Mittwoch, 17. September 2014

Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen

Die Schlacht bei Kirkholm am 17. September 1605 (Julianischer Kalender) wurde während des zweiten Polnischen Krieges ausgetragen und ging vor allem deswegen in die Geschichte ein, weil dabei das schwedische Heer mit 11.000 Soldaten innerhalb von vier Stunden von nur 3700 Husaren besiegt wurde, Kämpfern, die sich aus polnischen und litauischen Reitern zusammensetzen, also einer der größten Verluste Schwedens bezeichnet wird. Bei Kirkholmen wurden insgesamt rund 9000 schwedische Soldaten getötet, prozentual weitaus mehr als bei der legendären Schlacht bei Poltave knapp 100 Jahre später.

Die Schlacht bei Kirkholmen ist vor allem deswegen von geschichtlichem Interesse, weil der schwedische Verlust, unter anderem, darauf zurückzuführen war, dass sie in einer festen Formation gegen die sogenannten „beflügelten“ Husaren zu kämpfen hatten, ein Reiterheer, das nahezu überall gleichzeitig sein konnte. Diese Erfahrung führte dazu, dass Karl IX. nach einer moderneren Kriegsführung suchte, die in großen Zügen jener der Feinde nahe kam. Ab diesem Verlust setzen die Schweden auf eine mobile Kriegsführung, die es ihnen erlaubte schnell an Gefahrenpunkten zu sein, was sich bei späteren Kriegen, vor allem aber unter dem Dreißigjährigen Krieg, als enormer Vorteil erwies und letztendlich die Kriegsführung in ganz Europa änderte.

Im Grunde hätte dieser Krieg mit Polen für Schweden zu schwerwiegenden Folgen führen können, aber Karl IX. hatte das Glück, dass nur kurze Zeit nach dieser Schlacht bedeutende Unruhen in Polen ausbrachen und Sigismund sich daher erst um das eigene Land kümmern musste, was den Schweden Zeit gab sich auf neue Kämpfe vorzubereiten. Der König selbst entkam der Schlacht nur dank seines Rittmeisters Henrik Wrede, der Karl IX. sein Pferd gab damit dieser die Flucht ergreifen konnte. Wrede starb dadurch jedoch noch auf dem Schlachtfeld.


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Copyright: Herbert Kårlin

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