Posts mit dem Label Oscar I. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Oscar I. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 25. März 2018

Der schwedische Jurist Johan Gabriel Richert

Johan Gabriel Richert kam am 25. März 1784 als Sohn eines Regierungspräsidenten in Tidavad zur Welt und schrieb sich im Jahr 1800 an der Universität Lund ein um dort ein Jurastudium zu beginnen, das er in der Rekordzeit von nur einem Jahr absolvierte. Bereits 1801 wurde Richert daher Hilfskraft am Oberlandesgericht und unterstütze seinen Vater bei seiner Arbeit. Im Selbststudium bildete sich Richert anschließend in Jura, Geschichte und Philosophie fort, so dass ihm die Universität Lund 1842 sogar zum Professor der Rechtswissenschaften  ernennen wollte, was der Wissenschaftler jedoch ablehnte.

Johan Gabriel Richert kann in Schweden gewissermaßen als der erste liberale Politiker betrachtet werden, denn während seines Lebens löste er sich vollständig von der klassischen Idee, dass der Adel von Geburt an über dem Volk liege und daher alle politischen Entscheidungen treffen müsse. Dies führte natürlich zu harten Konfrontation mit der regierenden Schicht des Landes und auch mit Karl XIV. Johan, zumal Richert enge Verbindungen zur liberalen Opposition pflegte. Dies führte auch dazu, dass seine Änderungsvorschläge zum schwedischen Strafrecht erst nach seinem Tode durchgeführt wurde.

Auch wenn Johan Gabriel Richter dann mit Oscar I., dessen Lehrer er früher war, einen Freund seiner liberalen Ideen gefunden hatte, so konnte der Jurist auch unter ihm nur einen Teil seiner Reformvorschläge verwirklichen. Während sein Plan auch Frauen zu mündigen Bürgern zu machen, weiterhin scheiterte, gelang es ihm das Erbrecht für Frauen durchzusetzen und große Teile des Privatrechts zu modernisieren. Johan Gabriel Richert, der am 2. Januar 1864 in Göteborg starb, gelang es auch die Macht der Priester und des Adels zu brechen, deren Entscheidungen noch zu seiner Lebenszeit durch ein Veto der Partei der Gutsbesitzer und der Bürgervertretung verhindert werden konnte.


25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
25. März 1826: Die schwedische Künstlerin Wilhelmina Lagerholm
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden
25. März 1975: Die schwedische Sängerin Sofia Karlsson
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. März 2018

Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Fredrik Ferdiand Carlson kam am 13. Juni 1811 als Sohn eines Juristen und Regierungspräsidenten in Alsike zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1825 Geschichte und Philosophie an der Universität Uppsala, an der er auch von 1849 bis 1876 Professor in Geschichte war, was dem Wissenschaftler auch dazu verhalf 1859 in die Svenska Akademien aufgenommen zu werden. Bedeutend für Carlson war allerdings sein Aufenthalt an der Universität in Berlin, da er sich dort, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala, mit der modernen Quellkritik auseinandersetzte, die seine spätere Karriere in der Geschichte stark beeinflusste.

Nach Abschluss seines Studiums und seines Aufenthalts in Berlin kehrte Fredrik Ferdiand Carlson nach Stockholm zurück und akzeptierte den Dienst als Lehrer der Söhne des Königs Oscar I., was zu zahlreichen Aufenthalten im Ausland führten. Während seiner Zeit in England machte er sich in diesem Zusammenhang mit den liberalen Strömungen des Landes vertraut. Diese Erfahrungen waren dafür verantwortlich, dass Carlson später, in seiner Rolle als Staatsrat, zum einen für die Religionsfreiheit kämpfte, zum anderen aber, sehr erfolgreich, das gesamte Ausbildungssystem Schwedens reformierte. Bei sämtlichen Reformvorschlägen Carlsons bewährten sich seine Geschichtskenntnisse, da er mit Hilfe dieser Argumente eine Logik seiner Ausführungen aufzeigen konnte.

Auch wenn Fredrik Ferdinand Carlson, der am 18. März 1887 in Stockholm starb, sich als Geschichtswissenschaftler auf die Zeit der Könige Karl X. Gustav und Karl XII. spezialisiert hatte, muss seine Leistung weitaus umfassender gesehen werden, denn Carlson war der erste Geschichtswissenschaftler Schwedens, der die schwedische Geschichte nicht mehr als eigenständig betrachtete, sondern diese im Zusammenhang mit den anderen europäischen Ländern betrachtete, da der Wissenschaftler davon ausging, dass jede bedeutende Handlung eines europäischen Landes auch andere Länder beeinflussen muss.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Februar 2018

Der schwedische Künstler Carl d'Unker

Carl d'Unker kam am 3. Februar 1828 als Sohn eines norwegischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm zur Welt und begann nach seiner Schulbildung, entsprechend seines Vaters, die militärische Laufbahn. Ab 1848 nahm d'Unker an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung teil. Nach seiner Rückkehr nach Schweden entschied sich der Unterleutnant dann plötzlich die militärische Laufbahn aufzugeben um Künstler zu werden. König Oscar I. unterstütze den jungen Mann und ermöglichte ihm zwischen 1851 und 1853 ein Kunststudium in Düsseldorf.

Die Unterstützung des Königs verdankte Carl d'Unker einer Herausgabe von lithografischen Karikaturen über das Leben Stockholms aus dem Jahr 1847, da diese den König nicht nur amüsierten, sondern ihn auch von der Begabung d'Unkers überzeugten. Carl d'Unker war damit der erste einer langen Reihe schwedischer Künstler, die die Düsseldorfer Schule in Schweden bekannt machten, wobei der Künstler auch das Glück hatte Carl Ferdinand Sohn als Lehrer zu haben, der seinem Schüler seine Neigung zur Charakterdarstellung ließ, ihm jedoch in sehr kurzer Zeit alle Techniken beibrachte, die ein Künstler benötigte, so dass sich Carl d'Unker in Schweden auch der Porträtmalerei widmen konnte.

Während seiner Aufenthalts in Deutschland lernte Carl d'Unker eine reiche russische Erbin kennen, die er heiratete und die ihm die finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte, so dass sich d'Unker vollkommen seiner Kunst widmen konnte. Gegen 1858 hatte der Künstler dann plötzlich den großen Durchbruch in Schweden und schon 1860 wurde er von Karl XV. zum Professor ernannt. Nur ein Jahr später erlahmte der rechte Arm des Künstlers, was ihn jedoch nicht vom Schaffen abhielt, denn nun begann er mit der linken Hand zu malen. Als d'Unker dann jedoch auch noch an einer Lungenentzündung erkrankte, war der Tod nahe. Carl d'Unker starb am 23. Juni 1866 im Alter von nur 38 Jahren in Düsseldorf, wo er auch begraben wurde.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen
3. Februar 1636: Der schwedische Erzbischof Petrus Kenicius
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander
3. Februar 2011: Die schwedische Feministin Stina Sundberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. Mai 2017

Der Künstler und Militär Gustaf Anckarsvärd

Gustaf Anckarsvärd wurde am 25. März 1792 als Sohn eines Kommandanten in Kalmar geboren und besuchte sehr früh die Kriegsschule im Schloss Karlsberg, die er 1808 als Fähnrich verließ, um dann im folgenden Jahr an der von Georg Adlersparre eingeleiteten Revolution gegen Gustav IV. Adolf teilzunehmen. Als Leutnant nahm Anckarsvärd dann 1813 und 1814 auch an den Feldzügen gegen Deutschland und Norwegen teil, was ihm drei Jahre später auch den Grad eines Kapitäns einbrachte. Auch wenn Anckarsvärd bis 1844 als Offizier tätig blieb, gehörten seine Interessen einem völlig anderen Gebiet.

Bereits ab 1814 hatte Gustaf Anckarsvärd Kunststudien betrieben und sich dabei vor allem der Landschaftsmalerei gewidmet. Anckarsvärd hatte seine Kenntnisse als Maler in den Ateliers von Bengt Erland Fogelberg, Johan Gustaf Sandberg und Johan Fredrik von Breda gewonnen, drei Kameraden, mit denen er eine enge Freundschaft pflegte, und die sich alle drei von den klassischen Themen der Malerei jener Zeit abgewandt hatten und den Strömungen des Götizismus näherten. Während man die Anfangswerke Anckarsvärds lediglich als amateurhafte Malereien bezeichnen kann, findet er nach seinen Studienreisen nach Italien und Frankreich ab 1822 zu einem persönlichen Stil, was dazu führte, dass Anckarsvärd wenige Jahre später auch offiziell als Künstler anerkannt wird.

Im Jahr 1832 gehörte Gustaf Anckarsvärd zur Gruppe jener Personen, die mit der Stockholms konstförening den ersten Künstlerverein Schwedens gründete, der noch heute unter dem Namen Sveriges Allmänna Konstförening existiert. Dieser Kunstverein war ein Gegenpol zur Kunstakademie, sollte das freie künstlerische Schaffen fördern und wurde insbesondere von Kronprinz Oscar und dem Kunstmäzen Axel Gabriel Bielke unterstützt. Während der Verein zu Beginn vor allem Ausstellungen organisierte, kamen später auch Ateliers hinzu in denen Künstler arbeiten konnten. Gustaf Anckarsvärd starb am 3. Mai 1878 in Stockholm.


3. Mai 1459: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse
3. Mai 1737: Berndt Johan Hastfer, ein schwedischer Verräter
3. Mai 1826: Karl XV, König von Schweden
3. Mai 1839: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
3. Mai 1867: Birger Mörner, vom Diplomat zum Reiseschriftsteller
3. Mai 1880: Der schwedische Maler Carl Theodor Staaff
3. Mai 1915: Das Küstenpanzerschiff HMS Sverige
3. Mai 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention
3. Mai 1982: Lisa Johansson, Künstlerin und Schriftstellerin
3. Mai 2001: Die schwedische Wikipedia entsteht

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 20. März 2017

Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal

Lars Herman Gyllenhaal wurde am 20. März 1790 als Sohn eines Gutsbesitzers auf Gut Härlingstorp im Västragötland geboren und erhielt eine standesgemäße Ausbildung, die ihm erlaubte sich 1802, im Alter von zwölf Jahren, an der Universität Uppsala einzuschreiben um dort Jura zu studieren. Sechs Jahre später legte Gyllenhaal dann bereits das Kanzleiexamen und das Juraexamen für das Hovrätt ab und wurde als Kanzleiangestellter im Staatsdienst aufgenommen. 1828 wurde Gyllenhaal zudem der oberste Richter für das Västernorrland und acht Jahre später Präsident des Göta Hovrätt.

Bald hatte Lars Herman Gyllenhaal auch das Vertrauen des Königs Karl XIV. Johan und wurde mit zahlreichen Vertrauensaufträgen betraut, wobei der Jurist ab 1827 auch große Teile der königlichen Besitztümer verwaltete. Auch wenn sich Gyllenhaal als Richter und später als Präsident des obersten Gerichtes des Västergötlands sehr wohl fühlte, ernannte ihn der König 1843 zum Justizstaatsminister und Gyllenhaal sollte eine politische Rolle einnehmen, da dieses Amt als Ministerpräsident und gleichzeitig Justizminister das wichtigste und bedeutendste Amt unter dem König war. Der Jurist war gezwungen den Auftrag zu akzeptieren, trat jedoch bereits ein Jahr später von seinem Amt zurück, als Oscar I. König Schwedens wurde.

Aber auch unter Oscar I. konnte Lars Herman Gyllenhaal der Politik nicht entkommen, da der König eine extrem konservative angesehene Person benötigte, die in der Lage war die Vier-Stände-Regierung zu verteidigen und den Parlamentarismus zu verhindern. Oscar I. hatte die französische Revolution von 1848 vor Augen und das Freiheitsstreben der anderen europäischen Länder und sah nur Gyllenhaal in der Lage die Ordnung in Schweden aufrecht zu halten und dabei das bestehende System zu verteidigen, was dem Juristen auch tatsächlich gelang. Allerdings war dies auch die einzige bedeutende Leistung Gyllenhaals, der am 22. Dezember 1858 auf seinem Gut Härlingstorp starb.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 9. März 2017

Freiherr Johan Nordenfalk, Justizstaatsminister

Als Johan Nordenfalk am 9. März 1846 in Stockholm starb, hatte er zwei bedeutende Dinge erreicht, die ihn in die Geschichte Schwedens eingehen ließen Zum einen war Nordenfalk derjenige, der maßgeblich an der Einführung der parlamentarischen Demokratie in Schweden beteiligt war und damit die Stände politisch entmachtete, zum anderen schuf er die Basis für die Schwedische Hypothekenbank, zwei Handlungen, die bis heute deutlich ihre Spuren in Schweden hinterlassen haben. So erfolgreich Nordenfalk in der Politik war, so nachlässig war er allerdings mit seiner Privatökonomie, denn bei seinem frühen Tod war er dem finanziellen Ruin nahe.

Johan Nordenfalk kam am 9. September 1796 als Sohn eines Fabrikbesitzers auf der Holms säteri in  Gålsjö zur Welt und erhielt daher eine sehr gute Bildung, die es ihm ermöglichte nach dem Gymnasium in Härnösand ab 1814 an der Universität Uppsala Jura zu studieren und das Examen für den Staatsdienst abzulegen. Bereits 1828 war Nordenfalk Staatssekretär an der Kriegsakademie und damit einer der einflussreichsten Personen Schwedens. Dieser erste Aufstieg sollte jedoch von Magnus Brahe unterbrochen werden. Nordenfalk kümmerte sich daher bald nur noch um seine Güter um erst 1844 erneut zur Politik zurückzukehren.

Dass Oscar I. Johan Nordenfalk als Justizstaatsminister haben wollte und ihn dazu ernannte, kann damit zusammenhängen dass der Jurist, Fabrikant und Politiker keine klare politische Linie hatte, sondern Verbindungen zu allen Parteien jener Zeit hatte, aber auch damit dass Nordenfalk die gewünschte politische Linie des Königs einhielt, zum Beispiel hinsichtlich des Erbgesetzes, nach dem auch Frauen erben sollten. Dieses Gesetz führte zu starken Spannungen im den beiden Kammern und war sicher auch mit ein Grund dafür dass Nordenfalk bereits ein Jahr nach Amtsantritt seinen Abschied begehrte um sich erneut ganz um seine Güter kümmern zu können, was er jedoch weitaus weniger beherrschte als die Politik.


9. März 1699: Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming
9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Stiftung Arbetarbostadsfonden

Am selben Tag als man in Stockholm die Genesung des Königs Oscar I. mit einem großem Feuerwerk feierte, also am 9. Februar 1853, wurde der Grundstein für die Stiftung Arbetarbostadsfonden gelegt, der bis heute in der schwedischen Hauptstadt Wohnungen ausschließlich an Arbeiter vermietet, vorausgesetzt sie haben keine Schulen und ein Einkommen, das dreimal so hoch ist wie die festgesetzte Miete. Gegenwärtig handelt es sich um 1415 Wohnungen in Stockholm, was dazu führt dass die Chance dort eine Wohnung zu finden allerdings sehr gering ist.

Arbetarbostadsfonden ist Schwedens älteste Stiftung, die Wohnungen baut und verwaltet, allerdings nur in Stockhom aktiv ist. Das Geld für die Stiftung in Höhe von 15.200 Reichstalern kam durch eine Sammlung zustande, da sehr viele wohlhabende Stockholmer um diese Zeit die Bewegung unterstützen wollten die Slums der schwedischen Hauptstadt zu beseitigen, was nur möglich war den Ärmsten der Stadt eine Wohnung zu beschaffen. Das erste Haus des Arbetarbostadsfonden entstand nur wenig später am Rande Södermalms und bot die ersten 16 Wohnungen für Arbeiterfamilien, die jeweils einen Raum und eine Küche hatten. Seit 1926 gehört dieses erste Haus der Stiftung der Stadt Stockholm und wurde natürlich modernisiert.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Arbetarbostadsfonden, trotz zahlreicher Probleme des Wohnungsbaus, denn auch wenn das Ziel eine Art Gleichstellung von Arbeitern und Bürgern hinsichtlich der Wohnungen als Ziel gesehen wurde, so stiegen die Baupreise im Zentrum der Stadt so bedeutend an, dass die Stiftung beim Kauf der Grundstücke oder Gebäude immer weiter an den Stadtrand gedrängt wurde. Seit 2006 ist der Arbetarbostadsfonden nun eine private Stiftung, was für die Mieter erhebliche Vorteile mit sich bringt, denn dadurch müssen sämtliche Einnahmen in der Stiftung bleiben damit mit diesem Geld der Unterhalt und die Reparationen finanziert werden können.

