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Sonntag, 28. April 2019

Der Architekt und Filmroduzent Vilhelm Bryde

Vilhelm Bryde kam am 28. April 1888 als Sohn eines Händlers in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1905 an den Abendkursen der Technischen Schule ein, begann dann jedoch noch Ende des gleichen Jahres eine Ausbildung an der Schule für Baumeister. Im April 1909 legte Bryde sein Examen ab und begann als Bauzeichner und Architekt zu arbeiten, obwohl er wenig Interesse an diesem Beruf zeigte. Ein Jahr später begann Bryde daher an der Schauspielschule des Dramaten eine Ausbildung zum Schauspieler und wurde 1911 am gleichen Theater als Schauspieler übernommen.

Nach seinem Engagement am Dramaten, wechselte Vilhelm Bryde 1913 zum Svenska Teatern, an dem er sechs Jahre lang auf der Bühne stand. Im Jahr 1919 wechselte Bryde dann zur Svensk Filminduistri, jedoch nicht als Schauspieler, sondern als Bühnendekorateur. In diesem Rahmen war er auch für die Kulissen der Filme Karin Ingmarsdotter und Gösta Berlings Saga verantwortlich. Vier Jahre später war Bryde Direktor und Produktionschef der Studios in Råsunda, ab 1930 war er Direktor der Svensk Filmindustri und ab 1933, bis zu seiner Pensionierung, wurde er Direktor sämtlicher Stockholmer Kinos der SF (Svensk Filmindustri).

Auch wenn Vilhelm Bryde in über 100 Rollen auf der Bühne stand, 15 Rollen in Filmen spielte und mit Gösta Ekman die Regie für den Film En erfekt gentleman hatte, so wurde Bryde nie für seine Leistungen als Schauspieler bekannt, sondern für seine Fähigkeit Kulissen jeder denkbaren Situation anzupassen, wobei Bryda auch für den Übergang vom Stummfilm auf den Tonfilm verantwortlich war, eine Leistung, die die gesamte Geschichte des schwedischen Films veränderte. Vilhelm Bryde starb am 26. April 1974 im Alter von 85 Jahren in Stockholm.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1883: Der Schriftsteller und Zeichner Johan Herman Hofberg
28. April 1932: Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Februar 2016

Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor

Als Hasse Ekman am 15. Februar 2004 im Krankenhaus im spanischen Marbella starb, ging er als einer der produktivsten Regisseure und Schauspieler in die schwedische Geschichte ein, denn er führte bei 41 Filmen Regie und stand für 51 Filme vor der Kamera. Hasse Ekman ist sowohl im Theater als auch der Filmwelt bis heute eine Symbolfigur der 40er und 50er Jahre, was oft auch damit verbunden wird, dass Ekman für einige seiner Filme das Manuskript schrieb, die Regie führte und auch noch die Hauptrolle spielte, was in der schwedischen Filmgeschichte geradezu als einmalig betrachtet werden kann.

Hasse Ekman war am 10. September 1915 unter dem Namen Hans Ekman als Sohn des legendären Schauspielers und Theaterdirektors Gösta Ekman in Stockholm zur Welt gekommen und hatte sich mit 17 Jahren dazu entschieden eine wichtige Rolle im schwedischen Film zu spielen. Mit 20 Jahren ging er nach Hollywood um dort Film zu studieren. Als Ekman ein Jahr später nach Schweden zurückkehrte, erhielt er unmittelbar seine erste Nebenrolle im Film und stand neben seinem Vater und Ingrid Bergman bei Intermezzo vor der Kamera, gleitet vom Regisseur Gustaf Molander.

Es sollten nur vier Jahre vergehen bis Hasse Ekman seinen ersten eigenen Film Med dej i mina armar präsentierte. Allerdings war Ekman nicht nur im Film aktiv, sondern führte auch im Theater Regie, dem er sich ab den 60er Jahren mehr und mehr zuwandte, da er sich im damals modernen Film nicht mehr wohl fühlte. 1964 zog sich Ekman dann ganz von der Filmwelt zurück und führte nur noch gelegentlich Regie am Theater. Auch privat änderte sich in dieser Zeit das Leben des Regisseurs, Schauspielers und Filmers, denn er verkaufte seine gesamte Kunstsammlung um sich ein Leben in Marbella aufbauen zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 21. Dezember 2015

Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Als Karin Ekelund am 21. Dezember 1976 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, war ihre Karriere als Schauspielerin bereits Geschichte, denn ihr letzter Film Så tuktas kärleken, der bereits als Comeback-Film gilt, stammte aus dem Jahre 1955. Diese Abkehr aus der Film- und Theaterwelt hatte insbesondere mit  Ehe mit Ragnar Sachs, dem damaligen Geschäftsführer des renommierten schwedischen Kaufhauses NK zu tun den sie 1951 geheiratet hatte, denn es kostete viel Überredungskunst um die Schauspielerin 1955 für neue Dreharbeiten zu gewinnen.

Karin Ekelund war am 26. Mai 1913 als Tochter eines Studienrates in Ystad zur Welt gekommen und wollte nach ihrer Hochschulreife eigentlich Medizin studieren. Olof Molander konnte Ekelund jedoch davon überzeugen eine Rolle in Det stora bygget zu übernehmen, das 1930 während der Stockholmausstellung aufgeführt wurde. Die Folge davon war, dass Ekelund sich von der Medizin abwandte und noch im gleichen Jahr in der Schauspielschule im Dramaten aufgenommen wurde. Nach ihrer dreijährigen Ausbildung blieb Ekelund noch ein Jahr am Dramaten um jedoch bereits ein Jahr später von Gösta Ekman im Vasateatern engagiert zu werden. Es folgten das Oscarsteatern und 1944 schließlich das Stadttheater in Malmö.

Karin Ekelund spielte in diesen Jahren sowohl auf der Theaterbühne als auch im Film, wobei sie im Film, als schlanke, große und blonde Frau, auch das Idealbild einer Schwedin war und sehr viel zum Ruf der blonden Schwedin beitrug. Ihre Rollen waren oft dem Aussehen entsprechend mit nordischen Charaktereigenschaften verbunden, da dies die Filme auch zum Exportschlager werden ließ, jedoch die Schauspielerin in eine Nische drängte. Besonders zu bemerken ist, dass Karin Ekelund 1961 als erste Frau Schwedens als Regisseurin und Produzentin für die Hörspielabteilung des Staatsfunks Sveriges Radio eingestellt wurde.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1610: Katarina Vasa gewinnt Einfluss in Ostfriesland
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1875: Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 22. November 2015

Der Schriftsteller und Regisseur Harald Molander

Als Harald Molander am 22. November 1900 in Stockholm starb, galt er als Erneuerer des schwedischen Theaters, auch wenn man heute seine Leistung weitaus weniger hochhebt wie zu jener Epoche, denn Molander hatte eine Neigung zur historischen Realität und klare Vorstellungen zum Aufbau eines Stückes, was wenig Individualität zuließ. Die Stücke, die der Regisseur auf die Bühne brachte, waren zudem gezeichnet von hohem Aufwand, relativ viel Technik und pompöser Staffage, was jedoch in dieser Zeit, als Operetten ihren Höhepunkt hatten, sehr gut beim Publikum ankam.

Harald Molander kam am 17. März 1858 in Stockholm zur Welt und wurde von seinen Eltern sehr früh zur Literatur gebracht in denen Theaterspiele im Vordergrund standen. Auf diese Wiese lernte Molander seinen asthmatischen Problemen in eine Parallelwelt zu entfliehen. 1877 begann der Regisseur ein literarisches Studium an der Universität Uppsala, das er jedoch wenig ernst nahm, denn er beteiligte sich mehr am Studententheater als an Vorlesungen und brach das Studium letztendlich auch ab um 1881 als Dramatiker mit der Komödie Rococo am Dramatischen Theater zu beginnen. Nur drei Jahre später wurde Molander dann als Regisseur am Nya Teatern in Stockholm beschäftigt und 1886 war er Direktor des Schwedischen Theaters in Helsingfors (Helsinki).

Nach mehreren Jahren an führenden Theatern wurde Harald Molander im Jahre 1898 von Albert Ranft als Direktor im Svenska Teatern eingesetzt. An diesem Theater konnte der Regisseur dann auch sein wenige Jahre vorher geschriebenes Buch En lyckoriddare dramatisieren und auf die Bühne bringen, ein Werk, das 21 Jahre nach seinem Tod von John W. Brunius mit Gösta Ekman in der Hauptrolle verfilmt wurde. Trotz dieses Erfolgs gelang es Harald Molander nicht seine beiden Träume zu verwirklichen, nämlich als überragender Literat und Dramatiker in die Geschichte einzugehen, da er sich aus den Normen der Zeit nicht lösen könnte und wenig Persönlichkeit zeigte, sondern überragende Kenntnisse und Wissen in den Vordergrund traten.


22. November 1595: Das Vadstena Kloster wird aufgelöst
22. November 1758: Carl Birger Rutström, Reichsantiquar und Medizinalrat
22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1906: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin
22. November 2009: Thomas Brylla, Sport im Jugendbuch und im Kriminalroman

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. November 2015

Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst

Sigge Fürst kam am 3. November 1905 als Sohn eines Polizisten unter dem Namen Sigurd Fürst in Stockholm zur Welt. Nach seiner Hochschulreife im Jahre 1925 entschied sich Fürst, trotz seinem Interesse für Musik und Theater, den Spuren seines Vaters zu folgen und machte eine Ausbildung zum Polizisten. Der Beruf sollte ihn jedoch nur bis 1930 halten, bis Fürst, ohne jede schauspielerische Ausbildung, von Pauline Brunius und Gösta Ekman dem Älteren im Oscarsteatern (Oskartheater) engagiert wurde um dort mehrere kleinere Rollen zu spielen. Gleichzeitig mit seiner Theatertätigkeit arbeitete Fürst auch immer wieder für das Radio, das ebenfalls eine Faszination auf den Künstler auswirkte.

Nachdem Sigge Fürst Mitte der 30er Jahre nahezu ständig auf Tournee in den schwedischen Volksparks war, arbeitete er in den 40er Jahren auf mehreren kleineren Bühnen Stockholms, vor allem im Intima teatern, wo er in Tolv edsvurna män auch eine Hauptrolle hatte, einem Stück, das über 500 Aufführungen zählte. Zu Beginn der 60er Jahre wurde Fürst von Ingmar Bergman entdeckt, der den Schauspieler an das Dramaten holte und ihm wichtige Charakterrollen übergab. Fürst war um diese Zeit bereits so gefragt, dass er sich mehrmals vom Dramaten beurlauben lassen musste um Hauptrollen im Oscarsteatern übernehmen zu können.

Sigge Fürst, der am 11. Juni 1984 in Danderyd an Lungenkrebs starb, begnügte sich jedoch nicht mit der Bühne, sondern machte auch eine parallele Karriere als Sänger, machte den Frukostklubben zu einem Kultprogramm im Radio und spielte in über 130 Filmen mit. Während Fürst seinen Einstieg in das Filmgeschehen bei Meisterdetektiv Kalle Blomquist von Astrid Lindgren machte, übernahm er bald die Rolle eines Polizisten oder einer Gauners um ab den 70er Jahren auch bedeutende Charakterrollen zu erhalten. Seine letzte Filmrolle im Jahre 1981 war dann jene eines Polizisten in Tage Danielssons SOPOR. Noch heute gehört Sigge Fürst zu den Kultfiguren Schwedens, der auch nach über 30 Jahren noch nicht vergessen ist.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind
3. November 1995: Die Filmstadt Sergel in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Die schwedische Schauspielerin Margaretha Krook

Margaretha Krook kam am 15. Oktober 1925 als Tochter eines Majors in Stockholm zur Welt und hatte bereits als Kind eine Neigung zum Theater, was sich auch dadurch ausdrückte, dass die Jugendliche im Gymnasium im Theaterklub aktiv war und bei den jährlichen Aufführungen auf der Bühne stand. Nach ihrem Abitur entschied ich Krook dann jedoch eine Ausbildung zur Stewardess zu machen und anschließend noch Kunst zu studieren. Die Schauspielerin übte beide Berufe aus, zumindest bis sie 1948 in der Schauspielschule des Dramaten aufgenommen wurde und, unter anderem, mit Max von Sydow in die gleiche Klasse ging.

Marie-Louise Ekmans Margaretha Krook am Dramaten in Stockholm
Nach Ende ihrer Ausbildung wurde Margaretha Krook allerdings nicht vom Dramaten übernommen, sondern begann eine Karriere, die sie zu mehreren Bühnen außerhalb Stockholms führte. Kroog spielte in Norrköping, Helsingborg, Göteborg und wurde schließlich ins Fernsehensemble aufgenommen. Zur Saison 1962/63 kam jedoch die Wende und Margaretha Krook kehrte zurück zum Dramaten, dem sie bis 1990 die Treue hielt, jedoch unterbrochen von Fernsehrollen, Auftritten in Reklamefilmen und gesprochenen Rollen im Radio.

Margaretha Krook gehörte zu jenen Schauspielerinnen, die über eine sehr große Breite in ihren Rollen verfügte, denn sie war im Drama ebenso überzeugend wie in humoristischen Rollen. Kroog arbeitete mit Lars Norén, Gösta Ekman, Tage Danielsson wie auch mit Hans Alfredsons und zählt mit zu den bedeutendsten Schauspielerinnen Schwedens, auch wenn sie nie das Streben hatte nach Hollywood zu kommen, sondern die Bühne des Dramaten vorzog. Nach ihrem Tod am 7. Mai 2001 wurde in Erinnerung an die Künstlerin an der Ecke des Dramaten eine ständig aufgewärmte Statue Krooks geschaffen, jener Ecke, an der die Schauspielerin vor jeder Vorstellung noch eine Zigarette rauchte.


15. Oktober 1686: Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler
15. Oktober 1779: Johan Olof Wallin, von Gedichten zu Psalmen
15. Oktober 1858: Der schwedische Chemiker Carl Gustaf Mosander
15. Oktober 1919: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd
15. Oktober 1935: Der Verkehrsknotenpunkt Slussen in Stockholm
15. Oktober 1948: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman
15. Oktober 1974: Das Kulturhaus am Sergels torg in Stockholm
15. Oktober 1992: Das Reichssportmuseum in Stockholm
15. Oktober 1999: Rune Andréasson und der berühmteste Bär Schwedens
15. Oktober 2011: Gekås in Ullared schlägt erneut den eigenen Verkaufsrekord

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Juli 2014

Hjalmar Selander und das reisende Theater Schwedens

Hjalmar Selander wurde am 2. Juli 1859 in Fässberg im Bohuslän als Sohn eines Landwirts geboren und entschied sich sehr früh dafür Schauspieler zu werden. Vermutlich mit 16 Jahren begann er daher eine Ausbildung an Mallanders Theaterschule, die um diese Zeit im Stora Teatern in Göteborg untergebracht war. Nach einigen Schüleraufführungen spielte Selander dann 1878 auch seine erste Rolle im gleichen Theater. In den Folgejahren hatte der Schauspieler mehrere Engagements an den verschiedensten Bühnen in Göteborg und in Stockholm, vor allem aber reiste er mit Theatergruppen durch Schweden, Norwegen und Finnland, was bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die wichtigste Einkommensquelle für schwedische Schauspieler war.

Seinen exzellenten Ruf als Schauspieler erwarb Hjalmar Selander jedoch mit der Schauspieltruppe von William Engelbrecht und Anna-Lisa Hwasser-Engelbrecht, die zu den anerkanntesten Schauspielern jener Zeit gehörten. Die Stücke der Truppe entsprachen dem höchsten Niveau der Schauspielkunst, waren jedoch finanziell problematisch, zumal die beiden Direktoren keinerlei Verhältnis zu Geld hatten. Engelbrecht musste in Viborg sogar einmal mit dem Geld seiner Schauspieler aus der Schuldhaft ausgelöst werden. Diese Erfahrung prägte Selander so stark, dass er später, als er eine eigene Truppe leitete, die finanzielle Lage bis ins kleinste Detail überwachte.

Im Jahre 1890 gründete Hjalmar Selander, gemeinsam mit seiner Frau Concordia Hård eine eigene Theatertruppe, die ein enormes Repertoire aufwies und nahezu permanent in Schweden, Finnland und Russland auf Tournee war. Die ersten Probleme tauchten jedoch auf als sich in Schweden immer mehr feste Theater installierten und Albert Ranft alle bedeutenden Schauspieler nach Stockholm zog, Selander daher nun mit einer zweitklassigen Besetzung arbeiten mussten. Als 1919 in Schweden auch noch eine Vergnügungssteuer zu bezahlen war und feste Theater, im Gegensatz zu reisenden Theatertruppen, daher eine Subvention erhielten, kamen auch noch finanzielle Probleme auf Selander zu. Nur sechs Jahre später musste Selander, der in 50 Jahren 700 verschiedene Rollen gespielt hatte, seine Theatergesellschaft auflösen, konnte jedoch darauf zurückblicken, dass er Schauspieler wie Karl Gerhard oder Gösta Ekman entdeckt hatte, die damals eine glänzende Karriere vor sich hatten.


2. Juli 1855: Der schwedische Künstler Georg Pauli
2. Juli 1869: Hjalmar Söderberg und die schwedische Doppelmoral 
2. Juli 1885: Björn Hodell und die humoristische Satire 
2. Juli 1908: Schwedens Handelsverträge und Handelsbeziehungen zu China 
2. Juli 1938: Désirée Silfverschiöld, Prinzessin Désirée von Schweden 
2. Juli 1940: Der schwedische Sänger Robert Broberg 
2. Juli 1965: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Juli 2013: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013

Donnerstag, 5. Juni 2014

Die Revue Gula Hund (Gelber Hund)

Am 5. Juni 1964 hatte im Chinatheatrer in Stockholm die Revue Gula Hund von Hans Alfredson und Tage Danielson Premiere, die vermutlich bekannteste Revue Schwedens, da Hasse & Tage hier die herkömmlichen Grenzen der damals üblichen Aufführungen sprengten und politische sowie gesellschaftliche Kritik einarbeiteten womit das Publikum vor 1964 nie konfrontiert worden war. Auch von der Besetzung her kann man Gula Hund heute als Klassiker bezeichnen, denn neben den beiden Autoren wirkten auch Personen wie Monica Zetterlund, Sonya Hedenbratt oder Gösta Ekman mit, die heute mit zu den größten Künstlern der Theater- und Musikgeschichte Schwedens gehören.

Gula Hund war eine aktuelle Kritik zum Zeitgeschehen, die von Hasse und Tage um die klassische Revue gebaut wurde bei denen zudem zahlreiche Sketsche erotische und politische Anspielungen waren. Neu war jedoch auch, dass es die Autoren wagten sogenannte vulgäre Tabuworte auf die Bühne zu bringen, Integrationsprobleme aufzunehmen, die Politik zur Inflation zu kritisieren oder den schwedischen Nationalsong Du gamla du fria als Csárdás zu präsentieren. Obwohl die Presse bereits Tage vor der Premiere vor Gula Hund gewarnt hatte, wurde das Publikum noch überrascht, was einerseits zu unzähligen Beschwerdebriefen und kritischen Artikeln in der Presse führte, andererseits aber auch für ein volles Haus sorgte.

Als die Revue Gula Hund dann am 6. Januar 1966 im Fernsehen übertragen wurde, brach erneut ein Sturm des Protestes aus, da die Sendung zu einem Zeitpunkt übertragen wurde als auch Kinder vor dem Bildschirm saßen. Das Ergebnis war, dass die Wiederholung nur spät am Abend übertragen werden durfte und sich wenige Tage später das Parlament mit Gula Hund beschäftigte, ein Zeichen dafür, dass Hasse und Tage mit ihrem Werk den Nagel auf den Kopf getroffen hatten. Einige der Redner forderten nach der Übertragung die Einführung eines Fernsehrates, der diese Art von Sendungen verhindern sollte. Auch wenn heute diese Revue mehr humoristisch gesehen wird, so war sie damals ein Sprengstoff, der einen Umbruch in ein moderner denkendes Schweden mit sich brachte.


5. Juni 1858: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
5. Juni 1862: Allvar Gullstrand revolutioniert die Augenheilkunde 
5. Juni 1965: Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein 
5. Juni 2007: Schweden muss Alkoholkauf über Internet zulassen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Januar 2013

Die Beerdigung des Schauspieler und Theaterdirektor Gösta Ekman

Gösta Ekman der Ältere gehört zu den Legenden der schwedischen Theaterwelt, obwohl sein Name außerhalb Schwedens heute kaum noch bekannt ist. In Deutschland errang Ekman einst einen gewissen Ruf, da er in Filmen von Victor Sjöström und Gustaf Molander spielte und 1936, an der Seite von Ingrid Bergman, den Geiger Holger Brandt in Intermezzo spielte. Seine bedeutendste Rolle war indes die Rolle von Faust im Film Faust - eine deutsche Volkssage, der bereits 1926 in die Kinos gekommen war.

Obwohl die Karriere von Gösta Ekman erst im Jahre 1908 begonnen hatte und mit seinem Tod im Januar 1938 gerade einmal 30 Jahre lang dauerte, so galt er zwischen 1910 und 1930 als der bedeutendste Schauspieler aller schwedischen Bühnen, was allerdings auch mit seinem Aussehen und seinem Charme zusammenhing und nicht nur daran lag, das er sich ausgezeichnet in seine Rollen versetzen konnte. Seine unvergesslichen Hauptrollen spielte er in der Gösta Berlings saga und in Strindbergs Lycko-Pers resa.

Gösta Ekman hatte lediglich ein Laster, das ihm auch zum Verhängnis werden sollte, denn ab den 20er Jahren nahm er regelmäßig Kokain zu sich, ein Laster, das er selbst dann nicht aufgeben wollte, als er erkrankte. Als er am 12. Januar 1938 im Krankenheim des Roten Kreuzes an einer Urinvergiftung und einer Lungenentzündung starb, zeigte sich ein letztes Mal wie bekannt der Schauspieler und Theaterdirektor tatsächlich war, denn zu seiner Beerdigung am 18. Januar 1938 folgten dem Trauerzug in Stockholm etwa 100.000 Personen, die vom Künstler, der seither angeblich im Vasatheater der schwedischen Hauptstadt spukt, auf diese Weise Abschied nehmen wollten.


18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem hohen Norden 

Copyright: Herbert Kårlin