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Freitag, 1. Februar 2019

Der Offizier und Politiker Christian Anders Sundin

Als Christian Anders Sundin am 1. Februar 1886 im Alter von 69 Jahren in Stockholm starb, ging er sowohl als bedeutender Seestratege, als auch als Politiker in die schwedische Geschichte ein, allerdings nicht nur auf Grund seiner außerordentlichen Leistungen, sondern auch, weil Sundin das Glück hatte während einer Epoche in der Marine aktiv zu sein, die einen bedeutenden Umbruch darstellte, denn ab Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte sich der Schiffbau und es konnten erstmals Präzisionswaffen hergestellt werden, die entscheidend für die spätere Kriegsführung war. Sundin war damit einer der ersten hohen Offiziere, die diesen Umbruch erlebten und beeinflussten.

Christian Anders Sundin war am 3. Dezember 1816 in Augerum bei Karlskrona zur Welt gekommen und hatte ab seiner Kindheit eine Karriere als Seeoffizier vor Augen. Seine ersten Einsätze hatte Sundin bereits 1836 als Leutnant, wobei er einen sehr schnellen Aufstieg machte und unter König Karl XV. innerhalb von 15 Jahren vom Adjutanten bis zum Admiral aufstieg. Auch hierbei nimmt Sundin eine gewisse Sonderstellung ein, denn er leistete seinen Dienst nicht nur auf schwedischen Schiffen, denn er war auch drei Jahre lang auf englischen Schiffen unterwegs, unter anderem um am chinesischen Opiumkrieg teilzunehmen, und er konnte damit für Schweden wertvolle Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen, die der schwedischen Marine sehr dienlich waren.

Auch wenn Christian Anders Sundin immer wieder behauptete an politischen Entscheidungen nicht interessiert zu sein, so war er Stadtrat in Karlskrona, Landrat in der Region Blekinge und der Vorsitzende im Schulwesen in Karlskrona. In seiner Rolle als Politiker schuf Sundin ein neues Theater in „seiner“ Stadt, verbesserte das Schulwesen und setzte sich auch national für eine allgemeine Wehrpflicht in der Marine ein. Im Gegensatz zu anderen Politikern seiner Zeit, bevorzugte Sundin dabei jedoch die Diplomatie und Verbindungen, was ihm ermöglichte Änderungen ohne große Widerstände durchsetzen zu können.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1743: Generalgouverneur Johan Christopher Toll
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1853: Der schwedische Künstler Nils Blommér
1. Februar 1871: Der schwedische Geschichtswissenschaftler Holger Rosman 
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2018

Der Kriegsherr Johan af Puke

Johan af Puke kam am 16. Februar 1751 als Sohn eines Militärs zur Welt, wuchs jedoch ab seinem fünften Jahr in großer Armut mit seiner Mutter auf, da der Vater 1756 wegen einer Konspiration hingerichtet worden war. Als af Puke zehn Jahre alt war, schrieb er sich als Jungmatrose bei der Marine im Karlskrona ein, um dann 1765 als Bootsmann seinen regelmäßigen Dienst aufzunehmen. Ab 1770 diente af Puke erst für die holländische Flotte, anschließend für die Briten und, als er 1777 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Leutnant der schwedischen Kriegsmarine ernannt.

Der erste Krieg, an dem Johan af Puke dann auf schwedischer Seite teilnahm, war der Krieg gegen Russland, der 1788 ausbrach und zwei Jahre dauern sollte. Af Puke ging bei diesem Krieg vor allem damit in die Geschichte ein, dass die schwedischen Schiffe bei Viborg von der russischen Flotte in einer Bucht eingeschlossen worden war, woraufhin er von König Gustav III. gebeten wurde unter dem Einsatz seines Lebens den Ausbruch zu leiten, was der Kriegsherr auch tatsächlich verwirklichte, obwohl der Feind in der Übermacht war. Dieses Ereignis ging als der Viborgska gatloppet in der schwedischen Geschichte ein.

Nur neun Jahre später nahm Johan af Puke am nächsten Krieg teil, dem Finnischen Krieg, als er 1812, gegen Ende des Krieges, den Oberbefehl über die Flotte hatte, mit dem Auftrag den russischen Stärken bei Umeå in den Rücken zu fallen. Auf Grund einiger Fehlentscheidungen von Gustaf Wachtmeister, der die Truppen führte, musste af Puke jedoch unverrichteter Dinge zurückkehren. Johan af Puke, der am 21. April 1816 in Karlskrona starb, wurde 1813 Generalmajor und erhielt, in Hinsicht auf einen geplanten Feldzug gegen Norwegen, den Auftrag die schwedische Westküste auf eine Verteidigung vorzubereiten. Dies war af Pukes letzter militärische Einsatz, den zwei Jahre später nahm er vom Kriegsdienst abschied, nur ein Jahr vor seinem Tod.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. Juli 2015

Der Feldherr und Stadtplaner Clas Larsson Fleming

Als der Feldherr und Stadtplaner Clas Larsson Fleming am 26. Juli 1644 durch eine verirrte Kugel starb und in letzter Sekunde noch einen Nachfolger, Carl Gustaf Wrangel, als Befehlshaber der schwedischen Marine einsetzen konnte, ging er als einer der größten Kriegsherren in die schwedische Geschichte ein, aber auch als bedeutender Stadtplaner Stockholms, als Erneuerer der Kriegsmarine und Gründer von zwei Eisenhütten, obwohl Fleming auch derjenige war, der für den Untergang des Kriegsschiffes Vasa bei ihrer Jungfernfahrt verantwortlich war.

Clas Larsson Fleming, oft auch nur Klas Fleming oder Clas Fleming genannt, war i März 1592 in Willnäs, im heutigen Finnland, zur Welt gekommen und hatte nach seinen Studien an ausländischen Universitäten sehr schnell eine militärische Karriere gemacht, da er auf Grund seines Mutes König Gustaf II. Adolf während des Russischen Krieges (Ingermanländska kriget) positiv auffiel und dessen Vertrauen gewann. Fleming zeigte sich dabei jedoch nicht nur als ausgezeichneter Feldherr, sondern fertigte in seiner Eisenhütte auch die ersten Schwerte an, die bis dahin immer importiert werden mussten, und zeigte damit auch als Kaufmann und Fabrikant seine Einfallskraft.

In seiner Rolle als Stadthalter Stockholms konnte der in diesem Bereich völlig unerfahrene Clas Larsson Fleming auch seine bis dahin verborgenen Fähigkeiten als Stadtplaner unter Beweis stellen, wobei Fleming nicht nur das Straßennetz mit seinen verschiedenen Marktplätzen verbesserte, sondern auch die Jakobs Kirche und die Schleusen (Slussen) fertigstellte. Fleming gab Stockholm ein modernes Gesicht, obwohl der durch seine anderen Tätigkeiten, zum Beispiel in seiner Waffenschmiede, und Kriege relativ wenig Zeit für die Stadtplanung Stockholms aufwenden konnte. Fleming gilt in der schwedischen Geschichte als einer der gebildetsten Kriegsherren, der jeden seiner Schritte auf das Genaueste überlegte.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 5. Mai 2014

Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler

Carl August Ehrensvärd wurde am 5. Mai 1745 in Stockholm geboren und sollte nach dem Willen seines Vaters die militärische Laufbahn beschreiten. Als Ehrensvärd daher acht Jahre alt war, wurde er als Kadett in der Artillerie eingeschrieben, mit zehn begann er ein Studium an der Universität Uppsala und im Alter von 15 Jahren begann er vermutlich seine militärische Ausbildung, was auch dazu führte, dass er mit 17 Jahren bereits als Leutnant am Preußisch-Schwedischen Krieges in Pommern teilnahm.

Sehr früh hatte Carl August Ehrensvärd auch eine künstlerische Ausbildung, die damals auch die Architektur mit einschloss, erhalten, wenn auch mit dem Ziel beim Bau militärischer Anlagen, bei der Beratung im Schiffbau und der Planung von Kriegshäfen mitwirken zu können. Gerade diese Kunstausbildung war für Ehrenswärd das ganze Leben lang ein Problem, denn er fühlte sich vielmehr als freier Künstler als als militärischer Befehlshaber, was sich auch während seiner verschiedenen Auslandsreisen ausdrückte, denn jeder Aufenthalt führt ihn zu Kunstsammlungen, historischen Bauten und weniger zu den militärischen Anlagen, die er studieren sollte.

Da Carl August Ehrensvärd unter Gustav III. eine außerordentliche Karriere in der Marine machte, die mit dem Verlust bei der Schlacht bei Svensksund eine kurze Unterbrechung machte, gerieten seine Gemälde immer mehr in den Hintergrund, abgesehen von seinen erotischen Zeichnungen und Karikaturen, die heute noch viele Liebhaber finden. Um seiner militärischen Karriere nicht zu schaden hatte Ehrensvärd auch seine beiden künstlerischen Bücher Resa till Italien und De fria konstersa filosofi 1786 auch unter einem Pseudonym veröffentlicht. Nach dem Tode von Gustav III. wurde Ehrensvärd zum Generaladmiral der Marine ernannt, was ihn jedoch nicht davon abhielt enge Kontakt zu Johan Tobias Sergel und anderen Künstlern zu halten und sich verstärkt der Kunst zu widmen. Carl August Ehrensvärd starb am 21. Mai 1800 im Alter von 55 Jahren in Örebro.


5. Mai 1816: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens
5. Mai 1846: Der schwedische Erfinder Lars Magnus Ericsson
5. Mai 1862: Carl August Adlersparre, vom Dichter zum politischen Schriftsteller
5. Mai 1912: Die Olympischen Spiele in Stockholm
5. Mai 1939: Schweden und die Rechte der Frau
5. Mai 1984: Herreys, Schwedens erste Boyband, gewinnt den ESC

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Januar 2014

Die HMS Älvsnabben auf großer Fahrt

Die HMS Älvsnabben mit der Fahrzeugnummer M01 wurde am 19. Januar 1943 in Göteborg als Minenfahrzeug zu Wasser gelassen, wurde jedoch vor allem ab 1953 weltbekannt, da die schwedische Flotte ab diesem Jahr das Fahrzeug 25 Mal auf große Fahrt schickte, zu sogenannten Ausbildungsexpeditionen, die allerdings nicht nur der Ausbildung dienten, sondern auch die Stärke Schwedens symbolisieren sollten und eine Werbung für die Werftindustrie des Landes war.

Als man die HMS Älvsnabben im Jahre 1942 plante, so zeigten die Pläne noch ein Handelsfahrzeug. Aber noch während des Baus entschied dann der damalige schwedische Verteidigungsminister Per Edvin Sköld, dass das Schiff in ein Minenfahrzeug umgebaut werden musste. Das Ergebnis ist daher im Grunde eine Mischung aus Kriegsschiff und einem Frachter. Das Ende für die HMS Älvsnabben kam dann am 1. Juli 1982, als das Fahrzeug zur Verschrottung an Lindbladhs in Karlskrona verkauft wurde.

Der Name des Schiffes geht auf die Insel Älvsnabben in den Stockholmer Schären zurück, die mit ihrem natürlichen Hafen geschichtlich bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, als König Valdemar dort anlegte. Aber auch für die Hanse war dieser Hafen von großer Bedeutung und Gustav II. Adolf sammelte dort die Flotte um sein Heer nach Deutschland zu transportieren um beim 30-jährigen Krieg einzugreifen. Auch die Fähren auf dem Göta älv in Göteborg erhielten später den Namen Älvsnabben um an die Geschichte der HMS Älvsnabben zu erinnern, die einst auf Eriksberg in Göteborg gebaut worden war.


19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte Skalde 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens
19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultam
19. Januar 1937: Die schwedische Prinzessin Birgitta von Hohenzollern 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 25. November 2013

Die letzte Reise der HMS Visborg (A265)

Als die HMS Visborg am 22. Januar 1974 zu Wasser gelassen wurde, war sie, neben der HMS Älvsborg, nicht nur eines der beiden schwedischen Minenfahrzeuge, sondern sie war auch das Flaggschiff der schwedischen Marine. Das Fahrzeug behielt diese Aufgabe bis zum Jahre 1998, wurden dann jedoch umgebaut und ging dann an die 2. Streitflotte über, wechselte später zur 4. Streitflotte und blieb bis 2010 das Leitfahrzeug der schwedischen Marine, das auch die Aufgabe hatte alle anderen Kriegsschiffe des Landes zu unterstützen.

Die Umrüstung im Jahre 1998 erfolgte, weil es von der Verteidigung in dieser Zeit als unsinnig angesehen wurde ein Minenfahrzeug zu unterhalten, das im Grunde nur gebaut war um so schnell wie möglich Seeminen ins Wasser zu lassen um den Feind von einem Überfall abzuhalten, da es weder diesen Feind gab, noch aber das Schiff für eine moderne Kriegsführung geeignet war. 2010 war man dann der Überzeugung, dass die HMS Visborg völlig überflüssig sei und die Verteidigung wollte das Fahrzeug verkaufen.

Um den Verkauf zu fördern, nahm das Schiff Kurs nach Karlskrona und wurde am 25. November 2010 in einer offiziellen Feier aus dem Verkehr genommen. Zwei Jahre wartete die HMS Visborg dann im Hafen von Karlskrona erfolglos auf einen Käufer und man entschied sich schliesslich das Fahrzeug zu verschrotten, was sich jedoch als größeres Problem erwies, da die gesamte Isolation aus Asbest bestand. Im März 2013 wollte Stena Recycling das Fahrzeug zerlegen und alle Teile, außer dem Asbest, wiedergewinnen. Erst im September wurde das Fahrzeug dann jedoch nach Landskrona gebracht wo der Recyclingprozess in die Wege geleitet wurde, was jedoch wegen dem hohen Asbestanteil immer noch gewisse Probleme mit sich bringt.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein 
25. November 1909: Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. Juli 2013

Das schwedische U-Boot HMS Sjöormen

Am 31. Juli 1968 wurde der schwedischen Marine das U-Boot Sjöormen (Seeschlange), das bereits am 25. Januar 1967 zu Wasser gelassen worden war, geliefert und von dieser in Betrieb genommen, eine völlig neue Art von U-Booten, das mehrere Wochen unter der Wasseroberfläche bleiben konnten und einen völlig neuen Antrieb hatten. Die HMS Sjöormen war auch etwas kürzer als die vorher benutzten U-Boote, hatte dafür jedoch zwei Etagen. Die Sjöormen erinnerte in vielen Punkten an des amerikanische Versuchs-U-Boot USS Albacore, ein U-Boot, das die Vorlage für jedes moderne U-Boot wurde.

Die HMS Sjöormen gehörte zu einer eigenen Klasse an schwedischen U-Booten von denen insgesamt fünf Exemplare gebaut wurden, wobei die Sjöormen, die Sjölejonet und die Sjöhunden in Malmö gebaut wurden und die Sjöhästen und die Sjöbjörnen auf der Werft in Karlskrona. Im Grunde wollte die Marine weitaus mehr dieser U-Boote einsetzen, aber die extrem hohen Herstellungskosten machten die Pläne unmöglich. Jedes der U-Boote hatte sechs Rohre für Torpedos und war, auf Grund der russischen Bedrohung während des Kalten Krieges, auch für taktische Kernwaffen vorgesehen.

Als die Sjöormen und ihre vier Geschwister im Jahre 1997 an Singapur verkauft wurden, da sie für schwedische Verhältnisse als veraltet galten, begann für die fünf U-Boote eine neue Karriere, denn sie wurden die ersten U-Boote der Marine des Landes Sigapur. Allerdings wurden die fünf Boote erst noch auf tropische Verhältnisse umgerüstet und erhielten neue Namen. Die Sjöormen ist daher heute unter dem Namen RSS Centurion unterwegs und operiert vor allem in Küstennähe.


31. Juli 1940: Karl Gerhards Revue „Lite Gullregn“ erregt in Schweden Aufsehen 
31. Juli 1966: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg

Mittwoch, 24. Juli 2013

Die Skeppsholmskyrkan in Stockholm

Auch wenn man noch heute in Stockholm von der Skeppsholmskyrkan spricht, die genauer genommen Carl Johans kyrka hieß, so finden dort schon lange keine Messen mehr statt, denn das unter Denkmalschutz stehende Gebäude trägt seit 2009 den Namen Eric Ericsonhallen und ist seit dem 5. Dezember 2001 offiziell ein Profanbau in dem sich heute eine Konzerthalle befindet und das internationale Chorzentrum Eric Ericson International Choral Centre seinen Hauptsitz hat.

Die Skeppsholmskyrkan wurde im Jahre 1824 als Kirche für die schwedische Marine gebaut und sollte die kurz zuvor abgebrannte Holmkyrkan, eine einfache Holzkirche, ersetzen. Auch wenn die Kirche bereits im Jahre 1833 ihre typische Kuppel erhalten hatte und damit fertiggestellt war, wurde sie erst am 24. Juli 1842 eingeweiht, nachdem auch der kleine Turm auf der höchsten Stelle der Kuppel noch errichtet war.

Der Erbauer der Skeppsholmskyrkan, der militärische Architekt Fredrik Blom, ließ sich bei dem achteckigen Bau sowohl vom Pantheon in Rom als auch der Trefaldighetskyrkan in Karlskrona inspirieren und griff bei Bau zu einem neuantiken Stil. Im Gewölbe am Eingang wurden nach dem Zweiten Weltkrieg einige Erinnerungssteine eingemauert, die an die Toten der schwedischen Marine erinnern sollen, die während ihrem Bereitschaftsdienst ums Leben kamen, insbesondere an jene, die am 17. September 1941 bei der Explosion mehrerer Kriegsschiffe in Stockholm starben.


24. Juli: Kristina, ein unveränderlicher Namenstag in Schweden 
24. Juli 1719: Russische Galere greift Nyköping an

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. Juli 2013

Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi

Als am 9. Juli 1790 die Schlacht bei Svensksund oder, wie sie im Finnischen heißt, bei Ruotsinsalmi, zwischen der russischen und der schwedischen Marine ausbrach, einer Bucht bei Kotska, konnte niemand ahnen, dass dies, historisch gesehen, die bedeutendsten Seeschlacht Schwedens werden sollte. Natürlich darf man dabei die Zusammensetzung der beiden Flotten nicht mit den heutigen vergleichen, denn damals nahmen die unterschiedlichsten Schiffe daran teil und letztmals in der Geschichte Schwedens auch die Galeeren.

Als die Schlacht begann, lagen die schwedischen Schiffe in der Bucht und waren in einer reinen Verteidigungsposition, so dass sich die russische Marine bereits darauf vorbereitete, die schwedischen Schiffe zu gewinnen, aber einige taktische Fehler verhalfen dann den Schweden zum Sieg und dazu, dass zahlreiche russischen Schiffe mit der Besatzung versenkt wurden ohne dass den Schweden viel geschah.

Wenn man die Anzahl der Schiffe berücksichtigt, die an der Schlacht bei Svensksund beteiligt waren, so handelt es sich um die größte Seeschlacht der schwedischen Geschichte. Gleichzeitig handelt es sich jedoch auch um den größten Sieg, den die schwedische Flotte je erzielte, wobei dieser Sieg auch dafür entscheidend war, dass Schweden einen sehr positiven Friedensvertrag aushandeln konnte, und dies nach nur zwei Tagen an Kämpfen.


9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden 
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 1. Juli 2013

HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine

Am 1. Juli 1987 ging die Geschichte der Kreuzer der schwedischen Marine zu Ende, denn ab diesem Tag war auch die HMS Halland nicht mehr im Betrieb und wartete auf die Verschrottung, ein Kriegsschiff der Hallandklasse, das seit den 70er Jahren das Leitfahrzeug der schwedischen Zerstörer war. Kaum ein Jahr später wurde dieses schwedische Prestigeschiff dann nach Spanien verkauft, wo es verschrottet wurde. Heute existieren nur noch einige wenige Modelle in Miniatur der HMS Halland.

Der Zerstörer HMS Halland war einst  in den Götaverken in Göteborg gebaut worden und wurde am 16. Juli 1952 zur See gelassen. Dort erhielt das Fahrzeug den Namen Prins Bertil und wurde fast drei Jahre lang für Kriegszwecke aufgerüstet so dass es am 8. Juni 1955 einsatzbereit an die schwedische Marine übergeben werden konnte. Bis 1982 sollte die HMS Halland, zu Beginn gemeinsam mit dem Schwesterfahrzeug HMS Småland, unterwegs sein, wobei die HMS Halland und die HMS Småland die ersten Militärschiffe weltweit waren, die mit Robot-08-Spezialflugkörpern von Saab ausgerüstet waren.

Die HMS Halland war so gebaut, dass die Mannschaft jede Stelle des Schiffes erreichen konnte ohne ins Freie zu müssen, was man als Sicherheit dafür ansah, dass die Mannschaft bei einem eventuellen Atomkrieg nicht von radioaktiven Abfällen getroffen werden kann. Während des kalten Krieges mit Russland wurde das Fahrzeug auch einige Male bei der U-Boot-Jagd eingesetzt. Gegen Ende ihres Lebens unternahm die Marine noch einige längere Ausbildungsreisen mit der HMS Halland, wobei jedoch wegen der enorm hohen Kosten, die das Fahrzeug forderte, keine zu langen Strecken zurückgelegt wurden.


1. Juli 1855: Die erste Briefmarke Schwedens 
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Oktober 2012

Der schwedische Zerstörer HMS Småland

Am 23. Oktober 1952 wurde der schwedische Zerstörer HMS Småland der Halland Klasse in Göteborg zu Wasser gelassen, nur drei Monate nach der Schwester HMS Halland, den beiden größten und schlagkräftigsten Zerstörer der schwedischen Flotte, die je gebaut wurden. Allerdings dauerte es noch weitere vier Jahre bis der Zerstörer vollkommen ausgerüstet war und an die schwedische Verteidigung geliefert werden konnte. Bis die HMS Småland dann 1979 in Karlskrona aus dem Dienst genommen wurde, wurde der Zerstören noch dreimal modernisiert.


Der Zerstörer HMS Småland wurde von der Eriksbergs Mekaniska Verkstads AB in Göteborg gebaut und wurde vom Admiral Helge Strömbäck auch am 23. Oktober 1952 getauft. Ab 1970 waren die HMS Småland und die HMS Halland die Leitfahrzeuge von zwei Flottillen, auch wenn sie nie in einem Krieg eingesetzt wurden. Seit 1987 ist die HMS Småland Teil des Göteborgs Maritima Centrum und bildet das größte Militärschiff Skandinaviens, das als Museumsfahrzeug besichtigt werden kann.

Wenn man die HMS Småland besucht, so sieht man unmittelbar, das zwischen den Zerstörern von vor 50 Jahren und den heutigen militärischen Fahrzeugen Welten liegen, und das nicht nur hinsichtlich der Bewaffnung, denn die HMS Småland hatte noch einen Antrieb, der aus zwei Dampfturbinen bestand. Das Wasser erreichte eine Temperatur von 420 Grad und der Druck lag bei 40 Bar, was bedeutete, dass eine Leistung von 58.000 PS erreicht wurde und der Zerstörer eine Geschwindigkeit von 35 Knoten erreichte, was knapp 65 Kilometern pro Stunde entspricht.


23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Mai 2011

Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden

Am 29. Mai 1940 entschied das schwedische Parlament über die Einführung der Hemvärnet (Heimwehr), die nicht an den Grenzen des Landes aktiv werden, sondern für den Schutz des Hinterlandes und der Zivilbefölkerung zuständig sein sollte. Der Aufbau dieser Heimwehr wurde dem schwedischen Oberst Gustaf Petri erteilt, der dann bis 1947 auch der Chef der Hemvärnet blieb.

Der Grund für die Einrichtung einer Hemvärnet, die im Aufbau der staatlichen militärischen Organisation entspricht, war die Angst vor einem deutschen Überfall und die Tatsache, dass es nicht genügend Soldaten in Schweden gab, die Grenzen und Hinterland gleichzeitig schützen konnten. Der Hemvärnet konnten sich dagegen sowohl Personen über 47 anschließen, die nicht mehr für den Militärdienst geeignet waren und Jugendliche, die noch zu jung für eine Einberufung waren. Innerhalb kürzester Zeit schlossen sich in Schweden 90.000 Personen dieser paramilitärischen Organisation an um das Land gegen deutsche Angriffe zu verteidigen.

Während des Kalten Krieges erreichte die schwedische Hemvärnet mit 120.000 Freiwilligen ihren Höhepunkt, wobei sie jedoch noch bis Mitte der 90er Jahre ihre Waffen ausschließlich vom schwedischen Militär vererbt bekamen. Gegenwärtig versucht man die Hemvärnet, die mittlerweile über eigene Waffen und selbst eine eigene Marineeinheit verfügt und über 22.000 Freiwillige in 40 Bataillons verfügt, vor allem noch aufrecht zu halten. Die Ausbildung der Hemvärnet entspricht in großen Zügen der militärischen Grundausbildung der Armee.

29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck 

Copyright: Herbert Kårlin