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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Die Erzbahn zwischen Luleå und Narvik

Auch wenn das Eisenerz bei Kiruna bereits Mitte des 17. Jahrhundert abgebaut wurde, so waren die Mengen bescheiden, denn der Transport mit Rentieren und Pferden war aufwendig und sehr teuer. 1865 wollte man daher, nach dem Modell von Bergslagen, ein Kanalsystem bis Luleå bauen, das jedoch nach der halben Strecke eingestellt werden musste, da das Geld zu Ende war. Auch die Konzession für eine Eisenbahnlinie, die 1847 ausgestellt worden war verfiel bevor auch nur ein Gleis gelegt worden war. Ab 1884 baute dann ein englisches Unternehmen mit einer neuen Konzession eine Eisenbahnlinie von Malmberget bis zum Hafen in Luleå. Kiruna war daher weiterhin ohne Anschluss an die Häfen in Schweden und Norwegen.

Bald stellte man jedoch fest, dass die Strecke kaum den Ansprüchen für den nötigen Transport von Eisenerz gerecht war und erst als 1891 die schwedische Regierung die Eisenbahn übernahm, konnte sie ausgebaut werden und man konnte auch daran denken das Bergwerk LKABs in Kiruna, das 1890 entstanden war, an die Strecke anzuschließen. Auf diese Weise konnte am 20. Oktober 1899 der erste Erzzug in der erst wenige Monate später gegründeten Stadt Kiruna beladen werden um über Gällivare Eisenerz und Personen bis Luleå zu transportieren. Um diese Zeit hatte sich die Regierung bereits dazu entschieden die Strecke in die andere Richtung bis Narvik auszubauen. Die Gesamtstrecke zwischen Luleå und Narvik war im November 1902 fertiggestellt und konnte am 14. Juli 1903 von Oscar II. eingeweiht werden.

Auch wenn mit der Erzbahn das Transportproblem zwischen den Gruben in Kiruna und den Häfen in Narvik und Luleå geklärt werden konnte, so waren die Transportkosten für LKAB enorm, was die Konkurrenzkraft des staatlichen Unternehmens starkt schwächte. Die Lösung kam dann im Jahre 1996, als ein Subunternehmen LKABs die gesamte Eisenbahnstrecke und die Erzzüge übernahm und die Kosten innerhalb der eigenen Unternehmen blieben, denn auch die norwegische Strecke übernahm eine von LKAB gegründete Firma. Heute verkehren von Kiruna aus Erzzüge mit einer Länge von 750 Meter, die insgesamt jeweils 6500 Tonnen Erz transportieren können.


20. Oktober 1650: Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt
20. Oktober 1848: Der schwedische Künstler Ingel Fallstedt
20. Oktober 1852: Der schwedische Künstler Axel Otto Mörner
20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1940: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 8. Dezember 2015

Die Kirche in Kiruna, die schönste Kirche Schwedens

Nur wenige Jahre nachdem man in Kiruna begonnen hatte Eisenerz abzubauen, gründete Hjalmar Lundblom in nächster Nähe der Gruben den Ort Kiruna. 1901, ein Jahr später, entschied sich Lundblom auch eine Kirche für den Ort bauen zu lassen und beauftrage den Architekten Gustaf Wickman, der bereits zwei Jahre lang für das Bergbauunternehmen LKAB in Kiruna arbeitete, damit eine Kirche zu errichten, die so weit wie möglich einer lappländischen Kota nahe komme. Aber auch wenn der Bauplan 1903 bereits fertig war, so dauerte es noch bis zum 8. Dezember 1912 bis diese Kirche auch eingeweiht werden konnte.

Die offizielle Kirche, die zu dieser Zeit zu Kiruna gehörte, fand man in Jukkasjärvi, 19 Kilometer von der neuen Kirche entfernt, was dazu führte, dass man während der gesamten Bauzeit erst einmal eine größere Baubude zur Kirche des Ortes erklärte. Im gleichen Raum fand man tagsüber die Schule, am Abend einen Speisesaal für die Arbeiter und am Sonntag die Kirche, eine Lösung, die im Grunde niemanden zufrieden stellte und auch nur eine kurzzeitige Notlösung sein sollte. Ab 1906 konnte die Staatskirche Svenska Kyrkan dann in den Räumen der Methodistenkirche den Gottesdienst abhalten, die zumindest zentral gelegen war und an ein Gotteshaus erinnern konnte.

Die Kirche in Kiruna ist gewissermaßen einmalig in Schweden, denn sie ist stark von den norwegischen Stabkirchen beeinflusst und verfügt über alle Baustile die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden üblich waren, angefangen von der Neugotik über die Nationalromantik bis zum Jugendstil. Und da um diese Zeit Falurot zur Nationalfarbe Schwedens erklärt wurde, wurde die aus Russland importierten Holzteile auch mit dieser Farbe bemalt. 2001 wurde die Kirche in Kiruna als das eindrucksvollste Gebäude von der Zeit bis zu den 50er Jahren ausgezeichnet und das schwedische Volk ernannte sie bei einer Umfrage zur schönsten Kirche Schwedens. Wie das gesamte Zentrum Kirunas, so muss allerdings auch die Kirche umziehen, da sie sonst in den wachsenden Gruben des staatlichen Bergbauunternehmens LKAB versinken wird.


8. Dezember 1625: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
8. Dezember 1626: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
8. Dezember 1808: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
8. Dezember 1818: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker
8. Dezember 1860: Otto Zeidlitz, ein Pionier des Esperanto
8. Dezember 1907: Oscar II. und die Industrialisierung Schwedens
8. Dezember 1972: Tony Olssons Weg zum Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. August 2015

Der schwedische Künstler Elis Aidanpää

Elis Aidanpää starb am 23. August 2010 in Karhuniemi bei Kiruna, dem Ort in dem er nahezu sein ganzes Leben verbracht hatte. Bei seinem Tod galt er als einer der größten Künstler des hohen Nordens, der die Landschaften Lapplands nicht nur auf seinen Bildern festgehalten hatten, sondern auch die Bauten und das Leben in Lappland dokumentiert hatte. Noch heute wird Aidanpää oft als der „Häusermaler“ des Nordens bezeichnet, denn der Künstler reiste durch sehr viele der Orte und hielt dort die interessantesten Gebäude erst auf seinen Ölgemälden und später auf Aquarellbildern fest. Sehr viele dieser Gebäude sind heute verschwunden und die Bilder wurden dadurch geradezu zu einem kulturhistorischen Schatz.

Der Künstler Elis Aidanpää kam 1932 al viertes von elf Kindern in Kiruna zur Welt, wobei die Familie allerdings 1950 die Stadt verlassen musste und nach Karhuniemi zog, da es um diese Zeit immer schwieriger wurde in einer wachsenden Stadt Kühe, Pferde und Schweine zu halten. Aber bereits in Kiruna versuchte sich Aidanpää durch die verschiedensten Arbeiten über Wasser zu halten, wobei er sich dabei, ohne jede Ausbildung, als Händler versuchte, der seine Waren in Norwegen erwarb um sie dann in Schweden zu verkaufen. Über diese Handelstätigkeit kursieren noch heute die verschiedensten Geschichten und Gerüchte.

Die künstlerische Karriere von Elis Aidanpää begann kurz nach seiner Heirat Anfang der 60er Jahre, auch wenn der Durchbruch erst einige Jahre später kam, als Aidanpää von der Ölmalerei auf Aquarell überging. Trotz zahlreicher Ausstellungen in Schweden, teilweise auch in Norwegen und Finnland, gelang es Aidanpää zeit seines Lebens kaum in die Museen des Landes einzuziehen. Um so häufiger wurde der Künstler jedoch mit der Ausschmückung öffentlicher Werke beauftragt, unter anderem für das ABF-Gebäude in Stockholm und das Arbeitsamt in Kiruna. Die letzten Jahre seines Lebens nahm die Aktivität Aidanpääs als Maler ab und er begann ein Museum zur Geschichte des Kalixtals aufzubauen. Aidanpää wollte in dieser Zeit in Wort und Bild die Eigenheiten dieses Gebirgstals erhalten und nur sein plötzlicher Tod im Jahre 2010 setzte dieser Idee auf halbem Weg ein Ende.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1889: Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Spårväg City, die neue Straßenbahn in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 7. Februar 2013

Enok Sarri, der Wettermann der Samen

Am 7. Februar 1909 (als alternatives Datum wird auch der 7. Dezember 1909 genannt) wurde Enok Sarri im nordschwedischen Masungsbyn geboren, ein Same, der es noch gelernt hatte auf die traditionelle Weise das Wetter vorherzusagen und schon 1950 vom schwedischen Wetterdienst beschäftigt wurde um alle Wetterinformationen der Region Kiruna/Gällivare zu sammeln, allerdings auf die moderne wissenschaftliche Art. Um jedoch seine geringen Einnahmen aufzubessern, arbeitete Sarri gleichzeitig noch als Führer für Touristen und sagte jedem, der bezahlte, das Wetter auf die alte Weise voraus.

Enok Sarri kam noch als Kind nach Nikkaluokta, als die Familie ihre Rentierherde verlor und der kleine Ort an der Grenze zwischen den Gemeinden von Kiruna und Gällivare gerade gegründet wurde. Einen gewissen Ruf erlangte Sarri, da er Touristen grundsätzlich in der traditionellen Kleidung seiner Region empfing und auf sehr ausführliche Weise das zukünftige Wetter mit Hilfe von Fisch- und Rentiermägen deutete, obwohl er bei seinen Voraussagen vielmehr die Natur sehr genau beobachtete und das Wissen benutzte, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

In ganz Schweden bekannt wurde Enok Sarri jedoch erst im Jahre 1977 als er zur Abwechslung nicht das Wetter voraussagte, sondern dem königlichen Paar garantierte, dass es sich beim Erstgeborenen um einen Prinzen handelt. Sarri ging sogar so weit zu schwören, dass er auf den Knien von Nikkaluokta bis Kiruna gehen würde, sollte kein Prinz geboren werden. Als dann Kronprinzessin Viktoria die Erstgeborene war, machte sich Enok Sarri tatsächlich auf den Weg, was sich jedoch nicht als sonderlich schwierig erwies, denn die Grenze zu Kiruna (damals wurde die gesamte Gemeinde Kiruna als Stadt gerechnet) war gerade einmal einige Meter von Nikkaluokta entfernt.


7. Februar 1837: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
7. Februar 1839: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 27. April 2012

Die Gründung der Stadt Kiruna

Am 27. April 1900 wurde die nördlichste Stadt Schwedens gegründet, nämlich Kiruna, auch wenn bereits vorher einige kleinere Häuser dort standen und der Ort unter der Bezeichnung Luossavárri, nach dem Namen des Berges, bekannt war. Die Gründung Kirunas sollte die Zukunft Lapplands verändern und das Leben der Sami, die bisher die Gegend als ihre eigene betrachteten, nachhaltig verändern, denn nichts sollte je mehr so sein wie bis zum Jahre 1900.

Als Gründer der Stadt Kiruna betrachtet man Hjalmar Lundbohm, den damaligen technischen Direktor des Grubenwerkes LKAB, einer Aktiengesellschaft, die noch heute dem schwedischen Staat gehört und nur zehn Jahre vor der Gründung Kirunas gegründet worden war. Von Beginn an wollte man die reichhaltigen Erze dort abbauen, was sich jedoch vor dem Bau der Malmbanan (Eisenbahn) zwischen Luleå und Narvik als nahezu unmöglich erwies. Erst mit der Einweihung der ersten Teilstrecke im Jahre 1888 und vor allem der Linie nach Narvik, die 1902 eröffnet wurde, begann sich der Abbau des Erzes zu lohnen und Kiruna konnte sich entwickeln.

Allerdings war Kiruna zu Beginn des 20. Jahrhunderts alles andere als eine Stadt, denn den Beginn machten einige Stugor, die den Arbeitern als Unterkunft dienten. Erst ab 1908 wurde Kiruna dann als Gemeinde betrachtet und ihre Entwicklung geplant, und 1948 wurde dann die gesamte Umgebung zur Stadt ernannt. Bis zur Gemeindereform im Jahre 1971 rechnete Kiruna, trotz der relativ geringen Einwohnerzahl, flächenmäßig als die größte Stadt Schwedens. Nach knapp über 60 Jahren muss Kiruna nun, nach dem in Afrika verurteilten Modell, jedoch umziehen und ein Teil der Bevölkerung Kirunas wird durch die ausgedehnten Bergwerksaktivitäten aus der jüngsten Stadt Schwedens vertrieben.


27. April 1900: Die Geburt Kirunas und ihre Flucht
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. August 2011

Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

Am 11. August 2000 verunglückte ein Rettungshubschrauber „Super Puma“ des schwedischen Militärs bei einer Rettungsaktion am Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens. Nachdem einer der Rotoren erst eine Felswand streifte, stürzte der Hubschrauber anschließend etwa 50 Meter in die Tiefe und explodierte beim Aufprall. Die Besatzung aus drei Personen war unmittelbar tot. An der Absturzstelle findet man heute ein Erinnerungsschild, das an das tödliche Unglück erinnert.

Bereits am 9. August 2000 war eine Rettungsaktion eingeleitet worden, weil zwei Personen am Nordgipfel des Kebnekaise im Tarfalamassiv bei starkem Wind und Schneefall verschollen waren. Da die Bergrettung aus Kiruna die Route der Bergsteiger nicht kannte und die beiden Männer auch am nächsten Morgen noch nicht lokalisieren konnte, wurde das Militär mit seinem „Super Puma“ HKP 10 zu Hilfe gerufen. Wegen der schlechten Witterung konnte der Hubschrauber am diesem Tag jedoch nicht zur Suche eingesetzt werden.

Am Abend des 10. August konnte die Bergrettung die beiden Gesuchten dann aufspüren, wobei sie feststellte, dass der ältere der beiden Bergsteiger in so schlechtem Zustand war, dass er nur mit einem Hubschrauber abgeholt werden konnte. Als dann der Wind ab Mitternacht abnahm, konnte der „Super Puma“ um 1 Uhr 30 starten. Bereits nach sechs Minuten kam es dann zum verhängnisvollen Unfall am Bergmassiv. Noch in der gleichen Nacht wurden die beiden Bergsteiger dann von einem Rettungshubschrauber aus dem norwegischen Bodö gerettet.

11. August 1465: Kettil Karlsson ändert den Lauf der schwedischen Geschichte
11. August 1908: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. April 2011

Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Am 27. April 1900 wurde die Stadt Kiruna gegründet, die nördlichste Stadt Schwedens, die mit seinen knapp 20.000 Einwohnern oft als die Hauptstadt Lapplands bezeichnet wird. Für Touristen ist Kiruna wegen seiner Nähe zum Abisko Nationalpark, der Nähe des Eishotels in Jukkasjärvi und dem legendären Wanderweg Kungsleden (Königspfad) bekannt.

Kiruna entstand auf Initiative von Hjalmar Lundbohm, dem technischen Leiter des Grubenbetriebs LKAB, und war bis 1948 nur eine kleine Gemeinde, die zu Jukkasjärvi gehörte. Als Kiruna 1948 Stadt wurde, wurde sie als die flächenmäßig größte Stadt Schwedens bezeichnet, was sich jedoch 1971 änderte, als man Stadt Kiruna und Land Kiruna trennte.

Kiruna, das vor dem 27. April 1900 Luossavaara hieß und nach dem Namen eines nahen Berges benannt war, ist nicht nur wegen seiner Erzgruben bekannt, sondern auch für sein Raumfahrtprogramm, das dort bereits in den 50er Jahren begann. Da das Zentrum Kirunas wegen der Grubenarbeiten einzustürzen droht, muss, nach einem Beschluss vom 8. Januar 2007, die gesamte Innenstadt verlagert werden. Während einige Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden, hoffen die Bewohner Kirunas, dass zumindest einige historische Gebäude erhalten werden können.

27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben 

Copyright: Herbert Kårlin