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Donnerstag, 22. Februar 2018

Der schwedische Politiker Lennart Groll

Leonard Groll, bekannt als Lennart Groll, kam am 22. Februar 1845 als Sohn eines Händlers in gut situiertem Milieu in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1863 an der Universität Uppsala ein, die er sechs Jahre später mit einem Juraexamen verließ, um anschließend eine Karriere als Richter zu machen. 1887 verließ er jedoch als Leiter des Landgerichts diese Karriere um eine Stelle in der Justizkanzlei der Regierung zu finden. Ein Jahr später wurde Groll von Oscar II. zum Stadthalter des Schlosses in Kalmar ernannt und in der Region Kalmar als Regierungspräsident eingesetzt.

Nur ein weiteres Jahr später holte der König Lennart Groll zurück nach Stockholm und gab ihm das Amt als Zivilminister. Während der Jahre als Zivilminister wurde Groll in mehreren Bereichen sehr aktiv, denn er genehmigte zwei Eisenbahnlinien, schuf die schwedische Krankenkasse, reformierte das Patentamt und verbesserte die Arbeitsbedingungen in den schwedischen Bergwerken und der Landwirtschaft, unter anderem durch verbesserte Arbeitsgesetze und die Einrichtung von Fabriksinspektionen. Groll behielt dieses Amt bis 1896, stolperte dann jedoch über eine wenig überdachte Entscheidung.

Lennart Groll plante eine Lotterie zur Stockholm-Ausstellung 1897, wobei der Gewinn aus der Lotterie einen Teil der Kosten der Ausstellung decken sollte, wählte dafür jedoch einen wenig vertrauenswürdigen Geschäftsmann, was seine Gegner sofort ausnutzten. Als dann ein finanzkräftiges Konsortium für die Lotterie eingesetzt wurde, das Abkommen jedoch mehr den Geschäftsleuten als der schwedischen Krone diente, hatte Groll nur noch die Wahl, nämlich von seinem Ministeramt zurückzutreten. Groll wurde vom König anschließend noch zum Regierungspräsidenten der Region Stockholm eingesetzt, konnte jedoch sein Amt nur noch wenige Wochen lang ausüben, da Groll bereits am 25. Oktober 1896 starb.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1932: Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Admiralgeneral Hans Wachtmeister af Johannishus

Als Hans Wachtmeister am 15. Februar 1714 in Stockholm starb, ging er nicht nur als bedeutender Admiral in die schwedische Geschichte ein, sondern auch als der Mann, der im Auftrag des Königs Karl XI. die Stadt Karlskrona gegründet hatte, die Flotte, die bis dahin in Stockholm stationiert war, nach Karlskrona brachte und dort eine Kirche, ein Krankenhaus, Schulen und natürlich den am besten gesicherten Hafen Schwedens angelegt hatte. Im Jahr 1681, nur wenige Jahre vor der Gründung Karlskronas war Wachtmeister vom König sowohl zum Admiralgeneral und zum königlichen Ratgeber ernannt worden.

Hans Wachtmeister kam am 24. Dezember 1641 als Sohn eines Reichsrats in Stockholm zur Welt und erhielt daher auch eine ausgezeichnete Bildung. Nach Abschluss der Ausbildung ging Wachtmeister 1661, gemeinsam mit seinem Bruder Axel, nach Italien und besuchte, unter anderem auch Königin Kristina. Die Königin finanzierte ihm dann auch ein Studium in Rom und ernannte ihn zum Kammerherrn. Nach einer Reise nach Paris und Holland verpflichtete sich Wachtmeister als Freiwilliger bei der englischen Marine und nahm an mehreren Kämpfen gegen Holland teil, bevor er 1666 nach Schweden zurückkehrte und unter Wolmer Wrangel am Krieg gegen Bremen teilzunehmen, und anschließend Kammerherr des Königs zu werden.

Auch in den Folgejahren nahm Hans Wachtmeister an zahlreichen Schlachten teil und erreichte dadurch 1676 den Rang eines Admirals. Als Johan Gyllenstierna ein Jahr später den Auftrag erhielt Blekinge zurückzuerobern, erhielt dieser Hans Wachtmeister als Helfer des Auftrags, was auch zum Sieg führte. Nach diesem Erfolg erhielt Wachtmeister den Befehl über die gesamte schwedische Flotte und verteidigte erfolgreich mehrmals Kalmar und Öland. 1682 wurde Hans Wachtmeister schließlich auch zum Präsidenten des Admiralkollegiums ernannt und wenig später auch zum Generalgouverneur der Region Kalmar, Öland und Blekinge.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 1897: Der schwedische Künstler Alfred Nyström
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Februar 2017

Die Linnéuniversität in Kalmar

Auch wenn die Linnéuniversität in Kalmar bereits am 1. Januar 2010 durch die Zusammenlegung der Universität Växjö und der Hochschule Kalmar entstanden war, so erfolgte die Einweihung dieser staatlichen schwedischen Universität erst am 5. Februar 2010. Die Gründung dieser Universität war im Grunde die Folge einer Zusammenarbeit, die bereits 2004 unter dem Namen Akademi Sydost begonnen hatte und 2008 so eng geworden war dass die Zusammenlegung geradezu eine logische Folge davon wurde. Heute hat die Linnéuniversität, die ihren Namen zu Ehren des Botanikers Carl von Linné erhielt, auch Zweigstellen in drei weiteren Orten des Småland.

Gegenwärtig bietet die Linnéuniversität 60 verschiedene Ausbildungsprogramme mit über 1200 Kursen in 50 Wissensgebieten an, oft jedoch nur als Basisausbildung, denn gegenwärtig kann man nur in 20 Fächern den Magister ablegen. Auch die Forschung ist relativ beschränkt, obwohl sie sowohl Geisteswissenschaft, Sozialwissenschaft, Naturwissenschaft und Technik umfasst. Für viele Studenten ist die Linnéuniversität daher nur das Sprungbrett zu einer der großen Universitäten mit sehr spezialisierten Kursen und der Möglichkeit einen höheren Abschluss zu erreichen.

Einen besonderen Ruf hat die Linnéuniversität bei Ausbildungen im Gesundheitswesen, da das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft jede Art von Krankenschwestern ausbildet, inklusive der psychiatrischen Pflege und der Geburtshilfe. In diesem Institut wird auch die intensivste Forschung der Universität betrieben, sowohl in Gruppen als auch individuelle Forschung. Im e-Gesundeheitsinstitut, das diesem Fachbereich angegliedert ist, erfolgt die Forschung aus Auswertung von IT-Unterstützung im Gesundheits- und Pflegewesen. Dass in der Linnéuniversitet die Ausbildung von Krankenschwestern im Vordergrund steht, geht historisch gesehen bis 1907 zurück, als im Lazarett im nahen Västervik bereits eine Schule für Krankenschwestern aufgebaut wurde.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Juli 2016

Die Trabrennbahn Kalmartravet bei Kalmar

Am 4. Juli 1965 weihte Prinzessin Sibylla die Trabrennbahn Kalmartravet, die etwas außerhalb von Kalmar liegt, ein, ein Ereignis, das rund 10.000 Besucher zu den Feierlichkeiten an der Trabrennbahn lockte. Natürlich war an diesem Tag nicht nur die Einweihung, sondern es fand auch das erste Trabrennen statt, bei dem man versuchte dafür genügend Pferde aus der Region Skåne (Schonen) zu finden, denn Kalmar war erst am Beginn seiner Trabkarriere und es gab daher kaum Trainer und noch weniger Trabrennpferde im Einzugsbereich Kalmars, was sich jedoch bereits wenige Jahre später ändern sollte.

Die Geschichte des Kalmartravet, der heute mit dem Kalmarsundspokalen gegen Mittsommer seinen Höhepunkt hat, geht allerdings bis zum April 1964 zurück, als der Verein Sydöstra Sveriges Travsällskap, der lokale Trabverein gegründet wurde und die Genehmigung für eine Trabrennbahn beantragte. Nur Tage später erteilte der Stadtrat von Kalmar nicht nur die Genehmigung für die Trabrennbahn, sondern die Bahn durfte auch auf städtischem Grund im Gebiet Karlsro angelegt werden. Er dauerte daher nur etwas über einem Jahr zwischen der Vereinsgründung und dem ersten Rennen auf einer der heute bekanntesten Trabrennbahnen Schwedens.

Auch wenn der Kalmartravet vor allem wegen seinen Trabrennen bekannt ist, so nimmt die Anlage auch eine wichtig Rolle im schwedischen Pferdesport ein, denn hier findet man auch die Kalmarer Trabschule, die Kurse für jedes Alter anbietet und die 1000 Meter lange Bahn für das Training der zukünftigen Sportler öffnet. Die Kurse werden für jedes Alter und jedes Niveau bis zum Trainer für Trabrennen angeboten, was bedeutet, dass auf dem Kalmartravet jeden Tag eine Aktivität herrscht, die sehr viele Pferdeliebhaber anzieht. Bei den großen Rennen sind unter den Zuschauern natürlich auch all jene vertreten, die auf eines der Pferde setzten und hoffen mit dem Großen Gewinn nach Hause zu gehen.


4. Juli 1374: Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena
4. Juli 1799: Oscar I., König von Schweden und Norwegen
4. Juli 1888: Bauhilfsarbeiterinnen treten in Stockholm in den Streik
4. Juli 1967: Stieg Trenter und der Kriminalroman mit Stockholmer Milieu
4. Juli 1969: Die Eisenhütte Herräng schließt nach vier Jahrhunderten
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. September 2015

Der Reformator-Bischof Paulus Genberg

Paulus Genberg, oft auch nur Paul Genberg geschrieben, starb am 29. September 1875 in Kalmar, nach einer Karriere, die auch in jener Zeit ungewöhnlich war und vor allem auf seinen Reformationswillen zurückzuführen war. Sein Einfluss war bedeutend, denn als Bischof war er maßgeblich an der Politik des damaligen Schweden beteiligt, als Professor der Universität Lund entschied er über die geistige Entwicklung des Landes und als Mitglied der Svenska Akademien gehörte Genberg auch zur geistigen Elite des Landes.

Paulus Genberg kam am 13. April 1811 in Bronflo im Jämtland in einer bürgerlichen Familie zur Welt und besuchte die Frösö Internatschule. Auch wenn Genberg als sehr begabt galt, konnte er die Schule nicht abschließen, da er dort vorher, gemeinsam mit einem Mitschüler, wegen vermutlich sexueller Übergriffe, ausgeschlossen wurde. Einige Zeit später konnte Genberg jedoch als externer Prüfling dennoch die Abschlussprüfung an seiner Schule machen und erhielt sehr gute Noten. Bevor sich Paulus Genberg dann 1827 an der Universität Lund einschrieb, arbeitete er noch einige Jahre als Privatlehrer in seiner Heimat.

Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland kehrte Paulus Genberg 1844 aus Deutschland zurück um sich drei Jahre später um eine Professur in Lund zu bewerben. Da er nachweisen konnte, dass sein Konkurrent, Fredrik Georg Afzelius, seine Theorien überwiegend aus deutschen Werken abgeschrieben hatte, erhielt Genberg im gleichen Jahr den angestrebten Lehrstuhl in Philosophie. Dies und sein Anschluss an die Reformgesellschaft brachten Genberg nur ein Jahr später zu politischen Aufgaben. 1852 wurde der Philosoph dann zum Bischof von Kalmar ernannt, obwohl er um diese Zeit nicht einmal zum Priester geweiht worden war, was jedoch kaum eine Rolle spielte, denn man man benötigte die Meinung Genbergs im Reichstag, an dem er als Bischof automatisch teilnahm. In dieser Rolle gelang es Genberg auch Teile des Kirchenrechts zu ändern und zu modernisieren.


29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken 
29. September 1560: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
29. September 1866: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut 
29. September 1879: Eirik Hornborg, ein Verteidiger der altschwedischen Sprache 
29. September 1931: Anita Ekberg, ungeliebt in der Heimat
29. September 1985: Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden 
29. September 2004: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Januar 2014

Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger

Carl Boberg starb am 7. Januar 1940 im Alter von 80 Jahren in Kalmar gilt bis heute als einer der bedeutendsten Personen innerhalb der freikirchlichen Bewegung Schwedens, dessen konservative Ideen der Prediger sein Leben lang in Wort und Schrift vertrat. Auf Grund seiner strengen Einstellung zum Glauben und seinem Bekanntheitsgrad als Politiker war es ihm auch gelungen in jenen Häusern Zugang zu finden, die sich im allgemeinen negativ zu Freikirchen verhielten.

Carl Boberg wurde im Alter von 18 Jahren von der Erweckungsbewegung überzeugt, die sich um diese Zeit in seinem Heimatort Kalmar ausbreitete. Nur ein Jahr später gründete er dann dort eine Jugendversammlung zur Verbreitung seines Glaubens und durch Kurse in der Missionsschule schuf er sich die Grundlage für sein gesamtes religiöses Wirken. Ab 1882 war Boberg als Prediger tätig und begann seine Ideen zusätzlich in journalistischen Beiträgen in Stockholm zu verbreiten, wobei er hierbei Religion, gesellschaftliche Probleme und Politik verband so dass seine Artikel auch in nicht religiösen Zeitungen veröffentlicht wurden.

Ab 1889 wurde Carl Boberg Redakteur der konservativen Wochenzeitung Sanningsvittnen, eine Tätigkeit auf die er sich vor allem im Selbststudium vorbereitet hatte. Diese Tätigkeit ermöglichte es ihm auch im gleichen Verlag seine zahlreichen religiösen und politischen Schriften und Gedichte in einer Art Selbstverlag zu veröffentlichen. Da Boberg nicht nur schreiben konnte, sondern auch die religiöse Haltung jener Epoche sehr deutlich auszudrücken vermochte, erreichten seine Veröffentlichungen sehr respektable Auflagen. Der Schriftsteller und Prediger wurde, wegen seiner starken Ausdruckskraft, auch bald als Prediger in der Staatskirche eingeladen, was nur sehr wenigen Anhängern der Freikirche gelang. Drei seiner Psalmen sind noch heute in den Psalmbüchern der Svenska Kyrkan zu finden, darunter sein Werk O store Gud.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation 
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. Juni 2013

Der Untergang der Stora Kronan vor Öland

Als am 1. Juni 1676 die dreimastige Stora Kronan bei der Seeschlacht vor Öland sank, war das schwedische Kriegsschiff, eines der größten jener Zeit, gerade einmal vier Jahre alt. Die Ursache des Kenterns war vor allem die Unerfahrenheit der Schweden bei Seeschlachten und bedeutete, dass das am besten ausgerüstete Kriegsschiff Schwedens jener Zeit verloren ging, was auch eine wichtige Rolle für den Ausgang des Schonischen Krieges spielte.

Beim Untergang der Stora Kronan, der dadurch beschleunigt wurde, dass nach einem verhängnisvollen Manöver das auf Bord gelagerte Pulver explodierte und ein ein Teil des Schiffes weggesprengt wurde, verschwanden 126 Kanonen in der Tiefe und nahezu die gesamt Kriegskasse, die sich an Bord befand. Gleichzeitig starben dabei über 800 Soldaten, was zehn Prozent der gesamten schwedischen Marineeinheit entsprach. Auch wenn man heute einige klarere Ideen über den Untergang hat, so wurde damals vor allem der Oberbefehlshaber Lorentz Creutz des Versagens beschuldigt, der jedoch nicht mehr angeklagt werden konnte, da er sich unter den Toten befand.

Im Jahre 1980 konnte eine Gruppe an Tauchern, unter der Leitung des Wrackforschers Anders Franzén, der auch das Kriegsschiff Vasa gefunden hatte, die Stora Kronan am vermuteten Platz entdecken und beginnen die bedeutendsten Gegenstände zu bergen. Bisher wurden bereits über 30.000 Gegenstände geborgen, die man teilweise im Kalmar Läns Museum betrachten kann. Nach der Vasa ist die Kronan das bedeutendste Kriegsschiff Schwedens, das man je in der Ostsee entdeckte.


1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag 
1. Juni 2005: Rauchverbot in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. März 2013

Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord

Ivar Kreuger, der in Schweden oft als der König der Streichholzindustrie bezeichnet wird, wurde am 2. März 1880 in Kalmar geboren und war in den 20er Jahren der erfolgreichste Unternehmer des Landes, der nicht nur einen Großteil der Streichholzindustrie weltweit beherrschte, sondern einen gigantischen Konzern leitete und zu jenen Personen gehörte, die Europa nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut hatten. Die notwendigen Gelder kamen aus der ganzen Welt, und auch von sehr vielen Aktiensparern Schwedens.

Der Ingenieur Ivar Kreuger war um diese Zeit jedoch nicht nur der bedeutendste Schwede in der Welt der Wirtschaft, sondern investierte in jedes zukunftsträchtige Geschäft. Unter anderem hatte er auch die Aktienmehrheit der Schwedischen Filmindustrie SF, die 1919 gegründet worden war. Die Probleme begannen für Ivar Kreuger mit dem Börsenkrach in New York im Jahre 1929 und entwickelten sich zu einem Chaos, das in Europa als der Kreuger-Krach bekannt wurde und ein Imperium zusammenbrechen ließ.

Der Kreuger-Krach wurde durch den Tod von Ivar Kreuger ausgelöst, der am 12. März 1932 tot in seiner Pariser Wohnung gefunden wurde. Für die französische Polizei war es unmittelbar Selbstmord, weil die Waffe neben dem toten Krüger gefunden wurde. Ein schwedischer Arzt schloss nach einer Untersuchung des Körpers den Selbstmord aus und ein möglicher Abschiedsbrief an Krister Littorin war merkwürdigerweise in Englisch verfasst statt dem üblichen Schwedisch. Kreuger hatte um diese Zeit tausende an Feinden und er hatte mächtige Personen ruiniert, was sicher mit der Grund dafür war, dass die verschiedensten Konspirationstheorien auftauchten. Die Todesursache ist bis heute nicht eindeutig geklärt, aber in regelmäßigen Abständen erscheinen Bücher, die den Tot des Industriellen beleuchten wollen.


2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. August 2012

Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina

Da Brömsebro nahezu 1000 Jahre lang die Grenze zwischen Schweden und Dänemark bildete und hier eine der wichtigsten Handelsstraßen entlang ging, gab es dort, an der heutigen Grenze zwischen dem Blekinge Län und dem Kalmar Län zahlreiche Kämpfe, aber auch mehrere Friedensverhandlungen. Der Frieden von Brömsebro am 13. August 1645 brachte den vermutlich größten Sieg nach Schweden , wobei es sich dabei auch um den letzten Friedensvertrag handelte bevor der südlichste Teil Schwedens über den Frieden von Roskilde ganz an Schweden ging.

Bevor es jedoch zum Frieden von Brömsebro kam, führte Schweden unter Königin Kristina und Dänemark/Norwegen unter Christian IV. rund 20 Monate lang einen erbitterten Krieg, den Kristina ohne jede Kriegserklärung eingeleitet hatte um einen freien und vor allem zollfreien Zugang zu allen Weltmeeren zu erhalten, da Dänemark den Öresund vollständig beherrschte und Schweden daher nur einen kleinen und relativ unsicheren direkten Zugang zum Meer bei Göteborg hatte.

Da Dänemark zu dieser Epoche sehr geschwächt war, nutzte Schweden alle seine Vorteile und hatte massive Forderungen während der Friedensverhandlungen, die vom 8. Februar 1645 bis zum 13. August des gleichen Jahres dauerten und von französischer Seite geführt wurden. An der Stelle des früheren Grenzsteines wurde 1915 ein Erinnerungsstein aufgestellt auf dem man die Namen der Vertragspartner und jenen des französischen Diplomaten, der die Gespräche führte, lesen kann.


13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Dienstag, 20. Dezember 2011

König Johan III., der Bauherr Schwedens

Johan III. wurde am 20. Dezember 1537 geboren und war der Halbbruder des Königs Erik XIV., dem er auch auf den Thron folgte, nachdem er diesen gefangen nehmen ließ. Der Krönung von Johan III. zum schwedischen König gingen lange Streitigkeiten zwischen den Halbbrüdern voraus und erst ein Jahr bevor Johan König wurde, war er aus dem, wenn auch fürstlichen Gefängnis, entlassen worden in das ihn Erik XIV. wegen Hochverrats stecken lassen hatte.

Johann III. war, wie schon sein Vater, Gustav Vasa, ein König der Propaganda, der im ganzen Land verbreitete, dass er Schweden erst vom dänischen „Bluthund“ Kristian II. befreit hätte und dann auch noch vom „Tyrannen“, Erik XIV., seinem Bruder. Er hatte, wie die ganze Familie, ein äußerst heftiges Temperament und neigte sehr leicht zur Gewalt wenn man an seinen Aussagen zweifelte. Seine Politik baute mehr auf gesellschaftliche Schachzüge als eine wahre Strategie für Schweden, weshalb er auch politisch gesehen relativ wenig für sein Reich erreichte, trotz seiner großen Aussagen.

Auch wenn die großen Leistungen des Königs Johan III. nicht in der schwedischen Politik zu suchen sind, so findet man sie in der klassischen Architektur Schwedens, denn Johan III., selbst ein begeisterter Architekt, zeigte seinen Eifer im Ausbau, Umbau und den Erweiterungen von Kirchen, Schlössern und Befestigungsanlagen. Er holte dafür nicht nur die angesehensten schwedischen Künstler und Architekten an den Hof, sondern holte sie auch aus Deutschland und Holland, die zu jener Zeit einen außerordentlichen Ruf hatten. Zu den größten Zeugen dieser Baukunst gehören, unter anderem, die gotischen Kapellen der Schlösser Vadstena und Kalmar. Seinen Einfluss findet man noch heute in zahlreichen Kirchen, Schlössern und Befestigungen, wobei Johan III. in vielen Fällen die Zeichnungen sogar selbst anfertigte oder jene der angestellten Bauherren nach seinen Ideen korrigierte.

Johan III, in Deutschland auch als Johann III. bekannt, starb am 17. November 1592 in Stockholm und wurde am 1. Februar 1594 in der Domkirche in Uppsala begraben.

20. Dezember 1483: Dialogus creatorum, das erste gedruckte Buch Schwedens
20. Dezember 1946: Peps Persson bringt Blues und Reggae nach Schweden 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. September 2011

Die Ölandbrücke zwischen Småland und Öland

Am 30. September 1972 wurde die Ölandbrücke (Ölandsbron) zwischen Kalmar im Småland und Färjestaden auf Öland eingeweiht und dem Verkehr freigegeben. Die Ölandbrücke ist mit seiner Länge von 6072 Metern die längste Brücke auf schwedischem Territorium, da die Öresundsbron (Öresundbrücke) mit seinen 7850 Metern zum Teil in Dänemark liegt. Die freie Segelhöhe der Ölandsbron ist mit seinen 36 Metern ausreichend für den regen Schiffsverkehr, der im Kalmarsund verkehrt, dem Ostseeteil zwischen Småland und Öland.

Der erste Plan einer Brücke über den Kalmarsund geht bereits auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, wobei der erste konkrete Plan jedoch erst 1932 dem Parlament vorgelegt wurde, was jedoch von der Regierung nicht weiter verfolgt wurde, da man vor 1966 den Bau von Brücken dieser Dimension nicht vorgesehen hatte. Erst am 18. November 1966 wurden dann mehrere große Brücken in Schweden geplant, darunter die Ölandbrücke. Zwischen 1972 und 1998 war die Ölandsbron die längste Brücke Europas und wurde dann von der Vasco da Gama-bron in Portugal entthront.

Die Ölandsbron, auf der sich der Verkehr von Juni bis August nahezu verdoppelt, ist wegen der Lärmbelästigung der Bewohner Ölands nicht nur die meist diskutierte Brücke Schwedens, sondern auch die Brücke, die vom Steuerzahler die höchsten Opfer fordert. Wegen Baupfusch musste man in den nahezu 40 Jahren seiner Existenz bereits eine Milliarde Kronen in Reparationsarbeiten setzen, also 80.000 Kronen pro Tag, ohne jedoch eine Ende der Kosten zu sehen.

Wie auf allen Brücken, die innerhalb Schwedens liegen und nicht in ein Nachbarland führen, liegt keine Maut auf der Brücke und sie kann daher kostenlos befahren werden. Während jedoch Mopeds und Traktoren die Brücke benutzen dürfen, ist das Befahren mit einem Fahrrad verboten. Fußgänger dürfen die Ölandbrücke ebenfalls nicht benutzen.

30. September 1984: Der schwedische Künstler Hilding Linnqvist
30. September 2002: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Mai 2011

Gustav Vasa auf der Flucht

Im Jahre 1519 floh der spätere König Gustav Vasa aus seiner dänischen Gefangenschaft nach Lübeck um, erfolglos, Hilfe gegen die dänischen Invasoren zu suchen, die große Teile Schwedens in ihrem Besitz hatten. Am 31. Mai 1520 betrat Gustav Vasa dann bei Stensö, südlich von Kalmar, wieder schwedischen Boden, wo er sich jedoch nur an wenigen Stellen aufhalten konnte, da auch zahlreiche Schweden den dänischen König Kristian II. unterstützten.

Zu Beginn hielt sich Gustav Vasa im Schloss von Kalmar auf, das noch unter schwedischer Herrschaft lag, anschließend verschwinden seine Spuren bis September 1520, als Kristian II. in Stockholm einzog um Frieden mit Schweden zu schließen. Der Frieden artete zum Massaker aus bei dem nahezu alle Familienangehörigen Gustav Vasas getötet oder ins Gefängnis geworfen wurden. Der spätere schwedische König, der der dänischen Einladung nach Stockholm nicht gefolgt war, floh dann durch mehrere Teile Schwedens, was sich zum heutigen Vasalauf entwickelte.

Gustav Vasa ist vermutlich der König (1523 - 1560), der das heutige Schweden am meisten geprägt hat, zumal der Tag, an dem er zum König gewählt wurde, der 6. Juni 1523, noch heute der Nationaltag Schwedens ist. Gustav Vasa hat auch die heutige Erbmonarchie eingeführt und schuf ein zentral gesteuertes Schweden mit einer ausgeprägten Bürokratie. Im 19. Jahrhundert erklärte man Gustav Vasa zum Landesvater und damit einem Symbol Schwedens. Sein teilweise sehr brutales Handeln und Machtstreben wurde damals eher als Vorteils als als Nachteil gesehen.

31. Mai 1307: Halmstad wird zur Stadt
31. Mai 1899: Olle Hedberg, der Autor der den Absprung verpasste

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. April 2011

Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar

Am 4. April 1611 erklärte der dänische König Kristian IV in Örebro dem schwedischen König Karl IX. den Krieg, der als der Kalmar-Krieg in die Geschichtsbücher einging, obwohl die beiden Länder nicht nur bei Kalmar kämpften, sondern auch an Münding des Göta Älv, wo Karl IX. eine Stadt gegründet hatte, die ein Vorläufer des heutigen Göteborg war.

Die Ursachen für diesen Krieg waren auf mehren Ebenen zu suchen und das Verhältnis zwischen Kristian IV. und Karl IX. war schon seit Jahren sehr angespannt, denn der schwedische König verlangte, dass der dänische König die drei schwedischen Kronen aus seinem Wappen entfernte und der dänische König war empört darüber, dass sich Schweden mit seiner neuen Stadt einen Zugang zum Meer geschaffen hatte, was für Dänemark bedeutete, dass die Zölle am Öresund stark rückläufig waren.

Der Kalmar-Krieg spielte sich daher einerseits bei Kalmar ab, wo Kristian IV. das Schloss einnahm, zum anderen bei Göteborg, wo der dänische König das Schloss Älsvborg in seine Hände brachte. Das Erbe von Gustav II. Adolf, der am 1. Oktober 1611 König von Schweden wurde, war daher nicht nur ein Krieg, sondern er musste auch mit hohen Schulden beginnen, da der dänische König eine sehr hohe Lösesumme für die Freigabe der Älvsborg forderte. Zum anderen gewann Dänemark bei Friedensschluss am 19. Januar 1613 das Dauerrecht, die schwedischen drei Kronen im Reichswappen zu verwenden, ein Symbol, das man noch heute auf der dänischen königlichen Flagge und dem königlichen Wappen findet.

4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg