Freitag, 19. Juli 2013

Anders Nordencrantz und die schwedische Wirtschaft

Als Anders Nordencrantz am 19. Juli 1772 in Stockholm starb, hatte er einige bedeutende Änderungen in Schweden herbeigeführt, auch wenn er sich dadurch sehr viele Feinde geschaffen hatte, da Nordencrantz seiner Zeit weit voraus war, zum anderen aber auch die britische Wirtschaft und den dortigen Handel ausführlich studiert hatte. Nordencrantz hatte daher sehr früh die damaligen Probleme des konservativen schwedischen Handelssystems verstanden und begonnen wichtige Änderungen herbeizuführen.

Als Anders Nordencrantz 1724 aus London zurück nach Schweden kam, modernisierte er als erstes die Trockendocks in Karlskrona und bald darauf setzte er sich dafür ein, dass der schwedische Eisenhandel unabhängig von ausländischen Geschäftsleuten wurde, was bedeutete, dass die Gewinne der wichtigsten Industrie des Landes auch tatsächlich dem Aufbau Schwedens dienen konnte. Später erreichte es der Wirtschaftler auch das exklusive Privilegiensystem in der schwedischen Wirtschaft abzuschaffen und einen Schritt auf die freie Konkurrenz einzuleiten, ein Projekt, dem sich sowohl die Führer der Wirtschaft als auch Adelige und Politiker lange widersetzten, da der gesamte schwedische Handel und das Handwerk auf Privilegien aufgebaut war, das gewisse Gruppen des Landes schützte.

Nicht sehr viel weniger Widerstand spürte Anders Nordencrantz als er sich ab 1720 für die Pressefreiheit einsetzte, da er die Zensur als schädlich für das gesamte schwedische System betrachtete. Sieben Jahre lang verhinderten Politiker und Adelige, dass sein Vorschlag präsentiert wurde und selbst die erste Veröffentlichung war dann zensiert und wurde nur als Auszug weitergereicht. Erst 1766 konnte Nordencrantz, als Vorsitzender eines geheimen Regierungsausschusses dann die ersten Schritte zur Pressefreiheit durchsetzen und ermöglichte damit den Aufbau einer freien Presse in Schweden.


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Copyright: Herbert Kårlin

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