Donnerstag, 2. Juni 2011

Urlaub und Urlaubsanspruch in Schweden

Ab 1931 verhandelten schwedische Gewerkschaften mit Unternehmen um eine Urlaubswoche, was in vielen Fällen zum Erfolg führte, wobei diese Urlaubswoche in der Regeln unmittelbar nach Mittsommer genommen werden musste. Erst zum 2. Juni 1938 wurde dann vom schwedische Parlament ein allgemeines Urlaubsrecht von 12 Tagen, also zwei Wochen, in Schweden eingeführt. Während dieser Urlaubstage wurden Löhne und Gehälter in normaler Höhe weiter bezahlt.

Die Sozialdemokraten Schwedens wollten das Urlaubsrecht jedoch von Beginn an ausdehnen, was dazu führte, dass Jugendliche unter 18 Jahren ab 1946 drei Wochen Urlaub gewährt wurde, was dann fünf Jahre später auf alle Arbeiter und Angestellte ausgedehnt wurde. Ab Januar 1978 hatte die sozialdemokratische Regierung dann den Urlaubsanspruch bereits auf fünf Wochen erhöht und während der Wahlpropaganda im Jahre 1988 versprachen sie selbst sieben Wochen Urlaub. Als jedoch 1991 der rechte Block die Führung Schwedens übernahm, wurden die Urlaubsansprüche wieder auf fünf Wochen reduziert und die Pläne der Sozialdemokraten auf Eis gelegt.

Heute hat, bis auf wenige Ausnahmen, jeder Schwede das Recht auf 25 Urlaubstage (fünf Wochen) im Jahr, wobei jedoch einige Gewerkschaften weitaus vorteilhaftere Bedingungen aushandeln konnten und Angestellte im öffentlichen Dienst Recht auf eine Gubbvecka haben, also eine Woche zusätzlichen Urlaub. Jeder Schwede hat das Recht vier Wochen seines Urlaubs zwischen dem 1. Juni und dem 31. August zu fordern. Sonderbedingungen bestehen jedoch insbesondere bei Zeitverträgen bei denen Angestellten der Urlaub ausbezahlt wird und das Unternehmen keinerlei Übereinkommen mit einer Gewerkschaft unterzeichnet hat.

Durch die verschiedenen Abkommen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern haben Schweden im Durchschnitt 33 Urlaubstage im Jahr, also drei Tage mehr als Deutsche, und haben damit europaweit den längsten Urlaub.

2. Juni 1761: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
2. Juni 1871: Torben Andreas Grut, Schlösser und öffentliche Bauten 

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Messetermine in Göteborg

Mittwoch, 1. Juni 2011

Rauchverbot in Schweden

Am 1. Juni 2005 führte Schweden ein Rauchverbot in Restaurants, Cafés und Bars ein, ausgenommen den Teilen, wo auf Terrassen Essen und Getränke serviert werden. Allerdings gehörte Schweden damit nicht zu den Vorreitern des Rauchverbots, da bereits der Papst Urban VII. Im Jahre 1590 ein Rauchverbot in den Kirchen durchsetzte und jenen, die sich dagenen widersetzten mit der Entkommunizierung drohte.

Auch in Deutschland gab es weitaus früher Rauchverbote, denn während des Zweiten Weltkriegs war es verboten in Schützengräben zu rauchen und zwischen 1941 und 1945 galt auch im öffentlichen Dienst in ganz Deutschland das Rauchverbot. Schweden wollte mit seinem Rauchverbot ein schwedisches System einführen und im Grunde nur das „Mitrauchen“ von Nichtrauchern unterbinden, also das Passivrauchen, nicht den Genuss von Tabak als solches.

Schweden macht zudem einen Unterschied zwischen Zigarette und Snus. Statistisch gesehen ist das Land daher ein Modellstaat, so lange man nur das Rauchen von Zigaretten, beziehungsweise rauchbarem Tabak, in eine Statistik aufnimmt, denn mittlerweile rauchen nur noch etwa 14 Prozent der Bevölkerung. Rechnet man jedoch Tabakgenuss als Gesamtheit, bezieht man also Snus ein, so landet Schweden nahezu am Ende der Liste, denn 26 Prozent der Schweden sind noch immer abhängig von Nikotin.

1. Juni 1676: Der Untergang der Stora Kronan vor Öland
1. Juni 2002: Schweden schafft den handyfreien Tag

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Dienstag, 31. Mai 2011

Gustav Vasa auf der Flucht

Im Jahre 1519 floh der spätere König Gustav Vasa aus seiner dänischen Gefangenschaft nach Lübeck um, erfolglos, Hilfe gegen die dänischen Invasoren zu suchen, die große Teile Schwedens in ihrem Besitz hatten. Am 31. Mai 1520 betrat Gustav Vasa dann bei Stensö, südlich von Kalmar, wieder schwedischen Boden, wo er sich jedoch nur an wenigen Stellen aufhalten konnte, da auch zahlreiche Schweden den dänischen König Kristian II. unterstützten.

Zu Beginn hielt sich Gustav Vasa im Schloss von Kalmar auf, das noch unter schwedischer Herrschaft lag, anschließend verschwinden seine Spuren bis September 1520, als Kristian II. in Stockholm einzog um Frieden mit Schweden zu schließen. Der Frieden artete zum Massaker aus bei dem nahezu alle Familienangehörigen Gustav Vasas getötet oder ins Gefängnis geworfen wurden. Der spätere schwedische König, der der dänischen Einladung nach Stockholm nicht gefolgt war, floh dann durch mehrere Teile Schwedens, was sich zum heutigen Vasalauf entwickelte.

Gustav Vasa ist vermutlich der König (1523 - 1560), der das heutige Schweden am meisten geprägt hat, zumal der Tag, an dem er zum König gewählt wurde, der 6. Juni 1523, noch heute der Nationaltag Schwedens ist. Gustav Vasa hat auch die heutige Erbmonarchie eingeführt und schuf ein zentral gesteuertes Schweden mit einer ausgeprägten Bürokratie. Im 19. Jahrhundert erklärte man Gustav Vasa zum Landesvater und damit einem Symbol Schwedens. Sein teilweise sehr brutales Handeln und Machtstreben wurde damals eher als Vorteils als als Nachteil gesehen.

31. Mai 1307: Halmstad wird zur Stadt
31. Mai 1899: Olle Hedberg, der Autor der den Absprung verpasste

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Montag, 30. Mai 2011

Die Arbeitslosenversicherung in Schweden

Am 30. Mai 1934 entschied sich das schwedische Parlament die schwedische Arbeitslosenversicherung gesetzlich zu regeln, ein Gesetz, das dann 1935 in Kraft trat. Allerdings gingen die Anfänge der Arbeitslosenversicherung bereits auf das Jahr 1885 zurück, als die Gewerkschaft der Drucker eine ausschließlich von Beiträgen finanzierte Versicherung anbot. Dieser Vorläufer diente jedoch lediglich dazu, den Mitgliedern einen Beitrag zu den Reisekosten zu bieten, damit sie an einem anderen Ort neue Arbeit finden konnte.

Das Gesetz von 1934 forderte von den Arbeitslosenversicherungen der Gewerkschaften, dass sie einheitliche Regeln verfolgten, was im Gegenzug dazu führte, dass sie staatliche Unterstützungen bekamen, damit die Auszahlung eines Arbeitslosengeldes an ihre Mitglieder garantiert war. Um ein Arbeitslosengeld zu bekommen, musste man über 16 Jahre alt sein, seine Beiträge über einen gewissen Zeitraum hinweg bezahlt haben, eine längere Epoche permanent gearbeitet haben und sich täglich beim Arbeitsamt einzufinden, sowie jede angebotene Arbeit akzeptieren. Insgesamt schlossen Ende der 30er Jahre etwas über 40.000 Personen eine Arbeitslosenversicherung ab.

Auch wenn sich im Laufe der Jahrzehnte die Gesetze zur Arbeitslosenversicherung mehrmals änderten und weitere Änderungen vorgesehen sind, so blieben bestimmte Regeln bis heute erhalten, unter anderem, dass der Abschluss einer Arbeitslosenversicherung freiwillig ist. Um ein Recht auf die Auszahlung eines Beitrag zu erwerben, musste man im Jahre 1935 insgesamt 12 Monate lang bezahlendes Mitglied einer Arbeitslosenversicherung sein und während des letzten Jahres vor der Arbeitslosigkeit mindestens 26 Wochen lang gearbeitet haben. Pro Woche konnte man jeweils für sechs Tage Arbeitslosengeld erhalten, was sich später auf fünf Tage verkürzte.

30. Mai 1940: Jan Lööf schafft eine Welt für Kinder
30. Mai 1958: Marie Fredriksson, die Sängerin von Roxette

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Sonntag, 29. Mai 2011

Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden

Am 29. Mai 1940 entschied das schwedische Parlament über die Einführung der Hemvärnet (Heimwehr), die nicht an den Grenzen des Landes aktiv werden, sondern für den Schutz des Hinterlandes und der Zivilbefölkerung zuständig sein sollte. Der Aufbau dieser Heimwehr wurde dem schwedischen Oberst Gustaf Petri erteilt, der dann bis 1947 auch der Chef der Hemvärnet blieb.

Der Grund für die Einrichtung einer Hemvärnet, die im Aufbau der staatlichen militärischen Organisation entspricht, war die Angst vor einem deutschen Überfall und die Tatsache, dass es nicht genügend Soldaten in Schweden gab, die Grenzen und Hinterland gleichzeitig schützen konnten. Der Hemvärnet konnten sich dagegen sowohl Personen über 47 anschließen, die nicht mehr für den Militärdienst geeignet waren und Jugendliche, die noch zu jung für eine Einberufung waren. Innerhalb kürzester Zeit schlossen sich in Schweden 90.000 Personen dieser paramilitärischen Organisation an um das Land gegen deutsche Angriffe zu verteidigen.