9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. Januar 2017

Der schwedische Politiker Ludvig Manderström

Ludvig Manderström wurde am 22. Januar 1806 als Sohn eines Kammerherren in Stockholm geboren. 1819, im Alter von 13 Jahren schrieb sich Manderström an der Universität Uppsala ein, wo er fünf Jahre später das Kanzleiexamen ablegte um unmittelbar danach als Kanzleiangestellter in der Handels- und Finanzinspektion beschäftigt zu werden. Auf Grund seiner extrem guten Kenntnisse der französischen Sprache fiel Manderström auch König Karl XIV. auf, der den angehenden Politiker 1837 zum zweiten Sekretär des Kabinetts für ausländischen Briefwechsel machte und zwei Jahre später dann zum ersten Sekretär dieses Amtes ernannte.

Da Ludvig Manderström auch eine Ausbildung als Diplomat erhalten hatte, wollte Oscar I. ihn bei seinem Amtsantritt zum Außenminister machen, was Manderström jedoch ablehnte, da er zum einen wenig von der Außenpolitik des neuen Königs hielt, noch aber dem Skandinavismus die Bedeutung geben wollte, die Oscar I. anstrebte. Als dann jedoch Karl XV. auf den Thron Schwedens kam, konnte er dies nicht mehr ablehnen, da ihn der König dafür aus Frankreich, wo er um diese Zeit als Diplomat arbeitete, zurückbeordnete. Für Manderström brachte dies mehrere Probleme mit sich, da er auch nicht hinter allen Ideen des neuen Königs stand, andererseits jedoch die einzige Person war, die um jene Zeit dieses Amt übernehmen konnte.

Die Rolle als Außenminister zwang Ludvig Manderström immer wieder zu Kompromissen zwischen dem Interesse des Königs, der ein großes gemeinsames und starkes Skandinavien suchte und der Vermeidung eines Krieges. Aus diesem Grund geriet Manderström auch immer wieder zwischen die Stühle der offiziellen Politik des Landes, was letztendlich auch dazu führte dass er ab 1866 einen ehrenhaften Weg für den Rücktritt sichte, den er nur zwei Jahre später auch fand. Auf diese Weise konnte Manderström, der Mitglied der Svenska Akademien war und am 18. August 1873 in Köln in Deutschland starb, eine wichtige politische Rolle in der schwedischen Politik behalten und wurde auch zum Präsidenten des Kammerkollegiums ernannt.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens 
22. Januar 1932: Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz
22. Januar 1987: Die Journalistin und Schriftstellerin Barbro Bang 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. Oktober 2016

Der Künstler und Architekt Lars Jacob von Röök

Lars Jacob von Röök kam am 14. Oktober 1778 in Stralsund als Sohn eines Militärs zur Welt und begann daher ebenfalls eine Laufbahn innerhalb des Militärs. In der Brigade für Befestigungen wurde von Röök schon im Alter von 17 Jahren Offizier. In dieser Eigenschaft macht er im Auftrag der schwedischen Krone mehrere Reisen zu europäischen Befestigungsanlagen, insbesondere nach Spanien, Portugal und Italien. In Italien stellte von Röök fest dass er sich weitaus mehr für die Kunst interessierte als für seinen Beruf, was 1809 dazu führte dass er der militärischen Karriere den Rücken wandte um Künstler zu werden.

Über die folgenden Jahre des Künstlers ist kaum etwas bekannt, denn Lars Jacob von Röök taucht erst wieder ab 1823 auf, als er erneut nach Italien fährt um dort zu malen und an Skulpturen zu arbeiten. Ein Jahr später kehrte von Röök zurück nach Schweden und veröffentlicht das Kunstbuch Anteckningar under en resa på Sicilien. Die Bilder und Zeichnungen aus Italien geben allerdings nicht den Eindruck der dortigen Realität, denn von Röök folgte bei seinen Arbeiten den Einstellungen der anderen nordischen Künstler und betrachtete Italien aus einer idealisierten Perspektive in der die Italiener keine Rolle spielten, sondern nur als Ingredienz der Natur oder der städtischen Umgebung betrachtet werden.

Im Jahre 1830 wurde Lars Jacob von Röök dann Verwalter des Konglig Musem in Stockholm, dem heutigen Nationalmuseum, dessen Sammlungen er so umgestaltete, dass sie den anderen großen europäischen Museen entsprachen und die Grundlage für den heutigen Aufbau des Nationalmuseums sind. Neun Jahre später wurde von Röök auch zum Hofintendanten ernannt und in die Akademie der Künste aufgenommen. 1850 nahm von Röök Abschied von seinen verschiedenen Aufgaben und arbeitete nur noch für die Privatsammlung des Königs Oscar I. und arbeitete an Ausschmückungen des Haga Schlosses. Von den architektonischen Arbeiten des Künstlers ist heute nur noch wenig erhalten, unter anderem jedoch das Gartenhaus des Schlossparks in Finspång.


14. Oktober 1758: Die Entstehung der Norrköpings Tidningar
14. Oktober 1793: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
14. Oktober 1880: Vilhelm Ekelund, zwischen Poesie, Prosa und Philosophie
14. Oktober 1924: Gunnel Linde und der Kinderhilfsverein BRIS
14. Oktober 1941: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral
14. Oktober 1979: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger
14. Oktober 1983: Die Bjursundbrücke (Bjursundsbron) bei Västervik
14. Oktober 2009: Der Tag der Garnelenbrötchen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Mai 2016

Der Schriftsteller und Propst Johan Börjesson

Als Johan Börjesson am 6. Mai 1866 in Uppsala starb, hatte er einen enormen gesellschaftlichen Aufstieg erlebt, obwohl er noch kurz vor seiner Promotion starb, denn aus dem Sohn eines einfachen Landwirts war ein Propst und ein angesehener Dichter entstanden. Dass Börjesson eine so gute Ausbildung erhielt und an der Universität Uppsala studieren konnte, war jedoch weniger der Verdienst seines Vaters, sondern die Unterstützung und Förderung seiner Onkels mütterlicherseits, da es sich bei diesem um den Bischof Johan Wingård handelte, der auch Mitglied der Svenska Akademien war.

Bereits bei seiner Ankunft an der Universität Uppsala schloss sich Johan Börjesson dem neu gegründeten literarischen Verein Auroraförbundet an. Auch wenn der Student dort nicht zu den bedeutendsten Autoren gehörte, so gewann er 1814 für sein Gedicht Aphrodite den höchsten Preis des Göteborgs vetenskaps och vitterhetssamhälle, was wiederum nur ein Schritt war um Mitarbeiter beim poetiska kalender von Per Daniel Amadeus Atterbom zu werden. Auch wenn Börjesson sein Leben lang Gedichte schrieb, so können seine Schauspiele, die er ab 1846 verfasste, als seine größten literarischen Leistungen betrachtet werden.

Nach acht Jahren an der Universität Uppsala wurde Johan Börjesson 1816 zum Priester geweiht und bereits fünf Jahre später erhielt er den Titel eines Hofpredigers, was vor allem damit zusammenhing, dass er nicht nur literarisch aktiv war, sondern gleichzeitig auch ein guter Redner war. Erst 1818 erhielt Börjesson seine erste Kirchengemeinde und 1840 wurde er zum Propst ernannt. Auf Grund des Eindrucks, den der Priester am Hof hinterlassen hatte, wurde Börjesson 1844, im Zusammenhang mit der Krönung des Königs Oscar I., der Doktor in Theologie verliehen.


6. Mai 1826: Der schwedische Schriftsteller Isac Reinhold Blom
6. Mai 1877: Johan Ludvig Runeberg, der Nationaldichter Finnlands
6. Mai 1901: August Strindberg und Harriet Bosse
6. Mai 1904: Harry Martinson, ein Nobelpreisträger begeht Selbstmord
6. Mai 1916: Sif Ruud, noch mit 85 auf der Bühne des Dramaten
6. Mai 1939: Ragnar Jändel, der religiöse Arbeiterdichter Schwedens
6. Mai 1947: Bertel Gripenberg und die finnlandschwedische politische Dichtkunst
6. Mai 1987: Wann ist ein Mensch in Schweden tot?

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 3. Mai 2016

Der schwedische Maler Carl Theodor Staaff

Als Carl Theodor Staaff am 3. Mai 1880 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, war es ihm zwar gelungen Mitglied der Kunstakademie zu werden und ein sehr bedeutendes Portrait, jenes von Karl XIV. Johan, zu verwirklichen, aber es war ihm nicht gelungen außer diesem und zwei weiteren Portraits, zusätzliche bedeutende Gemälde zu malen, und selbst seine Buchillustrationen waren mehr handwerklich als künstlerisch zu bezeichnen. Aber dank des königlichen Gemäldes kam Staaff in die Liste der unsterblichen schwedischen Künstler.

Carl Theodor Staaff war am 28. Juni 1816 in Lillhärdal im Härjedalen zur Welt gekommen und musste relativ früh einen Beruf ergreifen. Seine Ausbildung bei einem Maler regte jedoch seine Phantasie an und Staaff entschied sich Künstler zu werden. Als der spätere  Künstler mit 17 Jahren nach Stockholm ging, gelang es ihm unmittelbar an der Kunstakademie aufgenommen zu werden. Obwohl es sein Ziel war dort mit Auszeichnungen überhäuft zu werden und auf Grund seiner Leistungen ein Reisestipendium zu erhalten, zerschlugen sich diese Pläne und während seine Mitstudenten in den Süden reisten um in Frankreich und Italien zu studieren, musste Staaff in Stockholm bleiben.

Die ersten Jahre verbrachte Carl Theodor Staaf vor allem mit der Porträtmalerei des Bürgerstands, was ihn wenig inspirierte und zu keinen Meisterwerken führte. Um überleben zu können, arbeitete der Künstler ab 1850 auch häufig an religiöser Kunst, sowohl an Gemälden, als auch an Altartafeln. Anschließend kam ein kurzer Aufschwung für den Künstler, denn er porträtierte Oscar I., Karl XIV. Johan und Karl XI. Leider hinterließ er bei den Monarchen nur einen geringen Eindruck, so dass er die letzten Jahre seines Lebens vor allem als Illustrator von Büchern arbeiten musste um als Künstler überleben zu können.


3. Mai 1459: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse
3. Mai 1737: Berndt Johan Hastfer, ein schwedischer Verräter
3. Mai 1826: Karl XV, König von Schweden
3. Mai 1839: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
3. Mai 1867: Birger Mörner, vom Diplomat zum Reiseschriftsteller
3. Mai 1915: Das Küstenpanzerschiff HMS Sverige
3. Mai 1960: Die Freihandelszone EFTA und die Stockholmer Konvention
3. Mai 1982: Lisa Johansson, Künstlerin und Schriftstellerin
3. Mai 2001: Die schwedische Wikipedia entsteht

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Der schwedische Historiker Emil Hildebrand

Emil Hildebrand wurde am 22. Oktober 1848 als Sohn des Archäologen und Reichsantiquars Bror Emil Hildebrand in Stockholm geboren und studierte an 1867 an der Universität Uppsala. Nach Abschluss seines Studiums und der Promotion zum Doktor in Philosophie arbeitete Hildebrand erst einige Jahre lang ausschließlich als Assistent am Reichsarchiv um 1880 Lektor in Schwedisch, Geschichte und Geografie am heutigen Norra Real zu werden, ohne jedoch seine Tätigkeit im Reichsarchiv aufzugeben. Der Dienst als Lektor und Lehrer brachte Hildebrand einen gewissen Lohn, der ihm zumindest das standesmäßige Überleben garantierte, da Assistenten im Archiv um diese Zeit nicht entlohnt wurden.

Als Archivar zeigte Emil Hildebrand seine wissenschaftliche Stärke und seine Neigung zur Präzision, was auch dazu führte, dass er bald der einzige Angestellte des Reichsarchivs war, der grundsätzlich wusste an welcher Stelle gewisses Material zu finden war. Die größte Errungenschaft des Archivars wurde die Herausgabe der Historisk tidskrift, dessen Grundlage 1875 Carl Silfverstolpe bereits gelegt hatte, und auf Anregung von Hildebrand entstand 1880 die Historische Gesellschaft, nur ein Jahr später gründete der Historiker Hildebrand auch die Geschichtszeitschrift Historisk Tidskrift, und 25 Jahre lang übernahm er dann die Leitung und Herausgabe dieses Grundlagenwerkes der Geschichte. Hildebrand zögerte bei der Bearbeitung der Artikel nicht auch eigene Gedanken unterzubringen, aber immer auf eine möglichst neutrale Weise, damit der wissenschaftliche Wert nicht verloren ging.

Als der Verlag Norstedt zu Beginn des 20. Jahrhunderts die neue Ausgabe des Sammelwerks der schwedischen Geschichte plante, wurde Emil Hildebrand die Redaktion anvertraut, der einige Kapitel auch selbst verfasste. Das Gesamtwerk, das die schwedische Geschichte vom Beginn bis zum 20. Jahrhundert spiegelte, erschien ab 1903. Nach während dieser Arbeit begann Hildebrand zusätzlich an einer modernen Geschichte des Landes zu arbeiten, die vor allem die Gegenwart behandeln sollte und auch nach seinem Tode noch von Ludvig Stavenow weitergeführt wurde. Vor allem Hildebrands Arbeiten über Königin Kristina und Oscar I., gelten noch heute als wichtige Basiswerke der schwedischen Geschichte.


22. Oktober 1592: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
22. Oktober 1652: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
22. Oktober 1894: Gillis Bildt als Ministerpräsident Schwedens
22. Oktober 1896: Die Geschichte der Kekse aus Örebro
22. Oktober 1897: Carl Anders Kullberg, der unsichere Dichter
22. Oktober 1921: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
22. Oktober 2011: Der Filborna skogspark in Helsingborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 3. Oktober 2015

Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt

Das Tullgarn Schloss im Södermanland, etwa eine Stunde Autofahrt von Stockholm entfernt, gehört zu den elf königlichen Schlössern in Schweden, kann jedoch teilweise besichtigt werden. Auch wenn der Ort Tullgarn nachweislich bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, so wurde dort das erste schlossähnliche Gebäude erst gegen 1600 gebaut, von dem allerdings kaum mehr als einige Mauerreste erhalten blieben als Magnus Julius De la Gardie im 18. Jahrhundert ein neues Schloss Tullgarn baute, das in einigen wichtigen Zügen, Seitenflügel ausgenommen, bereits dem heutigen Schloss gleicht.

Bis zum Tod von Herzog Fredrik Adolf im Jahre 1803 war das Schloss Tullgarn in Privatbesitz, wurde dann jedoch von der schwedische Krone beschlagnahmt und 1818 entschied der Reichstag, dass das Schloss, nach dem Tode von Sofia Albertina von Schweden, die um diese Zeit Schloss Tullgarn bewohnte, dem Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar I. zufallen sollte. Auch wenn dieser das Gebäude erweiterte und es im Sommer zeitweise benutzte, so machte es erst Gustav V. und Königin Victoria zu ihrem Sommerschloss. Unter Gustav V. erhielt das Schloss nicht nur sein heutiges Aussehen, sondern auch die Einrichtung stammt überwiegend aus jener Epoche, daher spricht man hierbei auch vom Gustavianischen Stil des Schlosses.

Unter Gustav V. brach am 3. Oktober 1853 auch der einzige bekannte Brand auf Schloss Tullgarn aus, wobei hierbei jedoch das schnelle Eingreifen des Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar II., der auch die Löscharbeiten leitete, die größten Schäden verhindert wurden und im Grunde nur das Dach abbrannte und in der obersten Etage einige Schäden zu verzeichnen waren.  Bereits ein Jahr später hatte Tullgarn ein neues Dach und neue Fenster. Seit 1975 verfügt König Carl XVI. Gustaf über eine Etage des Schlosses, die natürlich für die Allgemeinheit gesperrt ist.


3. Oktober 1341: Königin Märta, eine dänische Prinzessin wird Königin Schwedens
3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1949: Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. August 2015

Johan August Gripenstedt und der Liberalismus

Johan August Gripenstedt wurde am 11. August 1813 als Sohn eines Majors im deutschen Holstein geboren und begann 1827 auch selbst eine militärische Karriere in Schweden. Durch die Einheirat in das Geschlecht Anckarswärd ging nicht nur seine Karriere aufwärts, sondern Gripenstedt wurde auch zur Politik geführt. Schon 1840 war der Leutnant dann in der Kammer der Ritter und des Adels im Parlament vertreten, was ihn allerdings mit seinen liberalen Gedanken in gewisse Schwierigkeiten brachte, da er als Abgeordneter gegen das Interesse der eigenen Gruppe handelte, sich jedoch auch von den Liberalen distanzierte, da Gripenstedt eine langsame Entwicklung zum Freihandel sah.

Als wenig später Oscar I. an die Macht kam, der die schwedische Politik erneuern und öffnen wollte, wurde Johan August Gripenstedt mit 35 Jahren beratender Staatsrat und 1856 auch Finanzminister, was eine deutliche Wende in der schwedischen Politik war, denn dadurch konnte Gripenstedt den Ausbau der Eisenbahnlinie vorantreiben und er konnte während der Bankenkrise des Jahres 1857 durch einen staatlichen Eingriff die Skånes Enskilda Bank retten. Durch seinen Einfluss gelang es dem Politiker auch Schweden zu industrialisieren und zu einer der reichsten Nationen der damaligen Welt zu machen.

Die Basis dafür war in erster Linie das Öffnen der schwedischen Wirtschaft zu den wichtigsten europäischen Großmachten und das Herabsetzen der Zölle, zwei geradezu revolutionäre Schritte in jener Zeit. Aber nicht nur in der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Schwedens jener Zeit findet man die Handschrift Gripenstedts, denn der Politiker setzte sich seit seiner Wahl in das Parlament auch dafür ein die adeligen Privilegien abzuschaffen, ein Zweikammer-System einzuführen und das sehr restriktive Wahlrecht auszudehnen, obwohl einige dieser Punkte dem konservativen Geist Schwedens stark entgegenliefen.


11. August 1465: Bischof Kettil Karlsson ändert den Lauf der Geschichte
11. August 1908: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft
11. August 1925: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens
11. August 1948: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta
11. August 1999: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
11. August 2000: Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 16. Januar 2015

Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

Henning Hamilton kam am 16. Januar 1814 als Sohn eines Politikers und Justizrates in Stockholm zur Welt und beendete sein Studium an der Universität Uppsala im Jahre 1830 mit dem Kanzleiexamen. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt begann sich Hamilton nicht nur politisch zu engagieren, sonder wurde auch Lehrer für Topographie und Befestigungen an der Kriegsakademie. Parallel hierzu entwickelte sich Hamilton zum kriegswissenschaftlichen Schriftsteller, was ihm in jener Zeit nicht nur große Ehren einbrachte, sondern ihn auch zum Fachmann der schwedischen Kriegsführung machte.

Ab 1839 wurde Henning Hamilton Sekretär der Kriegsakademie und Kammerherr der Kronprinzessin Josefina (Josefina von Leuchtenberg), später auch für die Prinzen Karl und Gustaf. Vor allem sein Verhältnis zu Karl, dem späteren Karl XV., sollte für den rapiden Aufstieg des konservativen und königstreuen Hamilton eine wichtige Rolle spielen da dieser 1857 auf Grund der Krankheit seines Vaters, Oscar I., die Regierung übernahm. Hamilton stellte sich in jedem Punkt hinter den König und forderte damit die gesamte Adelsschicht Schwedens heraus.

Trotz des Widerstands der adeligen Schwedens gehörte Henning Hamilton bald zu den mächtigsten und einflussreichsten Personen Schwedens, der in alle bedeutenden wissenschaftlichen Akademien gewählt wurde und selbst im Ausland als überragender Wissenschaftler und Politiker galt. Das Ende kam für Hamilton jedoch im Jahre 1881, als bekannt wurde, dass er für einen Kredit von 80 Milionen Kronen, heutiger Wert, die Unterschrift eines Verwandten gefälscht hatte. Auch wenn die Tat nie zur Anklage kam, so fülte sich Hamilton dennoch dazu gezwungen von allen seinen Ämtern zurückzutreten und selbst seine Auszeichnungen wieder abzugeben. Henning Hamilton ging ins Exil nach Frankreich und starb am 15. Januar 1886 im südfranzösischen Amélie-les-Bains.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute 
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Juni 2014

Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander

Nils Haqvin Selander wurde am 20. März 1804 in einer Bauernfamilie geboren, wobei sein Vater nicht nur den Hof besaß, sondern als Vertreter des Bauernstandes auch in den Reichstag gewählt worden war. Als jüngster Sohn war Nils Haquin eigentlich dafür bestimmt den Hof später weiterzuführen, was jedoch beim Sohn sehr früh auf einen starken Widerstad stieß, der unbedingt eine gehobene Ausbildung haben wollte und dann, trotz der geringen Unterstützung durch seinen Vater, die Schule in Härnosand besuchte und sich auf ein Studium vorbereitete.

Nach seiner Hochschulreife begann Nils Haqvin Selander im Jahre 1821 ein allgemeines Studium an der Universität Uppsala. Bereits sechs Jahre später hatte Selander seinen Magister in Philosophie und, da er nahezu alle Fächer mit den bestmöglichen Noten abgeschlossen hatte, wurde er im Alter von 24 Jahren Dozent für theoretische Astronomie. Da sich der Wissenschaftler jedoch insbesondere mit mathematischen Berechnungen auseinandersetzte, gingen nur sehr wenige seiner Leistungen in die Geschichte der Astronomie ein. Bereits 1833 wurde Selander dann in die Königliche Wissenschaftsakademie gewählt und 1837 erhielt er den Titel eines Professors in Astronomie.

Auch wenn Nils Haqvin Selander eine bedeutende Karriere vorausgesagt wurde, so  kam er bis zu seinem Tode am 18. Juni 1870 nie diesen Erwartungen nach, denn er lehnte eine Professur in Helsingfors (Helsinki) ab, lehnte das Angebot von Oscar I. ab, der ihn zum Religionsminister machen wollte und er lehnte selbst das Angebot von Karl XV. ab in Västernorrland das Amt eines Regierungsbevollmächtigten anzunehmen, und dies, obwohl sich Selander in der zweiten Hälfte seines Lebens immer mehr politisch betätigte und dabei die Astronomie nur an die zweite Stelle schob.


18. Juni 1754: Anna Maria Lenngren, Frauenbewegung und Bourgeoisie
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
18. Juni 1947: Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie
18. Juni 1954: Der schwedische Sänger Magnus Uggla
18. Juni 2003: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. April 2014

Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens

Bernhard von Beskow wurde am 22. April 1796 in einer sehr wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Stockholm geboren, was natürlich in jener Zeit auch bedeutete, dass er als Kind eine hervorragende Bildung erhielt. Sein erster wichtiger Lehrer war dabei der Skalde Jonas Magnus Stiernstolpe, der ihm ein sehr breites Wissen vermittelte. Mit elf Jahren schrieb sich von Beskow dann an der Universität Uppsala ein wo er bereits mit 18 Jahren sein Kanzleiexamen ablegte und damit eine Arbeit in der Handels- und Finanzabteilung des Königs fand. In nur vier Jahren stieg von Beskow dann zum Protokollsekretär auf.

Auch wenn das erste Werk Bernhard von Beskows bereits im Jahre 1816 veröffentlicht worden war, kam sein Durchbruch erst nach einer längeren Reise nach Dänemark, Deutschland, die Schweiz und nach Italien. Unter dem Einfluss mehrerer deutscher Dichter und seines Vorbildes Esaias Tegnér verfasste von Beskow Sveriges anor für das er den großen Preis der Svenska Akademien erhielt. Auch wenn von Beskow in dieser Zeit seiner berufliche Laufbahn fortsetzte und selbst der Privatsekretär des Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar I., wurde, so sah sich von Beskow nun vor allem als Dichter und beschränkte seine administrativen Aufgaben auf ein Minimum.

Bernhard von Beskow zeigte sich als Literat nicht nur als streitsüchtig und überheblich, sondern er wehrte sich auch gegen jede Kritik, was sich noch verstärkte als er Mitglied der Svenska Akademien geworden war und er als Direktor des königlichen Theaters eingesetzt worden war. Im Alter verwandelten sich die Poesie und das Drama von Beskows mehr und mehr zu politischen Schriften in denen er die konservativsten Ideen der Monarchie verteidigte. Selbst seine Werke über Erik XIV. Oder Gustaf II. Adolf sind mit Vorsicht zu lesen, da von Beskow in all seinen Werken nach einem schwedischen historischen Ideal suchte, das teilweise weit von der Realität entfernt liegt.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. Februar 2014

Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad

Adolf Fredrik Lindblad, geborener Friberg, wurde am 1. Februar 1801 unehelich in Skänninge geboren. Da sich seine 17-jährige Mutter nicht um ihn kümmern konnte, wurde das Kind von Carl Jacob Lindblad, einem Kaufmann des Ortes, der gleichzeitig mit der Tante seiner Mutter verheiratet war, aufgezogen. Seinen Geburtsnamen Friberg hatte er ebenfalls nur kurze Zeit, denn sein Ziehvater gab dem Jungen sehr schnell seinen eigenen Familiennamen Lindbald und betrachtete ihn als eigenen Sohn.

Durch die „Adoption“ erhielt Adolf Fredrik Lindblad eine gute Erziehung und konnte ab 1822 in Uppsala Musik studieren. Bereits ein Jahr nach seiner Studienaufnahme wurde Lindblad im künstlerischen Salon von Malla Silfverstolpe aufgenommen, die dem jungen Künstler auch ein zweijähriges Studium in Deutschland finanzierte, wo er, unter anderem,  auch Felix Mendelssohn Bartoldy kennen lernte, der später Lindblads Symphonie Nr. 1 in Leipzig aufführen sollte.

Zurück in Stockholm gründete Adolf Fredrik Lindblad eine in gehobenen Kreisen der Stadt anerkannte Musikschule, die auch vom späteren König Oscar I., dessen Sohn Prinz Gustaf Oscar, dem sogenannten „Sängerprinzen“, und vor allem auch von der legendären schwedischen Sängerin Jenny Lind besucht wurde. Während die über 200 Lieder, die Lindblad schrieb, in Schweden unmittelbar Erfolg hatten, wurden seine beiden Symphonien damals nur in Deutschland gewürdigt. In Schweden erkannte man den Wert dieser Werke erst in jüngster Zeit.


1. Februar 1594: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin