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Montag, 12. Februar 2018

Der Designer und Künstler Ivar Johnsson

Ivar Johnsson kam am 12. Februar 1885 als Sohn eines Reitstallverwalters in Vittskövle zur Welt und wuchs auf dem Gut auf, wobei er in dem kleinen Ort auch die Volksschule besuchte. Nach dieser minimalen Schulbildung arbeitete Johnsson drei Jahre lang mit seinem Vater im Reitstall, begann sich jedoch in dieser Zeit deutlich mehr für das Zeichnen und die Skulptur zu interessieren als für Pferde. 1902 hatte der zukünftige Künstler dann genügend Geld gespart um in Lund die kunstindustrielle Schule zu besuchen und sich dort eine Ausbildung zum Möbelarchitekt zu finanzieren.

In dieser Zeit lernte Ivar Johnsson den Bildhauer Henry Nilsson kennen, der in ihm die Liebe zur Skulptur und dem Modellieren erneut erweckte. Nach Ende seiner Ausbildung im Jahr 1906 ging Johnsson daher nach Stockholm und schrieb sich an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack ein. Zwei Jahre später besuchte der angehende Künstler dann drei Jahre lang die Kunstakademie und 1911 erhielt er ein Stipendium, das ihm eine einjährige Studienreise nach Paris erlaubte. In Paris fand Johnsson von der rein technischen Skulptur unter dem Einfluss von Rodin zur modernen Skulptur, die auf Details verzichtet und den Werken eine völlig neue Aussagekraft verleiht. Diese Entdeckung ist um so erstaunlicher, weil Carl Milles damals bereits seit zehn Jahren auf diese Weise arbeitete, Johnsson daher kein Erneuerer der schwedischen Skulptur mehr werden konnte.

Nach einer Reise nach Italien und einem Aufenthalt in Kopenhagen kehrte Ivar Johnsson zurück nach Schweden und machte sich vor allem mit seinen Monumentalskulpturen einen Namen, die man heute überall in Schweden finden kann. Johnsson hat sich bei diesen Skulpturen zwar von Aristide Maillol und Carl Milles beeinflussen lassen, war aber, im Gegensatz zu diesen beiden Künstlern, nicht bereit mit der Skulptur zu experimentieren und schränkte sich selbst in der Freiheit des skulpturellen Ausdrucks ein. Die Werke Johnsson wirken daher weitaus mehr bodenständig als jene anderer Künstler dieser Epoche, was jedoch gerade für öffentliche Werke von enormem Vorteil war. Ivar Johnsson starb am 16. August 1970 im Alter von 85 Jahren in Stockholm.


12. Februar 1579: Der Psalmenverfasser Laurentius Petri Gothus
12. Februar 1771: Adolf Fredrik stirbt an einer Lebensmittelvergiftung
12. Februar 1849: Der schwedische Schriftsteller Carl von Zeipel
12. Februar 1940: Der schwedische Dokumentarfilmer Ebbe Gilbe 
12. Februar 1959: Die schwedische Sängerin Susanne Alfvengren
12. Februar 1972: Die schwedische Sängerin Sophie Zelmani

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 24. Januar 2018

Die Künstlerin Olga Milles

Olga Milles kam am 24. Januar 1874 als Olga Granner in Leibnitz in Österreich zur Welt und wuchs dort in einer wohlhabenden Familie auf, die ihre Neigung zur Malerei sehr früh unterstützte und dem Mädchen ermöglichte ab einem Alter von zwölf Jahren Landschaftsmalerei zu studieren. Nach drei Jahren in Granz unternahm die Künstlerin 1893 eine längere Studienreise nach München und, um sich einen Studienaufenthalt in Paris leisten zu können, malte sie ab dieser Zeit auch Portraits höher gestellter Personen und deren Kinder. Zwischen 1895 und 1899 verbrachte die Künstlerin dann wieder überwiegend im Gut der Eltern.

Im Jahr 1899 ging Olga Milles nach Paris um dort an der Académie Colarossi ihr Kunststudium fortzusetzen. In Paris traf die bereits anerkannte Künstlerin den angehenden Künstler Carl Milles, der deutlich ein Interesse an der jungen Frau zeigte. Olga, die streng katholisch war, machte ihm jedoch klar, dass es nicht weiter als für eine Freundschaft gehe, denn sie habe Gott das Gelübde gegeben unverheiratet zu bleiben und in einem Nonnenkloster Zeichenlehrerin zu werden. Carl Milles gab nicht auf, Olga lernte ihn zu schätzen, bereits im Jahr 1900 kam es dann zur Verlobung zwischen den beiden Künstlern und 1905 heirate das Paar heimlich in München.

Ein Jahr später kam Olga Milles nach Lidingö und 1908 begann das Künstlerpaar am Aufbau des Millesgården, der sich mit den Jahren in einen Skulpturenpark verwandelte. Während Carl Milles sich immer als Genie empfand und kaum Grenzen sah, war Olga Milles in ihrer Kunst extrem selbstkritisch und unsicher, was auch zu einem eigenartigen Verhältnis zwischen den beiden Künstlern führte, denn zahlreiche Werke des Ehemanns sind stark von Olga Milles beeinflusst, denn ihr Ehemann hielt Olga für die einzige künstlerische Ratgeberin seiner Werken, die sein Schaffen verstand und erfühlte. Da sich die Künstlerin in Schweden nie wirklich wohl fühlte, lebte das Paar dann 20 Jahre in den USA, ging nach der Rückkehr nach Rom, und, als Carl Milles 1955 starb, kehrte Olga nach Österreich zurück. Nach ihrem Tod am 3. Januar 1967 kehrte erst ihre Asche zurück zum Millesgården.


24. Januar 1652: Gränna im Småland erhält die Stadtrechte
24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen
24. Januar 1861: Die schwedische Künstlerin Hellewi Kullman
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau
24. Januar 1969: Das Ansichtsregister der schwedischen Sicherheitspolizei Säpo
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. April 2016

Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles

Ruth Milles, geborene Andersson, kam am 19. April 1873 in Vallentuna zur Welt und geriet gewissermaßen in den Schatten ihres Bruders Carl Milles, obwohl Ruth, im Gegensatz zu ihrem Bruder sogar eine künstlerische Hochschulausbildung aufweisen konnte, denn die Künstlerin besuchte von 1892 bis 1893 die Tekniska Skolan in Stockholm um verbrachte anschließend vier weitere Jahre an der Königlichen Kunstakademie. 1998 zog Ruth Milles nach Paris, wo sich ihr Bruder bereits seit einem Jahr aufhielt, und unternahm von dort aus, mehrere Studienreisen, insbesondere nach Deutschland.

In Frankreich arbeitete Ruth Milles sehr eng mit ihrem Bruder zusammen und gemeinsam gründeten sie eine Firma, die kleinere Bronzeskulpturen verkaufte. Die meisten dieser Skulpturen stellten Kinder oder Sagenfiguren dar. Bereits 1903 erkrankte die Künstlerin jedoch an Tuberkulose, kehrte daher nach Schweden zurück und richtete sich ein Atelier auf Lidingö ein, das sie zeitweise mit Olga Milles, der Ehefrau ihres Bruders, teilte. Die ersten Jahre auf Lidingö waren die produktivsten Jahre für Ruth Milles, denn sie wurde von Aufträgen geradezu überhäuft und verwirklichte, unter anderem, auch eine Büste von Jenny Lind.

