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Montag, 4. März 2019

Magnus Brahe, der erste Präsident des Oberlandesgerichts

Magnus Brahe kam am 25. September 1564 auf Tynnelsö zur Welt und wurde ausschließlich zu Hause durch Privatlehrer unterrichtet. Seine Kenntnisse über andere Länder und ausländische Politik gewann Brahe vor allem durch seine zahlreichen Auslandsreisen, die er teilweise auch als Kammerherr des Königs Sigismund I. unternahm. Als sich das Verhältnis zwischen Sigismund und Herzog Karl verschlechterte, schlug sich Brahe, nach einigem Zögern, auf die Seiten von Herzog Karl, was wiederum dazu führte, dass er von beiden Seiten als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, aber auch dazu, dass Brahe das Schloss Visingsborg erhielt.

Magnus Brahe gehörte nach seinem Verhandlungsgeschick, zum engsten Kreis um König Karl IX., so dass Brahe an allen wichtigen Ereignissen des Königshauses teilnahm und sich einen hohen Status schaffen konnte. Von Vorteil war dabei, dass sowohl Karl IX. als auch Brahe den Adelsstand als die wichtigste Gruppe im Reichstag betrachteten, gleichzeitig aber mehr zu individuellen Entscheidungen neigten. Die einzige etwas negative Entscheidung für Brahe war, dass ihn der König auch zum Regierungspräsidenten des Småland machte, also jenem Teil Schwedens, der sich am meisten gegen Dänemark verteidigen musste.

Gerade das Småland sollte für Magnus Brahe einige Probleme mit sich bringen, denn der folgende König, Gustav II. Adolf, beauftragte Brahe damit das Småland gegen die geplanten Angriffe des dänischen Befehlshabers Gert Rantzaus zu verteidigen, und dies mit Hilfe des gewöhnlichen Volkes. Auch wenn Brahe das Vordringen nur teilweise verhindern konnte, beauftragte ihn Gustav II. Adolf später auch Stockholm zu verteidigen und er machte Brahe zum obersten Richter des Oberlandgerichtes, eine der bedeutendsten Entscheidungen in der schwedischen Geschichte, denn Brahe schuf damit ein unabhängiges Rechtssystem, das Staat und Bürger respektierte. Magnus Brahe starb am 4. März 1633 als wohlhabender Mann auf seinem Gut.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1799: Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer 
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. April 2018

Der Reichsadmiral Klas Fleming

Klas Fleming kam gegen 1530 als Sohn eines adeligen Militärs in Pargas (Paraisten), im heutigen Finnland, zur Welt und begann daher ebenfalls eine militärische Laufbahn, die allerdings während der ersten Jahre sehr träge vor sich ging, da Fleming keinerlei höhere Bildung hatte. Erst als König Gustav Vasa während des russischen Krieges zu Ohren kam dass Fleming ein ausgezeichneter Skiläufer war, gab er diesem den Befehl über eine kleinere Einheit von Bauern aus Savolax (Savo). Dieser Auftrag führte letztendlich auch dazu, dass Fleming bei der Krönung des Königs Johan III. zum Freiherrn ernannt wurde und ein Jahr später Admiral wurde.

Eine wichtige politische Rolle bekam Klas Fleming im Jahr 1592, nach dem Tod von Johan III., denn nun schloss er sich König Sigismund an, der ihn zwei Jahre später als treuer Diener zum Reichsmarschall ernannte. Auf Grund dieses Schrittes entwickelte sich Klas Fleming, der am 13. April 1597 starb, zum bedeutendsten Gegner Herzog Karls, was sich auch dadurch ausdrückte, dass Fleming auch nach Ende des russischen Krieges im Jahr 1593 den Befehl über die in Finnland stationierten Truppen und Flotte behielt und nur den Befehlen Sigismunds folgte, was Herzog Karl bedeutende Probleme verursachte, da er damit einen bedeutenden Teil des Militärs gegen sich gerichtet sah.

