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Dienstag, 17. Mai 2016

Die Tageszeitung Västerbottens-Kuriren

Am 17. Mai 1900 erschien die erste Nummer der Tageszeitung Västerbottens-Kuriren, einer seit Beginn an liberalen Zeitung Schwedens, die vom ersten Tag an in Umeå herausgegeben wurde. Der Gründer und erste Besitzer des VK,  wie der Västerbottens-Kuriren kurz genannt wird, war Gusav Rosén, der nicht nur die Chefredaktion der Tageszeitung übernahm, sondern parallel hierzu auch für die Folkpartiet, die heutigen Liberalerna, im Parlament saß und eine wichtige politische und gesellschaftliche Rolle in Umeå spielte. Es war daher auch wenig erstaunlich, dass der Västerbottens-Kuriren bereits 1903 die größte Tageszeitung in Västerbotten war.

Als Gustav Rosén 1926 unter der Regierung von Carl Gustaf Ekman Verteidigungsminister wurde, setzte Rosén erst Ernst Grafvelin als Chefredakteur ein, und nach dessen Tod nur sechs Monate später seinen Sohn Stellan Rosén. 1929 verkaufte Rosén den Västerbottens-Kuriren an den Baumeister und Politiker Johan Magnus Bäckström, ebenfalls einen Vertreter der Volkspartei, der den VK zum einen im Sinne von Rosén weiterführte, zum anderen 1930 auch ein eigenes Gebäude für die Zeitung baute. Unter ihm wurde 1949 auch der erste feste Pressefotograf Nordschwedens eingestellt, der bis 1985 für den Västerbottens-Kuriren arbeiten sollte.

Erst 15 Jahre nach dem Tode von Johan Magnus Bäckström tauchten Probleme in der Führung der Tageszeitung auf und sie wurde erst an die Druckerei Folk och Samhälle verkauft um letztendlich ab 1978 als Stiftung VK-Press weitergeführt zu werden, die einzige Möglichkeit der Erben Bäckströms die liberale Linie der Zeitung zu behalten. 1984 richtete der Västerbottens-Kuriren auch eine eigene Druckerei ein, die auch für die Dagens Nyheter arbeitete, und 1988 entstand ein neues Verlagshaus. Noch heute ist der VK, mit einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren, die größte Tageszeitung Västerbottens, auch wenn ihm seit Jahren der Konkurrent Norrländska Socialdemokraten aus Luleå ihr sehr dicht auf den Fersen liegt. Der Einfluss des Västerbottens-Kuriren liegt indes über jenem des NSD (Norrländska Socialdemokraten), da die Stiftung VK auch die Aktienmehrheit des Västerbottens Folkblad besitzt und die kostenlose Zeitung City herausgibt.


17. Mai 1788: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
17. Mai 1900: Der erste Lastwagen Schwedens liefert Bier
17. Mai 1918: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson
17. Mai 1936: Lars Gustafsson und die gesellschaftskritische Literatur der Gegenwart
17. Mai 1979: Jimmie Åkesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna
17. Mai 1987: Gunnar Myrdal und der politische Wandel Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Jonas Sjöstedt, Vorsitzender der Linken Schwedens

Jonas Sjöstedt kam am 25. Dezember 1964 in Göteborg zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit und seine Jugend in den verschiedensten Orten Schwedens, da sein Vater als Ingenieur für Wasserkraftwerke ständig an anderen Orten eingesetzt wurde. Bereits als Schüler engagierte sich Sjöstedt im kommunistischen Jugendverband. Nach seiner Hochschulreife im sozialen Zweig des Gymnasiums in Luleå kehrte Sjöstedt zurück nach Göteborg und wurde Redakteur bei der radikalen sozialistischen und feministischen Zeitschrift Röd Press, die noch heute die Zeitschrift des Jugendverbands der Linken ist.

Im Jahre 1990 zog Jonas Sjöstedt nach Umeå und begann dort als Monteur bei Volvo Lastwagen zu arbeiten, ohne jedoch sein politisches linkes Engagement zu vergessen. Schon 1994 wurde der Politiker dann auf nationalem Niveau bekannt, als er sich beim Volksentscheid zur Mitgliedschaft Schwedens in der EU deutlich für die Nein-Seite aussprach. Als Schweden dann dennoch Mitglied wurde, ließ sich Sjöstedt für das Europaparlament aufstellen und wurde unmittelbar ins dortige Parlament gewählt. Sjöstedt wurde weitere zwei Mal ins Europaparlament gewählt, bis er 2006 sein Amt niederlegte um mit seiner Frau Ann Måwe, einer Diplomatin, nach New York zu ziehen.

In den USA schrieb Jonas Sjöstedt eine Trilogie mit drei Kriminalromanen und engagierte sich an der Socialist Party USA. Als die Familie zurück nach Schweden kam, präsentierte sich Sjöstedt 2010 in Västerbotten auf Platz 202 als Repräsentant für das Parlament. Sjöstedt gelang damit unmittelbar der Sprung in die Regierung, da er von nahezu einem Drittel der linken Wählern Västerbottens persönlich gewählt wurde. Nach einer Führungskrise innerhalb der Linken präsentierte sich Jonas Sjöstedt 2011 als Kandidat zum Vorsitzender der Partei. Am 6. Januar 2012 wurde der Politiker dann, bei drei Gegenkandidaten, mit 175 Stimmen zum Vorsitzenden der Linken gewählt, weit vor der etwas heißblütigen Rosanna Dinamarca, die mit 39 Stimmen auf die zweite Position kam.


25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1156: Der schwedische König Sverker den äldre
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele
25. Dezember 1928: Der schwedische Opernsänger Rolf Björling
25. Dezember 2005: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Juni 2014

Der schwedische Schriftsteller Torgny Lindgren

Torgny Lindgren wurde am 16. Juni 1938 in Raggsjö in Västerbotten geboren, einem Ort mit starker freileligiöser Bindung. Nach einem Studium zum Lehrer und seiner Ehe mit ebenfalls einer Lehrerin zog Lindgren ins Småland, wo er bereits sehr früh begann Gedichte zu schreiben. Während der Schriftsteller mit seinem ersten Gedichtband Plåtsax, hjärtats instrument im Jahre 1965 noch seinen literarischen Weg suchte, findet man bereits im zweiten Poesieband Dikter från Vimmerby die klare Richtung Lindgrens, seine Gesellschaftskritik, seine religiöse Neigung und seinen Drang zu regionalem Sprachgebrauch.

Vom Lehrer ging Torgny Lindgren immer mehr zum Schriftsteller über und, obwohl er in den 80er Jahren immer häufiger zu Mythen und Phantasien greift, blieb der Schriftsteller bei der Gesellschaftskritik und behandelt die Frage inwieweit Politik in unserer Gesellschaft als zuverlässig und neutral betrachtet werden kann. Die einzige Veränderung in diesem Jahrzehnt bleibt, dass Lindgren literarisch zum Västerbotten zurückkehrt und er den dortigen Dialekt in seinen Werken aufnimmt. Mancher Kritiker ist der Meinung, dass Lindgren ab diesem Zeitpunkt mit der Erweckungsbewegung seiner Heimatgegend abschließen will.

Torgny Lindgren, der von der Freireligion zum katholischen Glauben wechselt, schließt seine literarische Laufbahn im Jahre 2007 mit dem Roman Norrlands Akvavit ab, einem Roman, der die Erweckungsbewegung in Nordschweden in neuer Form wieder auferstehen lässt und damit die Anpassungsfähigkeit der Freikirche an das Zeitgeschehen ausdrückt. Diesem Roman folgten 2010 nur noch die „Erinnerungen“, eine Autobiographie des Mitglieds der Svenska Akademien. In den Werken Lindgrens spürt man, neben seinem Aufwachsen in einer freikirchlichen Gemeinde, auch sehr deutlich die Philosophie Schopenhauers und Kierkegaards, die für den Autor immer einen Leitfaden für seine Denkweise boten.


16. Juni 1288: Der Stora Kopparberget in Falun
16. Juni 1798: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
16. Juni 1858: Gustav V., König von Schweden
16. Juni 1925: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbindet
16. Juni 1943: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda
16. Juni 2011: Eine Moschee für die Gläubigen Göteborgs
16. Juni 2012: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Juli 2013

Der Streik der Busfahrer, nur ein halber Erfolg

Am 15. Juli 2008 ging der Streik der Fahrer der kommunalen Busfahrer zu Ende, der seit dem 1. Juli des Jahres zu einer harten Auseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft und den Busunternehmen geführt hatte, zumal die Unternehmen auf den Streik auch mit Aussperrungen reagiert hatten und die Arbeitsbedingungen der Busfahrer geradezu als idyllisch dargestellt hatten und einen veränderten Tarifvertrag und Lohnerhöhungen geradezu als unakzeptabel bezeichneten.

Die Gewerkschaften forderten bei dieser Auseinandersetzung jedoch nichts unmögliches, sondern forderten nur eine feste Anstellung nach zwei Jahren Zeitverträgen, eine tägliche Pause von mindestens elf Stunden und eine Anpassung der Gehälter an die Preissteigerungen, die den Lohnerhöhungen der Industriearbeiter entsprechen. Wie üblich bei Konflikten in diesem Gewerbe, brach der Streik in Stockholm aus, da dort die Störungen, trotz der Sommerpause, am größten sind. Geplant war eine Ausdehnungen des Streiks auf ganz Schweden, der durch einen neuen dreijährigen Tarifvertrag ab dem 15. Juli jedoch abgeblasen wurde.

Der Streik hatte in Stockholm etwa 100.000 Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel betroffen und weitere 15.000 in Västerbotten und blieb daher noch in einem überschaubaren Rahmen. Der neue Tarifvertrag, der etwa 18.000 Angestellte in rund 500 Unternehmen betraf, wurde von der übergreifenden Gewerkschaft als Erfolg gefeiert, auch wenn die Stockholmer Gewerkschaft der Transportunternehmen von einem Verlust sprach, da die Busunternehmen einige Ausnahmegenehmigungen bei den Ruhepausen durchsetzen konnten, die einen Teil der Forderungen geradezu annullierten. Die Dachorganisation der Gewerkschaft hatte Ausnahmegenehmigungen problemlos durchgewinkt.


15. Juli 1240: Der schwedische Kreuzzug ins russische Reich 
15. Juli 1949: Carl Bildt, diplomatischer Außenminister Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Donnerstag, 28. März 2013

Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg

Als am 28. März 1953 der erste Roman der schwedischen Schriftstellerin Sara Lidman erschien, der den einfachen Titel Tjärdalen (Das Holzteertal) trug (in Deutschland erschienen unter den Titel „Das Teerdal“ und „Der Teermeiler“) und in einem kleinen Dorf in Västerbotten spielt, das vom Brennen von Holzteer lebt, einer Arbeit, die nie zum Reichtum führt, stellte sich sehr heraus, dass dieser Roman die Literatur Schwedens beeinflussen sollte, da Sara Lidman mit einer völlig neuen Art des Schreibens die Gefühle bewegte und dabei gleichzeitig eine unbekannte Seite Schwedens zeigte.

Die gesamte Handlung des Romans Tjärdalen spielt auf kleinstem Raum, führt aber in die Tiefe der Seele wo immer wieder die Frage auftaucht wie weit die Verantwortung und das Moralgefühl des Einzelnen reicht, wann Gut zu Böse wird und wann das Überleben von einer gemeinsamen Linie eines Dorfes abhängt. Die Suche nach einer höheren Moral führt bereits bei diesem ersten Buch von Sara Lidman in den Abgrund, weil bei jedem Bewohner des Dorfes andere Zukunftsträume existieren.

Kein schwedisches Buch der 50er Jahre hat die Leser und die Kritiker so schnell überzeugt wie Sara Lidmans Tjärdalen, denn jeder, der das Buch in Hand nahm, wollte es bis zur letzten Zeile lesen und behielt anschließend seine Gedanken noch tagelang im Tjärdalen. Die Schriftstellerin benutzte in ihrem ersten Buch eine relativ einfache Sprache, fügt aber gezielt lokale und dialektale Ausdrücke aus Västerbotten ein, die den Leser in die Welt des schwedischen Nordens führen und ihn nicht entkommen lassen, sondern ihn im nur teilweise fiktiven Dorf Lidmans festhalten.


28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin 
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. Juni 2011

Umeå, die schwedische Stadt der Birken

Als Umeå, die Stadt der Birken, am 22. Juni 1622 von Gustav II. Adolf seine Stadtprivilegien erhielt, lag dieser nordschwedische Ort noch an der Küste. Durch die fortschreitende Landhebungen liegt die Stadt in Västerbotten nun jedoch rund 15 Kilometer von der Küste entfernt. In den 80er Jahren benutzte Umeå die Bezeichnung „Norrlands Huvudstad“, die Hauptstadt von Norrland, musste jedoch im Jahre 2007 diesen Titel an Sundsvall abgeben, da die weitaus südlicher liegende Stadt sich die Bezeichnung, im Gegensatz zu Umeå, schützen ließ.


Seit den 80er Jahren hat sich Umeå, wo bereits 3000 Jahre vor Christus die ersten Menschen nachgewiesen werden können, zu einem bedeutenden Kulturzentrum Schwedens entwickelt in dem das ganze Jahr über mehrere Festivals statt finden. Das bekannteste Ereignis ist die sogenannte „Umeå Kulturnatta“, die seit 2005 jeden Mai die Bevölkerung Nordschwedens anzieht. Im Jahre 2011 wurden an etwa 100 verschiedenen Stellen Umeås rund 300 Festivalpunkte angeboten, die 50.000 Besucher anzogen.

Die größte touristische Attraktion Umeås ist das Gammlia Friluftsmuseum, das etwa zwei Kilometer östlich des Zentrums liegt. Hierbei handelt es sich um ein Freiluftmuseum in dem zahlreiche historische Gebäude Västerbottens zu finden sind und, zusammen mit dem angeschlossenen Museum, einen Einblick in die geschichtliche Entwicklung dieses nördlichen Landstriches gewähren. Während der Sommerzeit wird im Freilichtmuseum auch nordisches Dünnbrot gebacken und die Besucher können traditionelles Handwerk und Kunsthandwerk aus nächster Nähe beobachten.

Dass Umeå den Beinamen „Die Stadt der Birken” erhielt, geht auf das Jahr 1888 zurück, als ein Großbrand nahezu die ganze Stadt zerstörte. Als die zerstörten Teile wieder aufgebaut wurden, schuf man die heute noch sichtbaren und für die damalige Zeit sehr breiten Esplanaden. Um zu verhindern, dass bei einem Brand die Funken von Haus zu Haus springen konnte, bepflanzte man diese Straßen mit Birken, einem Baum, der auf Grund seiner hohen Feuchtigkeit, nur schlecht brennt.


22. Juni 1936: Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter
22. Juni 1942: Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland
Urlaub in Schweden: Umeå, die nordschwedische Stadt der Birken


Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. April 2011

Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Am 25. April 1981 wurde Anja Pärson in Tärnaby im Västerbottens Län geboren, einer Gegend, in der jedes Kind von klein auf mit Skier zurechtkommt, auch wenn nicht alle die gleichen Leistungen bringen, die Anja Pärson im Laufe vieler Jahre erbrachte, zumal viele im Laufe der Zeit eher Motorschlitten den beiden Brettern vorziehen.

Anja Pärson begann ihre Karriere als Skiläuferin bei der Weltmeisterschaft am 15. März 1998 in Crans-Montana in der Schweiz, wo sie den 25. und damit den letzten Platz auf der Liste einnahm. Nur zwei Wochen später überraschte sie dann damit, dass sie ihr erstes Gold bei der schwedischen Meisterschaft im Riesenslalom errang.

Anja Sofia Tess Pärson, wie sie mit vollem Namen heißt, errang während der Weltmeisterschaft in Garmisch Partenkirchen, trots ihrer geringen Leistungen, die 13. Weltmeisterschafts-Medaille und gilt damit als die beste Skiläuferin aller Zeiten. Anja Pärson lebte von 2003 bis 2012 in Monaco, um den hohen schwedischen Steuern zu entgehen und trainiert im Sommer überwiegend in der Schweiz. Im Jahre 2012 gab Anja Pärson ihre Karriere auf und zog zu ihrer Partnerin Filippa Rådin in Schweden.

25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA 

Copyright: Herbert Kårlin

Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013 Pferdesport in Göteborg