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Donnerstag, 13. April 2017

Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens

Als Fredrika Wilhelmina Carstens am 13. April 1888 im finnischen Helsingfors (Helsinki) starb, war sie in literarischen Kreisen nahezu unbekannt und selbst die aufkommenden Frauenbewegungen zeigten sich an ihrem einzigen größeren Werk nicht interessiert. Heute gilt ihr Roman Murgrönan, ein in Briefform abgefasstes Werk, als der erste finnische Roman, auch wenn J. V. Snellmann im Jahr 1840, also im gleichen Jahr, ebenfalls ein Prosawerk in finnischer Sprache veröffentlicht hatte, das von der Kritik, im Gegensatz zu Carstens Werk, sehr positiv aufgenommen worden war und Murgröna anonym herausgegeben worden war und das Buch nur in gewissen Städten des heutigen Finnland vorbestellt werden konnte.

Wilhelmina Carstens kam am 5. Juni 1808 in Nådendal zur Welt und besuchte, da sie aus einem gebildeten Haus kam, die höhere Mädchenschule in Helsingfors, wobei man annimmt, dass sie vor ihrer Ehe mit Unterleutnant Carl Adolf Otto Carstens auch einige Zeit in Stockholm verbracht hatte. Das in schwedischer Sprache geschriebene Werk Murgröna von knapp 400 Seiten wurde von Carstens in der damals sehr verbreiteten Feuilleton-Form geschrieben, wobei sie eine Stärke darin zeigte das damalige Gesellschaftsleben, teils in satirischer Form, zu beschreiben. Die tatsächliche literarische Leistung des Buches ist bis heute allerdings umstritten, aber als erster Roman Finnlands findet Murgröna jedoch einen festen Platz in der finnlandschwedischen Literatur.

Da Wilhelmina Carstens, wie zu jener Zeit üblich bei weiblichen Literaten, sämtliche ihrer Werke unter Pseudonym, also nur mit einer Signatur versehen, veröffentlichte, so ist bis heute auch unbekannt wie viele Gedichte oder kürzere Artikel sie  während ihres Lebens schrieb und nur einige Veröffentlichungen in der Borgå Tidning können eindeutig der Schriftstellerin zugeordnet werden, von ihrem unveröffentlichten Jugendwerk abgesehen. Über die private Wilhelmina Carstens ist sehr wenig bekannt, außer ihrem Streben nach einem besseren Leben und der Anerkennung in der höheren Gesellschaft, die sich jedoch in keiner Weise der Schriftstellerin gegenüber öffnete, nicht zuletzt deshalb, weil sie nahezu ihr gesamtes Leben lang mehr oder weniger nahe der Armut lebte.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. August 2016

Die finnlandschwedische Künstlerin Amélie Lundahl

Die finnlandschwedische Künstlerin Amélie Lundahl starb am 20. August 1914 mit 64 Jahren an Leukämie in einem Sanatorium in Helsingfors (Helsinki), ohne jedoch wirklich als Künstlerin anerkannt zu werden, da um diese Zeit Frauen in Kunstkreisen als Hobbymalerinnen galten. Auch wenn ihre künstlerische Fähigkeit heute bestätigt ist, so bleibt Lundahl im Schatten anderer Künstlerinnen jener Zeit, zum Beispiel der etwas jüngeren Helene Schjerfbeck. Einer der Gründe dafür ist vermutlich dass Lundahl nur wenige Jahre künstlerisch aktiv war, bevor sie Mitte der 90er Jahre immer schlechter sah und wegen ihrer Krankheit schließlich auch nicht mehr zum Pinsel greifen konnte.

Amélie Lundahl war am 26. Mai 1850 im finnischen Uleåborg (Oulu) zur Welt gekommen und wurde wegen dem frühen Tod der Eltern überwiegend von den älteren Schwestern erzogen. Mit 20 Jahren ging Lundahl nach Helsinki um dort an der Malereischule des finnischen Kunstvereins zu studieren. In den Jahren 1872 und 1873 besuchte die spätere Künstlerin die Svenska Slöjdförening in Stockholm, um jedoch 1874 für weitere zwei Jahre an die Zeichenschule in Finnland zurückzukehren, wo sie nach Abschluss ihrer Ausbildung einige Jahre lang als Zeichenlehrerin beschäftigt wurde.

Bereits drei Jahre später erhielt Amélie Lundahl dann ein Reisestipendium, das sie nach Frankreich führte, wo sie zwölf Jahre bleiben sollte und ihre bekanntesten Gemälde malte. Drei dieser Jahre verbrachte die Künstlerin allerdings überwiegend in Schweden. Lundahl war in Frankreich von der Freilichtmalerei fasziniert und arbeitete in der Normandie und der Bretagne an ihren Frauenporträts, die heute als ihre Meisterwerke gelten. 1887 kehrte Lundahl nach Finnland zurück, verbrachte jedoch noch einige Sommer in der schwedisch-finnischen Künstlerkolonie Önningeby auf Åland. Ab 1889 lebte Lundahl wieder in Helsinki und machte, die ersten Jahre, mehrere Reisen innerhalb des Landes um dort Motive zu suchen, die jedoch immer härtere Züge annahmen, die mit der Erkrankungen zusammenhängen können. Auch aus finanziellen Gründen konnte Lundahl ab dieser Zeit auch nur noch zwei kurze Auslandsreisen, nach Italien und Frankreich, unternehmen, ohne dass dort noch bedeutende Werke entstanden wären.


20. August 1386: Bo Jonsson, der mächtigste und reichste Mann Schwedens
20. August 1730: Johan Liljencrantz, der Wirtschaftsberater von Gustav III.
20. August 1779: Jacob Berzelius und die chemischen Elemente
20. August 1843: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
20. August 1893: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter
20. August 1898: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat
20. August 1982: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 14. Januar 2016

Der finnlandschwedische Schriftsteller Zacharias Topelius

Zacharias Topelius wurde am 14. Januar 1818 als Sohn eines Lehrers im heute finnischen Nykarleby (Uusikaarlepyy) geboren und besuchte einige Jahre lang die Schule in Uleåborg (Oulu) bis er bei Johan Ludvig Runeberg in Helsingfors (Helsinki) als Privatschüler auf sein Studium in Philosophie und Geschichte vorbereitet wurde. Noch bevor Topelius 1847 seinen Doktor in Geschichte machte, hatte er, unter anderem, bereits einige Jahre lang als Redakteur bei den Helsingfors Tidningar gearbeitet. 1854 wurde Topelius dann als Professor in Geschichte an die Universität Helsingfors berufen, an der er 1875 auch Rektor wurde.

Parallel zu seiner Doktorarbeit, seiner Tätigkeit als Journalist und als Privatlehrer, veröffentlichte Zacharias Topelius im Jahre 1845 auch seine erste Gedichtsammlung Ljungblommor und 1847, im Jahr als er auch sein Doktorat mit der Abhandlung De modo matrimonia jugendi apud Fennos quondam vigente ablegte, erschien seine erste Sammlung an Sagen, die sich jedoch weniger an Kinder als vielmehr an Erwachsene richtete. Auch wenn diese frühen Sagen von Topelius noch stark an jene des dänischen Schriftstellers H. C. Andersen angelehnt waren, so entwickelte er bald einen eigenen Stil und erhielt damit die ursprünglich nur mündlich weitergegebenen Sagen Finnland.

Anfang der 50er Jahre veröffentlichte Zacharias Topelius die zwei historischen Romane Hertiginnan av Finland und Fältkärns berättelser, die beide, wenn auch in Schwedisch, dem damaligen nationalistischen Geist Finnlands entsprachen und gleichzeitig zeigten dass die christliche Frömmigkeit letztendlich jeden Irrglauben vernichten wird. Diese Romane waren mit verantwortlich dafür dass Topelius, mit Hilfe von Fredrik Cygnaeus, zum ordentlichen Professor der finnischen Geschichte ernannt wurde, ohne die sonst dafür nötigen wissenschaftlichen Voraussetzungen mitzubringen. Topelius, der am 12. März 1898 starb, gehört damit zu den letzten Vertretern eines schwedischsprachigen Finnland, der jedoch gleichzeitig die finnischen Besonderheiten seiner Zeit hervorhob.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Juli 2015

Die finnlandschwedische Künstlerin Helene Schjerfbeck

Helene Schjerfbeck kam am 10. Juli 1862 in einer finnlandschwedischen Familie im finnischen Helsingfors (Helsinki) zur Welt. Da der Vater der späteren Künstlerin bereits 1876 an Tuberkulose starb, musste die Familie ab dieser Zeit von der Pension der Mutter leben. Da Schjerfbeck nach einem Sturz als Vierjährige auch etwas hinkte und mit gewissen Schmerzen leben musste, schien ihre Zukunft bereits in jungem Alter wenig gesichert. Mit nur elf Jahren entdeckte das Mädchen dann jedoch die Kunst und begann an der finnischen Kunstvereinigung Malen zu lernen.

Helene Schjerfbeck war vor allem an der Geschichtsmalerei interessiert und hatte mit 18 Jahren damit ein so hohes Ansehen gewonnen, dass sie ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in Frankreich erhielt. Diesem Stipendium folgten weitere, die ihr Studienreisen nach Rom, Florenz, Wien, Sankt Petersburg und in andere Kunstzentren der Zeit erlaubten. Nach ihrer Rückkehr nach Finnland wurde Schjerfbeck Lehrerin an der Malereischule der Kunstvereinigung der finnischen Hauptstadt, was sie jedoch zu einer Außenseiterin machte, da sie weiterhin geschichtliche Motive im klassischen Stil malte, obwohl um diese Zeit die Nationalromantik ihren Durchbruch im Norden hatte.

Nach ihrem Umzug mit der Mutter nach Hyvinge (Hyvinkää), einer Kleinstadt nördlich von Helsingfors, begann sich Helene Schjerfbeck für Impressionisten und Symbolisten zu interessierten und ging von der Geschichtsmalerei auf eine neue Form über, die der Künstlerin ein Comeback ermöglichte. Die heute bekanntesten Gemälde Schjerfbecks stammen allerdings aus der dritten künstlerischen Epoche der Künstlerin, denn mit nahezu 80 Jahren begann sie sehr persönliche und ausdrucksstarke Selbstporträts zu malen, die nicht nur als ihre Meisterwerke gelten, sondern 1991 auch als Vorlage für eine finnische Briefmarke benutzt wurden.


10. Juli 1735: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
10. Juli 1877: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen
10. Juli 1894: Elov Persson und Familie Kronblom
10. Juli 1942: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
10. Juli 1970: Der Weg der schwedischen Sängerin Helen Sjöholm

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. Juli 2012

Die schwedische Kinderbuchautorin Edith Unnerstad

Edith Unnerstad wurde am 28. Juli 1900 als zweitälteste Tochter in einer finnland-schwedischen Familie in Helsinki geboren. Bereits im Alter von acht Jahren zog die Familie Tötterman dann nach Mariehamn auf Åland, wo die Mutter Ediths ein kleines Häuschen geerbt hatte. Zwei Jahre später zog die Familie nach Södertälje und 1912 dann nach Stockholm, wo Edith Tötterman, wie sie vor ihrer Ehe hieß, die Schule besuchte und später auch Kunst studierte, einer Zeit, als ihre Eltern bereits zurück nach Mariehamn gezogen waren.

Das erste Buch brachte Edith Unnerstad erst im Alter von 49 Jahren auf den Markt, wobei dieses Buch „Kastrullresan“ (Die fidele Pfeiftopfreise) der Anfang einer bedeutenden Karriere als Kinderbuchautorin wurde, ein Buch, das auch der Beginn einer Serie mit der Familie Pip-Larsson wurde, die aus dem Handelsreisenden und Erfinder Patrik Larsson, der Ehefrau Maja und ihren sieben Kindern bestand. Alle Mädchen der Familie Pip-Larsson tragen die Namen von Helden aus den Romanen von Shakespeares. Der erste Band der Serie wurde bereits 1950 verfilmt und entwickelte sich 1998 zu einer Fernsehserie.

Bara Sara“, das letzte Buch von Edith Unnerstad kam erst im Jahre 2007 auf den Markt, 25 Jahre nach dem Tod der Autorin. Bei „Bara Sara“ handelt es sich um den einzigen autobiographischen Jugendroman der Schriftstellerin, der ihr Leben zwischen ihrem Geburtsort Helsinki und dem Leben in Stockholm von der Warte eines Kindes aus beschreibt. Die Bücher von Edith Unnerstad werden im nordischen Raum in unregelmäßiger Folge immer wieder neu aufgelegt und werden von Kindern immer noch mit Begeisterung gelesen.


28. Juli: Botvid, ein vergessener Name Schwedens
28. Juli 1963: Der schwedische Illusionist Joe Labero

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. Juni 2012

Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)

Wenn man heute von Helsinki spricht, oder in Schweden von Helsingfors, so denkt kaum noch jemand daran, dass diese Stadt am 12. Juni 1550 von Gustav Vasa aus rein kommerziellen und strategischen Gründen gegründet wurde und ganz Finnland damals noch zu Schweden gehörte und zu den ersten Eroberungen durch die Kreuzzüge zu Beginn des Christentums in Schweden gehörte. Bis zur Unabhängigkeit Finnlands am 6. Dezember 1917 war das heutige Helsinki allgemein nur unter dem Namen Helsingfors bekannt.

Helsingfors wurde von Gustav Vasa in der damaligen Region Helsinge, an einer Schmiede (fors), die an der Mündung des Vanda lag, gegründet und sollte ein Gegenpol zur Hansestadt Reval, dem heutigen Tallin, werden. Damit die Stadt auch bevölkert wurde, zwang Gustav Vasa die Bewohner aus Borgå, Ekenäs, Raumo und Ulvsby in die neue Stadt zu ziehen. Allerdings wuchs Helsingfors, trotz zwangsweisen Umzügen, nur sehr langsam bevölkert und als Schweden im Jahre 1561 dann Reval eroberte, hatte das heutige Helsinki kaum noch eine Bedeutung für das schwedische Reich.

Auch wenn Finnland offiziell zweisprachig ist, machten die Finnlandschweden selbst zur Zeit Gustav Vasas kaum 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus und ihre Anzahl sinkt von Jahr zu Jahr. In Helsinki liegt mittlerweile der Anteil an Einwohnern ausländischer Herkunft mit 7,9 Prozent über jener der Finnlandschweden und Russisch kann als die dritte Sprache der finnischen Hauptstadt betrachtet werden und wird in einigen Stadtteilen besser verstanden als Schwedisch. Helsinki gehört, mit Lissabon, zu den europäischen Städten, die am wenigsten Personen mit ausländischer Herkunft zählen und über eine starke nationalistische Bewegung verfügt.


12. Juni 1946: Schulessen in Schweden
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. März 2012

Der Tag des Nordens und der Vertrag von Helsinki von 1962

Offiziell ist der 23. März jeden Jahres in Schweden der Tag des Nordens an dem die nordische Zusammenarbeit in den Vordergrund gerückt wird. Der Tag des Nordens geht auf den Vertrag von Helsinki vom 23. März 1962 zurück, der sich nun zum 50. Mal jährt. Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island sollen an diesem Tag durch ein gemeinsames Flaggen an dieses Ereignis aufmerksam machen, das als Ausdruck für die Gemeinschaft der nordischen Länder gilt.

Am 23. März 1962 schuf der Vertrag von Helsinki die Grundlage für die heutige nordische Zusammenarbeit. In 70 Artikeln wurde bei diesem Abkommen die Art der Zusammenarbeit in kulturellen, rechtlichen, ökonomischen und sozialen Fragen geklärt. Der bedeutendste Punkt dieses Abkommens war, dass jeder Bürger eines der Mitgliedsländer ohne besondere Anträge in den anderen Ländern leben und arbeiten kann und die nordischen Länder wie eine große gemeinsame Familie zu betrachten sind.

Obwohl der Nordische Tag durch den Vertrag von Helsinki einen bedeutenden Einfluss auf Schweden hat und jede Gemeinde des Landes zum nordischen Flaggen aufgerufen ist, so gilt der Tag in Schweden nicht als Flaggentag und jede Gemeinde entscheidet frei darüber, ob sie dem Nordischen Tag eine Bedeutung geben will oder nicht. Auch die Bestimmung, dass man in allen angeschlossenen Ländern grundlegendes Wissen über die anderen nordischen Länder vermitteln soll, wird in Schweden in vielen Schulen kaum beachtet. In einigen kleineren Städten Schwedens wird der Nordens Tag jedoch nach wie vor mit einem großen Fest und Veranstaltungen zum Thema in der ursprünglichen Idee gewürdigt.

23. März 1792: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
23. März 1980: Abwicklung der Kernenergie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin