Montag, 14. Mai 2012

Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt

Am 14. Mai 1981 wurde im schwedischen Parlament entschieden, dass die Zeichensprache als Muttersprache für Taube gilt, was bedeutet, dass die Zeichensprache von diesem Tag an nicht nur als Minoritätensprache des Landes anerkannt wurde, sondern auch alle Taube das Recht bekamen diese Sprache als Hauptsprache zu verwenden und die öffentlichen Ämter jemanden beschäftigen müssen, der sich in dieser Sprache mit tauben Besuchern verständigen kann, eine Bedingung, die allerdings bis heute nicht vollständig umgesetzt wurde.

Mit diesem Beschluss wurde die alte malerische Zeichensprache in Schweden von einer allgemeinen und nationalen Zeichensprache ersetzt, die auch eine vollständige Grammatik besitzt. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die schwedische Zeichensprache nur innerhalb der schwedischen Grenzen einheitlich ist und in anderen Ländern nicht verstanden wird. Hinzu ommt, dass die Grammatik nichts mit der sonst in Schweden benutzten Grammatik zu tun hat. Die schwedische Zeichensprache verfügt auch über einige regionale Dialekte, die vor allem von der besuchten Schule abhängen.

Da es in Schweden rund 10.000 taube Personen gibt, geht man davon aus, dass insgesamt 30.000 Personen die Zeichensprache regelmäßig, vor allem innerhalb der Familie, zur Kommunikation verwenden. Allerdings sollte man dabei nicht vergessen, dass die Zeichensprache nur eine gesprochene Sprache ist und in keiner Weise geschrieben werden kann. Wenn sich Taube auf Entfernung unterhalten wollen, so benutzen sie meist Video oder auch Webcams. In den letzten Jahren hat sich die Zeichensprache in Schweden so verbreitet, dass auch einige Theater einzelne Vorstellungen in Zeichensprache anbieten. Auch die Svenska Kyrkan versucht grundsätzlich Hochzeiten, Taufen und auch Gottesdienste in Zeichensprache abzuhalten.


14. Mai 1931: Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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