Montag, 3. Juni 2013

Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Als Aino Taube am 3. Juni 1990 im Alter von 77 Jahren in Stockholm starb, hatte sie die Bühnen Schwedens seit 12  Jahren verlassen und eine der bedeutendsten Karrieren einer schwedischen Schauspielerin hinter sich, wobei der in Dänemark geborenen Taube als Tochter des Schauspielers Mathias Taube und Enkelin eines Theaterdirektors in Kopenhagen die Welt der Bühne nahezu in die Wiege gelegt wurde, da sie von Beginn an mit dem Theater in Berührung kam.

Mit 18 wurde Aino Taube in die Schauspielschule des Stockholmer Dramaten aufgenommen, aber da sie bereits ein Jahr später eine tragende Rolle im Film Skepparkärlek unter Ivar Johansson hatte, im gleichen Jahr im Theater im Skansen engagiert wurde und auch im Folgejahre mehrere bedeutende Filmrollen bekam, machte sie die Schauspielschule nie zu Ende, denn der Erfolg kam schneller als die offizielle Ausbildung vor sich schritt. Im Jahre 1937 hatte Aino Taube dann bereits die Hauptrolle in Laila und wurde damit weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt. Vor allem in Deutschland hatte der Film einen großen Erfolg.

Ende der 40er Jahre erklärte Aino Taube, dass sie sich von der Bühne zurückziehe um auch ein Familienleben zu haben. Allerdings dauerte der Rückzug nicht sehr lange, denn bereits 1952 kam das Comeback, erst mit einem Gastspiel im Vasateatern und ab 1954 im Dramaten, wo sie ein Jahr später ein festes Engagement übernahm, um jedoch bald darauf beim Fernsehtheater zu landen. Während ihrer Zeit auf der Bühne spielte Aino Taube, parallel zu ihrem Altern, nahezu jede Charakterrolle, die vom jungen aristokratischen Mädchen bis zur alten Karolina Styf in der Serie Hedebyborna führte.


3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm 
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Juni 2013

Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten

Auch wenn sehr viele Besucher Schwedens kaum etwas von dem am 2. Juni 1871 geborenen Architekten Torben Andreas Grut gehört haben, so gibt es kaum jemanden, der nicht schon vor einem seiner Gebäude stand oder auch eines von ihnen betrat, denn Grut war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Architekten des Landes, der nahezu in jedem Teil Schwedens seine Spuren hinterlassen hat, denn der Architekt hatte sich auf öffentliche Bauten und Schlösser spezialisiert.

Seine Ausbildung zum Architekten machte Torben Andreas Grut erst an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm, die er an der Kunstakademie in Kopenhagen vervollständigte. Selbständig wurde der Architekt, nach einigen Jahren praktischer Erfahrung in größeren Architekturbüros, ab 1899. Seine ersten Gebäude waren vor allem Villen und auch eine Tennishalle. Bereits 1903 sollte Grut dann jedoch einen Auftrag erhalten, der für ihn der Weg nach oben war, denn Königin Victoria beauftragte ihn damit die schlossähnliche Villa Solliden auf Öland zu bauen, die heutige Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Da Torben Andreas Grut bei Solliden, auf Wunsch der Königin, zu einem italienischen Baustil griff, wurde der Architekt anschließend mit zahlreichen Bauten beauftragt, die das Gefühl des südlichen Landes nach Schweden bringen sollten. Grut baute daher anschließend Kirchen, herrschaftliche Güter, einige Schlösser, aber auch die Strengbergs Tabakfabrik und das Stadion in Stockholm. Eines seiner Meisterwerke findet man selbst im finnischen Helsinki (Helsingfors) wo er das schwedische Botschaftsgebäude in einen Barockbau des Tessin verwandelte und dabei der Fassade eine Ähnlichkeit mit der Nordseite des königlichen Schlosses in Stockholm verlieh.


2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
2. Juni 1938: Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Flugschau 2013

Samstag, 1. Juni 2013

Der Untergang der Stora Kronan vor Öland

Als am 1. Juni 1676 die dreimastige Stora Kronan bei der Seeschlacht vor Öland sank, war das schwedische Kriegsschiff, eines der größten jener Zeit, gerade einmal vier Jahre alt. Die Ursache des Kenterns war vor allem die Unerfahrenheit der Schweden bei Seeschlachten und bedeutete, dass das am besten ausgerüstete Kriegsschiff Schwedens jener Zeit verloren ging, was auch eine wichtige Rolle für den Ausgang des Schonischen Krieges spielte.

Beim Untergang der Stora Kronan, der dadurch beschleunigt wurde, dass nach einem verhängnisvollen Manöver das auf Bord gelagerte Pulver explodierte und ein ein Teil des Schiffes weggesprengt wurde, verschwanden 126 Kanonen in der Tiefe und nahezu die gesamt Kriegskasse, die sich an Bord befand. Gleichzeitig starben dabei über 800 Soldaten, was zehn Prozent der gesamten schwedischen Marineeinheit entsprach. Auch wenn man heute einige klarere Ideen über den Untergang hat, so wurde damals vor allem der Oberbefehlshaber Lorentz Creutz des Versagens beschuldigt, der jedoch nicht mehr angeklagt werden konnte, da er sich unter den Toten befand.

Im Jahre 1980 konnte eine Gruppe an Tauchern, unter der Leitung des Wrackforschers Anders Franzén, der auch das Kriegsschiff Vasa gefunden hatte, die Stora Kronan am vermuteten Platz entdecken und beginnen die bedeutendsten Gegenstände zu bergen. Bisher wurden bereits über 30.000 Gegenstände geborgen, die man teilweise im Kalmar Läns Museum betrachten kann. Nach der Vasa ist die Kronan das bedeutendste Kriegsschiff Schwedens, das man je in der Ostsee entdeckte.


1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 31. Mai 2013

Halmstad wird zur Stadt

Als Halmstad am 31. Mai 1307 vom dänischen Herzog Kristoffer (Herzog Christoph), dem späteren König Christoph II. von Dänemark , die Stadtprivilegien verliehen bekam, gehörte die Ansiedlung weder zu Schweden, noch lag die Stadt am heutigen Platz, denn das ursprüngliche  Halmstæde befand sich seit etwa der Jahrtausendwende dort wo man heute die Ruine Övraby Kyrkoruin findet. Erst nach 1320 wurde das ursprüngliche Halmstad an seine heutige Stelle verlagert. Das erste Dokument, das heute noch erhalten ist, galt daher nur sehr kurze Zeit und im Grunde für Övraby.

Als man das erste Halmstæde verlagerte, was bedeutete, dass die Stadt von größeren Schiffen angelaufen werden konnte und sich die sanitäre Situation bedeutend verbesserte, erhielt die Ansiedlung den heutigen Namen Övraby und die neue Stadt den Namen Broktorp. Christoph II. stellte daher im Jahre 1322 einen neuen Privilegienbrief aus, der sich auf Broktorp bezog. Aus geschichtlich nicht erklärten Gründen stellte dann bereits 1327 der dänische Herzog Knut Porse erneut einen Privilegienbrief aus und änderte dabei den Namen der Stadt von Broktorp in Halmstad.

Halmstad gehört damit, neben Laholm und Getakärr (heute Varberg) zu den ältesten Städten Hallands. Alle anderen Städte der Region entstanden erst im Laufe des späteren Mittelalters. Bereits sehr früh brachen zwischen Schweden und Dänemark Vormachtkämpfe um Halland aus, wobei Valdemar Atterdag 1341 das südliche Halland an den schwedischen König Magnus Eriksson verkaufte, der zu dieser Zeit bereits den nördlichen Teil dieser Region besaß. Allerdings sollte diese Situation nicht lange anhalten, denn Atterdag eroberte bereits 1360 den südlichen Teil Hallands zurück und sechs Jahre später auch den nördlichen Teil.


31. Mai 1520: Gustav Vasa auf der Flucht 
31. Mai 1899: Olle Hedberg, der Autor der den Absprung verpasste

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Donnerstag, 30. Mai 2013

Marie Fredriksson, die Sängerin von Roxette

Marie Fredriksson wurde am 30. Mai 1958 in Össjö in Skåne geboren. Ihr Zukunft entschied sich jedoch, als sie von 1975 bis 1977 an der Volkshochschule Fridhem in Svalöv Musik studierte und als Teenager nach Halmstad zog, wo sie zu Beginn der 80er Jahre ihre erste Schallplatte aufnahm. In Halmstad verkehrte Fredriksson in den gleichen Kreisen wie Per Gessle, was nur wenige Jahre später für beide Künstler von großer Bedeutung sein sollte.

Als Solosängerin begann Marie Fredriksson mit Pop und Rock. Ihr erstes Album Het vind erschien 1984, das auch ihren ersten Erfolgshit Ännu doftar kärlek enthielt. Während Fredriksson bei dieser ersten Platte noch die Hilfe anderer Musiker, unter anderem von Ulf Lundell, hatte, ging die Sängerin anschließend mehr und mehr eigene Wege, schrieb ihre Lieder selbst, komponierte die Musik und war auch für die Produktion verantwortlich, was allerdings auch dazu führte, dass Marie Fredriksson ab den 90er Jahren den Rock verließ und eine Vorliebe zu Balladen entwickelte.

Im Jahre 1986 bildeten Per Gessle und Marie Fredriksson das Gesangsduo Roxette und hofften mit dem ersten Album Pearls of Passion eine internationales Publikum zu erreichen, was allerdings missglückte und sich auf einen schwedischen Erfolg beschränkte. Dies sollte sich mit dem zweiten Album Look Sharp! im Jahre 1988 und dem Song The Look komplett ändern, denn mit diesem Album wurde Roxette weltweit ein Begriff. Zu Beginn war Fredriksson vor allem Sängerin und Per Gessle schrieb die Texte und die Musik. Später begann auch die Sängerin einige Lieder für Roxette zu schreiben. Als bei Marie Fredriksson jedoch 2002 ein Gehirntumor festgestellt wurde, war die Karriere vorerst zu Ende und erst 2010 und acht Jahren Pause kam Roxette dann zurück, erst bei der Hochzeit von Kronprinzessin Victoria und anschließend mit einigen Erfolgskonzerten.


30. Mai 1934: Die Arbeitslosenversicherung in Schweden 
30. Mai 1940: Jan Lööf schafft eine Welt für Kinder

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg Jährlicher Gothia Cup in Göteborg

Mittwoch, 29. Mai 2013

Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck

Als man am 29. Mai 1985 die Journalistin Cats Falck (Maureen Cathryn Harriet Falck) und ihre Freundin Lena Gräns aus dem Hammarbykanalen in Stockholm fischte, waren die Frauen seit dem 19. November des Vorjahres vermisst worden. Der erste Gedanke im Mai war dann, dass die beiden Frauen mit ihrem Auto in den Kanal gefahren waren und dabei ertranken, es sich also um einen Unfall handelte, auch wenn es keine logische Erklärung dafür gab.

Diese Theorie der Polizei wurde jedoch im September 2003 in Frage gestellt, als die Berliner Zeitung berichtete, dass Cats Falck, die als Journalisten beim schwedischen Fernsehen arbeitete, einem Waffenschmuggel zwischen Schweden und der damaligen DDR auf die Spur gekommen war und darüber berichten wollte. Da dies dem Sicherheitsdienst Stasi sehr ungelegen kam, schrieb die Zeitung, habe man die Journalistin ermordet und die Freundin war nur im falschen Moment an der falschen Stelle.

Als die schwedische Polizei nach diesem Artikel den Fall neu aufrollte, konnte man zwar nie die Wahrheit erfahren, aber man stellte so viele Ungereimtheiten fest, dass der Mord zumindest eine Möglichkeit wurde, denn obwohl das Auto der Freundin gehörte und Cats Falck eine sehr ungeübte Fahrerin war, die zudem vorher Wein getrunken hatte und sehr hohe Schuhe trug, saß die Journalistin am Steuer. Und man fragte sich, warum sie nachts im Hafengebiet unterwegs gewesen sein sollte, denn die Strecke war nicht auf dem Heimweg. Alle ihre Freunde meinten, dass dieses Verhalten nicht dem Charakter von Cats entsprach, aber nach der langen Zeit waren viele Spuren bereits für immer verschwunden.


29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1940: Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden

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Dienstag, 28. Mai 2013

Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin

Elisabeth Ohlson Wallin, geborene Ohlson, wurde am 28. Mai 1961 in Skara geboren und begann ihre Karriere als Fotografin im Jahre 1980, allerdings nicht als Künstlerin, sondern sie arbeitete für Tageszeitungen und die Kunst blieb für einige Jahre ein engagiertes Hobby. Der Erfolg kam dann jedoch nahezu über Nacht, als Ohlson Wallin im Jahre 1998 ihre Ausstellung Ecco Homo präsentierte, eine Ausstellung, die die Fotografin weltberühmt machte.

Die Ausstellung Ecco Homo von Elisabeth Ohlson Wallin ist bis heute die umstrittenste Fotoausstellung Schwedens, obwohl die Folgethemen der Fotografin in der Regel ebenfalls zum Skandal neigten und die Besucher die Ausstellungen nur unter bedeutenden Sicherheitsvorkehrungen, zum Beispiel der Passage von Metalldetektoren, besuchen konnten. Bei der Ausstellung Ecce Homo zeigte die Fotografin 12 Bilder, bei denen sie Bibelzitate als Basis nahm um, unter anderem, Jesus als Homosexuellen darzustellen. Nahezu jede der Ausstellungen verursachte einen Aufruhr und mehrmals wurden Bilder oder auch die gesamte Ausstellung zerstört, da Ohlson Wallin grundsätzlich eine sehr eigene Interpretation der Bibel zeigt. Aber egal welche Motive die Fotografin hatte um Ecce Homo zu schaffen, ihr Name war nun in aller Munde.

Viele Fotografen hätten nach diesem Aufstand und Bombendrohungen nun das Thema Bibel gewechselt, nicht so Elisabeth Ohlson Wallin, die sich mit ihren Fotos zu religiösen Themen für die Rechte Homosexueller einsetzt und mit jedem Bild provoziert, und auch eine Gruppe Menschen verletzt. Aber gerade dadurch gelingt es ihr auch ein sehr breites Publikum anzusprechen und sich selbst, als Künstlerin, in den Vordergrund zu setzen. Immerhin hat sie sich ein einziges Mal halbherzig für ein Foto entschuldigt, das satirische Foto Kungamiddagen auf dem Königin Silvia ein Hakenkreuz zu beseitigen versucht.


28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens 
28. Mai 1914: Selma Lagerlöf wird Mitglied der Svenska Akademien

Copyright: Herbert Kårlin