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Freitag, 26. April 2019

Die Schriftstellerin Birgitta Stenberg

Birgitta Stenberg wurde am 26. April 1932 in Stockholm geboren, wuchs jedoch überwiegend in Visby auf Gotland auf und reiste bereits sehr früh durch Europa, wobei sie auch das letzte Jahr in einem Gymnasium in Paris machte, ohne Abschluss, was ihr später Stoffe für ihre Romane bieten sollte und ihr zu ausgezeichneten Sprachkenntnissen verhalf. Als Stenberg Mitte der 50er Jahre zurück nach Schweden kam, begann sie die ersten Jahre über als Dolmetscherin und Schauspielerin zu arbeiten.

Birgitta Stenberg gehörte von Jugend an zu den Freidenkern Schwedens, wobei sie in den 50er Jahren Mitglied der literarischen Gruppe Metamorfos gehörte und in diesen Jahren auch ein kürzeres Verhältnis mit dem ägyptischen König Farouk hatte. Während des kalten Krieges war Stenberg die Sekretärin des Svenska kommittén för kulturens frihet und Redakteur der Zeitschrift Kulturkontakt, beides finanziert durch das amerikanische CIA, wenn auch unter dem Denkmantel der Ford Foundation. Stenberg gehört auch zu jener Gruppe an ersonnen, die Drogen nicht vollständig ablehnen, sondern den Verkauf von Haschisch und Marihuana in Apotheken forderte.

Birgitta Stenberg veröffentlichte ihren ersten Roman Mikael och Poeten im Jahr 1956, der in mehr poetischer Form die Affäre Kejne betraf, bei der ein Teil der gehobenen Schicht Stockholms angeklagt wurde organisierte, homosexuelle Prostitution in der schwedischen Hautstadt zu betreiben. Sehr bekannt wurde auch ihr Roman Chans, der 1962 veröffentlicht wurde und von den Klassenunterschieden in Schweden handelt. Birgitta Stenberg, die am 23. August 2014 an den Folgen eines Lungenkrebses starb, stand bei ihren journalistischen und literarischen Arbeiten immer auf der Seite der Arbeiter und Angestellten, wobei sich dies auch bei ihren Kinderbüchern bemerkbar macht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.


26. April 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts
26. April 1894: Der Kunsthandwerker Erik Fleming
26. April 1910: Der schwedische Komponist Erland von Koch
26. April 1946: Die anarchistische Künstlerin Lena Svedberg
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitler
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 18. März 2019

Die Schriftstellerin Barbro Lindgren

Barbro Lindgren wurde am 18. März 1937 unter dem Namen Barbro Enskog als Tochter eine Ingenieurs in Bromma geboren und besuchte nach der Hochschulreife erst das Konstfack in Stockholm und ab 1959 dann die Kunsthochschule in der gleichen Stadt. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete Lindgren als Reklamezeichnerin, aber auch in der Krankenpflege und, gemeinsam mit Marianne Eriksson, als Herausgeberin von Kinderbüchern. Ab 1965 machte sich Lindgren dann als Kinderbuchautorin und Illustratorin der eigenen Werke einen Namen, der bald weit über Schweden hinaus bekannt wurde.

Die literarische Karriere von Barbro Lindgren begann mit der dreiteiligen Kinderbuchserie über Mattias, die das Alltagsleben eines Fünfjährigen in der Stadt schildert, ohne dass die Autorin jedoch den Jungen wirklich viel erleben lässt. Als Lindgren dann vier Jahre später mit der Serie Loranga beginnt, wo sie Fantasie und tatsächliche persönliche Erlebnisse vermischt, werden auch die Verlage in anderen Ländern auf die Autorin, die um diese Zeit noch sämtliche ihrer Bücher selbst illustrierte, aufmerksam und Loranga wird zu einem internationalen Erfolg.

Im Laufe der Jahre schrieb Barbro Lindgren rund 100 Bücher, die in bis zu 30 verschiedene Sprachen übersetzt wurden, auch wenn die Schriftstellerin nie richtig die Phantasie frei walten lässt, sondern immer das Alltagsleben der handelnden Figuren in den Vordergrund stellte. Barbro Lindgren gehört in Schweden zu den typischen Autoren, die sich dem Entwicklungsroman widmen, der immer nur das Positive eines Menschen als Ziel sieht und daher im modernen Schweden eine Randposition einnimmt, jedoch als Gegenpol zu den Problemromanen weiterhin eine literarische Nische findet. Barbro Lindgren lebt heute auf Öland, wobei ihr bisher letztes Kinderbuch Titta Hamlet, das 2017 erschien, noch immer zu den Erziehungsromanen der Gattung Entwicklungsroman gehört.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1887: Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. März 2019

Mollie Faustman, Künstlerin und Schriftstellerin

Mollie Faustman kam am 15. März 1883 als Tochter eines Ingenieurs und einer Lehrerin in Stockholm zur Welt und erhielt, da sie aus bürgerlichem Milieu kam, auch eine gute Ausbildung, auch wenn die Eltern sich lange gegen ihre Ambitionen Kunst zu studieren widersetzten. Dennoch gelang es Faustman sich 1905 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg einzuschreiben und dort bis 1908 Kunst zu studieren. Es folgte eine Studienreise nach Paris, wo die Künstlerin auch bei Matisse studierte. Auch wenn sich Faustman dem Expressionismus stark näherte, behielt sie in vielen Punkten die Romantik bei, die sie in Göteborg gelernt hatte.

Trotz Kunststudium gehörte Mollie Faustman nicht zu jenen Frauen, die sich auf einen einzigen Beruf festlegten, sondern auch eine Sicherheit im Beruf suchten. Aus diesem Grund begann sie noch während ihres Studiums auch eine Parallelkarriere als Schriftstellerin und Illustratorin. Bereits 191 erschien ihr Bilderbuch Malins midsommar, dem später zahlreiche weitere Jugendbücher und Kinderbücher folgen sollten, wobei Faustman hierbei die Neigung hatte vor allem Gesellschaftsprobleme ins Auge zu fassen, da sie den Leser nicht nur unterhalten wollte. Hinzu kamen journalistische Beiträge in den Zeitungen Dagens Nyheter und Idun, wo sich Faustman durch eine gezielte Ironie auszeichnete.

Dennoch bezeichnete sich Mollie Faustman in erster Linie als Künstlerin, die sich im Laufe der Zeit in eine frühe Modernistin verwandelte, auch wenn sie dabei ihre persönlichen Charakterzüge nie vergaß und die Neigung hatte oft Kinder mit auf ihren Gemälden unterzubringen. Faustman hatte sehr wenige Einzelausstellungen, sondern präsentierte ihre Werke überwiegend in Sammelausstellung, erst gemeinsam mit den Optimisterna, später den Independenterna und schließlich mit der Gruppe Färg och Form. Mollie Faustman, die am 4. Januar 1966 in Stockholm starb, hinterließ zahlreiche Landschaftsgemälde, die sie vor allem im Västergötland und im Hälsingland verwirklichte, wobei einige davon in den bedeutendsten Museen Schwedens zu finden sind.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1794: Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg
15. März 1795: Der königliche Leibarzt Abraham Bäck
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 16. Februar 2019

Die Schriftstellerin Eva von Zweigbergk

Eva von Zweigbergk kam am 16. Februar 1906 als Tochter eines Chefredakteurs und einer Journalistin als Eva Alkman in Göteborg zur Welt und begann nach einer kürzeren Ausbildung an der Kunsthochschule Valand und einem Studium in Kunstgeschichte und Englisch an der Universität Uppsala 1929 bei den Dagens Nyheter zu arbeiten, der Zeitung, der sie bis 1969 treu bleiben sollte. Von Zweigbergk arbeitete die ersten Jahre insbesondere als Kritikerin von Kinder- und Jugendbüchern, schrieb über Kunstgeschichte und arbeitete zudem als Übersetzerin, bevor sie in den 40er Jahren selbst die ersten Kinderbücher veröffentlichte.

Die ersten Jahre ihres Berufslebens waren für Eva von Zweigbergk auch von privaten Problemen begleitet, da sie sich in der Ehe mit Einar Malm nicht zufrieden fühlte und ihr Liebhaber Vilhelm Moberg lediglich eine stabile Affäre suchte, sich jedoch nicht von seiner Frau scheiden lassen wollte. Von Zweigbergk ließ sich nach der einjährigen Affäre jedoch scheiden und fand mit der nächsten Ehe mit einem Rechtsanwalt die Stabilität um sich auch für die Rechte der Frau im Journalismus einzusetzen, wobei die Journalistin 1937 auch Chefredakteur für die neu eingeführter Frauenseiten der Dagens Nyheter wurde.

Ab den 40er Jahren begann Eva von Zweigbergk auch mehr und mehr als Kulturjournalistin zu arbeiten und begann eigene Kinderbücher zu schreiben, angefangen von Bilderbüchern, die bekannte Illustratoren bebilderten, bis zu Anthologien und Jugendromanen. Die bedeutendste Leistung der Schriftstellerin wurde 1965 dann die erste Geschichte des Kinderbuches in Schweden, das die Zeitspanne von 1750 bis 1950 umfasste. Die Kinder- und Jugendbücher der Autorin zeigen auch deutlich den Übergang von den traditionellen Werken, die immer eine Art gesellschaftliche Lehre beinhalteten zur moderneren Literatur, da die Werke  von Zweigbergks in der Stadt, im Arbeitsleben und anderen Umgebungen spielen, die in der älteren Kinderliteratur Schwedens nicht beachtet wurden.  Eva von Zweigbergk starb am 15. Februar 1984 in Stockholm.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
16. Februar 1944: Der Philosoph und Schriftsteller Hans Larsson
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
16. Februar 1967: Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Wörterbuch Deutsch-Schwedisch

Montag, 16. April 2018

Elsa Björkman-Goldschmidt, Schriftstellerin und Künstlerin

Elsa Björkmann-Goldschmidt kam am 16. April 1888 als Tochter einer Offiziers in Linköping zur Welt und wuchs erst dort, anschließend in Stockholm auf, wo sie auch Elsa Brändström und Harriet Löwenhjelm kennenlernte. Entgegen dem Wunsch ihrer Eltern entschied sich Björkmann-Goldschmidt Künstlerin zu werden und besuchte, neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin die Graveurschule von Axel Tallberg und anschließend die Kunstakademie. Ab 1910 reiste die Künstlerin dann nach Belgien, Italien und Deutschland um sich in der Gravierkunst weiterzubilden. Nach ihrer Rückkehr nach Schweden kamen dann mehrere Ausstellungen in Europa, wobei sich Björkmann-Goldschmidt vor allem auf Holzschnitt, Kupferstich und Lithographie spezialisiert hatte.

Zwischen den beiden Weltkriegen gab Elsa Björkmann-Goldschmidt dann plötzlich ihre künstlerische Tätigkeit auf um sich humanitär, in der Volksbildung und als Journalistin zu betätigen. Bereits 1916 hatte sich die Künstlerin, gemeinsam mit Elsa Brändström, beim Roten Kreuz engagiert und von 1919 bis 1924 war sie im Vorstand von Rädda Barnen in Wien, wo sie von 1928 bis 1938 auch als Journalistin aktiv wurde, insbesondere für die Dagens Nyheter. Als Österreich dann von Hitler annektiert wurde, musst  Björkmann-Goldschmidt dann nahezu über Nacht nach Stockholm fliehen, da ihr Ehemann, der Arzt Waldemar Goldschmidt, jüdischer Herkunft war.

Ab den 40er Jahren begann Elsa Björkmann-Goldschmidt dann vor allem als Schriftstellerin zu arbeiten, ohne allerdings die humanitäre Arbeit zu vergessen, und sie setzte sich für die Bildung der Frauen ein Die Bücher der Schriftstellerin situieren sich zum großen Teil in Wien, auch wenn sie einige freistehende Romane und mehrere Biographien veröffentlichte. Elsa Björkmann-Goldschmidt, die am 6. April 1982 starb, und ab 1950 Mitglied der literarischen Gruppe De Nio war, wurde von Harriet Löwenhjelm als Nachlassverwalterin ausgewählt und veröffentlichte daher auch ihre bis dahin unveröffentlichten Gedichte und Briefe. Gleichzeitig schrieb Björkmann-Goldschmidt dann auch die erste Biographie über Löwenhjelm.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1862: Hanna Rönnberg, finnlandschwedische Künstlerin und Schriftstellerin 
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch
16. April 1937: Henric Westman und die Stadt Linköping
16. April 1938: Die schwedische Künstlerin Margot Öjemark Wiik
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. April 2018

Die schwedische Schriftstellerin Eva Neander

Eva Neander kam am 3. April 1921 als Tochter eines Schulinspektors in Jukkasjärvi zur Welt, wuchs jedoch überwiegend in Härnösand und in Borås auf. Nach ihrer Hochschulreife studierte Neander erst an der Universität Göteborg und anschließend an der Universität Uppsala, ohne jedoch ihr Studium je abzuschließen. Nach dem Studienabbruch arbeitete Neander als Korrekturleserin beim Västgöta-Demokraten in Borås, begann jedoch auch für andere Zeitungen und Zeitschriften Filmkritiken und Gedichte zu schreiben.

Im Jahr 1945 nahm Eva Neander an einem Wettbewerb junger Schriftsteller teil und gewann mit ihrer Novelle, die die Basis ihres ersten Romans Dimman war, den ersten Preis. Dieser erste Roman Dimman spielt in Härnösand und zeigt bereits das Hauptthema der Autorin, nämlich das Problem ein Fremder in der Gesellschaft zu sein, denn nur wer in Härnösand geboren ist und die dortigen Werte lebt, gehört zur Stadt, alle anderen haben keine Chance wirklich Teil der Gemeinschaft zu werden. Dieses Thema sollte auch in den Folgewerken Neanders das Leitthema werden und ihr persönliches Erlebnis schildern.

Eva Neander, die am 22. Februar 1950, knapp 30 Jahre alt, auf dem Eis des Sees Unden verschwand, schrieb in den wenigen Jahren mehrere Novellen, einen Gedichtband und den unvollendeten Roman Vatten (Wasser), der posthum herausgegeben wurde. Neben dem Thema der Exklusion findet man in den Werken Neanders auch deutlich die unterschiedlichsten Frauenschicksale, die von der zwangsweisen Anpassung an die Gesellschaft oder aber der Einsamkeit durch die Ausgrenzung handeln und schildern daher sehr beeindruckend die Unterdrückung der Frau in den 40er Jahren. Nahezu 50 Jahre wurden die Werke der Autorin nahezu vergessen, und erst in jüngerer Zeit entdeckte man in Schweden erneut die Tragweite und die Aussagekraft der Schriftstellerin, was sich auch an einigen Neuauflagen ihrer Werke zeigt.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1791: Die schwedische Hushållningssällskapet
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1884: Der Maler und Schriftsteller Akke Kumlien

3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. April 2018

Die schwedische Schriftstellerin Jeanette Stjernström

Jeanette Stjernström kam am 19. Oktober 1825 als Johanna Granberg als Tochter eines Schauspielers in Stockholm zur Welt und wurde daher einerseits mit sehr viel Kultur erzogen, musste jedoch auch das Nähen, Weben und andere weibliche Tätigkeiten lernen, da dies für eine spätere Ehe als unumgänglich angesehen wurde. Jeanette Granberg entschied sich dennoch eine schriftstellerische Karriere anzustreben und schrieb mit 22 Jahren ihr erstes Drama Filantropen, das zwar aufgeführt wurde, jedoch ohne das der Name der Schriftstellerin in irgend einer Weise genannt wurde.

Im Jahre 1854 heiratete Jeanette Granberg den Schauspieler und Theaterdirektor Edvard Stjernström, was ihr Leben völlig verändern sollte. Die junge Frau konnte ab dieser Zeit Dramen für das Mindre teatern schreiben, das ihr Mann leitete, wobei sich jedoch auch in anderer Weise ihre Situation änderte, denn ihre ältere Schwester Louise zog als Haushälterin im Haus des jungen Paares ein und erarbeitete, in vielen Fällen alle drei gemeinsam, die Stücke und diskutierten die Aufführungen. Auf Grund dieser Zusammenarbeit, und der Tatsache, dass Stjernström unter einem männlichen Pseudonym schrieb, ist oft nicht festzustellen wer welchen Anteil an den Stücken leistete.

Jeanette Stjernström reiste 1855, gemeinsam mit dem Ehemann und der Schwester, nach Paris um dort moderne Theaterdramen zu finden und diese zu übersetzen, was nahezu eine Revolution im schwedischen Theater war, auch wenn die Zensur die französische Freizügigkeit nicht immer schätzte und Änderungen forderte. Auch wenn Jeanette Stjernström, die am 2. April 1857 im Alter von nur 32 Jahren starb, allein oder in Zusammenarbeit, 26 übersetze Theaterstücke nach Schweden brachte und 16 selbst verfasste, so tauchte sie nicht ein einziges Mal mit ihrem Namen auf einem Theaterplakat auf, sondern nur unter ihrem männlichen Pseudonym Georges Malméen, denn eine Frau wurde um diese Zeit nicht als Dramaturgin akzeptiert.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1893: Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. Februar 2018

Die Schriftstellerin Agneta Pleijel

Agneta Pleijel kam am 26. Februar 1940 als Tochter eines Mathematikers und einer Schriftstellerin in Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Göteborg Ethnographie, Philosophie und Literaturwissenschaft. Nach ihrem Studium begann Pleijel 1968 bei der Abendzeitung Aftonbladet als Literaturkritikerin zu arbeiten, wechselte dann drei Jahre lang zur Zeitschrift Ord & Bild, um jedoch 1975 als Kulturchefin zurück zum Aftonbladet zu kommen. Allerdings sah sich Pleijel bereits zu dieser Zeit nicht nur als Kritikerin und Journalistin, sondern sie hatte eine Parallelkarriere vorbereitet.

Bereits 1970 machte sich Agneta Pleijel auch einen Namen als Dramatikerin gemacht, denn in diesem Jahr wurde in Berlin ihr erstes Drama Ordning härskar i Berlin aufgeführt, das sie gemeinsam mit Ronny Ambjörnsson geschrieben hatte. 1977 sollte dann ihr Meisterwerk Kollontaj im Dramaten aufgeführt werden, mit Margaretha Krook in der Hauptrolle und in der Regie von Alf Sjöberg. Alexandra Kollontaj war die erste Ministerin weltweit und eine Zentralfigur der Russischen Revolution. Für Pleijel sollte dieses Werk das erste in einer längerer Reihe sein in denen sie die Rolle der Frau in Geschichte und Gesellschaft hervorhebt, insbesondere den permanenten Kampf gegen die männliche Dominanz.

Agneta Pleijel beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Schreiben von Theaterstücken und Filmmanuskripten, sondern sie veröffentlichte auch Gedichte und Romane, darunter ihren größten Erfolg Vindspejare (Der Weg des Windes), einen stark autobiographischen Roman. Neben diesen Aktivitäten war Pleijel zwei Jahre lang Sprecherin des schwedischen PEN-Klubs, acht Jahre lang Stilist in der Bibelkommission, vier Jahre lang Professor in Drama am Dramatiska Institutet und aktiv als Journalistin, die sehr zeitkritische Themen in Angriff nahm. Der bisher letzte, nicht ins Deutsche übersetzte, Roman Pleijels erschien 2017 unter dem Titel Doften av en man, als die Autorin, die heute in Stockholm lebt, bereits 76 Jahre alt war.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1880: Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. Februar 2018

Die schwedische Schriftstellerin Ulrika Widström

Ulrika Widstöm kam am 24. November 1764 als Tochter eines Orgelbauers, der gleichzeitig Lakai am Schloss war, in Stockholm zur Welt und hatte, da sie im Schloss aufwuchs, eine für die Zeit sehr hohe Bildung und sprach auch fließend Französisch und Deutsch. Bereits 1718 hatte Widström mit einigen ihrer Gedichte Aufmerksamkeit erregt und, dank der guten Beziehungen im Schloss, vermittelte ihr Carl Christoffer Gjörwell, erste Veröffentlichung ihrer Gedichte. Einige Jahre später vermittelte er der Schriftstellerin auch Übersetzungsaufträge. Mit 21 Jahren gelang es Widström einige ihrer Werke in der Stockholms Posten unterzubringen.

Auch nach ihrer Ehe mit Sven Widström, einem Violonisten der Hofkapelle, arbeitete Ulrika Widström weiter an ihrer literarischen Karriere. Im Jahr 1799 erschien dann, unter der Signatur U.C.W., das bekannteste Werk Widströms, die Sammlung Erotiska Sånger, die mit einem Vorwort des Bischofs Frans Michael Franzén veröffentlicht wurden. Keines des Werke, die in den Folgejahren erschienen kam vom Erfolg her an die Erotiska Sånger heran, brachten Widstöm jedoch so viel Aufmerksamkeit, dass sie 1840, ein Jahr vor ihrem Tod am 19. Februar 1841, für ihre Gesamtleistung noch die goldene Medaille der Svenska Akademien erhielt.

Finanziell hatte Ulrika Widström etwas weniger Glück, denn als Gustav IV. Adolf im Jahr 1807 die gesamte Hofkapelle entließ, verschuldete sich das Ehepaar und Widsröm musste als Gouvernante arbeiten, während der Ehemann nur noch Musikunterricht geben konnte. Als Sven Widström dann 1812 starb, zog Ulrika Widström erst nach Tibro, später dann nach Mariestad, wo sie, gemeinsam mit einer Tochter, ein Mädchenpensionat öffnete. Auch wenn die Dichtkunst Widstöms eine wichtige Rolle in der Geschichte der Frauenliteratur spielt, so wurde sie bereits wenige Jahre nach ihrem Tod nahezu vergessen und nur noch einige wenige ihrer Gedichte erscheinen in ausgewählten Anthologien der schwedischen Dichtkunst.


19. Februar 1719: Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet
19. Februar 1733: Der schwedische Botaniker Daniel Solander
19. Februar 1734: Nils Philip Gyldenstolpe in adeligem Kreis
19. Februar 1841: Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens
19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
19. Februar 1865: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
19. Februar 1930: Kjell Espmark, ein Leben für eine unsterbliche Literatur
19. Februar 1978: Arvid Olson und die Filmanimation in Schweden
19. Februar 1989: Der Globen in Stockholm
19. Februar 1990: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Februar 2018

Die Schriftstellerin Julia Svedelius

Julia Svedelius, geborene Heijne, kam am 2. Februar 1870 in in einem gut bürgerlichem Heim in Helgarö zur Welt, erhielt jedoch wegen einer Augenkrankheit nur Privatunterricht, insbesondere von der sehr religiösen Mutter. Diese Situation führte auch dazu, das Svedelius etwa 30 Jahre lang bei ihren Eltern lebte und erst als sie den Schulrektor Carl Svedelius kennenlernte, einen Schritt in das gesellschaftliche Leben machte und in Montpellier Französisch lernte, da ihr späterer Mann, unter anderem den Königskindern, Französisch beibrachte.

Als Julia Svedelius aus Frankreich zurückkam, begann sie mit einer Aufgabe, die sie ihr Leben lang beschäftigen sollte, denn sie widmete alle ihre Freizeit der Wohltätigkeit und arbeitete unermüdlich daran den nordschwedischen Arbeiterkindern durch Ausbildung und dem Kampf gegen die Armut eine Zukunft zu bieten. Da Svedelius 1905 mit ihrem Mann nach Luleå gezogen war, erforderte diese Aufgabe auch sehr viele Reisen, da der ganze Norden Schwedens sehr arm war und Geldeinsammlungen daher nur in der südlichen Hälfte Schwedens möglich waren. Julia Svedelius blieb bis ein Jahr vor ihrem Tod aktiv im Kampf gegen die Armut des Nordens.

Als Julia Svedelius wenige Jahre später nach Stockholm zog, wo ihr Ehemann eine neue Arbeitsstelle bekam, setzte sie die Arbeit für die Arbeiterkinder fort, begann jedoch gleichzeitig eine Karriere als Schriftstellerin, die auch mit sehr vielen Vorträgen verbunden war. Während Svedelius in ihrem ersten Buch År mehr ihre Geschlechtergeschichte erzählt, erschienen anschließend vor allem Erzählungen über Lebensgeschichten aus Nordschweden, insbesondere ihr Schlüsselroman Vägröjare, in denen die Schriftstellerin dem Leser die Armut des nördlichsten Teil Schwedens zur Jahrtausendwende sehr deutlich näher bringt. Neben diesen Werken schrieb Svedleius, die am 6. Juli 1955 in Stockholm starb, auch einen Gedichtband und mehrere Romane, die gegenwärtig leider nur noch in wenigen Bibliotheken zu finden sind.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. Januar 2018

Der Matallurgist und Zeichner Reinhold Angerstein

Reinhold Angerstein kam am 25. Oktober 1718 in Vikmanshyttan als Sohn eines Industriellen zur Welt und schrieb sich 1727, im Alter von neun , an der Universität Uppsala ein. Nach einer elfjährigen Ausbildung wurde Angerstein, dessen Vorfahren aus Deutschland eingewandert waren, beim Bergkollegium angestellt, wo er in der Administration sehr schnell Karriere machte. Im Jahr 1753 wurde Angerstein Direktor für die Eisenveredlung und drei Jahre später zudem außerordentlicher Professor im gleichen Bereich.

Seinen Aufstieg verdankte Reinhold Angerstein allerdings nicht nur seinen Studien, sondern vor allem seinen Studienreisen, die er, dank entsprechender Stipendien, ab 1759 unternahm. Innerhalb von acht Jahren besuchte er England, Deutschland, Frankreich und zahlreiche andere Länder, um sich dort intensiv mit der Eisengewinnung und -verarbeitung auseinanderzusetzen. Angerstein besuchte Bergwerke, Eisenhütten und Stahlwerke, wobei er alle seine Beobachtungen bis ins kleinste Detail notierte und das Bergkollegium schriftlich über die ausländischen Herstellungsverfahren informierte.

Reinhold Angerstein hatte das Ziel Schweden dazu zu verhelfen den gesamten Veredlungsprozess von Eisen im eigenen Land durchzuführen, da damit enorme Kosten gespart werden konnten und eine Eisenhütte konkret über die Qualität des Endprodukts entscheiden konnte. Während seiner Reisen hatte sich Angerstein zudem mit dem europäischen Eisenhandel intensiv auseinandergesetzt und Aufzeichnungen über alle Handelswege gemacht. Diese Zusatzarbeit war zu jener Zeit ausschlaggebend dafür, dass die Eisenhütten Schwedens mit sehr hohen Gewinnen arbeiten konnten und wenig auf Unterhändler angewiesen waren. Allerdings starb der Fachmann am 3. Januar 1760, im Alter von 41 Jahren, noch bevor er die Auswirkung seiner Arbeiten tatsächlich selbst erleben konnte.


3. Januar 1676: Der konservative Erzbischof Johannes Steuchius
3. Januar 1868: Isidor Behrens und der schwedische Sportklub AIK
3. Januar 1890: Die schwedische Schriftstellerin Ulla Bjeme-Biaudet
3. Januar 1928: Der schwedische Künstler Hans Norman 
3. Januar 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden 
3. Januar 1947: Nylonstrümpfe kommen nach Schweden 
3. Januar 1960: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. April 2017

Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens

Als Fredrika Wilhelmina Carstens am 13. April 1888 im finnischen Helsingfors (Helsinki) starb, war sie in literarischen Kreisen nahezu unbekannt und selbst die aufkommenden Frauenbewegungen zeigten sich an ihrem einzigen größeren Werk nicht interessiert. Heute gilt ihr Roman Murgrönan, ein in Briefform abgefasstes Werk, als der erste finnische Roman, auch wenn J. V. Snellmann im Jahr 1840, also im gleichen Jahr, ebenfalls ein Prosawerk in finnischer Sprache veröffentlicht hatte, das von der Kritik, im Gegensatz zu Carstens Werk, sehr positiv aufgenommen worden war und Murgröna anonym herausgegeben worden war und das Buch nur in gewissen Städten des heutigen Finnland vorbestellt werden konnte.

Wilhelmina Carstens kam am 5. Juni 1808 in Nådendal zur Welt und besuchte, da sie aus einem gebildeten Haus kam, die höhere Mädchenschule in Helsingfors, wobei man annimmt, dass sie vor ihrer Ehe mit Unterleutnant Carl Adolf Otto Carstens auch einige Zeit in Stockholm verbracht hatte. Das in schwedischer Sprache geschriebene Werk Murgröna von knapp 400 Seiten wurde von Carstens in der damals sehr verbreiteten Feuilleton-Form geschrieben, wobei sie eine Stärke darin zeigte das damalige Gesellschaftsleben, teils in satirischer Form, zu beschreiben. Die tatsächliche literarische Leistung des Buches ist bis heute allerdings umstritten, aber als erster Roman Finnlands findet Murgröna jedoch einen festen Platz in der finnlandschwedischen Literatur.

Da Wilhelmina Carstens, wie zu jener Zeit üblich bei weiblichen Literaten, sämtliche ihrer Werke unter Pseudonym, also nur mit einer Signatur versehen, veröffentlichte, so ist bis heute auch unbekannt wie viele Gedichte oder kürzere Artikel sie  während ihres Lebens schrieb und nur einige Veröffentlichungen in der Borgå Tidning können eindeutig der Schriftstellerin zugeordnet werden, von ihrem unveröffentlichten Jugendwerk abgesehen. Über die private Wilhelmina Carstens ist sehr wenig bekannt, außer ihrem Streben nach einem besseren Leben und der Anerkennung in der höheren Gesellschaft, die sich jedoch in keiner Weise der Schriftstellerin gegenüber öffnete, nicht zuletzt deshalb, weil sie nahezu ihr gesamtes Leben lang mehr oder weniger nahe der Armut lebte.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

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Dienstag, 21. März 2017

Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen

Helene Henschen kam am 21. März 1940 in Solna zur Welt und verbrachte ihre Kindeheit und ihre Jugend in Stockholm. Obwohl Henschen Designerin war, Bücher illustrierte und als Buchautorin arbeitete, ist über sie nur sehr wenig bekannt. Henschen hatte am Konstfack Textilkunst studiert und trat 1965 erstmals groß an die Öffentlichkeit. Bei einem Modehappening hatte sie Veronica Nygren und Kristina Torsson aus ihrer Studienzeit wiedergetroffen und die drei Frauen stellten fest dass sie sie alle drei nahezu eine identische Mode schufen. Sie entschieden sich daher ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen, das den Namen Mah-Jong tragen sollte.

Die nächsten Jahre verknüpfte sich das Leben Helena Henschens vollkommen mit jenem ihrer Freundinnen, denn Mah-Jong sollte weiche, farbenprächtige Mode verbreiten, verbunden mit der Ideologie dass die Kleidung auch auf den Menschen und sein Verhalten einwirke. Der Name Mah-Jong sollte ausdrücken dass die drei Frauen politisch der Ideologie des damaligen China folgten. Trotz der relativ einfach gehaltenen Kleider, die die drei Frauen schufen, wurden sie Ende der 60er Jahre die bedeutendste Modeerscheinung Schwedens, was vermutlich auch dazu führte dass Mah-Jong 1977 aufgelöst wurde und Helene Henschen danach wieder eigene Wege ging.

In den Folgejahren folgte Helena Henschen zwar ihrer politisch linken Linie, ging jedoch von der Mode über zum Schreiben und der Illustration von Kinderbüchern. Henschen schrieb mehrere Jahre lang vor allem für Zeitschriften wie das Marxistiskt Forum, Moderna Tider und SKP, hatte jedoch auch einige Buchprojekte im Kopf. Im Jahre 2004 erschien dann der erste Roman Henschens unter dem Titel I skuggan av en brott, einen Roman über den Mord von Sydows, der sich in der Familie ihrer Mutter ausgetragen hatte. Vier Jahre später kam der Roman Hon älskade, der wiederum die Geschichte ihrer Großmutter väterlicherseits war, die Tochter des Kunstmäzens Ernest Thiel. Helena Henschen starb am 27. Januar 2011 an einer Gehirnblutung.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

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Mittwoch, 15. März 2017

Die Schriftstellerin Anna Fredrika Ehrenborg

Anna Fredrika Ehrenborg, geborene Carlqvist, kam am 15. März 1794 als Tochter eines Händlers in Karlstad zur Welt. Da der Vater jedoch sehr früh starb, wurde das Mädchen von einer einfachen Bürgerfamilie adoptiert. Da Ehrenborg mit dem strengen Heim mit einer kaum gebildeten neuen Mutter kaum zurecht kam, heiratete sie bereits mit 17 Jahren den Beamten und Politiker Casper Ehrenborg. Da sie kaum eine Bildung vermittelt bekommen hatte, stürzte sich die junge Frau nach der Ehe in Selbststudien und bekam in kurzer Zeit auch fünf Kinder.

Als 1823 der Ehemann von Anna Fredrika Ehrenborg plötzlich starb, verließ sie mit ihren Kindern Stockholm und zog auf eines der Güter des Mannes. In dieser Zeit kam für Ehrenborg auch die große Wende, die ihre Zukunft prägen sollte, denn die bis dahin kaum religiöse Frau erinnerte sich nun an die Lektüre des christlichen Mannes, der ein starker Anhänger Emanuel Swedenborgs war. In diesem Glauben, der das Leben auf Erden und im Himmel verbindet, fand Ehrenborg eine enorme Stärke. Sie studierte alle Schriften Swedenborgs und wurde in nur wenigen Jahren eine der stärksten Vertreterinnen des Denkers, da Ehrenborg die Philosophie Swedenborgs in Kindererzählungen, Reisebereichte und religiöse Schriften einbettete, die sie später herausgab.

Als Schriftstellerin trat Anna Fredrika Ehrenborg erstmals 1845 hervor, als sie ihren sehr moralisierenden Roman Skildringar ur det husliga lifvet veröffentlichte, der ihre religiöse Einstellung zum Mystiker und Theosophen Swedenborg sehr deutlich ausdrückt. Auf Anraten der Schriftstellerin Sophie von Knorring widmete sich Ehrenborg nach ihrem ersten Roman vor allem der Literatur für Kinder, die unter dem Titel Läsning för barn veröffentlicht wurden. Die kritischsten Bücher Ehrenborgs erschienen erst ab 1860, als sie die schwedische Kirche mehr oder weniger offen kritisierte und die Philosophie Swedenborgs in eine neues Licht setzte, indem die Schriftstellerin, die am 20. Mai 1873 in Linköping starb, Swedenborgs Sittentheorien in ihren Werken verteidigte und das Moralverständnis relativierte.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1981: Die schwedische Sängerin Veronica Maggio 
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

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Sonntag, 26. Februar 2017

Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs

Karin Smirnoff kam am 26. Februar 1880 als Tochter von August Strindberg und Siri von Essen in Stockholm zur Welt. Als die Elfjährige von der Mutter erfuhr dass die Scheidung bevorstand, reagierte Smirnoff eher beruhigt und kehrte mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Finnland zurück. Noch während ihres Studiums lernte Smirnoff den Lektor der russischen Sprache an der Universität Helsinki kennen, einen späteren russischen Revolutionär, und nahm bei der Ehe im Jahre 1914 auch seinen Namen an. Wegen seiner radikalen Einstellung verlor der Ehemann seinen Lehrauftrag und vier Jahre später zog das Ehepaar nach Stockholm.

Auch wenn Karin Smirnoff nie ein Verhältnis zu ihrem Vater aufbaute, so hatte sie doch einen seiner wichtigsten Charakterzüge geerbt, nämlich keine Angst vor der Gesellschaft zu haben. Dies drückte sich vor allem dadurch aus dass Smirnoff ganz offen Gesellschaftskritik betrieb und sich sehr stark für die Rechte der Frauen einsetzte und die Homosexualität verteidigte, beides absolute Tabuthemen jener Zeit. Vor allem hinsichtlich der Homosexualität zeigte sich Smirnoff extrem offen, was vermutlich damit zusammenhing dass ihre Mutter einige Jahre mit einer offen lesbischen Frau im Haus lebte und Smirnoff daher die Vorurteile der Zeit abschütteln konnte.

In den 20er und 30er Jahren begann Karin Smirnoff in Stockholm mehrere Romane zu veröffentlichen, die zwar von der Kritik gut aufgenommen wurden, aber bald nach der Erscheinung wieder vergessen waren, denn ihr literarischer Konkurrent war August Strindberg, der diese Jahre im literarischen Schweden dominierte. Auch die Themenwahl Smirnoffs war ein Problem, da sie in ihren Werken die Frau zum Widerstand aufrief, die Gesellschaft jedoch eine reine Männergesellschaft war. Ihr Schauspiel Ödesmärkt hatte dabei das größte Problem, denn erst zehn Jahre nach der Veröffentlichung wagte sich eine Experimentalbühne in Brüssel an das Stück und die erste größere Aufführung musste bis 1999 warten, fand also erst 26 Jahre nach dem Tod der Schriftstellerin, am 10. Mai 1973, die verdiente Anerkennung, und war auch um diese Zeit, wegen dem homosexuellen Thema, noch ein Vorreiter.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Die schwedische Schriftstellerin Katarina von Bredow

Katarina von Bredow kam am 16. Februar 1967 als Tochter eines Typographen und dem Namen Petra Lindén in Aneby zur Welt. Mit elf Jahren kam von Bredow mit ihrer Mutter nach Jönköping, wo sie sehr bald den um 36 Jahre älteren Journalisten Einar von Bredow kennenlernte. Als die spätere Schriftstellerin 15 Jahre alt war, zog sie zu von Bredow nach Sigtuna und machte dort auch ihre Hochschulreife, ein Jahr nachdem sie von Bredow in Paris geheiratet hatte. Anschließend zog das Ehepaar nach Stockholm und Katarina von Bredow schrieb sich an der Kunsthochschule ein um dort Malerei, Zeichnen, Skulptur, Fotografie und Kunstgeschichte zu studieren, ein Studium, das sie jedoch 1989 abbrach um mit ihrem Mann für einige Jahre nach Spanien zu ziehen.

Auch wenn Katarina von Bredow bereits mit 15 Jahren begonnen hatte einen Liebesroman zu schreiben, machte sie sich erst in Spanien ernsthaft an die Arbeit diesen Roman auch fertigzustellen, der 1991 unter dem Titel Syskonkärlek (deutsch: „Ludvig meine Liebe“) erschien. Anfang der 90er Jahre hatte von Bredow auch einige Kunstausstellungen ihrer Werke, bis die Schriftstellerei die Oberhand gewann und die Kunst immer mehr in den Hintergrund geriet. Das Buch Syskonkärlek wurde von der Kritik sehr gemischt aufgenommen, da die Schriftstellerin hier ein Tabuthema gewählt hatte hatte, die Liebe zwischen Geschwistern, die die moralisch festgelegte Grenze überschreiten.

Noch in den 90er Jahren scheiterte die Ehe. Katarina von Bredow fand im 22 Jahre älteren Kjell Andersson eine neue Liebe und zog mit ihrem zweiten Mann nach Norregård, wo sie sich weiterhin der Schriftstellerei widmete. Erstaunlicherweise schrieb von Bredow nun vor allem Jugendbücher ohne je das Thema der jungen Liebe zu verlassen, ein Thema, das sie nie selbst erlebt hat und daher auch immer wieder zu Kritik führte, der Schriftstellerin jedoch auch bereits zahlreiche Jugendbuchpreise einbrachte. 2013 erschien von Bredows Buch Som jag vill vara, das ähnlich ihrem Erstlingswerk, zu einer starken Reaktion der Kritik und der Leser führte, da in diesem Buch eine 15-jährige schwanger wird und das Kind behalten will, was viele als Zeichen betrachten dass von Bredow eine christliche Abtreibungsgegnerin sei, was die Autorin allerdings nicht so sieht, auch wenn sie bei einem zweimonatigen Embryo davon spricht durch Abtreibung ein Kind zu töten.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1862: Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus aus Norrköping 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten)
16. Februar 1981: Die schwedische Leichtathletin Sanna Kallur
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und politische Kritik

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