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Samstag, 16. Februar 2019

Die Schriftstellerin Eva von Zweigbergk

Eva von Zweigbergk kam am 16. Februar 1906 als Tochter eines Chefredakteurs und einer Journalistin als Eva Alkman in Göteborg zur Welt und begann nach einer kürzeren Ausbildung an der Kunsthochschule Valand und einem Studium in Kunstgeschichte und Englisch an der Universität Uppsala 1929 bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, der Zeitung, der sie bis 1969 treu bleiben sollte. Von Zweigbergk arbeitete die ersten Jahre insbesondere als Kritikerin von Kinder- und Jugendbüchern, schrieb über Kunstgeschichte und arbeitete zudem als Übersetzerin, bevor sie in den 40er Jahren selbst die ersten Kinderbücher veröffentlichte.

Die ersten Jahre ihres Berufslebens waren für Eva von Zweigbergk auch von privaten Problemen begleitet, da sie sich in der Ehe mit Einar Malm nicht zufrieden fühlte und ihr Liebhaber Vilhelm Moberg lediglich eine stabile Affäre suchte, sich jedoch nicht von seiner Frau scheiden lassen wollte. Von Zweigbergk ließ sich nach der einjährigen Affäre jedoch scheiden und fand mit der nächsten Ehe mit einem Rechtsanwalt die Stabilität um sich auch für die Rechte der Frau im Journalismus einzusetzen, wobei die Journalistin 1937 auch Chefredakteur für die neu eingeführter Frauenseiten der Dagens Nyheter wurde.

Ab den 40er Jahren begann Eva von Zweigbergk auch mehr und mehr als Kulturjournalistin zu arbeiten und begann eigene Kinderbücher zu schreiben, angefangen von Bilderbüchern, die bekannte Illustratoren bebilderten, bis zu Anthologien und Jugendromanen. Die bedeutendste Leistung der Schriftstellerin wurde 1965 dann die erste Geschichte des Kinderbuches in Schweden, das die Zeitspanne von 1750 bis 1950 umfasste. Die Kinder- und Jugendbücher der Autorin zeigen auch deutlich den Übergang von den traditionellen Werken, die immer eine Art gesellschaftliche Lehre beinhalteten zur moderneren Literatur, da die Werke  von Zweigbergks in der Stadt, im Arbeitsleben und anderen Umgebungen spielen, die in der älteren Kinderliteratur Schwedens nicht beachtet wurden.  Eva von Zweigbergk starb am 15. Februar 1984 in Stockholm.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
16. Februar 1944: Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Wörterbuch Deutsch-Schwedisch

Montag, 28. Januar 2019

Die schwedische Künstlerin Tora Holmström

Als Tora Holmström am 28. Januar 1967 im Alter von 86 Jahren in Lund starb, gehörte sie zu jenen Künstlerinnen Schwedens, die nahezu bis zum Tode aktiv waren und sie hinterließ eine bedeutende Sammlung an Werken, die man  nicht nur in zahlreichen Museen des Landes, sondern auch im Nationalmuseum in Stockholm finden kann. Holmström gehörte mehreren Künstlergruppen an, unter anderem der Gruppe de tolv und hatte zu zahlreichen anderen Künstlerinnen Schwedens ein sehr enges Verhältnis, mit dem Ziel auch Frauen einen Platz innerhalb der Welt der Kunst zu erobern.

Tora Holmström kam am 2. März 1880 in Tottarp als Tochter eines Geologen zur Welt und erhielt dadurch nicht nur eine gute Bildung, sondern wurde auch sehr früh dazu ermuntert ihren eigenen Weg zu gehen. Mit 16 Jahren begann Holmström eine Kunstausbildung in Kopenhagen, ging dann nach Lund um ab 1897 unter Carl Wilhelmson an der Malerschule Valand in Göteborg zu studieren. Nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland und einigen Studienreisen konnte die Künstlerin dann 1906 erstmals an einer Gruppenausstellung teilnehmen und damit die Öffentlichkeit erreichen.

Wie sehr viele Künstler dieser Zeit, so waren die ersten Gemälde Tora Holmströms sehr stark von der Nationalromantik geprägt, die Anfang des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht hatte. Nach einem Studienaufenthalt an der Académie Colarossi in Paris und weiteren Studienreisen, öffnete sich die Künstlerin jedoch mehr und mehr dem Modernismus, dem Kubismus, dem Expressionismus und selbst dem Surrealismus, was im krassen Widerspruch zu den Anfangswerken stand, jedoch die Persönlichkeit der Künstlerin sehr deutlich ausdrückt. In diesen Jahren schuf Tora Holmström auch ein Netzwerk weiblicher Künstler, das sich über die gesamte südliche Hälfte Schwedens erstreckte und, unter anderem, auch Ellen Trotzig und Ester Almqvist mit einschloss.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
28. Januar 1773: Der Regierungsbeamte Axel von Rosen
28. Januar 1859: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
28. Januar 1929: Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts
28. Januar 1938: Der Biochemiker und Nobelpreisträger Tomas Lindahl
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants
28. Januar 2006: Das Schlittschuhunglück bei Ridö im Mälaren 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. April 2018

Der schwedische Künstler Olof Sager-Nelson

Olof Sager-Nelson kam am 13. September 1868 als Sohn eines Landwirts in By im Värmland zur Welt, wurde jedoch von seiner Großmutter und Tante väterlicherseits erzogen, da die Mutter starb als Sager-Nelson gerade einmal vier Jahre alt war und der Vater wenig später nach Amerika auswanderte, da er sonst wegen Veruntreuung vor Gericht gestanden hätte. Obwohl Sager-Nelson nur vier Jahre lang die Oberschule besucht hatte, schrieb er sich 1885 an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg ein um Ingenieur zu werden. Zwei Jahre später stelle Sager-Nelson jedoch fest, dass er das Studium kaum schaffen werde und wandte sich daher der Kunst zu.

Von 1888 bis 1890 studiert Olof Sager-Nelson dann an der Kunsthochschule Valand bei Bruno Liljefors das Malen und kam, dank des Künstlers Carl Larsson, mit dem Kunstmäzenen Pontus Fürstenberg in Kontakt, der sich entschied den angehenden Künstler finanziell zu unterstützen. Fürstenberg finanzierte Sager-Nelson im Jahr 1893 auch eine Studienreise nach Paris, wo Sager-Nelson Künstler wie Edouard Manet oder auch Gaugin traf, die ihn bei seinen späteren Werken stark inspirierten. Noch bedeutender war dann jedoch das Zusammentreffen mit den finnischen Symbolisten, die sich zu jener Zeit in Paris niedergelassen hatten.

Zurück in Schweden entstanden dann die bedeutendsten Werke des Künstlers, die  Sager-Nelson selbst so beschrieb, dass er nicht nur das äußere Erscheinungsbild der Personen darstelle, sondern auch die Seele und das Gefühl der abgebildeten Personen, was sich, unter anderem, auch dadurch ausdrückte, dass der Künstler alle Gesichter in einem grün-gelben Ton malte. Als Olof Sager-Nelson 1895 erneut für einige Tage nach Paris ging, brach dort die vermutlich seit langem ruhende Tuberkulose aus, die ihn letztendlich in ein Sanatorium in Algerien brachte, wo er am 11. Aril 1896 im Alter von nur 27 Jahren starb, in einem Hotel, das den symbolischen Namen Terminus hatte. Werke des Künstlers findet man im Nationalmuseum in Stockholm und im Göteborger Kunstmuseum.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1882: Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. März 2018

Der Designer und Künstler Edvin Ollers

Edvin Oller kam am 28. März 1888 als Edvin Olsson als Sohn eines Buchbinders in Norrtälje zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Ausbildung an der höheren kunstindustriellen Schule in Stockholm. Im Jahr 1909 schrieb sich Ollers dann ein weiteres Jahr an der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg ein um anschließend als Lehrer in der Kunstausbildung in Stockholm zu arbeiten, was ihm jedoch genügend Freizeit ließ um auch einer künstlerischen Aktivität nachgehen zu können und dazu führte, dass er sich ab 1916 intensiver um Kunst und Design kümmerte.

Die Chance für Edvin Oller kam mit der Hemutställningen 1917 in der Kunsthalle Liljevalch in Stockholm, die vom Verband für Kunsthandwerker organisiert wurde. Da auch die Glashütten Schwedens dort neue Produkte vorstellen wollten und Oller bereits einige Ideen hatte, suchte er nach einer künstlerischen Anstellung in den Glashütten, was jedoch nicht so einfach war, da Simon Gate bereits von Orrefors damit beauftragt worden war und Wilhelm Kåge bei Gustavsberg aktiv war. Dank der Vermittlung durch Elsa Gullberg gelang es Ollers dann jedoch bei der Glashütte Kosta beschäftigt zu werden.

Auch wenn Edvin Oller dann nur ein Jahr lang bei Kosta beschäftigt war, zeigte sich schon in dieser kurzen Zeit die Fähigkeit des Künstlers, denn Ollers präsentierte hier Glaskunst, die sich durch einfache Formen heraushob, gleichzeitig aber auch praktisch anwendbar war und zudem preisgünstig erworben werden konnte. Die grüne Farbe der Gläser schuf er indem er dem Glas geriebene Splitter von Schuhcremedosen beimischte. Diese kreativen Eigenschaften halfen Edvin Oller, der am 2. Dezember 1959 in Stockholm starb, später nicht nur in mehreren Glashütten aktiv zu werden, sondern ermöglichtem ihm auch in mehreren kunsthandwerklichen Richtung seine Fähigkeit als Designer zu zeigen.


28. März 1760: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
28. März 1800: Der Kunstsammler Axel Bielke af Åkerö
28. März 1882: Eigil Schwab, Künstler, Illustrator und Karikaturist
28. März 1893: Der schwedische Architekt Gustaf Clason 
28. März 1922: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. März 2017

Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström

Tora Vega Holmström kam am 2. März 1880 als Tochter eines Geologen in Tottarp in Skåne (Schonen) zur Welt und wuchs in einem Heim auf in dem Kunst und Kultur eine wichtige Rolle spielte. Frühe Aufzeichnungen Holmströms lassen darauf hinweisen, dass sie sie sehr früh zur Malerei neigte. Mit 16 begann Holmström in der Gipsschule in Kopenhagen dann ihre künstlerische Ausbildung, die sie ein Jahr später mit anatomischen Studien in Lund fortsetzte um schließlich ab 1900 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg unter Carl Wilhelmson Malerei zu studieren. Die Künstlerin setzte anschließend ihre Ausbildung noch bei Adolf Hölzel in Dachau und an der Académie Colarossi in Paris fort bevor die Künstlerin 1907 nach Schweden zurückkehrte.

Während die frühen Gemälde der Künstlerin deutlich die Züge der Nationalromantik zeigen, fing Tora Vega Holmström jedoch sehr bald, und beeinflusst von ihren Reisen, auf den Modernismus und den Kubismus über um schließlich beim Expressionismus und teilweise dem Surrealismus anzukommen. Holmström griff bei ihren Gemälden insbesondere zu Pastell und Öl, wobei die Künstlerin vor allem bei den Pastellgemälden der 20er Jahre mit einer nicht-figurativen Formsprache eine ungemeine Stärke zeigt, die man um diese Zeit in ihren Ölgemälden noch vermisst.

Um sich das ganze Leben der Kunst widmen zu können, erklärte Tora Vega Holmström sehr früh dass sie weder heiraten würde noch Kinder wolle. Beides setzte sie in Tat um, schuf jedoch einen Künstlerkreis weiblicher Künstler Schwedens in dem man auch Ellen Trotzig und Ester Almqvist findet. Auch wenn Holmström auch zahlreiche religiöse Gemälde verwirklichte, die von Kritikern oft als visionär bezeichnet wurden, so wurde ihr Kennzeichen die Landschaft Skånes mit seinen Hügeln. Sehr oft findet man in diesen Gemälden auch Pferde oder Stiere, die geradezu ein Kennzeichen Holmströms wurden. Gemälde von Tora Vega Holmström, die am 28. Januar 1967 starb, findet man heute, unter anderem im Nationalmuseum in Stockholm.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Dezember 2016

Der schwedische Künstler Reinhold Callmander

Reinhold Callmander wurde am 25. Dezember 1840 als Sohn eines Priesters in Örebro geboren und zog nach der Grundschule und dem Besuch des technischen Gymnasiums in Örebro 1860 nach Stockholm um dort Schüler des Dekormalers Fredrik Liljeblads zu werden und um sich auf die Kunstakademie vorzubereiten. Sein Studium an der Kunstakademie in Stockholm wurde jedoch unterbrochen durch Kunststudien in Antwerpen, Düsseldorf und Paris und ein Reisestipendiums, das Callmander von der Witwenkönigin Josefina verliehen wurde. Nach Abschluss seines Studiums und einem längeren Aufenthalt in Skåne (Schonen) zog Callmander 1877 nach Göteborg.

In Göteborg entwickelte sich Reinhold Callmander zu einer der bedeutendsten Künstlergestalten seiner Zeit, wobei er dort nicht nur Konservator und Sekretär des Künstlervereins wurde, sondern auch zu den Gründern der heutigen Kunsthochschule Valand gehört, als Lehrer für Ornamentsmalerei tätig war und unter dem Namen Callmus zahlreiche Illustrationen für die verschiedensten Zeitungen zeichnete. Im Nebenberuf war Callmander zusätzlich als Dekormaler aktiv und schuf eines seiner Meisterwerke, denn er dekorierte die Decke das heutigen Palacehuset in Göteborg für Pontus Fürstenberg mit einem Motiv aus der Sage Amor och Psyke, zu der Viktor Rydberg später sein bekanntes Gedicht Psyke verfasste.

Reinhold Callmander, der am 1. November 1922 in Bollebygd starb, widmete sich jedoch nicht nur der Malerei, sondern der Künstler gilt auch als einer der Vorreiter der modernen Glasmalerei. Diese Aktivität faszinierte Callmander so stark, dass er 1888 ein Glasunternehmen übernahm um daraus das erste Unternehmen Schwedens für Glasmalerei zu machen. Wie bedeutend dieses Unternehmen wurde, zeigt sich daran, dass man die gläsernen Werke Callmanders in zahlreichen Kirchen des Landes finden kann, unter anderem der Oscar Fredriks Kirche in Göteborg und der Kathedrale Uppsalas.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1156: Der schwedische König Sverker den äldre
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Dezember 1909: Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander
25. Dezember 1928: Der schwedische Opernsänger Rolf Björling
25. Dezember 1932: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue 
25. Dezember 1964: Jonas Sjöstedt, Vorsitzender der Linken Schwedens
25. Dezember 2005: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Oktober 2016

Die Kunsthochschule Valand in Göteborg

Am 4. Oktober 1865 wurde in Göteborg die Musei Ritskola in den Räumen der Ostindischen Kompanie eröffnet und nahm bereits im ersten Jahr etwa 170 Schüler auf. Während der ersten vier Jahre war der Unterricht vor allem ein künstlerischer Zusatzunterricht für Schüler der Göteborger Schulen, die hier am Zeichenunterricht teilnahmen. Vier Jahre nach der Eröffnung wurde dann auch erstmals Unterricht im Malen gegeben, was der Schule allerdings bald neue Schüler brachte, nämliche Erwachsene, die dort ein Ausbildung im künstlerischen Malen suchten.

Als die Musei Ritskola Erwachsene zu unterrichten begann, ging der Schritt direkt zu einer künstlerischen Ausbildung, mit einem Prinzip, das relativ neu war. Die erwachsenen Schüler waren nämlich zur Hälfte Frauen, die in der Kunstakademie in Stockholm noch mit starkem Rückhalt akzeptiert wurden und dort daher eine bedeutende Minorität ausmachten. Die Musei Ritskola, die heute als Kunsthochschule Valand bekannt ist, hatte mit der Wahl der Schüler allerdings einen Hintergedanken, denn die Frauen, die ausschließlich aus gutem Hause kamen, mussten für den Unterricht bezahlen und damit die Schule mitfinanzieren, und die angenommenen Männer sollten, ohne hohen finanziellen Einsatz, zu Künstlern ausgebildet werden, erhielten daher also auch eine weitaus bessere Ausbildung.

Diese Idee sollte dazu führen dass in den ersten 20 Jahren der späteren Kunsthochschule Valand Künstler wie Carl Larsson, Bruno Liljefors und Carl Wilhelmson entstanden, die heute aus der nordischen Kunstgeschichte nicht mehr wegzudenken sind. Eine der wenigen Frauen, die sich in jener Zeit zu einer anerkannten Künstlerin entwickelte, war Hanna Pauli. Den Namen Valand erhielt die Kunstschule erst 1951, als zur Abteilung für Zeichnen und Malen auch die Skulptur gekommen war. Dennoch sollte es noch bis 1970 dauern bis die Kunstschule von der Stadt übernommen wurde und nicht mehr ständig nach neuen Sponsoren suchen musste. 1977 wurde die Kunstschule zur Hochschule ernannt und in die Göteborger Universität integriert, was zum Namen Kunsthochschule Valand führte.


4. Oktober 1550: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
4. Oktober 1872: John Wigforss, vom Bohème-Revolutionär zum Konservatismus
4. Oktober 1894: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und Antidemokratie
4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht
4. Oktober 1920: Der schwedische Musiker Charlie Norman
4. Oktober 1935: Das Konzerthaus in Göteborg und seine Geschichte 
4. Oktober 1953: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte) 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. August 2016

Die schwedische Künstlerin Agnes Cleve-Jonand

Agnes Cleve-Jonand kam am 23. August 1876 als Tochter eines Professors unter dem Namen Agnes Cleve in Uppsala zur Welt und erhielt daher eine Ausbildung, die der gehobenen Bürgerklasse entsprach. Nach dem Besuch des heutigen Konstfack in Stockholm, heiratete Cleve-Jonand im Jahre 1901 und zog mit ihrem Mann nach Göteborg, wo sie die Kunsthochschule Valand besuchte und bald darauf mit ihrem Lehrer Carl Wilhelmsson eine Liebschaft begann. Ihre Ehe sollte dennoch bis 1911 halten, um dann jedoch mit einer Scheidung zu enden, da sich die Künstlerin für ein unabhängiges Leben entschieden hatte.

Da Agnes Cleve-Jonand sich um diese Zeit jedoch nicht von der freien Kunst ernähren konnte, nahm sie Privatschüler auf und lebte von Zuschüssen des Vaters. 1913 ging die Künstlerin dann nach Paris um unter Henri Le Fauconnier Kunst an der Académie de la Palette zu studieren. In Paris traf Cleve-Jonand dann auch ihren zweiten Mann, John Jon-And, der ebenfalls Künstler war. Cleve-Jonand heiratete 1915 Jon-And, der nahezu 20 Jahre jünger war als sie. Diese Ehe sollte bis zum Tod des Ehemanns im Jahre 1941 halten, da Jon-And ihr Streben nach einer gewissen Unabhängigkeit als Frau und ihre künstlerische Arbeiten respektierte und förderte.

Agnes Cleve-Jonand, die am 26. Mai 1951 in Stockholm starb, gehört zu den eigenwilligsten Künstlerinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die sich weigerte „Frauenthemen“ zu malen, sondern zum Kubismus und zum Expressionismus mit städtischen Motiven und Fabriken griff, einem Bereich, der als männlich bezeichnet wurde. Wirklich Aufmerksamkeit erregte die Künstlerin erstmals 1937 bei einer Ausstellung in Paris, als ihre Bilder neben jenen von Sigrid Hjertén hingen. Obwohl sie kurz später eine deutsche Zeitschrift als die bedeutendste Künstlerin Schwedens bezeichnete, geriet Cleve-Jonand nach ihrem Tod nahezu in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren beginnt man sich wieder für die Künstlerin zu interessieren, wobei einige wenige ihrer Gemälde auch im Kunstmuseum Göteborg und im Museum in Gävle zu finden sind.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1889: Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm
23. August 2010: Der schwedische Künstler Elis Aidanpää 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Ivar Arosenius

Ivar Arosenius kam am 8. Oktober 1878 als Sohn eines Eisenbahningenieurs in Göteborg zur Welt und begann mit 15 Jahren seine erste künstlerische Ausbildung, wenn auch nur  bei einem Amateuraquarellmaler in seiner Schule. Diese Ausbildung führte jedoch Arosenius auf den Weg zum Künstler, denn nur ein Jahr später schrieb er sich an der Malerschule Valand, der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg ein und wiederum ein Jahr später, parallel dazu, auch an der Kunsthandwerklichen Schule der westschwedischen Stadt. 1898 wurde Arosenius dann an der Kunstakademie Stockholm aufgenommen, aber da er mit dem dortigen Unterricht unzufrieden war, wechselte er 1998 zur Malereischule des Künstlerverbands in Stockholm und kehrte letztendlich zurück nach Valand.

Im Jahre 1902 hatte Ivar Arosenius seine erste Ausstellung in der die Werke der Schüler Valands ausgestellt wurden. Unmittelbar danach begann der Künstler eine Studienreise, die ihn erst nach München, anschließend nach Paris und schließlich in die Normandie führen sollte. Im August 1904 kehrte Arosenius nach Schweden zurück und ein Jahr später stellte er 86 Aquarelle in der Ausstellung der unabhängigen Künstler aus, allerdings ohne von den Kritikern besonders beachtet zu werden. Die größte Aufmerksamkeit erlangte der Künstler erst im Jahre 1907, als Hasse Zetterström eine Sondernummer von Söndags-Nisse herausgab in der ausschließlich Zeichnungen von Arosenius zu finden waren, auch wenn Arosenius sich hier vor allem als Satiriker auszeichnete und weniger als künstlerischer Maler.

Im Herbst 1907 zog Ivar Arosenius erst nach Göteborg und wenig später nach Älvängen, wo die Mutter seiner Frau ein kleines Häuschen besaß in dem sich die junge Familie niederlassen konnte. Nur ein Jahr Jahr später hatte Aosenius dann mit einer Ausstellung bei Valand seinen tatsächlichen Durchbruch als Künstler, den er jedoch nur kurze Zeit genießen konnte, da er bereits am 2. Januar 1909 an einem Blutpfropfen starb. Die größte Sammlung der Werke des Künstlers, der erst nach seinem Tod international anerkannt wurde, findet man heute im Kunstmuseum in Göteborg. Auch sein bekannteste Bilderbuch Katteresan wurde erst wenige Monate nach seinem Tod der Öffentlichkeit vorgestellt.


8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones
8. Oktober 1978: Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Juli 2015

Der schwedische Künstler Fritz Lindström

Fritz Lindström kam am 5. Juli 1874 unter dem Namen August Fredrik Lindström in der einfachen Bürgerschicht Stockholms zur Welt und wurde sehr früh beim Dekorationsmaler Carl Grabow in die Lehre geschickt, wo er die Bekanntschaft des späteren Künstlers Björn Ahlgrensson machte. Während dieser Zeit arbeitete das Atelier Grabow vor allem in der Theaterdekoration, was bisweilen eine sehr eintönige Arbeit war. Im Alter von 18 Jahren entschloss sich Lindström daher eine Künstlerausbildung bei Richard Bergh an der Malerschule des Stockholmer Künstlerverbands zu machen. Unmittelbar nach dieser ersten Ausbildung ging Lindström an die Kunsthochschule Valand in Göteborg, wo er das Glück hatte Carl Larsson als Lehrer zu erhalten.

Nach seiner Ausbildung in Göteborg, setzte Fritz Lindström seine Studien erst in Kopenhagen und später in Paris fort. Als der Künstler im Jahre 1900 nach Schweden zurückkehrte, zog er in die Nähe Arvikas ins Värmland, wo sich bereits sein Freund Ahlgrensson niedergelassen hatte. Nur drei Jahre später schloss sich Lindström der dortigen Rackstadgruppen an und zog nach Rackstad, einem Ort, dem er künstlerisch über 50 Jahre lang treu bleiben sollte. Zahlreiche seiner Landschaftsbilder wurden am See Racken gemalt, der für den Künstler eine Inspirationsquelle war. Lindström war damit einer der wenigen schwedischen Künstler jener Zeit, die das Landleben nicht nur innerhalb der damaligen Modeerscheinung als Ideal für das künstlerische Schaffen betrachtete.

Auch wenn Fritz Lindström, der am 4. Januar 1962 in Arvika starb, heute vor allem für seine Landschaftsmalereien bekannt ist, so gelang es ihm während der ersten Jahre im Värnland kaum ein Gemälde zu verkaufen und die einzige Chance zum Überleben wurde die Porträtmalerei. Über 20 Jahre lang musste Lindström mit finanziellen Problemen kämpfen. Dass Lindströms Landschaftsmalerei gegen 1930 plötzlich bekannt wurde, war mehr einem Zufall zu verdanken, denn als der damalige Direktor des Stockholmer Nationalmuseums in Arvika eine Ausstellung eröffnete, entdeckte er die Landschaftsgemälde des Künstlers und zeigte sich begeistert. Der Kunstkenner hatte unmittelbar das einzigartige Schaffen Lindströms gesehen, eines Perfektionisten, der seine Landschaften gerne mit etwas roter Farbe leuchtender machte.


5. Juli 1568: Die erste bürgerliche Königin Schwedens: Karin Månsdotter
5. Juli 1793: Der schwedische Maler Alexander Roslin
5. Juli 1919: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
5. Juli 1942: Karin Swanström und der schwedische Film
5. Juli 1987: Eine Fokker F-28 landet auf dem Flughafen Emmaboda

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 2. Juli 2015

Der schwedische Künstler Georg Pauli

Georg Pauli kam am 2. Juli 1855 als Sohn eines Apothekers und Fabrikanten in Jönköping zur Welt und gehörte einem Geschlecht an, das seit 1625 dem schwedischen Adel angehörte. Pauli studierte, mehrmals durch längere Reisen unterbrochen, ab 1871 an der Kunstakademie in Stockholm und vervollständigte seine Studien in Paris und Italien. Nach seiner Rückkehr nach Schweden heiratete Pauli die Künstlerin Hanna Hirsch und ab 1893 wurde er Lehrer an der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg, die bereits damals künstlerische Maler ausbildete. Als Hauptwohnsitz wählte das Ehepaar jedoch Stockholm, wo die beiden 1905 die Villa Pauli errichten ließen.

Auch wenn Georg Pauli bereits während seiner Studienzeit an der Kunstakademie davon träumte, ähnlich Michelangelo oder Rafael, gigantische Bilder an Wände zu malen, so war er nach seiner Ausbildung erst einmal jahrelang auf der Suche nach einem eigenen Stil und begann in Frankreich mit der Freiluftmalerei um jedoch Mitte der 80er Jahre dann mehr und mehr auf nationalromantische Motive aus der Sagenwelt und der nordischen Mythologie uzusteigen, wobei er vor allem mit letzteren einen gewissen Erfolg hatte. In dieser Zeit war Pauli auch Mitglied des Künstlerverbands in Stockholm und gehörte zur Gruppe der Opponenterna, die sich gegen den klassischen Unterricht an der Kunstakademie auflehnten.

Ab Mitte der 90er Jahr hatte Georg Pauli das Glück, dass in Schweden die Monumentalmalerei wieder in Mode kam und der Künstler, gemeinsam mit einigen anderen Künstlern, an der Ausschmückung der Privatgalerie von Pontus Fürstenberg in Göteborg beauftragt wurde. Nach einigen weiteren Aufträgen dieser Art kam dann der Durchbruch für Pauli, denn er bekam den Auftrag das Treppenhaus des heutigen Stadtmuseums Göteborg zu dekorieren, eine Aufgabe bei der der Künstler erstmals zur Technik der Fresken griff. Die Motive, die Pauli aus der Kulturgeschichte Göteborgs nahm, machten ihn zu einem der bedeutendsten Dekorationsmaler zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Neben den Fresken im Göteborger Museum gelten auch die Arbeiten im Stockholmer Opernhaus als Meisterwerke Paulis.


2. Juli 1859: Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. Juni 2015

Der Göteborg-Kolorist Ivan Ivarson

Als Ivan Ivarson, oft auch Ivarsson geschrieben, am 26. Juni 1939 in Paris starb, war er im Grunde nur in Künstlerkreisen bekannt, obwohl der Künstler an sehr vielen Ausstellungen teilgenommen hatte und heute als einer der bedeutendsten Göteborg-Koloristen bezeichnet wird. Ivarson, der zeitweise unter Depressionen litt und einen starken Drang zum Alkohol hatte, war zu sehr von französischen Künstlern wie Paul Cézanne beeinflusst um in der Heimat von Kritikern positiv bewertet zu werden, sein starkes Farbenspiel, das ihn gerade von anderen Künstlern unterschied, wurde in Schweden nahezu als entartet betrachtet.

Ivan Ivarson war am 20. Juli 1900 in Göteborg zur Welt gekommen und hatte von 1922 bis 1925 in der dortigen Kunsthochschule Valand unter Tor Bjurström, der stark vom Expressionismus beeinflusst war und seinen Schülern die Liebe zur Farbe vermitteln konnte, Malerei studiert. Die wahre Kraft der Farben entdeckte Ivarson jedoch erst während seines ersten Aufenthalts in Paris, wo er sich von 1927 bis 1929 mit der Künstlerin Märta Taube, seiner künftigen Ehefrau, aufhielt. Nach seiner Rückkehr nach Schweden ließ er sich kurze Seit im dänischen Helsingör nieder, um sich anschließend jedoch überwiegend in Göteborg und im Bohuslän aufzuhalten.

Die eindrucksvollsten und ausdrucksstärksten Gemälde Ivan Ivarsons entstanden zu Beginn der 30er Jahre, als er sich auf Stenungsö im Bohuslän aufhielt, seine Leinwände immer größer wurden und Ivarson die Farben teilweise von der Tube direkt auf die Leinwand drückte. Wer die Bilder dieser Epoche sieht, versteht auch seine Aussage, dass er Farbe am liebsten gegessen hätte, denn so stark war seine Beziehung zu den leuchtenden Farben, die typisch für die Göteborg-Koloristen waren. Ivarson, der vor allem mit seiner Landschaftsmalerei überzeugt, erhielt 2010 eine Sonderausstellung im Kunstmuseum Göteborg, wo sich auch einige seiner bekanntesten Werke befinden.


26. Juni 1690: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs 
26. Juni 1942: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens 
26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht 
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe 
26. Juni 1987: Göteborger Humor in Film und Theater

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 27. Januar 2015

Der schwedische Künstler Frank Heyman

Frank Heyman kam am 27. Januar 1880 als Sohn eines schwedischen Großhändlers und dessen deutschen Frau in Göteborg zur Welt und entschied sich sehr früh für eine künstlerische Laufbahn. Im Alter von 14 Jahren begann er unter Georg Pauli an der Kunsthochschule Valand in Göteborg Kunst zu studieren, wobei aus dieser Zeit allerdings überwiegend Karikaturen überliefert sind. Fünf Jahre später ging Heyman nach München und begann ernsthaft klassische Skulptur und Architektur zu studieren, was ihm eine akademische Kunstausbildung brachte.

Als Frank Heyman im Jahre 1901 für seinen Militärdienst nach Göteborg zurückkehrte, hatte er nicht nur gelernt Kunst zu schaffen, sondern er brachte mit der Theosophie auch eine neue religiöse Einstellung mit. Ab diesem Zeitpunkt betonte er, dass er in jedem Kunstwerk Religion und Kunst verbindet und dies eine natürliche Einstellung zur Kunst sei, eine Meinung, die um diese Zeit von keinem anderen schwedischen Künstler akzeptiert wurde. Nach seinem Umzug nach Långö bei Strömstad begann der Künstler an seinem Lebenswerk zu arbeiten, einem Symboltempel mit Meditationsskulpturen mit einer Mischung aus ägyptischer und assyrischer Architektur.

Auch wenn Frank Heyman zahlreiche Skulpturen fertigstellte und bis zu seinem Lebensende an Modellen und Skizzen für den Tempel arbeitete, so wurde dieser aus Geldmangel und dem vorzeitigen Tod durch Lungentuberkulose am 3. April 1945, nie fertiggestellt, denn Heyman fand keinen Sponsor unter all den Theosophen, die er weltweit kontaktierte. Heyman zeigte eine enorme Schaffenskraft, aber als Außenseiter der schwedischen Kunst gelang es ihm während seines Leben nur eine einzige Skulptur zu verkaufen, an einen Künstlerkollegen. Einen Teil der Zeichnungen Heymans findet man heute im Skissernas museum in Lund. Die einzige Ausstellung, die an den Künstler erinnern sollte, kann 1951 im Kunstmuseum in Göteborg nachgewiesen werden.


27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm 
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour 
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund 
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 1. Juni 2014

Die schwedische Künstlerin Vera Nilsson

Vera Nilsson hatte das Glück am 1. Juni 1888 in Jönköping in einer für ihre Zeit sehr offenen Familie zur Welt zu kommen, die nicht nur der Meinung war, dass auch alle Töchter eine Ausbildung benötigen, sondern auch deren Neigungen förderten. Auf Grund ihrer Neigung zum Zeichnen und Malen konnte sich Nilsson daher an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, zur Zeichenlehrerin ausbilden und ihre Studien anschließend  an der Kunsthochschule Valand in Göteborg  und an der Académie de la Palette des Kubisten Le Fauconnier durch eine Kunstausbildung erweitern.

Nachdem sich Vera Nilsson mit den verschiedensten Richtungen der Malerei beschäftigt hatte, ging die Künstlerin vollständig zu einer expressionistischen Formsprache über, die die bedeutendsten Kunstkritiker Schwedens mit den Worten ausdrückten, dass Nilsson die einzige schwedische konsequente Expressionistin sei. Wenn man ihre Landschaften Ölands betrachtet, so sucht man vergeblich einen blauen Himmel oder die Wasseroberflächen, die Touristen auf die Insel lockt, sondern man findet die Stufe Ölands während der Apokaslypse. Vera Nilsson drückte in ihren Gemälden das aus, was man hinter der Kulisse findet und einem Erdbeben folgt.

Vera Nilsson wurde jedoch auch bahnbreitend für die Kunst im öffentlichen Raum, da sie sich in den 50er Jahren dafür einsetzte den Hauptbahnhof der U-Bahn Stockholms durch eine künstlerische Ausschmückung in eine farbenprächtige Kathedrale zu verwandeln. Nilsson nahm Kontakt mit zahlreichen Politikern der schwedischen Hauptstadt auf und überzeugte den Verantwortlichen der U-Bahn von ihrer Idee. Der Erfolg dieses Einsatzes war 1957 ihr Werk Det Klara som trots allt inte försvinner und die Tatsache, dass mit diesem Schritt die Kunst ihren Einzug bei Haltestellen der U-Bahn und der Eisenbahn hielt. Die Werke Vera Nilssons findet man heute in allen großen Kunstmuseen Schwedens.


1. Juni 1675: Massenhinrichtung von schwedischen Hexen
1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland 
1. Juni 1713: Johan Runius, der erste Mundartdichter Schwedens 
1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

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Freitag, 8. November 2013

Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht

Åke Göransson starb am 8. November 1942 im Alter von 40 Jahren in der Psychiatrie in Göteborg an Tuberkulose. Der Maler war in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und zeigte sehr früh ein Nervenleiden, das jedoch erst in den 30er Jahren als Schizophrenie diagnostiziert wurde. Bis heute ist über Göransson nur sehr wenig bekannt, da er jahrelang isoliert lebte und sich in die Malerei geflüchtet hatte. Erst ein Jahr vor seinem Tod wurde die Größe dieses Malers entdeckt, der heute zu den wichtigsten Vertretern der Göteborgskoloristen gehört.

Auch wenn Åke Göransson ab 1924 die Kunsthochschule Valand in Göteborg besuchte, so hatte er sich bereits seit seiner frühen Jugend mit Farben und Kunst beschäftigt, auch wenn er wenig Zeit dazu fand, da er sich den Lebensunterhalt erst als Friseurhilfe und später als Friseur verdienen musste. Ab 1920 lernte der Künstler im Fernstudium dann Zeichnen und Malen. Auch Valand konnte Göransson nur sehr eingeschränkt besuchen, da sein Beruf sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Bedeutend für seine Entwicklung war jedoch, dass er dort Künstler wie Ivan Ivarson und Inge Schiöler kennenlernte und dabei den Weg zu den Koloristen fand.

Bereits 1928 beendete Åke Göransson sein Kunststudium auf Grund seiner psychischen Probleme und ab 1930 isolierte er sich vollkommen von der Umwelt und blieb ausschließlich in der Wohnung seiner Mutter im Göteborger Stadtteil Landala. In den Folgejahren schuf der Maler etwa 50 Bilder, wobei er sich auf Stillleben, Selbstporträts und Aussichten aus dem Fenster beschränkte. Durch Zufall entdeckte Arne Stubelius dann im Jahre 1940 die achtlos zusammengerollten Werke des Künstler in der Wohnung der Mutter, was ein Jahr später zur ersten Ausstellung von Åke Göransson führte. Als der Künstler, gemeinsam mit seiner Mutter und einer Krankenschwester der Psychiatrie diese Ausstellung besuchen durfte, meinte er „Dieser Göransson war wirklich ein guter Maler, aber was wurde aus ihm?“. Der Künstler hatte seine eigenen Werke nicht wiedererkannt.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens 
8. November 1903: Die Teilnehmer der schwedischen Antarktisexpedition werden gerettet

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Sonntag, 3. Februar 2013

Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman

Sigfrid Ullman wurde am 3. Februar 1886 als Sohn eines Priesters im Pfarrhaus  in Varberg geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Im Alter von 15 Jahren begann Ullman seine künstlerische Ausbildung in der Althins målarskola in Stockholm. Von 1902 bis 1904 besuchte er dann das Konstfack (damals Tekniska skolan), von 1904 bis 1905 studierte Ullmann unter Werner Silfersparre um dann seine Grundausbildung als Künstler von 1905 bis 1908 an der Konstnärsförbundets tredje skola zu beenden.

Wie viele seiner Kommilitonen, die überwiegend zu den schwedischen Modernisten gehören, ging Sigfrid Ullman im Jahre 1909 nach Paris um an der Académie Matisse mit der Kunst der französischen Malerei vertraut zu werden. Bevor Ullman dann jedoch endgültig zurück nach Schweden kam, besuchte er noch ein Jahr lang die Kunsthochschule in Kopenhagen, die damals eine führende Rolle in der nordischen Kunst spielte.

Sigfrid Ullman nahm an sämtlichen Ausstellungen der rein männlichen Künstlergruppe De unga teil, die allerdings nur von 1909 bis 1911 bestand.  Bei diesen Ausstellungen lobten die Kritiker insbesondere seine Bilder der Küstenlandschaft Hallands. Als die Künstlergruppe 1911 aufgelöst wurde, zog Ullman nach Göteborg, wo er jedoch nur acht Jahre lang blieb bevor es ihn erneut zehn Jahre lang in andere Länder zog. Als Sigfrid Ullman dann im Jahre 1929 nach Göteborg zurückkehrte, wurde er Lehrer an der Kunsthochschule Valand, eine Arbeit, die er bis 1938 fortsetzte. Sigrid Ullman starb am 28. Februar 1960 in Göteborg.


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Montag, 24. September 2012

Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän

Am 24. September 1928 starb der schwedische Maler Carl Wilhelm Wilhelmson in Göteborg, ein Künstler, der in Fiskebäckskil im Bohuslän aufwuchs und mit seinen Motiven diese steinige Landschaft und seine Menschen nie verlassen hat. Beim Betrachten seiner Bilder bekommt man daher nahezu den Eindruck bei jedem Pinselstrich die karge Landschaft zu entdecken, was sich selbst darin ausdrückt, dass Wilhelmson sehr wenig Farbe auflegte, so dass das Tuch bisweilen Teil eines Bildes wurde.

Carl Wilhelm Wilhelmson hatte sich bereits mit 14 Jahren entschieden Maler zu werden und nahm ab diesem Alter Kurse in Göteborg. Sobald er bei der Kunsthochschule Valand akzeptiert wurde, setzte er dort seine Studien fort und hatte das Glück auch Carl Larsson und Bruno Liljefors als Lehrer zu haben. Neben seinem Kunststudium ließ sich Wilhelmson allerdings gleichzeitig als Lithograf ausbilden, da die reine Kunst nicht unbedingt eine sichere Zukunft war.

Die Jahre zwischen 1890 und 1897 verbrachte Carl Wilhelm Wilhelmson in Spanien, Deutschland und Frankreich, wo er überwiegend als Lithograf arbeitete und seine relativ wenigen Bilder, die um diese Zeit entstanden, bei Kunstausstellungen unterbrachte. Der Erfolg kam dann in Paris, wo seine Bilder in den Salons beachtliches Aufsehen erregten. Zurück in Schweden entstanden dann, neben seiner Arbeit als Kunstlehrer in Göteborg und Stockholm, die eindrucksvollsten Werke des Künstlers, die fast immer das Bohuslän zum Thema hatten. Seine Portraits und Landschaftsbilder findet man in allen großen Kunstmuseen Schwedens, unter anderem in der Nationalgalerie in Stockholm und dem Kunstmuseum in Göteborg.


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Dienstag, 17. April 2012

Rudolf Petersson und der berühmteste Rekrut Schwedens

Am 17. April 1970 starb Rudolf Petersson im Alter von knapp 74 Jahren in Enhörna, ein Zeichner, der bereits mit 17 Jahren seine ersten Karikaturen veröffentlichte, noch bevor er von 1915 bis 1918 die Kunsthochschule Valand in Göteborg besuchte. Auch wenn er sich bei Valand vor allem auf eine Karriere als Maler vorbereitete, so sollte Petersson nie als Maler bekannt werden, sondern als Zeichner von Comic-Serien und Karikaturen.

Seine wahre praktische Ausbildung als Zeichner machte Rudolf Petersson in den USA, wohin er 1921 auswanderte um einem Studienkamerad von Valand zu folgen. Um sich zu versorgen, arbeitete Petersson als Illustrator für verschiedene Zeitungen, bis er seine Frau kennenlernte und 1931 mit ihr nach Schweden zurückkehrte. Auch wenn Rudolf Petersson dann auch im Heimatland nahezu unmittelbar Erfolg hatte, so blieb er den USA eng verbunden und arbeitete von 1936 bis 1939 für Walt Disney, wo er vor allem an den Filmen „Schneewittchen“ und „Pinocchio“ mitarbeitete.

In Schweden entwickelte Rudolf Petersson dann eine Figur, die in kürzester Zeit in ganz Schweden bekannt wurde, nämlich den Rekruten 91:an. Auch wenn der Künstler nie sagen wollte welche Personen er als Vorlage für seine Personen nahm, so gab er zu, dass er dabei von seiner eigenen Wehrzeit in Halland inspiriert worden war. Petersson arbeitete bis zum Tode seiner Frau im Jahre 1959 am Rekruten 91:an, bevor er dann die Aufgabe anderen Zeichnern übergab. In dieser Zeit begannen auch seine Alkoholprobleme und er zog sich ganz von der Gesellschaft zurück. 1966 war Rudolf Petersson der erste, der von der Svenska Serieakademin mit der Adamssonstatuette ausgezeichnet wurde.

17. April 1907: August Strindbergs "Ein Traumspiel" hat Uraufführung
17. April 1929: Alfred Berg entdeckt als Student die Musik 

Copyright: Herbert Kårlin