Dienstag, 14. Juli 2015

Der Marionettenspieler und Theaterdirektor Michael Meschke

Michael Meschke kam am 14. Juli 1931 in Danzig, dem heutigen Gdansk, zur Welt und kam bereits als Kind mit seinen Eltern nach Schweden, als die Familie aus dem Nazideutschland floh. Der Vater, ein Priester, wurde in Schweden Lehrer an der Viggbyholmsskolan bei Stockholm, die damals für ihre fortschrittliche Pädagogik bekannt war. Meschke kam, wie auch seine Geschwister, in diese Schule, die die Phantasie anregen und Schüler in ihrer Kreativität unterstützen sollte, was zumindest bei Michael seinen Erfolg zeigte.

Bereits 1949, im Alter von 18 Jahren, führte Michael Meschke in der Schule sein erstes Theaterstück mit selbst hergestellten Puppen auf und ein Jahr später kam mit dem Stück Coppelia den välvilliga sein erster öffentlicher Puppen-Auftritt in Stockholm. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war es für Meschke klar, dass seine Zukunft in den Puppen zu finden war und er studierte, was in Schweden um diese Zeit nicht möglich war, in Frankreich, Deutschland und Österreich die Geschichte des Puppentheaters und Pantomime. Anfang der 50er Jahre gründete Meschke dann das Stockholmer Marionettentheater und ging mit eigenen Produktionen in ganz Schweden auf Tournee, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Reichstheater der schwedischen Hauptstadt.

Der Durchbruch kam für Michael Meschke im Jahre 1958, als seine Aktivitäten von Stockholm finanziell unterstützt wurden und der Puppenspieler mit dem Stadttheater in Stockholm zusammenzuarbeiten begann, denn dadurch konnte er Personal anstellen und erhielt mit seinem Marionettentheater eine feste Bühne für seine Aufführungen. 1973 gründete Meschke dann das Marionettenmuseum, das heute Teil des Musik- und Theatermuseum Stockholms ist und nur drei Jahre später gründete er auch das Puppentheaterinstitut, die einzige offizielle Ausbildungsstätte Schwedens für Puppentheater. Michael Meschke gilt heute als einer der bedeutendsten Fachkräfte in Fragen des Puppen- und Marionettentheaters und ist, trotz seines hohen Alters, immer noch als Fachmann der Materie gefragt.

Copyright: Herbert Kårlin

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