Während des Kalten Krieges erreichte die schwedische Hemvärnet mit 120.000 Freiwilligen ihren Höhepunkt, wobei sie jedoch noch bis Mitte der 90er Jahre ihre Waffen ausschließlich vom schwedischen Militär vererbt bekamen. Gegenwärtig versucht man die Hemvärnet, die mittlerweile über eigene Waffen und selbst eine eigene Marineeinheit verfügt und über 22.000 Freiwillige in 40 Bataillons verfügt, vor allem noch aufrecht zu halten. Die Ausbildung der Hemvärnet entspricht in großen Zügen der militärischen Grundausbildung der Armee.

29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck 

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Samstag, 28. Mai 2011

Selma Lagerlöf, Mitglied der Svenska Akademien

Nach über 150 Jahren männlicher Dominanz wurde Selma Lagerlöf am 28. Mai 1914 als erste Frau in die Svenska Akademien gewählt, die vermutlich bekannteste Schriftstellerin Schwedens, die auch die erste Frau war, der 1909 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde. Obwohl man Selma Lagerlöf immer mit Mårbacka (Värmland) in Verbindung bringt, so entstanden die größten ihre Werke jedoch in Falun (Dalarna).

Arvid Backlunds Selma Lagerlöf in Sunne

Selma Lagerlöf schrieb mit 33 ihren ersten Roman, die Gösta Berlings Saga, die das Bürgermilieu, in dem die Autorin auch aufwuchs, vor allem von der kritischen Seite zeigte, was ihr auch eine sehr geteilte Kritik einbrachte. Ihre christliche Prägung, die man in allen ihren Werken findet, beruht jedoch bereits auf ein Erlebnis in ihrer Kindheit. Als sie zehn Jahre alt war, wurde ihr Vater schwer krank. Um ihn zu retten, las Selma die gesamte Bibel und bat Gott, das Leben ihres Vaters zu verschonen. Der Vater lebte dann weitere 17 Jahre lang.

Auch politisch gesehen trat Selma Lagerlöf mehrmals an die Öffentlichkeit, so als starke Verfechterin des Wahlrechts für Frauen, als Mitbegründerin der schwedischen Folkpartiet und in ihrem Kampf gegen die Judenverfolgung in Deutschland in den 30er Jahren. Letzteres führte auch dazu, dass ihre Bücher während der Nazizeit in Deutschland verboten wurden. Der einzige negative Punkt, der ihr angelastet wird, ist, dass sie eine Verfechterin der Rassenbiologie gewesen sei.

28. Mai 1853: Carl Larsson, der volksnahe Maler Schwedens
28. Mai 1961: Die Skandale der Fotografin Elisabeth Ohlson Wallin

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Freitag, 27. Mai 2011

Die Krankenversicherung in Schweden

Obwohl die ersten Vorläufer einer Krankenversicherung in Schweden bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, entschied das schwedische Parlament erst am 27. Mai 1953 über eine obligatorische Krankenversicherung. Gleichzeitig wurde auch über eine allgemeine Pension beschlossen und aus dem Namen Sjukkassa (Krankenkasse) wurde der heutige Ausdruck Försäkringskassa (Versicherungskasse].

Auch wenn die ersten Krankenversicherungen in Schweden sehr früh geschaffen wurden, so entwickelte sich dieses System erst mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit verließen Knechte, Mägde und andere Dienstboten ihre Arbeitsstätten, die sie nicht nur gegen geringen Lohn arbeiten ließen, sondern ihnen bei Krankheit auch eine gewisse Absicherung boten. Mit dem Wechsel zu einem industriellen Arbeitsplatz stiegen zwar ihre Einkommen, aber sie sie wurden nur für geleistete Arbeit bezahlt und Arbeiter verarmten bei jeder längeren Krankheit.

1931 wurden dann die ersten Schritte unternommen um die hunderten von Krankenversicherungen Schwedens, die auch unterschiedliche Leistungen anboten, zu vereinen und das Grundsystem zu schaffen, das dann 1953 beschlossen und 1955 in Schweden als obligatorische Krankenkasse eingeführt wurde. Mit der 1931 erfolgten Umstellung wurden nicht nur staatliche Zentral-Krankenkassen für die langwierige Absicherung eingeführt und lokale Krankenkassen geschaffen, die bei Krankheit die ersten 21 Tage absichern mussten und für den Geldeinzug zuständig waren, sondern es wurde auch ein Schwangerschaftsgeld eingeführt, was insbesondere die Situation für größere Familien verbesserte.

27. Mai 1901: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
27. Mai 2010: Der Käsetag in Schweden

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