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Dienstag, 5. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Olof Kexél

Olof Kexél kam am 28. November 1748 als Sohn eines Priesters unter dem Namen Olof Kexhelius in Kalmar zur Welt und besuchte dort die Schule bis er sich als 13-jähriger an der Universität Uppsala einschrieb um dort Jura zu studieren. Während der sieben Jahre in Uppsala machte sich Kexél vor allem einen Namen als Mitgründer der literarischen Zeitschrift Apollini Sacra und dafür, das er sich mehr für das Vergnügen und Alkohol interessierte als sein Studium. Nach seiner Disputation nahm der junge Mann unter dem Namen Kexelius eine Arbeit im Kammerkollegium an und änderte seinen Familiennamen in Kexél, mit dem er später auch bekannt wurde.

Bereits während seiner Tätigkeit im Kammerkollegium verkehrte Olof Kexél überwiegend in literarischen Kreisen Stockholms und gab, unter anderem, auch fünf Nummern der Zeitschrift Hatten heraus. Da Kexél die Freiheit der Literatur sehr weit auslegte, wurde er 1768 wegen der Herausgabe eines Flugblattes, das allerdings Anders Botin geschrieben hatte, wegen der Verletzung des Gesetzes zur Pressefreiheit zu einer Strafe in Höhe von 300 Silbertalern verurteilt, was sich auch im Folgejahr wegen seiner Schrift Bref om Mössornas ursprung och uppförande wiederholte. Als er dann 1770 auch noch wegen einer Bürgschaft zur Rechenschaft gezogen wurde, verließ Kexél Schweden.

Bereits zwei Jahre später kehrte der mittlerweile hoch verschuldete Olof Kexél zurück nach Schweden und wurde vom königlichen Theater angestellt, wurde dort bald Sekretär und erhielt, nach dem Tode Carl Michael Bellmans, die Leitung des Theaters  übertragen. Nachdem Kexél wegen seiner Schulden ein Jahr im Gefängnis saß, gab er Anekdoten und Erzählungen zu dieser Zeit heraus, und der Inhalt wurde als antireligiös und gegen die Sitten verstoßend betrachtet, mit der Folge, dass Kexél erneut zu einer hohen Geldstrafe verurteilt wurde, die er ohnehin nicht bezahlen konnte, was den Schriftsteller jedoch nicht davon abhielt weitere Werke zu veröffentlichen. Olof Kexél starb am 5. März 1796, im Alter von nur 47 Jahren in Stockholm.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1893: Der schwedisch-amerikanische Politiker Hans Mattson
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios
5. März 2011: Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. März 2018

Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer

Ulrik Scheffer kam am 5. August 1716 als Sohn eines hohen Richters in Nyköping zur Welt und besuchte ab 1728 die Universität Uppsala um sich auf eine Laufbahn in der Administration vorzubereiten. Unmittelbar nach Studienabschluss wurde Scheffer daher auch im Kammerkollegium beschäftigt, wurde drei Jahre später zum Hofjunker ernannt und machte dann jedoch eine militärische Karriere, die ihn im Jahr 1750 zum Oberleutnant des Regiments im Jämtland führte. Nur ein Jahr später gab Scheffer die militärische Karriere wieder auf um sich der Reichstagspolitik zu widmen.

Die folgenden zwei Jahrzehnte arbeitete Ulrik Scheffer überwiegend als Diplomat in Frankreich, auch wenn er an mehreren Reichstagen teilnahm und einen bedeutenden Beitrag zum Frieden mit Dänemark und beim Unterzeichnen des Seeunionsvertrags mit Dänemark leistete. Diese Jahre spielten für Scheffer, der einer der bedeutendsten Gegner der Hutpartei war und sich beim Reichstag der Jahre 1765 und 1766 gegen die Kriegspolitik aussprach und dem Staat zu einer sparsamen Haushaltspolitik riet, beides Punkte, die gegen die Linie der Hutpartei gingen.