Auch wenn Karl Fleming bei seinen Soldaten beliebt war, so keimte ab 1594 der Widerstand gegen den Kriegsherren, denn er zeigte sich gegenüber der Landbevölkerung Finnlands als Tyrann und zwang die Bauern seinen Soldaten Unterkunft und Nahrung zu bieten ohne ihnen auch nur die kleinsten Entschädigungen zu bieten. Fleming gelang es zwar die zwei kriegerischen Aufstände der Landbevölkerung Österbottens niederzuschlagen, aber er sah sich 1597 dennoch gezwungen  die Rückführung seiner Armee nach Schweden einzuleiten, mit dem Vorsatz dort gegen Herzog Karl zu ziehen. Allerdings sollte es zu diesem Schritt nicht mehr kommen, da Fleming 1597 dann plötzlich starb.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1888: Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. März 2018

Der Reichsrat Nils Gyllenstierna

Nils Gyllenstierna kam im Laufe des Jahres 1526 zur Welt und starb im Oktober 1601 auf Fågelvik bei Kalmar. Auch wenn der Name Gyllenstierna vor allem mit der Svenska Kyrkan verbunden wird, die er beim Uppsala Kyrkomöte am 1. März 1593 als Staatskirche festigte, so ist Nils Gyllenstierna auch der Stammvater des Adelsgeschlechtes Gyllenstierena und er war unter mehreren Königen der Stadthalter Smålands. Obwohl sich Gyllenstierna auch nicht aktiv in die Politik einmischen wollte, war er auch über sehr lange Zeit hinweg der bedeutendste Diplomat verschiedener Könige, der zahlreiche Krisen beilegen musste und dafür in die unterschiedlichsten Länder geschickt wurde.

Eine sehr bedeutende Rolle spielte Nils Gyllenstierna unter König Johann III., denn 1569 nahm er an den Friedensverhandlungen mit Dänemark teil, er spielte eine Rolle beim Frieden von Stettin und der König vertraute ihm 1570 den Oberbefehl über das gesamte Småland an. Im Jahr 1587 gelang es Gyllenstierna sogar, dank seiner diplomatischen Erfahrung, auch König Johann III. und seinen Bruder, Herzog Karl (Karl IX.), zu einem Vergleich zu bringen, der einen jahrelangen Streit beendete. Führten die Verhandlungen zu größeren Problemen, so griff Gyllenstierna zu einer sehr eigenen Diplomatie, denn er wurde krank bis sich das größte Problem von selbst gelöst hatte und er nur noch kleinere Probleme lösen musste.

Probleme traten für Nils Gyllenstierna im Grunde erst nach dem Tode des Königs Johan III. auf, da er dann ins Kreuzfeuer zwischen Herzog Karl und dem katholischen König Sigismund geriet, ein Problem, das ihm, zumindest vorübergehend, auch finanzielle Probleme brachte. Auch hier war es seine diplomatische Fähigkeit, und erneut eine längere Krankheit, die ihm die Gunst von Herzog Karl zurückbrachte, der Gyllenstierna, auch als König Karl IX., bis zu dessen Lebensende immer wieder um Rat fragte, auch wenn Gyllenstierna im Alter immer häufiger eine Krankheit vorschieben konnte um keine negative Antwort geben zu müssen.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1918: Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. März 2016

Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet

Bei einer der Personen, die am 20. März 1600 während des Blutbades von Linköping hingerichtet wurden, war Reichsrat und Hofmarschall Gustav Axelsson Banér. Kurz bevor Banér vom Scharfrichter geköpft wurde, gebot er noch der wartenden Menge ein kurzes Schweigen und erklärte sich unschuldig, denn sein einziges Vergehen war dem vorherigen offiziellen König Sigismund die Treue gehalten zu haben. Banér schloss seine Rede damit, dass er dem Volk zurief, dass die Hinrichtung von vier Unschuldigen dazu führen würde dass nun 22 Kinder ohne Väter und vier Witwen täglich Gott anrufen würden.

Gustav Banér kam am 19. Mai 1547 auf Schloss Djursholm zur Welt und stand während des Aufstands gegen Erik XIV. der Gruppe um Herzog Karl, dem späteren Karl IX. nahe, was dazu führte, dass er bereits im Alter von 23 Jahren von Johan III. zum Reichsrat ernannt wurde und 1571 des finnische Heer anführte, eine Aufgabe bei der er allerdings versagte. Verhängnisvoll wurde für Banér jedoch dass er sich König Sigismund anschloss als dieser König Schwedens wurde da dies Herzog Karl ihm nie verzeihen sollte, da dieser sich selbst als einziger würdiger König Schwedens empfand und sich übergangen fühlte.

Ein weiteres Problem für Gustav Banér war, dass er im Auftrag von Johan III. und Herzog Karl zwischen dem schwedischen Königshaus und Sigismund vermitteln musste, dies jedoch so neutral wie möglich machte, obwohl er wusste dass seine indirekte Aufgabe war Sigismund von Schweden fernzuhalten um den katholischen Einfluss aus dem Reich zu verbannen, eine Aufgabe, die unmöglich zu erfüllen war. Gerade diese neutrale Einstellung schätzte wiederum Sigismund und machte Banér in den Augen von Herzog Karl zum Verräter. Als Banér daher nach der Schlacht bei Stångebro an Herzog Karl ausgeliefert wurde, konnte er auf Grund seiner Loyalität der Todesstrafe nicht entgehen.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. März 2015

Das Blutbad von Linköping

Gründonnerstag der 20. März 1600 sollte als das Blutbad von Linköping in die schwedische Geschichte eingehen, da an diesem Tag fünf Reichsräte hingerichtet wurden, die sich beim Krieg zwischen Herzog Karl, dem späteren Karl IX., gegen Sigismund letzteren unterstützten. Diese Hinrichtung wird heute als einer der bedeutendsten Rechtsskandale Schwedens betrachtet, da sich die fünf Hingerichteten im Grunde nichts zu Schulden kommen lassen hatten, sondern lediglich zum offiziellen König des Landes gehalten hatten und die Revolution von Herzog Karl als unrechtmäßig betrachteten.

Das Problem entstand als Sigismund sich nicht an die ursprünglichen Abmachungen hielt, die es ihm ermöglicht hatten König Schwedens zu werden, denn er hatte mehrere katholische Adelige zu Stadthaltern in Schweden und Finnland gemacht und versuchte den Katholizismus erneut in Schweden einzuführen. Herzog Karl hielt sich daher nicht mehr an die Weisungen des Königs gebunden und baute ein Heer auf, das Sigismund verjagen sollte. Als Herzog Karl beim folgenden Bürgerkrieg im September 1598 die Schlacht bei Stångebro gewann, gab er sich nicht damit zufrieden, dass Sigismund nun Schweden die Treue schwor, sondern wollte selbst den schwedischen Thron besteigen. Um ein deutliches Zeichen zu geben, dass er keinen Widerstand als selbst ernannter Reichsvorstand erlaubte, ließ er zahlreiche Adelige gefangen nehmen, die bis dahin Sigismund treu gewesen waren.

Am 3. März 1600 richtete Herzog Karl dann in Linköping einen Gerichtshof ein bei dem er selbst als Ankläger gegen zahlreiche Adelige auftrat, die er 25 verschiedener Verbrechen beschuldigte, darunter auch des Staatsverrats, da dieser mit dem Tode bestraft wurde. Die Adeligen gaben mehrere der harmloseren Anklagepunkte zu, versicherten jedoch alle, dass sie keine Verräter waren, was für Herzog Karl jedoch keine Rolle spielte. Diejenigen, die sich ihm zu Füssen warfen und um Gnade baten, durften dann jedoch am Leben bleiben und nur fünf unter den Angeklagten wurden am 20. März des gleichen Jahres hingerichtet, verloren dabei auch jede Ehre und ihre Güter wurden von Herzog Karl eingezogen, was die Familien der Hingerichteten in die größte Armut warf.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten 
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström 
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. März 2015

Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein

Als im Jahre 1598 der russische Zar Fjodor kinderlos starb und damit der russischen Thron leer stand, gab es mehrere Kandidaten, die alle der Überzeugung waren geeignete Nachfolger zu sein, ohne jedoch das Volk wirklich mehrheitlich auf seiner Seite zu haben. Während dieser internen Unruhen entschloss sich der schwedische König Karl IX. Wassili Schuiski  zu stützen, da dieser Schweden gegenüber freundlich gesinnt war, was jedoch Probleme mit den Polen verursachte, da diese Wladislaw Wasa bevorzugten, der von Schweden auf keinen Fall für gut geheißen wurde, nicht zuletzt wegen den Erfahrungen mit Sigismund, denn Wladislaw war dessen Sohn.

In der Zeit der Wirren, wie diese Epoche oft genannt wird, zeigte sich sehr schnell, dass die Entscheidung nur über Kämpfe erreicht werden konnte und in Russland brach ein Bürgerkrieg aus. Als Schuiski erkannte, dass er die Auseinandersetzungen nicht ohne fremde Hilfe gewinnen konnte, verhandelte er mit Karl IX., der ihm 1609 eine Armee von 5000 Soldaten zusagte, allerdings auf Kosten Russlands. Am 12. März 1610 gelang es dann Jakob De la Gardie in Moskau einzuziehen, der Stadt, die seit zwei Jahren von den Polen belagert worden war und bis dahin als uneinnehmbar galt.

Aber auch wenn dieser Sieg bedeutend schien und Schweden anschließend noch einige Kämpfe gewann, so kam es im Juni zur bekannten Schlacht bei Kluschino, bei der Jakob De la Gardie keine andere Wahl mehr hatte als zu kapitulieren oder seine Soldaten in den Tod zu scchicken. Auf diese Weise konnte der Heerführer De la Gardie Schweden auch die größten Probleme vermeiden, denn die Landesgrenzen wurden beibehalten und das schwedische Heer konnte geschlossen Russland verlassen, wenn auch nur unter der Zusage Schuiski bei seinen Forderungen des Thrones nicht mehr zu unterstützen.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen 
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens 
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA 
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag 
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle 
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord 
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen 
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. März 2015

Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm

Carl Carlsson Gyllenhielm kam am 4. März 1574 als unehelicher Sohn von Herzog Karl, dem späteren König Karl IX. und seiner Geliebter, Karin Nilsdotter, zur Welt und erhielt daher seine Erziehung und seine Bildung auf Gut Julita, gemeinsam mit anderen adeligen Söhnen, jedoch weit entfernt vom Königshof. Um seine Bildung abzuschließen, wurde Gyllenhielm, der im Alter von 18 Jahren vom einem Vater in den Adelsstand erhoben wurde und seinen Namen erhielt, noch an den französischen Hof geschickt um die dortigen Sitten zu lernen und um auf internationalem Niveau auftreten zu können.

Als Carl Carlsson Gyllenhielm 1597 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Kammerjunker ernannt und wurde einer der Vertrauten des Herzogs, der mit sehr bedeutenden Aufgaben betraut war. Sein Glück sollte jedoch nur wenige Jahre dauern, denn durch die Rückkehr von Sigismund kam es zu kriegerischen Handlungen mit Polen bei denen Gyllenhielm, gemeinsam mit Jakob De la Gardie, 1601 von den Polen gefangen genommen wurde und dort zwölf Jahre lang unter teilweise sehr schwierigen Verhältnis im Gefängnis auf einen Gefangenenaustausch warten musste. Nach  der Rückkehr aus der Gefangenschaft ernannte ihn sein Halbbruder Gustav II. Adolf dann zum Freiherren, anschließend zum Feldmarschall und 1617 auch zum Stadthalter.

Aber auch wenn Carl Carlson Gyllenhielm lebenslang mit politischen Aufgaben betraut war und selbst in der Vormundschaftsregierung von Königin Kristina zu finden war, so lag seine Fähigkeit mehr in der Industrie, denn als er 1915 Huseby als Leihgabe erhielt, baute er dort das Zentrum der südschwedischen Eisenindustrie auf, die 300 Jahre lang ihre Bedeutung behielt, und im Småland war Gyllenhielm der erste, der dort eine Glashütte anlegte und damit die Grundlage für einen ganzen Industriezweig der Region legte, dessen Spurten heute noch sehr deutlich zu finden sind.


4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin 
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. September 2014

Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen

Die Schlacht bei Kirkholm am 17. September 1605 (Julianischer Kalender) wurde während des zweiten Polnischen Krieges ausgetragen und ging vor allem deswegen in die Geschichte ein, weil dabei das schwedische Heer mit 11.000 Soldaten innerhalb von vier Stunden von nur 3700 Husaren besiegt wurde, Kämpfern, die sich aus polnischen und litauischen Reitern zusammensetzen, also einer der größten Verluste Schwedens bezeichnet wird. Bei Kirkholmen wurden insgesamt rund 9000 schwedische Soldaten getötet, prozentual weitaus mehr als bei der legendären Schlacht bei Poltave knapp 100 Jahre später.

Die Schlacht bei Kirkholmen ist vor allem deswegen von geschichtlichem Interesse, weil der schwedische Verlust, unter anderem, darauf zurückzuführen war, dass sie in einer festen Formation gegen die sogenannten „beflügelten“ Husaren zu kämpfen hatten, ein Reiterheer, das nahezu überall gleichzeitig sein konnte. Diese Erfahrung führte dazu, dass Karl IX. nach einer moderneren Kriegsführung suchte, die in großen Zügen jener der Feinde nahe kam. Ab diesem Verlust setzen die Schweden auf eine mobile Kriegsführung, die es ihnen erlaubte schnell an Gefahrenpunkten zu sein, was sich bei späteren Kriegen, vor allem aber unter dem Dreißigjährigen Krieg, als enormer Vorteil erwies und letztendlich die Kriegsführung in ganz Europa änderte.

Im Grunde hätte dieser Krieg mit Polen für Schweden zu schwerwiegenden Folgen führen können, aber Karl IX. hatte das Glück, dass nur kurze Zeit nach dieser Schlacht bedeutende Unruhen in Polen ausbrachen und Sigismund sich daher erst um das eigene Land kümmern musste, was den Schweden Zeit gab sich auf neue Kämpfe vorzubereiten. Der König selbst entkam der Schlacht nur dank seines Rittmeisters Henrik Wrede, der Karl IX. sein Pferd gab damit dieser die Flucht ergreifen konnte. Wrede starb dadurch jedoch noch auf dem Schlachtfeld.


17. September 936: Der Hamburger Bischof Unni in Schweden
17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum
17. September 1702: Der Naturforscher und Mediziner Olof Rudbeck der Ältere
17. September 1811: August Blanche und das Stockholmer Milieu des 19. Jahrhunderts
17. September 1868: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 29. Juni 2014

Seved Ribbing, Reichsschatzmeister und Reichsrat

Auch wenn man heute große Teile der Rolle Seved Ribbings innerhalb der schwedischen Geschichte kaum kennt, so geht aus einigen wenigen Dokumenten hervor, dass Ribbing bis zu seinem Tod am 29. Juni 1613 eine Sonderstellung am Hof einnahm und nahezu täglich von Gustav II. Adolf um Rat gefragt wurde. Beim Tod von Karl IX. trug Ribbing auch den Reichsapfel, ein Privileg, das nur den engsten Vertrauten des Königs anvertraut werden konnte. Leider sind die Dokumente über Ribbing so selten, dass seine tatsächliche Macht als Reichsrat und Reichsschatzmeister nicht zu bewerten ist.

Seved Ribbing, der am 6. März 1552 geboren worden war, erscheint 1571 erstmals in der Geschichte Schwedens, als er, wie auch seine Brüder, unter Johan III. am schwedischen Hof aufgenommen wurde. Bereits drei Jahre später wird Ribbing als Beisitzer eines Rechtsprozesses genannt und 1588 hatte er das gesamte Rechtswesen Västergötlands in Händen. Auf Grund seiner neutralen Haltung und seinen überlegten Entscheidungen gehörte Ribbing anschließend zu jenen Personen, denen auch Sigismund das Vertrauen aussprach, auch wenn sich später zeigte, dass sich der Reichsrat mit der Zeit immer mehr Herzog Karl näherte.

In den Folgejahren taucht Seved Ribbings Name auf den unterschiedlichsten juristischen Schriftsätzen des Landes auf und im Jahre 1600 wurde er vom König sogar als der Richter eingesetzt, der in Linköping (Blutbad von Linköping) über den Reichsrat zu urteilen hatte. Seine besondere Stellung im Reich zeigt sich dann auch darin, das Ribbing bereits ein Jahr bevor er Reichsrat wurde, die Vollmachten eines Schatzmeisters des Landes erhielt, was in der Geschichte Schwedens extrem ungewöhnlich ist. Erst 1607 wurde ihm dieser Titel dann offiziell von Karl IX. verliehen.


29. Juni 1561: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1831: Die schwedische Schriftstellerin Rosa Arbman
19. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 3. Juni 2014

Hogenskild Bielke wird in Stockholm hingerichtet

Freiherr Hogenskild Bielke hatte am 3. Juni 1605 so starke Gicht in den Beinen, dass er auf einem Stuhl zum Richtplatz getragen werden musste um dort öffentlich hingerichtet zu werden, was bei Adeligen bedeutete, dass ihm der Kopf abgeschlagen wurde. Als abschreckendes Beispiel wurde sein Kopf dann auf der Stadtmauer Stockholms angebracht und nur der Körper durfte an der Riddarholmskyrkan begraben werden. Erst nachdem Karl IX. gestorben war, durfte die Familie dann Bielkes Körper wieder ausgraben und neben seiner Frau an der Ekebyborna Kirche beerdigen.

Dabei hatte Hogenskild Bielke, der unter anderem in Wittenberg studiert hatte, bereits unter Gustav Vasa mehrere hohe Ämter inne und wurde bei der Krönung von Erik XIV. zum Ritter geschlagen. Unter dem gleichen König wurde Bielke Reichsrat und zum obersten Befehlshaber im Småland und dem Västra Götaland ernannt. Als Erik XIV. 1568 entmachtet wurde, schloss sich Bielke König Johan an, der ihn zum Freiherrn machte und ihm in diesem Rahmen auch Läckö zur Verfügung stellte. Die Probleme Bielkes begannen jedoch als König Johan im Jahre 1589 seinen Sohn Sigismund in Reval treffen wollte.

Als der König in Reval war, stellte sich Hogenskild Bielke auf die Seite von Sigismund, da er der Meinung war, dass Sigismund dem Adel mehr Freiheiten und Rechte zusprechen würde als Johan. Johan erfuhr natürlich von der Konspiration die sich anbahnte und stellte Bielke vor den Reichsrat. Da dieser jedoch leugnete und seine Handlungen nicht bewiesen werden konnten, wurde er nur gefangen genommen, blieb jedoch am Leben. Im Gefängnis vergaß Bielke dann vorsichtig zu sein und führte einen Schriftwechsel mit dem Staatsfeind Krister Horn und den Unterstützern Sigismunds in Polen. Einige der Briefe wurden von Königstreuen abgefangen und Bielke landete erneut vor Gericht. Dieses Mal half auch das Leugnen nicht mehr und der Adelige wurde zum Tode verurteilt.


3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juni 1924: Der Nobelpreisträger Torsten Wiesel
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. April 2014

Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin

Kristina von Holstein-Gottorp kam am 12. April 1537 in Kiel zur Welt und verdankte es einerseits den Auseinandersetzungen zwischen ihrem Mann, König Karl XI., und König Sigismund, anderseits den Intrigen von Elisabet Vasa, dass sie zur Königin Schwedens wurde. Das Ziel dieser zweiten Ehe von Karl XI. war insbesondere den Einfluss des Katholizismus in Schweden ganz zu brechen und sich gleichzeitig engere Bande mit dem protestantischen Teil Deutschlands zu schaffen.

Kristina von Holstein-Gottorp wurde am 15. März 1607, gemeinsam mit Karl XI., in der Kathedrale Uppsalas zur Königin gekrönt, was mit Sicherheit bedeutende Folgen für die schwedische Geschichte hatte da Königin Kristina sehr willensstark war und nicht nur den König bei seinen Entscheidungen beeinflusste, sondern auch während seiner Abwesenheit die Amtsgeschäfte führte und nach seinem Tode die Vormundschaftsregierung von Gustav II. Adolf, einem gemeinsamen Sohn, hatte. Der Charakter der Königin zeigt sich auch an einem kleinen überlieferten Detail, denn sie soll persönlich den Stoff und das Garn der Hofschneiderinnen gemessen haben, damit am Hof nichts verschwednet wurde.

Selbst als Gustav II. Adolf offiziell bereits die Macht in Schweden übernommen hatte, soll Kristina von Holstein-Gottorp noch die Politik Schwedens beeinflusst haben, wobei überliefert wurde, dass sie auch die geplante Ehe zwischen ihrem ältesten Sohn und Ebba Brahe zu verhindern wusste. Kristina wusste auch die vermeindlichen Herzogtümer ihres Lieblingssohnes Karl Filip gegen Gustav II. Adolf zu verteidigen und leitete seine Eisenhütte und seine Bergwerke bis zu seinem Tod im Jahre 1622. Die Königin starb am 8. Dezember 1625 im Schloss in Nyköping.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung 
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin 
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin 
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. März 2014

Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm

Als Carl Carlsson Gyllenhielm am 17. März 1650 starb, konnte man auf einen ungewöhnlichen Werdegang des Adeligen zurückblicken. Gyllenhielm war das uneheliche Kind einer Verbindung von Herzog Karl und der Kammerjungfrau Karin Nilsdotter, die als Geliebte auch nach der Geburt des Sohnes noch vier Jahre lang mit dem Herzog zusammenlebte und erst als dieser 1578 um die Hand von Maria von Pfalz anhielt, das Gut Julita verließ, dort jedoch den Sohn zurückließ.

Herzog Karl sorgte auf Julita dafür, dass Carl Carlsson Gyllenhielm, gemeinsam mit einigen anderen adeligen Nachkommen, erzogen wurde und eine gute Schulbildung erhielt, die sich nicht nur auf allgemeines Wissen und Sprachen erstreckte, sondern auch die Sportarten eines Ritters einschloss. Als Gyllenhielm 18 Jahre alt war, wurde er von Johan III. geadelt und anschließend zur höfischen Bildung nach Frankreich geschickt, damit er nach seiner Rückkehr als höherer Beamter dem Reich dienen konnte.

Im Laufe der Jahre wurde Carl Carlsson Gyllenhielm einer der der wichtigsten Feldherren Schwedens, was jedoch fast zu seinem Untergang führte, da er während des polnischen Krieges gegen Sigismund im Jahre 1601 kapitulieren musste und anschließend 12 Jahre in polnischer Gefangenschaft verbrachte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden wurde Gyllenhielm von seinem Halbbruder Gustav II. Adolf zum Freiherren und Feldmarschall ernannt, was auch dazu führte, dass er in die Vormundschaftsregierung von Königin Kristina einging. Die Kriegsführung war jedoch für Gyllenhielm zu Ende. Auf den Gütern, die ihm der König lieh, gründete er die Eisenhütte in Huseby, die 300 Jahre lang das Zentrum der südschwedischen Eisenverarbeitung blieb und in Midingsbåte und Trestenshult richtete Gyllenhielm die ersten Glashütten Smålands ein.


17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer 
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz 
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater 
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden 
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. April 2012

Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden

Karl IX. wäre nie auf den schwedischen Thron gekommen, wenn sich nicht Sigismund, sein Bruder, in Schweden unmöglich gemacht hätte und 1599 abgesetzt worden wäre. Aber auch wenn Karl IX. dann unmittelbar die Regierungsgeschäfte übernahm, so wurde er erst 1604 tatsächlich zum König des Landes ernannt. Als der neue König dann am 30. Oktober 1611 in Nyköping starb, wurde seine Leiche noch fast sechs Monate lang aufbewahrt, bevor der Leichnam letztendlich am 21. April 1612 in der Domkirche in Strängnäs beerdigt wurde.

John Börjesons Karl IX. am Kungsportsplatsen in Göteborg

Als Sigismund 1599 als König abgesetzt wurde und das gesamte Geschlecht von Johan III. von der Erbfolge ausgeschlossen wurde, übernahm Karl IX. die Regierung unter den denkbar schlechtesten Voraussetzungen, denn er musste die Getreuen Sigismundes aus den Regierungsgeschäften ausschließen oder gefangen nehmen und Krieg gegen den eigenen Bruder führen, der weiterhin die Krone Schwedens für sich beanspruchte. Seine Regierung begann daher mit eiserner Härte und viel Blut. Bis zu seinem Tod konnte Karl IX. sich nicht sicher fühlen, da er zwar als König toleriert war, nicht aber gemocht wurde und sich zahlreiche Feinde am Hof befanden, die ihn beseitigen wollten.

Dennoch gelang es Karl IX., der am 4. Oktober 1550 in Stockholm geboren worden war, noch einige bedeutende Reformen in Schweden durchzuführen, denn er führte in Schweden allgemein gültige Längenmasse und Gewichtsbezeichnungen ein, legte eine übergreifende Rechtssammlung vor, die in großer Linie die vorherigen Regionalgesetze vereinte, legte in Bergslagen das erste staatliche Erzbergwerk an und gründete mit Hilfe der Holländer eine Stadt Göteborg, die allerdings nur wenige Jahre später von den Dänen vollkommen zerstört wurde. Karl IX. starb am 30 Oktober 1611 im Alter von 61 Jahren in Nyköping.

21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. April 2012

Sigismund, ein König nicht wie die anderen

Am 19. April 1632 starb König Sigismund im polnischen Warschau, vermutlich der einzige König Schwedens, der noch während seiner Amtszeit an einen kriegerischen Überfall an das eigene Land dachte und nach zahlreichen Intrigen 1599 schließlich von den Ständen Schwedens abgesetzt wurde. Sigismund wollte zwar ein bedeutender Herrscher sein und sah Schweden als einen Schlüssel zur Macht, aber er fühlte sich nicht eine Sekunde der schwedischen Nation zugehörig, obwohl er 1566 auf Gripsholm geboren wurde.

Bereits sein Start in Schweden war alles andere als geglückt, denn er wollte zur Blütezeit der Reformation erreichen, dass der katholische Glaube, dem er selbst nachging, in Schweden wieder toleriert wird. Erst als er begriff, dass er unter dieser Voraussetzung nicht zum König gekrönt wird, änderte er seine Meinung. Sigismund versicherte daher sich an den Beschluss des Treffens von Uppsala zu halten, ohne sein Versprechen jedoch wirklich ernst zu meinen, denn unmittelbar nach der Krönung am 19. Februar 1594 in der Domkirche in Uppsala, versuchte er durch Intrigen den Katholizismus wieder nach Schweden zu bringen, allerdings ohne größeren Erfolg.

Als Sigismund noch im gleichen Jahr wieder nach Polen abreiste, wo er ebenfalls König war, hatte er es bereits geschafft alle politischen Kräfte Schwedens zu entzweien, aber auch seine eigentliche Macht verloren. Nur zwei Jahre später wollte er sich dann durch einen Überfall auf Schweden zum Alleinherrscher des Landes machen und 1598 zog er sogar mit einem Heer gegen Schweden. Allerdings konnte er weder Polen dabei um Unterstützung zwingen, noch wollte sich das Haus Hohenzollern, mit dem Sigismund eng verbunden war, in den Streit einmischen, sondern setzte auf eine diplomatische Lösung. 1599 verlor dann Sigismund alle Rechte auf den schwedischen Thron.

19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnitz
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. März 2012

Die Kirchen-Versammlung von Uppsala

Am 1. März 1593 eröffnete Nils Göransson Gyllenstierna die Kirchen-Versammlung von Uppsala (Uppsala Möte), die die Svenska Kyrka als das bedeutendste Treffen in der Geschichte der protestantischen Kirche des Landes empfindet, da am 17. November 1592 mit Sigismund ein katholischer König an die Macht kam und damit die Reformationsbestrebungen in Gefahr geraten war, die Basis der Svenska Kyrkan. Zahlreiche Priester hatten bereits die Liturgie von Johan III. für ungültig erklärt und waren bereit zum Katholizismus zurückzukehren.

Zur Versammlung in Uppsala kamen vier Bischöfe und über 300 Priester, die, gemeinsam mit den Ratsherren, über die Zukunft der schwedischen Kirche beraten sollten. Bereits am 5. März kam es zu einer Einigung, mit dem Ergebnis, dass die protestantische Kirche die einzige Schwedens blieb und das Augsburger Bekenntnis weiterhin seine Grundlage bildete. Die Worte, die der Vorsitzende der Versammlung, Nicolaus Olai Bothniensis, anschließend aussprach, haben die Denkweise schwedischer Herrscher und der kirchlichen Vertreter des Landes auf Jahrhunderte geprägt: „Nu är Sverige blivet en man och alle have vi en Herre och Gud.“

Das Ergebnis des Treffens war, dass Sigismund an seinem Krönungstag am 19. Februar 1594 gezwungen war das Treffen und das entsprechende Abkommen zu unterzeichnen, nach dessen Inhalt niemand, der nicht der protestantischen Kirche angehörte eine öffentliches Amt erhalten konnte, dass die Universität Uppsala wieder geöffnet werden musste und der König zum Beschützer der protestantischen Kirche wurde. Im gleichen Zug wurde der Katholizismus und die Lehre Ulrich Zwinglis im ganzen Reich verboten.

1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg 

Copyright: Herbert Kårlin