Sonntag, 4. März 2012

Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Am 4. März 1948 starb Elsa Brändström, die als der „Sibirische Engel“ bekannt wurde, im Alter von 60 Jahren in Cambridge, USA. Die in Sankt Petersburg geborene Schwedin arbeitete nur kurze Zeit als Lehrerin in Stockholm, bevor sie ihrem Vater wieder nach Sankt Petersburg folgte, der dort bei der schwedischen Botschaft beschäftigt war, und dort ihre wahre Berufung entdeckte, nämlich anderen zu helfen.

Als der erste Weltkrieg ausbrach, machte sie eine Schnellausbildung zur Kriegskrankenschwester, wobei sie ab 1915 vor allem für das Rote Kreuz aktiv wurde und verletzte deutsche Soldaten aus Sibirien nach Deutschland begleitete, wo diese gegen russische Gefangene ausgetauscht wurden. In dieser Zeit erkrankte sie selbst an Typhus, den sie überlebte, und riskierte einmal als Spionin hingerichtet zu werden. Aber all diese Erfahrungen bestärkten sie nur in ihrer Aufgabe Kriegsgefangenen und Verletzten zu helfen.

Nach dem Krieg schrieb Elsa Brändström das Buch „Bland krigsfångar i Ryssland och Sibieren“, wobei sie sämtliche Einnahmen aus dem Buch und den folgenden Vortragsreisen für Kriegsgefangene stiftete, die mittellos aus der Gefangenschaft zurückkehrten. Später sammelte sie auch Geld für ein Kinderheim, das sie im deutschen Neusorge gegründet hatte. Mit der Nazizeit waren jedoch Elsa Brändström und ihr Mann gezwungen in die USA auszuwandern, wo Elsa dann bis zu ihrem Tode in der Organisation CARE aktiv wurde.

4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. März 2012

Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung

Am 3. März 1813 erhielt Schweden von den Briten die Kolonie Guadeloupe übertragen, die ihnen den Verlust ersetzen sollte, den sie erlitten hatten als sie zu den Feinden Napoleon I., nämlich England, übergelaufen waren und damit die Besitztümer in Frankreich verloren hatten. Guadeloupe war zu dieser Zeit gerade einmal drei Jahre von England okkupiert, ohne jedoch England bisher einen echten Gewinn erbracht zu haben.

Bevor jedoch die erste schwedische Expedition nach Guadeloupe aufbrechen konnte, kam es 1814 zum Frieden von Paris und die Insel sollte gegen eine Zahlung von 24 Millionen Francs an das schwedische Königshaus wieder an Frankreich zurückgegeben werden, was dem schwer verschuldeten Schweden sogar sehr gelegen kam. Auch wenn Guadeloupe 15 Monate lang offiziell in schwedischer Hand war, so hat in dieser Epoche nicht ein Schwede seinen Fuß auf die Besitzung gesetzt.

Da die Kolonie Guadeloupe dem König, und nach der Successionsordnung von 1810, jeweils all seinen Nachfolgern gehören sollte, das Geld jedoch zum Ausgleich des Staatshaushalts verwendet wurde, erhielt Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte, eine jährliche Rente ausbezahlt, die Teil der Apanage war. Diese Regel bestand bis 1983, dem Zeitpunkt, als dieser Pensionsfond abgeschafft wurde. Zum Ausgleich des Verlustes wurde dann die allgemeine Apanage des schwedischen Königshauses erhöht und die Zahlung dieser Entschädigung erfolgte direkt aus Steuergeldern.

3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta 

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Freitag, 2. März 2012

Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden

Die Centerpartiet (Zentrumspartei) Schwedens entstand im Grunde in drei Stufen. Bereits 1908 wurde über eine Partei gesprochen, die die Rechte der Bauern vertreten sollte, aber da keine leitende Figur in den Vordergrund trat, begann sich die Partei erst am 1. Dezember 1910 zu formieren, als Carl Berglund einen Aufruf mit dem Titel „Bröder låtom oss enas!“ in der Zeitung Landsbygden veröffentlichte. Die Centerpartiet nennt daher diesen Tag als Geburtstag der Partei, obwohl sie erst am 2. März 1913 unter dem Namen „Bondeförbundet“ gegründet wurde.

Der Erfolg der Partei lag vor allem an seiner extrem konservativem Haltung und der Tatsache, dass sich die Bauern von den Sozialisten im Stich gelassen fühlten, die sich nur um Arbeiterrechte in einer steigenden Industrialisierung kümmerten. Die Einstellung der Partei zeigte sich insbesondere mit dem Parteiprogramm von 1933, nach dem die Partei dafür sorgen wollte den schwedischen Volksstamm in seiner Reinheit zu bewahren und seine Vermischung mit minderwertigen, ausländischen Rassen verhindern wollte.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde dann das Parteiprogramm immer wieder verändert und immer der Strömung angepasst. Selbst aus der Forderung Kernkraftwerke so schnell wie möglich abzuwickeln entstand die Meinung, dass Kernkraftwerke in Schweden ausgebaut werden müssen. Mit der Wahl von Annie Lööf zur neuen Vorsitzenden der Partei spielt die Partei erneut mit anderen aktuellen Karten. Nun will sich die Centerpartiet um Arbeitsbeschaffung, Firmengründungen, Wohlfahrt, Umwelt, Dezentralisierung und die Entwicklung von Dörfern kümmern, was allerdings immer noch nicht zu einem klaren Profil der Partei oder zurück zu ihren landwirtschaftlichen Wurzeln führt.

2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat

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Donnerstag, 1. März 2012

Die Kirchen-Versammlung von Uppsala

Am 1. März 1593 eröffnete Nils Göransson Gyllenstierna die Kirchen-Versammlung von Uppsala (Uppsala Möte), die die Svenska Kyrka als das bedeutendste Treffen in der Geschichte der protestantischen Kirche des Landes empfindet, da am 17. November 1592 mit Sigismund ein katholischer König an die Macht kam und damit die Reformationsbestrebungen in Gefahr geraten war, die Basis der Svenska Kyrkan. Zahlreiche Priester hatten bereits die Liturgie von Johan III. für ungültig erklärt und waren bereit zum Katholizismus zurückzukehren.

Zur Versammlung in Uppsala kamen vier Bischöfe und über 300 Priester, die, gemeinsam mit den Ratsherren, über die Zukunft der schwedischen Kirche beraten sollten. Bereits am 5. März kam es zu einer Einigung, mit dem Ergebnis, dass die protestantische Kirche die einzige Schwedens blieb und das Augsburger Bekenntnis weiterhin seine Grundlage bildete. Die Worte, die der Vorsitzende der Versammlung, Nicolaus Olai Bothniensis, anschließend aussprach, haben die Denkweise schwedischer Herrscher und der kirchlichen Vertreter des Landes auf Jahrhunderte geprägt: „Nu är Sverige blivet en man och alle have vi en Herre och Gud.“

Das Ergebnis des Treffens war, dass Sigismund an seinem Krönungstag am 19. Februar 1594 gezwungen war das Treffen und das entsprechende Abkommen zu unterzeichnen, nach dessen Inhalt niemand, der nicht der protestantischen Kirche angehörte eine öffentliches Amt erhalten konnte, dass die Universität Uppsala wieder geöffnet werden musste und der König zum Beschützer der protestantischen Kirche wurde. Im gleichen Zug wurde der Katholizismus und die Lehre Ulrich Zwinglis im ganzen Reich verboten.

1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg 

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Mittwoch, 29. Februar 2012

Der verschobene Schalttag in Schweden

Wenn man vom Schaltjahr spricht, so denkt man in den meisten Ländern auch an den Schalttag am 29. Februar, also dem Tag der nur alle vier Jahre im Kalender auftaucht. In Schweden hielt man jedoch wenig von dieser modernen Zeitrechnung, die von Papst Gregorius XIII. mit dem Gregorianischen Kalender eingeführt wurde, sondern behielt, gemeinsam mit Finnland, die alte, römische Einteilung, nach der der Schalttag der 24. Februar war und nicht der 29. Dies führte zwar das Problem mit sich, dass man jedes vierte Jahr die Namenstage ab dem 24. Februar um je einen Tag verschieben musste, aber man musste dadurch nicht dem Diktat der katholischen Kirche folgen. Erst im Jahr 2000 entschloss sich dann auch in Schweden den 29. Februar zum Schalttag zu ernennen.

Traditionell gesehen ist natürlich der 24. Februar als Schalttag logischer, denn ursprünglich begann das Jahr nicht am 1. Januar, sondern immer am 1. März, was auch erklärt, warum der Februar der kürzeste Monat im Jahr ist und mit einem Schalttag die astronomische Länge eines Jahres ausgeglichen wird. Da man im Römischen Reich den ersten Tag eines Monats „Kalendae“ nannte und man die Tage auch rückwärts rechnete, so bedeutete dies, dass „ante diem sextus Kalendas Martias“ den 24. Februar ausdrückte, und im Schaltjahr den 25. Februar. Der Schalttag konnte daher logischer Weise nur der 24. Februar sein.

Der Schalttag, unabhängig welchen der beiden Tage man nun damit bezeichnet, ist, nach einer irischen Legende aus dem vierten Jahrhundert, damit verbunden, dass Frauen an diesem Tag freien dürfen. Alle vier Jahre gibt es daher einen Tag, an dem Frauen um die Hand des Mannes anhalten können. Noch im 19. Jahrhundert konnte es für einen Mann, der zur Freierin an diesem Tag nein sagte, relativ teuer werden, da er in diesem Fall der Frau ein sehr teures Geschenk machen mussten um sich von der Ehe loszukaufen.

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Dienstag, 28. Februar 2012

Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee

Am 28. Februar 1924 starb Hanna Ouchterlony, die Frau, die bereits 1882 die Heilsarmee nach Schweden und dann 1888 auch nach Norwegen brachte. Hanna Ouchterlony, die den Namen eines alten schottischen Adelsgeschlechtes trägt, führte damit in Schweden gleichzeitig die freikirchliche Bewegung der Evangelisch-Methodistischen Kirche ein, eine Bewegung, die eng mit der Heilsarmee verbunden wird. Während die Methodisten jedoch gegenwärtig nur etwa 5000 Mitglieder in ganz Schweden haben, kommt die Heilsarmee, wenn man die Jugendverbände einschließt, auf nahezu die doppelte Anzahl.

Hanna Ouchterlony entdeckte die Heilsarmee im Alter von 22 Jahren, als Bramhell Booth, ein Mitglieder der englischen Gründerfamilie der Bewegung, im Bahnhof von Värnamo eine Predigt hielt. Hanna war von der Idee so beeindruckt, dass sie bald darauf nach England reiste um mehr über die Heilsarmee zu erfahren. 1881 besuchte sie dann auch William Booth in London für mehrere Wochen und studierte die Lehre der Frälsningsarmén, wie die Bewegung in Schweden heißt. Nur ein Jahr später war Hanna Ouchterlony dann bereits Major der Heilsamee und kehrte mit ihrer Fahne nach Schweden zurück.

Hanna Ouchterlony leitete von 1882 bis 1892 die Heilsarmee in Schweden und übersetzte, gemeinsam mit Fredrik Engelke, 44 Lieder der Heilsarmee aus dem Englischen und gab noch 1882 das erste schwedische Gesangsbuch der Bewegung heraus. Värnamo, der Geburtsort Hannas, ist noch heute eng mit Hanna Ouchterlony verknüft, da eine Straße nach ihr benannt wurde und im Åbroparken seit 1958 eine Skulptur der ehemaligen Kommandeurin der Heilsarmee steht. Seit 2005 vergibt die Bewegung auch einen Hannapreis, der nach Hanna Ouchterlony benannt wurde.

28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg

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Montag, 27. Februar 2012

Der König Schwedens wird politisch entmachtet

Am 27 Februar 1974 entschloss sich das schwedische Parlament Schweden eine neue Regierungsform zu bieten und damit dem König jede politische Macht zu nehmen. Die neue Regierungsform wurde zum 1. Januar 1975 gültig und baut darauf auf, dass die gesamte Macht vom Volk ausgeht, das durch das Parlament vertreten wird. Der schwedische König war von diesem Tag an zwar zum Staatschef degradiert geworden, aber die Monarchie als solches wurde beibehalten.

Bis zur Änderung der Regierungsform galt in Schweden noch jene von 1809, obwohl sie nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Punkten kaum noch eine wichtige Rolle spielte. Es konnte jedoch kein Ministerpräsident ohne die Unterschrift des Königs eingesetzt werden und jede Verordnung und jedes Gesetz musste erst vom König gebilligt werden. Theoretisch war es daher jederzeit möglich, dass der König auch wieder die tatsächliche Macht ergriff und bei einer Entscheidung des Parlaments seine Unterschrift verweigerte oder eigene Gesetze durchsetzte.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war bereits laut geworden, der Macht des Königs ein Ende zu bereiten, wobei die Sozialdemokraten in ihren Statuten selbst die Gründung einer Republik fordern. Da das Königshaus jedoch ungemein beliebt beim Volke war, war es unmöglich den König abzusetzen, oder selbst auf eine schnelle Änderung der Regierungsform zu beharren. Rund 20 Jahre lang schob man daher die Entscheidung vor sich her, bis das Volk dieser Reform mehrheitlich positiv gegenüber stand. Auch wenn der König seit 1975 niemanden mehr in den Adelsstand erheben kann und aus der Gesetzgebung ausgeschlossen wurde, so ist es nach wie vor der König, der Personen, die sich besonders für Schweden verdient machten, den Ritterorden und Staatsmedaillen verleiht.

27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise

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