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Donnerstag, 4. April 2019

Die Künstlerin und Regisseurin Fia-Stina Sandlund

Fia-Stina Sandlund kam am 4. April 1973 in einer liberalen, links orientierten Familie zur Welt und verbrachte ihre Kindheit in Linköping, einem Ort der Bürgerschicht in der die ganze Familie, die in Hippiekleidung unterwegs war, geradezu einen schreienden Kontrast bildete und Fia-Stina auch kaum akzeptiert wurde. Diese Situation änderte sich erst als Sandlund 1998 ein Studium an er Fotohochschule in Göteborg begann, das sie dann ab dem Jahr 2000 mit einem Studium am Konstfack in Stockholm ergänzte, wobei Sandlund von Beginn an vor allem eine Neigung zur Performance, Installationen und zum Filmen zeigte.

Bekannt wurde Fia-Stina Sandlund bereits 2001, als sie gemeinsam mit Joanna Rytel während der „Fräulein Schweden Gala“ die Bühne stürmte und die beiden Frauen eine Banderole mit der Aufschrift „Alter-Männer-Schleim“ hochhielten. Dabei ist Sandlund nicht einmal Feministin, sondern Künstlerin, die die Welt zum Nachdenken bringen will, damit in allen Bereichen des Lebens die Gleichstellung von Personen erreicht wird. In diesem Sinn sieht Sandlund auch die Grenzen der Kunst fließend, wenngleich sie bei allen ihren Werken Wert auf eine politische Botschaft legt, die man in der aktuellen Gesellschaft nur als radikal bezeichnen kann.

Die bisher bedeutendste Arbeit Fia-Stina Sandlunds ist die feministische Film-Trilogie Fröken Julie, bei der sie die frauenfeindlichen Meinungen August Strindbergs zerlegt und die Machtstrukturen der Gesellschaft zeigt. Sandlund, die zwischen 2007 und 2015 an diesen Kinofilmen arbeitete, schreibt mit diesem Film eine moderne Geschichte, die bei den meisten Betrachtern ein Unwohlsein hinterlässt, da Sandlund eine mögliche Gesellschaft zeigt, die jedoch erfordert, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Mut dazu findet in das kalte Wasser zu springen um Vorurteile zu überwinden. Fia-Stina Sandlund provoziert in der Kunst, in der Literatur und im Film, auch wenn sie weiß, dass sie damit nicht als Gesellschaftskritikerin gesehen wird, sondern als radikale Feministin, denn noch immer ist die Männergesellschaft nicht Vergangenheit.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1773: Der Schauspieler und Sänger Carl Magnus Craelius
4. April 1812: Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. April 2018

Der Kunsthandwerker Erik Fleming

Erik Fleming kam am 26. April 1894 als Sohn eines Direktors in Stockholm zur Welt und besuchte nach seiner Hochschulreife die Malerschule Caleb Althin in Stockholm, studierte 1915 für ein Jahr Maschinenbau in Berlin und anschließend zwei weitere Jahre Architektur in München, bevor er dann zurückkehrte nach Stockholm um seine künstlerische Ausbildung dort fortzusetzen. Im Jahr 1921 öffnete Fleming dann seine Silberschmiede „Atelier Borgila“ in der schwedischen Hautstadt, die er dann bis 1950 betrieb.

Bei seiner Arbeit als Silberschmied hatte Erik Fleming den großen Vorteil, im Gegensatz zu den meisten anderen Künstlern der Zeit, auf Grund seiner Maschinenbaustudiums, auch das Material Silber sehr gut zu kennen und damit höchste Qualität zu schaffen. Da um diese Zeit Silber meist auf industrielle Weise bearbeitet wurde, richtete sich Fleming auf Auftragsarbeit ein, die im Einklang mit dem Klassizismus der 20er Jahre stand, wobei er hierbei zehn Jahre später lediglich auf einen Teil der Ornamente verzichten musste. Der bedeutendste Auftrag Flemings war schließlich die Herstellung des staatlichen Hochzeitsgeschenks an Prinz Gustaf Adolf und Prinzessin Sibylla, ein Silberservice mit insgesamt 800 Teilen.

Erik Fleming, der am 14. November 1954 starb, verwirklichte auch sehr viel Kirchensilber jener Epoche und schuf die Embleme der schwedischen Armee. Nicht verwunderlich ist, dass Fleming bereits 1933 auch zum Hofsilberschmied ausgewählt wurde, was seinen Ruf als Künstler nur stärken konnte. Neben seiner Tätigkeit als Künstler wirkte Fleming auch als Lehrer im Kunsthandwerk, zwischen 1947 und seinem Tod sogar als Hauptlehrer für Metallarbeiten am Konstfack in Stockholm. Als Fleming sein Atelier 1950 an die Boliden AB verkaufte, wurde das Atelier in industrieller Form weitergeführt.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1910: Der schwedische Komponist Erland von Koch
26. April 1946: Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. März 2018

Die Glaskünstlerin Ingeborg Lundin

Ingeborg Lundin wurde am 30. März 1921 als Tochter eines Dekorationsmalers in Växjö geboren und zog mit der Familie noch als Kleinkind in die USA. Als die Mutter nur wenige Jahre später starb und sich der Vater erneut verheiratete, wurde Lundin zu einer Tante nach Schweden zurückgeschickt und wuchs daher in Vretstorp in Närke auf. Als Lundin die Grundschule beendet hatte, zog sie nach Stockholm und besuchte die Abendkurse am Konstfack, mit dem Ziel Zeichenlehrerin zu werden. Während des Studiums versorgte sich die spätere Glaskünstlerin mit verschiedenen Arbeiten und anschließend arbeitete sie in einigen Schulen Stockholms als Zeichenlehrerin.

Als die Glashütte Orrefors dann im Jahr 1947 einen Glasdesigner suchten, meldete sich Ingeborg Lundin unmittelbar, was mit einem Umzug ins Småland endete und dazu führte, dass Lundin eine der ersten weiblichen Designer wurde, die das Glas des Unternehmens neu gestalteten. Lundin hatte zu Beginn ein doppeltes Problem, nämlich Frau zu sein, und nichts vom Glasblasen zu verstehen, daher hatte sie es auch schwer im ersten Jahr in Orrefors ihre Ideen umzusetzen. Dank eines Glasbläsers, der ihr dabei half ihre Ideen zu verwirklichen, gelnag es Lundin dann 1948 ihre ersten gravierten Gläser in der Nordiska Kompaniet in Stockholm auszustellen, was der Beginn einer bedeutenden Karriere als Glaskünstlerin war.

Nach dem Lunningpreis im Jahr 1954 und einer Goldmedaille in Milan im Jahr 1957 gehörte Ingeborg Lundin, die am 26. Juli 1992 starb, zu den bedeutendsten Glaskünstlerin weltweit, wobei Lundin natürlich nicht nur Gebrauchsglas und Kunstglas schuf, sondern für Orrefors auch Glasservice schuf, die alle ihre persönliche künstlerische Linie trugen. Nach dem Tod des Künstlers Edvin Öhrström übernahm Lundin auch seine Aufgabe Glas in der Ariel-Technik herzustellen, also auch mit farbigem Glas zu arbeiten. Der Künstlerin gelang dieser Übergang auf einzigartige Weise, denn gelang der Künstlerin den Werken einen persönlichen Stempel aufzudrücken. Auf Grund der Krise Anfang der 70er Jahre musste Lundin 1971 Orrefors jedoch verlassen, und es sollte bis 1990 dauern bis die Künstlerin dann erneut in einer Glashütte Arbeit fand.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1888: Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Januar 2018

Der Künstler und Silberschmied Bertil Berggren Askenström

Bertil Berggren Askenström kam am 20. Januar 1917 als Sohn eines Kunstschmieds in Stockholm zur Welt und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in der Kunstschmiede seines Vaters, da seine Mutter an der Spanischen Grippe gestorben war noch bevor der zukünftige Künstler zwei Jahre alt war. Sowohl in der Schule, als auch privat, interessierte sich Berggren Askenström stark für das Kunsthandwerk und mit 13 Jahren kannte er die Grundlagen eines Kunstschmieds.

Nahezu als logische Folge besuchte Bertil Berggren Askenström nach Abschluss der Realschule erst eine Malerschule und belegte anschließend mehrere Kurse an der Tekniska Abendschule um Zeichnen, Malen, aber auch die Skulptur zu erlernen. Mit dieser soliden Grundausbildung schrieb sich Berggren Askenström dann 1935 am Konstfack ein und spezialisierte sich dort auf die Silberschmiederei. Diese Ausbildung legte der Künstler mit den höchst möglichen Noten und einer Silbermedaille ab, eine Leistung, die erst 35 Jahre später erneut von einem Schüler erreicht wurde.

Bertil Berggren Askenström, der mit nahezu jedem Material arbeitete, hatte seinen künstlerischen Durchbruch mit einer Ausstellung in der Lilla Galleriet in Stockholm Anfang der 50er Jahre, was auch dazu führte, dass der Künstler während der 60er Jahre zahlreiche Aufträge für sakrale Kunst erhielt und unter anderem auch den Altaraufsatz der Kirche in Bastuträsk schuf. Berggren Askenström entdeckte in dieser Zeit auch die verschiedenen Möglichkeiten mit Aluminium zu arbeiten, was ihm erlaubte enorme Kunstwerke zu schaffen, die den Künstler, der am 11. November 2006 in Stockholm starb, weltweit unsterblich machten.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1918: Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. Januar 2018

Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman

Pelle Hedman kam am 6. Januar 1861 als Per Erick Pärsson in Gimsbärke bei Borlänge als Sohn eines Landwirts zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Kunstausbildung an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, die er anschließend an der Kunstakademie fortsetzte, bevor er seine Fähigkeiten bei einem Aufenthalt in Paris perfektionierte. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich arbeitete Hedman für alle größeren Zeitungen Stockholms, um sich erst mit 72 Jahren zu pensionieren, ein halbes Jahr vor seinem Tod am 10. August 1933.

Pelle Hedman, der zeitweise im Künstlerkreis um Anders Zorn verkehrte, war Zeit seines Schaffens der vermutlich am häufigsten engagierte Zeichner der Stockholmer Presse, da, vor der Zeit der Fotografie, nur Künstler wie Hedman Leben in eine Zeitung oder Zeitschrift bringen konnten. Erst mit Einbruch des 20. Jahrhunderts musste Hedman daher von der Illustration vor allem zur Karikatur wechseln, was ihm hervorragend glückte, da er mit allen künstlerischen Methoden eng vertraut war.

Pelle Hedman hatte auch in der Stadt seine Kindheit auf dem Bauernhof nicht vergessen, denn zahlreiche seiner Zeichnungen und Illustrationen schildern sehr deutlich das ländliche Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Erfolg lag jedoch nicht nur an den beeindruckenden Zeichnungen und Malereien, die das Leben der Bevölkerung schilderten, sondern der Künstler wagte sich, vor allem bei seinen Karikaturen, die Grenzen der offiziellen Darstellungen zu sprengen. Bereits 1895 veröffentlichte Hedman eine Zeichnung bei der sich der König Oscar II. und sein Gast, Senator Liss Olof Larsson, von hinten zeigen, sich also vom Künstler abwenden.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 5. Januar 2018

Die Malerin und Textilkünstlerin Gerd Göran

Gerd Göran kam am 5. Januar 1919 als Gerd Akre in Karmansbo im Västmanland zur Welt, verbrachte jedoch ihre Jugend überwiegend in Karlstad. Mit 17 Jahren begann Göran erst eine Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack in Stockholm, um ihre Ausbildung dann jedoch an der Kunstindustriellen Schule mit dem Schwerpunkt Textilkunst zu beenden. Nur zwei Jahre nachdem Gerd Göran ihre Ausbildung im Jahre 1941 abgeschlossen hatte, heiratete sie den Skulpteur Niklas Göran.

Noch im Jahr als Gerd Göran ihre Ausbildung abschloss, wurde sie Teilhaberin in einer Weberei bei Arvika, was der Künstlerin eine große Freiheit beim Schaffen ihrer Textilkunst gewährte. In den 40er Jahren reihte sich daher auch nahezu eine Ausstellung ihrer Werke an die andere, unter anderem auch in der Kunsthalle in Arvika und bei Liljevalchs in Stockholm. Nach einer längeren Studienreise nach Italien und Frankreich im Jahre 1951 begann Göran sich auch der Malerei zu widmen und ihre Textilkunst nahm neue Formen an.

In den 50er Jahren begann Gerd Göran mehr und mehr an Textilkollagen zu arbeiten und Textilmuster zu entwerfen, was auch zu einem der bekanntesten Tapetenmuster jener Zeit führte. In den darauf folgenden Jahrzehnten erhielt Göran auch mehrere öffentliche Aufträge, unter anderem von der Universität und dem Zentralkrankenhaus in Karlstad. Mittlerweile sieht die 100-jährige Künstlerin kaum noch und kann schon lange keine neuen Muster mehr schaffen, auch wenn sie weiterhin künstlerisch aktiv ist und sich nun vor allem durch Farben ausdrückt. Die Künstlerin selbst nennt die Werke der letzten Jahre „Spiele“, die man noch immer in neuen Ausstellungen bewundern kann.


5. Januar 1559: Kristina Nilsdotter, eine starke Frau Schwedens 
5. Januar 1667: Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft 
5. Januar 1674: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf 
5. Januar 1814: Polizeichef Nils Henrik Liljensparre
5. Januar 1910: Alfred Ander, vor dem Raubmord und der Guillotine
5. Januar 1943: Die schwedischen Internierungslager ab 1943 
5. Januar 1949: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden 
5. Januar 1960: Der Flugplatz Arlanda in Stockholm
5. Januar 1964: Der schwedische Politiker C.-H. Hermansson
5. Januar 1970: Flugzeugabsturz beim Stockholmer Flugplatz Arlanda

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Svensk Form um schwedisches Design bekannt zu machen

Bereits im Jahre 1845 hatte der schwedische Volksforscher und Künstler Nils Månsson Mandelgren eine Sonntagsschule gegründet in der Kunsthandwerker das Zeichnen als Grundlage für Design lernen konnten. Dieser Schule fügte Mandelgren am 6. Oktober 1845 den Verein Svenska Slöjdföreningen an, einen Verein, der heute unter dem Namen Svensk Form bekannt ist und im Auftrag der Regierung die Formgebung und das Design schwedischer Künstler und Kunsthandwerker national und international bekannt machen soll, insbesondere durch die Herausgabe der Zeitschrift Form, durch die Vergabe von Preisen und das Organisieren von Ausstellungen.

Nils Månsson Mandelgren hatte die Svensk Slöjdförening, die 1976 den Namen Svensk Form annahm, gegründet um das schwedische Kunsthandwerk gegen die steigende Industrialisierung zu verteidigen, die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte und begann Massenproduktionen auf dem Markt zu verbreiten. Gleichzeitig wollte er einen Gegenpol zur wachsenden Anzahl an Handwerkern schaffen, die keiner Gilde angeschlossen waren und teilweise schlechte und billige Imitate anboten. Mit diesem Gedanken stand Mandelgren natürlich nicht allein da, denn auch die Tekniska Skolan, das heutige Konstfack in Stockholm, wurde in jenen Jahren aus dem gleichen Grund gegründet.

Aber auch wenn die Formgebung von Beginn an bedeutend für den heutigen Svensk Form war, so richtete sich dies bis Ende des 19. Jahrhunderts mehr auf Kunstgegenstände und erst ab 1896 wurde das Alltagsdesign, unter anderem Möbel, bedeutend, in einer Zeit, als auch Frauen der Zugang zu künstlerischen Ausbildungen möglich geworden war, die bis 1857 auch von jeder Ausbildung des Vereins ausgeschlossen waren. Der Verein Svensk Form, der sich heute vor allem durch Ausstellungen einen Namen macht, spielte während der ersten 100 Jahre seines Bestehens eine bedeutende Rolle in der Geschichte von schwedischem Design und Kunsthandwerk, denn der Vorläufer von Svensk Form war eine der treibenden Kräfte für sie Stockholmausstellung 1851, die Stockholmausstellung 1897, die 15 Jahre später organisiert wurde, sowie für die Stockholmausstellung 1930 und die Helsingborgausstellung 1955.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1872: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. Oktober 1888: Der schwedische Künstler Einar Nerman 
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1946: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. August 2016

Der schwedische Designer Carl-Arne Breger

Carl-Arne Breger wurde am 29. August 1923 in Trelleborg geboren und besuchte ab 1943 das Konstfack in Stockholm um Dekorationsmaler zu werden. Nach Ende seiner Ausbildung im Jahre 1948 kam der erste Auftrag der Svensk Filmindustri, ein 15 Meter langes Bild von Gina Lollobrigida als Werbung für das Chinateatern in Stockholm. Bereits 1953 schlug Breger dann jedoch eine neue Karriere ein, denn er wurde bei Gustavsberg als Musterzeichner eingestellt und hatte die Aufgabe für Service modernere Muster zu finden um das Porzellanangebot des Unternehmens zu erweitern.

Sehr bald wechselte Carl-Arne Breger jedoch von der Abteilung der Musterzeichner in die Abteilung für Sanitärwaren und Plastik über, was ihm nicht nur neue Aufgaben brachte, sondern Breger auch ermöglichte als Designer aktiv zu werden, obwohl er in keiner Weise dafür ausgebildet war. Sein erstes Design, ein Waschbecken, wurde bereits zu einem Verkaufserfolg für Gustavsberg, genau genommen zum meist verkauften Waschbecken des Unternehmens, das noch heute in vielen Badezimmern zu finden ist.

Sehr bald ging Carl-Arne Breger dann von Keramik auf Plastik über und schuf unzählige Alltagsprodukte, die man zum Teil ebenfalls noch heute in den schwedischen Haushalten finden kann. Seine Rolle als Plastik-Designer wurde so bedeutend, dass er 1960, nach einem bedeutenden Preis als Designer, allgemein als „Mister Plast“ bekannt wurde. Sein bekanntestes Produkt, das man mittlerweile nur noch in Auktionen finden kann, war eine farbige Wasserkanne aus Plastik, die damals für 2 Kronen 75 angeboten wurde und die heute kaum unter 1500 Kronen zu erhalten ist. Die Entwicklung dieser Wasserkanne verschlang 18 Monate, der Verkauf lief nur etwas über ein Jahr, da man feststellte, dass beim Verschweißen der beiden Teile ein giftiges Gas freigesetzt wurde.

Im Jahre 1959 gründete Carl-Arne Breger dann sein eigenes Designbüro in Malmö, was ihm erlaubte seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. In Malmö entstanden knapp 3000 Produkte, die Breger entwickelte und vom Design eines Mikrowellenherdes und über ein Kinderfahrrad bis zu einem Butterbehälter und Zahnbürsten führen. Obwohl Breger mit seinen Ideen ständig im täglichen Leben Schwedens auftaucht, ist er der Mehrheit der Bevölkerung nahezu unbekannt, denn wer interessiert sich schon dafür welcher Designer einem Staubsauger oder einem Waffeleisen die Form gab, denn vom Verkauf überzeugt meist die Werbung eines Herstellers.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1880: Die schwedische Künstlerin Maj Bring
29. August 1902: Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös 
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Juli 2016

Der schwedische Künstler John Carlson

John Carlson, oft auch Carlsson geschrieben, kam am 16. Juli 1896 in Överselö im Södermanland zur Welt und neigte sehr früh zur Kunst, denn bereits zwischen 1912 und 1915 besuchte er Abend- und Sonntagskurse an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, und ging anschließend in die USA um sein Kunststudium am Pratt Institute und der Art Students League in New York fortzusetzen. Carlson sollte bis 1929 in den USA bleiben und, neben Landschaften, insbesondere Indianer malen, was dem Künstler nicht nur in Schweden, sondern auch in den USA, eine besondere Rolle verleiht und ihm den Titel „Indianermaler“ einbrachte.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden machte John Carlson zwischen 1932 und 1934 eine weitere Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm, vor allem um sich im Krokizeichnen zu verbessern. Parallel hierzu machte er Studienreisen in mehrere europäische Länder. Anschließend malte Carlson vor allem Landschaften aus Lappland, Gotland und der Umgebung Stockholms. Der Erfolg ließ auch in Schweden nicht lange auf sich warten, was eine Aufzeichnung des Künstlers aus dem Jahre 1959 zeigt, denn bei einer Ausstellung mit 73 Gemälden verkaufte er sämtliche Bilder am ersten Tag, einige davon sogar doppelt, was anschließend einige Probleme mit sich brachte. Carlson schrieb, dass es sich an diesem Tage mehrere Feinde fürs Leben gemacht hatte.

Obwohl über den Künstler John Carlson, der am 31. März 1979 in Sundbyberg starb, kaum etwas bekannt ist und nur wenige seiner Gemälde in schwedischen Museen zu finden sind, leben seine eigenen Erzählungen weiter, die einen gefragten Künstler und Exzentriker zeigen. So schreibt Carlson über eine Ausstellung im Folkets Hus in Sundbyberg des Jahres 1974, dass er dort eine 14-tägige Ausstellung hatte, aber als am Sonntag nach der Vernissage das Publikum kam, waren die Räume leer, da sämtliche Bilder bereits verkauft waren. Carlson hatte allerdings am Abend der Vernissage nicht nur alle Bilder verkauft, sondern sie den Käufern auch gegen Bezahlung ausgehändigt, nach dem Motto, dass es unsinnig sei noch zwei Wochen lang Bilder zu zeigen, die ohnehin nicht mehr verkäuflich seien.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden
16. Juli 1743: Henrik Magnus von Buddenbrock wird hingerichtet
16. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland
16. Juli 1868: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
16. Juli 1952: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
16. Juli 1983: Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 10. Juli 2016

Die Künstlerin Gunvor Svensson Lundkvist

Gunvor Svensson Lundkvist kam am 10. Juli 1916 in Göteborg zur Welt und ging im Alter von 18 Jahren nach Stockholm um dort in der weiblichen Abteilung des heutigen Konstfack ein Kunststudium zu beginnen, das sie jedoch bereits nach sehr kurzer Zeit wieder aufgab, wie auch eine Ausbildung an der Målarskolan Henrik Blomberg. Svensson Lundkvist bevorzugte von 1935 bis 1937 das Krokizeichnen beim Skulpteur Mikael Katz zu erlernen und wechselte 1937 zur Kunstakademie über um unter Eric Grate Skulptur zu studieren.

Nach Abschluss des Studiums kam für Gunvor Svensson Lundkvist erst eine Ehe und zwei Kinder, ein Vikariat für ihren Mann am Konstfack, und einige längere Reisen der Familie nach Süd- und Mitteleuropa. Erst nach der Rückkehr im Jahre 1952 nahm Svensson Lundkvist ihre künstlerische Aktivität wieder auf und richtete sich eine Atelier in der Wohnung auf Södermalm in Stockholm ein. Ihren Durchbruch hatte die Künstlerin dann 1955, als sie an einer Ausschreibung des Königlichen Münzkabinetts teilnahm und mit zwei Arbeiten aufgenommen wurde, einer Medaille mit Tage Aurell und seiner Romangestalt Martina, sowie einer Gedenkmedaille zu Ehren von Cajsa Warg. Nach diesem Erfolg begannen sich die Aufträge zu mehren.

Es folgten Erinnerungsmünzen, Skulpturen und Wandreliefs, wobei Gunvor Svensson Lundkvist zwischen 1969 und 1984 auch den Auftrag für die Erinnerungsmünzen der Svenska Akademien erhielt. Dennoch sollte es noch bis 1987 dauern bis Svensson Lundkvist ihre erste eigene Ausstellung in der Galerie Cephus hatte, der noch im gleichen Jahr eine weitere Ausstellung folgte. In nur wenigen Jahren entwickelte sich die Künstlerin, die am 8. Mai 2009 in Västerås starb, zu einer der bedeutendsten Gegenwartskünstlerinnen Schwedens in der Medaillenkunst und der Herstellung von Reliefporträts. Einige ihrer Werke findet man heute im Nationalmuseum und im Königlichen Münzkabinett in Stockholm.


10. Juli 1735: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
10. Juli 1862: Die finnlandschwedische Künstlerin Helene Schjerfbeck
10. Juli 1877: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
10. Juli 1894: Elov Persson und Familie Kronblom
10. Juli 1942: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
10. Juli 1970: Der Weg der schwedischen Sängerin Helen Sjöholm

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 27. Mai 2016

Die schwedische Künstlerin Astrid Sampe

Astrid Sampe kam am 27. Mai 1909 als Tochter eines Fabrikanten in Nacka bei Stockholm zur Welt. Zwischen 1928 und 1932 besuchte Sampe die Tekniska Skolan in Stockholm, das heutige Konstfack und, zeitweise parallel dazu die Royal College of Art in London. Nach Abschluss ihrer Studien unternahm die Künstlerin und Designerin zahlreiche Studienreisen in andere Länder um sich insbesondere mit den internationalen Trends in der Textil- und Teppichkunst vertraut zu machen, einem Thema, dem sie bis zu ihrem Lebensende am 1. Januar 2002 treu blieb.

Im Jahre 1935 wurde Astrid Sampe bei der Nordiska Kompaniet angestellt und nur ein Jahr später zur Direktorin der neu eingerichteten Textilkammer ernannt. Auch wenn Sampe bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1971 die gleiche Position behielt, revolutionierte sie die Textilindustrie Schwedens. Für Astrid Sampe war die Pensionierung allerdings auch nur ein Neustart, denn unmittelbar danach gründete sie in Stockholm ihr eigenes Atelier für Textildesign und Innenausstattung, was ihr ermöglichte weitaus breiter zu arbeiten als vorher.

Vieles, was man heute in Schweden als selbstverständlich betrachtet, geht im Grunde auf Astrid Sampe zurück, den sie führte in Schweden den Textildruck, unter anderem auch den Fotodruck, ein, war die erste, die mit Kunstfasern arbeitete und damit Kleidung schuf, die sich bei Regen nicht unmittelbar mit Wasser vollsaugte und sie arbeitete an Textilien, die noch heute als Theatervorhänge dienen oder bedeutende Gebäude weltweit schmücken. Sampe war in den 70er Jahren auch die erste Textildesignerin Schwedens, die mit Hilfe eines Computer Textilmuster entwickelte. Da eines der von ihr entworfenen Küchenhandtücher nach noch über 50 Jahren in den Geschäften zu finden ist, reicht der Ruf Sampes weit über ihren Tod hinaus, auch wenn kaum noch jemand ihren Namen kennt.


27. Mai 1859: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
27. Mai 1873: Die Krone macht in Schweden ihren Einzug
27. Mai 1901: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
27. Mai 1953: Die Krankenversicherung in Schweden
27. Mai 1962: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens
27. Mai 1965: Der Tierpark Kolmården, der Safaripark Schwedens
27. Mai 2010: Der Käsetag in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 14. März 2016

Die Textilkünstlerin und Innenausstatterin Elsa Gullberg

Elsa Gullberg kam am 14. März 1886 als Elsa Svensson in einer gut bürgerlichen Familie in Malmö zu Welt und hatte ursprünglich das Ziel Ärztin zu werden. Da jedoch die Firma des Vaters während ihrer Jugend in Konkurs ging und dieser dann plötzlich starb als Gullberg gerade einmal 17 Jahre alt war, zerschlug sich dieser Traum aus finanziellen Gründen und Gullberg musste nach einem neuen Beruf Ausschau halten, in einer Zeit, als die Berufswahl für Frauen in Schweden sehr beschränkt war.

Elsa Gullberg ging nach Stockholm um sich dort an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack einzuschreiben um Gebrauchskunst zu studieren. Nach dem Abschluss ihres Studiums hatte Gullberg das Glück von Lilli Zickerman im Verein für schwedisches Kunsthandwerk angestellt zu werden, die um diese Zeit ländliche Textilien aus ganz Schweden erfasste, was Gullberg tiefgreifende Kenntnisse in der Textilkunst brachte. Mit dieser Anstellung verdiente die Künstlerin mehr Geld als sie benötigte, was ihr Studienreisen nach Paris, London und Dresden ermöglichte. Bei diesen Reisen beschäftigte sich Gullberg nicht nur mit künstlerisch hergestellten Textilien, sondern auch mit ihrer industriellen Fertigung.

Im Jahre 1917 begann Elsa Gullberg dann in Schweden an der Herstellung von industriellen Textilien zu arbeiten die die gleiche Qualität hatten wie handwerklich oder künstlerisch hergestellte Textilien, wobei sie dabei gleichzeitig auch eine Arbeitsvermittlung gründete, die Textilkünstler an die Textilindustrie vermittelte um dort die Qualität und die künstlerische Entwicklung zu fördern. Der Durchbruch kam für Elsa Gullberg im Jahre 1924, als sie von Ivar Tengbom beauftragt wurde sämtliche Textilien für das Konzerthaus in Stockholm zu liefern. Nur wenige Jahre später gründete Elsa Gullberg, die am 1. März 1984 starb, das erste Einrichtungsunternehmen Schwedens, wobei die Künstlerin 1930 auch mit einem Gobelin an der Stockholmausstellung 1930 teilnahm und 1935 den künstlerischen Filmdruck auf Textilien nach Schweden brachte.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 13. März 2016

Die schwedische Textilkünstlerin Maja Sjöström

Maja Sjöström kam am 13. März 1868 als Tochter eines regionalen Staatsbeamten in Bärslöv zur Welt und begann bereits sehr früh viel zu zeichnen und zu malen. Als Sjöström 18 Jahre alt war, zog sie nach Stockholm um dort die höhere kunstindustrielle Schule zu besuchen, das heutige Konstfack. In einem Milieu, das sonst für die höhere Bürgerschicht reserviert ist, studierte Sjöström vor allem das Musterzeichen.

Mit dieser Ausbildung in der Tasche begann Maja Sjöström ab Ende der 90er Jahre für die Handarbetets Vänner (Freunde der Handarbeit) zu arbeiten, was dazu führte, dass Sjöström ein größeres Textilwerk für die Stockholmausstellung lieferte, das Wilhelm Röntgen erwarb als er seinen Nobelpreis in Empfang nahm. Als Ragnar Östberg den Auftrag erhielt das Stadshuset in Stockholm zu bauen, beauftragte er Maja Sjöström mit der Innendekoration. Sjöström entwarf zwischen 1916 und 1923 sämtliche Textilien, die man noch heute im Stockholmer Rathaus (Stadshuset) sehen kann.

Maja Sjöström holte dabei auch viele Ideen aus Italien, das Sie in diesen Jahren mehrmals besuchte um Östberg wirklich internationale Kunst bieten zu können. Nach Abschluss des Auftrags ging Sjöström ganz nach Italien um sich dort ihreer Kunst zu widmen. Ihr Problem wurde jedoch, dass sie eine große Anhängerin von Mussolini wurde, was ihre Arbeiten während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden, und vielen anderen Ländern, unverkäuflich machte. Als Sjöström im Jahre 1961 in Rom starb, war sie nahezu vergessen und konnte lediglich auf eine einzige Ausstellung in der Nachkriegszeit zurückblicken, die das Röhsska Museum in Göteborg organisiert hatte.


13. März 1809: Revolution in Schweden
13. März 1822: Nils Lorens Sjöberg und die schwedische Lyrik Ende
13. März 1848: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
13. März 1854: Der schwedische Sprachforscher Adolf Noreen
13. März 1885: Der Kinodirektor Anders Sandrew
13. März 1942: 17 schwedische Tageszeitungen werden beschlagnahmt
13. März 1974: Die schwedische Popsängerin Linda Bengtzing

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Januar 2016

Der schwedische Künstler Carl Eldh

Als Carl Eldh am 26. Januar 1954 in Stockholm starb, gehörte er zu den bedeutendsten Skulpteuren Schwedens dessen öffentliche Werke im ganzen Land zu finden waren. Für die Nachwelt wurde Eldh sogar zum Symbol der Arbeiterbewegung, da er ursprünglich aus  sehr einfachen Verhältnissen kam und seine späteren Skulpturen eine große Stärke ausdrückten, die rein akademische Künstler um diese Zeit nicht erreichen konnten. Das letzte und größte Werk Eldhs, das Hjalmar Branting gewidmet ist, wurde bereits 1935 in Auftrag gegeben, 1947 gegossen und erst 1952 in Stockholm aufgestellt, zwei Jahre vor seinem Tod.

Carl Eldh kam am 10. Mai 1937 als Sohn eines Schmieds in Film im Uppland zur Welt und wuchs daher in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Für die Kunst entschied sich Eldh, nach mehreren verschiedenen Arbeiten, als er 19 Jahre alt war und er eine künstlerische Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, in Stockholm begann. Da sich der Künstler vor allem auf Ornamente von Bauwerken spezialisiert hatte, wurde er nach Abschluss seines Studiums als Ornamentskulpteur bei der Restaurierung der Domkirche in Uppsala  eingesetzt, was Eldh letztendlich nicht auf die Dauer befriedigte, da er eigene Werke schaffen wollte und nicht nur nach Anleitung von Architekten arbeiten wollte, die ihn als Kunsthandwerker schätzten.

Im Jahre 1897 begab sich Carl Eldh auf eine mehrjährige Studienreise nach Paris, die er vor allem durch den Verkauf eigener Holzschnitzereien finanzierte. Bereits 1900 repräsentierte der Künstler dann mit sein Werk Oskuld (Unschuld) Schweden auf der Pariser Weltausstellung und nach weiteren zwei Jahren Ausbildung an der Académie Calorossi erhielt er im Salon von Paris eine Goldmedaille für sein Werk Modersorg och Linnea. Während seine Arbeiten in Paris noch als gefühlsmäßig weich bezeichnet werden können, wurden die Skulpturen Eldhs nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1904 zu Monumenten, die Stärke und Kraft ausdrückten.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte Carl Eldh, neben Carl Milles und Christian Eriksson, zu den meist beschäftigten Skulpteuren Schwedens, wobei man einige seiner bedeutendsten Porträtbüsten im Garten der Stockholmer Stadthaus (Rathaus) sehen kann. Seiner Tochter Brita verdankt man, dass man heute im Bellevueparken in Stockholm auch das frühere Atelier des Künstlers besuchen kann. In diesem Museum findet man, außer den Werkzeugen des Künstlers und vielen Privatgegenständen, über 400 Arbeiten in Gips, Stein, Ton und Bronze, die den Besuchern das Schaffen Eldhs vor Augen führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Januar 2016

Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien

Bertil Vallien kam am 17. Januar 1938 in sehr einfachen Verhältnissen als Bertil Wallin in Stockholm zur Welt und wuchs in einem strengen freireligiösen Haus auf, das er jedoch bereits im Alter von 15 Jahren verließ. Nach den verschiedensten Hilfsarbeiten, unter anderem als Dekorateur im Kaufhaus PUB und als Malerlehrling bei seinem Vater, entschied sich Vallien Künstler zu werden. 1955 schrieb sich Vallien in den vorbereitenden Kursen am Konstfack ein, wo er zwei Jahre später als Student akzeptiert wurde und sich bald auf Keramik spezialisierte.

Nach Abschluss seiner Ausbildung und dem Erfolg, dass der schwedische König seine Abschlussarbeit kaufte, musste Bertil Vallien jedoch feststellen, dass die Kunst warten musste, denn die Glashütte in der Vallien angestellt wurde verlangte gut verkäufliche Gebrauchsartikel und keine Kunst. Auch bei Kosta, zu der Vallien bald wechselte, hatte das gleiche Ziel. Der Künstler war daher gezwungen über viele Jahre hinweg nahezu ausschließlich Massenartikel wie Trinkgläser oder auch Service zu schaffen und die Techniken des Glashandwerks verbessern. Erst ab Mitte der 80er Jahre sollte es Vallien wirklich gelingen parallel und erfolgreich an Kunst und Handwerk zu arbeiten.

Bertil Vallien gilt heute als einer der bedeutendsten Erneuerern der Glaskunst weltweit, dessen bedeutendstes Werk man als Flügelaltar in der Domkirche in Växjö finden kann. Dass Vallien neue Wege der Glaskunst suchte, konnte man bereits sehr früh entdecken, denn er war der Verfechter der Theorie, dass schwedisches Gebrauchsglas nur dann überleben kann, wenn es einen individuellen Touch hat und nicht auf einfache Wege industriell nachgemacht werden kann, ein Prinzip, das die Glashütte Kosta von ihm übernahm. Zum anderen unterscheidet sich Vallien von fast allen anderen Glaskünstlern dadurch, dass er Glas nicht als Reflektor von Licht betrachtet, sondern in Glas die verschiedenen Lichteinflüsse sammeln will. Nach Vallien soll Glas nicht Licht abgeben, sondern Licht aufnehmen.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. November 2014

Der schwedische Künstler Olof Ahlberg

Olof Ahlberg kam am 18. November 1876 in Storhögen im Jämtland zur Welt und arbeitete, trotz seinem frühen Interesse für Kunst, bis zu seinem 22. Lebensjahr auf dem elterlichen Gut. Erst in diesem Alter entschied sich Ahlberg dann ganz auf auf die Kunst zusetzen. Das Handwerk als Holzschnitzer erwarb er bei einem Ornamentbildhauer in Umeå, bevor er sich 1901 an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, einschreiben konnte. Fünf Jahre lang blieb Ahlberg an der Kunsthochschule bis er von seinem Können wirklich überzeugt war.

Allerdings sollte es für Olof Ahlberg, aus finanziellen Gründen, noch Jahre dauern bis er sich als Künstler in Stockholm selbständig machen konnte. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, schnitzte der Künstler erst einmal Holzornamente für eine Möbelfabrik, zeichnete Schmuck für einen Goldschmied, arbeitete in einer Kunstgießerei und führte Stuckarbeiten aus. Einen Teil seiner künstlerischen Einflüsse hatte Ahlberg während einer Studienreise nach Deutschland und Paris gewonnen, einer Reise, die ihm ein Stipendium des Kammerkollegiums ermöglicht hatte.

Im Jahr 1907 fand Olof Ahlberg eine Atelierwohnung in Stockholm in der er, gemeinsam mit seiner Frau, nahezu sein gesamtes künstlerische Leben verbrachte. Der Künstler, der sich ab den 20er Jahren mehr und mehr von der italienischen Skulptur beeinflussen ließ, arbeitete mit nahezu jedem Material, bevorzugte jedoch Bronze und Granit, die es ihm ermöglichten die klassische Ästhetik in seinen Werken auszudrücken. Die Werke von Olof Ahlberg sind bis heute wenig bekannt, auch wenn er selbst im schwedischen Nationalmuseum in Stockholm zu finden ist. Die größte zusammenhängende Sammlung Ahlbergs findet man heute im Stadtmuseum in Östersund, da der Künstler bei seinem Tode alle seine Werke der Stadt vermachte, die er immer noch als seine Heimat betrachtete.


18. November 1832: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
18. November 1844: Die inoffizielle schwedische Nationalhymne
18. November 1888: Der schwedische Filmregisseur Gustaf Molander
18. November 1928: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
18. November 1944: Die revolutionäre Bischöfin Caroline Krook
18. November 2003: Ein Super Puma stürzt vor Göteborg ins Meer

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. Juni 2014

Der schwedische Textilkünstler Hans Krondahl

Hans Krondahl wurde am 30. Juni 1929 in Bertilstorp in Skåne (Schonen) geboren und entschied sich sehr früh für die Laufbahn eines Künstlers. Als er sich dann 1955 am Konstfack in Stockholm einschrieb, wählte er allerdings zu Beginn die Malerei. Dort kam er jedoch bald mit der Textilkunst in Berührung, was dazu führte, dass er seine Pläne änderte und zur Textilabteilung wechselte. Sehr schnell sollte sich zeigen, dass er sich richtig entschieden hatte, denn noch während seiner Studien am Konstfack wurde Krondahl von Astrid Sampe des Stockholmer Kaufhauses NK (Nordiska Kompaniet) entdeckt und 1959 lieferte er seine erste künstlerische Textilarbeit an NK.

Nach Abschluss seiner Ausbildung richtete sich Hans Krondahl sein eigenes Atelier ein und spezialisierte sich für monumentale textile Bildkunst im öffentlichen Raum. Bedeutend für seine künstlerische Entwicklung wurde dabei eine zweimonatige Studienreise nach Japan, denn nach seiner Rückkehr begann Krondahl die westliche und die östliche Textilkunst zu vereinen und schaffte einige seiner bedeutendsten Werke, was auch dazu führte, dass ihm 1965 der Lunningpreis (Lunningpriset) verliehen wurde. In mehreren seiner Werke findet man allerdings auch die Sagenwelt Skånes in moderner Form wieder.

Hans Krondahl, der seit den 60er Jahren auch als Kunstlehrer, später als Kunstprofessor, in der ganzen Welt arbeitet, gehört zu den vielseitigsten Textilkünstlern Schwedens, der sich durch seine Farbenpracht und die expressive Linienbildung auszeichnet. Krondahl wurde 1988 als erster Textilkünstler Schwedens Professor für Textilkunst und textiles Design an der HDK (Högskolan för Design och Konsthandverk) in Göteborg. Seine Werke findet man heute in den bedeutendsten Museen, unter anderem auch im Röhsska Museum in Göteborg. Eines seiner bedeutendsten Werke sakraler Kunst kann man in der Domkirche in Lund betrachten.


30. Juni 1812: Die schwedische Künstlerin Josabeth Sjöberg
30. Juni 1839: Johan Olof Wallin, von Gedichten zu Psalmen 
30. Juni 1882: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
30. Juni 1887: Erik Berglund, der Schauspieler, der einer Wurst den Namen gab
30. Juni 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
30. Juni 1939: Die schwedische Politikerin Anna-Greta Leijon
30. Juni 1944: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
30. Juni 1953: Elsa Beskow, jedes Jahr ein neues Kinderbuch
30. Juni 2006: Klippans Bruk, die erste Papierfabrik Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Juni 2014

Die schwedische Künstlerin Vera Nilsson

Vera Nilsson hatte das Glück am 1. Juni 1888 in Jönköping in einer für ihre Zeit sehr offenen Familie zur Welt zu kommen, die nicht nur der Meinung war, dass auch alle Töchter eine Ausbildung benötigen, sondern auch deren Neigungen förderten. Auf Grund ihrer Neigung zum Zeichnen und Malen konnte sich Nilsson daher an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, zur Zeichenlehrerin ausbilden und ihre Studien anschließend  an der Kunsthochschule Valand in Göteborg  und an der Académie de la Palette des Kubisten Le Fauconnier durch eine Kunstausbildung erweitern.

Nachdem sich Vera Nilsson mit den verschiedensten Richtungen der Malerei beschäftigt hatte, ging die Künstlerin vollständig zu einer expressionistischen Formsprache über, die die bedeutendsten Kunstkritiker Schwedens mit den Worten ausdrückten, dass Nilsson die einzige schwedische konsequente Expressionistin sei. Wenn man ihre Landschaften Ölands betrachtet, so sucht man vergeblich einen blauen Himmel oder die Wasseroberflächen, die Touristen auf die Insel lockt, sondern man findet die Stufe Ölands während der Apokaslypse. Vera Nilsson drückte in ihren Gemälden das aus, was man hinter der Kulisse findet und einem Erdbeben folgt.

Vera Nilsson wurde jedoch auch bahnbreitend für die Kunst im öffentlichen Raum, da sie sich in den 50er Jahren dafür einsetzte den Hauptbahnhof der U-Bahn Stockholms durch eine künstlerische Ausschmückung in eine farbenprächtige Kathedrale zu verwandeln. Nilsson nahm Kontakt mit zahlreichen Politikern der schwedischen Hauptstadt auf und überzeugte den Verantwortlichen der U-Bahn von ihrer Idee. Der Erfolg dieses Einsatzes war 1957 ihr Werk Det Klara som trots allt inte försvinner und die Tatsache, dass mit diesem Schritt die Kunst ihren Einzug bei Haltestellen der U-Bahn und der Eisenbahn hielt. Die Werke Vera Nilssons findet man heute in allen großen Kunstmuseen Schwedens.


1. Juni 1675: Massenhinrichtung von schwedischen Hexen
1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland 
1. Juni 1713: Johan Runius, der erste Mundartdichter Schwedens 
1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin