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Freitag, 25. Januar 2019

Der schwedische Künstler Elias Martin

Als Elias Martin am 25. Januar 1818 im Alter von 78 Jahren in Stockholm starb, galt er als einer der bekanntesten Maler seiner Zeit, obwohl er zur kleinen Gruppe der Künstler gehörte, die Probleme mit Proportionen hatten, was man bis heute auf sehr unterschiedliche Weise, positiv oder negativ, interpretiert. Trotz dieses Mangels muss man auf der positiven Seite sehen dass Martin den englischen Stil der Aquarellmalerei und der dortigen Kupferstiche nach Schweden brachte und damit die Kunst Schwedens bereicherte.

Elias Martin war am 8. März 1739 in einer wohlhabenden Familie in Stockholm zur Welt gekommen. Da sein Vater als Möbelschnitzer auch für das Königshaus arbeitete, standen Martin ebenfalls alle Türen offen. Nach seiner Ausbildung beim Vater, wurde der spätere Künstler Architekturzeichner bei Henrik af Chapman und begann als Zeichenlehrer zu arbeiten. Um sich als Landschaftsmaler und Porträtist auszubilden, ging Martin 1766 nach Paris, stellte dort jedoch sehr schnell fest, dass ihm der dort vorherrschende Klassizismus nicht zusagte. Elias Martin zog daher nach London und wurde dort 1770 in der Royal Academy of Arts als Mitglied aufgenommen. Während der zehn Jahre in England perfektionierte er die dortige Aquarelltechnik und unterrichtete im Kupferstich.

Als Elias Martin 1880 nach Schweden zurückkehrte, hatte der Künstler einen Ruf erworben, der ihm dazu verhalf bereits ein Jahr später Mitglied der Kunstakademie in Stockholm zu werden und von König Gustav III. einen bedeutenden Auftrag zu erhalten, nämlich eine Gravurserie Svenska Vuer zu schaffen, die zu den bedeutendsten Arbeiten des Künstlers zählt. Während seines Künstlerlebens verwirklichte Martin auch etwa 200 Ölgemälde unter denen insbesondere das Portrait seines Freundes Carl Michael Bellman, das im Nationalmuseum zu finden ist, eine besondere Rolle einnimmt. Die Bekanntheit des Künstlers hängt allerdings auch mit den engen Beziehungen zum Königshaus zusammen, denn noch im Alter von 70 Jahren wurde er von Gustav IV. Adolf mit einem Landschaftsbild beauftragt.


25. Januar 1622: Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip
25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
25. Januar 1865: Der Schriftsteller und Politiker Carl Henrik Anckarsvärd
25. Januar 1870: Der schwedische Mathematiker Helge von Koch 
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung
25. Januar 1922: Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden
25. Januar 1923: Arvid Carlsson und der Nobelpreis in Physiologie oder Medizin
25. Januar 1931: Der schwedische Musiker Stikkan Anderson kommt zur Welt
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus
25. Januar 1956: Der berühmte Alkoholhändler Ivan Bratt stirbt in Bettna
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher
25. Januar 1957: Die ersten Massenimpfungen gegen Polio in Schweden
25. Januar 1967: Das U-Boot HMS Sjöormen wird zu Wasser gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 27. Januar 2018

Der schwedische Architekt Jonas Lidströmer

Jonas Lidströmer, der am 27. Januar 1808 in Stockholm starb, hatte eine für seine Zeit sehr ungewöhnliche Karriere als Architekt und Mechaniker gemacht, denn nach seiner Hochschulreife ging er 1775 an die Universität Uppsala um Priester zu werden. Sehr bald entdeckte er dort jedoch sein Interesse für die Mechanik und besuchte kaum noch theologische Kurse, sondern studierte Mathematik und Mechanik. 1781 verließ er die Universität dann jedoch ohne Abschluss und hoffte beim Bergkollegium als Mechaniker beschäftigt zu werden. Er scheiterte an seinem fehlenden Universitätsabschluss.

Dieses Scheitern war jedoch der Beginn seines Aufstiegs, denn Henrik af Chapman nahm den jungen Mann mit nach Karlskrona, wo er den Sohn der Werft unterrichten sollte, verhalf ihm dabei jedoch auch seine Fähigkeiten als Mechaniker in der Weft der Kriegsmarine zu zeigen. Nachdem Jonas Lidströmer dort nahezu unmittelbar eine Maschine schuf, die ebenso genial war wie die früheren Erfindung von Christoffer Polhem, wurde er unmittelbar von der Werft fest angestellt um in seinem Traumberuf tätig zu werden, dieses Mal ohne nach einem Universitätsabschluss gefragt zu werden.

Jonas Lidströmer entwickelte in den Folgejahren jedoch nicht nur zahlreiche Maschinen für die Kriegsmarine, sondern entwickelte auch eigene Eisengießmethoden, entwickelte ein Stahlschleifwerk und wurde als Architekt tätig.  Die Häfen in Halmstadt, in Helsingborg und die Nya Varvet in Göteborg wurden vollkommen nach seinen Plänen gebaut, da er als Architekt ebenso weitblickend war wie als Erfinder und für die Hafenanlagen extrem geschützte Stellen wählte und stabile Kaianlagen plante. Die Bedeutung Lidströmers, der am 23. April 1755 in Ljustorp zur Welt gekommen war, zeigt sich auch daran, dass die Bürgerschaft Stockholms seine Beerdigung in der Storkyrkan bezahlte und seiner Witwe eine lebenslange Pension zusprach.


27. Januar 1786: Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben
27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. August 2013

Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft

Als Henrik af Chapman am 19. August 1808 in Karlskrona starb, hatte er den gesamten Schiffbau in Schweden revolutioniert und die Erfolgsleiter als Schiffbauer erklommen, angefangen von seiner Tätigkeit in der Werft in Göteborg in den Jahren 1744 bis 1750 bis zu seiner Tätigkeit als als Chef der Werft in Karlskrona und seiner Ernennung zum Vizeadmiral im Jahre 1791. So nebenbei war er auch noch geadelt worden, so dass er seinem Familiennamen das af (von) hinzufügen durfte.

Bis zu seinem 60. Lebensjahr war Henrik af Chapman, trotz seines Aufstiegs vom Schiffbauer bis zum Oberschiffbaumeister, nur im allgemeinen Schiffbau tätig gewesen. Erst als er zum Chef der Werft in Karlskrona ernannt war, gelang es ihm seine ursprüngliche Idee zu verwirklichen und den Schiffbau zu rationalisieren und eine Möglichkeit zu schaffen, die es erlaubte serienmäßig Schiffe zu bauen. Parallel dazu begann er die Mathematik im Schiffbau anzuwenden und berechnete die Lage und Höhe der Segelmasten, die Form der Segel, die Stabilität der Schiffe und arbeitete mit dem Widerstand der Strömung. Für seine Tests ließ er ein 100 Meter langes Bassin bei Karlskrona bauen, damit er maßstabsgetreue Modelle seiner Konstruktionen unter verschiedenen Verhältnissen testen konnte.

Neben seiner Errungenschaft den Schiffbau als Wissenschaft einzuführen, erneuerte Henrik af Chapman allerdings auch auf andere Weise den Schiffbau, denn 1765 ließ sich af Chapman vorübergehend von seinen Ämtern befreien um das Kartenwerk Architectura Novalis Mercatoria zu erstellen in dem er auf 62 Karten die verschiedenen Schiffstypen jener Zeit darstellte, zu denen einige Jahre später eine komplette Dokumentation kam. Damit das Werk international angewendet werden konnte, waren sowohl die Masse der Schiff in schwedischen, englischen und französischen Massen angegeben als auch die Dokumentation in diesen drei Sprachen verfasst. Bei diesem Werk handelt es sich um die erste wissenschaftliche Darstellung des europäischen Schiffbaus, was auch dazu führte, dass af Chapman noch heute weit über Schweden hinaus als einer der wichtigsten Schiffbauer weltweit betrachtet wird.


19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren

Copyright: Herbert Kårlin