarbeit führte letztendlich auch zurück zur unabhängigen Tätigkeit als Architekt und dem Auftrag, gemeinsam mit Hultén, einen Villenvorort in Örebro zu planen und zu bauen.

Ohne Hochschulstudium in Architektur gelang es Lennart Kvarnström nicht Aufträge für monumentale Bauten zu erhalten, aber dennoch gelang es ihm nicht nur 1965 in Lund eine Professur in  Architektur zu erhalten, sondern ganzen Wohngebieten bei Göteborg, in Lund, Malmö, Borås und auch in Örebro seinen Stempel zu geben, da er gesamte Stadtteile mit Villen, Reihenhäuser, Mietshäusern und Schulen plante. Das bekannteste Werk des Architekten Kvarnström wurde jedoch das Hochhaus in Råda, das 1954 allerdings nur acht Stockwerke und doppelt so viele Mietwohnungen hatte und seit 2006 mit bedeutenden Umbauten und zwei weiteren Stockwerken weiterhin das Symbol des Råda torg im heutigen Mölnlycke darstellt.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin