Freitag, 12. Juli 2013

Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Oscar von Sydow wurde am 12. Juli 1873 in Kalmar geboren, wuchs jedoch in Nordschweden auf. Auch wenn der Name Sydow in Schweden mit mehreren Politikern und einflussreichen Personen zusammenhängt, so geht dieser Familienname grundsätzlich auf Einwanderer aus Pommern zurück, die wegen ihrem protestantischen Glauben nach Schweden gekommen waren und hier nicht nur, auf königlichen Beschluss, ihre adeligen Rechte behalten konnten, sondern sich auch in sieben adelige Zweige verteilten von denen heute noch fünf existieren.

Oscar von Sydow ging als der am kürzesten regierende Ministerpräsident Schwedens in die Geschichte ein, der zudem nur gewählt wurde, weil Hjalmar Branting das Amt vorher abgelehnt hatte. Sydow akzeptierte das Amt, obwohl Schweden damals in der Krise stand und er wusste, dass er wegen seiner harten Linie eine schwere Stellung haben würde. Um jedoch nicht machtlos auf die baldigen Wahlen zu warten, forderte von Sydow Garantien, die ihm auch ermöglichten die Staatsgeschäfte aktiv zu führen und nicht nur als Marionette an der Spitze Schwedens zu stehen.

Noch heute wird der parteilose Oscar von Sydow nur so nebenbei als Ministerpräsident genannt, obwohl gerade er es war, der den Sozialdemokraten, und damit auch dem folgenden Ministerpräsidenten Hjalmar Branting, eine gute Regierungsbasis bot, denn als Ministerpräsident hatte in der kurzen Zeit seiner Macht zwei wichtige Änderungen herbeigeführt und zum einen die Todesstrafe in Friedenszeiten abgeschafft und das Wahlrecht der Frauen endgültig abgesichert, damit also die konservativen Kritiker der neuen Bestimmungen endgültig zum Schweigen gebracht. Man kann heute sagen, dass Oscar von Sydow mit seiner Änderung der Verfassung die Demokratie in Schweden geschaffen hat. Oscar von Sydow starb am 19. August 1936 im Alter von 63 Jahren in Stockholm.


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Copyright: Herbert Kårlin

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