Parallel zu diesen Aufträgen kamen Ausstellungen in Buenos Aires, Rom, San Francisco und zahlreichen anderen Städten. Ab 1916 wurde es für Ruth Milles jedoch immer schwieriger der Arbeit einer Skulpteurin nachzugehen und sie  begann sich mehr und mehr der Schriftstellerei zuzuwenden. Die Künstlerin beschränkte sich dabei nicht nur auf das Schreiben von Gedichten und Sagen, sondern illustrierte auch einige ihrer Werke. Im Jahre 1932, bereits schwer krank, zog Ruth Milles nach Rom, wo ihr nach einem kalten Brand auch ein Bein amputiert wurde. Die letzten Jahre ihres Lebens konnte sich Milles kaum noch bewegen und am 11. Februar 1941 starb die Künstlerin dann in Rom, wo sie auch begraben wurde.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Januar 2016

Der schwedische Künstler Carl Eldh

Als Carl Eldh am 26. Januar 1954 in Stockholm starb, gehörte er zu den bedeutendsten Skulpteuren Schwedens dessen öffentliche Werke im ganzen Land zu finden waren. Für die Nachwelt wurde Eldh sogar zum Symbol der Arbeiterbewegung, da er ursprünglich aus  sehr einfachen Verhältnissen kam und seine späteren Skulpturen eine große Stärke ausdrückten, die rein akademische Künstler um diese Zeit nicht erreichen konnten. Das letzte und größte Werk Eldhs, das Hjalmar Branting gewidmet ist, wurde bereits 1935 in Auftrag gegeben, 1947 gegossen und erst 1952 in Stockholm aufgestellt, zwei Jahre vor seinem Tod.

Carl Eldh kam am 10. Mai 1937 als Sohn eines Schmieds in Film im Uppland zur Welt und wuchs daher in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Für die Kunst entschied sich Eldh, nach mehreren verschiedenen Arbeiten, als er 19 Jahre alt war und er eine künstlerische Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, in Stockholm begann. Da sich der Künstler vor allem auf Ornamente von Bauwerken spezialisiert hatte, wurde er nach Abschluss seines Studiums als Ornamentskulpteur bei der Restaurierung der Domkirche in Uppsala  eingesetzt, was Eldh letztendlich nicht auf die Dauer befriedigte, da er eigene Werke schaffen wollte und nicht nur nach Anleitung von Architekten arbeiten wollte, die ihn als Kunsthandwerker schätzten.

Im Jahre 1897 begab sich Carl Eldh auf eine mehrjährige Studienreise nach Paris, die er vor allem durch den Verkauf eigener Holzschnitzereien finanzierte. Bereits 1900 repräsentierte der Künstler dann mit sein Werk Oskuld (Unschuld) Schweden auf der Pariser Weltausstellung und nach weiteren zwei Jahren Ausbildung an der Académie Calorossi erhielt er im Salon von Paris eine Goldmedaille für sein Werk Modersorg och Linnea. Während seine Arbeiten in Paris noch als gefühlsmäßig weich bezeichnet werden können, wurden die Skulpturen Eldhs nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1904 zu Monumenten, die Stärke und Kraft ausdrückten.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte Carl Eldh, neben Carl Milles und Christian Eriksson, zu den meist beschäftigten Skulpteuren Schwedens, wobei man einige seiner bedeutendsten Porträtbüsten im Garten der Stockholmer Stadthaus (Rathaus) sehen kann. Seiner Tochter Brita verdankt man, dass man heute im Bellevueparken in Stockholm auch das frühere Atelier des Künstlers besuchen kann. In diesem Museum findet man, außer den Werkzeugen des Künstlers und vielen Privatgegenständen, über 400 Arbeiten in Gips, Stein, Ton und Bronze, die den Besuchern das Schaffen Eldhs vor Augen führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Juli 2014

Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller

Mauritz Stiller kam am 17. Juli 1883 in einer russisch-jüdischen Familie unter dem Namen Moshe Stiller im finnischen Helsingfors (Helsinki) zur Welt, verließ Finnland jedoch bereits als Jugendlicher um sich in Stockholm zum Schauspieler auszubilden. Bis Stiller dann 1912 von Charles Magnusson als Regisseur für das Svenska Biografteatern engagiert wurde, arbeitete er vor allem in der schwedischen Hauptstadt, erst nur als Schauspieler, später auch als Theaterregisseur.

Mauritz Stiller, der neben Victor Sjöström, zu den bedeutendsten Regisseuren der schwedischen Stummfilmzeit gehört, zeigte sich während der ersten Jahre im Filmgeschehen  extrem produktiv, denn zwischen 1912 und 1916 zeichnete er für nicht weniger als 34 Filme unterschiedlichster Art. Sein vermutlich bedeutendstes Werk dieser Zeit war der Film Vingarne nach der Vorlage eines Romans von Herman Bang und der Skulptur Vingarne von Carl Milles. Die Rahmenhandlung des Filmes, die für das Verständnis des typisch schwedischen Filmes wichtig ist, wurde jedoch bei allen Vorführungen außerhalb Schwedens entfernt.

Im Jahre 1922 gründete Mauritz Stiller, gemeinsam mit Sjöström, die Filmproduktion AB Svensk Filminspelning und zwei Jahre später realisierte er seinen bekanntesten Film „Die Gösta Berling Saga“ nach einem Roman von Selma Lagerlöf, der auch Greta Garbo den Durchbruch brachte. Nur zwei Jahre später ging Stiller, mit Garbo am Schlepptau, nach Amerika um in Hollywood zu arbeiten. Mauritz Stiller blieb jedoch nur vier Jahre lang in den USA und kehrte 1928 schwer krank nach Schweden zurück. Am 18. November des gleichen Jahres starb der Regisseur dann in Stockholm.


17. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
17. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
17. Juli 1862: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
17. Juli 1917: Graböffnung und Untersuchung der Wunde von Karl XII.
17. Juli 1951: Der schwedische Musiker Jan Hammarlund

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 22. Mai 2014

Der schwedische Künstler Axel Wallenberg

Axel Wallenberg, oft nur Wallis genannt, wurde am 22. Mai 1898 als Sohn eines Dekorationsmalers in Nässjö geboren, begann eine Ausbildung als Buchhalter und arbeitete in verschiedenen Berufen bis er den Weg zur Kunst fand und sich in Abendkursen an der Tekniska skolan (Konstfack), der Althins målarskola und anderen Einrichtungen zum Künstler ausbildete. Als Wallenberg dann 1922 an der Kunstakademie in Stockholm zu studieren begann, hatte er das Glück Carl Milles als Lehrer zu haben, einen Künstler in dem er langsam einen Freund für das Leben fand.

Carl Milles vermittelte seinem Schüler Axel Wallenberg auch die ersten Aufträge als Skulpteur. Einer der ersten Aufträge war die Herstellung einer Kopie der Birgitta-Statue aus dem Jahre 1430, die man in der Klosterkirche in Vadstena finden kann. Da Wallenberg seinen Lehrer nicht enttäuschen wollte, hatte er den Wunsch ein Meisterwerk zu schaffen, das die Schönheit der Heiligen Birgitta ausdrücken sollte, aber da die Arbeit weitaus schwieriger war als der Künstler erst gedacht hatte, musste er sich fast drei Wochen lang auf diese Arbeit vorbereiten. Sein Werk in gemaltem Holz findet man heute in der Svenska Kyrkan in Helsinki (Helsingfors), die endgültige Bronzestatue in der Kirche San Lorenzo in Rom.

Während die Mehrheit der Skulpturen von Axel Wallenberg im klassischen Stil von Carl Milles geschaffen sind, begann der Künstler ab den 50er Jahren einen neuen Ausdruck in seiner Kunst zu suchen, was vor allem ab den 60er Jahren zu einem abstrakten Kunststil führt, der am deutlichsten im Werk Bågarna in Nässjö zu sehen ist. Da Axel Wallenberg sehr häufig in Milles Atelier auf Lidingö gearbeitet hatte, war es selbstverständlich, dass der Künstler nach dem Tod seines Lehrers im Jahre 1955 auch die Verwaltung des Millesgården übernahm. Wallenberg starb am 14. Januar 1996 in Danderyd bei Stockholm.


22. Mai 1640: Die Gründung der Stadt Kristianstad
22. Mai 1934: Sibylla, mehr als eine Gatukök in Schweden
22. Mai 1946: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald
22. Mai 1974: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
22. Mai 2011: Die Frauenkämpferin Eva Moberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. April 2014

Henric Westman und die Stadt Linköping

Als Henric Westman am 16. April 1937 im Linköpinger Stadtteil Valla starb, gab es kaum eine Person in Linköping, die nicht zumindest den Namen dieses Mannes kannte und noch heute gibt es keinen Besucher der Stadt, der nicht in irgendeiner Weise an Henric Westman erinnert wird, da dieser einer der bedeutendste Mäzene Linköpings war und seine Stiftungen noch heute einen Teil des Stadtbildes prägen. Kaum ein Besucher der Stadt wird das Valla Fritidsområde mit seinen Museeen und den historischen Bauwerken auf der Seite liegen lassen, das auf die Spenden Westmans zurückgeht.

Henric Westman war am 17. Dezember 1853 in einer sehr wohlhabenden Familie geboren worden und begann im Jahre 1873 ein Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch bereits nach zwei Jahren aufgab um eine militärische Karriere zu beginnen, die er dann jedoch ein Jahr nach dem Tod des Vaters im Jahre 1889 ebenfalls aufgab. Ab 1890 widmete sich Westman ganz dem sehr ausgedehnten landwirtschaftlichen Gut und engagierte sich in seiner Freizeit in den künstlerischen und historischen Vereinigungen Linköpings.

Ab 1903 beginnt Henric Westman die Stadt Linköping in Form von Stiftungen zu unterstützen, aber ihr auch sein persönliches künstlerisches Ideal aufzudrücken, denn insbesondere der Ida Westmans Fond und der Westman-Wernerska Fond, die heute über ein Kapital von knapp 300 Millionen Kronen verfügen, richten sich an die künstlerische Ausschmückung Linköpings durch Künster des Östergötland. Das bedeutendste Werk, das Westman finanzierte, ist der Folkungabrunnen auf dem Stora Torget (Marktplatz) in Linköping, der an das Folkungaätten, also die Zeit zwischen 1250 du 1364, erinnern soll und von Carl Milles geschaffen wurde, einem Künstler, der jedoch kaum eine Verbindung zur Region hatte.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch 
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden 
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Dezember 2013

Der schwedische Künstler Bror Marklund

Bror Marklund wurde am 3. Dezember 1907 in Husum, einem mittelgroßen Ort in der Nähe von Örnsköldsvik geboren. Nachdem die Eltern des Künstlers sehr früh starben, musste er frühzeitig ins Berufsleben einsteigen und wählte dafür eine Ausbildung zum Schreiner in Umeå. Seine Neigung ging dabei jedoch vor allem zur Holzschnitzerei, was auch dazu führte, dass er bereits 1926 als Ornamentalbildhauer in Stockholm einen Arbeitsplatz fand.

Nur zwei Jahre später bewarb sich Bror Marklund dann mit einigen seiner Holzschnitzereien an der Kunstakademie in Stockholm und hatte dort die Chance Carl Milles und Nils Sjögren als Lehrer zu erhalten. Seine Techniken und die Bearbeitung seiner Skulpturen werden bis heute sehr unterschiedlich gedeutet. Sicher ist jedoch, dass seine Studienreise nach Italien und Frankreich dabei eine wichtige Rolle spielten, da vieles in seinen Werken auf Einflüsse von Aristide Maillol, Pablo Picasso, aber auch von Henry Moore erinnert. Der Einfluss der nordischen Mythologie auf seine Skulpturen ist umstritten, denn der Künstler suchte mit seiner Symbolik von Gauklern, Gestalten im Sturm oder Mutter und Kind eher seine persönlichen Gefühle und Eindrücke als die bildhafte Darstellung der nordischen Mythologie.

Der Erfolg kam für Bror Marklund im Jahre 1938, als er eine Ausschreibung des Historischen Museums in Stockholm gewann an der sich nicht weniger als 42 zur damaligen Zeit bekannte Künstler beteiligt hatten. In den Bronzeportalen des Museums hat der Künstler all seine Symbolik eingearbeitet und eine Linie von der urnordischen Zeit bis zur Gegenwart geschlagen. Allein dieses Werk führte dazu, dass Bror Marklund anschließend als der bedeutendste Skulpteure des 20. Jahrhunderts betrachtet wurde. Seine Werke findet man in nahezu ganz Schweden, wobei man seine Skizzen und kleinere Arbeiten in seinem Atelier in Örnsköldsvik entdecken kann, das er vor seinem Tode mit all seinen dort befindlichen Werken der Stadt schenkte.


3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik 
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 21. November 2013

Der schwedische Künstler Gottfrid Larsson

Gottfrid Larsson wurde am 21. November 1875 auf einem kleinen Hof bei Skänninge, etwas nördlich von Mjölby, unter sehr einfachen Verhältnissen geboren, denn nach dem landwirtschaftlichen Konkurs seines Vaters wenige Jahre vor der Geburt des Jungen, versuchte um diese Zeit die Mutter die Landwirtschaft und den Hof mit viel Mühe zu übernehmen. Dass Gottfried der jüngste unter vier Geschwistern war, machte die Situation für ihn nicht gerade einfacher.

Zur Kunst kam Gottfrid Larsson über einen Umweg, denn mit 14 begann er eine Ausbildung als Holzschnitzer in einer Möbelfirma in Norrköping. Bereits ein Jahr später begann er seine Kenntnisse durch Abendkurse in der Ebersteinska Söndags- och Aftonskolan zu ergänzen und 1895 begann er in der Tekniska Skolan in Stockholm Kunst zu studieren und gab damit die Möbelschnitzerei ganz auf. Dort lernte der zukünftige Künstgler auch Carl Milles kennen mit dem er sein Leben lang befreundet blieb, auch wenn dieser bei allen Ausschreibungen sein größter Konkurrent war und ihm dabei nahezu alle Aufträge wegschnappte. Im Jahre 1900 erhielt Larsson ein Stipendium, das ihm einen zweijährigen Aufenthalt in Paris ermöglichte, wo er an der Académie Colarossi und der École des Beaux-Arts studierte.

Ab seiner Zeit in Paris nahm Gottfrid Larsson an zahlreichen Ausstellungen teil und spezialisierte sich auf die Monumentalskulptur. 1920 gründe der Künstler dann, parallel zu seiner freien Kunst, gemeinsam mit Edward Berggren eine Kunstschule in Stockholm an der Larsson bis 1932 Skulptur unterrichtete und seine Schüler auf die Kunstakademie vorbereitete. Öffentliche Skulpturen des Künstlers findet man heute vor allem in Stockholm, wobei man seiner Ehefrau Karen Waaler auch ein Skulpturmuseum in Vadstena verdankt in dem man 125 Skulpturen des Künstlers findet, aber auch zahlreiche Aufzeichnungen  und Arbeiten seiner ersten Jahre.


21. November 2003: The Pirate Bay, ein Feind der Plattenindustrie 
21. November 2005: Ein Tag ohne Musik in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. Dezember 2012

Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten

Am 23. Dezember 1980 starb Astri Taube, geborene Bergman, in Stockholm, eine Frau, die zu Beginn der 20er Jahre eine außerordentliche Zukunft als Künstlerin vor sich hatte und mit ihrer Ehe mit Evert Taube am 14. Januar 1925 freiwillig in den Schatten ihres Mannes trat. Astri Taube, die Tochter des Hofkunstgießers Herman Bergman, hatte Kunst in den bedeutendsten Kunststädten Europas studiert, so in Paris, Florenz, Rom und Neapel. Eine Zeit lang war sie auch Schülerin des bekannten schwedischen Künstlers Carl Milles.

Dass Astri Taube, die am 9. Dezember 1898 geboren worden war, während der Ehe mit Evert Taube die Kunst fehlte, konnte man nach ihrem Tod nur ihren Tagebüchern entnehmen, da sie nicht ein einziges Mal offen darüber sprach, sondern zur Perfektion die Ehefrau des Troubadours spielte. Ihre künstlerische Leistung kam ebenfalls erst retrospektiv zur Geltung, als das Röhsska Museum in Göteborg eine Ausstellung mit einem Teil ihrer Werke organisierte und Pia Schmidt de Graaf das Buch „Astri Bergman Taube“ veröffentlichte.

Vom 22. September bis zum 13. Januar 2013 präsentierte der Millesgården auf Lidingö die Ausstellung Astri och Evert, om kärleken till konsten und führt dabei das Leben der beiden Künstler zusammen, deren Liebesgeschichte für immer etwas mysteriös bleiben wird, denn Evert Taube verliebte sich mit 17 in ein neunjähriges Mädchen, das er 14 Jahre später in Florenz wiedertraf um sich mit ihr auf den Treppen der Kathedrale der italienischen Stadt zu verloben. Auf was Astri Taube tatsächlich verzichtete als sie sich für die Liebe entschied, das kann allerdings auch die Ausstellung im Millesgården dem Besucher nicht näher bringen.


23. Dezember 1943: Silvia Renate Sommerlalth wird in Schweden Königin
23. Dezember 1974: Lars Madsén, Radiojournalist und Schriftsteller der Dörfer 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. September 2012

Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens

Carl Milles, der bei Geburt noch Carl Andersson hieß, starb am 19. September 1955 im sogenannten Millesgården auf Lidingö, wo er sich regelmäßig im Sommer aufhielt und den er und seine Frau Olga Milles bereits 1936 in Form einer Stiftung dem schwedischen Volk geschenkt hatte. Die Anlage, die heute ein Skulpturengarten und ein Museum ist, war beim Tode von Carl Milles nahezu fertig, wobei man dort nicht nur Skulpturen findet, die der Künstler, aber auch seine Frau, in Schweden fertigte, sondern auch zahlreiche Werke, die in den USA entstanden.

Im Alter von 17 Jahren begann Carl Milles eine Schreinerlehre, wobei er jedoch unmittelbar Abendkurse am Konstfack (damals noch Technische Schule) in Stockholm besuchte, wo er nur drei Jahre später ganztägig zu studieren begann. Als er 1897 vom Verein der Kunsthandwerker ein Stipendium in Höhe von 200 Kronen erhielt, begab er sich nach Paris, wo er sich für mehrere Jahre niederließ und unter anderem an der Ecole des Beaux-Arts studierte. In Paris war er von den Arbeiten Auguste Rodins so beeindruckt, dass ihn diese Art der Skulptur nie wieder los ließ, was man beim Betrachten seiner Werke deutlich erkennen kann.

Carl Milles, der in Schweden als künstlerisches Genie betrachtet wird, und sich auch selbst als solches betrachtete, legte sich vor und während des Zweiten Weltkriegs mit allen damals als fortschrittlich betrachteten Journalisten und Medien Schwedens an, da er, im Gegensatz zur Mehrheit der Künstler und Journalisten der Zeit, ein absoluter Bewunderer von Hitler, Mussolini und Franco war, die in seinen Augen ein klares Ziel vor Augen hatten und ihre Länder "reinigen" würden. In diesem Rahmen verteidigte er auch jede völkerfeindliche Maßnahme dieser Staatsmänner. Im gleichen Jahr als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging wurde Carl Milles indes amerikanischer Staatsbürger.


Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer