Samstag, 26. Mai 2012

Karolina Widerström, die erste Ärztin Schwedens

Obwohl es Frauen ab 1870 erlaubt war sich an schwedischen Universitäten einzuschreiben und auch Medizin zu studieren, dauerte es bis zum 26. Mai 1888, dass auch die erste Schwedin alle Hürden genommen hatte um als Ärztin anerkannt zu werden. Im Alter von 32 Jahren präsentierte sich Karolina Widerström, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen, im Karolinska Institutet in Stockholm zur Abschlussprüfung, wobei sie sich entschlossen hatte sich auf Frauenkrankheiten zu spezialisieren.

Aber auch wenn Karolina Widerström eine Praxis hatte, so war ihr wichtigstes Ziel die Vorbeugung bei Frauenkrankheiten, die sie in gewisser Weise in Zusammenhang mit einer notwendigen Sexualaufklärung sah, da sich zu jener Zeit sehr viele Geschlechtskrankheiten auf Grund von schlechter Hygiene und Unkenntnissen der weiblichen Anatomie verbreiteten. Sie forderte ebenfalls eine gesündere Kleidung für Frauen, die die Verbreitung von Bakterien weniger fördert.

Bei ihren Bemühungen um sexuelle Aufklärung hatte sie zum Ziel gemacht sowohl Mädchen als auch Jungen so früh wie möglich aufzuklären, was in jenen Jahren mit großen Widerständen verbunden war. Immerhin gelang es Karolina Widerström ab 1887 ihre Kenntnisse in weiblicher Hygiene, also den Schutz vor Krankheiten, die Funktion des weiblichen Körpers und den Schutz vor Schwangerschaft an Lehrerinnen und Mädchen der Oberstufe weitergeben zu dürfen. 1907 war dann Sexualunterricht in allen Stockholmer Mädchenschulen Pflicht und 1921 hatte die Bewegung das ganze Land erreicht, allerdings immer noch beschränkt auf die Mädchenschulen.


26. Mai 1879: Der Streik von Sundsvall, der erste Großstreik Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc, Autor und Literaturwissenschaftler

Copyright: Herbert Kårlin

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