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Mittwoch, 24. Januar 2018

Die Künstlerin Olga Milles

Olga Milles kam am 24. Januar 1874 als Olga Granner in Leibnitz in Österreich zur Welt und wuchs dort in einer wohlhabenden Familie auf, die ihre Neigung zur Malerei sehr früh unterstützte und dem Mädchen ermöglichte ab einem Alter von zwölf Jahren Landschaftsmalerei zu studieren. Nach drei Jahren in Granz unternahm die Künstlerin 1893 eine längere Studienreise nach München und, um sich einen Studienaufenthalt in Paris leisten zu können, malte sie ab dieser Zeit auch Portraits höher gestellter Personen und deren Kinder. Zwischen 1895 und 1899 verbrachte die Künstlerin dann wieder überwiegend im Gut der Eltern.

Im Jahr 1899 ging Olga Milles nach Paris um dort an der Académie Colarossi ihr Kunststudium fortzusetzen. In Paris traf die bereits anerkannte Künstlerin den angehenden Künstler Carl Milles, der deutlich ein Interesse an der jungen Frau zeigte. Olga, die streng katholisch war, machte ihm jedoch klar, dass es nicht weiter als für eine Freundschaft gehe, denn sie habe Gott das Gelübde gegeben unverheiratet zu bleiben und in einem Nonnenkloster Zeichenlehrerin zu werden. Carl Milles gab nicht auf, Olga lernte ihn zu schätzen, bereits im Jahr 1900 kam es dann zur Verlobung zwischen den beiden Künstlern und 1905 heirate das Paar heimlich in München.

Ein Jahr später kam Olga Milles nach Lidingö und 1908 begann das Künstlerpaar am Aufbau des Millesgården, der sich mit den Jahren in einen Skulpturenpark verwandelte. Während Carl Milles sich immer als Genie empfand und kaum Grenzen sah, war Olga Milles in ihrer Kunst extrem selbstkritisch und unsicher, was auch zu einem eigenartigen Verhältnis zwischen den beiden Künstlern führte, denn zahlreiche Werke des Ehemanns sind stark von Olga Milles beeinflusst, denn ihr Ehemann hielt Olga für die einzige künstlerische Ratgeberin seiner Werken, die sein Schaffen verstand und erfühlte. Da sich die Künstlerin in Schweden nie wirklich wohl fühlte, lebte das Paar dann 20 Jahre in den USA, ging nach der Rückkehr nach Rom, und, als Carl Milles 1955 starb, kehrte Olga nach Österreich zurück. Nach ihrem Tod am 3. Januar 1967 kehrte erst ihre Asche zurück zum Millesgården.


24. Januar 1652: Gränna im Småland erhält die Stadtrechte
24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1861: Die schwedische Künstlerin Hellewi Kullman
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau
24. Januar 1969: Das Ansichtsregister der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. April 2016

Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles

Ruth Milles, geborene Andersson, kam am 19. April 1873 in Vallentuna zur Welt und geriet gewissermaßen in den Schatten ihres Bruders Carl Milles, obwohl Ruth, im Gegensatz zu ihrem Bruder sogar eine künstlerische Hochschulausbildung aufweisen konnte, denn die Künstlerin besuchte von 1892 bis 1893 die Tekniska Skolan in Stockholm um verbrachte anschließend vier weitere Jahre an der Königlichen Kunstakademie. 1998 zog Ruth Milles nach Paris, wo sich ihr Bruder bereits seit einem Jahr aufhielt, und unternahm von dort aus, mehrere Studienreisen, insbesondere nach Deutschland.

In Frankreich arbeitete Ruth Milles sehr eng mit ihrem Bruder zusammen und gemeinsam gründeten sie eine Firma, die kleinere Bronzeskulpturen verkaufte. Die meisten dieser Skulpturen stellten Kinder oder Sagenfiguren dar. Bereits 1903 erkrankte die Künstlerin jedoch an Tuberkulose, kehrte daher nach Schweden zurück und richtete sich ein Atelier auf Lidingö ein, das sie zeitweise mit Olga Milles, der Ehefrau ihres Bruders, teilte. Die ersten Jahre auf Lidingö waren die produktivsten Jahre für Ruth Milles, denn sie wurde von Aufträgen geradezu überhäuft und verwirklichte, unter anderem, auch eine Büste von Jenny Lind.

Parallel zu diesen Aufträgen kamen Ausstellungen in Buenos Aires, Rom, San Francisco und zahlreichen anderen Städten. Ab 1916 wurde es für Ruth Milles jedoch immer schwieriger der Arbeit einer Skulpteurin nachzugehen und sie  begann sich mehr und mehr der Schriftstellerei zuzuwenden. Die Künstlerin beschränkte sich dabei nicht nur auf das Schreiben von Gedichten und Sagen, sondern illustrierte auch einige ihrer Werke. Im Jahre 1932, bereits schwer krank, zog Ruth Milles nach Rom, wo ihr nach einem kalten Brand auch ein Bein amputiert wurde. Die letzten Jahre ihres Lebens konnte sich Milles kaum noch bewegen und am 11. Februar 1941 starb die Künstlerin dann in Rom, wo sie auch begraben wurde.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. September 2012

Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Carl Milles, der bei Geburt noch Carl Andersson hieß, starb am 19. September 1955 im sogenannten Millesgården auf Lidingö, wo er sich regelmäßig im Sommer aufhielt und den er und seine Frau Olga Milles bereits 1936 in Form einer Stiftung dem schwedischen Volk geschenkt hatte. Die Anlage, die heute ein Skulpturengarten und ein Museum ist, war beim Tode von Carl Milles nahezu fertig, wobei man dort nicht nur Skulpturen findet, die der Künstler, aber auch seine Frau, in Schweden fertigte, sondern auch zahlreiche Werke, die in den USA entstanden.

Im Alter von 17 Jahren begann Carl Milles eine Schreinerlehre, wobei er jedoch unmittelbar Abendkurse am Konstfack (damals noch Technische Schule) in Stockholm besuchte, wo er nur drei Jahre später ganztägig zu studieren begann. Als er 1897 vom Verein der Kunsthandwerker ein Stipendium in Höhe von 200 Kronen erhielt, begab er sich nach Paris, wo er sich für mehrere Jahre niederließ und unter anderem an der Ecole des Beaux-Arts studierte. In Paris war er von den Arbeiten Auguste Rodins so beeindruckt, dass ihn diese Art der Skulptur nie wieder los ließ, was man beim Betrachten seiner Werke deutlich erkennen kann.

Carl Milles, der in Schweden als künstlerisches Genie betrachtet wird, und sich auch selbst als solches betrachtete, legte sich vor und während des Zweiten Weltkriegs mit allen damals als fortschrittlich betrachteten Journalisten und Medien Schwedens an, da er, im Gegensatz zur Mehrheit der Künstler und Journalisten der Zeit, ein absoluter Bewunderer von Hitler, Mussolini und Franco war, die in seinen Augen ein klares Ziel vor Augen hatten und ihre Länder "reinigen" würden. In diesem Rahmen verteidigte er auch jede völkerfeindliche Maßnahme dieser Staatsmänner. Im gleichen Jahr als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging wurde Carl Milles indes amerikanischer Staatsbürger.


Copyright: Herbert Kårlin

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