Als dann die Hutpartei für einige Zeit die Regierung übernahm, verlor Ulrik Scheffer seinen gesamten Einfluss, wurde jedoch 1771 von König Gustav III. an den Hof zurückgeholt und zum Kanzleipräsidenten ernannt. Für rund 15 Jahre war Scheffer gewissermaßen die rechte Hand des Königs, der volles Vertrauen in Scheffer hatte und ihm die gesamte Außenpolitik Schwedens überließ, was, trotz aller Konflikte und konjunkturellen Problemen dieser Zeit zum Frieden in Schweden führte, nicht zuletzt auch deshalb, weil er den freien Handel zwischen den nordischen Ländern und England durchsetzte. Als sich Gustav III. denn ab 1780 der Kriegspolitik öffnete, bat Scheffer um seinen Abschied, den ihm der König auch 1683 bewilligte. Ulrik Scheffer, der am 4. März 1799 auf seinem Gut starb, beschäftigte sich nach 1783 nicht mehr mit Politik.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Februar 2017

Der schwedische Geschichtswissenschaftler Holger Rosman

Holger Rosman wurde am 1. Februar 1871 als Sohn eines Beamten Im Schulamtes in Visby auf Gotland geboren und legte dort 1889 auch seine Hochschulreife ab. Noch im gleichen Jahr schrieb sich Rosman an der Universität Uppsala ein um dort Geschichtswissenschaft zu studieren. Rosman strebte indes nicht nach einer wissenschaftlichen Laufbahn und arbeitete daher, nachdem er seinen Doktor in Philosophie abgelegt hatte, beim Reichsarchiv und im Kammerkollegium, was seinen Interessen am nächsten kam.

Diese beiden gleichzeitigen Tätigkeiten, verbunden mit einigen mehr privaten Engagements in Vereinen, verhalfen Holger Rosman dazu einen tiefen Einblick in die Familiengeschichte Schwedens zu gewinnen und gleichzeitig seine Erkenntnisse in Form von Zeitschriftenartikeln und Büchern anderen Interessenten zu vermitteln. 1904 gründete Rosman dann, gemeinsam mit dem Notar G. Hedin, eine Firma, die sich auf Archivarbeit und historische Nachforschungen spezialisierte. Diese Firma war sehr bald weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt und die Auftraggeber kamen aus dem nordischen Raum, wie auch aus Deutschland und Russland.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Holger Rosman in der Handelskammer in Stockholm und begann in seiner Freizeit seine bedeutendsten historischen Forschungen, wobei sich der Geschichtswissenschaftler hierbei für drei Forschungsgebiete gleichzeitig entschied, nämlich die Wirtschaftsgeschichte Schwedens, die Geschichte Gotlands und die Personengeschichte des Östergötlands. Seine sehr gut und ausführlich recherchierten Arbeiten gelten bis heute als Grundlagenwerke der Geschichtsforschung. In seinem Testament vermachte der Wissenschaftler, der am 19. August 1937 in Stockholm starb, den größten Teil seines Archivs, insbesondere seine Arbeiten über Gotland, dem Fond Maria Rosman, der sich für die Forschung Gotlands einsetzt.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1743: Generalgouverneur Johan Christopher Toll
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen 
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. Januar 2017

Der schwedische Politiker Ludvig Manderström

Ludvig Manderström wurde am 22. Januar 1806 als Sohn eines Kammerherren in Stockholm geboren. 1819, im Alter von 13 Jahren schrieb sich Manderström an der Universität Uppsala ein, wo er fünf Jahre später das Kanzleiexamen ablegte um unmittelbar danach als Kanzleiangestellter in der Handels- und Finanzinspektion beschäftigt zu werden. Auf Grund seiner extrem guten Kenntnisse der französischen Sprache fiel Manderström auch König Karl XIV. auf, der den angehenden Politiker 1837 zum zweiten Sekretär des Kabinetts für ausländischen Briefwechsel machte und zwei Jahre später dann zum ersten Sekretär dieses Amtes ernannte.

Da Ludvig Manderström auch eine Ausbildung als Diplomat erhalten hatte, wollte Oscar I. ihn bei seinem Amtsantritt zum Außenminister machen, was Manderström jedoch ablehnte, da er zum einen wenig von der Außenpolitik des neuen Königs hielt, noch aber dem Skandinavismus die Bedeutung geben wollte, die Oscar I. anstrebte. Als dann jedoch Karl XV. auf den Thron Schwedens kam, konnte er dies nicht mehr ablehnen, da ihn der König dafür aus Frankreich, wo er um diese Zeit als Diplomat arbeitete, zurückbeordnete. Für Manderström brachte dies mehrere Probleme mit sich, da er auch nicht hinter allen Ideen des neuen Königs stand, andererseits jedoch die einzige Person war, die um jene Zeit dieses Amt übernehmen konnte.

Die Rolle als Außenminister zwang Ludvig Manderström immer wieder zu Kompromissen zwischen dem Interesse des Königs, der ein großes gemeinsames und starkes Skandinavien suchte und der Vermeidung eines Krieges. Aus diesem Grund geriet Manderström auch immer wieder zwischen die Stühle der offiziellen Politik des Landes, was letztendlich auch dazu führte dass er ab 1866 einen ehrenhaften Weg für den Rücktritt sichte, den er nur zwei Jahre später auch fand. Auf diese Weise konnte Manderström, der Mitglied der Svenska Akademien war und am 18. August 1873 in Köln in Deutschland starb, eine wichtige politische Rolle in der schwedischen Politik behalten und wurde auch zum Präsidenten des Kammerkollegiums ernannt.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Bang 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Dezember 2015

Die schwedische Afrika-Kompanie (Guineakompanie)

Bereits mit dem Plan Schwedens innerhalb der Kolonialpolitik des Landes Cabo Corso zu erwerben, beantragte Louis De Geer einen Privilegienbrief um Handel mit der neuen Kolonie betreiben zu können. Königin Kristina war leicht davon zu überzeugen und am 15. Dezember 1649 konnte der holländische Kaufmann die Schwedische Afrika-Kompanie, auch Guineakompanie genannt, gründen und das erste Fahrzeug für die Reise vorbereiten. Die Hauptinvestoren des Unternehmens waren vor allem holländische und deutsche Kaufleute denen es nicht gelungen war sich an anderen Gesellschaften jener Zeit zu beteiligen.

Die Idee der Schwedischen Afrika-Kompanie war indes nicht nur einen Handel zwischen Schweden und Cabo Corso zu entwickeln, sondern gleichzeitig auch einen sehr lukrativen Sklavenhandel mit den Plantagenbesitzern auf São Tomé zu unterhalten. In der Tat  bedeutete dies, dass zum einen Textilien, Haushaltsgeräte und Schmuck aus Schweden in Cabo Corso gegen Zuckerrohr, Elfenbein, Gold und Sklaven getauscht wurde. Die Sklaven wurden anschließend auf São Tomé verkauft, die restlichen Waren gingen nach Schweden, ein Geschäft, das allerdings auch zu starken Spannungen mit holländischen und englischen Kompanien führte.

Bis 1654 das schwedische Kammerkollegium die Schwedische Afrika-Kompanie übernahm, gingen die Gewinne nahezu ausschließlich nach Holland und Deutschland, die über eine bedeutende Mehrheit der Aktien verfügte. Göteborg wurde als der Zentralhafen benutzt und in Stockholm befand sich die Firmenleitung. Die Struktur des Unternehmens war daher bis 1654 den heutigen Risikokapitalunternehmen sehr ähnlich, denn Schweden war nur wegen der Privilegien von Bedeutung, die De Geer in Holland verweigert worden waren. Auf Grund der Schwierigkeiten mit Holland und England war die Schwedische Afrika-Kompanie allerdings bereits 1667 ruiniert und musste den Holländern zusätzlich garantieren nie wieder Handel mit Westafrika zu betreiben.


15. Dezember 1716: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Dezember 1877: Der schwedische Filmregisseur Georg af Klercker
15. Dezember 1952: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
15. Dezember 1992: Sven Delblanc und die Nachkriegsliteratur Schwedens
15. Dezember 1994: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
15. Dezember 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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